Klinisches WörterbuchMedizinische Fachbegriffe sind für den Laien etwa das gleiche, wie wenn eine Person mit uns Chinesisch spricht (ausgenommen Du sprichst Chinesisch). Deshalb habe ich hier die deutsche Übersetzung einiger Wörter aufgelistet, so dass auch der Nicht-Mediziner sich etwa vorstellen kann, worum es überhaupt geht. A Abdominal Zum Bauch, Unterleib gehörig Acetylcholin ist das Essigsäureester des Cholins, der an bestehenden Nervenendigungen freigesetzt wird und überträgerfunktionen ausübt
Allergie Angeborene oder erworbene
spezifische Änderung der Reaktionsfähigkeit des Immunsystems
gegenüber körperfremden, eigentlich unschädlichen Substanzen
Aminosäuren
Carbonsäuren, bei denen ein Wasserstoffatom
durch eine Aminogruppe ersetzt ist
Anaphylaxie
Durch Antikörper der
Klasse IgE vermittelte
Überempfindlichkeitsreaktion
vom Soforttyp 1, die
nach einer
Sensibilisierungsphase
bei erneutem Kontakt mit
dem spezifischen
Allergen auftritt
Antivenin
Gegengift
Arrhythmie unregelmässiger oder fehlender Rhythmus / Herzrhythmusstörungen
Aspiration Eindringen flüssiger oder fester Stoffe (Mageninhalt, Blut, Fremdkörper) in die Atemwege während der Inspiration infolge fehlender Schutzreflexe
Aspirationspneumonie Aspiration von Flüssigkeiten, Partikel oder infisziertem Sekret; 1. akute A. durch Aspiration von Erbrochenem, 2. chronisch
Augenläsion Augenverletzung
Autakoiden Unter Autakoiden werden bestimmte biogene Amine, Lipidderivate, Peptide und Purinverbindungen zusammengefasst
B Blasen, Blasenbildung Ansammlung und Bildung von Flüssigkeit unter der Haut. Blepharospasmus Lidkrampf Bilateraler Blepharospasmus Beidseitiger Lidkrampf Blutung Haemorrhage, Hämorrhagie; Austritt von Blut aus den Gefässen in das umgebene Gewebe oder an die Körperoberfläche. Blutung, Gastrointestinale Magen-Darm Blutung; okkulter bis massiver Blutabgang aus dem Verdauungstrakt. Blutung, Intrakranielle Blutung in den Schädel Blutung, Urogenitale Blutung in den Harnblasen- und Genitalbereich. Blutgerinnung Komplexer, in Phasen ablaufender Vorgang, der durch physiologische und patologische Prozesse ausgelöst wird und in vivo vor allem der anhaltenden Blutstillung dient. Blutgerinnungszeit Zeit zwischen Blutentnahme und Fibrinbildung ausserhalb des Gefässsystems. Blutgifte Haemotoxins; Bezeichnung für Faktoren, die zu Hämolyse (Membranschädigung durch Digiton, Saponin und andere), Hemmung der Sauerstoffbindung an Hämoglobin (Nitrite, Anilin, Kalium chloricum) oder Störung der Blutbildung (ionisierende Strahlung) führen. Bradykardie Form der Herzrhythmusstörungen, die durch einen Abfall der Herzfrequenz unter 60/min gekennzeichnet ist. Bronchospasmus Krampf der Bronchialmuskeln
C Cholin ist ein Salz einer quartären Ammoniumbase, ist in der Nahrung enthalten Crotoxin ist ein bestandteil des Giftes, welches die Synapsen, neuromuskuläre Verbindung durch präsynaptischen Angriff lähmt curare ist eine Sammelbezeichnung von Gifte, die für Pfeile gebraucht werden, bestehend aus wässrigen Extrakten von Rinden südamerikanischen Lianen. Greifen das Muskelgewebe an und versuchen Verkrampfungen, Bewegungsunfähigkeit, Lähmung
D Debridement Abzäumen, einschneiden Defibrin(ogen)isierung Enzymatische, fibrinabbauende Wirkung von Schlangengiftpräparaten Deformität Fehlbildung Dehydratation Abnahme des im Körper vorhandenen Wassers. Diarrhoe Durchfliessen, Durchfall Diplegie Beidseitige Lähmung Dysarthrie Sprechstörung infolge Störung der an der Sprechmotorik beteiligten neuromuskulären Strukturen, die sich durch Störung der Artikulation, vermehrte Sprechanstrennung sowie Veränderung der Lautstärke und Sprechgeschwindigkeit äussert. Dysphagie Schluckstörung Dysphasie Sprachstörung Dyspnoe Mit subjektiver Atemnot einhergehende Erschwerung der Atemtätigkeit meist sichtbar.
