Alte Berichte

DEUTSCHER DEPESCHENDIENST (Berlin, Germany) 28 December 09  Herr der Reptilien

         Frankfurt/Main (ddp-hes):  Seinen ersten Frosch hat Rudolf Wicker gefangen, als er im Alter von vier Jahren in Überschwemmungstümpeln an der Lahn bei Limburg herumhüpfte. Als Schüler hielt er zu Hause bereits Fische, Echsen und Schlangen. «Meine Eltern haben gehofft, das würde sich irgendwann auswachsen», sagt Wicker und lacht. Heute ist der 61-Jährige Leiter des Exotariums im Frankfurter Zoo und verfügt über ein beachtliches internationales Renommee.

         Für bundesweites Aufsehen sorgte vor Wochenfrist Wickers Erfolg beim Ausbrüten von Eiern der weltweit extrem seltenen Echten Karettschildkröte. Obwohl die fünf etwa walnussgroßen Eier nach dem unsachgemäßen Schmuggel durch eine Touristin schon etwas verschrumpelt waren, päppelte der Diplom-Biologe die Gelege in einem Brutkasten im Frankfurter Zoo auf. Schließlich schlüpften fünf der gefährdeten Tiere aus den Eiern.

         Im Frankfurter Zoo arbeitet Wicker schon seit 30 Jahren. Angefangen hat er während seiner Studienzeit 1979 in der Pädagogischen Abteilung. Nach seiner Arbeit als Tierpfleger und Volontärassistent übernahm er 1983 die Leitung des Exotariums. «Es war katastrophal hier, ich habe nach und nach alles umgekrempelt», erinnert sich Wicker.

         Nachdem sich die Bedingungen für Frösche, Schildkröten, Echsen und Schlangen gebessert hatten, stellten sich erste beachtliche Zuchterfolge ein. So gelang es dem Frankfurter Zoo als weltweit erstem, Kronenbasilisken und Nasenleguane zu züchten. Ende der 80er Jahre war eine australische Regierungskommission in Frankfurt zu Gast. «Sie waren von der Haltung unserer Tiere so angetan, dass sie uns quasi einen Persilschein für die Aufzucht von australischen Süßwasserkrokodilen ausstellten», sagt Wicker.

         Heute züchtet der Frankfurter Zoo als weltweit einzige Organisation außerhalb Australiens die Reptilien vom fünften Kontinent. Dabei sind australische Süßwasserkrokodile aus Frankfurt quasi ein Exportschlager. Tierparks in San Diego, Boston, Indien und Thailand freuten sich bereits über Jungtiere aus Frankfurt.

         «Das Frankfurter Exotarium ist wirklich Weltklasse und in der Kombination aus Schauterrarien und Zuchterfolgen die Nummer eins», lobt Fabian Schmidt, Kurator des Leipziger Zoos. Während seines Studiums in Frankfurt hat Schmidt seinem heutigen Kollegen Wicker zugearbeitet. «Nirgendwo kann man besser lernen als bei ihm», betont Schmidt und gesteht, dass der Zoo in Frankfurt bei der Einrichtung der Leipziger Terrarien «ein Riesenvorbild» gewesen sei.

         Sein immenses Wissen über Reptilien und Amphibien hat sich Wicker größtenteils selbst beigebracht. «Seine Spezialisierung als Biologe muss man selbst vorantreiben», verrät der 61-Jährige, der auch stellvertretender Direktor des Frankfurter Zoos ist.

         Wickers Neugier für Amphibien und Reptilien ist seit seinen Kindertagen geblieben. Immer wieder hat er deren Eier beobachtet und durchleuchtet, Messwerte notiert und somit im Laufe der Jahre einen reichhaltigen Erfahrungsschatz gesammelt. «Jedes Ei braucht ein bestimmtes Temperatur- und Feuchtigkeitsregime», betont der Fachmann. Tausende Reptilieneier hat Wicker mittlerweile ausgebrütet, darunter allein 60 verschiedene Schildkrötenarten.

         Auch im Urlaub kann der Biologe nicht von seiner Leidenschaft lassen. Vor allem die Wüsten in Mexiko und der südlichen USA faszinieren ihn. Seine Frau - eine Biologielehrerin - teilt seine Naturverbundenheit, auch wenn sie «nicht ganz so verrückt ist, wie ich», verrät Wicker mit einem Augenzwinkern. Und so wälzt der Biologe im Urlaub Steine, jagt mit der Kamera nach seltenen Wüstenbewohnern, fängt diese auch, macht Temperaturmessungen und lässt sie wieder frei. «Ich wüsste gar nicht, was ich im Urlaub sonst machen sollte», gesteht Wicker.

         http://de.news.yahoo.com/17/20091228/tsc-herr-der-reptilien-e24321a.html

 


           http://de.news.yahoo.com/17/20091228/tsc-herr-der-reptilien-e24321a.html

HAMBURGER ABENDBLATT (Germany) 21 December 09  Siam-Krokodil doch nicht ausgestorben

         1992 schienen die Tage des Siam-Krokodils endgültig gezählt. Die Rote Liste führte das Tier in der Kategorie "in der Wildnis ausgestorben", dabei lebte das Reptil einst in ganz Südostasien. Ein Jahrzehnt später gab es plötzlich bessere Nachrichten: Ein von der kambodschanischen Regierung unterstütztes Team aus Naturschützern entdeckte einige wild lebende Exemplare. 250 sind derzeit bekannt, die meisten in der Region der Cardamom-Berge im Süden Kambodschas.

         Jetzt gab es weitere gute Nachrichten: DNA-Tests in einem Zentrum für Wildtiere in der Nähe der Hauptstadt Phnom Penh zeigten, dass dort weitere reinrassige Siam-Krokodile leben. Bislang hatten die Wissenschaftler gefürchtet, dass es sich um Mischformen anderer Krokodile handelt. "Das ist wirklich ermutigend", sagte Adam Starr von der Umweltschutzgruppe Fauna & Flora International, der das Erhaltungsprogramm für die Krokodile leitet.

         Diese Resultate erhöhen die Chancen auf das Überleben der Art, die von der Weltnaturschutz-Union (IUCN) den Status "kritisch bedroht" bekommt. Es gibt schon Pläne, was mit dem Fund in der Station passieren soll. Starr: "Sechs Tiere können Brutpaare bilden, 29 lassen sich auswildern." "Dies könnte sich als eine Rettungsleine für den Langzeit-Erhalt dieser Art erweisen", heißt es bei Nhek Ratanapech, dem Koordinator des kambodschanischen Programms zum Erhalt der Krokodile.

         Die sechs Tiere seien ausweislich des DNA-Tests nicht miteinander verwandt - damit drohe keine Inzucht.

         Siam-Krokodile (Crocodylus siamensis) lebten einst in Laos, Kambodscha, Thailand, Vietnam und Indonesien. Sie sind in 99 Prozent des ursprünglichen Verbreitungsgebietes ausgerottet. In den vergangenen 100 Jahren wurden viele Feuchtgebiete in Reisfelder umgewandelt. Damit verschwand der angestammte Lebensraum der Echsen.

         "Die Art wurde aus der Landschaft vertrieben - bis auf die Krokodilfarmen." In den nächsten fünf Jahren soll ein Zuchtprogramm die Zahl der Tiere - in Wildnis und Gefangenschaft - auf 450 steigern.

         Sobald es 500 Exemplare gibt, würde die Art den Status "kritisch bedroht" verlassen. Ratanapech kündigte an, die Jungen erst mit zwei Jahren auszuwildern. Dieses Alter erhöhe die Überlebenschancen, wenngleich die Gefahren noch immer zahlreich seien. Die Reptilien werden mit 15 Jahren geschlechtsreif.(dpa)

         http://www.abendblatt.de/ratgeber/wissen/article1316056/Siam-Krokodil-doch-nicht-ausgestorben.html


 

N-TV NACHRICHTENFERNSEHEN (Koln, Germany) 16 December 09  Schildkröten fliegen heim

         Fünf seltene Meeresschildkröten, die in Frankfurt aus beschlagnahmten Eiern ausgeschlüpft sind, reisen noch in dieser Woche auf die Seychellen zurück. Von dort hatte eine Urlauberin die Eier im März illegal als Souvenir mitgebracht und war am Frankfurter Flughafen erwischt worden.

         Im Zoo wurden die Eier in den Brutkasten gelegt - "sie waren zwar ein bisschen verschrumpelt, aber sie rochen noch gut", sagte Zoodirektor Manfred Niekisch.

         Vier Tage später staunten die Experten: Echte Karettschildkröten (Eretmochelys imbricata) krabbelten heraus, sie gehören zu den seltensten Meeresschildkröten. Wie viele Tiere noch in Freiheit leben, ist nicht bekannt. Wegen ihres Panzers, aus dem Brillengestelle oder Kämme gemacht wurden, waren die Tiere fast ausgerottet worden.

         Sogleich wurde der Plan gefasst, die Tiere auf die Seychellen zurückzubringen, denn anders als in den meisten Fällen von Artenschmuggel ist der Herkunftsort diesmal genau bekannt. "Es ist ein ganz besonderer Glücksfall, wir vertrauen fest darauf, dass sie ihren Weg finden", sagte Niekisch. Der Zoodirektor stellte die braungemusterten Tiere mit der charakteristischen Panzerform am Mittwoch vor. Die inzwischen 20 Zentimeter großen und 800 Gramm schweren Schildkröten sind gesund, in der Natur können sie mehr als 75 Kilo schwer und 100 Jahre alt werden, ihr Panzer wird einen guten Meter lang.

         An ihrem Heimatstrand, wo die Eier illegal eingesammelt worden waren, sollen sie wieder in die Freiheit entlassen werden. "Dann werden wir sie nie wiedersehen", hofft Dirk Hausen vom Bundesamt für Naturschutz (BfN), der die Holzkiste mit den fünf Tieren auf dem Flug begleitet. Die Transportkosten übernimmt die Fluggesellschaft Condor.

         Bis zu 1000 lebende Tiere werden nach Auskunft von BfN-Referent Franz Böhmer jedes Jahr in Deutschland im Gepäck von Reisenden entdeckt und beschlagnahmt, denn der Handel mit ihnen ist verboten. Oft sind es Exoten wie Vogelspinnen, Reptilien oder Falken. In Frankfurt arbeitet der Zoll mit speziell trainierten Artenschutz- Suchhunden, die auch die Schildkröteneier in der Reisetasche der Frau aufspürten.

         Allein diese Hunde wurden in diesem Jahr bereits 52 Mal fündig. Der illegale Handel mit geschützten Arten sei ein Milliardenmarkt wie der Handel mit Drogen oder Waffen, sagte eine Zollsprecherin. Der Frankfurter Flughafen ist dabei eine wichtige Drehscheibe.

         In den allermeisten Fällen müssen die Tiere im Land bleiben, wenn sie die Reise überhaupt überleben, und werden an Zoos oder private Halter vermittelt. Ausnahme seien vor drei Jahren zwei Transporte lebender Falken aus der Mongolei gewesen, sagte Böhmer. Je acht Vögel wurden in Berlin in zwei Koffern entdeckt und später wieder in der Mongolei ausgewildert.

         Niekisch appellierte an Urlauber, keine Tiere oder Tierprodukte mitzubringen: "Leute, lasst die Finger weg von solchen Souvenirs." Ihre Ahnungslosigkeit hat der Frau nichts geholfen, sie wurde nach BfN-Angaben zu 5000 Euro Geldstrafe verurteilt.

         http://www.n-tv.de/panorama/Schildkroeten-fliegen-heim-article643467.html

 


13 September 09  Vögel stehen auf Masse - Auffällige Salamander überleben

Nordamerikanische Blauhäher handeln nach dem Motto: Was der Vogel nicht kennt, frisst er auch nicht. Aus einer Gruppe von Salamandern picken sich die Räuber gerne diejenigen Individuen heraus, die eine besonders häufig vorkommende Zeichnung haben - und ignorieren anders gefärbte Beutetiere der gleichen Art, selbst wenn diese deutlicher zu sehen sind.

Benjamin Fitzpatrick von der University of Tennessee in Knoxville glaubt, dass die jeweils seltenere Variante von den Vögeln schlichtweg übersehen wird, weil diese sich bei der Beutejagd auf bekannte Muster verlassen. Weil so die jeweils rare Salamander-Version (Plethodon cinereus) häufiger überlebt, bieten beide Farbvarianten zu bestimmten Zeiten einen Vorteil, erklären die Forscher im Journal "BMC Ecology".

Erklärung für unterschiedliche Streifen

Biologen rätselten bisher darüber, warum Rotrücken-Waldsalamander in zwei verschiedenen Streifenvarianten vorkommen. Manche Individuen dieser in nordamerikanischen Wäldern lebenden Art tragen einen rotbraunen Streifen auf dem Rücken, während die übrigen Exemplare einheitlich dunkel- bis schwarzbraun gefärbt sind. Nun bietet die Theorie von den konservativen Essgewohnheiten der Vögel eine Erklärung.

Haben die Vögel die Wahl zwischen Individuen mit oder ohne roten Streifen auf der Haut, wählen sie immer diejenigen Amphibien, die in der Überzahl sind. In Experimenten ließen die Forscher eine Gruppe von Blauhähern unter anderem Jagd auf täuschend echt nachgemachte Waldsalamander aus Stärkepaste mit einer Erdnuss darin machen. Sechs Tage lang hatten die Jäger die Wahl zwischen Amphibien mit oder ohne Streifen.

Jagd auf Ungestreiftes

Waren die gestreiften Salamander in der Überzahl, ignorierten die Vögel die einheitlich gefärbten Individuen eher. Fanden sich dagegen mehr ungestreifte Amphibien im Unterholz, machten die Vögel eher Jagd auf diese Tiere. Ein ähnliches Bild zeigte sich den Forschern, als sie das gleiche Experiment mit einer nahe verwandten Salamanderart wiederholten, die ebenfalls in zwei verschiedenen Varianten vorkommt.

            http://www.n-tv.de/wissen/weltall/Auffaellige-Salamander-ueberleben-article501204.html

SÜDWEST PRESSE (Ulm, Germany) 10 September 09  Die Falle für Schildkröten schnappt zu

Ehingen:   Gestern gegen 11 Uhr sonnten sich die beiden neuerdings im Groggensee heimischen Wasserschildkröten (wir berichteten) noch auf einem bewachsenen Fontänensockel. Um 14.30 Uhr war dann der Ausflug für eine von ihnen vorbei: Joachim Hänn, Mitarbeiter des Ehinger Bauhofs, ließ die Falle zuschnappen, die er am Vormittag auf dem Sockel ausgelegt hatte. Nachdem ein Kollege die Fontänen ausgeschaltet hatte, konnte Hänn ein Netz auslegen und darin später eine der beiden Schildkröten der Ehingerin Erika Odoj an Land ziehen und einfangen. Das zweite Tier ist sozusagen noch in Freiheit und soll heute eingefangen werden.

            Wie Erika Odoj mitteilte, hatten vermutlich Kinder die Kröten aus dem Teich in ihrem eingezäunten Garten stibitzt und freigelassen. Zusammen mit ihrer Tochter war sie in den vergangenen Tagen immer wieder an den Groggensee gegangen, um die Tiere einzufangen. Vergeblich. Dem munteren Treiben der zweiten Schildkröte wird wohl ebenfalls bald ein Ende gesetzt.

http://www.suedwest-aktiv.de/region/ehingertagblatt/ehinger_tagblatt/4586296/artikel.php

DIE PRESSE (Vienna, Austria) 05 September 09  Alpensalamander: Die Maskottchen der Alpen - Die faszinierende Genetik der Alpensalamander soll entschlüsselt werden.

Er sieht aus wie eine schwarze Eidechse mit glitschiger Oberfläche, gehört aber zu den Amphibien: der Alpensalamander. „Früher hat man die drolligen Viecherl oft gesehen, heute werden sie immer weniger“, sagt der Molekularbiologe Robert Schwarzenbacher (Uni Salzburg). In einem EU-Projekt über Proteinstrukturen will er die faszinierende Regenerationsfähigkeit von Amphibien untersuchen – und ihre Metamorphose von der Larve zum erwachsenen Tier. „Von keinem einzigen Amphib weltweit ist das Genom sequenziert.“ Obwohl südamerikanische Frösche und Molche typische Labortiere sind, hat sich noch niemand deren komplizierte DNA vorgenommen: „Ihr Genom ist acht- bis zehnmal so groß wie das des Menschen.“ Und nachdem eine Sequenzierung heute „nur mehr ein paar 100.000 Euro kostet“, will das Salzburger Team jetzt die Genetik und Regenerationsfähigkeit der Amphibien aufdecken. „Statt irgendeinem südamerikanischen Viech haben wir uns für Tiere direkt vor unserer Haustür entschieden“, sagt Schwarzenbacher: für den Alpensalamander, ein Maskottchen Österreichs und der Alpen.

Aufruf zur Beteiligung. Dass der Alpensalamander (genauso wie der Feuersalamander, der etwas größer und auffällig gemustert ist) auf der Roten Liste der gefährdeten Tierarten steht, ist kein Problem für die Forschung: „Man findet oft zusammengestiegene Salamander in den Alpen. Wir brauchen vom toten Tier nur ein paar Blutstropfen für die Studien.“ Für ein neues EU-Projekt wird nun die gesamte Bevölkerung einbezogen: „Wenn uns jeder mitteilt, wo Alpen- und Feuersalamander gesichtet wurden bzw. wo man sich an Vorkommen von vor 50 Jahren erinnert, können wir die Entwicklungsgeschichte der Tiere herausfinden und ihre heutigen, kleiner gewordenen Lebensräume noch schützen.“

Auf der eben eingerichteten Homepage www.alpensalamander.eu kann jeder per Mausklick eintragen, wo er Alpen- und Feuersalamander gesehen hat. „Amphibien haben keinen Anwalt, der sich gegen neue Skigebiete oder Trockenlegung von Ländereien wehrt“, sagt Schwarzenbacher. Da brauche es ein Gegengewicht: „Aber der Naturschutz kann nix tun, wenn die Wissenschaft keine Daten hat.“ Das soll sich über die Homepage nun ändern: Die Datenbank der Salamandersichtungen wird die Grundlage des europaweiten Netzwerks zum Schutz der Lebensräume in den Alpen. „Wenn wir nichts tun, gibt es irgendwann keine Salamander mehr. Man muss die Tiere jetzt wieder den Leuten bewusst machen, damit sie die Lebensräume nicht weiter einschränken und etwa durch ,Hardcore-Gardening‘ alles ausrotten, was nicht wie eine Orchidee oder ein Goldfisch ausschaut.“

            http://diepresse.com/home/science/506365/index.do?from=gl.home_wissenschaft

LANDES-ZEITUNG (Bückeburg, Germany) 03 September 09  Aktive Überlebenshilfe für Geburtshelferkröte

Rinteln (ur). Naturschützer und Stadtverwaltungen stehen sich oft in Konfliktpositionen gegenüber, denn öffentliche Planung und ökologische Belange sind bei weitem nicht immer deckungsgleich. Anders jetzt in Rinteln – jedenfalls, wenn es um den Schutz der Geburtshelferkröte geht, zu deren nördlichstem Verbreitungsgebiet in Europa der nördliche Rand des Wesergebirges, des Süntels und des mittleren Deisters gehört. Inklusive eines Restvorkommens unweit des Waldkaters. drucken

Gemeinsame Rettungsaktion: Nabu und Bauhof machen sich für die Geburtshelferkröte stark. Foto: pr. Entdeckt hatte dies im Rahmen von Kartierungen Holger Buschmann, der inzwischen als Landesvorsitzender des Nabu fungiert und natürlich Nick Büscher und die Nabu-Gruppe Rinteln schnell für eine Aktion zum Schutz der bedrohten Art gewinnen konnte.

Geburtshelferkröten bevorzugen im Schaumburger Raum zumeist sonnenexponierte Hangbereiche in Waldnähe sowie Sandgruben und aufgelassene Steinbrüche – und damit bildet ein fast verlandeter Teich in einer Senke unweit des Waldkaters ein geradezu ideales Biotop.

Um dies zu erhalten und zu entwickeln, musste schnell gehandelt werden – und mit ihrer Bitte um technische Unterstützung stießen die Naturschützer bei Stadtverwaltung und Mitarbeitern des Bauhofs auf offene Ohren: „Es freut uns, dass die Stadt Rinteln sich sofort bereit erklärt hat, beim Schutz der Geburtshelferkröten dabei zu sein“, hebt Buschmann hervor.

Während die engagierten Nabu-Mitglieder aus Rinteln sich daran machten, Totholz aus dem morastigen Gelände zu entfernen und kleinere Bäume zu stutzen, die den alten Teich zu intensiv beschatteten, hoben die Mitarbeiter des Bauhofs den Teich mit einem Kleinbagger neu aus und befreiten ihn von Schlamm und Morast. Nick Büscher von der Nabu-Gruppe Rinteln dazu: „Diese Kooperation hat uns sehr gut gefallen!“

Um den neu erschlossenen Lebensraum für die selten gewordenen Amphibien noch attraktiver zu gestalten, soll noch eine Trockenmauer errichtet werden, die den Kröten Möglichkeiten zum Verstecken gibt – unabdingbar für ihren Lebensraum.

„Mit der Neugestaltung des Teichs ist ein Anfang gemacht, um den Geburtshelferkröten die erforderlichen Lebensbedingungen zu schaffen“, meint Büscher zuversichtlich. „Jetzt können die Gäste kommen“, freut sich auch Amtsleiter Helmut Leppin und verweist darauf, dass der Baubetriebshof hier mit nur wenigen Stunden Arbeitseinsatz Grundlagen schaffen konnte für eine positive Weiterentwicklung: „Wir können ja mit unseren begrenzten Mitteln nicht überall mit anpacken. Aber wenn wir durch technische Hilfen ohne laufende Unterhaltsmaßnahmen etwas bewirken können, dann unterstützen wir so eine Initiative gern.“

            http://www.landes-zeitung.de/portal/lokales/lz-heute_Aktive-Ueberlebenshilfe-fuer-Geburtshelferkroete-_arid,172132.html

KÖLNISCHE RUNDSCHAU (Germany) 20 June 09  Schildkröte ist wieder zu Hause

Pulheim.  Die 40-jährige artengeschützte maurische Schildkröte, die wohl nach dem 21. Mai aus einem Garten in der Amsterdamer Straße verschwunden war, ist wieder da. Die 61-jährige Eigentümerin, dei das Tier seit 20 Jahren besitzt, hatte die Schildkröte an Vatertag das letzte Mal gesehen. Als sie am Folgetag im Garten nach dem Tier schaute, war der selbst gebaute Unterstand zur Seite geräumt und die Schildkröte verschwunden.

Wie die Besitzerin der Polizei mitteilte, hat das Tier eine wahre Odyssee hinter sich. Gefunden wurde es bei einem Gut in Stommelerbusch. Der Finder gab die Schildkröte „vorübergehenden Leuten“ mit, die es mit zu sich nach Hause nach Stommeln nahmen.

Durch die Fahndung in der Zeitung wurden die neuen Besitzer auf den möglichen Diebstahl aufmerksam und brachten die Schildkröte zurück. Nun ist das Tier wieder im heimischen Garten.

http://www.rundschau-online.de/html/artikel/1238775234709.shtml


ZÜRCHER UNTERLANDER (Switzerland) 16 June 09  Jungfrösche sterben auf der Strasse (Andrea Sailer)

Gestern Mittag, nach den starken Regengüssen vom Vormittag, bot sich im Eigental ein trauriges Bild. Dutzende von jungen Fröschen und Kröten hüpften auf der noch nassen Strasse umher und wurden auch dutzendweise überfahren. Der Autofahrer bemerkt die Tiere kaum, so klein sind sie. Auch wäre ein Ausweichen ein gefährliches und unmögliches Unterfangen. Die Problematik des Froschregens kennt auch Erika Gisler, Pressesprecherin und Vizepräsidentin des Naturschutzes Bassersdorf Nürensdorf (NBN).

«Die Strasse ist das Problem», sagt Gisler. «Wenn die Jungfrösche die Strasse überqueren, werden sie entweder überfahren oder sie vertrocknen.» Die Winzlinge verlassen den Eigentalweiher im Mai oder Juni und wandern tagsüber, bei feuchten Verhältnissen und bei Sonnenschein, in ihre Sommerquartiere. Die Elterntiere sind während ihrer Laichwanderung im Frühjahr mit der Strassensperre geschützt, doch ihr Nachwuchs bleibt den Gefahren ausgesetzt.

            Dass die Situation unbefriedigend ist, findet auch Ursina Wiedmer von der kantonalen Fachstelle Naturschutz. «Wir suchen eine Lösung», sagt sie. Man habe die Situation von einem Experten prüfen lassen. «Er empfiehlt eine kurzfristige Sperrung während der Jungtierwanderung. Wir wollen diese Option weiterverfolgen», so Wiedmer. Man werde das Gespräch mit den Gemeinden suchen. Von einer Strassenberuhigung würden auch andere Tiere profitieren.

Für Gisler ist die Strassensperre keine machbare Lösung: «Eine Strassensperre am Tag wäre personell sehr aufwändig und politisch nicht durchsetzbar.» Auch würde eine Sperre mehrere Wochen dauern. Die Lösung sieht Gisler in Amphibientunnels. Einer steht bereits. Fünf weitere sollten gemäss NBN gebaut werden. Doch genau das steht für Wiedmer nicht im Vordergrund. Laut Untersuchungen des Kantons werde der Durchlass unter den Erwartungen genutzt. Der NBN hingegen möchte bald einen Vorstoss lancieren und, wenn nötig, auch Geld für die Tunnels sammeln.

http://www.zuonline.ch/storys/storys.cfm?vID=13636


MITTELDEUTSCHE ZEITUNG (Halle, Germany) 20 April 09  Kröten und Molche in der Hochzeitsnacht besucht - Ökologiestation lud zum Blick ins Laichgewässer der Amphibien ein - Alle Molcharten nachgewiesen (Steffi Rohland)

Sittendorf/MZ.:  Ein Erdkrötenmännchen, sieben Teichmolche, drei Bergmolche und ein Kammmolchweibchen waren die Ausbeute der nächtlichen Kescheraktion am Feuerlöschteich in der Nähe der Jugendherberge Kelbra. Acht Kinder und sechs Erwachsene waren der Einladung des Vereins Ökologiestation Sangerhausen zur Amphibienexkursion gefolgt.

Nachdem der Amphibienexperte Lothar Buttstedt zunächst allgemeine Informationen zum Lebensraum und Verhalten der zu erwartenden Kröten und Molche gegeben hatte, wurden einige Tiere mit dem Kescher aus dem Wasser geholt. Es dauerte allerdings einige Zeit, bis ein Krötenmännchen am Beckenrand gesehen wurde.

Dagegen sahen die kleinen Forscher im Lichtkegel der Taschenlampen relativ schnell fünf tote Kröten im Wasser treiben. "Stimmt etwas mit dem Wasser nicht? Oder war es nachts zu kalt für die Tiere?", kamen sofort die Fragen an den Experten. Dies konnte Lothar Buttstedt verneinen.

"In der letzten Woche habe ich hier 50 Krötenpaare beobachtet", sagte er. Bis auf wenige Exemplare hatten die meisten Tiere das Gewässer über die extra dazu eingelegten Ausstiege wieder verlassen. Bei den toten Tieren handelt es sich um Krötenweibchen, die von den stürmischen Männchen unter Wasser gedrückt wurden und dann ertrunken sind. "Zahlenmäßig sieht das Verhältnis nämlich so aus, dass auf ein Krötenweibchen sieben Männchen kommen", sagte Amphibienexperte Buttstedt.

Aber Leben und Vergehen liegen auch in diesem Teich nah beieinander. So wurde die in der nordwestlichen Ecke des Beckens schwimmende undefinierbare Masse vom Amphibienexperten als Krötenlaich identifiziert. "Offensichtlich haben die Weibchen alle in dieser Ecke abgelaicht", sagte er. Das war im wahrsten Sinne des Wortes ein gefundenes Fressen für ein Pärchen Wildenten, die sich allerdings von den späten Besuchern gestört fühlten und wegflogen.

Gänzlich ungefährlich für den Krötennachwuchs sind dagegen die Fledermäuse, die zu fortgeschrittener Stunde über der Wasseroberfläche nach Insekten jagten. Nach weiteren Rundgängen um das Becken hatten die Kinder auch einige Molche entdeckt und herausgefischt. In einem wassergefüllten Lupenglas konnte man die Berg-, Teich- und Kammmolche in ihrem Hochzeitskleid betrachten.

"Leider fehlt in diesem Jahr der Fadenmolch", sagte der Amphibienexperte. "Den konnten wir im vergangenen Jahr an dieser Stelle erstmals nachweisen. Dadurch wissen wir, dass am Kyffhäuserrand alle einheimischen Molcharten vorkommen."

http://www.mz-web.de/servlet/ContentServer?pagename=ksta/page&atype=ksArtikel&aid=1237373689255&openMenu=1012902958666&calledPageId=
1012902958666&listid=1018348861835

AUGSBURGER ALLGEMEINE (Germany) 15 April 09  Verkehrslotsen für Kröten (Yvonne Salvamoser)

Zöschingen Helle Lichtkegel durchdringen die laue Aprilnacht. Sie leuchten in Eimer, auf einen niedrigen, engmaschigen Zaun am Rand der Böschung vor dem Straßengraben. Die Strahlen der Taschenlampen fallen dort auf Kröten, Frösche und Molche. Manchmal streifen sie auch die Reflektoren an den Warnwesten ihrer Träger.

Über 3000 Tiere transportiert

In den gelben und orangefarbenen Jacken stecken rund zehn Männer, Frauen und Kinder. Seit Ende Februar sammeln sie in den frühen Morgenstunden und während der Nacht heimische Amphibien entlang des Krötenschutzzaunes ein.

Sie bringen diese sicher in ihr Laichgebiet auf der gegenüberliegenden Seite. Kurz nach einem Regenschauer, und wenn es warm ist, sammelten die Tierschützer schon mal 231 Frösche, Kröten und Molche ein. Projektleiterin Alexandra Kämmerle sagt, dass sie im vergangenen Jahr 3366 Tiere transportiert hätten. Sie erklärt, wohin und warum die Frösche und Kröten wandern: „Sie kommen aus ihrem Winterquartier im Wald. Zum Laichen wollen sie jetzt an den Teich ihrer Geburt zurück.“ Für die Tiere ein gefährliches Unterfangen: Bevor die engagierten Naturfreunde angefangen haben zu sammeln, schafften es Viele nicht über die Straße.

„Die Fahrbahn glich einem Schlachtfeld. Sie war mit toten Fröschen geradezu gepflastert“, berichtet Kämmerle. Vor allem Autofahrer, die den Ort mit hoher Geschwindigkeit verlassen, sind ein Problem. Denn, erläutert Helfer Georg Holzheu, unter dem Fahrzeug entstehe Unterdruck. Die kleinen Amphibien würden dadurch an den Autoboden geschleudert und tödlich verletzt. Seit sechs Jahren gibt es daher den Krötenschutzzaun - und diese Saison besonders viele Helfer. Einfach ist es nicht, genügend Freiwillige zu motivieren: „Kröten sind nicht unbedingt Sympathieträger“, meint Holzheu. Dabei seien sie nützlich, würden zum Beispiel Schnecken und Raupen in den Gemüsebeeten fressen. Nicht nur deshalb gelte es, die acht verschiedenen Frosch- sowie Krötenarten bei der Wanderung zu unterstützen. Unter ihnen gebe es wahre Raritäten: zum Beispiel den seltenen Laubfrosch, der auf der roten Liste steht. Und für den Transport bedanken sich die Amphibien bei ihren Lotsen mit einem außergewöhnlichen Froschkonzert: Im Teich angekommen miaut die Erdkröte wie eine kleine Katze und die Grasfrösche knurren dazu im Takt.

http://www.augsburger-allgemeine.de/Home/Lokales/Dillingen/Lokalnachrichten/Artikel,-Verkehrslotsen-fuer-Kroeten-_arid,1558871_regid,2_puid,2_pageid,4495.html

TROSTBERGER TAGBLATT (Germany) 08 April 09 Ein Herz für Frösche, Kröten, Molche (Thomas Thois)

Chiemgau.  Ein Herz für Frösche, Kröten und Molche sollten in diesen Tagen die Autofahrer in der Region beweisen und Vorsicht walten lassen. Denn: Die Amphibienwanderungen sind in vollem Gange.

Autofahrer sollten nach Ansicht von Naturschützern bei nächtlichen Fahrten in bewaldeten Tallagen auf wandernde Kröten achten. Auf dem Weg zu ihren Laichgebieten queren Frösche, Kröten und Molche derzeit oft zu Tausenden die Landstraßen. Da sich die Amphibien nur langsam fortbewegen und im Scheinwerferkegel in einer Schreckstellung verharren, drohe vielen Tieren beim Passieren der Straße der Tod. Auch Tiere, die „zwischen die Räder“ genommen, also nicht unmittelbar verletzt werden, verenden wegen der sich unter dem Fahrzeug aufbauenden starken Luftdruckunterschiede bei mehr als 30 Stundenkilometern.

Vor allem an warmen und regnerischen Abenden verlassen die Tiere ihre Winterquartiere, um zu ihren Laichplätzen in Feuchtgebieten oder Tümpeln zu gelangen. In der Region sind dabei folgende Abschnitte besonders betroffen: die Staatsstraße 2355 bei Bock/Engelsberg; die Kreisstraße TS 31 Seeon – Truchtlaching; die Kreisstraße TS 14 bei Eglhart, Nußdorf – Waldhofstraße, Sondermoning – Egerer und Langenspach; die Bundesstraße 305 bei FroschseeRuhpolding. Der größte Übergang befindet sich an der TS 5 zwischen Staudach-Egerndach und Bergen. Hier gewährt ein Amphibientunnel den Tieren größtmögliche Sicherheit.

Eine wirkungsvolle Schutzmaßnahme sind die vom Landratsamt Traunstein angeordneten Beschilderungen.

Zudem stellen an vielen Stellen im Landkreis ehrenamtliche Helfer mobile Amphibienzäune auf. Sie sammeln die Amphibien entlang der Zäune auf und bringen sie sicher zu den Laichplätzen. Vor allem viele Kinder und Jugendliche engagieren sich hier mit großem Fleiß. Ein Beispiel ist die Grundschule Taufkirchen. Gemeinsam mit ihrem Lehrer Sebastian Bichler und einigen Mamas haben die Schüler Frösche und Molche aus ihrer „Gefangenschaft“ hinter den Zäunen befreit und sicher zu den Wasserstellen auf der gegenüberliegenden Straßenseite gebracht. Mit Kübeln und Handschuhen ausgestattet, fanden sie an einem Tag nicht weniger als 258 Frösche und 23 Molche.

