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Einer meiner Kapkobra-Berichte ist im Reptilia Magazin-Ausgabe Februar/März 2001.

ZUSAMMENFASSUNG 

Naja nivea (Linnaeus 1758) ist eine interessante und schöne Giftnatter, die der Verfasser über 10 Jahre im Terrarium beobachtete, studierte und mehere Male zur Nachzucht gebracht hat. Ich werde in diesem Bericht hauptsächlich über Zeichnung, Verbreitung, Haltung und Nachzucht von der Kapkobra (Naja nivea Linnaeus 1758) berichten.

KENNZEICHEN

Die Kapkobra ist eine elegante und kräftig gebaute Giftschlange mit einem vom Körper kaum abgesetzten Kopf. Die Augen sind gross und haben eine runde Pupille. Es gibt verschiedene Farbtöne z.b. braune, gelbe, orangefarbene, beige, gelbe mit schwarzen Tupfen und schwarze Tiere, die eher selten anzutreffen sind. Der Schwanz von der Kapkobra ist relativ lang. Die Bauchseite ist cremefarben. Männchen wie Weibchen sind von der Körperlänge genau gleich, die Körpermitte wird von 19 bis 21 Reihen ungekielter Schuppen umgeben. Zwischen 120-160 cm besteht die Länge dieser interessanten Giftnatter.

 

Seitenansicht einer Kapkobra Oben und Untenansicht von der Kapkobra

 

LEBENSRAUM 

Mit Vorliebe sind sie an trockenen, steinigem Gelände anzutreffen doch auch an sandigen, trockenen Flussläufen sind Sie häufig anzutreffen. Wie schon anfangs erwähnt, will ich ausführlicher über die Kapkobra (Naja nivea, Linnaeus 1758) berichten. Die Kapkobra‘s kommen bis zu 2700 m ü. M. vor.  

TERRARIUM UND SOMMERRUHE 

Bei einem Schlangenfreund konnte ich 4 Semiadulte Tiere erwerben (2 Männchen und 2 Weibchen). Die beiden Männchen haben eine eintönig glänzend braune Körperzeichnung. Der Bauch ist porzellan- bis cremefarben gezeichnet. Die beiden Weibchen sind sehr schön gelb mit schwarzen Tupfen übersäht gezeichnet. Die Tiere sind in einem gut durchlüfteten Behälter untergebracht. Die Masse des Terrariums sind L.B.H.: 160 x 80 x 80 cm. Der Bodengrund besteht aus feinen Rindenstücken. Es wurden flache Steinplatten und einen Schlupfkasten, der von aussen her bedienbar ist, eingebettet. Die Temperaturen im Behälter betragen am Tage 25-36 Grad Celsius und in der Nacht 18-22 Grad Celsius. Die Dauer der Beleuchtung beträgt 10-12 Stunden. Alle 4 Kapkobras fraßen bei mir Mäuse, Hühnerküken und Ratten. Mit einem Alter von 3 Jahren und einer Länge von ca. 120cm  wurden die 4 Tiere bei einer Temperatur von plus 15-20 Grad Celsius zum ersten Mal in grossen Plastikboxen einzeln überwintert. Nach 2 Monaten (Juli-August) wurden die Giftnattern wieder in das Gemeinschaftsterrarium zusammen gebracht.

PAARUNGEN UND NACHZUCHT 

Die Männchen begannen sofort über die Weibchen, mit zuckender Bewegung, zu kriechen. Es wurde auch ein Kommentkampf zwischen den beiden Männchen beobachtet, worauf ich sofort ein Männchen einzeln in ein Terrarium unterbrachte. Nach der Paarung des stärkeren Männchens, hatte ich die Tiere ausgetauscht, worauf das andere Weibchen bepaart wurde. Die Paarung war am 12. Dezember 1988 mit dem Weibchen 1 im vollem gang und dauerte etwa 41/2 Stunden. Eine Paarung mit Weibchen 2 konnte ich nicht beobachten. Während der Zeit nahmen die Weibchen alle zwei Wochen eine Ratte zu sich. Die Männchen nahmen erst wieder nach der Paarungszeit Nahrung zu sich. 2 Wochen, bevor die Eier abgelegt wurden, nahmen die Weibchen keine Nahrung mehr an. Am 24. Februar 1989 wurden 15 Eier vom Weibchen 1 abgelegt. Am 18. Februar 1989 wurden 12 Eier vom Weibchen 2 abgelegt. Die Inkubation betrug 56 Tage bei einer konstanten Temperatur von 29 Grad Celsius. Es schlüpften 24 Tiere, die alle in eine einzelne Plastikbox untergebracht wurden. Die Jungtiere sind alle einheitlich orangebraun mit einem schwarzen Halskragen gezeichnet. Im Alter von etwa 1 1/2 Jahren färben sich die Jungtiere um.