E Effekte Reaktion Systemische Effekte Auf den ganzen Körper bezogene Reaktion. Ekchymosis Hautblutungen EKG Elektrokardiogramm Enzyme Proteine die als Biokatalysatoren chemische Reaktionen ohne Verschiebung ihres Gleichgewichts beschleunigen. Erythem Röte, Errötung, entzündliche Rötung der Haut Extremitäten Gliedmassen, Arme und Beine
F Faszikulation Sichtbare, regellose, blitzartige Kontraktion von Muskelbündeln ohne Bewegungseffekt Fibrin Hochmolekulares, nicht wasserlösliches Protein, das durch enzymatische Einwirkung von Thrombin aus Fibrinogen entsteht. Fibrinogen Blutgerinnung Fibrinogenkoagulierend Blutgerinnung: Fibtin ist ein Hochmolekulares, nicht wasserlösliches Protein, das durch enzymatische Einwirkung von Thrombin aus Fibrinogen entsteht. Koagul = Gerinnung, gerinnen
G Gangrän Fressendes Geschwür, Form der ischämischen Nekrose. Gastrointestinal Magen und Darm betreffend Generalisierte Muskelschmerzen Auf den ganzen Körper bezogene Muskelschmerzen. Gerinnung, Blutgerinnung Koagulation Gewebe Verband von Zellen gleichartiger Differenzierung und spezifischen Aufgaben Giftantigen Giftstoff, der im menschlichen Körper die Bildung von Antikörpern auslöst. Giftantigenämie Durch Giftantigen ausgelöste Blutarmut, Gingivalblutung Zahnfleischblutung Gifteffekte Reaktionen im menschlichen Körper verursacht durch Gifte.
Gifteffekte, Autopharmakologische Systemische Effekte, verursacht durch die Freisetzung bzw. Formierung körpereigener, oder durch im Gift enthaltene Autakoide.Gifteffekte, Hämostatische Die Blutgerinnung betreffende Gifteffekte.
Gifteffekte, Hämolytische Systemische Gifteffekte, die durch die direkte Giftwirkung auf die roten Blutzellen zustande kommen.
Gifteffekte, Kardiale, Kardiologische Gifteffekte, die durch direkte Gifteinwirkung am Herzleitungssystem und/ oder am Herzmuskel zustande kommen.
Gifteffekte, Lokale Effekte, die örtlich am Gifteintrittsort und regional auftreten. Sie umfassen histologische Veränderungen an Haut, Gefässen, Nerven und Muskulatur.
Gifteffekte, Muskuläre Generalisierte, zerstörende Wirkung auf die Skelettmuskulatur.
Gifteffekte, Neurologische Systemische Effekte, verursacht durch Veränderungen der Reizleitung im Nervensystem und in Muskelmembranen, unter Ausschluss von Herzinnervation und Herzmuskel. Gifteffekte, Neurotoxische Nerverschädigende Gifteffekte
Gifteffekte, Renale Gifteffekte, die durch direkte Giftwirkung am Nierengewebe, d. h. an den Glomerula und Tubuli zusrande kommen.
H Hämatemesis Bluterbrechen Hämatom Bluterguss, Blutansammlung im Weichteilgewebe oder in einer vorgebildeten Körperhöhle Hämaturie Ausscheidung von Erythrozyten im Harn, Blut im Urin Hämoglobin roter Blutfarbstoff Hämoglobinurie Ausscheidung von Hämoglobin im Urin. Hämorrhagie Blutung Hämostase Prozess der Beendigung einer Blutung Hämostaseparameter Werte zur Bestimmung der Blutgerinnung Herzinnervation Innervation = nervale Versorgung von Körpergewebe und Organe, betreffend des Herzes Hypästhesie Gefühlsverminderung Hypotension, arterielle Hypotension Blutdrucksenkung Hypovolämie Verminderung der zirkulierenden Blutmenge durch Blutverlust nach aussen oder innen