„Achten Sie auf wandernde Amphibien, damit der Laichzug nicht zum Leichenzug wird“, lautet der Appell des Bund Naturschutz. Denn wie zum Beispiel der Trostberger Peter Kirchgeorg vom Landesbund für Vogelschutz beobachtet hat, sind in den letzten Tagen allein an den neuralgischen Punkten in Engertsham sowie zwischen Glött und Kirchberg, wo es keine Warnschilder gibt, Hunderte von Kröten überfahren worden.

Autofahrer sollten besonders in der Dämmerung und in der Nähe von Gewässern maximal Tempo 30 fahren, so die Untere Naturschutzbehörde im Landratsamt Traunstein. Abschnitte mit auffällig vielen überfahrenen Fröschen, Kröten oder Molchen sollte man dem Bund Naturschutz unter der InternetAdresse www.amphibien.bundnaturschutz.de melden.

Die Naturschutzbehörde bittet die Bevölkerung, die Kellerschächte auf Amphibien zu kontrollieren und die Tiere wieder in die Freiheit zu entlassen.

http://www.chiemgau-online.de/portal/lokales/trostberg-traunreut_Ein-Herz-fuer-Froesche,-Kroeten,-Molche-_arid,49278.html

2008

N24 (Berlin, Germany) 04 February 08  Die ersten Kröten sind schon unterwegs

Geldern/Krefeld (Dpa):  Ungewöhnlich mildes Klima im Winter hilft Kröten, Fröschen und Molchen immer früher auf die Sprünge. Bei Temperaturen um die acht Grad erwachen die heimischen Amphibien aus ihrer Winterstarre und machen sich auf dem Weg zu den Laichgewässern.

Das sagte Monika Ochse vom Naturschutzbund (NABU) in Geldern. Schon in den ersten Tagen des Jahres habe sie in einem Keller Molche gesehen, die sich «verlaufen» hatten. Auch wandernde Erdkröten wurden im Kreis Kleve bereits gesichtet.

Bei winterlichen Temperaturen machen sich Kröten, Frösche und Co. in der Regel erst Ende Februar auf den Weg zu den Eiablageplätzen. «Im vergangenen Jahr ist der Winter ja praktisch ausgeblieben. Da bleiben die Amphibien auch nicht in der Winterstarre», sagte die Biologin. Entsprechend früh müssen auch Autofahrer auf Landstraßen besonders bei Einbruch der Dunkelheit mit kreuzenden Kröten rechnen. «Vor allem wenn es feucht und ungemütlich ist, bei Nieselregen», so die Naturschützerin, machen sich die Amphibien bevorzugt auf den Weg. 

            http://www.n24.de/news/newsitem_146916.html


DIE WELT (Berlin, Germany) 02 February 08  Giftige Schlangen weltweit

Von den 2700 Schlangenarten weltweit nutzen etwa 500 ein Gift als Waffe. Das Gift ist von Art zu Art unterschiedlich stark; rund 200 Giftschlangenarten können Menschen töten. In Deutschland kommen nur zwei Giftschlangen vor: die Kreuzotter und, sehr selten, die Aspisviper. Seit dem Zweiten Weltkrieg ist in Deutschland kein Mensch an einem Schlangenbiss gestorben.

Anders sieht es in Australien aus. Hier lebt zum Beispiel der Inland-Taipan, die giftigste Schlange der Welt. Mit einem einzigen Biss könnte er gut 20 000 Mäuse ins Jenseits befördern - oder 100 Menschen. Dabei verspeist das zwei Meter lange Tier hauptsächlich Ratten und kleine Beutetiere und wirkt mit seinem starken Gift geradezu überbewaffnet. Doch so stellt die Schlange sicher, dass ihr in der kargen Landschaft kein Fang entkommt.

Auch andere Schlangen sind berüchtigt für ihre Giftigkeit: die Grüne Mamba zum Beispiel oder die Klapperschlange. Wie die meisten Giftschlangen haben auch sie ehemalige Speicheldrüsen zu Giftdrüsen umgewandelt. Die sitzen oft in der Nähe der Augen und haben eine direkte Verbindung zu den Giftzähnen.

Die komplexen Giftstoffe der Schlangen werden mit den Zähnen unter die Haut des Opfers gespritzt, wo sie dann ihre tödliche Wirkung entfalten. Nur die Speikobra kann ihr Gift auch spucken. Tödlich ist das Gift der Speikobra aber nur, wenn sie zubeißt.

            http://www.welt.de/welt_print/article1620598/Giftige_Schlangen_weltweit.html


BASLER ZEITUNG (Switzerland) 31 January 08  Hundert Schlangen und vier Pitbulls als Drogen-Bewacher

Rom (Sda/afp/baz):  Einen gehörigen Schreck haben italienische Polizisten bekommen, als sie in einem Vorort von Rom mutmassliche Drogenhändler festnehmen wollten: Die Polizisten standen am Mittwoch plötzlich vier Pitbulls und hundert Schlagen gegenüber.

Die Tiere sollten offenbar die in der Villa versteckten Drogen bewachen, wie die Nachrichtenagentur Ansa am Donnerstag berichtete. Die Polizisten riefen eine Sondereinheit für gefährliche Tiere zur Hilfe, bevor sie selbst das Rauschgift beschlagnahmten - etwa hundert Dosen Kokain und zehn Kilogramm Cannabis. Der Besitzer der Villa und ein Komplize wurden festgenommen.

            http://www.baz.ch/news/index.cfm?ObjectID=D046056D-1422-0CEF-7092A5A949368F13


MORGENWELT (Berlin, Germany) 31 January 08  Schlangen hören Bodenschwingungen in Stereo (Jan Oliver Löfken)

Entgegen aller Vermutungen sind Schlangen alles andere als taub. Mit ihrem empfindlichen Innenohr und einer funktionierenden Hörschnecke registrieren sie zwar keine Schallwellen, aber dafür Bodenschwingungen um so genauer.

Deutsche Biophysiker räumen nun auf mit der vermeintlichen Taubheit der Reptilien. In der Fachzeitschrift "Physical Review Letters" berichten sie, wie Schlangen ihr Hörorgan nutzen und damit zielsicher ihre Beute aufspüren können. "Wir konnten modellieren, wie Schlangen Bodenvibrationen detektieren und Beutetiere lokalisieren", schreiben Paul Friedel von der Technischen Universität München und seine Kollegen vom Bernstein Zentrum für Computational Neuroscience. Auf der Basis anatomischer Daten der Vipernart Cerastes cerastes berechneten sie, wie Vibrationen in Sand von den Tieren verarbeitet werden. Wie Wellen in einem Teich breiten sich die Erschütterungen über die lockere Oberfläche aus. Sie erreichen Geschwindigkeiten von bis zu 50 Metern pro Sekunde mit einer winzigen Amplitude von wenigen tausendstel Millimetern.

Durch eine Kombination von Forschungsansätzen aus der Biomechanik, der Schiffsbautechnik und der Modellierung neuronaler Schaltkreise konnten die Biophysiker das Geheimnis um den Hörsinn der Reptilien lüften. Wenn eine Schlange ihren Kopf auf den Sand legt, werden die beiden Hälften des Unterkiefers durch die eintreffende Welle in Schwingung gebracht. Diese Schwingungen werden dann über eine Reihe von Knochen, die mit dem Unterkiefer verbunden sind, ins Innenohr übertragen. Dieser Prozess ist vergleichbar mit der Weiterleitung akustischer Signale durch die Hörknöchelchen im menschlichen Mittelohr.

Da die linke und rechte Hälfte des Unterkiefers einer Schlange nicht starr zusammenhängen, können beide Seiten unabhängig voneinander schwingen. Eine Bodenschwingung, die von rechts kommt, wird die rechte Hälfte des Unterkiefers minimal früher erreichen, als die linke Seite und umgekehrt. Aus dieser Zeitdifferenz ermittelt das Hirn der Schlange exakt die Richtung, aus der die Welle auf sie zugekommen ist. Dieser Stereoeffekt ist direkt vergleichbar mit dem normalen Hörsinn von Tieren, die über die Wahrnehmung von Schallwellen im rechten und im linken Ohr ebenfalls die Position der Schallquelle ausmachen können.

Die außergewöhnliche Beweglichkeit des Unterkiefers der Schlange ist in der Evolution entstanden, weil die Fähigkeit der Schlange, auf diese Weise sehr große Beutetiere verschlingen zu können, einen großen evolutionären Vorteil bietet, wenn Futterressourcen knapp sind und die Konkurrenz hart ist. Erst durch die Trennung der Unterkieferhälften wurde es möglich, auch diese besondere Form des Hörens hervorzubringen.

            http://www.morgenwelt.de/256.html?&cHash=2e6247b538&tx_ttnews%5BbackPid%5D=115&tx_ttnews%5Btt_news%5D=2461


ECHO (Darmstädt, Germany) 31January 08  Auf 100 Meter ein neuer Krötenzaun

            Fischbachtal:  Angetrieben von fast frühlingshaften Temperaturen haben die Fischbachtaler Naturschützer die ersten Vorbereitungen für den bevorstehenden Krötenzug getroffen. Da der 1993 errichtete Holzzaun an der Kreisstraße nach Nonrod im Laufe der Jahre marode geworden war, haben die Helfer um den Krötenbeauftragten der Nabu-Gruppe, Reiner Peter, den Zaun erneuert.

Finanziert von der Unteren Naturschutzbehörde des Landkreises konnten rund 100 Meter neuer Zaun verbaut werden. Gespannt ist die Gruppe, ob sich die Zahl der übergesetzten Amphibien – in erster Linie Erdkröten - auch in diesem Frühjahr wieder etwas erhöhen wird. Knapp über 3000 Tiere waren es 2007.

Interessenten, die beim nächtlichen Übersetzen mithelfen wollen, können sich bei Reiner Peter in Steinau (06166 407) oder bei Werner Bert in Niedernhausen (06166 60223) melden.

            http://www.echo-online.de/suedhessen/static/565985.htm


LAUSITZER RUNDSCHAU (Germany) 30 January 08  Frösche in Marsch gesetzt

Naturschützer Hartmut Sewullok räumt mit der Geschichte vom Frosch als Wetter-Prophet im Einweckglas gründlich auf. «Der Laubfrosch ist naturgemäß ein guter Kletterer. Und er macht im engen Glas höchstens die angebotene Leiter rauf, weil er oben mehr Sauerstoff zum Atmen bekommt» , erklärt der Amphibien-Experte. Trotzdem treibt die «Wetterfühligkeit» der Lurche dem Finsterwalder derzeit die Sorgenfalten auf die Stirn.

            Hartmut Sewullok aus Finsterwalde arbeitet ehrenamtlich für die Naturschutzstation Rhinluch Linum, die im Auftrag des Landesumweltamtes die Arten erfasst und kartiert. Auch an der Schacke zwischen Drößig und Fischwasser ist er auf der Suche nach Amphibien oft unterwegs .

«Vereinzelt hat die Lurchwanderung schon begonnen» , erzählt er. Die sehr milden Temperaturen hätten dafür gesorgt, dass Erdkröten und Grünfrösche bereits erwacht seien und das Signal «Frühling» erhalten hätten. «Wir hatten schon Nachtwerte im zweistelligen Plus-Bereich auf dem Thermometer» , erläutert Sewullok. «Das Wanderverhalten wird bei einigen Lurch-Arten bereits bei fünf bis sechs Grad über Null ausgelöst» , ergänzt er. Tags wanderten die Tiere deshalb teilweise schon los. «Das ist nicht gut. Denn ein plötzlicher Kälteeinbruch könnte große Verluste mit sich bringen, wenn sich die Tiere dann nicht wieder rechtzeitig in Sicherheit bringen können» , erklärt der Naturfreund. Die meisten Lurche gehen seinen Angaben zufolge im März auf Wanderschaft, die Grasfrösche starten gewöhnlich am frühesten – im Februar. «Die sehr milden Winter, die unsere Region schon in den vergangenen Jahren zu verzeichnen hatte, bringen Nachteile für die Tierwelt.»

Amphibien beobachtet Hartmut Sewullok als Mitglied des Ortsverbandes Finsterwalde des Naturschutzbundes Deutschlands (NABU) ganz genau und mit hohem Zeitaufwand. Auch an der Kartierung der Vorkommen im Elbe-Elster-Kreis arbeitet er mit. Die Erfassung im gesamten Gebiet des Altkreises Finsterwalde obliegt ihm. Damit wird der naturschutzfachliche Wert der Landschaft nach den europäischen Richtlinien ( «Natura 2000» ) ermittelt. Seit fast 30 Jahren durchstreift Hartmut Sewullok die Natur mit sehr aufmerksamem Blick. «Ich habe im Kulturbund die Fachgruppe Aquaristik geleitet» , erzählt er rückblickend. Lebendfutter sei da gefragt gewesen. Auf Wasserfloh-Fang sei er an den Tümpeln und Teichen der Umgebung oft gewesen. «Da habe ich einige Dinge in der Natur dann stärker hinterfragt» , sagt der Finsterwalder, dessen selbst angeeignetes Wissen über die Amphibien inzwischen besonders gefragt ist. «Ich glaube, wir haben kaum weiße Flecken, was die für die Region typischen Lurche und Reptilien betrifft» , schätzt er ein. Deshalb kontrolliere er – in Ergänzung zu anderen Kollegen in ganz Brandenburg – schrittweise die geeigneten Lebensräume in der freien Natur. Und Hartmut Sewullok versichert, er werde auch meist fündig. «Die im Schackeland als sehr selten geltende Schling- oder Haselnatter ist viel häufiger da, als vermutet wird» , berichtet der Naturfreund. «Nur der Nachweis ist schwer. Es bedarf eines langen Zeitraumes, um sie sicher zu erfassen.»

Als positiven Trend wertet der Finsterwalder Naturschützer außerdem den wieder in Mode gekommenen Gartenteich. Biotope ohne Fischbesatz böten ideale Lebensräume für verschiedene Frosch-Arten, sagt er.

            http://www.lr-online.de/regionen/elbe-elster/Finsterwalde;art1057,1921121


DCRS (New York, New York) 29 January 08 Krokodil stellt unfreiwillig Wasserhindernis auf Golfplatz (Jette Petersen)

Das 14. Loch auf einem australischen Golfplatz hat seit kurzem ein ganz besonderes Hindernis, ein echtes Krokodil. Während einer der jüngsten Überschwemmungen sei das rund einen Meter lange Krokodil auf den Golfplatz eingewandert und habe ganz offensichtlich derzeit nicht vor wieder zu gehen.

            Das gefällt den Betreibern allerdings gar nicht. Offenbar gefällt es dem Reptil im Wasserhindernis des 14. Lochs sehr gut.

Zwar ist das kleine, rund einen Meter lange Krokodil laut Club-Besitzer Don Matheson „keine große Gefahr“ für die Menschen, als Wasserhindernis für das 14. Loch wäre es auf lange Sicht dennoch nicht geeignet.

Wildhüter sollen es aber bald zurück in die Wildnis bringen. Der Platz in der Stadt Townsville wurde vorübergehend für Besucher gesperrt.

            http://www.dcrs-online.com/news/krokodil-als-wasserhindernis-auf-golfplatz/00003292.html


FREIES-WORT (Suhl, Germany) 28 January 08  In Schalkau gefundene Schlange gibt Rätsel auf

Schalkau:  Eine offenbar herrenlose kleine Würgeschlange gibt derzeit der Sonneberger Polizei und dem Veterinäramt Rätsel auf. Ein Mann hatte das etwa 30 Zentimeter lange Reptil am Sonntag im Keller eines Einfamilienhauses entdeckt.

Wie die Polizeidirektion Saalfeld am Montag berichtet, gelang es dem 59-jährigen Schalkauer, die hellbeige gestreifte Schlange mittels eines großen Glases einzufangen und der alarmierten Polizei zu übergeben. Schon da war allen Beteiligten klar, dass es sich nicht um ein einheimisches Exemplar handeln konnte.

Beamte des Sonneberger Veterinäramtes nahmen den vermutlichen Ausreißer am Montag in Augenschein und vermuten, dass es sich um eine Kalifornische Kettennatter handeln könnte.

Unklar ist weiterhin, woher das Tier stammt und auf welchem Weg es in den Schalkauer Keller gelangte. Laut Polizei wäre es denkbar, dass die Schlange einen Reprilienhalter ausgebüchst ist. Jetzt sucht die Polizei Zeugen, die Angaben zur Herkunft der Schlange machen können oder selbst ein solches Tier vermissen.

Zu Hause ist die Kalifornische Kettennatter (Lampropeltis getula californiae) in einem Gebiet, welches sich von der Ostküste Nordamerikas über die Golfküste Mexikosbis zur Halbinsel Baja California am Pazifik reicht. Es gibt sowohl gestreifte als auch geringelte Exemplare. Allerdings überwiegen in der Natur und im Terrarium die geringelten Tiere. Kalifornische Kettennattern werden etwa 80 bis 110 Zentimeter lang. Kalifornische Kettennnattern sind Fleischfresser, die ihre lebende Beute über die Witterung wahrnehmen, verfolgen und schließlich durch Umschlingen erwürgen. Zur bevorzugten Beute gehören Kleinsäuger, Jungvögel, Echsen, Schlangen und Frösche.(red)

            http://www.freies-wort.de/nachrichten/regional/neuhaus/art4147,765521


DIE WELT (Berlin, Germany) 02 February 08  Giftige Schlangen weltweit Von den 2700 Schlangenarten weltweit nutzen etwa 500 ein Gift als Waffe. Das Gift ist von Art zu Art unterschiedlich stark; rund 200 Giftschlangenarten können Menschen töten. In Deutschland kommen nur zwei Giftschlangen vor: die Kreuzotter und, sehr selten, die Aspisviper. Seit dem Zweiten Weltkrieg ist in Deutschland kein Mensch an einem Schlangenbiss gestorben.

Anders sieht es in Australien aus. Hier lebt zum Beispiel der Inland-Taipan, die giftigste Schlange der Welt. Mit einem einzigen Biss könnte er gut 20 000 Mäuse ins Jenseits befördern - oder 100 Menschen. Dabei verspeist das zwei Meter lange Tier hauptsächlich Ratten und kleine Beutetiere und wirkt mit seinem starken Gift geradezu überbewaffnet. Doch so stellt die Schlange sicher, dass ihr in der kargen Landschaft kein Fang entkommt.

Auch andere Schlangen sind berüchtigt für ihre Giftigkeit: die Grüne Mamba zum Beispiel oder die Klapperschlange. Wie die meisten Giftschlangen haben auch sie ehemalige Speicheldrüsen zu Giftdrüsen umgewandelt. Die sitzen oft in der Nähe der Augen und haben eine direkte Verbindung zu den Giftzähnen.

Die komplexen Giftstoffe der Schlangen werden mit den Zähnen unter die Haut des Opfers gespritzt, wo sie dann ihre tödliche Wirkung entfalten. Nur die Speikobra kann ihr Gift auch spucken. Tödlich ist das Gift der Speikobra aber nur, wenn sie zubeißt.

      http://www.welt.de/welt_print/article1620598/Giftige_Schlangen_weltweit.html


DER WESTEN (Essen, Germany) 25 January 08  Amphibien wandern immer früher - Erste Kröten sind schon unterwegs

Geldern/Krefeld (Dpa):  Ungewöhnlich mildes Klima im Winter hilft Kröten, Fröschen und Molchen immer früher auf die Sprünge. Bei Temperaturen um die acht Grad erwachen die heimischen Amphibien aus ihrer Winterstarre.

Die Kröten machen sich auf dem Weg zu den Laichgewässern, sagte Monika Ochse vom Naturschutzbund (NABU) in Geldern. Schon in den ersten Tagen des Jahres habe sie in einem Keller Molche gesehen, die sich «verlaufen» hatten. Auch wandernde Erdkröten wurden im Kreis Kleve bereits gesichtet.

Bei winterlichen Temperaturen machen sich Kröten, Frösche und Co. in der Regel erst Ende Februar auf den Weg zu den Eiablageplätzen. «Im vergangenen Jahr ist der Winter ja praktisch ausgeblieben. Da bleiben die Amphibien auch nicht in der Winterstarre», sagte die Biologin. Entsprechend früh müssen auch Autofahrer auf Landstraßen besonders bei Einbruch der Dunkelheit mit kreuzenden Kröten rechnen. «Vor allem wenn es feucht und ungemütlich ist, bei Nieselregen», so die Naturschützerin, machen sich die Amphibien bevorzugt auf den Weg.

Im Gelderland sollen in den nächsten Tagen erste Zäune zum Schutz der Tiere und auch der Autofahrer aufgebaut werden. «Es gibt im Moment noch keine Massenwanderung», so Ochse. In Krefeld werden nach Angaben der Stadt abends vereinzelt Straßen bis zum nächsten Morgen gesperrt. (dpa)

            http://www.derwesten.de/nachrichten/im-westen/2008/1/25/news-18750686/detail.html


DIE WELT (Berlin, Germany) 25 January 08  Milde Wintertemperaturen machen Amphibien munter

Berlin (Dpa):  Wegen der milden Wintertemperaturen zieht es heimische Kröten, Molche und Frösche in diesem Jahr besonders früh in ihre Laichgewässer. Es seien bereits einige überfahrene Teichmolchen auf Berliner Straßen gefunden worden, teilte der Naturschutzbund (Nabu) mit. Nun sei mit dem Bau von Schutzwänden begonnen worden. An einer Straße in Pankow stehe bereits ein 380 Meter langer Zaun als eine Schutzvorrichtung für die Amphibien, die beim Umgehen des Hindernisses in Eimer fallen. Die Behälter würden regelmäßig auf der gegenüberliegenden Straßenseite geleert.

            http://newsticker.welt.de/index.php?channel=beb&module=dpa&id=16736978


FRANKFURTER NEUE PRESSE (Germany) 25 January 08  Tödliches Schlupfloch für Kröten (Kim Behrend)

Schwanheim:  Der Ausblick auf die ersten warmen Tage jagt Heidi Wieduwilt vom BUND derzeit noch kalte Schauer über den Rücken. Denn mit dem Sonnenschein im März werden sich die Kreuzkröten, die jetzt noch tief unter der Erde in der Streuobstwiese nördlich der Schwanheimer Düne den Winter über ausharren, auf die Suche nach seichten Gewässern zum Laichen begeben. Zwischen ihnen und diesen Gewässern liegt allerdings seit Herbst vergangenen Jahres eine Schnellstraße, die Anbindung an die Leuna-Brücke. Diese sollte zwar bis März längst mit einer Amphibien-Leiteinrichtung versehen sein, die die Kröten auf Tunnel und Durchlässe lenkt und sie so die Straße sich unterqueren lässt. Allein – diese Einrichtung steht noch nicht und mit den notwendigen Bauarbeiten wird überhaupt frühestens im März begonnen.

„Wie das dann funktionieren soll ist mir ein Rätsel“, sagt Frau Wieduwilt. Überhaupt habe ihr bisher weder die Untere Naturschutzbehörde noch das Straßenbauamt erklären können, wie es zu dieser katastrophalen Verzögerung gekommen ist. Schließlich wüssten die Verantwortlichen ja nicht erst seit gestern von der Rückkehr dieser nach Flora-Fauna-Richtlinien streng geschützten und nach Bundesartenschutzverordnung besonders geschützten Kröte, die auch auf der roten Liste als gefährdete Art geführt wird. Bereits im Frühjahr 2006 sei die Kröte auf der Baustelle zu dieser Straße, die südlich der Düne von Höchst nach Schwanheim auf die B 40 A führt, wiederentdeckt worden. Die Bauherren hätten die Baustelle daraufhin auch sofort mit Krötenzäunen geschützt, weil sie einen Baustopp fürchteten. Im Winter des selben Jahres habe das Straßenbauamt am runden Tisch zum Flora-Fauna-Habitat Schwanheimer Düne dann mit Schrecken vernommen, dass die Straße nach den Bestimmungen, wie sie das Bundesumweltministerium auf dem Merkblatt zum Amphibienschutz an Straßen vorsieht, 28 Durchlässe für die Krötenwanderung hätte bereithalten müssen. „Der Verantwortliche des Straßenbauamts ist fast rückwärts vom Stuhl gekippt, als er das vernahm.“

Letztlich sei diese Menge an Durchlässen nicht mehr realisierbar gewesen. „Deswegen gibt es jetzt nur fünf, von denen aber vier noch verschüttet sind“, kritisiert Heidi Wieduwilt. Der Zaun, der die Kröten in der Streuobstwiese davon abhalten soll, in ihr Unglück zu laufen, ist an mehreren Stellen unterbrochen und das natürlich an Stellen, an denen die Kröten nicht auf einen Durchlass, sondern direkt auf die Straße geführt werden. Von einem sicheren Schutz der Kröten könne also gar keine Rede sein und trotzdem habe Verkehrsdezernent Lutz Sikorski (Grüne), die Straße im Herbst freigegeben.

„Die zuständigen Ämter hatten über ein Jahr Zeit, Pläne für die Amphibien-Leiteinrichtung erstellen zu lassen.“ Doch die entsprechenden Aufträge seien immer zu spät erteilt worden. „Tatsächlich ergeht, wie mir die Projektgruppe Natur- und Umweltschutz kürzlich in einer E-Mail bedauernd mitteilte, die Ausschreibung für den Bauauftrag der Amphibien-Leiteinrichtung nun erst Ende Januar“ – und deswegen könne erst im März mit den Bauarbeiten begonnen werden. Dann allerdings werden sich die Bauarbeiter, so Frau Wieduwilt, der netten Gesellschaft von vielen Kröten erfreuen dürfen. „Letztes Jahr sind etwa 300 Kröten gewandert.“

Welche Ereignisse nun zu diesen unglücklichen Umständen geführt haben, kann das Straßenbauamt auch nicht genau erklären. „Wir wussten natürlich früh von den Kreuzkröten“, gibt Amtsleiterin Gabriele Dehmer zu. Ihre Behörde habe dementsprechend früh die erforderlichen Baumaßnahme geplant und an die Obere Naturschutzbehörde des Regierungspräsidiums in Darmstadt weitergeleitet. Dort seien Abnahme und Weiterleitung wohl irgendwie hängengeblieben.

Nichts desto trotz ist sich die Amtsleiterin sicher, dass der Schutz der Kröten in diesem Frühjahr gewahrt werden kann. „Die Kröten werden dieses Jahr durch das auszubessernde Provisorium auf der Streuobstwiese zurückgehalten.“ Die Baumaßnahmen zum endgültigen Amphibienleitsystem sollen im April beginnen und bis Juni abgeschlossen sein, so dass die Kröten auf jeden Fall 2009 wieder gefahrlos wandern könnten.

            http://www.rhein-main.net/sixcms/list.php?page=fnp2_news_article&id=4274292


KÖLNER STADT-ANZEIGER (Germany) 23 January 08  Bocklemünd im Jahr des Frosches (Steffi Machnik)

Bocklemünd:  Ausgestattet mit Gummistiefeln, Spaten und Schubkarre nahm sich Theo Pagel einen Tag Zeit - für einheimische Amphibien. Unter dem Motto „Haste mal Zeit für Kröten?“ startete der Zoodirektor zusammen mit dem Naturschutzbund Köln (Nabu) im Nüssenberger Busch eine gemeinsame Aktion zum Schutz einheimischer Frösche und Molche.

Hintergrund dieses Projektes ist das „Jahr des Frosches“, ausgerufen von der Weltnaturschutzorganisation und dem Weltzooverband, um auf die Gefährdung der Amphibien weltweit aufmerksam zu machen. „Der Zoo engagiert sich zwar in Asien und Afrika. Mit dieser Aktion vor Ort wollen wir den Zoobesuchern aus Köln und dem Umland bewusst machen, dass es Amphibien auch hier gibt, sozusagen in der Natur direkt vor der Haustür“, erklärt Pagel. Ergänzt wird das Projekt durch eine Sonderausstellung einheimischer Froscharten, die am 10. Februar im Insektarium des Zoos eröffnet und das ganze Jahr über zu besichtigen sein wird. „Mit dieser Ausstellung wollen wir die Brücke schlagen von den heimischen Amphibien zu den tropischen Arten, die im Zoo leben“, erläutert Pagel. „Immer vor dem Hintergrund der akuten Gefährdung von Amphibien in aller Welt.“

Doch im Nüssenberger Busch, dem Wald- und Wiesengelände zwischen Autobahnring und Militärringstraße, war erst einmal voller Körpereinsatz gefordert, um für Erdkröte, Grasfrosch und Kammmolch ein optimales Laichgewässer einzurichten. Dafür entfernte Pagel, unterstützt von 20 Zoomitarbeitern und fünf Naturschützern vom Nabu, aus einem alten, mittlerweile verlandeten Tümpel - der mit einem Zaun gegen unerwünschte Besucher und insbesondere Hunde geschützt ist - Gras und Uferbewuchs. „Anschließend wird eine neue wasserundurchlässige Tonschicht auf dem Grund aufgebracht, weil die alte durchlässig geworden war und der Teich wie eine undichte Badewanne ausgelaufen ist“, erläutert Klaus Simon von Nabu. Bereits in den 1980er Jahren hatten die Naturschützer zwei Tümpel als Feuchtbiotope im Nüssenberger Busch angelegt. Das zweite Gewässer wird im Sommer ebenfalls mit dem Zoo renaturiert.

„Unser Engagement wird keine Eintagsfliege bleiben“, versichert Pagel. „Auf dem Parkplatz an der Johannesstraße werden wir eine neue Informationstafel zum Nüssenberger Busch aufstellen. Vergangene Woche haben unsere Zoogärtner bereits die Obstbäume hier auf der Wiese beschnitten.“ Alle Arbeiten sind mit dem Umweltamt als Aufsichtsbehörde abgestimmt.

            http://www.ksta.de/html/artikel/1200142228698.shtml


LIECHTENSTEINER VATERLAND (Vaduz, Liechtenstein) 23 January 08  Australier von Krokodil gepackt und von Kollegen angeschossen

Sydney (SDA):  "Die beiden sammelten Krokodileier ein, als ein Krokodil auftauchte und das Opfer am rechten Oberarm packte", hiess es in einer Mitteilung der Polizei im Bundesstaat Northern Territory. "Der Kollege schoss auf das Krokodil, das daraufhin losliess, aber ein weiterer Schuss traf das Opfer am Oberarm."

Der attackierte Jason Grant und sein Kollege Zac Fitzgerald seien in der Marrakai-Zuchtstation, rund 120 Kilometer östlich von Darwin, unterwegs gewesen, berichtete die Tageszeitung "Northern Territory News". Der Chef der beiden Arbeiter, Mick Burns, hält den Ausgang der Eiersammelaktion offenbar für einen Glücksfall.

Das Krokodil habe so wild im Wasser agiert, nachdem es den Mann am Arm gepackt hatte, dass Fitzgeralds Schüsse dem Kollegen vermutlich das Leben gerettet hätten, sagte Burns dem Blatt. Der Verletzte habe sogar gemeint: "Gott sei Dank kann er gut zielen."

Er sei trotz der Bisswunde, eines gebrochenen Arms und der Schussverletzung guter Dinge. "Ich werde wohl ein paar Tage aussetzen müssen", seien seine ersten Worte nach dem Unfall gewesen.

            http://www.vaterland.li/page/newsticker/index.cfm?id=147641


DER SPIEGEL (Hamburg, Germany) 23 January 08  Australier von Krokodil gepackt und von Retter angeschossen - Ein australischer Krokodilfarmer wurde von einem seiner eigenen Tiere angefallen. Sein Kollege wollte ihn retten, schoss auf das wütende Reptil - und traf den Farmer.

Sydney (AFP):  "Die beiden sammelten Krokodileier ein, als ein Krokodil plötzlich auftauchte und das Opfer am rechten Oberarm packte", hieß es in einer Mitteilung der Polizei im Bundesstaat Northern Territory. "Der Kollege schoss auf das Krokodil, das daraufhin losließ, aber ein weiterer Schuss traf das Opfer am Oberarm." Der attackierte Jason Grant und sein Kollege Zac Fitzgerald seien in der Marrakai-Zuchtstation, rund 120 Kilometer östlich von Darwin, unterwegs gewesen, berichtete die Tageszeitung "Northern Territory News".

Der Chef der beiden Arbeiter, Mick Burns, hält den Ausgang der Eiersammelaktion offenbar für einen Glücksfall. Das Krokodil habe so wild im Wasser agiert, nachdem es den Mann am Arm gepackt hatte, dass Fitzgeralds Schüsse dem Kollegen vermutlich das Leben gerettet hätten, sagte Burns dem Blatt. Der Verletzte habe sogar gemeint: "Gott sei Dank kann er gut zielen." Er sei trotz der Bisswunde, eines gebrochenen Arms und der Schussverletzung guter Dinge. "Ich werde wohl ein paar Tage aussetzen müssen", seien seine ersten Worte nach dem Unfall gewesen.

      http://www.spiegel.de/panorama/0,1518,530459,00.html


VIENNA.AT (Vienna, Austria) 21 January 08  50-jähriger Alligator für den Krokipark

Das neue Meeres-Terrarium im Haus des Meeres darf sich über einen Neuzugang freuen. Der 50-jährige Alligator Bobby, der bislang im Tierschutzhaus Vösendorf lebte, übersiedelt im Februar nach Wien Mariahilf.

So sieht der Krokipark aus!Haus des MeeresDer Umzug gestaltete sich aber nicht ganz leicht: Im Tierschutzhaus konnte man sich erst nach der Eröffnung der neuen Terrarium-Fläche im Haus des Meeres dazu durchringen, die Senior-Echse freizugeben.

Nun soll Bobby seinen Lebensabend mit zwei weiteren Artgenossen mitten in Wien fristen.

Das Haus des Meeres zeigt seit 40 Jahren auf rund 2.500 Quadratmetern mehr als 3.500 Tiere. In der Terrarienabteilung werden neben Krokodilen zahlreiche Gift- und Riesenschlangen sowie Echsen gezeigt. Gemeinsam mit den Krokodilen sind auch Vögel, Lißtäffchen, Schildkröten und Fische im Krokipark untergebracht.

         http://www.vienna.at/news/om:vienna:special-tiere/artikel/50-jaehriger-alligator-fuer-den-krokipark/cn/news-20080121-10350783


SCINEXX (Heidelberg, Germany) 18 January 08  Lähmende Beute und tödliches Gift - Von Schlangen und Molchen

Sie ist rund einen Meter lang, besitzt helle Rücken- und Seitenstreifen und frisst unter anderem Amphibien, Fische, Schnecken, Regenwürmer und Egel: Die in Nordamerika lebende Rotgefleckte Strumpfbandnatter könnte aufgrund ihrer gut gefüllten Speisekarte und weniger echter Feinde eigentlich ein sorgenfreies Dasein fristen.

