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Der Schlangenbiss    Antivenin-Liste

Was ist eine Giftschlange? Fast jeder glaubt, diese Frage beantworten zu können, obwohl sich der Begriff nicht leicht definieren lässt. Im allgemeinen sind Giftschlangen solche Schlangen, deren Biss bei Menschen und Tieren Vergiftungserscheinungen hervorruft. Die gängige Vorstellung, dass eine Giftschlange einen breiten, dreieckigen Kopf und ein mehr oder weniger abgewandeltes Zickzackband auf dem Rücken haben müsse, gilt uneingeschränkt nicht einmal für die Kreuzotter (Vipera berus). Auch andere Merkmale - wie breiter Körper, kurzer Schwanz, ungeteilter Afterschild, geschlitzte Pupille, gekielte Schuppen oder auffällige Färbung - geben kaum Anhaltspunkte, ob eine Schlange giftig oder ungiftig ist.

Eine klare Abgrenzung zwischen giftigen und ungiftigen Arten ist kaum möglich. Es gibt Schlangen, die vom Bau ihrer Zähne her durchaus mit Recht zu den ungiftigen gezählt werden, deren Biss aber trotzdem, wenn auch unbedeutend, Symptome einer geringfügigen Vergiftung verursachen kann. Mit letzter Sicherheit lassen sich Schlangen nur am anatomischen Bau ihres Schädelskeletts, an ihren Zähnen und der besonderen Zahnstellung - wie dem gleichzeitigen Nachweis von je einer Giftdrüse in jeder Oberkieferhälfte - in die Kategorien giftig, wenig giftig oder ungiftig einreihen. Die echten Giftschlangen besitzen hohle oder am Vorderrande gefurchte Zähne. Diese verlängerten Giftzähne finden sich fast ohne Ausnahme im Oberkiefer.

Den am weitesten entwickelten Giftapparat zeigen die solenoglyphen Giftschlangen, zu denen man die Ottern und Grubenottern rechnet. Diese Schlangen  haben im Oberkiefer ein Paar verlängerter, röhrenförmig-hohler Giftzähne, die im inaktiven Zustand umgeklappt in einer Schleimhautfalte dem Gaumen anliegen. Hinter jedem der beiden sich in Funktion befindenden Hauptzähne liegen ein oder mehrere Ersatzzähne. Die Hauptzähne haben eine beschränkte Funktionsdauer. Sie werden von Zeit zu Zeit abgestossen und durch die hinter ihnen stehenden Reservezähne ersetzt. Jeder Giftzahn ist mit einer Giftdrüse über einen Ausführgang verbunden.

Eine Viper beispielsweise richtet beim Zubeissen die beiden Giftzähne blitzschnell auf, schlägt sie in ihr Beutetier ein und zieht sie ebenso schnell wieder heraus. Dabei drücken Muskeln auf jede der beiden Giftdrüsen, die ihren Inhalt durch den Ausführgang in die röhrenförmigen Giftzähne und damit in das Opfer eintreten lassen. Bei einem Biss wird meist nur ein Bruchteil des Giftes, das in den Giftdrüsen vorhanden ist, in das Beutetier gespritzt.

Solenoglyphen Giftschlangen

Vipern und Grubenottern haben klappbare z.T. sehr grosse Giftzähne (bis zu 4,5 cm lang), die paarweise in der oberen Hälfte des Kiefers sitzen.

Die proteroglyphen Giftschlangen - zu diesen zählt man die Seeschlangen (Hydrophiidae) und die Giftnattern (Elapidae) -, deren vorderste beiden Oberkieferzähne verlängert und am Vorderrand der Länge nach gefurcht sind, stehen stets senkrecht und unbeweglich im Oberkiefer. Bei einem Giftbiss dieser Schlangen spielt sich der gleiche Vorgang ab wie bei den Ottern und Grubenottern.

Proteroglyphen Giftschlangen

Giftnattern haben starre kleinere Giftzähne, die paarweise in der oberen Hälfte des Kiefers sitzen.

Die opistoglyphen Nattern, auch Trugnattern genannt, werden als ungiftig angesehen und sind es in der Regel auch. Eine Ausnahme machen die Boomslang (Dispholidus typus) und die Lianennatter (Thelotornis kirtlandii), durch deren sehr starkes Gift schon mehrfach Menschen zu Tode kamen. Die gefurchten Giftzähne der Trugnattern liegen meist so weit hinten im Oberkiefer, dass sie bei einem Biss nur dann in Funktion treten können, wenn ein Finger oder ein Beutetier tief genug in den Rachen der Schlange geraten.

Opistoglyphen Nattern

Trugnattern haben starre kleinere Giftzähne im Bereich unter dem Auge. Zum Teil mit mehreren Zähnchen bestückt in der oberen Hälfte des Kiefers.