I Immun Verschont, unberührt, unempfänglich, gefeit Immunologisch Auf das Immunsystem bezogen. Indikation Heilanzeige, Grund zur Anwendung eines bestimmten diagnostischen oder therapeutischen Verfahrens in einem Krankheitsfall, der seine Anwendung hinreichend rechtfertigt. Insuffizienz Schwäche, ungenügende Leistung eines Organs oder Organsystem. Z. B. Herzinsuffizienz, Leberinsuffizienz, Niereninsuffizienz. Insuffizienz, respiratorische Störung der äusseren Atmung mit respiratorischer Partial- oder Globalinsuffizienz. Beeinträchtigung des Atemantriebs bzw. der Atemmuskulatur. Intravasal In ein Gefäss, innerhalb eines Gefässes Intravasaler Flüssigkeitsverlust Flüssigkeitsverlust im Gewebe. Intravenös In eine Vene, Intravenöse Injektion Intubation Einführung eines Schlauchs oder Rohrs in ein röhrenförmiges Hohlorgan oder einer Körperhöhle. Intubation, Endotracheale innerhalb der Luftröhre Inzisionen Einschnitt, Durchtrennung körpereigenen Gewebes oder Eröffnung eines pathologisch entstandenen Hohlraums. Ischämisch zurückhaltend, hindernd; Unterbrechung der Durchblutung eines Organs
K Kapillaren Bestandteil des Blutes, Blutzelle Kapillarpermeabilität Kapillardurchlässigkeit Kardiovaskuläres Versagen Aussetzten des Herz und- oder Herzgefässe Koagulation Gerinnung; Übergang kolloidaler Stoffe aus dem Sol- (Lösungszustand) in den Gelzustand (Flockungszustand) verursacht z. B. durch Enzyme. Koagulopathie Angeborene (sogenante Defektkoagulopathien) oder erworbene Gerinnungsstörungen, verursacht durch Mangel an oder Funktionsstörungen von verschiedenen plasmatischen Gerinnungsfaktoren. Kolik, Kolikartige Bauchschmerzen Am Darm leidend, krampfartige Leibschmerzen. Kollaps Zusammensinken- fallen, Bezeichnung für eine plötzlich auftretende Kreislaufinsuffizienz infolge akuter Verminderung des venösen Blutdruckstroms zum Herzen. Bewustlosigkeit. Kompression Zusammendrücken, Quetschung Konjuktivalblutung Augenbindehautblutung Konjunktivitis Augenbindehautentzündung
L Lähmung Oberbegriff für die Minderung (Parese) bzw. den Ausfall (Paralyse bzw. Plegie) der Funktion eines Körperteils oder Organsystems, Minderung der motor. oder sensiblen Funktionen eines Nerven mit Bewegungseinschränkung bzw. -unfähigkeit oder quantitativen Sensibilitätsstörungen. Lähmung der Muskulatur Atemlähmung Nervenlähmung Periphere Lähmungserscheinung Lähmung in Armen und Beinen Leukozyten Weisse Blutkörperchen Lokal Ort, Stelle, örtlich Lymphadenopathie Allgemeine Bezeichnung für Erkrankung der Lymphknoten Lymphknoten In die Strombahn der Lympfgefässe eingeschaltete, etwa linsen- bis Bohnengrosse plattrundlich sekundäre Organe des lymphatischen Systems. Die Lymphknoten sind Filter.
M Manifestation Offenbaren, sichtbar machen, Äusserung, Erscheinung, Erkennbarwerden Monovalent Auf eine Art, Unterart bezogenes Antivenin, Serum Morbidität Krankheitshäufigkeit innerhalb einer Population Morphologie Lehre von der Körper- (Organ)- Form und Körperstruktur. Mortalität Das Sterben, Sterblichkeit Muskelfaszikulation Blitzartiges zusammenziehen der Muskulatur ohne Bewegung. Muskelpasmen Muskelkrämpfe Myalgie Diffuser oder lokalisierter Muskelschmerz. Myoglobin Roter Muskelfarbstoff (dem Hämoglobin ähnlich) Myoglobinurie Myoglobinausscheidung im Harn. Myolyse Bezeichnung für Muskelzelluntergang infolge Degeneration, Nekrose Myonekrose Veränderung einer Zelle oder eines Gewebes, die nach irreversiblem Ausfall der Zellfunktion (Zelltod) auftretten. Myo- Muskelgewebe Myotoxin Muskelgift
N Nekrose Intravitale morphologische Veränderung einer Zelle oder eines Gewebes, die nach irreversiblem Ausfall der Zellfunktionen (sogenanter Zelltod) auftreten. Neurologie Fachgebiet der Medizin, das sich mir der Erforschung, Diagnostik und Behandlung der Erkrankung des Nervensystems und der Muskulatur befasst. Neuropathie Nervenleiden, erkrankung peripherer Nerven. Neurotoxin Nervengift, ein Gift, das speziell auf Nervenzellen bzw. Nervengewebe einwirkt. Es stört vor allem Membranproteine und die Wechselwirkungen in Ionenkanälen. Niereninsuffizienz Eingeschränkte Fähigkeit der Nieren, harnpflichtige Substanzen auszuscheiden. Nierenversagen Plötzliche partieller oder totaler Verlust der exkretorischen Nierenfunktion.