Doch die in den USA Red Spotted Garters genannten Tiere haben im Laufe der Evolution eine ebenso ungewöhnliche wie gefährliche Vorliebe für eine bestimmte Amphibienart entwickelt und machen sich damit selbst das Leben schwer. Denn der in Teichen, Tümpeln, Seen und Bächen beheimatete Rauhäutige Gelbbauchmolch hat es im wahrsten Sinne des Wortes in sich. In besonderen Hautdrüsen produziert das Tier ein hoch wirksames Nervengift, das Tetrodotoxin, das schwere Lähmungen bis hin zum Tod auslösen kann. Jeder einzelne Frosch ist in der Lage mit seinem Gift zehntausende Mäuse oder mehrere hundert Menschen zu töten. Für mögliche Feinde ist der Molch mit der auffälligen leuchtend orangenen Warnfarbe auf der Bauchseite damit praktisch ungenießbar.

Nur die Strumpfbandnatter ist resistent gegen das Tetrodotoxin und macht immer wieder Jagd auf die bis zu 20 Zentimeter großen Tiere mit der warzigen Haut. Allerdings nicht ohne Folgen: Hat sie einen Taricha-Molch erbeutet und verspeist, ist die Schlange nahezu gelähmt und muss erst einmal alle Energie darauf verwenden das Gift zu neutralisieren. Die stundenlang bewegungslos verharrende Schlange wird dann zu einem leichten Opfer von Vögeln.

Den Artbestand der Schlange hat die Begeisterung für die ungewöhnlichen und extrem wehrhaften Taricha-Molche allerdings bisher nicht gefährdet. Sie gehört in ihrem Lebensraum von Washington bis Oregon zu den häufigsten Schlangenarten überhaupt. Ein Grund für diesen Erfolg beim „struggle for life“ liegt dabei gerade in der ungewöhnlichen Molchnahrung: Denn die Schlange begeht „Giftdiebstahl“ und lagert das Tetrodotoxin in ihrem Körper zwischen. Nach der Verdauung der Taricha-Mahlzeit befindet sich so viel Gift in den Geweben der Natter, dass sie selbst zur tödlichen Gefahr für ihre Fressfeinde wird.

Wissenschaftler konnten mittlerweile zeigen, dass sich dort, wo Molch und Schlange zusammen vorkommen, im Laufe der Evolution eine Art Rüstungswettlauf abgespielt hat. Mal besaß dabei der Molch einen Vorteil, dann wieder die Schlange. Die immer größeren Mengen an Gift, die der Frosch mit der Zeit produzierte, konterte Thamnophis sirtalis concinnus jeweils mit weiter verbesserter Immunität.

Die Kosten für diesen paradoxen Überlebenskampf tragen beide Tiere, denn sie müssen immer mehr Energie und Stoffwechselprodukte für ihre Verteidigungsstrategien einsetzen. Die verwendeten Grundbausteine wie Aminosäuren oder Kohlenhydrate fehlen dann bei anderen Lebensvorgängen.

         http://www.g-o.de/dossier-detail-381-6.html


DIE WELT (Berlin, Germany) 16 January 08  Reptilien enden in Tabletten und Pulvern

Sie enden in Tabletten, Salben und Pulvern: Mindestens 165 Reptilienarten werden in traditionellen Heilmitteln verarbeitet, obwohl eine Wirkung dieser Zutaten oft gar nicht belegt ist. Öl von Schlagen, Blut von Schildkröten oder Fett vom Alligator können sogar krank statt gesund machen.

Das hat eine Inventur brasilianischer Artenschützer ergeben, über die der britische „New Scientist“ berichtet. 88 dieser Reptilien stehen demnach bereits auf der Liste bedrohter Arten.

Nach Beobachtung von Rômulo Alves von der Universität von Paraíba finden die traditionellen Mittel oft selbst in Städten mit einem guten Zugang zu moderner Medizin reißenden Absatz. Artenschutzstrategien müssten daher auch auf die kulturelle Wahrnehmung der traditionellen Medizin zielen. Schlangenöl, Schildkrötenblut und Alligatorfett seien aber nicht nur fragliche Zutaten, sondern könnten mitunter krank machen statt gesund, schreibt der „New Scientist“. So seien etwa wegen mangelhafter Hygiene bei der Produktion wiederholt gefährliche Salmonellen-Infektionen durch Klapperschlangen-Pillen aufgetreten. Die Originalstudie der Brasilianer ist im Fachjournal „Biodiversity and Conservation“ erschienen.

http://www.welt.de/wissenschaft/article1559227/Reptilien_enden_in_Tabletten_und_Pulvern.html


BURGENLÄNDISCHE VOLKSZEITUNG (Pölten, Austria) 16 January 08  Schlangen im BKF: Moderatorin Claudia Bieler-Schmidt hielt im BKF-Studio zu den Schlangen von Robert Müntz einen Sicherheitsabstand. (Bettina Eder)

Dramatik gab es vergangene Woche im „Treffpunkt BKF“ im BKF-Fernsehstudio in Eisenstadt. Der Eisenstädter Apotheker Robert Müntz – er arbeitet seit Jahren intensiv auf dem Gebiet der Homöopathie – „melkte“ live vor Moderatorin Claudia Bieler-Schmid und vor laufenden Kameras unter anderem eine hochgiftige Puffotter sowie eine Klapperschlange.

Dabei wäre der Eisenstädter Apotheker fast selbst zum Opfer eines der hochgiftigen Reptilien geworden. Beim Melken – dabei verbeißt sich die Giftschlange durch eine Membran in einen Plastikbecher – schnappte eine Schlange ein zweites Mal zu, nur wenige Millimeter an einem der Finger des Apothekers vorbei. Großes Glück für den Homoöpathie-Experten, denn laut seinen eigenen Angaben gibt es kein Gegengift. Lediglich eine rasche Amputation der betroffenen Gliedmaßen kann den Tod bei einem Biss der Schlange verhindern.

Müntz, der schon viele Forschungsreisen in exotische Gebiete unternommen hat, demonstrierte das „Melken“ von drei Giftschlangen.

Das Gift der Lanzenotter, der Gabunpuffotter und der Klapperschlange wird dann mit Milchzucker verrieben und muss innerhalb von wenigen Stunden gefriergetrocknet oder verarbeitet werden. Danach kann die bis dato noch unbekannte Wirkung der Gifte erforscht beziehungsweise können die Stoffe für Abnehmer auf Lager gelegt werden.

         http://www.bvz.at/redaktion/bvzg/article.asp?Text=254187&cat=813


DIE TAGESZEITUNG (Berlin, Germany) 16 January 08  Die Lurch-Lotsen - Kröten haben es schwer. Im Frühling zieht es sie zum Teich, aber liegt eine Straße im Weg, macht sich das nicht gut im Lebenslauf. Hunderte Meter von Folie haben Tierschützer deshalb in Berlin gespannt (Juliane Gringer)

Jens Scharon greift in einen Eimer, der im Boden eingelassen ist. Der Naturschützer ist unterwegs am Kleinen Weiher im Park des Evangelischen Königin-Elisabeth-Krankenhaus in Herzberge. Grüne Folie, 230 Meter lang, ragt etwa 30 Zentimeter aus dem Boden. Hier kommt keine Kröte durch. Darf er auch nicht, denn es handelt sich um einen Amphibienzaun.

Etwa 1.200 Kröten und Molche wohnen in dem Viertel. Die betonierte Zufahrt zu einem Heim in der Allee der Kosmonauten geht direkt durch ihren Kiez. Hunderte von ihnen würden jedes Jahr hier massakriert, wenn Jens Scharon, Artenschutzreferent des Naturschutzbundes (Nabu) Berlin, und die anderen Helfer nicht jeden Morgen früh aufstehen, die Kröten in die Eimer packen und über diese Straße tragen würden.

Die genauen Gründe, warum Kröten so verdammt "laichplatztreu" sind, sind nicht genau erforscht. Vielleicht riechen sie den Teich? Jedenfalls wollen sie immer wieder dahin zurück, wo sie einst geboren wurden. Ob sich ihnen dabei nun eine Straße in den Weg stellt oder nicht.

Ein bisschen Heimatgefühl ist sicher ganz okay, aber das kostet den grünen Dingern leider noch zu oft das Leben. "In der Hochphase können es an einer Stelle wie dieser hier schon mal 50 bis 60 Tiere sein, die pro Nacht überfahren werden", so Jens Scharon. Dann verwandle sich die Zufahrt in ein blutiges Schlachtfeld.

Die Krötenretter werden aktiv, indem sie entsprechende Zäune errichten und in Zeiten der Wanderung täglich patrouillieren oder beispielsweise Krötentunnel bauen. "Gerade an Stellen, wo das Problem immer wieder akut ist, sollte man auch über langfristige Lösungen nachdenken", sagt Jens Scharon.

In Abständen von zwei, drei Metern sind die "Fangeimer" für die Tiere positioniert. Laub liegt drin und ein Stock. Der dient anderem Getier wie kleinen Käfern oder auch mal Mäusen, die quasi illegal in den Eimer geplumpst sind, dazu, wieder aus dem Pott rauszuklettern. Kröten und Molche müssen drinbleiben und warten. Warten, bis einer der Naturschützer naht.

Gleich zwei Kröten tauchen auf der Hand von Jens Scharon aus dem Eimer auf. Das Männchen hat sich zur Befruchtung am Weibchen festgekrallt. Krötenmänner sind nicht gerade Gentlemen - die Mädels müssen sie nämlich zum Teich tragen, bevor sie dort auch ihren Spaß haben dürfen.

465 männliche Erdkröten, 107 Kröten weiblichen Geschlechts und 213 Jungtiere wurden im vergangenen Jahr am Weiher im Krankenhauspark erfasst - von den Naturschützern und eben nicht von dicken Reifen. In sechs Berliner Bezirken sind Schutzzäune installiert. Etwa 300 Eimer-"Fallen" stehen bereit.

Bei hohen Geschwindigkeiten haben Kröten so gut wie keine Chance, heil auf den anderen Bordstein zu kommen. Selbst wenn sie nicht von den Reifen zerquetscht werden, verursacht die Druckwelle unter den Fahrzeugen schwere innere Verletzungen. Autofahrer sollten deswegen vorsichtig fahren, vor allem in der Nähe von Wald- und Feuchtgebieten, während der Dämmerung und in den Nachtstunden.

"Ük, ük, ük", quietscht es aus dem Eimer. Das sind die Männchen, die sich von ihren Geschlechtsgenossen arg bedrängt fühlen. Unter Kröten herrscht Männerüberschuss. Das ist nicht gerade nett für die Weibchen, die deshalb auch mal von mehreren Herren belagert werden. Und nicht nett für die Männchen, die sich in verzweifelten Momenten auf alles stürzen, was ihnen in den Weg kommt: ob das nun eine Erdkröte ist oder ein Gummiball.

         http://www.taz.de/nc/1/archiv/print-archiv/printressorts/digi-artikel/?ressort=bl&dig=2003%2F04%2F16%2Fa0225&src=GI&cHash=687cd13446


THÜRINGER ALLGEMEINE (Apolda, Germany) 14 January 08  Kröten auf Wanderschaft - Die Zeit ist eigentlich noch gar nicht reif und doch sind bereits die ersten Kröten unterwegs zu ihren Laichplätzen. Insbesondere im Eichsfeld wurden in den vergangenen Tagen kleine Gruppen gesichtet. (Carmen Brückner)

Eichsfeld:  Aus einer Fliege einen Elefanten zu machen, ist ein altbekanntes Phänomen. Nun wird es sogar schon auf Amphibien angewendet. Kaum begeben sich einige Kröten bereits zu dieser Jahreszeit auf Wanderschaft, ruft schon jemand den Beginn der allgemeinen Amphienwanderung aus. Amphibien im Januar auf den Straßen - eine kleine Sensation. Fragt man nach, stellt man jedoch fest, dass es sich nur um Einzelfälle handelt. So zum Beispiel im Eichsfeld. Dort wurde jetzt ein kleiner Trupp von etwa zehn Kröten nahe des Jützenbaches entdeckt, der über die Straße in Richtung Gewässer hüpfte. Für diese Jahreszeit ist dieses Phänomen zwar ungewöhnlich, aber nicht unbedingt selten. "Im vergangenen Jahr machten sich ebenfalls schon im Januar die ersten Amphibien auf den Weg", sagt Nabu-Landesgeschäftsführerin Kirsten Schellenberg. Doch dabei handele es sich meistens um Einzelfälle. Grund für die frühzeitig aktiven Kröten sind derzeit die milden Temperaturen der vergangenen Tage. Dass die allgemeine Amphibienwanderung bereits zwei Monate zu früh einsetzt, ist jedoch nicht zu erwarten. "Wenn derzeit ganz vereinzelt Kröten unterwegs sind, so liegt das am lokalen Klima", erklärt es Martin Görner von der Arbeitsgruppe Artenschutz. Der Hauptmonat der Amphibienwanderung ist der März. Wenn es keinen Nachtfrost mehr gibt und warmer Regen einsetzt, verlassen die Amphibien ihr Winterquartier und wandern zu ihren Laichplätzen. Dann ist auf den Straßen allerdings höchste Vorsicht geboten.

         Inzwischen haben sich die Kröten um den Jützenbach wieder zurückgezogen. Fangzäune müssen also noch nicht aufgestellt werden. Der noch hart gefrorene Boden im Eichsfeld würde das momentan auch noch gar nicht zulassen.

Vorbereitet sind die Helfer der Nabu-Regionalgruppe im Obereichsfeld jedenfalls auf die nahende Amphibiensaison. Das Zaunmaterial ist bereits ausgebessert, gereinigt und liegt griffbereit. Die wandernden Kröten können also kommen. Doch alles zu seiner Zeit.

         http://www.thueringer-allgemeine.de/ta/ta.thueringen.volltext.php?kennung=on5taTHUThuNational39460&zulieferer=ta&kategorie=THU&rubrik=Thueringen&region=National&auftritt=TA&dbserver=1


NEUE KRONEN ZEITUNG (Vienna, Austria) 14 January 08  US-Zoo kauft Riesenschlange

         Der Columbus Zoo in Oklahoma hat für 35.000 Dollar (24.000 Euro) die längste sich in Gefangenschaft befindliche Schlange der Welt erworben. Der fast acht Meter lange Python namens "Fluffy" war im vergangenen Jahr bereits auf Leihbasis im Tiergarten, nun kaufte der Zoo das Reptil dem Besitzer ab.

1,5 Millionen Besucher lockte der Netzpython im vergangenen Jahr in den Colombus Zoo in Oklahoma. Nach langem Ringen konnte Hobby-Veterinär Bob Clark, der "Fluffy" vor zwölf Jahren erwarb, dem Werben des Tiergartens nicht mehr widerstehen und verkaufte die Schlange: "Ich liebe dieses Tier über alles. Es ist mir nicht leicht gefallen, aber ich kann das Geld gebrauchen."

"Fluffy" lebt nun alleine in einem Gehege und verspeist dort wöchentlich zwei fünf Kilogramm schwere Kaninchen. In der freien Wildbahn kommen Netzpythons vorwiegend in Asien vor und ernähren sich von Mäusen, Schweinen und Ziegen. Der längste dem Menschen bekannte Netzpython war fast zehn Meter lang und lebte in Indonesien.

         http://www.krone.at/index.php?http%3A//wcm.krone.at/krone/S2/object_id__89057/hxcms/


RHEIN MAIN PRESSE (Germany) 14 January 08  Wieder Heimat für Molche - Nabu schafft Lebensraum für Amphibien in Oppenheim

Oppenheim:  Kaum jemand weiß es: Die seltene Knoblauchkröte hatte im Oppenheimer Unterfeld bis vor wenigen Jahrzehnten ein großes Vorkommen. Auch der vom Aussterben bedrohte Kammmolch war noch häufig. Doch die für die Vermehrung beider Arten notwendigen Teiche waren im Lauf der Zeit mehr und mehr verlandet und zugewachsen. Die Tiere fanden immer weniger offenes Wasser. Wohlmeinende Zeitgenossen hatten durch das Einsetzen von Goldfischen ein Übriges getan, die Fische machten sich über die Larven der Amphibien her, so dass ihr Bestand auf kümmerliche Reste zusammenschrumpfte.

Burkhard Bergmann vom Naturschutzbund (Nabu), Ortsgruppe Oppenheim und Umgebung, ließ dies keine Ruhe. Er schmiedete den Plan, die Teiche ausbaggern zu lassen, holte die notwendige Genehmigung von der Struktur- und Genehmigungsdirektion Süd ein und stellte einen Antrag auf Fördergelder. Thomas Arnold von der Unteren Landschaftsbehörde des Landkreises Mainz-Bingen unterstützte ihn dabei. Das gemeinsame Wirken führte zum Erfolg, die SGD stellte Geld für fünf Teiche zur Verfügung.

Im März begannen die Baggerarbeiten am ersten Teich, drei weitere folgten im November. Burkhard Bergmann war jedesmal zur Stelle und wies die Arbeiter ein. Denn so ein Amphibienlaichgewässer ist mehr als einfach nur ein Wasserloch. "Die Teiche müssen alle zwei bis drei Jahre trocken fallen, damit bei Hochwasser einwandernde Fische auf Dauer keine Chance haben. Dies darf jedoch nicht jedes Jahr passieren, denn das hätte für die Amphibien fatale Folgen", erklärt Bergmann.

Also mussten für jeden Teich der Grundwasserstand und die Lage der Wasser führenden Schichten ermittelt werden, um die optimale Tiefe zu finden. Die Wasserfläche wurde auf jeweils etwa 150 Quadratmeter vergrößert. Burkhard Bergmann berichtet: "Wir haben jede Menge Grünfrösche beobachtet, auch Teichmolche und Grasfrösche waren da. Viele bunte Libellen jagten nach Insekten. Zu unserer großen Freude fanden wir auch die `Zielarten` des Projektes. Es waren zwar noch nicht viele Kammmolche und Knoblauchkröten zu sehen, der Grundstein für stabile Populationen ist aber gelegt."

Für die Zukunft plant der Nabu, die Teiche miteinander zu vernetzen.

         http://www.main-rheiner.de/region/objekt.php3?artikel_id=3120968


BÖNNIGHEIMER ZEITUNG (Germany) 12 January 08  Am Schlierkopf Entstehen Schutzbiotope Für Den Kammmolch - Viel Sonne für bedrohte Amphibien (Michaela Glemser)

Alois Danner beaufsichtigt Maßnahmen für Ökokonto - Auch Blick auf Salamander im Schlossgraben

Der Kammmolch gehört zu den seltensten heimischen Molcharten. Am Schlierkopf im Sachsenheimer Stadtteil Häfnerhaslach gibt es noch wenige Vertreter dieser Amphibien, die sich nun in speziellen Schutzbiotopen mit Hilfe der Kommune zahlreich vermehren sollen.

Das auch als "Wasserdrachen" im Volksmund bekannte Tier verdankt seinen Namen seinem beachtlichen Rückenkamm, der sich bei den Männchen während der Paarungszeit im Frühjahr besonders prächtig ausbildet. Dies lässt den ohnehin mit 1,14 bis 1,80 Zentimeter relativ großen Molch noch ansehnlicher erscheinen. Seine Rückenfärbung ist mit ihren dunkelbraunen bis schwarzen Farbtönen sehr unauffällig. Auf seiner Unterseite weist der Kammmolch dagegen eine gelbe bis orange Färbung mit auffälligen schwarzen Flecken auf.

"Früher waren diese Amphibien im Stromberggebiet viel häufiger anzutreffen. Inzwischen jedoch sind sie vom Aussterben bedroht. Sie kommen nur noch an zwei Standorten am Schlierkopf vor", erklärt der Ökologiebeauftragte der Stadt Sachsenheim, Alois Danner. Dort, wo die Kammmolche entdeckt wurden, hat Danner nun in Zusammenarbeit mit Revierförster Theo Wöhr zwei vorhandene Biotope wieder aufgewertet. Sie wurden einst liebevoll vom ehemaligen Förster Gerhard Kring angelegt. Zusätzlich wurde ein neues Biotop gestaltet, um den Kammmolchen weitere Lebensräume zu bieten. "Im Februar oder März verlassen die Tiere ihre Winterquartiere und wandern zu den Biotopen als Laichgewässer. Die Gewässer müssen an einem sonnigen Standort liegen, dürfen nur bis zu einem Meter tief sein und müssen Wasserpflanzen enthalten, an welche die Weibchen ihre Eier ablegen", erklärt Danner. Zudem dürfen keine Fische in den Biotopen vorkommen, da diese den Molchlaich fressen würden. In den folgenden Monaten entwickeln sich die geschlüpften Molchlarven zu Jungmolchen heran, die ab August wieder das Wasser verlassen, um an Land zu überwintern. "Die Kammmolche wandern maximal einen Kilometer weit. Deshalb wollen wir in diesem Umkreis um die beiden Standorte am Schlierkopf weitere Biotope einrichten, um die Artenzahlen kontinuierlich zu erhöhen", so Danner. Im Frühjahr untersucht er weitere Biotope in anderen Bereichen der Sachsenheimer Gemarkung, um dort doch noch zusätzliche Kammmolchvorkommen zu entdecken.

Die Maßnahmen zum Schutz dieser Amphibien vor dem Aussterben werden auf dem Ökokonto der Stadt für eventuelle Eingriffe in die Natur gut geschrieben. "Auch am Schlossgraben in Großsachsenheim haben wir schon ökologische Vorhaben für das Ökokonto durchgeführt. Dort wurde der Quellbach im früher verdohlten Bereich vom Bahndamm bis zur Mündung in die Metter freigelegt", beschreibt Danner.

Salamander mögen kaltes, klares und sehr sauberes Quellwasser und fühlen sich daher im Schlossgraben heimisch. Auch der Böschungsbereich wurde amphibiengerecht umgestaltet und mit einem zusätzlichen Biotop versehen. "So soll ein nachhaltiges Salamanderbrutgebiet wachsen, das zum Erhalt dieser Tiere beiträgt", zieht Danner ein zufriedenes Fazit.

         http://www.boennigheimerzeitung.de/bz/html/news/artikel_stadt.php4?artikel=3334045


DIE WELT (Berlin, Germany) 11 January 08  Giftschlangen machen Australiens Städte unsicher

Wegen der großen Trockenheit, die derzeit in Australien herrscht, kriechen immer mehr Giftschlangen in die Städte. Allein im Bundesstaat Victoria sind im vergangenen Jahr knapp 200 Menschen von Giftschlangen angegriffen worden. Jetzt warnt sogar die Regierung vor der Invasion.

Auf der Suche nach Feuchtigkeit kämen Schlangen derzeit vermehrt in Wohngegenden, sagte der Regierungschef des Bundesstaates Victoria, Rob Hulls. „Es wird einen Zustrom von Schlangen geben, und es ist sehr wichtig, dass die Menschen sich von ihnen fernhalten“, betonte er.

Hulls warnte die Öffentlichkeit, nachdem in einem Vorort von Melbourne eine Frau und ihr Hund im Garten von einer Giftschlange gebissen worden waren. Der Hund starb, aber die Frau überlebte den Angriff und befand sich in einem stabilen Zustand im Krankenhaus.

Die Schlangen hielten sich derzeit an Orten auf, an denen sie normalerweise nicht zu finden seien, sagte Hulls. Als Gründe für das Verhalten der Tiere nannte er Trockenheit und hohe Temperaturen. Innerhalb des vergangenen Jahres wurden laut Hulls in seinem Bundesstaat 197 Menschen in Krankenhäusern nach Schlangenbissen behandelt. Das seien 20 Fälle mehr als 2006. Vor einem Jahr hatte es in Australien bereits ähnliche Warnungen vor Schlangen gegeben, nachdem mehrere Menschen durch Bisse der Reptilien getötet worden waren.

Australien ist Heimat einiger der weltweit giftigsten Schlangenarten. Allein im Bundesstaat Victoria kommen mit der rotbäuchigen Schwarzotter, der Braunschlange, der Tigerschlange sowie der Mokassinschlange vier besonders giftige Arten vor.

         http://www.welt.de/wissenschaft/article1540608/Giftschlangen_machen_Australiens_Staedte_unsicher.html


ÖSTERREICHISCHER RUNDFUNK (Vienna, Austria) 09 January 08  90 Schlangen in schwedischer Hütte entdeckt

In einer Hütte in Südschweden haben Unbekannte Dutzende Schlangen sich selbst überlassen. Die schwedische Tierschutzbehörde entdeckte am Montag insgesamt 90 tote und lebende Python-Schlangen in der Hütte in Gnesta, 60 Kilometer südlich von Stockholm, wie die örtliche Tierschutzinspektorin Monica Ängehult heute mitteilte.

Demnach handelte es sich überwiegend um Königspythons. 73 Schlangen waren lebendig, aber in einem schlechten Zustand, während die 17 anderen bereits tot waren. Laut Ängehult befanden sich in der Hütte auch drei tote Eidechsen sowie etwa 50 bis 60 tote Mäuse und Ratten, die offenbar als Futter vorgesehen waren.

"So etwas habe ich vorher noch nicht gesehen", sagte Ängehult. Viele Menschen würden Katzen allein lassen, aber bei Schlangen habe sie das noch nicht erlebt. Da der Stockholmer Zoo nicht alle Schlangen aufnehmen kann, sollen einige der Tiere auch an ausländische Tierparks verteilt werden, wie der Tierpfleger Jonas Wahlström vom Zoo in der schwedischen Hauptstadt sagte.

         http://news.orf.at/?href=http%3A%2F%2Fnews.orf.at%2Fticker%2F276492.html


NEUE KRONEN ZEITUNG (Vienna, Austria) 08 January 08  Schildkröten können ganz schön schnell sein

Wenn es ums Fressen geht, können selbst die ansonsten eher als langsam bekannten Schildkröten ganz schön schnell sein. So ist der Fressvorgang der Wasserschildkröte Matamata mit freiem Auge gar nicht sichtbar. Mittels Aufnahmen mit Spezialkameras haben Biologen des Departments für Theoretische Biologie der Universität Wien nachgemessen: Der Kopf schnellt mit einer sehr hohen Geschwindigkeit in Richtung Beute: Für einen Zentimeter braucht das Tier gerade einmal sechs Millisekunden - eine Millisekunde ist der tausendste Teil einer Sekunde.

"Kurz vor der Beute bremst das Tier den Kopf ab und saugt die Beute ein, indem sie das Maul öffnet und so einen Sog erzeugt", erklärte Projektleiter Josef Weisgram. Der Biologe ist mit seinem Team aber weniger an Geschwindigkeitsrekorden interessiert. Im Rahmen eines vom Wissenschaftsfonds FWF unterstützten Projekts untersuchen die Forscher das Fressverhalten der Schildkröten, mit dem Zweck, die Evolution dieser Tiergruppe zu verstehen.

Dabei vertritt Weisgram ein zur bisher verbreiteten wissenschaftlichen Meinung abweichendes Konzept. Demnach stammen die heute lebenden Schildkröten-Arten nicht von an Land lebenden Ahnen ab. Die Vorfahren lebten laut Weisgram vielmehr im Wasser, jedenfalls teilweise, also semiaquatisch.

Wasserschildkröten saugen Beute ein wie Fische

Die Nahrungsaufnahme von Schildkröten im Wasser ist die primitivere Art und Weise, sich zu ernähren. Ohne eine nennenswerte Zunge zu entwickeln, diese wäre nur störend, saugen die diese Tiere die Beute ein, nicht viel anders als ein Fisch. Die an Land lebenden Formen, mit einer wohl ausgebildeten Zunge, um etwa Früchte verzehren zu können, sind nach dieser Theorie dagegen die höher entwickelten.

Tatsächlich gibt es Schildkrötenarten, welche die Evolution vom im Wasser lebenden, fleischfressenden Sauger zum an Land lebenden Pflanzenfresser während der eigenen Entwicklung durchmachen. Hand in Hand damit geht auch die Entwicklung der Zunge. Diese kann nämlich nur an Land sinnvoll zur Nahrungsaufnahme eingesetzt werden. Unter Wasser würde sie den Wasserstrom beim Nahrungstransport in die Mundhöhle behindern. Das Organ steht daher im Mittelpunkt der Forschungen der Wiener Biologen.

         http://www.krone.at/index.php?http%3A//wcm.krone.at/krone/S15/object_id__88503/hxcms/


FRANKFURTER RUNDSCHAU (Germany) 05 January 08  Kein Krokodil für den Hobbykeller (Petra Mies)

Sie ist schon für zwölf Euro zu haben. Frisch geschlüpft, versteht sich. Ausgewachsen kann eine Schlange, zumal mit seltener Farbe, aber auch mehrere Tausend Euro kosten. In Frankfurts größtem Tiermarkt Zoo & Co. etwa haben sie eine weiß-braune Boa, "die später einmal mehr als zehntausend Euro kosten dürfte". Chef Christian Wenge klingt stolz.

Teures Tier. Aber: Wer sich mal eben eine Todesotter, Mamba, Puffotter, Kettenviper oder Klapperschlange in dem Fachladen holen will, kriegt trotz einer Auswahl von mehr als 40 000 Tieren keine. Und auch keinen Skorpion. Keine Vogelspinne. Keine Krustenechse. Ebenso wenig eine Schnappschildkröte oder einen Orang-Utan. Die Gibt's-nicht-Liste ist noch länger.

Seit drei Monaten nämlich ist es in Hessen verboten, per Gesetz als "gefährlich" eingestufte Wildtiere zu kaufen. Zumindest nicht fürs Privatvergnügen. Wer schon eine Giftschlange hat, darf sie behalten, muss sie aber bis Ende April beim Regierungspräsidium melden. Gewerbliche Halter sind vom Gesetz ausgenommen.

Schlangen begeistern

"Eine meterlange Anakonda hat es schon vor dem neuen Kaufverbot nicht bei uns gegeben, überhaupt keine aggressiven oder hochgiftigen Tierarten, die sind nur etwas für den Fachmann", sagt Wenge. Bei Zoo & Co. haben sie nur liebe Schlangen. Und für die, weiß der Tierhändler, begeistere sich mittlerweile "jeder vom Lehrer über Schüler bis zur Hausfrau". Früher seien Käufer ungewöhnlicher Reptilien schräg gewesen, aber jetzt: Schlängelt sich so manches im Reihenhaus-Terrarium. Das Futter, für kleine Schlangen etwa Mäuse und für große Meerschweinchen, Hasen und Ratten, ist nicht nur lebendig, sondern auch gefroren im Angebot.

Wenge befürwortet das neue Gesetz: "So kommen erst gar keine neuen Problemtiere in die Privathaushalte." Er wünsche Menschen, die schon eine Giftnatter hielten, "dass sie das artgerecht machen". Anfragen nach den Anti-Kuscheltieren gebe es immer wieder. "Die neuen Vorschriften sind vielen Leuten unbekannt."

Bei den "Reptilienbörsen Rolinski" kam es schon mal vor, dass ein Anbieter einen kleinen Kaiman verkauft hat. "Aber auf keinen Fall gab es bei uns Giftschlangen, da kontrolliert auch das Veterinäramt." Hans-Josef Rolinski, mit seinen Börsen quer durch Hessen unterwegs, setzt auf tierische Seriosität. "Es ist eine Quälerei, ein Krokodil nicht artgerecht zu halten." Er schnauft.

Keine Giftschlange im Fachgeschäft, keine bei der Reptilienbörse, woher kamen und kommen die Tiere dann? "Aus Tschechien, aus den Niederlanden, von überall her", erklärt Rolinski. Viele Wege schlängeln sich nach Hessen. "Und außerdem ist im Internet doch alles zu haben." Leider für jeden, "nicht nur für Experten und Liebhaber von Reptilien". Letztere züchteten oft, wodurch sie ihr Hobby auch weiterhin betreiben könnten. Aber sie hätten stets das passende Serum im Haus. Zwar gebe es keine offiziellen Zahlen, "aber verglichen damit, wie oft Hunde die Menschen anfallen, sind Schlangenbisse ganz selten".

Es droht eine Geldbuße bis zu 5000 Euro, wenn Halter ihre gefährlichen Tiere nicht bis April beim Artenschutzdezernat in ihrem Regierungspräsidium melden. Dennoch stehen die Meldewilligen dort bisher nicht gerade Schlange. "Krokodile sind uns schon bekannt, weil sie artengeschützt sind", sagt Dezernatsleiterin Gabriele Fillbrandt vom Regierungspräsidium Darmstadt. "Aber bei Giftschlangen sind nur zehn Prozent artengeschützt, da haben wir noch so gut wie keine Bestandsmeldung." Gabriele Fillbrandt vermutet, "dass viele Leute nichts von der Meldepflicht wissen oder lieber anonym bleiben, weil sie Angst haben, Vermieter könnten ihnen die Haltung dann verbieten". Dass gelistete Tiere im Internet bei "unzähligen Adressen" zu haben seien, findet sie problematisch: "Käufer werden nicht adäquat informiert und beraten."

Ob Vogelspinnen oder Schlangen: Orazio Martino hat sie alle. Vor allem jedoch leben in seiner Anlage "L'alligatore" in Dietzenbach zig Arten von Alligatoren, Kaimanen und Krokodilen. Martino geht sogar, fürs Fernsehen und Gruppen, mit ihnen baden. "Sie sind hochintelligent." Martino hilft Ämtern, wenn sie Reptilien aufgreifen, und berät Privatleute. Das Gesetz begrüßt er, "denn giftige Tiere wie Schlangen haben bei privaten Leuten ohne Fachkundenachweis und Platz nichts zu suchen". Ärger mit Ämtern muss er nicht fürchten. Sein kleiner Spektakel-Zoo ist längst genehmigt.

         http://www.fr-online.de/frankfurt_und_hessen/nachrichten/hessen/?sid=9c784cc69d463615788c6c2fd0b3e4a3&em_cnt=1267018


OBERHESSISCHE PRESSE (Marburg, Germany) 05 January 08   Tierhalter wollen Verbot vor Gericht kippen (Michael Agricola)

 Marburg. In Hessen ist das Halten von gefährlichen Wildtieren seit Oktober verboten.  Doch die Kontrolle ist schwer und die Tierbesitzer drohen mit Klagen.

