Erste erfolgreiche Nachzucht von Acanthophis laevis in Europa
Bericht über Haltung und Zucht
Acanthophis
laevis ist eine interessante und schöne Giftschlange, die der Verfasser über 4
Jahre im Terrarium beobachtete und nachzüchtet. Ich werde in diesem Bericht
hauptsächlich über Haltung und Nachzucht von der Urwald- oder Neuguinea-Todesotter
(Acanthophis
laevis) berichten.
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| Trächtiges Weibchen |
Acanthophis
laevis ist als Regenwaldform von Neu-Guinea bekannt und kommt auch auf den
benachbarten Inseln Kai, Saparua, Obi, Haruku, Tanimbar, Aru, Mefoor und Yule
vor.
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| Männchen |
Die
Urwald-Todesotter ist wie bei den anderen drei Todesotterarten eine gedrungen
gebaute Giftschlange mit einem kurzen, viperartigen Kopf und deutlich vom Körper
abgesetzt. Die Augen sind mässig gross, die Pupille im hellen Licht senkrecht
zu einem Schlitz verengt. Jedes der sieben Oberlippenschilde ist arttypisch
Cremefarben bis weiss mit einem blauschwarzen Kern im Inneren. Der Bauch ist
weisslich bis cremefarben und an der Randzone mit schwarzen Flecken übersät. Acanthophis laevis besitzt glatte Schuppen, die den Rumpf in 21 bis 23 schrägen
Reihen umgeben. Diese Elapide wird ca. 70 – 80 cm lang.
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| Männchen beim Sonnenbad |
LEBENSRAUM
Die
Urwald-Todesotter ist eher im feuchten Regenwald zuhause und hat gerne
dichtes Unterholz, wie z.b. dichtes Unterholz, Schraubenbaumgewächse, Palmen,
sowie eine reichhaltige Lianen- und Epiphytenflora. Die
Durchschnittstemperaturen liegen zwischen 24 und 26 Grad. Diese Art ist sehr
nervös und schnell. Sie bringt lebende Junge zur Welt.
Bei
einem Händler konnte ich 3 (1 Männchen und 2 Weibchen) Wildfangtiere erwerben,
die ca. 2-3 jährig waren. Das Männchen (ca. 45 cm) war bedeutend kleiner und
schlanker. Die beiden Weibchen (ca. 60 cm) waren grösser und dicker als das Männchen.
Alle drei Tiere wurden separat aufgezogen. Alle drei Terrarien waren 60 x 40 x
40 cm gross. Die Terris hatten alle Bodenheizungen und keine Lichtquelle, da ja
diese Tiere ähnlich wie die Bitis nasicornis im Dschungel lebt und daher keine
eigentliche Lichtquelle nötig hat.
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| Vordere Ansicht |
Im
Terrarium ist die Temperatur am Tage 26-28 Grad. In der Nacht fällt die
Temperatur auf 18-20 Grad. Die Höchsttemperatur sollte nicht überschritten
werden, da diese Tiere sehr empfindlich auf hohe Temperaturen sind. Das Substrat
ist ein Kaktuserde Gemisch, das aus 2/3 Blumenerde und 1/3 feiner Quarzsand
besteht. Eine Korkrinde als Versteck und Äste dürfen nicht fehlen, da es sich
um eine sehr versteckt lebende Art handelt. Es wird wöchentlich mit lauwarmem
Wasser besprüht, dass diese Tiere sehr lieben, sofort auch aktiv werden und die
Tropfen von den Terrarienwänden aufnehmen. Eine Wasserschale mit täglich frischem
Wasser darf natürlich auch nicht fehlen.
Die
Tiere sind wöchentlich mit einer mittelgrossen Maus zu füttern. In der Natur
fressen die Acanthophis laevis Frösche und Echsen. Es kann sein, dass die Tiere
auch an Vogel- und Kükenschenkel gehen. Man sagt, dass diese Tiere schlecht
oder sogar keine Mäuse fressen. Meine Erfahrungen sind, dass alle meine
Neuguinea-Todesottern an Mäuse gehen, selbst frisch geborene Jungtiere fressen
nach der ersten Häutung.
PAARUNGEN
UND NACHZUCHT
Im November 2000 hatte ich das Männchen zum grösseren Weibchen, das frisch gehäutet hatte, vergesellschaftet. Nach ca. 1 Stunde kam es zu rhythmischen Zuckungen die sehr intensiv und heftig vom Männchen ausgingen. Das Weibchen flüchtete anfangs immer, wenn sich das Männchen wieder bemühte. Am 15.11.2000 18.30 Uhr kam es zur ersten Paarung, die 2 ½ Stunden dauerte. Zwei Wochen später kam es zur zweiten Paarung, die 1 Stunde dauerte. Danach hatte ich das Männchen wieder in das Einzelterrarium zurückgesetzt. Das Weibchen frass nach der Paarung alle 2 Wochen eine grosse Maus. Etwa 1 Monat (Mai) vor Geburt nahm das Weibchen keine Nahrung mehr zu sich. Es wurde auch sehr aggressiv, ein Grund für mich das Terrarium mit einem Tuch abzudecken. Am 12. Juni, also nach 7 Monaten kamen 6 Jungtiere zur Welt, die alle unmittelbar nach der Geburt häuteten. Die Jungtiere hatten alle, wie die Ringelnatter, zwei gelbe Halbmonde auf dem Hinterkopf und waren sehr Kontrast reich gefärbt.
Die
Jungtiere maßen 18-22cm. Sie wurden alle separat in spezielle
Plastik-Aufzuchtboxen überführt. Das Substrat ist wie bei den Elterntiere mit
Kakteenerde und einem Versteck eingerichtet. Alle Jungtiere, ausser zwei Männchen,
frassen 1 Woche nach der ersten Häutung nackte Mäuse. Ich musste feststellen,
dass Männchen schlechter und heikler in der Aufzucht sind als die Weibchen. Ich
beschloss die Männchen alle ca. für 3 Wochen Hungern zu lassen. Dann probierte
ich es mit Hühnerküken-Flügel, die alle von den Männchen gierig gefressen
wurden. Nach wöchentlicher Fütterung gingen auch die Männchen nach ca. 3
Monaten auch an nackte Mäuse. Im laufe von 1 Jahr wuchsen die Tiere auf ca.
35-40 cm.
Copyright © Autor: W. Strassmann
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Stand: 15.05.2010