O Ödem Geschwulst, Schwellung; schmerzlose, nicht gerötete Schwellung infolge Ansammlung wässriger (seröser) Flüssigkeit in den Gewebespalten. Ophthalmoplegia Augenmuskellähmung
P Paralyse Auf einer Seite lähmen, schwächen, vollständige Lähmung Parese Erschlaffung, unvollständige Lähmung Perioral um den Mund herum Peptide Chemische Verbindungen, die aus säureamidartig verknüpften Aminosäuren bestehen. Ketten bis ca. 10 Aminosäuren ergeben Oligopeptide, bis ca. 100 Polypeptide, ab ca. 100 Proteine. Peripher Kreisförmig um einen Punkt. Peripheral Aussen, am Rande, weg oder fern vom Zentrum Petechien Blut- Fieberflecken Polyvalent Mit mehreren Arten kompatibel
Protein Eiweiss Proteinurie Ausscheidung von Proteinen im Harn Prothrombin Faktor II der Blutgerinnung, der Vitamin K- abhängig in der Leber gebildet und durch Prothrombinaktivator zu Thrombin umgewandelt wird. Ptosis Herabhängen des Oberlids
R Respiration Äussere Atmung Respiratorisches Versagen Aussetzen der Atmung Rhabdomyolyse Myolyse der quergestreiften (Skelett und Herz-) Muskulatur mit Muskelschwäche. und Schmerzen, abgescgwächte Muskeleigenreflexen und Myoglobinurie.
S Schock Kreislaufschock; akut bis subakut einsetzendes, fortschreitendes Kreislaufversagen, gekennzeichnet durch Störung der Mikrozirkulation. Schock, Anaphylaktischer Schock infolge generalisiert auftretender, schwerer Anaphylaxie; tritt unmittelbar nach Zufuhr von allergenen Substanzen dosisunabhängig auf. Schock, Hypovolämischer Volumenmangelschock; durch Verminderung des zirkulierenden Blut- oder Plasmavolumens ausgelöster Schock Schwellung, progrediente zurückgehende Schwellung Sepsis Blutvergiftung Subkutan Unter die Haut Subkutane Blutung Blutung unter dem Gewebe. Subkutanes Gewebe Unter der Haut liegendes Gewebe. Symptome Begleiterscheinung, Beschwerde, fassbares Krankheitszeichen Symptomatisch Typische Anzeichen eines Krankheitszustandes Systemisch Ein ganzes Organsystem
T Tachykardie Herzrhytmusstörung mit einem Anstig der Herzfrequenz auf über 100/min. Thrombin Faktor IIa der Blutgerinnung; aus Prothrombin im Blutplasma durch Prothrombinaktivator entstehendes Enzym (Endopeptidase); löst die Thrombozytenaggregation und Freisetzung von Plättchenfaktoren aus und wandelt Fibrinogen durch Abspaltung kleiner Peptide in Fibrin um. Thrombopenie Verminderte Zahl der Thrombozyten Thrombose Vollständiger oder teilweiser Verschluss von Arterien und Venen sowie der Herzhöhlen durch intravasale Blutgerinnung mit Bildung von Blutkoageln aus Thrombozytenaggregaten und Fibrin. Thrombozyten Blutplättchen, vom Knochenmark gebildete Blutbestandteile. Tourniquet Gummizügel- oder Fadenumschlingung kleinerer einmündender Gefässe zur temporären Kompression bei Gefässoperationen; auch Beziehungsweise für das Abschnüren einer Extremität mit einer Schlauchbinde zur prov. Blutstillung bei Gefässverletzungen. Toxine Giftstoffe von Mikroorganismen, Pflanzen oder Tieren mit nach unterschiedlichen Inkubationszeiten auftretender spezifischer Wirkung.
U Ulkus Geschwür, Substanzdefekt der Haut oder Schleimhaut. Urogenital Harn- und Geschlechtsorgane betreffend Urtikaria Nesselsucht, Quaddelsucht; flüchtige, stark juckende, schubweise aufschiessende Quaddeleruption, die sich ringförmig, blasig, grossflächig, flächenhaft teigig darstellen kann.
V Vergiftung Schädliche Wirkung von Giften, die in ihrem Ausmass vor allem von der Art der chemischen Substanz, ihrer Toxizität und Dosis, der Einwirkungshäufigkeit und –dauer sowie von Merkmalen des Patienten bestimmt wird. Vergiftung, lokale Örtliche Vergiftung Vergiftung, systemische Eine Vergiftung, die ein ganzes Organsystem betrifft. Vollbild Bezeichnung für eine lehrbuchmässige, klassische Ausprägung von Symptomen einer Krankheit. Vollblutgerinnung Verklumpung der Blutzellen Vollblutgerinnungszeit Zeit bis zur Verklumpung der Blutzellen.
Z Zytotoxisch Zellschädigend Zytotoxizität Zellschädigung |
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Stand: 19.04.2009