Wer seit dem 9. Oktober als Privatmann Tiere hält, die auf einer hessischen Liste gefährlicher Tierarten stehen, begeht eine Ordnungswidrigkeit, die mit bis zu 5.000 Euro und der Beschlagnahmung der Tiere bestraft werden kann.

Verboten ist die Haltung von Tieren, die „in ausgewachsenem Zustand Menschen durch Körperkraft, Gift oder Verhalten erheblich verletzen können“.

Für Tierhalter, die ihre Tiere bis zum 30. April beim zuständigen Regierungspräsidium (RP) anmelden, gilt Bestandsschutz. Das heißt, dass sie Tiere und Nachzuchten, die bis zum Stichtag 9. Oktober 2007 auf die Welt kamen, behalten dürfen.

Gefruchtet hat das Gesetz, das mit Stimmen aus allen Fraktionen verabschiedet worden war, in der Praxis offenbar aber noch nicht. Beim Regierungspräsidium in Kassel hätten seit Oktober erst drei oder vier Tierhalter ihre Tiere angezeigt, sagt Susanne Boldt. Ihr Kollege Gerhard Schulze-Velmede von der Naturschutzbehörde des RP Gießen hat immerhin etwa 15 Anmeldungen vorliegen.

Im Internet werde sogar teilweise dazu aufgefordert, die Tiere nicht zu melden, da das Gesetz ohnehin mit Klagen gekippt werden solle, berichten die RP-Mitarbeiter. Boldt und Schulze-Velmede stellen jedoch klar, dass der mögliche Bestandsschutz unwiderruflich erlischt, wenn bis zum 30. April nicht gemeldet worden ist.

         Die Deutsche Gesellschaft für Herpetologie und Terrarienkunde (DGHT), mit ihren bundesweit 8.000 Mitgliedern eine der größten Vereinigungen von Terrarianern und Wissenschaftlern weltweit, lehnt das Gesetz ab und will mit Tierhaltern den Klageweg beschreiten. Dazu raten, die Tiere nicht anzumelden, will die Organisation allerdings nicht. Silvia Macina vom Vorstand der DGHT sagt allerdings auch: „Bis Ende April ist noch einige Zeit. Die Tierhalter müssen nichts überstürzen.“

         http://www.op-marburg.de/newsroom/lokal/dezentral/lokal/art655,194505


DIE ZEIT (Hamburg, Germany) 05 January 08  Siebenjährige von riesiger Anakonda fortgeschleift

In Brasilien ist ein Mädchen von einer neun Meter langen Anakonda angegriffen und fortgeschleift worden. Erst ein beherzter junger Mann konnte der Riesenschlange Einhalt gebieten.

Eine rund 120 Kilogramm schwere Riesenschlange sei in der Nähe von Belem, der Hauptstadt des Amazonas-Bundesstaats Para, aus einem Wald am Rande einer Straße gekrochen und habe sich um die Beine einer Siebenjährigen geschlungen, berichtete die Online-Ausgabe der brasilianischen Zeitung "O Globo". Ein Taxifahrer, der zum Zeitpunkt des Angriffs vorbeifuhr, beobachtete demnach, wie das Reptil das Kind in den Wald schleifte. "Das Mädchen hat versucht, sich an den Pflanzen des Waldes festzuhalten. Sie schrie sehr, wodurch die Leute in der Nähe aufmerksam wurden", berichtete Raimundo Carvalho.

Bevor die Schlange das Mädchen zu Tode würgte, erschien ein junger Mann als Retter. Er schlug der Anakonda mit einer Machete den Kopf ab, so dass ihr Opfer sich befreien konnte. Außer einen Riesenschrecken trug die Kleine nur leichte Beinverletzungen davon. Die geköpfte Schlange zuckte laut "O Globo" noch einige Minuten lang, bevor sie das Leben aushauchte. (mhz/AFP)

         http://www.zeit.de/news/artikel/2008/01/05/2450530.xml


AFP 05 January 08  Kälte lässt in Florida Leguane von den Bäumen purzeln

Miami:  Ungewöhnlich niedrige Temperaturen haben in Miami im US-Bundesstaat Florida für einen regelrechten Leguan-Regen gesorgt: Die Reptilien fielen bei Temperaturen von vier bis fünf Grad Celsius in eine Kältestarre und stürzten daher wie tot aus den Bäumen, in die sie sich zurückgezogen hatten. Angestellte der Stadtverwaltung sammelten die Tiere ein und plazierten sie zum Aufwärmen in der Sonne.

"Bei Temperaturen unterhalb von 15 Grad Celsius haben die Leguane bereits Probleme sich zu bewegen, bei fünf Grad sind sie dann komplett gelähmt", erläuterte ein Wissenschaftler der Universität Florida.

         http://afp.google.com/article/ALeqM5gSTqUwf1BqcE3E9wJGPC29peRWbA


FOCUS (München, Germany) 04 January 08  Schildkröten werden Vegetarier

(sas/ddp)  Spektakuläre Anpassungstechniken haben Wissenschaftler bei Schildkröten nachgewiesen. Diese können ihre Ernährung und gar ihren Lebensraum ändern.

Da sich der Fressapparat bei Schildkröten vom frisch geschlüpften bis zum erwachsenen Tier verändern kann, ist manchmal auch eine Umstellung des Speiseplans notwendig. Die Forscher um Professor Josef Weisgram von der Universität Wien wiesen nach, dass Schildkröten entgegen der bisher verbreiteten wissenschaftlichen Meinung nicht von rein auf dem Land lebenden, also terrestrischen Ahnen, sondern von halbaquatischen Vorfahren abstammen. „Es gibt Schildkröten, die zu Beginn eher Fleischfresser sind, aber mit zunehmendem Alter Pflanzenfresser und damit auch terrestrischer werden“, erläutert Weisgram.

Zunge stört im Wasser

Die Zunge der Tiere kann beispielsweise nur an Land zur Nahrungsaufnahme eingesetzt werden. Unter Wasser funktioniert das nicht, da die Zunge den Wasserstrom beim Nahrungstransport in die Mundhöhle stört. Die Wiener Forscher gehen davon aus, dass es einen Moment geben muss, wo die Zunge zu groß wird. Dann kehrt die Schildkröte offenbar nicht mehr ins Wasser zurück. Diesen Zeitpunkt bezeichnen die Wissenschaftler als „Point of no return“.

Wann genau dieser Punkt erreicht ist, wollen die Forscher mithilfe von Röntgenfilmen und Hochgeschwindigkeitskameras untersuchen. Zwar gelten Schildkröten gemeinhin als träge, aber nach Aussage der Forscher gibt es Arten, die beim Fressen zu einer der schnellsten Bewegungen im ganzen Tierreich fähig sind.

Blitzschnelles Fressen

Beispielsweise ist der Fressvorgang der im Wasser lebenden Schildkröte Matamata, der mit freiem Auge nicht erfassbar ist, mit der Spezialausrüstung analysiert worden. Die Tiere strecken zuerst den Hals mit hoher Geschwindigkeit Richtung Beuteobjekt aus, bremsen dann diese Bewegung kurz vor der Beute ab und saugen diese ein.

Die gepanzerten Reptilien zeigten sich schon immer sehr anpassungsfähig. Das ermöglichte ihnen zum Beispiel, die Dinosaurier kommen und gehen zu sehen. Diese Anpassungsfähigkeit zeigt sich auch, wenn sich zungenlose, im Wasser lebende Schildkröten doch einmal auf festen Boden verirrt haben, wie es bei manchen Arten möglich ist. Diese können sich dann auch ohne Zunge, mit einer Art „trägem Fressen“ ernähren. Die Schildkröte zieht den Kopf zurück und setzt damit das Futterstück in Bewegung, dann wird das Maul geöffnet, der Kopf nach vorne gestreckt und das Futter „fliegt“ gewissermaßen ein Stück zurück.

„Je nachdem, welche Fress-Strategien angewandt werden, kann man auf die Entwicklung oder auf die Position der Tiere im Evolutionssystem schließen“, erklärt Weisgram. Während das Fressen durch Saugen relativ primitiv ist, steht das „Trägheitsfressen“ eine Stufe höher in der Entwicklung, und das terrestrische Fressen mit der Zunge ist eventuell die Spitze der Evolution bei Schildkröten.

          http://www.focus.de/wissen/wissenschaft/natur/anpassungskuenstler_aid_232244.html


HAMBURGER ABENDBLATT (Germany) 03 January 08  Krokodile vergießen wirklich Tränen

(ANG)  Krokodile vergießen tatsächlich die sprichwörtlichen Krokodilstränen, wenn sie fressen. Das hat Ken Vliet von der University of Florida (Gainesville, USA) in seiner Studie herausgefunden, meldet die Zeitschrift "Bild der Wissenschaft" in ihrer aktuellen Ausgabe (1/2008). Den Zoologen hatte das Sprichwort, das bis dahin noch kein Forscher wissenschaftlich überprüft haben soll, zu dieser Studie angeregt.

Auf einer Farm, auf der Reptilien gezüchtet werden, filmte er vier Kaimane und drei Echte Alligatoren beim Verschlingen großer Fleischbrocken. Diese Tiere, die zur Familie der Krokodile gehören, hatte der Farmbesitzer darauf trainiert, das Futter an Land und nicht im Wasser zu vertilgen. Deshalb konnte Vliet ihnen zusehen.

Beim Auswerten der Aufnahmen stellte er fest, dass fünf der sieben Tiere beim Fressen große Tränen vergossen. Nun werden diese nichts mit den Tränen zu tun haben, die Plinius der Ältere in seiner "historia naturalis" vermutete. Er schrieb, die Krokodile weinten ihren Opfern nach, das heißt, heuchelten Trauer über ihre Opfer. Der Grund für die Tränen ist viel einfacher: Wenn Krokodile - oder eben Kaimane und Echte Alligatoren - ihr Maul sehr weit aufreißen und viel Luft durch die Nasenhöhlen pressen, wird Druck auf die Tränendrüsen ausgeübt, und es entstehen unwillkürlich Krokodilstränen.

Das Krokodilstränenphänomen kennt auch die Medizin: Bei Menschen, die darunter leiden, tritt während der Nahrungsaufnahme Tränenfluss auf.

         http://www.abendblatt.de/daten/2008/01/03/833114.html


DER SPIEGEL (Hamburg, Germany) 02 January 08  Python verwechselt Golfbälle mit Hühnereiern - Mahlzeit mit Verdauungsproblemen: In Australien hat ein Python Golfbälle verzehrt. Bewohner eines Hauses hatten sie ausgelegt, um ihre Henne zum Eierlegen zu animieren.

Brisbane (jjc/AP):  Der Python hatte im Hof eines Hauses in Nobbys Creek in New South Wales vier Golfbälle verschlungen. Die Besitzer der Henne, für die die Bälle gedacht waren, entdeckten erst das Fehlen der Golfbälle - und danach einen auffallend klobigen Teppichpython (Morelia spilota variegata).

Die Besitzer des Reptils brachten die 80 Zentimeter lange Schlange daraufhin in das nahe gelegene Wildreservat Currumbin. Tierarzt Michael Pyne holte die vier Golfbälle aus dem Darm. Das Tier habe sich schnell erholt, sagte der Mediziner. Wenn der Python nicht gefunden und zum Arzt gebracht worden wäre, hätte ihn das unverdauliche Mahl mit Sicherheit das Leben gekostet.

         http://www.spiegel.de/panorama/0,1518,526150,00.html


2007

ÖSTERREICHISCHER RUNDFUNK (Vienna, Austria) 18 December 07  Happ: Puffotter, Kobra und Krokodil im Gepäck

Österreichische Soldaten bereiten sich derzeit auf ihren umstrittenen Einsatz im Tschad vor - Kärntens Reptilienexpertin Helga Happ hilft ihnen dabei. Sie schult Soldaten in Niederösterreich im richtigen Umgang mit giftigen Tieren. 

            59 Soldaten werden im Umgang mit giftigen Tieren geschult.    Lebendiges Anschauungsmaterial zur Schulung

Es ist eine Feindbeobachtung der etwas anderen Art: 59 Soldaten, die sich gerade für den Tschad-Einsatz vorbereiten, sitzen gespannt in der Melker Kaserne. Statt trockener Seminarunterlagen hat Helga Happ lebendiges Anschauungsmaterial zur Soldatenschulung mitgebracht. 

Soldaten sollen Berührungsängste überwinden

Was Helga Happ alles im Gepäck mitführt? - "Eine Puffotter, die vor allem in diesem Landesteil häufig vorkommt und sehr gefährlich ist, eine Kobra, eine halbwüchsige. Dann einige Skorpione und Spinnen und ein junges Krokodil – damit die Soldaten diese Tiere einmal lebend sehen und so Berührungsängste überwinden", so Happ. 

            Gegenmittel werden nach Afrika mitgenommen

Für die Reptilienexpertin Happ ist die Gefahr, die von der Natur ausgeht, nicht zu unterschätzen: "Da sind schon Tiere dabei, die wirklich lebensgefährlich sind".

Deshalb sorgt das Heer auch medizinisch vor: Sämtliche Gegenmittel werden nach Afrika mitgenommen und in Lagern in Kühlcontainern aufbewahrt. 

Eine Gefahr: Skorpion und Co in den Stiefeln

Der Kommandant der Pioniere aus Melk, Bernhard Weingartmann, ist sich bewusst, wie wichtig es ist, einfache Alltagsgewohnheiten zu ändern.

"Wir sind speziell darauf vorbereitet worden, dass es eine Umstellung für jeden sein wird, weil man einfach bedächtiger sein muss: Wenn man heute in der Früh aufsteht, schaut man eigentlich nicht in seine Schuhe hinein, ob ein Skorpion oder ein anderes Tier drin ist. Das wird man sich dort unten aneignen müssen". 

            http://kaernten.orf.at/stories/243891/


OSNABRÜCKER ZEITUNG (Germany) 15 December 07  Alligatoren an der Angel (Joachim Schmitz)

Geo-Reportage: Alligatorjagd in Florida - Arte, Samstag 21.35 Uhr

"Sie haben mir das Halsband meines letzten Hundes aus dem Bauch einer Echse geholt." Was auf den Zuschauer irgendwie tragikomisch wirkt und die Garten(teich)-Besitzerin empört um Hilfe rufen lässt, ist kein Einzelfall in Florida. Die rund eine bis zwei Million Alligatoren des "Sunshine state" im Süden der USA leben eben nicht nur in den berühmten Sümpfen der Everglades, sondern eigentlich überall, wo sich genügend Wasser findet - und davon gibt es reichlich in Florida.

Und so ist es eine der immer wiederkehrenden Meldungen auf den vermischten Seiten der Zeitungen, die aus Florida den Weg in den Rest der Welt finden. Mal wird, wie im Juli 2005, ein übermütiger Schwimmer von einem Reptil getötet; mal kann sich, wie im Jahr davor, ein zwölfjähriger Junge in heldenhaftem Kampf aus dem Maul eines Alligatoren befreien.

Als auf der vor allem von Touristen geschätzten Insel Sanibel Island innerhalb von drei Jahren zwei Menschen bei solchen Zwischenfällen ums Leben kamen, blies man dort zur Hatz und brachte innerhalb weniger Wochen 150 Tiere um. Doch mittlerweile kehrt bei immer mehr Bewohnern die Vernunft und ein Einsicht ein, dass nur ein friedliches Nebeneinander Florida seine einmalige Natur bewahren kann. Schließlich sind Alligatoren auf ihre Art selbst Tierschützer: Nesträuber wie Waschbären stehen bei ihnen ganz oben auf der Speisekarte - dadurch helfen sie den bunten Vögeln des "Sunshine state".

Von dem Versuch, dieses Miteinander zu ermöglichen, handelt der Film von Heiko de Groot. Er begleitete Scot Barbon bei seiner Arbeit als "State Alligator Trapper". Der wird gerufen, wenn die Echsen in Gartenteichen oder bei Schulen auftauchen. Mit Ködern aus angefaultem Fleisch und nachgeahmten Alligatorrufen lockt er die Tiere, zieht sie mit einer Angel an Land und mit einer Schlinge aus dem Wasser, klebt ihnen das Maul zu und bringt sie an einen Ort, wo sie keinen Schaden anrichten und keinen Hund samt Leine verschlingen können.

            http://www.neue-oz.de/information/noz_print/medien/18297177.html


SPIEGEL (Hamburg, Germany) 14 December 07  Dutzende Krokodile an Leberzirrhose verendet

Lucknow (AP):  Wildschützer hatten die Kadaver von bisher 26 Krokodilen am Ufer des Flusses Chambal entdeckt, der zwischen den Bundesstaaten Uttar Pradesh und Madhya Pradesh verläuft. Wie der Leiter des Wildschutzes von Uttar Pradesh, D. Suman, sagte, habe man keine Zeichen äußerer Verletzungen an den Tieren entdecken können. Gleichwohl habe die Obduktion Schäden an Leber und Lunge der Tiere gezeigt. Todesursache sei eine Leberzirrhose, so Suman.

Jetzt soll nach der Ursache der Krankheit geforscht werden. Weil die Fische im Fluss quicklebendig seien, könne eine Vergiftung der Krokodile vermutlich ausgeschlossen werden, hieß es. Dennoch untersuchen Wissenschaftler derzeit die Wasserqualität.

Die seltenen Krokodile der Art "Gavialis gangeticus" waren in den Mittsiebzigern in Indien nahezu ausgestorben. Der Ganges-Gavial lebt im Süßwasser, hat eine lange, außergewöhnlich schmale Schnauze und ernährt sich hauptsächlich von Fischen. Er kann bis zu sieben Metern lang werden.

Das Gelände am Fluss Chambal war im Jahr 1978 zum Reptilienschutzgebiet erklärt und einzelne Arten dort angesiedelt worden. Am 8. Dezember hatte man dort das erste tote Krokodil entdeckt.

            http://www.spiegel.de/panorama/0,1518,523316,00.html


Weltgrösste Riesen-Kobra entdeckt

Sie wird knapp drei Meter lang und hat in einem Biss genug Gift, um 15 bis 20 Menschen zu töten: Forscher haben in Kenia die weltweit grösste Speikobra entdeckt und als bislang unbekannte Art eingetragen.

 

Die neue Art wurde Naja ashei getauft, zu Ehren von James Ashe, dem Gründer einer Schlangenfarm in Watamu an der kenianischen Küste. Er hatte sich seit Jahren für die Erforschung der Kobraarten der Region eingesetzt.



Speikobras verteidigen sich ausser mit Bissen auch durch gezieltes Spucken ihres Gifts in die Augen eines Angreifers. Die Tiere können dabei über mehrere Meter gezielt spucken. Wird das Gift nicht ausgewaschen, kann die Spuckattacke blind machen.



Gegen die Bisse von Naja ashei lasse sich nun ein «massgeschneidertes» Gegengift herstellen, betonte Wildlife Direct. Bisher sei die Behandlung mit üblichen Gegengiften nicht immer erfolgreich gewesen.


DER STANDARD (Vienna, Austria) 27 November 07  Das Geheimnis der Salamander (Kurt de Swaaf)

Berkeley:  Sie sind klein, oft farbenfroh und überaus anpassungsfähig. Die Salamander aus der Familie Plethodontidae bewohnen verschiedene Lebensräume vom Süden Kanadas bis in die Urwälder Amazoniens. Die Artenvielfalt innerhalb dieser Gruppe ist groß, als gemeinsames Merkmal gelten vor allem die im Laufe der Evolution zurückgebildeten Lungen: Die Tiere atmen ausschließlich über ihre Haut und die Mundhöhle.

Am verblüffendsten ist allerdings ihre geografische Verbreitung. Fast alle Spezies sind auf den beiden amerikanischen Kontinenten beheimatet, wo wohl auch der Ursprung dieser Amphibienfamilie zu suchen ist. Eine gute Handvoll Arten hat es jedoch nach Südeuropa verschlagen, nach Sardinien, auf das italienische Festland und Südost-Frankreich Doch wie gelangten die Lurche dorthin? Bislang hatten Forscher dafür zwei mögliche Erklärungsmuster parat: Entweder kamen die Vorfahren der europäischen lungenlosen Salamander vor etwa 55 Millionen Jahren aus dem Westen über eine damals existierende nordatlantische Landverbindung, oder sie gingen den mehr als doppelt so weiten Weg über die zeitweilig trockene Beringstraße und Asien.

Letzteres schien einigen Fachleuten unwahrscheinlich, zumal im gesamten asiatischen Raum weder lebende Plethodontidae noch Fossilien dieser Tiere bekannt waren.

Das erste Beweisstück

Die Wende kam 2003, als Biologen ausgerechnet im dichtbevölkerten Südkorea eine bis dahin unbekannte lungenlose Salamander-Art entdeckten. Man taufte sie Karsenia koreana. Unter Amphibien-Forschern löste der Fund Begeisterung aus. Ein wichtiges Puzzlestück war aufgetaucht. Doch es klafften noch immer enorme Lücken in der Beweislage. Um die Spur der Lurche weiter verfolgen zu können, haben die Biologen David Vieites und David Wake von der US-Universität Berkeley zusammen mit ihrer südkoreanischen Kollegin Mi-Sook Min eine detaillierte DNA-Analyse sämtlicher Plethodontidae-Gattungen durchgeführt.

So gelang es den Experten, den Stammbaum der Familie und ihre Evolutionsgeschichte zu rekonstruieren. Das Ergebnis: K. koreana und die europäischen lungenlosen Salamander (Gattungen Speleomantes und Atylodes) sind tatsächlich eng miteinander verwandt, ebenso wie mit kalifornischen Arten der Gattung Hydromantes.

Vorfahren dieser drei Gruppen dürften vor circa 65 Millionen Jahren gelebt haben, wahrscheinlich sogar in Asien, schreiben die Wissenschafter in der aktuellen Ausgabe des Fachblatts PNAS.

In den fast unendlichen Weiten Asiens

            Die Besiedlung Eurasiens durch ursprünglich amerikanische Lurche hätte nach Ansicht der Forscher vorher, während der Kreidezeit und über die Beringstraße, begonnen. Ein deutlich wärmeres Weltklima soll dort sowohl die Eroberung neuer Lebensräume wie auch die Bildung neuer Arten begünstigt haben. Hydromantes wanderte zurück nach Nordamerika, während andere bis ans Mittelmeer zogen. Und dazwischen?

Vermutlich leben heute noch einige lungenlose Salamander-Spezies versteckt in den fast unendlichen Weiten Asiens. Eine gezielte Suche in China im vergangenen Jahr schlug allerdings fehl. Trotzdem: "Wir erwarten, dass weitere Arten gefunden werden", sagt David Wake dem Standard. "Aber dies könnte viel harte Feldarbeit in schwierigen Teilen der Welt erfordern." Wie zum Beispiel in Nordkorea oder Afghanistan.

            http://derstandard.at/?url=/?id=3127039


AACHENER NACHRICHTEN (Germany) 23 November 07  Toter Leguan sorgt für Aufregung

        Aachen (Pol-Ac):  Ein vermeintliches Krokodil hat am Donnerstag in Aachen für Aufregung gesorgt: «Krokodil im Wasser, Länge knapp ein Meter!», meldeten Spaziergänger per Notruf. Inzwischen steht fest: Es ist ein Leguan.

Kurz nach 16 Uhr hatten Sie im Bach an der Alten Mühle in der Scherbstraße das Tier entdeckt. Kurze Bitte der Beamten an die Spaziergänger: «Aus gesicherter Deckung das Tier beobachten, eine Streife ist unterwegs!»

Als die Beamten am Einsatzort ankamen, fanden sie ein etwa 70 Zentimeter langes Tier, das offensichtlich bereits tot war.

Nach vielen Fachsimpeleien unter Polizisten, Feuerwehrleuten, Spaziergängern und ersten Ermittlungen wurde der Bauhof der Stadt verständigt. Die Bediensteten haben das leblose Tier mitgenommen. Bürokratisch korrekt wurde es unter der Asservatennummer 1988 in der Kühltruhe zwischengelagert und am Freitag umgebettet zum Veterinäramt.

Die Polizei hat die Ermittlungen wegen des Verdachtes eines Verstoßes gegen das Bundesnaturschutzgesetz aufgenommen. Derzeit ist davon auszugehen, dass das Reptil verendet ist und dann in dem Bach abgelegt wurde.

http://www.an-online.de/sixcms/detail.php?template=an_detail&id=358934&_wo=


LIFEPR (Karlsruhe, Germany) 22 November 07  Sechs Junge bei den Regenbogenboas im Zoo Basel

Basel:  Es schlängelt derzeit im Zoo Basel. Die am 14. November im Vivarium geborenen Regenbogenboa-Babys sind bereits im Bauch ihrer Mutter aus den Eiern geschlüpft und seit ihrer Geburt auf sich selber gestellt. Bis zur ersten Häutung wird man noch auf das typische regenbogenfarbige Schillern warten müssen.

Sechs etwa 40 Zentimeter lange Regenbogenboa-Babys schlängeln sich seit dem 14. November durch ihr Terrarium im Zoo Basel. Im Gegensatz zu den meisten anderen Schlangen sind die Kleinen nicht aus einem Ei geschlüpft. Boas halten die Eier bis zum Schlupf im Körper zurück und bringen dann voll entwickelte, bereits selbständige Junge zur Welt. Auch die Mutter der Jungen wurde 1991 im Vivarium geboren und hat jetzt erstmals selbst Junge bekommen. Wie alle Regenbogenboa-Mütter betreut sie ihren Nachwuchs nicht.

Der Name "Regenbogenboa" stammt vom farbig schillernden Glanz, den die Schlangen besonders kurz nach der Häutung aufweisen: Feinste, vom Auge nicht sichtbare Lamellen in der obersten Hautschicht brechen das Licht wie Prismen und erzeugen den prächtigen Regenbogeneffekt. Erst wenn die Jungen erstmals ihre Haut abstreifen und der prächtige Schillerglanz zum Vorschein kommt, werden auch sie ihrem Namen wirklich gerecht werden.

            http://www.lifepr.de/pressemeldungen/zoologischer-garten-basel/boxid-24498.html


ÖSTERREICHISCHE RUNDFUNK (Vienna, Austria) 21 November 07  Wie Schlangen giftige Tiere fressen (Robert Czepel)

Wie können Fleischfresser Gifttiere verzehren, ohne sich dabei zu vergiften? Biologen berichten nun von einer simplen, aber wirksamen Strategie der australischen Todesotter: Sie wartet einfach.  

Lässt nämlich die Schlange (Acanthophis praelongus) genug Zeit nach dem Erlegen einer giftigen Beute verstreichen, baut sich die gefährliche Schutzsubstanz einfach ab - und die Mahlzeit kann beginnen. 

Wettrüsten mit klarem Sieger   

Die Wartezeiten sind der Giftigkeit der jeweiligen Spezies angepasst, wie Ben Phillips und Richard Shine von der University of Sydney im Fachjournal "American Naturalist" (Bd. 170, S. 936) berichten: Der Marmor-Sumpffrosch (Limnodynastes convexiusculus) etwa produziert im Angriffsfall ein klebriges Sekret, das für die Schlange durchaus unangenehm ist. 20 Minuten später hat sich jedoch dessen Wirkung verflüchtigt.

Ähnlich lange dauert es auch, bis das Toxin des Dahl-Wasserfrosches (Litoria dahlii) seine Wirkung verliert. Ungiftige Tiere frisst die Todesotter hingegen sofort. Ihr Verhalten ist insofern bemerkenswert, als es zwischen Räuber und Beute oft zu einem Wettrüsten kommt, bei dem sich Angriffs- und Verteidigungsmaßnahmen langfristig die Waage halten. In diesem Fall dürfte die Schlange aber eine unschlagbare Strategie entwickelt haben.

            http://science.orf.at/science/news/150080


WISSENSCHAFT (Leinfelden-Echterdingen, Germany) 20 November 07  Giftfrosch, gut abgehangen

Schlangen warten mit dem Verzehr ihrer Beute, bis sich deren Toxine zersetzt haben

Die australische Todesotter wartet nach dem Töten giftiger Frösche mit dem Fressen, bis sich deren Giftstoffe zersetzt haben. Das haben Ben Phillips und Richard Shine von der Universität von Sydney beobachtet. Die Schlange aus der Familie der Giftnattern tötet Frösche mit ihren Giftzähnen, um sie daraufhin zu verschlingen. Ungiftige Frösche verspeist sie sofort, bei giftigen Arten aber übt sich die Schlange in Geduld.

            http://www.wissenschaft.de/wissenschaft/news/285623.html


ECHO-MUENSTER (Münster, Germany) 20 November 07  Faszination Chamäleon: Sensible Exoten mit hohen Ansprüchen (Klaudia Maleska)

Unwillkürlich blickt man an sich herunter, wenn sie einen so fixieren - die Chamäleonaugen. Sie schauen unergründlich wie aus einer stehengebliebenen Vergangenheit in eine Gegenwart, in die sie nicht wirklich gehören.

Und sie sehen mit einem Augen auf den Pulli, mit dem anderen auf die Socken ihres menschlichen Gegenübers. Passt da etwa farblich ´was nicht? Sie müssen es wissen, denn von Farben verstehen sie etwas. Während man sie anschaut, wird aus Tiefblau Smaragdgrün, bekommen gelbgrüne Schuppenhäute plötzlich schwarze Punkte. Wenn das geschieht, passen sie sich nicht dem Hintergrund an, wie weitläufig angenommen. Sie sind dann schlichtweg erregt.

Dort, wo Züchter und Biologiestudent David Hellendrung seine Tiere hält, wird der Besucher von rund 150 Chamäleons beäugt. Kein Tier scheint einem gleichzeitig so bizarr exotisch und so faszinierend possierlich wie diese Kreaturen. Ihre Füße greifen ähnlich tapsig wie Kinderhände in zu großen Fausthandschuhen, ihre Mienen scheinen zu schmollen und man kann sich

gar nicht sattsehen an dem exakt aufgeringelten Schwanz und der blitzschnell zuschlagenden Zunge.

Farbe und Possierlichkeit werden dem Chamäleon oft zum Verhängnis. „Diese Tiere sind sensibel und brauchen besondere Haltungsbedingungen“, sagt Fachmann Hellendrung, der an die elf Jahre diese Exoten züchtet. „Selbst erfahrene Halter stehen immer wieder vor neuen Herausforderungen.“ Ihm tut es Leid, wenn die Tiere Opfer von Spontankäufern auf Börsen werden. „Wie bei jedem anderen Lebewesen auch gilt: Erst einmal gründlich informieren und dann entscheiden.  Bei Zufallskäufern ist das Geld für das Tier kein Problem, aber das Fachbuch dazu wird dann doch zu teuer.“

Dabei würde es so manchen schon von einem vor schnellen Kauf abhalten, wenn er wüsste, dass das Terrarium eines Chamäleons täglich – und zwar wirklich täglich – besprüht werden muss. David Hellendrung hat Freude an der Natürlichkeit der Arten und kann nicht nachvollziehen, dass Chamäleons zu Prestigetieren avancieren. „Da möchte ein Kunde einen „Highyellow“, der andere wünscht sich „Darkblue“. Und für Albinos werden horrende Preise gezahlt. Dabei, so Hellendrung, hat ein derart pigmentgestörtes helles Chamäleon in einem grünen Dschungel wenig Chancen. Und richtig schönaussehen tut es auch nicht, eher als hätte es Pilze. Dass er selbst ein Albino hat, war kein Zuchtziel sondern Zufall. „Ich frage mich, ob diese Färbung mit genetischen Defekten einhergeht, es scheint mir nicht so robust“, sagt Hellendrung und hofft, dass „Frosty“ es schafft.

Gern würde er mehr forschen über Fortpflanzungsbedingungen, Lebensweise, genetische Reinheit der Arten. „Aber dafür gibt es an der münsterschen Universität kein Interesse“, bedauert er. So betreibt er seine Zucht weiter als Hobby, in das er rund 500 Euro im Monat steckt. Hellendrung experimentiert mit Temperaturen, Nahrungsmenge und Feuchtigkeit, um die besten Bedingungen für die einzelnen Arten zu schaffen. Werden die Exemplare in der Natur bis zu drei Jahren alt, können sie unter entsprechenden Bedingungen in menschlicher Obhut bis zu acht Jahre erreichen.  

David Hellendrung bastelt unermüdlich und mit kreativer Erfindungsgabe und technischem Geschick Bewässerungssysteme, tüftelt über Beleuchtung nach und optimiert die Bedingungen im Brutschrank. Zahlreiche verlässliche

Helfer sorgen für die Tiere, wenn er auf Reisen ist.

Anfassen, streicheln, knuddeln und Namen geben – alles kein Thema für Hellendrung. „Chamäleons sind keine Heimtiere im üblichen Sinne“, warnt er auch dringend davor, sie unkundigen Kinderhänden zu überlassen. Wer gern beobachtet – und auch da ist ja nicht viel „Action“ zu erwarten – kommt als Halter in Frage. Wenn der Biologiestudent seine Nachzuchten verkauft, achtet er so gutes geht auf die Seriosität seiner Kundschaft und berät sie ausgiebig.

Hellendrung züchtet übrigens noch etwas, und darauf haben es die Chamäleons besonders abgesehen: Futtertiere. Kaum hält er einem Pantherchamäleon (Furcifer pardalis) eine Heuschrecke hin, zischt die klebrige Zunge zielsicher heraus und hat das Insekt am Wickel. Eventuell wird die ganze Gesellschaft samt den Montanarten (die mit den kleinen Hörnchen), dem Molch, der Aga-Kröte, einigen Bartagamen, anderen Echsen und Waranen umziehen aus den Räumen am Güterbahnhof in ein größeres Domizil. „Wenn das zum Tragen kommt“, hofft Hellendrung, „kann ich meterhohe Terrarien bauen und die technische Ausstattung noch einmal gründlich optimieren.“

Das hört auch das Weibchen Furcifer Pardalis „Nosy Be“, und schaut mit einem Auge in die Vergangenheit und mit dem anderen in die Zukunft.

            http://www.echo-muenster.de/node/3322


DIE WELT (Berlin, Germany) 19 November 07  Verschwundene Schildkröte verzweifelt gesucht - Sie hieß Turtle Harriet, wohnte in Berlin und eines Tages war sie fort. Hatte sie sich zum Winterschlaf zurückgezogen? Spürhunde, Internet-Recherche, Kollegen - nichts und niemand konnte helfen. Bis dann die Sache mit dem Rhododendron und der Spitzhacke passierte.