Animation einer Eiablage der Kapkobra

Eigelege einer Kapkobra im Inkubator

 

Temperatur und Luftfeuchtigkeitsanzeige von Naja nivea Eier
Naja nivea im Ei abgestorbene Embryonen

AUFZUCHT DER JUNGTIERE

Die Jungtiere maßen 25-30cm und wogen zwischen 12-17g. Die meisten der Jungtiere frassen sofort nackte Mäuse, die wöchentlich gefüttert wurden. Jungtiere, die nicht frassen, wurden mit Kükenflügel animiert (auch bei Naja naja, Linnaeus 1758, Aspidelaps lubricus lubricus, Laurenti 1768 und Aspidelaps lubricus infuscatus, Mertens 1926 mit Erfolg angewandt), nackte Mäuse zu fressen. Nach etwa 1 Monat frassen auch diese Jungtiere selbständig nackte Mäuse. Die weitere Aufzucht bereitete keine Schwierigkeiten.

GIFTIGKEIT DER KAPKOBRA

Ich beobachtete bei der Fütterung der Alt- wie bei den Jungtieren die Wirkung des Giftes der Tiere. Es verging keine Minute, bis die Kleinsäuger tot waren, worauf es zu denken gibt, dass die Kapkobra ein sehr starkes Gift besitzt, dass sogar das Gift der schwarzen Mamba (Dendroaspis polylepis, Günther 1858) übertrifft. Darum sollte die grösste Vorsicht beim Hantieren dieser eindrucksvollen Giftschlange an den Tag gebracht werden.

Als erste Symptom nach einem Biß der Kapkobra stellen sich Sprachstörungen, Schluckbeschwerden und hängende Augenlider ein. Neben Herzkreislaufstörungen treten fortschreitende Lähmungen auf, die auch die Atmungsmuskulatur betreffen und dadurch zum Tod durch Erstickung führen. Lokal können Schmerzen, Schwellungen, Blutblasen und Absterben des Gewebes auftreten. Die Wunden brauchen auch bei operativer Behandlung Monate, um abzuheilen. Damit es soweit aber gar nicht erst kommt, ist ein hoher Sicherheitsstandard bei der Giftschlangenhaltung einzuhalten.

Es ist im Falle eines Bisses die Pressure/Immobilization-Technik anzuwenden. Für den präklinischen Bereich gibt es nur wenige Maßnahmen. Am wichtigsten ist die Beruhigung des meist sehr agitierten Patienten. Durch Aufregung erfolgt Beschleunigung aller Kreislaufparameter und führt damit zu schnellerer Verteilung der Toxine. Der Transport hat liegend zu erfolgen. Die betroffene Körperregion ist ruhig zustellen oder zu schienen. Schmuck, wie Ringe oder Armreifen, sind wegen der eventuellen Entwicklung von Ödemen zu entfernen. Bei Atemstörungen ist der Patient zu intubieren und zu beatmen. Sehr wichtig ist die Identifizierung der Schlange, die meist nur über einen geschulten Biologen aus einem Zoo oder Tierpark erfolgen kann. Entscheidend ist der wissenschaftliche Name der Schlange, um das geeignete Antivenin zu organisieren (Giftnotruf). Tote oder verletzte Tiere sind mit besonderer Vorsicht behandeln, da auch tote Schlangen durchaus noch Reflexe haben, die einen Biß auslösen können.

Der Autor: W. Strassmann

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Disertation von Kobra-Giften

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Stand: 15.05.2010