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Etwa eine Woche vor der Häutung wird die Haut blass, aber jedoch nicht trocken. Auch auf dem Auge ist eine transparente Schuppe die das Auge vor mechanischen Einflüssen schützt. Man nennt dieses Schild auch Brille oder Cornealschuppe. Auch dieser Teil wird blass und milchig. In dieser Zeit ist die Sehfähigkeit des Tieres stark beeinträchtigt und die Schlange ist dann nahezu blind. Die Futteraufnahme ist dann meist eingeschränkt oder wird ganz verweigert. Es kann auch eine gesteigerte Aggressivität beobachtet werden. In dieser Zeit ist auf eine erhöhte Luftfeuchtigkeit zu achten. Einige Arten, vor allem Riesenschlangen, können dann vermehrt bei einem Bad beobachtet werden. Bei einer Häutung löst sich die äusserste Schicht der Haut ab und wird meist in einem Stück abgestreift. In der Regel reisst diese Haut über der Nase und am Kinn auf und wird durch Reiben an Ästen, Steinen und anderen Gegenständen durch umdrehen wie ein Strumpf abgestreift. Bei Jungtieren ist die Häutung infolge grösserem Wachstums häufiger zu beobachten als bei adulten Tieren. Infolge Dehydration (Austrocknung durch zu trockene Haltung), falscher Haltung und Hautverletzungen können bei diesem Vorgang Probleme auftreten. Die Haut kann sich nur in kleinen Fetzen, oder wird überhaupt nicht, oder nur unvollständig abgelöst. Als kritische und anfällige Stellen gelten die "Brille" und die Analschilder. Sollte es trotzdem soweit kommen, dass sich die Haut nicht sauber ablöst, gibt es verschiedene Behandlungsmethoden: Das Tier sollte zuerst mal ausgiebig in etwa 28°C warmem Wasser gebadet werden, damit sich die Hautresten aufweichen. Dann kann man das Tier in ein feuchtes Frottee-Tuch packen und hindurch kriechen lassen. Durch die grosse Reibung sollten dann die Hautresten abgelöst werden. Wenn das nichts bringt muss man mit einer Pinzette vorsichtig versuchen, die Hautresten abzulösen. Im Bereich der "Brille" ist dabei äusserste Vorsicht geboten. Diese sollte so oder so zuerst mit einem Wattestäbchen und sterilem Wasser eingeweicht werden, da man bei unvorsichtiger Handhabung mit der Pinzette am Auge irreparable Schäden verursachen kann. Ich empfehle bei Unsicherheit einen erfahrenen Tierarzt aufzusuchen ! Bei Giftschlangen ist die Methode mit dem Frottee-Tuch etwas anders anzuwenden. Bei diesen Tieren sollte man aus Sicherheitsgründen dieses Prozedere in einem Stoffsack oder einem Kissenanzug machen. Man steckt das Tier in einen Sack, wo sich feuchte Tücher, Moos oder andere ähnliche Gegenstände befinden. Es ist sehr wichtig, dass weder Tier noch Pfleger dabei gefährdet werden !!! |
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Stand: 15.05.2010