  Foto:  Griechische Landschildkröten wie diese graben sich im Winter gern ein - die hiesigen Temperaturen können sie allerdings nur schwer überleben (Okapia)

            Im Grunde kann man sagen, die Nachbarin hat Turtle Harriet das Leben gerettet. Natürlich sind wir ihr dankbar. Aber wir sagen es ihr nicht, ganz bestimmt nicht. Ausgerechnet ihre Marotte, in jedem Herbst den wunderschönen, buschig über ihren Zaun gewachsenen Wein bis auf die Wurzeln zurückzuschneiden, brachte letztlich die Schildkröte wieder in die Welt zurück.

Alle Jahre wieder steht sie mit ihrer Gartenschere drüben. "Schade, Frau Nachbarin", sage ich dann immer. "Macht doch nichts", antwortet sie dann immer, "der wächst doch wieder". Sie hat Recht, stimmt, bis in den Spätherbst ist der Wein stets wieder da in seiner Pracht, dann, wenn die Blätter schon rot sind, und wenn die Gartenstühle wieder in der Garage stehen. Aber während des ganzen Frühjahrs und Sommers, wenn wir im Garten sitzen, blicken wir nur auf ihren nackten Zaun. Eigentlich ist es ja kein Zaun. Eher ein trennendes Etwas, Marke Eigenbau, aus Holzstäben, Plastedraht, Sicht-Asbest und unregelmäßigen Verschraubungen, in verschiedenen Größen. Irgendwie ja fast schon ein Kunstwerk, doch, doch. Zwischen Futurismus und Nachkriegsinstallationismus vielleicht.

"Der hat was", sagt dann immer die Ehefrau. Trotzdem hatte sie die großartige Idee, dass wir jetzt unsere Rhododendren-Batterie am Zaun in Stellung bringen, um ein für allemal gewappnet zu sein gegen den Wein-Verschnitt von drüben. Gesagt, getan.

Zu dem Zeitpunkt war unsere Schildkröte Turtle Harriet schon ungefähr vier Wochen verschwunden. Eine Katastrophe. Irgendwann ließ sie sich nicht mehr blicken, kam nicht mehr zum Futterplatz. Was ja an manchen Tagen vorkommt, gewiss. Aber eines Tages fiel schon auf, dass immer nur ihre Schwester, James Bond (das Geschlecht lässt sich bei den Vierjährigen noch nicht definitiv bestimmen, die Namensgebung ist also willkürlich), angewackelt kam zum Löwenzahn und den Salatblättern. Harriet war weg.

Schildkröte und Kater auf Wanderschaft?

Anfangs machten wir noch Scherze. Weil der Kater vom Nachbarn (dem anderen) zur selben Zeit abgehauen war, drängte sich der Witz auf, ob die beiden vielleicht zusammen in die Weite gezogen waren. Wie die Bremer Stadtmusikanten mit ihrer Devise: "Etwas besseres als den Tod findest du überall". Doch der Witz passte bald nicht mehr. Sahen wir doch unsere kleine griechische Landschildkröte tatsächlich in großer Gefahr. Aus eigener Kraft konnte sie unsere kleine Liegenschaft ja nicht verlassen haben, auch nicht durch das löcherige Kunstwerk der Nachbarin, nicht mit ihrem Panzer. Hatten wir doch mit Maschendraht rundum alles abgedichtet, bis ins Erdreich hinein. Und für den Bussard von oben wäre sie inzwischen nun doch schon zu schwer. Offenbar also war sie also irgendwo und unauffindbar im Garten auf Tauchstation gegangen, zur Vorbereitung auf den Winterschlaf. Wie es eben ihr genetisches Programm vorsieht. Dies freilich für das Klima in ihrer Stammes-Heimat Griechenland. Nicht für den kontinentalen Winter im kalten Berliner Land, Westsibirien quasi, mit Dauerfrost bei zehn Grad minus.

James war längst in ihrer Kiste im Keller, bei zehn Grad plus und bei einem Herzschlag pro Minute, Kopf und Beine eingezogen, Nulldiät und Tiefschlaf bis März. Aber Harriet? Sind wir nun, so grauste uns, vom Dezember bis März dazu verurteilt, jeden Abend aufs Thermometer zu schauen, und bei jedem drohenden Frost uns auf eine schlaflose Nacht einzurichten, aufrecht im Bett, mit schlechtem Gewissen gegenseitig anschauend, weil wir die arme Kröte nicht rechtzeitig aus ihrem freien Verkehr im Garten gezogen haben? Stand uns ein Horrorwinter bevor?

Suche nach Trost im weltweiten Netz

Hoffnung gab das Internet. Irgendwo würde sich doch eine Website finden lassen, auf der wir lesen können, dass eine kleine griechische Landschildkröte mal den schärfsten sibirischen Winter überstanden hätte. Tatsächlich, unter den 5367 Schildkrötenchats, -foren und -blogs allein in deutscher Sprache war hier und da auch die Rede von solchen Heldenkröten. Im Durchschnitt, da half aber alles Suchen nichts, hieß es dann auf den Klatsch-Websites doch eher: Unsere Schildkröte spurlos verschwunden, harter Winter, nicht wieder aufgetaucht, und so weiter.

Die Tage gingen dahin. Tags immer wieder im Garten die Scholle inspiziert nach Spuren, nach aufgelockerter Erde, abends immer wieder im Netz nach Trost spendenden Websites gesucht. Unglaubliches lasen wir da: Bis zu einem halben Meter tief sollen sich die kleinen Tiere, langsam und gepanzert wie sie sind, ins Erdreich eingebuddelt haben. Unsere Harriet, insgeheim ein Maulwurf? Wir hätten ihr auch das nachgesehen, wenn wir nur gewusst hätten, wo sie ist. Harriet, hörst du uns nicht?

Ein Hund, ein Waldi musste her

Dann der entscheidende Hinweis im Netz. Irgend ein kombinierter Schildkröten- und Hundebesitzer prahlte da: Sein Reptil, das sich auch viel zu früh im Garten eingegraben habe, angeblich gleich dreißig Zentimeter tief - es sei locker von seinem Waldi aufgespürt worden. Genau. Das war es. Ein Hund, ein Waldi musste her. Da lag es nahe, im Verlag an alle Kollegen eine Rundmail zu schreiben: Wer hätte da einen geeigneten Spürhund? Was darauf folgte, war Beistand pur: am Telefon, per E-Mail, im Aufzug, am Mittagstisch in der Kantine. Viele Tipps: Hier hat eine Kröte einen harten Winter locker überlebt, da hat einer zumindest so was ähnliches mal gehört. Und tägliche ehrlich mitfühlende Nachfragen: Ist die Kröte wieder da? Aber auch Mahnungen: Wir haben unsere Schildkröte ja längst hereingeholt. Jeder schien eine Schildkröte zu haben oder doch mit einer nah oder fern bekannt zu sein.

Derweil wurde es kalt im Garten. Die Profis winkten gleich ab. Der Redaktionsjäger, im Besitz eines geprüften, bewährten und erfahrenen Jagd- und Spürhundes, nahm kühl aber fachmännisch alle Hoffnung: Hunde seien nur auf Warmblüter getrimmt. Und bei einem Herzschlag pro Minute ist die Kröte schon verdammt kaltblütig. Beim Roten Kreuz gab man sich zunächst hoffnungsvoller, der Berliner DRK-Hundeführer versprach sogar, alle angeschlossenen Hundestaffeln in Brandenburg zu kontaktieren. Endlich mal eine andere Herausforderung, hörte man aus seinem Engagement heraus. Und tatsächlich: Täglich gab er uns neue Auskunft über seine Suche am Telefon: Dort oben, hinter Templin, habe ich gestern niemand erreicht, die müssten helfen können. Bis die Sache einschlief. "Unsere Hunde suchen verschüttete Menschen, keine Schildkröten", musste er dann doch die Reaktionen aller Kollegen im Umland zusammenfassen. Sein letzter Anruf. Aber das machte nichts.

Denn inzwischen waren wir auf den wirklich entscheidenden Hinweis gestoßen. Auf eine Meldung irgendeines Lokalblattes: "Zollhund spürte im Gepäck eines Mannes 136 illegal eingeführte Babyschildkröten auf". So stand es da, schwarz auf weiß. Na also, der Zoll. Warum sind wir nicht gleich darauf gekommen? Der erste Anruf klang noch kooperativ: Da helfen die Kollegen wirklich gern. "Ich stelle Sie mal durch zum Hundeführer." Deutschlands Beamte, doch ganz flexibel? Nichts da: "Dafür sind wir nicht da. Und überhaupt springen unsere Hunde nur auf Rauschgift und Zigaretten an". Nicht mal die Beamtenhunde also flexibel: Aber die 136 Babyschildkröten? "Keene Ahnung, wer det jemacht haben soll." Schluss.

Donna schnüffelte mal hier und mal da

Zwischendurch war tatsächlich mal ein Hund da, "Donna", eine Art Spitzdackel, von der Kollegin drei Stockwerke höher. Ein netter Kerl. Sie vergnügte sich bestens im Garten, schnüffelte mal hier, mal da, mal am Rhododendron. Und besonders gern an James, die wir ihr natürlich vor die Nase hielten. Ob sie das wohl als Hinweis verstand, dass da irgendwo James' Schwester zu suchen sei? Nach einer halben Stunde gaben wir es auf. Und die Hoffnung auf Harriet langsam auch. Bis die Sache mit dem Wein und dem Zaun der Nachbarin passierte.

Der Rhododendron musste also ein paar Meter versetzt werden. Natürlich musste da Vorsicht walten. Solange Harriet irgendwo im Untergrund schlief, kamen für Erdbewegungen eigentlich nur die Playmobil-Schaufel und die Zahnbürste in Frage. Aber damit einen ganzen Rhododendron versetzen, daumendicke Wurzeln kappen? Am Anfang ging es noch, aber es wurde immer heftiger, bald war rohe Gewalt angesagt. Harriet ist ja sowieso weg, wo sollte sie schon sein? Bei größeren Anstrengungen reift Unvorsichtigkeit wie im Alkoholrausch.

Happy end beim Rhododendron

Was sein muss, muss sein, es geht hier um den unsäglichen Zaun, nicht um die Schildkröte. Hauruck, und rein mit dem Spaten, wieder und wieder. Her mit der Axt. Wieso ist sie auch abgehauen, so früh im Jahr, die dumme Kröte? Nur noch diese dicke Wurzel muss durch. Geschafft. Steht er nicht wunderbar vor dem Zaun, der Rhododendron? 1A-Sichtschutz, soll sie doch ihren Wein beschneiden, meinetwegen dreimal im Jahr. Noch schnell die Rasenharke und den Besen, um da aufgeschüttete Erdreich wieder wegzufegen, und dann die Sportschau. "Schau mal", hieß es plötzlich bei einem Blick nach unten, "schau doch". Was ist denn? Plötzlich kam die Schildkröte wieder in den Sinn. Aber sie wird doch wohl nicht gemeint sein. Bitte nicht in dieser Erde, nicht hier, wo gerade alles durchgehackt, durchfurcht und zerschnitten wurde. Doch, doch, "schau mal".

Da lugte tatsächlich die Spitze des Panzers hervor, aus einem kleinen Quadratdezimeter Erde. Nur ringsum war die Erde ein wenig gebrochen, ganz zart, als sei Harriet von unten aufgestiegen, wie ein kleines Monster, aus der Tiefe des Erdreiches. "Ich traue mich nicht, sie hochzuheben, da können doch gar nicht mehr alle Beine dran sein, nach deinem Rumgehacke." Da, immerhin der Kopf bewegte sich, wenn auch winterschlaftrunken. Ein beherzter Griff, auf alles gefasst, Harriet war auf der Hand, und nach und nach kamen doch alle vier Beine hervor, heil und unversehrt. Irgendwo unter dem Rhododendron muss sie gelegen haben, über ihr ein Schutzengel. Aber machen wir schnell Schluss hier. Harriet muss sofort wieder einschlafen. Im Keller. Und überhaupt: Sonst kommt auch noch die Nachbarin. Sie ist sehr nett. Aber bedanken wollten wir uns ja nicht bei ihr.

            http://www.welt.de/berlin/article1377638/Verschwundene_Schildkroete_verzweifelt_gesucht.html


OPENPR (Schleswig, Germany) 16 November 07  Kunst & Kultur: Die mit den Schlangen tanzt

  Photo: (Anja Petzold mdr – Moderation\ )

„MDR-Moderatorin Anja Petzold bei Schlangenshow“ - Am 24.11. findet in Magdeburg die „Nacht der Prominenten“ im Zirkus Probst statt. MDR-Moderatorin Anja Petzold führt als Zirkusdirektorin gemeinsam mit Achim Menzel durch das Programm. Außerdem wird sie in einer Schlangenshow mit den Reptilien tanzen. Anja Petzold: „Ich freue mich darauf, habe nur ein wenig Angst, dass etwas schiefgeht, denn die Tiere sind ziemlich schwer, 18 Kilo werde ich durch die Zirkusarena tragen“.

Darauf vorbereitet hat sich die Journalistin bereits bei einer Probe mit dem Künstler Knut Wahalla, der seit zwei Jahrzehnten mit den Reptilien auftritt. Mit ihm und seiner Assistentin probt sie am kommenden Samstag in Wolmirstedt noch einmal die Show, denn auch Techno-Tanzeinlagen gehören dazu. Anja Petzold: „Ich bin keine große Tänzerin, aber das werde ich schon schaffen“.

Das Kostüm hat sie sich schon ausgesucht, im großen mdr-Fundus n Leipzig. Es handelt sich um ein Kleid, dass bei einer Show des mdr Deutschen Fernsehballetts getragen wurde. Anja Petzold: „Es handelt

sich um die Größe 34, ich muß da in den nächsten Tagen noch hineinwachsen.“

            http://openpr.de/news/171640/Die-mit-den-Schlangen-tanzt.html


DIE WELT (Berlin, Germany) 14 November 07 Gefährliche Exoten im Wohnzimmer verboten - Löwen, Krokodile, Giftschlangen, Skorpione und Pfeilgiftfrösche: Hessen verbannt als erstes Bundesland Tiere, die Menschen schwer verletzen oder töten können, aus dem Wohnzimmer. Das neue Gesetz könnte Modellcharakter für ganz Deutschland übernehmen. Doch schon formiert sich Widerstand.

Ein Löwenbaby spielt auf einem Bauernhof im Unterallgäu, in Mittelfranken sonnt sich ein ausgebüxter Kaiman am Flussufer, und in Oberbayern lauert eine amerikanische Schnappschildkröte Teenagern im Badesee auf – die Artenvielfalt in Bayern ist faszinierend. Nach dem Willen von Tierschützern soll sich das ändern. „Wir fordern ein generelles Haltungsverbot für gefährliche Tiere“, sagt die Sprecherin von Pro Wildlife, Sandra Altherr, in München. Weiterführende links

Bilderstrecke: Besonders gefährliche Tiere Bilderstrecke: Besonders niedliche Tiere Die gefährlichsten Tiere der Welt Das Wissen unserer Welt – Testen Sie sich selbst Rachenkiefer der Muränen lassen Opfern keine Chance Fiese Feuerameisen quälen meditierende Mönche Die fürchterlichen Folgen eines Zeckenbisses Vorsicht, giftig!

Vorbild ist Hessen. Dort ist die Haltung „gefährlicher Haustiere“ durch Privatpersonen seit Oktober verboten. Betroffen sind nicht nur Giftschlangen, Skorpione und Co., sondern auch deren Nachkommen, sofern sie nicht bis zum 30.April 2008 bei den Behörden angemeldet werden. Tierhalter wie auch die Initiatoren der Gesetzesänderung gehen davon aus, dass Hessen hier Modellcharakter für ganz Deutschland übernehmen könnte und somit auch andere Bundesländer bald nachziehen werden, vielleicht sogar die gesamte EU.

Doch schon formiert sich der erste Widerstand. Und auch hinsichtlich der Durchführbarkeit des Verbotes bleiben einige Fragen offen. In einem Merkblatt klärt das Regierungspräsidium Darmstadt darüber auf, welche Tiere unter das Verbot fallen. So heißt es darin: „Verboten ist die Haltung von Tieren, die im ausgewachsenen Zustand Menschen durch Körperkraft, Gift oder Verhalten erheblich verletzen können.“ Betroffen sind ausschließlich Privatpersonen, Ausnahmen sind für die gewerbsmäßige Haltung und für „Wissenschaft und Forschung oder vergleichbare Zwecke“ vorgesehen.

Gift des Pfeilgiftfrosches reicht aus, um 20.000 Mäuse zu töten

Auf der „Liste der gefährlichen Tierarten“ steht, welche Spezies unter das Verbot fallen: unter anderem alle Krokodile, Schlangen wie Netzpython und Wasserkobra, aber auch das giftigste Tier der Welt, der Pfeilgiftfrosch (Phyllobates terribiles). Das Gift eines einzigen Tieres reicht aus, um 20.000 Mäuse oder auch zehn Menschen zu töten. Aquarianer haben Glück: Giftige und „gefährliche“ Fische fallen nicht unter die Regelung. Verstöße gegen das neue Gesetz können teuer werden: Bis zu 5000 Euro Geldbuße sind möglich – und das Tier ist auch weg.

Genau hier ergibt sich auch eines der Probleme der neuen Regelung: Was geschieht mit den eingezogenen Tieren? Spezielle Auffangstationen seien in Hessen derzeit nicht geplant, sagt Marcus Conrad vom Regierungspräsidium Darmstadt. Bisher würden die Tiere, die beispielsweise durch den Zoll beschlagnahmt wurden, an private Tierhalter gegeben, die sich mit der jeweiligen Art auskennen. Genau diese Möglichkeit verbaut sich Hessen mit dem Gesetzestext aber selbst, denn auch verantwortungsvolle private Halter sind und bleiben eben private Halter.

Marcus Conrad sieht die Lösung des Problems darin, dass man diese speziellen privaten Halter zu „Verwahrern“ macht und sie somit von der Regelung ausnimmt. „Eine dauerhafte Unterbringung könnte dann beispielsweise in Zoos, vielleicht auch in anderen Bundesländern, erfolgen“, so Conrad.

Daraus ergibt sich aber gleich das nächste Problem: Was tun, wenn in anderen Bundesländern ebenfalls keine Aufnahmekapazitäten zur Verfügung stehen, weil die Länder dem Beispiel Hessens folgen und ebenfalls die Haltung „gefährlicher Wildtiere“ verbieten? Dass andere Bundesländer nachziehen könnten, ist keine Panikmache der Gegner der Gesetzesänderung, sondern von den Befürwortern gewollt. Laut Birgit Zeimetz-Lorz, innenpolitische Sprecherin der CDU-Fraktion im Hessischen Landtag, müsse „auf Bundesebene ebenso konsequent gehandelt werden, um einen umfassenden Schutz zu gewährleisten“. Zudem setze sich die CDU-Fraktion für ein Importverbot gefährlicher Wildtiere ein. Nur beide Regelungen gemeinsam ermöglichten eine Eindämmung der Gefahr. Schlagworte

Artenschutz Haustiere Giftschlangen Menschen Gefahr

Auch Sandra Altherr von der Tierschutzorganisation Pro Wildlife in München sieht das ähnlich. Ihre Organisation will sogar noch einen Schritt weiter gehen und künftig möglichst alle Wildfangimporte, nicht nur die der „gefährlichen Tiere“, verbieten lassen. In der Tat beobachten Tierschützer seit Langem das Leiden nicht artgerecht gehaltener Haustiere mit großer Argwohn. Hans-Jürgen Bigos vom Tierschutzverein Limburg geht davon aus, dass in Deutschland allein rund 80 Millionen Zierfische in jedem Jahr „einen völlig sinnlosen Tod“ sterben – Arten wie Muränen, Haie, Rotfeuerfische, Steinfische, „nur weil die Halter nicht befähigt sind“. Pro Wildlife schätzt, dass von den etwa 1,76 Millionen Wildvögeln, die jedes Jahr in die EU importiert werden, noch einmal die gleiche Menge allein auf dem Weg vom Fang bis zum Export verstirbt.

Die Deutsche Gesellschaft für Herpetologie und Terrarienkunde (DGHT) in Rheinbach hält von der hessischen Lösung rein gar nichts und will zusammen mit anderen Vereinigungen sogar klagen. Sil-via Macina, Pressesprecherin des DGHT, befürchtet, dass aufgrund des Gesetzes nun „illegale“ Tiere ausgesetzt oder sogar getötet werden könnten. „Das ist alles vollkommen unausgegoren. Wann ist denn ein gefährliches Tier überhaupt eine Gefahr, sogar Katzen können ja gefährlich sein – für Allergiker beispielsweise. Pfeilgiftfrösche verlieren in der Gefangenschaft die Giftigkeit, von deren Nachkommen gar nicht erst zu reden.“ Viele verantwortungsbewusste und sachkundige Terrarianer würden selbstverständlich auch zum Arterhalt beitragen. Macina: „Viele Arten wären schon ausgestorben, wenn nicht Terrarianer in aller Welt sich ih-rer angenommen hätten.“ Damit spricht sie den Kritikern der hessischen Gesetzgebung aus dem Herzen, die sich fragen, ob es eine Art Tierführerschein nicht auch getan hätte.

http://www.welt.de/wissenschaft/article1361732/Gefaehrliche_Exoten_im_Wohnzimmer_verboten.html


MARL AKTUELL (Germany) 14 November 07  Beschlagnahme von Schildkröten rechtmäßig

(Red.) Der Besitz und das Halten von nach EU-Recht geschützten Tierarten ist in Deutschland nur ausnahmsweise erlaubt. Der Tierhalter muss jederzeit seine Besitzberechtigung nachweisen können. Das hat das Verwaltungsgericht Göttingen (Az. 4 A 182/05) im Falle eines Göttinger Reptilienliebhabers bekräftigt. Die Tiere müssen rechtmäßig erworben und in der Europäischen Gemeinschaft gezüchtet, durch künstliche Vermehrung gewonnen oder der Natur entnommen wurden sein, berichtet die telefonische Rechtsberatung der Deutschen Anwaltshotline (www.anwaltshotline.de).

Vom Landkreis Göttingen wurden zwei unter Natur- und Artenschutz stehende Schildkröten des passionierten Terrarianers beschlagnahmt. Der Reptilienfreund hielt dies für rechtswidrig. Schließlich besitze er die geforderte Besitzberechtigung. Dass er die Spornschildkröte auf einer Reptilienbörse rechtmäßig erworben habe, könne er anhand der Quittung beweisen. Und für die Aldabra-Riesenschildkröte, die er von einer korsischen Firma stammt, habe er sogar vier Bescheinigungen vorzuweisen.

Es gehe hier aber nicht um Quantitäten sondern um die Qualität, erklärten die Göttinger Richter dem verdutzten Mann. „Ein einfacher Kaufbeleg beweist nur den Erwerb der Spornschildkröte in der EU, nicht aber, wo sie gezüchtet wurde und aufgewachsen ist”, erklärt Rechtsanwalt Hans-Jürgen Leopold (telefonische Rechtsberatung unter 0900/1867800-0 für 1,99 Euro pro Minute). Der Besitzer des Tieres habe dagegen nachzuweisen, dass auch die Elterntiere rechtmäßig erworben worden sind. Dies sei ihm in beiden Fällen jedoch nicht gelungen. „So bürokratisch diese Vorschriften auch scheinen mögen, sind sie doch notwendig, um den Import illegaler Wildfänge von besonders geschützten Tierarten zu unterbinden”, betont der Anwalt.

            http://www.marlaktuell.de/?p=19014


EXPRESS (Cologne, Germany) 13 November 07  Tausende Krokodile in Freiheit gespült

Hanoi:  Kroko-Alarm in Vietnam: Nach einer plötzlichen Flut laufen in der Küstenprovinz Khanh Hoa bis zu 5000 Zucht-Kokodile frei herum. Sie wurden buchstäblich aus ihrem Gehege gespült.

Derzeit sind mehrere hundert Wildhüter und Bewohner auf der Jagd nach den gefährlichen Reptilien. Die wurden eigentlich zur Leder- und Fleischproduktion gezüchtet - und bedrohen jetzt die Bevölkerung.

Immerhin 66 Tiere konnten bereits wieder eingefangen werden. Der staatliche Zuchtbetrieb lobte bereits eine Prämie für jedes weitere Krokodil aus, das unbeschadet wieder in seine "Heimat" zurückkehrt.

Verletzte durch Krokodil-Attacken gibt es dem Vernehmen nach bisher nicht.

            http://www.express.de/servlet/Satellite?pagename=express/index&pageid=1004979498952&rubrikid=220&ressortid=104&articleid=1192790297225


PRESSETEXT (Vienna, Austria) 12 November 07  Kröten-Sex: Auch unterschiedliche Spezies paaren sich - Forscher entschlüsseln Geheimnisse um Vorteile der Hybrid-Paarung

Washington:  Wenn der Frühling in den westlichen US-Bundesstaaten ins Land zieht, kriechen die zwei unterschiedlichen Kröten-Spezies Spea bombifrons und Spea multiplicata aus ihrem Bau und die Paarungszeit beginnt. Unter bestimmten Bedingungen kann es geschehen, dass sich die beiden Schaufelfuß-Kröten-Spezies miteinander kreuzen. Den Grund, warum die Tiere dies tun, hat die Biologin Karen Pfennig von der University of North Carolina in Chapel Hill http://www.unc.edu nun herausgefunden, berichtet das Wissenschaftsmagazin Nature in seiner Online-Ausgabe.

Ganz leicht herauszufinden ist das nicht, denn offensichtlich bietet die Paarung mit einer anderen Spezies in der ersten Betrachtung nur Nachteile: Viele der daraus entstandenen männlichen Jungen sind unfruchtbar und die daraus entstandenen Weibchen produzieren nur etwa die Hälfte der Eier eines "normalen Weibchens". Dennoch gibt es einen entscheidenden Vorteil, wenn sich Spea bombifrons und S. multiplicata miteinander paaren. Weibliche S. bombifrons folgen den Rufen der männlichen S. multiplicata offensichtlich dann, wenn die Wasserstände sehr niedrig sind. Diese Erkenntnis hat die Forscherin dazu veranlasst, sich das ganze Geschehen näher anzusehen: Dabei hat sie entdeckt, dass bei niedrigen Wasserständen die Entwicklung der Jungtiere schneller von statten gehen muss, um zu verhindern, dass das Biotop völlig austrocknet, ehe die Nachkommen überlebensfähig sind. Die Hybride der beiden Krötenspezies entwickeln sich nämlich deutlich schneller als die Nachkommen zweier Eltern der gleichen Spezies.

Nachfolgende Feldforschungsversuche haben gezeigt, dass die "Mischlinge" aus beiden Spezies auch mit dem Austrocknen der Biotope besser zu Rande kommen und dadurch bessere Überlebenschancen haben. Die Ergebnisse zeigen erstmals deutlich, dass veränderte Umweltbedingungen das Paarungsverhalten entscheidend beeinflussen und sogar die so genannte "Spezies-Barriere" aufheben können. "Für untrainierte Augen sehen die beiden Kröten-Spezies einander sehr ähnlich", erklärt Pfennig. Lediglich die Kopfpartie der beiden Tiere weiche etwas voneinander ab. Es handle sich aber trotzdem um zwei verschiedene Amphibien. Die Studie zeige auch deutlich auf, wie komplex das Paarungsverhalten seitens der Weibchen ist, um erfolgreiche Nachkommen zur Welt zu bringen. "Weibchen schauen offensichtlich nicht nur darauf, wie lang der Schwanz des Männchens ist. Sie sind viel sensitiver, die eigene Beschaffenheit und die Umweltsituation betreffend, wenn es darum geht, das passende Männchen für den Nachwuchs zu suchen", erklärt die Forscherin.

http://www.pressetext.at/pte.mc?pte=071112041


DIE WELT (Berlin, Germany) 06 November 07  Mit 87 Klapperschlangen in der Wanne

Der Texaner Jackie Bibby hat ein seltsames Hobby. Am liebsten verbringt er seine Zeit mit giftigen Klapperschlangen. Die steckt er sich wahlweise in den Mund, oder er setzt sich mit den possierlichen und hochgiftigen Reptilien in eine Wanne.

Der Texaner Jackie Bibby hat 45 Minuten mit 87 Klapperschlangen in einer durchsichtigen Badewanne verbracht und damit einen Eintrag im „Guinness Buch der Weltrekorde“ erreicht. Die Giftschlangen krochen unter seinen Armen und zwischen Bibbys Beinen herum, der sich mit normalen Straßenklamotten und Hut bekleidet in die Wanne gelegt hatte. „Sie können überall hin, wohin sie wollen, solange sie nicht anfangen zu beißen“, sagte Bibby. „Der Schlüssel dafür, nicht gebissen zu werden, liegt darin, ruhig zu bleiben.“ Schlagworte

Die Schlangen hatten laut Bibby noch allesamt ihre Giftzähne und ihr Gift. Bibby hält außerdem den Rekord, zehn Klapperschlangen auf einmal mit ihrem Schwanz im Mund zu halten. Diese Rekordzahl will er am Donnerstag, am „Guinness Tag der Weltrekorde“, um eine Schlange erhöhen.

            http://www.welt.de/vermischtes/article1334987/Mit_87_Klapperschlangen_in_der_Wanne.html


20 MINUTEN (Zurich, Switzerland) 07 November 07  Schlangenkult in den Appalachen - Kürzlich machte ein Texaner Schlagzeilen, der sich mit 87 Klapperschlangen in eine Badewanne legte. Die giftigen Reptilien stehen aber auch im Zentrum eines seltsamen religiösen Kults: «Snake Handling».

            Die USA, das Land der unbegrenzten Möglichkeiten, sind auch das Land der unbegrenzten Religionsnarreteien. Besonders im so genannten «Bible Belt» (Bibelgürtel) in den Südstaaten gedeiht so manche merkwürdige Sektenpflanze.

Eine der skurrilsten Kirchen ist mit Sicherheit die «Church of God with Signs Following», besser bekannt unter der Bezeichnung «Snake Handlers». Die Sekte, die aus dem Schoss der Pfingstbewegung hervorgegangen ist, hat immer noch Anhänger in den Appalachen und anderen Gebieten in Alabama, Georgia, Kentucky, Tennessee, West Virginia und Ohio.

«Little George» greift in die Schlangengrube

Die Ursprünge der Sekte liegen in den Hügeln von Tennessee. Dort wurde um das Jahr 1880 herum der charismatische Prediger George Went Hensley geboren, der unter dem Namen «Little George» berühmt wurde.

            Irgendwann gegen Ende des ersten Jahrzehnts des 20. Jahrhunderts schuf Hensley während eines Gottesdienstes in der «Church of God» in Cleveland (Tennessee) den Gründungsmythos der Snake Handlers: Während er aus dem Kapitel 16 des Evangeliums von Markus predigte (vgl. InfoBox rechts), stellten einige Männer eine Kiste mit Klapperschlangen vor ihm auf. «Little George» predigte weiter ohne zu stocken, griff in die Kiste und hob die Schlangen heraus. Dann forderte er seine Gemeinde auf, es ihm nach zu tun.

Die Gläubigen bringen oft selber Schlangen - meist Klapperschlangen, aber auch Kobras oder andere Giftschlangen - an einen «Snake-Handling»-Gottesdienst mit. Die Macht, die beim Ritual über das Reptil demonstriert wird, symbolisiert die Macht über das Böse.

Während des Gottesdienstes geraten manche Gläubige in Trance. Sie holen eine oder mehrere Schlangen aus den Behältern und halten sie in die Höhe. Allerdings dürfen nicht alle Anhänger das Ritual ausführen, sondern nur die Gesalbten.

Ein Schlangenbiss kann auf mehrere Arten interpretiert werden: Es kann sich um ein Zeichen handeln, dass der Glaube des Gebissenen nicht fest genug war, oder dass sein Glaube von Gott auf die Probe gestellt wird. Ein Biss kann auch bedeuten, dass Gott an dem Opfer seine Macht als Heiler erweisen will.

Manche Gläubige trinken auch giftige Flüssigkeiten (Markus 16;18: «und wenn sie etwas Tödliches trinken, wird's ihnen nicht schaden»). Die am häufigsten verwendete Substanz ist dabei Strichnin.

Hensley blieb der «Church of God» als charismatischer Prediger bis 1955 erhalten - dann griff er einmal daneben und starb an einem Schlangenbiss. Doch auch andere Todesfälle konnten das Ritual des «Snake Handling» nicht ausrotten. Der Kult geriet zwar jeweils unter Druck, und es gab Zeiten, zu denen er nur noch von einigen standhaften Gläubigen praktiziert wurde.

Die US-Staaten Alabama, Kentucky und Tennessee haben Gesetze gegen die Verwendung von Schlangen in Gottesdiensten erlassen; die Anhänger des Kults umgehen das Verbot, indem sie sich in privaten Hinterzimmern treffen. Heute wird die Zahl der Anhänger auf zwischen 1000 und 2000 geschätzt.

Info-Box: Die zentralen Bibelstellen

Die «Snake Handlers» berufen sich vor allem auf drei Stellen in den Evangelien:

- Markus, 16: 17-18

Die Zeichen aber, die folgen werden denen, die da glauben, sind diese: in meinem Namen werden sie böse Geister austreiben, in neuen Zungen reden, Schlangen mit den Händen hochheben, und wenn sie etwas Tödliches trinken, wird's ihnen nicht schaden; auf Kranke werden sie die Hände legen, so wird's besser mit ihnen werden.

- Markus, 16: 19-20

Nachdem der Herr Jesus mit ihnen geredet hatte, wurde er aufgehoben gen Himmel und setzte sich zur Rechten Gottes. Sie aber zogen aus und predigten an allen Orten. Und der Herr wirkte mit ihnen und bekräftigte das Wort durch die mitfolgenden Zeichen.

- Lukas, 10: 19

Seht, ich habe euch Macht gegeben, zu treten auf Schlangen und Skorpione, und Macht über alle Gewalt des Feindes; und nichts wird euch schaden.

http://www.20min.ch/news/wissen/story/12591192


EXPRESS (Köln, Germany) 05 November 07 Zoo-Chef von Klapperschlange gebissen

Was für ein Schock: Der Leiter eines Reptilienzoos im niederrheinischen Rheinberg ist beim Reinigen eines Terrariums von einer Giftschlange gebissen worden.