Zuweilen entwischt eine Schlange, die einen Menschen gebissen hat, ohne dass man ihre Art bestimmen konnte. An den Bissabdrücken erkennt man jedoch meist, ob es sich um eine giftige oder ungiftige Schlange gehandelt hat. Zwei besonders grosse Einstichstellen deuten auf eine Giftschlange, viele kleine, in zwei Reihen hintereinander stehende Einstichstellen dagegen meistens auf eine ungiftige Art hin. Bei einem Giftschlangenbiss lässt die Wirkung des Giftes meist auch nicht lange auf sich warten.

Biss einer Bitis arietans. Gut zu erkennen sind hier die Entstehung der Ödeme und der Nekrosen sowie das Anschwellen des Handrückens / Unterarmes.

Allgemeine Fragen?

Schlangengifte bestehen fast ausschließlich aus Komponenten die man in zwei großen Gruppen unterteilt. Man spricht hier von Neurotoxine und Hämatoxine. Grundsätzlich ist zu sagen, das bei einem Biss einer Schlange, grundsätzlich der Arzt aufzusuchen ist. Es spielt dabei keine Rolle ob das Tier giftig ist oder nicht. Selbst bei einem ungiftigen Tier kann es zu bösartigen Infektionen durch Bakterien kommen. 

Welche Schlange ist die Giftigste?

Diese Frage kann man eigentlich nicht mit ein bis zwei Sätzen beantworten. Die Fachleute streiten sich immer noch darüber. Es spielen dabei folgende Faktoren eine entscheidende Rolle:

  • Wie Groß, wie Alt und wie schwer ist das Opfer. In welcher körperlichen Verfassung ist der Mensch. Ein Kleinkind oder ein älterer Mensch wird immer schlimmer betroffen sein, als ein erwachsner gesunder Mann.
  • Wie hat die Schlange ihren Biss gesetzt. Ob voll mit beiden Zähnen, ob sie sich festgebissen hat und Ihr Gift lange in das Fleisch gepumpt hat oder ob es nur ein kurzer Abwehrbiss war.
  • Was war es für eine Schlange, und mit welchen Wirkungen kann ich rechnen. Das Gift einer Kobra wirkt sehr schnell und ist extrem stark. Sie kann ca. 220mg davon erzeugen und 5-6mg reichen für einen erwachsenen Mann völlig aus. Das Gift von kleineren Baumvipern schwächer ist und die Schlange produziert ca.20-40mg davon. Sie hat also zu wenig um es so einfach zu verschwenden.
  • Eine große Rolle spielt die Infrastruktur des Landes oder des Ortes an dem ich mich befinde. Kann ich in kürzester Zeit einen Arzt aufsuchen, oder befinde ich mich in freier Natur  ohne Möglichkeit Hilfe zu bekommen.

Neurotoxine Schlangengifte!

Im Rohzustand sind alle Schlangengifte eine trübe, klare bis gelbstichige Substanz. Neurotoxine Schlangengifte sind klar bis transparent. Diese Gifte bestehen hauptsächlich aus Eiweißstoffen wie: Albuminen & Clobulinen, aber auch aus Nucleoside. Neurotoxine Schlangengifte wirken hauptsächlich auf das zentrale Nervensystem des Opfers. Es lähmt den Teil des Gehirnes, welcher für die Auferhaltung der Lebensfunktion notwendig ist. Im Normalfall erstickt das Opfer aus Grund von Lungenversagen. Die Lunge erhält keinen Befehl zum arbeiten, und stellt Ihre Tätigkeit ein. 

Hämatoxine Schlangengifte!

Im Rohzustand sind alle Schlangengifte eine trübe, klare bis gelbstichige Substanz. Hämatoxine Gifte kommen meist bei Grubenottern und Vipern vor. Allerdings können Sie bei einigen Arten auch als Mischung mit Neurotoxinen Elementen auftreten.
Hämatoxine sind meist von gelber bis orange Farbe, und von klebriger Substanz. Die Wirkung ist je nach Art und Menge des Giftes, sehr verschieden. Im Gegensatz zu den Neurotoxine verursachten Hämatoxine extrem starke Ödeme, Schwellungen an der Bissstelle, welcher dann mit extremen Schmerzen verbunden ist. Der Schmerz ist so gewaltig, das nach Aussagen von betroffenen Personen eine Verbrennung 3.Grades dagegen ertragbar ist.
Im Laufe der Zeit versagen dann verschiedene Körperfunktionen sowie starke Blutungen aus Mund/Nase/Harn, Erbrechen und starker Durchfall. Der Blutdruck fällt bis zur Bewusstlosigkeit ab. Bei einem Biss einer Viper kann eine sofortige Amputation des Gliedes notwendig sein um zu überleben. Die hängt immer von der Infrastruktur des jeweiligen Ortes ab, in dem der Unfall passiert ist.

Verschiedene Fotos von Bissunfällen (Nichts für Leute mit schwachen Nerven)

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