Der Mann hatte Glück, denn der Düsseldorfer Aquazoo hielt das entsprechende Gegengift auf Vorrat, berichtete die Feuerwehr. Der Zoo-Chef hatte eine Verletzung an seinem Finger bemerkt, diese aber zunنchst nicht als Biss der Klapperschlange erkannt.

Mit ersten Lنhmungserscheinungen im Gesicht wurde der Reptilien-Kenner in ein Krankenhaus gebracht. In der Zwischenzeit eilte die Düsseldorfer Feuerwehr mit dem Gegengift zur Klinik. Der Mann schwebte aber nicht in Lebensgefahr.

Das Gift der Prنrieklapperschlange ("Crotalus viridis") greift sowohl das Blut als auch Körpergewebe und Nerven an. Für alte, kranke und geschwächte Menschen kann es tِdlich sein, hieك es weiter.

Der privat geführte "TerraZoo" zeigt Reptilien vom Krokodil bis zur Schlange, Spinnen und Insekten sowie Frِsche und Krِten. Insgesamt sind dort 250 Tiere aus etwa 80 Arten zu sehen.

http://www.express.de/servlet/Satellite?pagename=express/index&pageid=100636


KULTUR-IN-BONN (Germany) 31 October 07  Bonner Biologe entdeckt neue Vielfalt unter Reptilien - André Koch, Doktorand des Museums Koenig, findet fünf neue Formen von Bindenwaranen auf Sulawesi. Ergebnisse sollen auch Naturschutzprojekten dienen.

"Gerade in Indonesien mit seinen tausenden von Inseln findet man noch viele weiße Flecken auf der zoologischen Landkarte", berichtet der Bonner Diplom-Biologe André Koch (30). Zurzeit arbeitet Koch an seiner Doktorarbeit über die Reptilien der zentralindonesischen Region am renommierten Forschungsmuseum Alexander Koenig in Bonn.

Im Zuge seiner Untersuchungen entdeckte der Nachwuchswissenschaftler nun, dass es alleine in dem Gebiet um Sulawesi mindestens fünf verschiedene Formen von Bindenwaranen gibt – allesamt der Wissenschaft bislang unbekannt. Warane zählen zu den Reptilien, der Komodowaran ist die größte Echse weltweit.

Das Besondere an den neuen Funden: Nicht nur auf den kleinen vorgelagerten Inseln, sondern auch auf Sulawesi selbst leben mehrere unterschiedliche Warane, die sich in ihren Verbreitungsgebieten jedoch nicht zu überlappen scheinen.

"Wir haben großen Anlass zur Vermutung, dass Sulawesi während erdgeschichtlicher Warmphasen infolge erhöhter Meeresspiegel in kleinere Inseln zerteilt wurde", erklärt Koch das Phänomen. "Die damals isolierten Populationen durchliefen daraufhin eine eigenständige Entwicklung, die zu den unterschiedlichen Formen führte." Nach Absinken der Meeresspiegel hätten sich die neu entstandenen Arten nicht mit einander fortpflanzen können, so denn der Zeitraum überhaupt ausgereicht hätte.

Auf seinen verschiedenen Forschungsreisen war Koch immer wieder auf fremde Hilfe angewiesen. "Ohne die tatkräftige Unterstützung der einheimischen Bevölkerung hätte ich meine Daten niemals erheben können. Zum Fangen der großen Warane bedarf es nämlich erst einiger Übung im Fallenstellen", erzählt der angehende Wissenschaftler.

So hat sich Koch auch ein Bild von der Bedrohung der Artenvielfalt in Indonesien machen können. Immerhin lebt auf den Inseln dort eine Viertelmilliarde Menschen. Der natürliche dichte Urwald ist vielerorts Kokosnussplantagen und Reisfeldern zum Opfer gefallen.

"Diese Kokosnusspalmen sind die reinste Seuche; eine Monokultur wie unsere einheimischen Fichtenwälder", beschreibt der Diplom-Biologe die kritische Lage. Aus diesem Grund sollen seine systematischen Untersuchungen auch die Grundlage für zukünftige Naturschutzprojekte schaffen.

            http://www.kultur-in-bonn.de/nc/nachrichten/anzeige/article/1193824476.html


SPECTRUM DIREKT (Heidelberg, Germany) 16 October 07  Pyrrhus-Sieg - Aga-Kröte erkauft erfolgreiche Ausbreitung mit Krankheit (Daniel Lingenhöhl)

            Als schonende Insektenabwehr eingeführt, entpuppten sich die amerikanischen Aga-Kröten bald als eine der größten tierischen Plagen Australiens - und als eine der unbeliebtesten noch dazu. Ihren Erfolg verdanken die Lurche auch ihr raschen Anpassungsgabe. Doch diese hat einen schmerzhaften Preis.

Die Zeitungsmeldungen lesen sich wie Frontberichte: "Toadzilla erobert Darwin", "Aga-Kröten-Invasion in Westaustralien aufgehalten", "Aga-Kröten könnten Australien einnehmen", "Aga-Kröten: Australiens amphibische Plage".  Die Medien in Down Under schlagen diesen bisweilen arg martialischen Ton jedoch nicht ganz ohne Grund an. Denn nur wenige der in Australien absichtlich oder versehentlich eingeschleppten Tierarten kombinieren negative Eigenschaften wie Giftigkeit, molochartigen Appetit und ein etwas unvorteilhaftes Aussehen mit einer derart raschen und erfolgreichen Ausbreitungsstrategie wie Bufo marinus, die Aga-Kröte.

Ursprünglich 1935 nach Queensland eingeführt, sollte sie in den Zuckerrohrfeldern des Bundesstaats den dort hausenden Zuckerrohr-Käfer in Schach halten, der gerade seine verheerende Wirkung entfaltete.  Doch statt sich an den gefräßigen Kerf Lepidoderma albohirtum zu halten, wandte sich die Aga-Kröte lieber der einheimischen Fauna zu, die unvorbereitet diesem Räuber ausgeliefert waren und daher zur naiven Beute wurde. Neben anderen Amphibien verzehrte der südamerikanische Einwanderer auch Reptilien und sogar kleine Vögel wie Säugetiere, deren Bestände sich oft stark verringerten. Die Agas selbst hatten dagegen so gut wie keine natürlichen Feinde zu fürchten, da sie ein starkes Toxin produzieren: Es lässt viele Angreifer binnen kürzester Zeit an Herzversagen verscheiden und führt bei Menschen schon bei bloßem Hautkontakt zu üblen Reizungen.

Da die Krötenweibchen außerdem zwischen 8000 und 30 000 Eiern auf einmal

legen können - aus denen sich die Kaulquappen bisweilen innerhalb von zwei bis drei Tagen entwickeln -, stand einer zügigen Ausbreitung kaum etwas im Wege: Heute besiedeln sie weite Gebiete Nordost-Australiens, und die Agas marschieren weiterhin rasch gen Westen. Bis zu knapp zwei Kilometer können die Kröten dabei pro Nacht hüpfend zurücklegen, was die begleitenden Herpetologen nachhaltig überraschte: Frühere Studien belegten schließlich ein deutlich niedrigeres Wandertempo. Folglich breiten sich die mittlerweile unerwünschten Einwanderer heute mit einer Geschwindigkeit von fünfzig Kilometern pro Jahr in unerschlossene Gebiete aus, während es zu Beginn der Invasion nur ein Fünftel davon war.

Verursacht wurde diese Beschleunigung durch eine evolutionäre Anpassung der Agas, die im Laufe der letzten Jahrzehnte immer längere Beine bekamen, die sie entsprechend schneller und ausdauernder über das Land tragen als frühere Generationen. Doch diese Erfolgsgeschichte für die Art hat ihren Preis für viele Individuen, wie nun australische Forscher um Gregory Brown von der Universität Sydney melden.

            Während ihrer Studien an der vorrückenden Krötenfront im Northern Territory - wo schlimme Folgen für den artenreichen Kakadu-Nationalpark befürchtet werden - fielen den Biologen viele Agas auf, deren Wirbelsäulen abnorm verändert waren. Jedes zehnte Tier hatte Wucherungen an den knöchernen Gelenken, die die neun Wirbelsegmente voneinander trennen - eine Aufgabe, die bei Säugern von Knorpelscheiben übernommen wird. Betroffen war jedoch nur eine bestimmte Gruppe von Kröten: Große Exemplare, die ihren Artgenossen voranstürmen. In kleineren oder jüngeren Tieren und im ursprünglichen Epizentrum der Ausbreitung zeigten sich die arthritischen Fehlbildungen dagegen nicht.

Die Entzündungsreaktion beeinflusste zudem vor allem die hinteren Segmente der Wirbelsäule, die von Bewegungen wiederum am stärksten belastet werden.  Für Brown und seine Kollegen lag es daher nahe, einen Zusammenhang zwischen dem Größen- und Beinwachstum, der beschleunigten Ausbreitung und dem Ausmaß der Arthritis zu knüpfen - ähnlich wie bei Säugetieren, unter denen große und gestresste Vertreter ein höheres Risiko für derartige entzündliche Prozesse aufweisen als kleinere.

Gefördert wird die Amphibien-Arthritis neben der körperlichen Anstrengung

womöglich zusätzlich durch ein allgegenwärtiges Bodenbakterium namens Ochrobactrum anthropi, das die Forscher in vielen Knochenwucherungen aufspürten, während es in gesundem Material fehlte. Zumindest bei Menschen wurde es in seltenen Einzelfällen schon als Auslöser für Athritis veranwortlich gemacht und könnte daher auch den Amphibien schaden. Zumal wenn deren Immunsystem durch Hunger und Anstrengung geschwächt ist, was an der Spitze der Wanderbewegung mangels Lagekenntnis geeigneter Lebensräume sehr wahrscheinlich ist.

Besondere Hoffnung auf eine verzögerte Invasion neuer Landesteile oder gar erfolgreiche Bekämpfung der Nezoen sollten sich die Menschen vor Ort aber nicht machen: Wenn die Agas experimentell zur ununterbrochenen Bewegung gezwungen werden, fällt ihre Leistung nach 15 Metern verglichen mit jener von gesunden Artgenossen zwar deutlich ab - wahrscheinlich wegen der Schmerzen, die mit den Gelenk-Abnormitäten verbunden sind. Doch unter natürlichen Bedingungen hinken die kranken Tiere den unbelasteten Verwandten keineswegs hinterher, da sie häufigere Pausen durch ihre längeren Beine kompensieren. Und auf ihren Appetit hat die Wirbel-Malaise ohnehin keinen zügelnden Einfluss. Das Mitleid mit den großen Lurchen wird sich seitens der Australier deshalb wohl eher in Grenzen halten.

            Quellen:  Proceedings of the National Academy of Sciences 10 1073/pnas.0705057104 (2007)

            http://www.wissenschaft-online.de/artikel/908175


MITTELBAYERISCHE ZEITUNG (Mittelbayerische, Germany) 10 October 07  Ist das Oberpfälzer Krokodil ein klarer Fall von Loch-Ness-Phänomen?

  Photo:  Ein Mitarbeiter der Gemeinde befestigt in Schwarzenfeld (Oberpfalz) am Uferbereich eines Sees ein Warnschild mit der Aufschrift „Gefahr durch Krokodil“.

Ein Krokodil in einem Oberpfälzer Kiesweiher bei Schwarzenfeld? „Es ist ein Phänomen fast wie das Ungeheuer von Loch Ness“, sagt auch der Amberger Polizeisprecher Peter Krämer. Die Geschichte eines Anglers, der das Krokodil im „Sturmsee“ gesehen haben will, hat ein Medien-Echo in ganz Deutschland ausgelöst. Vom Reptil aber ist keine Spur: Experten schließen nicht aus, dass es ein Biber sein könnte.

Peter Krämer, der Sprecher der Polizeidirektion Amberg, hat die Geschichte immer wieder in ungezählte Mikrofone sprechen müssen, vom RTL-Nacht- bis zum ZDF-Morgenmagazin.

Der Sportangler Christian Zinnbauer (36) hatte sie der Polizei genau so erzählt, wie der MZ: Er habe beim Angeln „plötzlich im See einen Ast gesehen, der vorher nicht da war — dann bewegte er sich auf mich zu… und ich sah den Rücken eines Krokodils. Das Tier war riesig und peitschte mit dem Schwanz, bevor es verschwand.“

Genau diese Schilderung ist es, die Experten zweifeln lässt. Dr. Helmut Mägdefrau, der stellvertretende Direktor des Tiergartens in Nürnberg, den Manfred Rodde, Bürgermeister von Schwarzenfeld (Lkr. Schwandorf), um Rat angerufen hatte: „Wenn die Beobachtung mit dem lauten Klatschen stimmt, dann halte ich es für wahrscheinlich, dass es sich um einen Biber handelte. Ein Krokodil würde eher sanft und leise ins Wasser gleiten.“

Trotzdem: Polizei und Gemeinde haben die Meldung des Anglers ernst genommen. Nach den ersten Medienberichten hatte sich eine zweite Zeugin gemeldet, die das Reptil schon vor zwei Wochen bei einem Spaziergang gesehen haben will. Sie habe die Beobachtung aber nicht gemeldet, weil zwei Begleiterinnen das Ganze als „ein Stück Holz“ einschätzten.

Bei einer großen Suchaktion nach dem Krokodil fand sich bis Mittwoch keine Spur. 40 Leute der Polizei, Feuerwehr und Wasserwacht durchkämmten die Ufer mit Suchhunden und kreuzten mit Booten auf dem Baggersee. Vom Hubschrauber wurde das Gelände aus der Luft auch mit einer Wärmebildkamera abgescannt. Taucher wurden nicht eingesetzt. Polizeisprecher Peter Krämer zur MZ: Das sei „zu riskant“, aber auch „nicht sinnvoll“ bei dem bis zu sechs Meter tiefen und sehr trüben Wasser in dem See.

            http://www.mittelbayerische.de/top_themen/artikel/ist_das_oberpfaelzer_krokodil_/145007/ist_das_oberpfaelzer_krokodil_.html


MITTELBAYERISCHE ZEITUNG (Mittelbayerische, Germany) 09 October 07  Krokodil in der Oberpfalz - Polizei fahndet nach Reptil

In der Oberpfalz ist die Polizei an mehreren Seen auf Krokodiljagd gegangen. Ein Angler hatte berichtet, dass er in einem Baggersee bei Schwarzenfeld (Landkreis Schwandorf) ein bis zu zwei Meter großes Reptil gesehen habe. Der Kiesweiher wurde deshalb am Dienstag für eine groß angelegte Suchaktion abgesperrt. Trotz des Einsatzes eines Hubschraubers sei allerdings kein Krokodil entdeckt worden, berichtete ein Polizeisprecher. „Wir müssen das ernstnehmen.“ Auch eine Frau will vor einiger Zeit ein Krokodil gesehen haben.

Polizei, Feuerwehr und Wasserwacht suchten mit 40 Mann die aus mehreren früheren Kiesgruben bestehende Seenlandschaft nach dem Reptil ab. Es handelt sich um ein großes Betriebsgelände mit etwa zehn benachbarten Gewässern.

Nach Rundfunkmeldungen zu dem Krokodil meldete sich die Frau, die das Tier nach eigenen Angaben bereits vor etwa zwei Wochen bei Tageslicht im Wasser entdeckt haben will. „Die Frau ist sich sicher, den Rücken eines Krokodils gesehen zu haben“, sagte der Polizeisprecher. Zunächst habe sie sich aber nicht getraut, die Polizei über ihre Beobachtung zu informieren. Die Frau habe Angst gehabt, dass ihr niemand glaube werde.

Die Behörden haben noch nicht entschieden, ob die Suche in den kommenden Tagen fortgesetzt werden soll. Wegen der konkreten Hinweise könne die Aktion wohl nicht einfach eingestellt werden, meinte der Polizeisprecher. Amtstierärzte sollen zudem klären, ob in Bayern ein Krokodil bei Herbsttemperaturen überhaupt in einem See überleben kann.

            http://www.mittelbayerische.de/index.cfm?pid=1354&pk=144568

N-TV (Berlin, Germany) 07 October 07  Kampf der Schildkröten - Ein Dschungel in Rom (Hanns-Jochen Kaffsack)

(DPA)  Jetzt ist dem Zoologen Fulvio Fraticelli der Kragen geplatzt. Nicht weniger als 879 Rotwangen-Schmuckschildkröten, die ein Italiener aus Aprilia in Latium illegal großgezogen hatte, luden die Behörden in dem römischem "Bioparco" ab. "Wir haben nun wirklich keinen Platz mehr dafür", klagt der wissenschaftliche Direktor des Zoos. Er will keine Schildkröten mehr, die als Haustiere gekauft wurden und wegen ihrer zunehmenden Größe irgendwann lästig wurden. Etliche Besitzer der Reptilien haben ohnehin einen anderen Weg der Entsorgung gewählt: Die Ufer und Tiefen des Tiber in Rom beherbergen mittlerweile an die 10.000 der aus den USA stammenden Fleischfresser.

Die Schmuckschildkröten (Trachemys scripta elegans) stürzen sich hungrig auf "alles, was sich bewegt", berichten Experten. Und gefährden so die einheimische Fauna. "Der Tiber ist ein wichtiger biologischer Korridor, der die Stadt durchzieht und auch eine Route für die Zugvögel ist", erläutert ein Zoologe und Ornithologe die Bedeutung des Flusses. Im Oktober tauchen Wildgänse und Kraniche auf, die dem Tiber-Lauf folgen auf dem Weg in den wärmeren Süden - von den bei Joggern, Radfahrern und Anglern beliebten Uferwegen und Mauern aus bestens zu beobachten.

"Der Tiber ist ein Dschungel mitten in der Hauptstadt", schreibt die römische Zeitung "Il Tempo" mit Blick auf die üppige Wasserwelt des "Tevere". Seemöwen, Eisvögel und Wasserhühner tummeln sich dort, Biberratten durchlöchern die Dämme des Flusses, Reiher und Stockenten vermehren sich. Auch wenn man heute keinen Stör mehr aus dem Tiber ziehen kann wie einst, können sich die Angler noch über Aale, Schleie und Döbel freuen.

Doch im Wasser tobt ein unerbittlicher Verdrängungskampf. Bedroht wird die heimische Vielfalt nicht nur von den ausgesetzten Schildkröten, sondern auch von anderen Neuankömmlingen - bei denen es sich meist ebenfalls um ausgesetzte Tiere handelt, die sich in ihrer neuen Heimat prächtig vermehrten. Von den ursprünglichen Fischarten sei nicht mehr viel übrig, sagt Fraticelli: "Etwa 70 Prozent der heutigen Arten hat der Mensch hier ausgesetzt." So setzten Wels und Katzenfisch den Aalen zu.

Ein wahrer Fluch für die Tierwelt des Tiber sei jedoch vor allem die Schildkröte mit den roten Wangen. Sie gefährdet beispielsweise die einheimische Europäische Sumpfschildkröte (Emys orbicularis). "Die Rotwangen vermehren sich leicht, haben hier keine natürlichen Feinde, sie bevölkern inzwischen auch die Teiche und Brunnen, wobei sie alles verschlingen und zerstören", erläutert Francesca Manzìa, die auf den Erhalt und die Rettung bedrohter Fauna in Italien spezialisiert ist.

Seit 1997 ist es verboten, die gefräßigen Schildkröten aus Übersee nach Europa zu bringen. Nach wie vor aber werden gezüchtete Tiere ausgesetzt, wenn sie von anfänglich niedlichen drei Zentimetern Länge zu ebenso stattlichen wie pflegebedürftigen Exemplaren herangewachsen sind. Der "Bioparco" soll für sie künftig kein Asylheim mehr sein, sagt Fraticelli. "Wenn wir sie weiterhin aufnehmen, dann billigen wir doch irgendwie, dass man sich solche Tiere zulegt und sie dann einfach 'entsorgt'."

            http://www.n-tv.de/862563.html


DEUTSCHE TELEKOM AG (Darmstadt, Germany) 07 October 07  Kein Mythos - Krokodilstränen gibt es wirklich

Krokodilstränen gibt es wirklich. Das hat der amerikanische Zoologe Kent Vlient von der Universität von Florida in Gainesville auf einer Alligator-Farm beobachtet. Die sprichwörtlichen Tränen sind kein Mythos, denn Alligatoren und Kaimane, beides nahe Verwandte der Krokodile, bekommen tatsächlich feuchte Augen - und zwar beim Fressen.

Über Krokodilstränen wird schon seit Jahrhunderten in der Literatur berichtet. So existiert zum Beispiel die Vorstellung, Krokodile würden ihre Opfer anlocken, indem sie wie ein Kind weinten. Plinius der Ältere unterstellte in seiner "historia naturalis", die Krokodile weinten ihren Opfern nach, das heißt, heuchelten Trauer über ihre Opfer. Mittlerweile ist jedoch bekannt, dass den Tieren das Wasser in die Augen schießt, wenn sie ihr Maul weit öffnen - etwa zum Fressen. Vlient liefert zu dieser Erkenntnis die erste fundierte Studie.

Vlient nutzte für seine Untersuchung die Alligatoren und Kaimane einer Alligator-Farm in Florida. Die Tiere eigneten sich für die Studie am besten, weil sie darauf trainiert sind, im Trockenen zu fressen. Dies war Voraussetzung für die Studie, da im Wasser die Augen der Tiere auf jeden Fall feucht sind.

Die Echten Krokodile auf der Farm wurden in die Studie nicht mit einbezogen: Sie sind zu aggressiv und können außerdem nicht dazu trainiert wurden, an Land zu fressen. Aufgrund ihrer engen verwandtschaftlichen Beziehungen zu Alligatoren und Kaimanen geht Vlient jedoch davon aus, dass Krokodile die gleichen Reaktionen zeigen.

Die Mehrheit der von Vlient untersuchten Tiere bekam feuchte Augen, wenn sie über ihr Fressen herfielen. Zum Teil bildete sich sogar Schaum zwischen den Augenlidern. Was aber die Ursache für die Tränenbildung ist, bleibt nach wie vor unklar.

Die Tränen könnten eine Begleiterscheinung der Stimmungsänderung während des Fressens sein. Das Weinen könnte aber auch entstehen, weil sich die Luft in den Nebenhöhlen mit der Flüssigkeit in den Tränendrüsen vermischt, vermutet Vlient. Sicher sei jedoch: Vorgetäuschtes Mitleid mit ihren Beutetiere ist es jedenfalls nicht.

http://onnachrichten.t-online.de/c/12/73/40/80/12734080.html


DIE WELT (Berlin. Germany) 05 October 07  Kuriose Brautwerbung unter Eidechsen

Santa Cruz (WSA):  Bei der Brautwerbung kennen Eidechsenmännchen drei verschiedene Strategien.

Doch bevor die Werbung oder die Jagd auf die Weibchen beginnt, rotten sich die Männchen der europäischen Wald- oder Bergeidechsen, Lacerta vivipara, je nach Bauchfarbe erst zu verschiedenen Männerbanden zusammen: Gruppen von Banden mit orange, weißen oder gelben Bäuchen. Orangebäuchige Eidechsen fallen in unbekannte Territorien ein und schnappen sich dabei jedes Weibchen, das sie kriegen können. Weißbäuchige Eidechsen verteidigen ihre Weibchen und arbeiten dabei mit anderen weißbäuchigen Eidechsen zusammen. Gelbbäuchige Eidechsen kämpfen nicht, sondern schnappen sich Weibchen, die gerade unbewacht sind, schreiben amerikanische Forscher im "American Naturalist".

Das gleiche Brautwerbeverhalten wurde bereits bei anderen, entfernt verwandten Reptilien, beim Nordamerikanischen Seitenfleckleguan, Uta stansburiana, beobachtet. Auch hier rotten sich die Männchen zusammen, um gemeinsam die Weibchen zu erobern. Nur dass sich die Männchen hier an einer unterschiedlichen Kehl- und nicht Bauchfärbung erkennen.

"Besonders überraschend ist, dass sich die Strategien so gleichen, bis hin zu den Farben", so Barry Sinervo von der University of California. Das bedeute, entweder wurde dieses System zweimal entwickelt, oder es handelt sich hier um ein "Spiel", das schon die Dinosaurier gespielt haben.

            http://www.welt.de/welt_print/article1239700/Kuriose_Brautwerbung_unter_Eidechsen.html


HAMBURGER ABENDBLATT (Germany) 02 October 07  Heimweh treibt Krokodile nach Hause

(DPA)  Krokodile können aus bis zu 400 Kilometer Entfernung an ihren Heimatort zurückfinden. Es sei daher sinnlos, die für Menschen gefährlichen Echsen einzufangen und auszusetzen, so Craig Franklin von der Universität von Queensland in St. Lucia (Australien) im Journal "PLoS ONE". Die Forscher hatten drei Leistenkrokodile gefangen, betäubt, mit Sendern ausgestattet und dann per Hubschrauber in weit entfernte Gebiete geflogen. Dort blieben die Reptilien zwar eine Weile, kehrten dann aber zum Fangort zurück. Wahrscheinlich nutzten die Tiere zur Orientierung die Sonne, Magnetfelder, Sicht und Geruch, sagte Franklin. Die Krokodile sind mit Vögeln näher verwandt als mit anderen Reptilien.

Die in Südostasien und Australien verbreiteten Reptilien, die größten Krokodile der Erde, sind sehr anpassungsfähig. Sie leben in Flüssen, in Bächen, im Brackwasser und in küstennahen Gewässern. Es gibt genaue Vorschriften, wie mit den Tieren zu verfahren ist, die an Stränden oder in Siedlungen gesichtet werden. Meist werden sie gefangen und in Zoos oder Krokodilfarmen gebracht. Mitunter werden sie auch in abgelegenen Gebieten ausgesetzt. Diese Strategie wird sich wohl mit der neuen Studie erledigt haben. Abschießen verbietet die australische Regierung, denn die Weltnaturschutzunion (IUCN) stuft den Bestand als verletzlich ein.

            http://www.abendblatt.de/daten/2007/10/02/800269.html


DIE WELT (Berlin, Germany) 01 October 07  Krokodile verfügen über perfekte Orientierung

Eine Studie von Forschern der australischen University of Queensland zeigt klar, dass die Reptilien genau das Gegenteil davon sind. Mit Hilfen von Satellitensendern konnten die Forscher zeigen, dass Salzwasserkrokodile (Crocodylus porosus) epische Distanzen zurücklegen können, berichtet das Wissenschaftsmagazin New Scientist in seiner Online-Ausgabe.

Der Forscher Craig Franklin und der inzwischen verstorbene Krokodilexperte Steve Irwin haben zwischen August und September 2004 drei Salzwasserkrokodile an Plätzen, die 56, 99 und 126 Kilometer Luftlinie von ihrem Heimatgebiet entfernt lagen, ausgesetzt und sie mit Sendern versehen. Alle drei Tiere verhielten sich ziemlich ähnlich: Zunächst erkundeten sie für einige Wochen ihr neues Habitat, ehe sie sich auf den Weg nach Hause machten.

Zwischen fünf und 20 Tagen dauerte die Wanderung der Krokodile, ehe sie wieder in ihren heimischen Gewässern waren. Alle drei Tiere hatten den Weg in ihre Heimat problemlos gefunden, wobei das Krokodil, das den weitesten Weg zurücklegte, die außergewöhnlichste Heimreise hatte, denn es musste, um nach Hause zu kommen, die Cape York Halbinsel an der Nordspitze Australiens umschwimmen. Die gesamte Distanz, die das Tier in 20 Tagen zurückgelegt hatte, betrug insgesamt 411 Kilometer.

"Die meiste Zeit, wenn man Krokodile beobachtet, liegen sie faul in der Sonne, daher kommt man leicht zum Schluss, dass sie sehr träge sind", meint Franklin. Für viele sei es erstaunlich, dass die Krokodile tagelang schwimmen können. Das wiederum werfe einige Fragen des Metabolismus bei den Echsen auf. Bisher waren Forscher davon ausgegangen, dass sie einen aneroben Stoffwechsel - das ist eine Energiegewinnung durch den unvollständigen Abbau von Nahrungsstoffen in Abwesenheit von Sauerstoff - nutzen. Dieser Stoffwechsel stellt schneller Energie her als der aerobe, ist aber weniger effizient. Das bedeutet, dass die Reptilien große Energieschübe haben, dann aber rasch ermüden.

Die Studie widerlegt allerdings die bisher gemachten Entdeckungen, denn die Anstrengungen, die das Tier mit der Distanz von mehr als 400 Kilometern gemacht hat, legen nahe, dass der Stoffwechsel während der langen Reise umgestellt wurde. Bereits in anderen Untersuchungen haben Wissenschaftler gezeigt, dass Krokodile sehr weit ins Meer getragen wurden und den Weg zurück mühelos geschafft haben.

Rätselhaft bleibt auch das Navigationssystem der Krokodile. Die Forscher gehen davon aus, dass die Tiere wahrscheinlich mehrere Faktoren wie etwa die Position zur Sonne, das magnetische Feld, ihre Augen und ihren Geruchssinn zu ihrer Orientierung nutzen. "Krokodile sind enger mit Vögeln verwandt als alle anderen Reptilien. So ist es auch möglich, dass sie ein ähnliches Navigationssystem nutzen wie Vögel", meint der Forscher.

Die Salzwasserkrokodile - auch Leistenkrokodile genannt - sind mit einer Länge von bis zu 7,5 Metern die größten lebenden Panzerechsen der Erde. Das Verbreitungsgebiet der Tiere ist sehr groß und reicht von Ostindien über Südostasien bis nach Australien und Teilen von Ozeanien. Auch auf den Palau-Inseln, in Vanuatu und Fidschi wurden einzelne Tiere gesichtet.            http://www.welt.de/wissenschaft/article1226016/Krokodile_verfuegen_ueber_perfekte_Orientierung.html


N24 (Unterföhring, Germany) 21 September 07  Kind soll fünf Pythons gestohlen haben

(NZ/DPA)  Die Münchener Polizei sucht fieberhaft nach fünf Königspython-Babys. Die Schlangen wurden aus einem Zoogeschäft der bayerischen Landeshauptstadt gestohlen.

Die Ermittler konzentrieren sich bei ihrer Suche nach den Schlangen auf eine etwa 60 Jahre alte Frau, die am Vortag mit zwei Kindern im Alter von ungefähr zwei und acht Jahren kurze Zeit unbeobachtet bei den Terrarien im Keller des Geschäfts war. Ein Verkäufer sagte, das ältere Kind sei beim Verlassen des Ladens sehr nervös gewesen. Vermutlich hatte der Junge die Tiere unter seiner Kleidung versteckt.

Die Baby-Schlangen können trotz ihrer geringen Größe von rund 35 Zentimetern bei unsachgemäßer Behandlung eine beträchtliche Würgekraft entwickeln. Die Beamten warnten, dass sich die Tiere etwa um ein Handgelenk wickeln und dadurch die Blutzufuhr unterbrechen könnten.

            http://www.n24.de/news_stories/article.php?articleId=152600


DIE PRESSE (Vienna, Austria) 18 September 07  Alligator biss Taucher in South Carolina Arm ab

Die Begegnung mit einem Alligator hat ein 59-jähriger Taucher im US-Bundesstaat South Carolina nur schwer verletzt überlebt. Das Reptil biss dem Mann den Arm ab. Der ehemalige Marinetaucher war am Sonntag in Lake Moultrie beim Schnorcheln von dem 3,60 Meter langen Krokodil attackiert worden. Das Opfer rettete sich zu einer Gruppe von Ausflüglern, wo Krankenschwestern erste Hilfe leisteten.

Wildhüter erschossen den Alligator und holten den Arm aus dem Magen des Krokodils. Chirurgen der Universitätsklinik von South Carolina konnten den Arm allerdings nicht wieder annähen, wie lokale Medien berichteten.

            http://www.diepresse.com/home/panorama/welt/330727/index.do


SCHWÄBISCHE ZEITUNG (Ulm, Germany) 18 September 07  Kröten retten und Ringelnattern begutachten

Leutkirch:  Kröten aus Gullys befreien, mit Naturmaterialien basteln und vieles mehr bietet der Kindertreff Rudi Rotbein unter Leitung von Waltraud Hübsch jeden zweiten Freitag im Monat. Die evangelische Kirchengemeinde möchte sich wieder in das Angebot einklinken, so dass jeden Freitag eine Kindergruppe angeboten wird.

"Mal sind es fünf, mal 20 Mädchen und Jungen, die zum Kindertreff kommen", sagt Waltraud Hübsch. Rudi Rotbein ist eine offene Gruppe, darum schwankt die Teilnehmerzahl. Rudi Rotbein gehört zum Umweltkreis, der 1990 gegründet worden ist. "Kurz darauf ist eine Kindergruppe entstanden, die Eichhörnchenbande", sagt Hildegard Lott vom Umweltkreis. Mitarbeiter vom Umweltkreis haben die Kindergruppe geleitet, später angehende Erzieherinnen der Sophie-Scholl-Schule im Rahmen eines Praktikums. Eine kurze Zeit habe es keine Gruppe mehr gegeben, erinnert sich Lott. Vor sieben Jahren wurde "Rudi Rotbein" gegründet. 2002 hat Waltraud Hübsch die Gruppe übernommen.

            http://www.szon.de/lokales/leutkirch/leutkirch/200709180021.html


BASLER ZEITUNG (Switzerland) 17 September 07  Französische Polizei auf der Jagd nach einem Krokodil

Paris. SDA/DPA/baz:  Französische Polizisten suchen seit Tagen vergeblich nach einem Krokodil. Zeugen hatten das etwa einen Meter lange Reptil in der Nähe des Ortes Canet-en-Roussillon an einem kleinen See beobachtet.

«Wir haben Fallen aufgestellt, aber das Krokodil ist nicht aufzufinden», sagte Claude Fourment von der Jagd- und Wildbehörde im Département Pyrénées-Orientales am Montag dem französischen Sender LCI.

«Der Weiher ist von Parkplätzen umgeben, wahrscheinlich ist das Krokodil vom Lärm gestresst und wagt sich nur selten aus seinem Versteck.» Wie das Tier an den See kam, ist nicht bekannt.

            http://www.baz.ch/news/index.cfm?ObjectID=1454F094-1422-0CEF-70DB8EFAD057C857


NEUE KRONEN ZEITUNG (Vienna, Austria) 15 September 07  Drei-Meter-Boa in Wien entdeckt

            Einen aufsehenerregenden Schlangen-Fund hat es am Samstagnachmittag in Wien-Liesing vor dem Haus in der Lainergasse gegeben. Dort wurde im Radkasten eines Autos doch glatt eine drei Meter lange Boa Constrictor entdeckt! Vom Besitzer der Würgeschlange fehlt allerdings jede Spur.

Die Wiener Berufsfeuerwehr sorgte für Bergung und Transport der drei Meter langen Boa Constrictor. Die Männer hatten aufgrund der Größe der Schlange gleich darauf geschlossen, dass sie nicht giftig sein konnte. "Die waren tapfer. So eine Boa kann schon auch zubeißen. Man weiß nicht, woher sie kam", sagte Hermann Hofer vom Wiener Tierschutzheim.

Den Alarm hatte es nach 13.00 Uhr in der Lainergasse gegeben. Zunächst war die Tierrettung gerufen worden. Doch die drei Meter lange Schlange hatte sich im Radkasten eines Autos verkrochen, weswegen die Feuerwehr zunächst einmal den Wagen anheben musste. Gegen 14.20 Uhr übergaben die Feuerwehrleute die Boa schließlich dem Tierschutzheim in Vösendorf.

"Wir haben für solche Fälle eine Übergangseinrichtung. Die Schlange benötigt schon eine gewisse Temperatur", sagte Hofer. Bodenheizung und UV-Beleuchtung seien gegeben. Sollte sich der Besitzer nicht melden, wird man das Tier dem "Haus des Meeres" in Wien übergeben.

Die "Boinae" sind eine Unterfamilie lebendgebärender Riesenschlangen. Am bekanntesten ist die bodenbewohnende bis etwa 3,60 bis vier Meter lang werdende Boa Constrictor. Sie wird auch "Abgottschlange", "Königsschlange" oder "Rotschwanzboa" genannt.

Ihr Verbreitungsgebiet reicht von Nordargentinien bis nach Mexiko. In gemäßigten Zonen verfällt sie in den Kälteperioden in Winterruhe. Sie ernährt sich von Säugetieren bis zur Größe von Hasen, von Vögeln und auch von Reptilien. Die Beutetiere werden schnell von den Schlangen ergriffen, umschlungen und erdrückt. Deshalb haben Boas auch den wenig schmeichelhaften Beinamen "Würgeschlangen".

Dass Boas auch noch größere Längen zugesagt werden, dürfte auf einer oft gemachten Verwechslung mit den Anakondas liegen. Diese leben im Wasser und werden bis zu neun Meter lang. In Terrarienhaltung bleibt Boa constrictor meist kleiner als in freier Wildbahn. Exemplare von Boa constrictor constrictor aus dem Amazonas- und Orinokogebiet verfügen oft über eine leuchtend rote Schwanzfärbung. Für die bei Terrarienfans begehrten Tiere gibt es in Brasilien (eigentlich) ein striktes Ausfuhrverbot.

            http://www.krone.at/index.php?http%3A//wcm.krone.at/krone/S32/object_id__78308/hxcms/


GRAUHOLZ POST (Switzerland) 12 September 07  Eine echte Boa als Haustier (Rita Brodmann)

Wer Schlangen und Spinnen nicht mag, für den war die Reptilienbörse am Samstag in der Leehalle Urtenen-Schönbühl der falsche Ort. Für die anderen war es das Paradies.

Die Boa Constrictor von Lukas Bärtschi ist noch klein, aber in ein paar Jahren kann sie gut und gerne zwei bis drei Meter lang werden. «Dann reicht eine Maus nicht mehr. Dann verschlingt sie schon mal ein Kaninchen», sagt Bärtschi. Das stört Jasmin und Sophie Rimensberger aus Münchenbuchsee nicht. Am liebsten möchten sie die Schlange mit nach Hause nehmen. Doch die Grossmutter wehrt ab: «Da hätte eure Mutter bestimmt keine Freude».

Niedlicher sind da die kleinen Schildkröten. Nicole Hess darf eine auf die Hand nehmen. Und das dicke freche Chamäleon faucht Sämi Bhend an und spaziert ihm keck über die Schulter.

            http://www.grauholz-post.ch/index.php?menu=clientdata/news/12-09-07/w37_07_0027&lid=4112&tcat=Urtenen-Sch%c3%b6nb%c3%bchl&re=mo&relid=4112


VORARLBERG (Schwarzach, Austria) 11 September 07  Drachen-Alarm in Mellau

Mellau:  Es war schon ein Tiernotruf der besonderen Art, der am vergangenen Samstag gegen späten Nachmittag beim Tierrettungsbereitschaftsdienst von HUMANITAS Verein für Tierrechte einlangte.

Eine „große Echse“ sitze auf einem abgelegenen Parkplatz in der Nähe der Bergbahnen Mellau. Da mit dem Einbruch der Dämmerung Not am Mann war – die Nächte werden im Bregenzerwald in diesen Tagen schon sehr kalt – war Eile geboten. Beim Eintreffen der Helfer saß tatsächlich mitten auf dem Parkplatz eine respektable Echse, die sich widerstandslos retten ließ. Ihr machte die Abendkühle bereits sichtlich zu schaffen.

Nach zwei Nächten bei frischen Früchten, einer Heizlampe, Heizmatte und jeder Menge Wasser – vorzugsweise aus der Sprühflasche über den Echsenkörper verteilt, fand sich schnell eine mittel- bis langfristige Unterbringungsmöglichkeit in der Inatura in Dornbirn, Frau Dr. Schmid war schnell mit Rat und Tat zur Seite. Wie sich mittlerweile herausstellte, handelt es sich bei der Echse um eine grüne Wasseragame, ein gut ausgewachsenes Prachtexemplar mit einer Länge von zirka 30 Zentimetern ohne Schwanzspitze. Letzere hatte der Ausreißer offenbar bei einer Auseinandersetzung mit einem Räuber verloren – nichts ungewöhnliches, analog zu heimischen Reptilien.

Weiter unklar ist auch bislang, wie die Agame sich auf den Parkplatz verirrte. Zwei Optionen stehen zur Wahl: Entweder ist sie dem Besitzer ausgebüchst, oder wurde aufgrund der neuen Tierschutzgesetzgebung, die die Haltung dieser Reptilien an strenge Auflagen knüpft, von ihrem bisherigen Halter ausgewildert. Bei letzterer Option ist fraglich, wie lang die Agame schon draußen herumirrte, jedenfalls machten ihr wohl die sinkenden Temperaturen zu schaffen. Denkbar ist, dass sie sich am besagten Tag auf dem warmen Kiesparkplatz gesonnt hat, und bei Sonnenuntergang vor lauter Kälte in eine Starre verfallen ist, wo sie vielleicht des Nachts bei Temperaturen um 5 bis 6 Grad erfroren wäre.

Nun befindet sich die Agame in guten Händen erfahrener Biologen der Inatura in Dornbirn und wird dort vorerst mittelfristig ein artgerechtes Terrarium eingerichtet bekommen. Wenn sich langfristig der Eigner nicht meldet, wovon aufgrund der Rechtssituation auszugehen ist, wird das Tier wohl einen langfristigen Platz in Dornbirn bekommen.

Rückfragen erbeten an das Büro von HUMANITAS unter 0699/10043440.

            http://www.vol.at/news/vorarlberg/artikel/drachen-alarm-in-mellau/cn/news-20070911-12553276


FRANKFURTER ALLGEMEINE ZEITUNG (Germany) 10 September 07  Zungenfertige Salamander (Diemut Klärner)

Pilzzungen-Salamander haben eine flinke Zunge. Wie ein Pilzhut an einem langen dünnen Stiel verankert, schießt ein klebriges Haftpolster weit aus dem Maul hervor. Auf diese Weise können die Salamander auch Beutetiere fangen, die sich in sicherem Abstand wähnen. Dabei agieren sie sogar schlagkräftiger als Chamäleons.

Das hat unlängst Stephen Deban von der University of South Florida in Tampa herausgefunden, als er gemeinsam mit Wissenschaftlern der University of Chicago, der Universität Bremen und der Universität Wageningen verschiedenartige Pilzzungen-Salamander studierte. Neben mehreren amerikanischen Arten gehörte auch der Sardische Schleuderzungen-Salamander (Hydromantes genei), einer der wenigen europäischen Vertreter dieser zungenfertigen Lurche, zu den Forschungsobjekten.

Wie der auf dem Festland heimische Italienische Schleuderzungen-Salamander (Hydromantes italicus) ist auch sein sardischer Verwandter nur gut fingerlang. Unscheinbar bräunlich oder schwärzlich gefärbt, führt er ein Leben im Verborgenen, in Höhlen, Felsspalten oder morschen Baumstämmen. Solche Vorliebe für kühles, feuchtes Terrain lässt keine hektische Betriebsamkeit erwarten. Wenn den Salamandern eine Grille oder ein Käfer über den Weg läuft, schlagen sie jedoch blitzschnell zu.

Zur exakten Vermessung des Zungenschlags verwendeten die Forscher eine Videokamera, die bis zu zweitausend Bilder pro Sekunde aufnehmen kann. Von allen getesteten Tieren hatte der Sardische Schleuderzungen-Salamander die größte Reichweite. Seine Zunge kann sich mehrere Zentimeter weit strecken, bis auf zwei Drittel der Körperlänge. Dazu benötigt sie weniger als zwanzig Millisekunden, wobei sie eine Geschwindigkeit von etwa fünf Metern pro Sekunde erreicht, wie die Forscher im „Journal of Experimental Biology“ (Bd. 210, S. 655) berichten.

Andere Arten von Pilzzungen-Salamandern haben zwar keine ganz so große Reichweite, beschleunigen ihre Zunge auf der kürzeren Strecke aber noch stärker. So treffen sie ihr Opfer binnen weniger Millisekunden. Dabei ist die Muskulatur der Zunge durchaus nicht außergewöhnlich kräftig entwickelt. Kurzzeitig dennoch Höchstleistungen zu liefern, die bislang noch bei keinem anderen Muskel gemessen wurden, erfordert entsprechende Vorarbeit. Noch ehe sich die Zunge in Bewegung setzt, beginnen sich die dafür zuständigen Muskelpakete zusammenzuziehen. Dabei dehnen sich vermutlich die breiten Bänder aus Bindegewebe, an denen die Muskelfasern verankert sind. Womöglich speichert auch die Hülle aus Bindegewebe, die den gesamten Muskel umgibt, auf diese Weise kinetische Energie.

            Über welche Mechanismen diese Energie dann blitzschnell wieder freigesetzt wird, ist zwar noch ungeklärt. Davon abgesehen ist der Bewegungsablauf aber bekannt: Im Gegensatz zu Chamäleons lassen die Pilzzungen-Salamander ihre Muskelpakete an Ort und Stelle. Stattdessen setzen sie den knorpeligen Stützapparat der Zunge in Bewegung. Zwei Knorpelspangen, die über die Schultern nach hinten ragen, werden aus dem Muskelschlauch herausgepresst, vergleichbar mit einem Melonenkern, den man zwischen Daumen und Zeigefinger hervorschnellen lässt.

Wie rasch und wie weit die Salamander ihre Zunge aus dem Maul hervorstrecken, hängt vom anvisierten Beutetier ab. Nach einem Treffer wird die Zunge mit dem daran haftenden Happen umgehend wieder eingeholt. Dazu aktiviert der Salamander spezielle Rückholmuskeln. An den Beckenknochen verankert, reichen diese langen Muskelbänder bis in das klebrige Haftpolster an der Zungenspitze. Wenn sich die Zunge wieder ins Maul zurückgezogen hat, bilden sie eine Schleife, die in der Kehle verstaut wird.

            http://www.faz.net/s/Rub80665A3C1FA14FB9967DBF46652868E9/Doc~E6D75864A79484FCD843B4ECA60358FA1~ATpl~Ecommon~Scontent.html?rss_wissen


SPIEGEL (Germany) 10 September 07  Passagier fliegt mit 30 toten Schlangen im Gepäck

Atlanta (AP):  Die toten Tiere befanden sich in Flaschen und Gläsern in einer Kiste, die der aus Südkorea stammende Passagier eingecheckt hatte, sagte ein Flughafensprecher. Die Sicherheitskräfte ließen besondere Vorsicht walten, weil auch tote Schlangen noch Reste von Gift enthalten können.

Im Gepäck des Mannes befanden sich auch ein toter Vogel sowie Teile diverser anderer Vögel. Dem Passagier, dessen Name nicht bekannt gegeben wurde, droht eine Geldstrafe. Er habe keine Ahnung, was der Koreaner mit den Tieren vorgehabt habe, sagte der Sprecher.

            http://www.spiegel.de/reise/aktuell/0,1518,504791,00.html


N-TV (Berlin, Germany) 07 September 07  Hightech-Mambas - Mikrochip für Giftschlangen

Südafrikas Schwarze Mambas schlängeln sich künftig mit Mikrochips und Identitätsnummern durch den Busch. In einem weltweit einmaligen Forschungsprojekt der regionalen Parkbehörde in der Mpumalanga-Provinz werden den Giftschlangen winzige Mikrochips eingepflanzt.

            "Es ist nur wenig bekannt über die Schlangen", erklärte der Schlangenspezialist der Behörde, Chris Bokirk, der Zeitung "The Citizen". Jeder Chip hat eine Identitätsnummer, die mit einem Scanner abgelesen werden kann. Die so gewonnen Informationen über das Verhalten der überaus giftigen Reptilien sollen künftig in einer Datenbank gespeichert werden.

            http://www.n-tv.de/849744.html


RUHR NACHRICHTEN (Dortmund, Germany) 27 August 07  Leguan im Brombeerstrauch  (Lisa Timm)

Witten:  Eine ungewöhnliche Begegnung hatte am Samstag die Bommeranerin Anja Keßler, als sie mit ihrem Mischlingshund „Cara Mia“ auf der Straße Altenhöfen im Muttental unterwegs war. „Ich schaute in die Brombeersträucher und auf einmal schauten zwei Augen zurück“, war sie überrascht über den Leguan, der es sich hier gemütlich gemacht hatte und seine Vorliebe für Brombeeren auslebte. 

"Da ich weder vor Schlangen noch sonstigen Reptilien bange bin, war ich auch gar nicht erschrocken, sondern nur überrascht", sagte die 44-Jährige, die an der Otto-Schott-Realschule Biologie, Religion und Deutsch unterrichtet. "Das einzige, was mir durch den Kopf schoss, war, wie kann ich dem armen Tier helfen. Denn die Nächte sind kalt und von unreifen Brombeeren kann doch kein Leguan leben."

Da Anja Keßler keine Nummer vom Tierschutzverein gespeichert hatte, wandte sie sich an die Polizei. Die Beamten kamen dann auch, wussten sich aber selbst keinen Rat und meldeten den "Fund" der Bochumer Einsatzleitstelle. Dort erinnerte man sich an einen Reptilien erfahrenen Kollegen aus Dortmund, der sich sofort auf den Weg nach Witten machte und den Leguan mit einem gekonnten Griff einfing.

Der Reptilienexperte geht davon aus, dass das Tier ausgesetzt worden ist. Er kümmerte sich um eine artgemäße Unterbringung des kleinen Kerls.

Die Leguane bilden eine Familie der Reptilien. Es handelt sich um Echsen, die überwiegend in Nord- und Südamerika leben, es gibt einige Arten auch auf Madagaskar und manchen ozeanischen Inseln. Die meisten Arten sind 10-30 cm lang, der Grüne Leguan wird sogar zwei Meter lang.

         http://www.ruhrnachrichten.de/lokales/wtlo/art939,76772


OÖ NACHRICHTEN (Linz, Austria) 26 August 07  Giftschlangen übersiedelt - Zukunft von Reptilienhandlung ist ungewiss

         Steyr:  Nächster Akt im Verfahren gegen "Steyrer Zoo". Wie berichtet soll es in der Reptilienhandlung eine Vielzahl an Mängeln zu beanstanden geben. Freitag waren der Amtstierarzt, Vertreter der Bezirksverwaltungsbehörde und Polizisten zu Gast im Geschäft.

Eine Puffotter und eine Klapperschlange wurden nach dem Polizeigesetz beschlagnahmt und siedeln von Steyr nach Klagenfurt in den Reptilienzoo Happ. Dort sind die Gifttiere in fachkundigen Händen. "Der Besitzer hat in diesem Fall mit uns kooperiert", sagt Mario Ferrari von der Magistratsfachabteilung für öffentliche Sicherheit. Die Tiere seien anstandslos in Boxen verpackt ausgehändigt worden. "Der Geschäftsführer hat versichert, er lege keinen Wert darauf in Steyr Giftschlangen zu verkaufen." Gefahr in Verzug ist somit laut Ferrari nicht mehr gegeben. "Das Geschäft muss nicht auf der Stelle zugesperrt werden - dafür gibt es keinen Grund."

Allerdings müssen die Betreiber von "Steyrer Zoo" einige Auflagen erfüllen: Der Geschäftsführer muss in den nächsten Wochen eine Prüfung ablegen und einen Befähigungsnachweis für das Halten und Verkaufen von Tieren erbringen können. Zudem muss das Geschäft baulich so abgesichert werden, dass Tiere nicht flüchten können. Dazu kommen noch Auflagen und Empfehlungen des Steyrer Amtstierarztes was die artgerechte Haltung der Reptilien anlangt.

Auch mit einem Besuch der Zöllbehörden müssen die Besitzer von "Steyrer Zoo" rechnen, da die Herkunft von Echsen, Riesenschlangen oder Skorpionen nicht abgeklärt werden konnte. "Ein Mitarbeiter hat angegeben, dass auf speziellen Messen jedes Tier zu haben ist - auch alle Arten von Giftschlangen."

Wieder Kontrollen

         Die Chance für einen Fortbestand des Reptiliengeschäfts im Palais Werndl schätzt Ferrari nicht aussichtslos ein. "Wir haben kein Interesse hier jemanden zum Straucheln zu bringen." Allerdings werde die Behörde auch nicht mehr locker lassen und ein Auge auf die Tierhandlung haben. 

         http://www.nachrichten.at/regional/steyr/584710?PHPSESSID=d7918c726f039d13ec7a6b117cc731a3


FRANKFURTER ALLGEMEINE ZEITUNG (Germany) 26 August 07  Wo Leguane sich lieben (Eva-Maria Magel)

„Die Jungen sind viel ausgeglichener, wenn Erwachsene dabei sind.“ Rudolf Wicker, der Kurator des Exotariums und stellvertretender Zoodirektor, redet nicht etwa von den Kindern, die um die Terrarien herumwuseln. Sondern über die Chuckwallas, eine Leguan-Gattung, die sich faul in einer Ecke räkeln.

„Da ist ein Hot spot“, erklärt Wicker – ein Platz also, an dem der Sand in den ohnehin warmen Großterrarien noch heißer ist. Die Tiere brauchen eine Temperatur um 39 Grad Celsius. Und um ihre pflanzliche Nahrung verdauen zu können, müssen sie die heißen Stellen nutzen – sonst sind sie vom Tod bedroht.

Winterruhe, Fressen und Fortpflanzung

Die Gruppe macht also gerade eine Art Verdauungsschlaf unter den Augen des neugierigen Publikums, das zur Hälfte aus Menschen, zur anderen Hälfte aus Blauen Felsenleguanen besteht. Die teilen das Gehege mit den „Chucks“. Jungtiere, meint Wicker, bildeten am liebsten mit den Erwachsenen ein kuscheliges Knäuel. Das ist nur eine der vielen Erkenntnisse, die er und sein Team im Lauf der Jahre gewonnen haben. Winterruhe, Fressen und Fortpflanzung – viele Reptilien sind bis heute kaum erforscht. 20 Jahre hat es allein gedauert, bis die Chuckwallas sich in Frankfurt das erste Mal vermehrt haben. Dann hatte das Exotarium wieder bewiesen, dass es seinen Ruf für erstklassige Haltung und Nachzucht nicht zu Unrecht hat.

Seit 1957 genießt die Reptilienabteilung des Zoos hohes Ansehen: Am 28. August wurde das damals modernste Aquaterrarium seiner Zeit eröffnet. 1944 war der Vorgängerbau – schon seit 1877 genoss der Zoo einen herausragenden Ruf für eines der ersten Aquarien überhaupt – im Krieg zerstört worden.

Die geradezu astronomische Summe von 1,8 Millionen Mark wurde in ein Gebäude gesteckt, dessen Technik laut Wicker bis heute auf dem neuesten Stand ist – nach einem vorerst letzten Umbau vor 20 Jahren. „Wenn man Geld hätte . . .“, fängt Wicker seine Sätze an, wenn er über nötige neue Anlagen für die Krokodile und die Pinguine spricht. Pinguine beim Schwimmen beobachten zu können und Reptilien, anders als noch heute in vielen Zoos, nicht in düsteren Betonbunkern, sondern unter lichten Glasdächern, war 1957 eine internationale Attraktion. Noch heute, sagt Tierpfleger Dieter Vogel, der seit 1969 im Haus arbeitet, reisten Besucher von weit her an – vor allem der Reptilien wegen.

Warane mit Frankfurter Genen

Denn immer noch gebe es in Frankfurt Tiere zu sehen, die in anderen Zoos als „unhaltbar“ oder zumindest als extrem schwierig gelten. Seit 1990 etwa ist Frankfurt der einzige Ort außerhalb Australiens, an dem die dort beheimateten Süßwasserkrokodile Nachwuchs bekommen. Reptilien erfreuen sich in den vergangenen Jahren als Haustiere großer Beliebtheit. Mancher in Europa lebende Waran hat Frankfurter Gene – an qualifizierte Halter nämlich werden Reptilien auch mal abgegeben.

Mit erfahrenen Privatleuten, die oft über enormes Wissen verfügen, stehen Wicker und die Pfleger in regem Austausch, reisen zu Tagungen und veranstalten Führungen: Mit wechselwarmen Tieren umzugehen, sei eben eine besondere Sache, sagt Wicker. Viel Arbeit, aber auch viel Freude mache das, sagt Vogel, der zu Hause selbst Reptilien hält, „aber eher kleine“. Um die großen kümmert er sich lieber im Zoo.

         http://www.faz.net/s/RubFAE83B7DDEFD4F2882ED5B3C15AC43E2/Doc~E5785081546354DF498CEA2700A2F5660~ATpl~Ecommon~Scontent.html


PR-INSIDE (Vienna, Austria) 25 August 07  Schlange als blinder Passagier

Brookhaven/USA (AP):  Ed Carruth wähnte sich allein in seiner einsitzigen Maschine über dem Mississippi, doch dann entdeckte er einen blinden Passagier - eine graue Rattenschlange.  Sie habe begonnen, seinem Arm abzulecken, berichtete der erfahrene Pilot der Zeitung «The Daily Leader».  Da er den ungebetenen Gast nicht hinauswerfen konnte, legte er ein paar Kunstflugeinlagen hin. Daraufhin habe sich die Schlange in den hinteren Teil seiner Maschine verzogen, berichtete Carruth, der am Donnerstag sicher auf dem Flughafen von Brookhaven im US-Staat Mississippi landete.  In 50 Jahren mit mehr als 14.000 Stunden Flugerfahrungen habe er so etwas noch nicht erlebt.  Fachleuten zufolge ist es nicht ungewöhnlich, dass sich Reptilien in Hangars aufhalten. Sie suchten dort nach Mäusen.  Zudem sei es in den Hallen kühl, erklärte der Experte Joey Pradillo.

         http://www.pr-inside.com/de/schlange-als-blinder-passagier-r208341.htm


WOLFSBURGER NACHRICHTEN (Germany) 25 August 07  Unbekannter setzt Schlange vor dem Tierheim aus - Artenschutzzentrum Leiferde holt Boa constrictor ab und sucht neues Heim in Zoo (Annika Koch)

Ein unerwarteter Gast stand gestern Vormittag vor der Tür des Tierheims in Sülfeld: eine ein Jahr alte und ein Meter lange Boa constrictor imperator. Ein Unbekannter hatte die Schlange dort in einem Eimer mit Luftlöchern abgestellt.

Auf den Eimer war ein Zettel geklebt, auf dem stand: "aggressiv, faucht und beißt, kaum zu handhaben, Vorsicht". Weil es die ganze Nacht über geregnet hatte, war der Behälter mit Wasser vollgelaufen, eine Mitarbeiterin musste die Schlange mit einer Katzengreifstange herausfischen und sie in ein trockenes Terrarium setzen, wie Tierheim-Leiterin Bärbel Gädke im Gespräch mit den Wolfsburger Nachrichten berichtete. "Wahrscheinlich war der Besitzer mit dem Tier überfordert, sagte die erfahrene Tierschützerin, die an hilflose Halter appelliert, die Tiere persönlich im Tierheim abzugeben statt auszusetzen.

Weil das Tierheim selbst keine Schlangen versorgen kann, hat Bärbel Gädke gestern das Artenschutzzentrum in Leiferde im Landkreis Gifhorn informiert, das Wildtiere und Exoten bei sich aufnimmt. Zwei Mitarbeiter kamen am Nachmittag, um das Reptil abzuholen.

"Es kommt häufiger vor, dass wir ausgesetzte Schlangen abholen, gerade in der Urlaubszeit", sagte Marco Schiesgeries. Er und Linda Dack holten die Schlange aus dem Terrarium und verstauten sie für den Transport vorübergehend in einer Styroporkiste. "Ich kann nicht feststellen, dass das Tier aggressiv ist", sagt Schiesgeries, der im Artenschutzzentrum Leiferde ehrenamtlich hilft und auch zu Hause Schlangen hält. Er weiß allerdings, dass Boa constrictors ihren eigenen Kopf bekommen, wenn sie älter werden. Das gefundene Reptil ist mit einem Meter Länge noch nicht ausgewachsen, später kann es zwei bis zweieinhalb Meter lang werden.

"Wir werden Kotproben nehmen und die Schlange noch einmal genau untersuchen", erklärt Schiesgeries. Ist sie gesund, wird sie nicht mehr an Privatpersonen, sondern an Zoos oder ähnliche Einrichtungen weiter zu vermitteln versucht.

         http://www.newsclick.de/index.jsp/menuid/2165/artid/7186380


STUTTGARTER ZEITUNG (Germany) 24 August 07  Der weiße Alligator - Die fahrbare Tierschau "Land der Reptilien" gastiert in Stuttgart (Klaus Zintz)

Stuttgart - "Europas größte mobile Krokodil-Show" - so wirbt der Aussteller René Renz für seine Attraktion. Streicheln darf man die Alligatoren aber nicht, das hat das Stuttgarter Ordnungsamt verboten.

Tropisch heiß ist es in den Zelten, der Schweiß rinnt nur so von der Stirne. René Renz scheint das nicht zu stören. Er sieht ein bisschen aus wie Crocodile Dundee: braun gebrannt, blaue Augen, durchtrainierte Figur und einen Lederhut mit Krokodilzähnen auf dem Kopf. Seit fast 30 Jahren befasst er sich mit Reptilien, hat seinem eigenen Reptilienzoo in Friedberg bei Frankfurt und tourt seit Ostern vergangenen Jahres mit einer fahrbaren Krokodilschau durch die Lande. Bis zum 16. September gastiert er nun mit rund 200 Tieren in Stuttgart: Vor allem Reptilien wie Schlangen, Alligatoren, Schildkröten, Leguane, und Agamen tummeln sich in den Terrarien, aber auch Skorpione, Spinnen, Kröten und andere Tiere sind zu bewundern.

Die Hauptattraktion ist zweifellos ein weißer Alligator. "Whity ist schon was Edles", sagt René Renz mit hörbarem Stolz in der Stimme. Eigentlich heißt dieses völlig weiße Krokodil aus Louisiana White Diamond. Nur zwölf dieser Albino-Alligatoren gibt es auf der Welt, in Europa ist Whity derzeit das einzige weiße Exemplar. "Das wird auch so bleiben", sagt Renz und verweist auf die mit den Amerikanern ausgehandelten Verträge.

In der Natur hätte Whity keine Chance. Kaum aus dem Ei geschlüpft, wäre er schon eine leichte Beute seiner Feinde geworden. Und sollte solch ein Albino dennoch größer werden, würde das Sonnenlicht seine überempfindlichen Augen alsbald erblinden lassen. Daher liegt Whity nun in einem abgedunkelten Raum. Das Tier stammt aus einem so genannten Ranching-Programm. Dabei entnimmt man natürlichen Alligatorgelegen einen Teil der Eier und brütet sie im Brutkasten aus. Dort ist der Bruterfolg weitaus größer als in der Natur, wo viele Räuber lauern.

Zahm ist Whity allerdings nicht. Dennoch erlaubt er es, dass Renz ihn an den Vorderbeinen hochhebt, um ihn für die Fotografen in die richtige Pose zu setzen. Doch als ihn ein unerwünschtes Blitzlicht erschreckt, tobt er unwirsch durch sein Plantschbecken und faucht empört. Demgebenüber ist Ali, ein rund 60 Jahre alter normaler Alligator, richtig gutmütig. Er ist in der regelmäßig stattfindenden Krokodilschau die wichtigste Attraktion. "Ali ist das zahmste Krokodil der Welt", behauptet Renz. Begründung: jeder könne seinen Kopf in den zahnbewehrten Schlund des Tieres stecken - was den Mutigen aber einen ordentlichen Batzen Geld extra kosten würde. In der Schau führt das dann ein kleinwüchsiger Pfleger namens Lambaddel vor. Mit seinen 1,25 Meter sei er "der kleinste Krokodilbändiger der Welt", wie Renz den Zwerg werbewirksam ankündigt.

Fairerweise erfährt das Publikum in dieser Schau auch, dass man solche Kunststücke nur mit Alligatoren machen kann. Diese in den südlichen USA beheimatete Krokodilart gewöhnt sich im Vergleich zu anderen Krokodilen recht gut an den Menschen - und lässt dann einiges mit sich machen. Mit einem Nilkrokodil etwa könnte man so nicht umgehen. Streicheln lassen sich zahme Alligatoren meist ohne Probleme, was bei Alligatorschauen in den USA gerne vorgeführt wird. Auch bei der Renz’schen Schau dürfen die Tiere eigentlich vom Publikum gestreichelt werden - zumindest war dies in anderen Städten erlaubt. Nicht so in Stuttgart. Das hat hier das Ordnungsamt untersagt, was René Renz ziemlich erbost: "Warum gilt dieser kleine Alligator hier als gefährlich?", fragt er sein Publikum und hält ein Jungtier hoch, das ein halbes Jahr alt ist. Nun hofft Renz, dass die Streichelerlaubnis per Gerichtsentscheid doch noch erteilt wird.

Die Schau "Land der Reptilien" gastiert bis zum 16. September täglich von 11.00 bis 18.00 Uhr (außer montags) auf dem ehemaligen Güterbahnhofgelände neben dem Cannstatter Wasen Daimlerstraße Ecke Mercedesstraße. Eintritt: Erwachsene zwölf Euor, Kinder von zwei bis zwölf Jahren sieben Euro.

         http://www.stuttgarter-zeitung.de/stz/page/detail.php/1500439


STUTTGARTER NACHRICHTEN (Germany) 24 August 07  Land der Reptilien - Exotische Tiere hautnah (Jürgen Bock)

Stuttgart:  Ein bisschen wie Indiana Jones wirkt René Renz, wie er sich einen ausgefallenen Alligatorzahn zu den anderen an den Hut steckt, eines der Tiere schnappt und ihm das Maul aufdrückt. Ali, so heißt das Prachtexemplar, faucht kurz und lässt sich die Prozedur gefallen. Die Kinder am Zaun verfolgen mit großen Augen die Show.

Renz bietet in seiner mobilen Ausstellung Land der Reptilien auf dem früheren Güterbahnhofsgelände in Bad Cannstatt exotische Tiere in Nahdistanz und zum Anfassen. Für die richtige Atmosphäre in der Zeltstadt sorgen Tarnnetze mit Blattwerk, tropische Pflanzen, Dschungelsound aus dem Lautsprecher und schwüle Hitze, in der so mancher Besucher nicht nur durch den Anblick gewaltiger Schlangen und Spinnen ins Schwitzen gerät. Die Alligatoren stammen aus Renz’ Privatzoo in der Nähe von Frankfurt. "Sie sind an Menschen gewöhnt und vom Wesen her relativ simpel gestrickt", sagt Renz, "diese Tiere überleben im Gegensatz zu Krokodilen sogar Frostperioden."

Der Star der Truppe hält in einem abgedunkelten Bereich Hof. White Diamond, der laut Renz einzige Albino-Alligator in Europa, hat empfindliche Augen. Begleitet wird er von über 200 weiteren Tieren, etwa einem sechseinhalb Meter langen Netzpython. Die Riesenschlangen der Ausstellung leben in einem zwölf Meter langen Spezialfahrzeug mit Fußbodenheizung und beheizbaren Wasserbecken.

Viele der Exoten sorgen für Staunen bei den Besuchern. Etwa die Stabheuschrecke, die erstens kaum zu sehen ist und zweitens Feinschmecker: Sie verzehrt nur Brombeer- und Rosenblätter. Die Skinke aus Neuguinea strecken Angreifern ihre blauen Zungen entgegen. Die Anaconda-Babys schlängeln auf einem Haufen und die Fauchschaben blasen bei leichtem Druck Luft aus. Sehr zur Freude der Kinder, die die Tiere kurzerhand umtaufen: "Das sind Pupskissen." Anfassen ist hier meist möglich - unter fachkundiger Anleitung. Denn Kuscheltiere sehen doch anders aus.

Das Land der Reptilien ist bis 16. September täglich außer montags von 11 bis 18 Uhr geöffnet. Eintritt 7 bis 12 Euro.

         http://www.stuttgarter-nachrichten.de/stn/page/detail.php/1500467


SÜDDEUTSCHE ZEITUNG (Munich, Germany) 23 August 07  Schießbefehl gegen Sammy im Baggersee:  Sommer 1994: Bei Dormagen verschwindet ein "Killer-Kaiman" im Baggerloch - und die Polizei blamiert sich. Sammy Superstar kommt am Ende in den Zoo. (Johannes Hosell)

Es war Sommerloch-Endzeit. Ein Jahrhundertsommer grillte die Deutschen von Juni bis Ende August, gigantische Kometenteile krachten auf den Jupiter, und aus allen Löchern krochen Nessies Erben.

Das Seelöwenpärchen Otto und Cäsar nahm ein Bad im Lago Maggiore, eine namenlose Tsukinowaguma-Bärin jagte in der Innenstadt von Hiroshima Polizisten. Der Braunbär Nurmi wanderte eigens aus Slowenien nach Österreich, zum sommerlichen Schafe-Reißen und Bienenstock-Plündern. Bei Nurmi kam es sogar zu einem richtigen Bären-Ballyhoo à la Bruno: Landwirte gingen auf Treibjagd, Tierschützer weinten.

Kein Schadbär, trotzdem abgeknallt

Der bärige Auftrieb endete im Herbst, als ein Jäger das zutrauliche Tier einfach abknallte. Das heißt, vielleicht war es auch der viel harmlosere Bär Petzi, der dem Jäger vor die Flinte lief. "Petzi" hielt sich laut WWF auch in der Gegend auf und fraß bloß Wurzeln. Die Identität des Jägers hielt man so oder so vorsichtshalber geheim, aus Angst vor Racheakten militanter Tierschützer.

Nurmi hätte das Zeug gehabt zum Sommerlochklassiker, doch ein anderes Tier stahl ihm die Show: Das "Ungeheuer von Loch Neuss", die "Bestie von Dormagen": Sammy, der "Killer-Kaiman".

Der war seinem Besitzer von der Hundeleine gegangen und hatte sich im Baggersee von Dormagen verschanzt. Der etwa einen Meter lange Alligator war laut Reptilienfachmann "so gefährlich wie ein Dackel", aber in der dürren Nachrichtenzeit reichte das schon zum Killer. Der See wurde evakuiert, die Polizei schnallte die Nachtsichtgeräte auf und entsicherte die Jagdgewehre.

         Den Häschern entwischt

Fast eine Woche entwischte Sammy seinen Häschern, im Lande und bei der Presse stieg die Empathie. "Sammy, bitte melde Dich", flehte der Kölner Express, "Sammy darf nicht sterben", appellierte Bild. Die taz widmete ihm sogar ihr Porträt ("Die ausgebüchste Handtasche"). Auch die "Tagesthemen" der ARD berichteten. Sammy Superstar.

Gottlob, das Drama endete friedlich. Ein todesmutiger Rettungsschwimmer schnappte den Kaiman mit bloßer Hand, was allerdings dadurch erleichtert wurde, dass der nachtsüber auf kühlem Seengrunde quasi festgefroren war. Bild jubilierte ("Um 15.43 wurde der Schießbefehl aufgehoben"), die örtliche Polizei grämte sich ("stehen nicht gerade als Helden da"), und Sammy kam in einen Zoo.

Hoch droben im All schlüpften derweil an Bord der Columbia zwei rotbäuchige Wassermolche und drei japanische Goldfische und erhöhten den Tierbestand an Bord auf knapp 12.000 (SZ: "Quallen, Seeigel, Fruchtfliegen, Wasserinsekten"). Die Nasa behauptete, der Weltraum-Zoo sei ein Experiment, um die Wirkung der Schwerelosigkeit zu testen.

Vielleicht aber war das Schiff auch eine Art Space-Arche Noah, die wenigstens ein paar retten sollte, während unten Cäsar, Nurmi, Sammy und all die anderen baggerseetief im Sommerloch versanken.

Und während das Schiff immer höher stieg, hin zu Glück und Neubeginn, saß auf dem Grunde eines schottischen Sees eine sehr alte Seeschlange und weinte leise zum Abschied.

         http://www.sueddeutsche.de/panorama/artikel/578/129359/ 


OÖNACHRICHTEN (Linz, Austria) 23 August 07  Verfahren gegen Reptilienhandlung - Experten befreiten geschützte Exoten

Steyr. Da können Hollywoodstreifen à la "Anaconda" nicht mithalten. In Steyr ist in einer Tierhandlung, die rechtlich gesehen wohl gar keine sein dürfte, ein Skandal aufgeflogen: Unter den rund hundert Tieren im Geschäft sind auch Hochgiftige.

Nach Kundenbeschwerden hat sich eine Kommission ein Bild an Ort und Stelle bei "Steyr Zoo" im Palais Werndl gemacht. Noch während des Lokalaugenscheins stürmt plötzlich ein Mitarbeiter einer Nachbarfirma herein und berichtet von ungebetenem Schlangenbesuch. Eine knapp zwei Meter lange Kaiserboa hatte es sich unter Paletten gemütlich gemacht. Das Tier wurde eingefangen und beschlagnahmt. Mitarbeiter der Zoohandlung hatten angegeben, das Reptil gehöre nicht ihnen...

Im Geschäft ging es weiter mit unliebsamen Überraschungen: "Das Geschäft gleicht einer Baustelle", schildert Hans Esterbauer, Konsulent der OÖ Landesregierung und Fachmann für Reptilien. In dieser Baustelle werden unter anderem eine hochgiftige Klapperschlange und eine nicht weniger giftige Puffotter gehalten. "Abgesehen von anderen Mängeln war auch kein entsprechendes Gegengift vorrätig", sagt Esterbauer. Er hatte den Stein ins Rollen gebracht, nachdem ihm von den Zuständen im Geschäft berichtet worden war. Beim Lokalaugenschein befreite er unter anderem eine streng geschützte "Europäische Sumpfschildkröte" aus einer Tonne. "Für dieses und viele weitere Tiere gab es keinerlei Papiere oder Aufzeichnungen." "Steyr Zoo" bereitet Amtstierarzt Eduard Fellinger momentan schlaflose Nächte. "In diesem Fall handelt es sich fast ausschließlich um Wildtiere. Handel und Haltung unterliegen besonderen Anfordungen", sagt der Sachverständige auf OÖN-Anfrage.

         Die Mindestanforderungen nach dem Tierschutzgesetz sind laut Fellinger im konkreten Fall in keiner Weise erfüllt. "Das fängt bei der ungenügenden Qualifikation der Mitarbeiter an, reicht über fehlende Unterlagen bis zu nicht artgerechter Haltung." Bei den Zuständen im Geschäft seien beispielsweise kleinen Skorpionen Tür und Tor zur Flucht geöffnet. "Wenn ich es mir aussuchen könnte, müssten alle Tiere beschlagnahmt werden, bis alle Mängel behoben sind", sagt Fellinger.

Über die Zukunft von "Steyr Zoo" entscheidet die Bezirksverwaltungsbehörde, ein Verfahren läuft. "Hier ist Gefahr in Verzug, da gibt es nichts zu beschönigen", sagt der zuständige Magistratsmitarbeiter. Die Giftschlangen würden noch in dieser Woche an einen Spezialisten übergeben. "Wie es mit dem Geschäft weitergeht, wird das Verfahren zeigen." 

         http://www.nachrichten.at/regional/steyr/583734


20 MINUTEN (Zürich, Switzerland) 23 August 07  Geköpfte Klapperschlange beisst nochmals zu

Mit Schlangen kann man nicht vorsichtig genug sein. Das weiss jetzt auch Danny Anderson. Der amerikanische Farmer wurde von einer Klapperschlange gebissen, nachdem er ihr den Kopf abgehackt hatte.

Der 53-jährige Anderson hatte zusammen mit seinem 27-jährigen Sohn Benjamin die Pferde auf seiner Ranch in Prosser im US-Staat Washington gefüttert, als plötzlich die anderthalb Meter lange Klapperschlange auftauchte. Benjamin konnte das Reptil mit einem Bewässerungsrohr festklemmen und ihm mit einer Schaufel den Kopf abschlagen, wie die Nachrichtenagentur AP berichtet.

Ein paar weitere Schaufelschläge beförderten den abgetrennten Schlangenkopf unter den Pickup der beiden Farmer. Doch als Danny ihn hervorholen wollte, biss das Tier zu. «Plötzlich richtete sich der Kopf auf, machte beinahe einen Salto und biss in meinen Finger», erzählte Anderson. «Ich musste meine Hand sehr stark schütteln, damit die Schlange losliess.»

Auf Anraten seiner Frau begab sich Anderson in das Prosser Memorial Hospital. Bei seiner Ankunft zehn Minuten später war seine Zunge bereits geschwollen. Der Farmer wurde daher sofort per Ambulanz in das 30 Meilen entfernte Krankenhaus von Richland überführt, wo er sechs Spritzen mit Serum gegen Schlangengift erhielt.

Ein Biologe des Washingtoner Amtes für Fischerei und Wildtiere sagte, er habe noch nie von jemandem gehört, der von einer geköpften Schlange gebissen worden sei.

«Das ist sehr überraschend, aber es ist sehr wichtig, es den Leuten zu sagen», meinte er. «Es könnte ein Reflex der Schlange gewesen sein.»

Anderson sagte, sollte er wieder einer Klapperschlange begegnen, würde er sie wieder zu töten versuchen. Allerdings würde er sie dann begraben. «Es fröstelt mich immer noch, wenn ich daran denke, dass dieses Drecksvieh sowas tun konnte.»

         http://www.20min.ch/news/kreuz_und_quer/story/31826126


BLICK (Zürich, Switzerland) 22 August 07  Mordwaffe: Giftschlangen

Jefferson County (USA):  Ein Verbrechen wie aus einem Cowboy-Film: Es geht um Poker, Schulden, fiese Gauner und Klapperschlangen.

Christopher Lee Steelman und sein Kumpel Herbert Paul Beck hatten sich verschätzt: Sie investierten 60´000 Dollar (rund 72´300 Franken) in Amateur-Poker-Runden, die ein Kollege organisiert hatte und der damit zu Anfang auch ganz erfolgreich gewesen war.

Aber eben, nur zu Beginn. Doch auch wenn das Geschäft mit den Assen kaum mehr lief: Möchtegern-Organisator Matthew Sowash weigerte sich, das investierte Geld an Steelman und Beck zurück zu zahlen. Immerhin hatten sie dieses auf eigenes Risiko eingeschossen.

Doch das Geld musste wieder her und Sowash am besten verschwinden. Deswegen knobelten Steelman und Beck einen abenteuerlichen Plan aus: Sie besorgten sich einen ganzen Haufen Klapperschlangen. Diese wollten sie in eine Box packen und sie Sowash vor die Nase setzen. Dann würden sie ihn dazu bringen, in die Schachtel mit den giftigen Reptilien zu treten und so sein Schicksal selbst zu besiegeln. Zuvor sollte er ihnen aber noch ihr Geld zurückgeben.

Der fiese Plot ging aber nicht auf. Denn die Polizei hatte bereits seit längerem ein Auge auf die halbseidenen Pokermachenschaften von Matthew Sowash geworfen und war so auch auf Steelman und Beck gekommen. Beide sitzen nun wegen ihren tierischen Mordabsichten im Gefängnis und warten auf ihren Prozess. Polizeisprecher Lance Clem bringts auf den Punkt: «Wir haben hier ein paar Schlangen, die sich mit Schlangen einliessen».

         http://www.blick.ch/news/ausland/artikel69606


BLICK (Zürich, Switzerland) 21 August 07  Mexikaner hält 98 Krokodile in Privatgarten

Mexiko-Stadt (AP):  Im Garten eines Anwesens im mexikanischen Golfstaat Veracruz haben Mitarbeiter der Umweltschutzbehörde 98 Krokodile entdeckt. Die Reptilien mit einer Grösse von 30 Zentimetern bis 1,7 Metern wurden in sechs kleinen Schwimmbecken gehalten, wie die Behörde am Montag mitteilte. Der Besitzer des Hauses in Tenozapa hat nun fünf Tage Zeit, einen Herkunftsnachweis für die geschützten Tiere vorzulegen. Die Behörde erfuhr durch einen anonymen Hinweis von den Krokodilen.

         http://www.blick.ch/news/tierwelt/news30729


OÖ NACHRICHTEN (Linz, Austria) 21 August 07  Wenn die Rasenmäherschildkröten im Welser Tierpark laut stöhnen (Alexander Ritzinger)

Sie sind nicht so auffällig wie Papageien oder Pfaue, dennoch zählen die Spornschildkröten zu den interessantesten Tieren des Welser Tiergartens.

Wenn es Lebewesen gibt, die "urtümlich" ausschauen, dann diese Schildkröten. Sechs davon leben im Welser Tiergarten, drei Weibchen, drei Männchen. Sie dösen bei unserem Besuch an einem regennassen Tag vor sich hin. Aktiv sind sie, wenn es heiß ist. Sie brauchen Wärme, um in Schwung zu kommen. Das entspricht ihrem Naturell, das sie sich in der afrikanischen Sahelzone über viele hunderttausende Jahre zu Eigen gemacht haben.

Ghanaer im besten Alter

         Die Spornschildkröte ist die drittgrößte Landschildkröte. Sie kann bis zu einem Meter lang, bis zu 100 Kilo schwer und bis zu 80 Jahre alt werden. Die größeren Tiere in Wels sind nach Schätzung des wissenschaftlichen Leiters, Leopold Slotta-Bachmayr, rund 30 Jahre alt. Sie stammen aus Ghana.

Dort gelten die Tiere als Staussymbol: Ihnen wird in den Panzer ein Loch gebohrt, und von dort aus werden sie mittels einer Schnur angepflockt. In manchen Haushalten Kaliforniens, denen es auf den "Showeffekt" ankommt, werden die Tiere auch gerne in Szene gesetzt: als "Rasenmäher".

Ihren Namen tragen die Tiere wegen des auffälligen Sporns an den Oberschenkeln der Hinterbeine, der bei den Männchen stärker ausgeprägt ist. Gut entwickelt ist auch deren Hang zu einem regen Sex-Leben. "Wenn man im Tiergarten einschlägiges Gestöhne hört, dann von diesen Schildkröten", berichtet Slotta. Die Folgen dieser Lustanwandlungen sind Eier, die in einem Brutapparat heranreifen. Und die Rangordnung? "Der größere Bock beherrscht die anderen. Rein körperlich sind die Weibchen zwar unterlegen, aber sie gleichen das mit charmanter Verführungskraft aus. Wie bei den Menschen", sagt Slotta schmunzelnd.

Serie wird fortgesetzt

         Tierpark Wels: Für einen Rundgang sollte man sich eine Stunde Zeit nehmen. Öffnungszeiten: 7 bis 20 Uhr, Eintritt frei, Spenden erbeten. Kinderspielplatz, Riesenschach, Buffet (8.30 bis 19.30 Uhr), Tel. 072 42 / 234-7651

         http://www.nachrichten.at/leben/582847


RHEINISCHE POST (Düsseldorf, Germany) 20 August 07  Nahe dran am Krokodil (Sabine Hannemann)

         Expertentreffen im TerraZoo. Bundesweit halten über 500 000 Menschen exotische Reptilien. Bis zu 25 000 Schulkinder kommen jedes Jahr nach Rheinberg.

Fast regungslos liegt Sobek hinter der Scheibe und riskiert nur ab und zu ein Auge. Dem Treiben am Tag des Krokodils kann er anscheinend wenig abgewinnen. Sobek, das ist ein 38-jähriger, knapp 300 kg schwerer Nilkrokodil-Bulle. In freier Natur würde er eine Körperlänge von sechs Metern erreichen und alt wie Methusalem werden. Auch wenn Sobek mit seinen beiden Krokodildamen hinter dem sicheren Glas im Rheinberger TerraZoo kein Wässerchen trüben kann, „sind ihre Schwanz- und Schnauzenschläge äußerst gefährlich“, erzählt Daniel Kahlen (44), Inhaber und Betreiber des TerraZoos. Er beherbergt Fundtiere oder übernimmt Tiere vom Zoo, wie die graue Eminenz Sobek.

Reptilien sind faszinierend. Nicht erst seit mit Jurassic Park die lebenden Fossilien auf die Leinwand und in die Wohnzimmer kamen und das Dinofieber auslösten. Kahlen schätzt bundesweit die Zahl der Halter von exotischen Reptilien auf über 500 000. Das Interesse ist unterschiedlich begründet. „Weil die so viel essen können und so schnell zuschnappen“, meint der sechsjährige Florian Heuser aus Kamp-Lintfort. Er ist mit seinen Großeltern Engelbert und Roswitha Dudek nach Rheinberg gekommen. Wer einmal sein Herz daran verloren hat, den lassen diese archaischen Reptilien nicht mehr los. Groß war daher das Interesse an Vorträgen. Fachleute trafen auf Fachleute, Reptilienhalter auf Experten. „Einen Zeitablauf vorzugeben, ist daher unmöglich“, weiß Daniel Kahlen aus Erfahrung. Ziel der Veranstaltung ist, auch den Besuchern das Leben der Krokodile näher zu bringen und zu zeigen, dass Krokodile zwar gefährlich sind, dennoch intelligenten Individualcharakter haben und lernfähig sind.

„Wir wollen pädagogischen Mehrwert vermitteln und sind auf keine bloße Sensationshascherei aus“, so Kahlen. Das Konzept geht auf, pro Jahr kommen bis zu 25 000 Schulkinder. Zu sehen sind Warane, Hundskopf- oder Waldklapperschlangen. Ingrid Venen, ehrenamtliche Mitarbeiterin, kam durch Tochter Anna zu diesem exotischen Hobby und blieb. Die heute 16-Jährige Anna gehörte in Moers, am ehemaligen Standort, zu den Dauergästen. „Dann kam der Umzug, und jetzt fahren wir nach Rheinberg, wo ich arbeite“, erzählt Ingrid Venen. Beim Tag des Krokodils erfährt der Besucher auch, dass der fischfressende schmal-, aber langschnäuzige Ganges-Gavial vom Aussterben bedroht ist. 220 Exemplare gibt es nur noch.

         http://www.rp-online.de/public/article/regional/niederrheinnord/xanten/nachrichten/rheinberg/470473


MORGANWELT (Berlin, Germany) 20 August 07  Schlangen als Hungerkünstler - Warum können Schlangen auch in langen Hungerphasen noch kraftvoll zubeißen? Sie kommen bis zu zwei Jahre ohne Nahrung aus und bleiben dabei wach und jagdbereit. Unbekannt war bisher aber, wie sie das tun. (Dörte Sasse)

Jetzt meldet ein US-Biologe, dass Schlangen ihren Stoffwechsel enorm drosseln und umstellen können. Mit diesem Mechanismus müssen sie weder in Winterschlaf verfallen noch ihre Körpertemperatur absenken noch den eigenen Körper von innen auszehren, wie es andere Tierarten tun. Schlangen verbrauchen in Hungerphasen deutlich weniger Sauerstoff, senken ihren Stoffwechsel um bis zu 72 Prozent und nutzen köpereigene Fette sogar bei sehr niedrigem Körperfettanteil, wo andere Tiere schon längst die lebenswichtigen Eiweißvorräte im Körper angreifen.

"Dies könnte die evolutionäre Beharrlichkeit von Schlangen über die letzten 100 Millionen Jahre erklären helfen und das immer wieder vorkommende schnelle Ausbreiten von Schlangen in relativ energiearme, nahrungsarme Umwelten", schreibt Marshall McCue von der University of Arkansas im Fachblatt "Zoology". Er hatte drei Schlangenarten über 168 Tage lang hungern lassen. Dabei lagen sie in einem Terrarium mit konstanter Temperatur von 27 Grad Celsius -- als wechselwarme Tiere konnten sie so ihre Körpertemperatur nicht absenken. Die drei sehr unterschiedlichen, nur entfernt verwandten Schlangen- und Nattern-Arten -- eine Königspython (Python regius), eine Schwarze Pilotnatter (Elaphe obsoleta) und eine Texas-Klapperschlange (Crotalus atrox) reagierten alle mit dem selben Mechanismus: Sie regelten den Angebot-und-Nachfrage-Mechanismus des eigenen Körpers herunter. Bis zu 72 Prozent weniger Energie brauchte ihr Stoffwechsel in der Hungerphase.

Zudem konnten die Schlangen mit ihren Fett- und Eiweißreserven besser haushalten als andere Tierarten. Diese fressen sich zunächst zusätzliche Fettschichten an, die sie in Hungerphasen wieder abbauen, greifen dann die essenziellen Fettreserven im Körper an und schalten schließlich auf die lebenswichtigen Eiweißvorräte um. Sinkt der Fettanteil des Körpers auf unter 10 Prozent, so scheint der Tod unausweichlich. Schlangen hingegen können auf bis zu 5 Prozent Fettanteil heruntergehen, so McCue, bevor sie auf die Eiweißverbrennung umschalten. Und selbst der Verzehr dieser Eiweiße schade den Tieren wenig, weil sie ihren Stoffwechsel so drastisch heruntergefahren hätten.

Wie und weshalb den Schlangen dies gelingt, ist nach wie vor unklar. Doch wenn solche Fähigkeiten auch bei anderen Tieren wie Haien, Schildkröten und Amphibien entdeckt werden, könnte es erklären, weshalb sie sich im Laufe der Evolution so lange halten konnten, während andere Tierarten aufkamen und wieder ausstarben.

         http://www.morgenwelt.de/256.html?&cHash=ec61b80d45&tx_ttnews%5BbackPid%5D=115&tx_ttnews%5Btt_news%5D=2347


SÜDWEST PRESSE (Schwenningen, Germany) 18 August 07  Ein behäbiges Reptil, das sehr viel Zeit hat - Landschildkröten sind ideale Heimtiere für Allergiker. Am einfachsten für die Besitzer und am besten für die Tiere ist die Freilandhaltung. (Gudrun Sokol)

Bei guter Pflege können die Reptilien Menschengenerationen überdauern. Knapp die Hälfte des Jahres fallen sie aber wegen Winterstarre aus.

         Geschichte und Herkunft: Schildkröten haben schon die Erde bevölkert, als es noch nicht einmal Dinosaurier gab. Wohl auch deshalb ranken sich viele Mythen um sie. Die Tiere verkörpern meist das Gute, Seelenvolle und Weise. Seit Jahrtausenden werden sie vom Menschen genutzt - als Nahrungsquelle, der Panzer als Schmuck und Gebrauchsgegenstand und eben als Haustier. Die Zerstörung ihrer Lebensräume haben die Wildtierbestände stark dezimiert. Heute darf nur noch mit Nachzuchten gehandelt werden. Als wechselwarme Tiere sind Schildkröten auf die Außentemperatur angewiesen. Die Heimat der Griechischen Landschildkröte (Testudo hermanni) ist der europäische Teil des Mittelmeerraumes.

 · Biologie und Systematik: Schildkröten sind Reptilien und werden in "Halswender" und "Halsberger" unterteilt. Letztere, zu der die Landschildkröten gehören, können den Hals in einem s-förmigen Bogen in den Panzer einziehen. Die Griechische Landschildkröte hat einen hoch gewölbten Panzer mit schwarzem, klarem Muster auf hornfarbenem Untergrund.

 · Größe und Platzbedarf: Griechische Landschildkröten erreichen eine Bauchpanzerlänge von 18 bis 25 Zentimetern. Als Mindestgröße für ein Gehege werden pro Tier drei Quadratmeter empfohlen. Männchen sind oft wenig verträglich. Auch mit Weibchen sollten sie auf Dauer nicht zusammen leben, da ihr Balzverhalten ausgeprägt ist. Die Weibchen können durch die ständige Verfolgung paarungswilliger Männchen so sehr unter Stress geraten, dass sie gar nicht mehr zum Fressen kommen. Bei Böcken (die Männchen werden tatsächlich so genannt) ist der Schwanz länger. Außerdem ist ihr Bauchpanzer nach innen gewölbt, damit sie bei der Paarung nicht abrutschen.

         Artgerecht ist die Landschildkrötenhaltung nur, wenn die Tiere den Sommer im Freiland verbringen können. Haben sie Platz, Licht, Wärme und eine Schutzhütte, sind sie zufrieden. Als Umzäunung, die mindestens 35 Zentimeter hoch und undurchsichtig sein sollte, eignen sich eine Steineinfriedung oder Palisaden. Als Untergrund wird Kies oder Sand empfohlen. Bei der Bepflanzung sollte die mediterrane Heimat der Tiere bedacht werden sowie die Tatsache, dass Pflanzen von den Echsen nicht als Dekoration, sondern als Futterquelle verstanden werden. Die Reptilien können von April bis Oktober im Freien bleiben. Sie bereiten sich selbst auf die Winterruhe vor und stellen das Fressen ein. Überwintert werden sie im Keller bei zwei bis neun Grad.

 · Ernährung: Schildkröten lässt man am besten grasen. Auf dem Speiseplan stehen "Unkräuter" wie Löwenzahn oder Klee. Zerstoßene Eierschalen gewährleisten eine ausreichende Kalkzufuhr für das Panzerwachstum. Obst und Gemüse benötigen Schildkröten nur wenig.

 · Verhalten und Eigenarten: Schildkröten sind mit einer artgerechten Versorgung zufrieden. Zuwendung brauchen sie nicht.

 · Häufige Haltungsfehler: Tiere, die ausgewogen ernährt sind, brauchen keine Vitaminpräparate - auch wenn der Fachhandel allerlei anbietet. Für die Überwinterung gilt: Sind die Tiere gesund, parasitenfrei und haben sie keinen Stress, kommen sie gut durch den Winter.

         Lange hielt sich die Meinung, Schildkröten seien ideale Kinderspielzeuge, weil sie kaum "kaputtzukriegen" sind. Doch werden viele Landschildkröten, die als Haustiere gehalten werden, nur so alt, weil sie lange zum Sterben brauchen.

         http://www.suedwest-aktiv.de/landundwelt/blick_in_die_welt/3046722/artikel.php?SWAID=ab466d8b16c09219b057239861e1a55f


LÜBECKER NACHRICHTEN (Germany) 15 August 07  Retter der Kröten bekommen Scharbeutzer Umweltpreis (Lina Timm)

Scharbeutz:  Fast 1000 Tiere haben Christiane und Jürgen Walcynski gerettet. Kröten, Molche und Frösche, die ohne ihre Hilfe auf der Straße zwischen Gronenberg und Stawedder ihren sicheren Tod gefunden hätten. Für dieses Engagement wurde dem Ehepaar aus Gronenberg nun von Bürgermeister Volker Owerien und dem Umweltausschuss-Vorsitzenden Thomas Melchert der Umweltpreis der Gemeinde Scharbeutz verliehen.

"Wir hatten mehrere Vorschläge, aber das Projekt der Walcynskis hat uns am meisten überzeugt", sagt Melchert. Die Gronenberger hatten auf 600 Metern an der viel befahrenen Straße einen Amphibienschutzzaun aufgestellt und diesen zwei Monate lang betreut. "Wir sind eines Abends dort längs gefahren und haben uns gewundert, wie viele tote Kröten auf der Straße lagen - schon bei einer Geschwindigkeit von 40 Kilometern pro Stunde haben sie ja keine Chance mehr", so Jürgen Walcynski (60). Da wollte er mit seiner Frau helfen, in den ersten Nächten sei er mit Taschenlampe und Warnblinkern unterwegs gewesen, um die Autofahrer zu warnen und Kröten zu sammeln, danach hat er sich für den Schutzzaun stark gemacht. "Die 1500 Euro, die der Zaun in dieser Länge gekostet hat, wurden vom Land gefördert", sagt Melchert. Zwar entstanden den Walcynskis so keine Kosten durch das Projekt, wohl aber hatten sie die Arbeit. "Zur Förderung gehört die Verpflichtung, den Zaun fünf Jahre lang zu betreuen", so der Umweltausschuss-Vorsitzende. Und das bedeutete für das Ehepaar, im Februar, März und April des vergangenen Jahres - und der vier folgenden - jeden Morgen auf Krötentour zu gehen. Denn alle 50 Meter ist ein Eimer im Boden eingebracht, in den die Kröten, Frösche und Molche fallen, da sie nicht über die Folie springen können. In den Eimern werden sie dann über die Straße getragen, um zu ihren Laichgewässern zu kommen - ganz sicher und ohne Verluste.

Für dieses Engagement gab es jetzt nicht nur den symbolischen Umweltpreis der Gemeinde Scharbeutz, der Pflanzenmarkt Kunert in Gronenberg sowie die Ostsee-Therme Scharbeutz schenkten den Naturliebhabern Gutscheine. "Die ehemalige Dotation von 250 Euro für den Preis ist leider unseren Sparmaßnahmen zum Opfer gefallen", so Melchert.

Ein weiteres Opfer gab es während der Rettungsaktion allerdings noch: Der Zaun selbst wurde auf einer Länge von 100 Metern abmontiert und gestohlen. "Das ist eine Frechheit - aber wir vergeben den Preis ja, um das Umweltbewusstsein zu fördern und solche Aktionen künftig zu vermeiden", so Bürgermeister Volker Owerien.

         http://www.ln-online.de/lokales/2201904


NET-TRIBUNE (Cologne, Germany) 17 August 07  Python tötet seltene Papageien in Budapester Zoo

Budapest (AP):  Ein offenbar von einem Besucher eingeschmuggelter Python hat im Budapester Zoo drei seltene Papageien getötet. Wie Zoosprecher Zoltan Hanga am Freitag mitteilte, gehörte die zwei Meter lange Schlange nicht zum Bestand des Tiergartens und wurde dort vermutlich ausgesetzt. Die Keas, zwei Männchen und ein Weibchen im Wert von jeweils 5.800 Euro, waren Budapest von Zoos in Deutschland und Österreich geschenkt worden. In freier Wildbahn leben nur noch schätzungsweise 1.000 bis 5.000 der Vögel, 140 gibt es in Zoos. Sollte der Eigentümer des Pythons nicht gefunden werden, werde das Tier vermutlich im Zoo eine neue Heimat finden, sagte Hanga.

         http://www.net-tribune.de/article/170807-421.php


DDP (Germany) 13 August 07  Vermehrt Kreuzottern in Hiddensees Dünenheide

Hiddensee (Ddp-Nrd). Auf der Insel Hiddensee haben sich Kreuzottern in diesem Jahr offenbar stark vermehrt. Das Gesundheitsamt Rügen appellierte am Montag an Spaziergänger, insbesondere bei Wanderungen durch die Dünenheide auf die sich sonnenden Giftschlangen zu achten und festes Schuhwerk zu tragen.

Vor allem in den Trockengebieten zwischen Vitte und Neuendorf wurden viele der unter Naturschutz stehenden Vipern gesichtet. Nach Angaben der Inselärztin sind allein in der vergangenen Woche zwei Menschen auf Hiddensee von Kreuzottern gebissen worden.

Die bis zu 80 Zentimeter lang werdenden Schlangen gelten in Deutschland als gefährdet. Ihr Biss kann besonders für Kinder und ältere Menschen lebensgefährlich sein. Bei Bissverletzungen müssen die betroffenen Extremitäten ruhiggestellt werden. Zudem sollte sofort ein Arzt aufgesucht werden. Im Mai 2004 war auf der Insel Rügen eine 81-jährige Frau nach dem Biss einer Kreuzotter gestorben.

         http://de.news.yahoo.com/ddp/20070813/tpl-vermehrt-kreuzottern-in-hiddensees-d-75b238e.html


SÜED DEUTSCHE (Munich, Germany) 13 August 07  Krokodile im Gepäck

Krokodile im Gepäck eines Fluggastes haben die Sicherheitskräfte am Flughafen von Kairo am Wochenende in helle Aufregung versetzt. Als die ägyptischen Beamten die Taschen des Schmugglers durchsuchten, trauten sie ihren Augen nicht: Im Gepäck waren mehr als 250 Krokodil-Babys entdeckt.

Außerdem beschlagnahmte der Zoll auf dem Flughafen von Kairo 40 Chamäleons und fünf Kobras Schlangen, wie ein Tierarzt am Sonntag der amtlichen Nachrichtenagentur Mena sagte.

Augenzeugen berichteten, kurzzeitig habe der Reptilienfund eine Panik unter dem Sicherheitspersonal ausgelöst. Der ertappte saudische Tierschmuggler rechtfertigte seine skurrile Reisebegleitung mit dem Argument, er benötige die Reptilien zu wissenschaftlichen Zwecken an seiner Universität. Die Tiere werden nun dem Kairoer Zoo übergeben.

Den Angaben zufolge hatte ein junger Mann aus Saudi-Arabien am Samstagabend in Kairo für den Flug in sein Heimatland eingecheckt. Als sein riesiges Gepäck durch die Röntgenkontrolle lief, kam es den Kontrolleuren verdächtig vor.

Es sei der größte aufgeflogene Schmuggelversuch mit Nil-Krokodilen in der Geschichte der ägyptischen Luftfahrt.

         http://www.sueddeutsche.de/panorama/artikel/59/127852/


DER SPIEGEL (Hamburg, Germany) 14 August 07  Strahlender Schwanz vertreibt Schlangen

         (Khü/Dpa)  Um ihre Feinde in die Flucht zu schlagen, müssen Erdhörnchen allerlei Aufwand betreiben. Dafür reicht es nicht, den Schwanz einfach nur drohend durch die Luft zu wirbeln. Im Anhängsel der Nager steckt aber mehr, als das bloße Auge sieht.

Die Natur ist an Einfallsreichtum fast nicht zu überbieten. Kein Wunder - um zu überleben, müssen Maus und Käfer ihre Strategien und Taktiken stets weiterentwickeln. Es gilt, mit den besten Tricks das geeignete Weibchen zur Fortpflanzung zu finden, die geschickteste Tarnung vor üblen Feinden auszutüfteln oder auch eine handfeste Abwehr gegen fressfreudige Jäger zu entwickeln.

Jetzt hat ein Forscherteam um Aaron Rundus von der University of California Erdhörnchen untersucht und eine ganz neue Strategie der Feindabwehr entdeckt: heiße Schwänze gegen angriffslustige Klapperschlangen. Ihre Ergebnisse veröffentlichten die Wissenschaftler jetzt in "Proceedings of the National Academy of Science" (Online-Vorabveröffentlichung).

Die Wissenschaftler stellten fest, dass eine bestimmte Erdhörnchenart, der kalifornischen Ziesel (Spermophilus beecheyi), ihre Schwänze erhitzen können und dabei Infrarotstrahlung abgeben. Die Erdhörnchen nutzen die Technik zur Schlangenabwehr. Denn die Hörnchen, besonders die Jungtiere, stehen bei den Schlangen ganz oben auf dem Futterzettel. Dabei können die Nagetiere wählen: Greift eine für Wärme empfindliche Klapperschlange an, strecken sie ihren Schwanz in die Höhe und geben Infrarot-Signale ab. Kommt hingegen eine Kiefernnatter (Pituophis melanoleucus) daher, die die Strahlung nicht wahrnehmen kann, bleibt der Schwanz kalt.

Die Forscher hatten das Infrarotsignal entdeckt, als sie im Labor mit einer Wärmekamera Erdhörnchen und Klapperschlangen filmten. Sobald sich eine Klapperschlange näherte, heizte sich der Schwanz der Nager deutlich auf.

Besonders nachts wedeln die Hörnchen besonders eifrig mit dem Schwanz - die Zeit, in der die Klapperschlangen bevorzugt auf die Jagd gehen. Diese Beobachtung können die Forscher jetzt erklären: Auch wenn die Schlangen den Schwanz nicht sehen können, nehmen sie die Wärmestrahlung war. Für die Wärmeproduktion spielt das Sympathische Nervensystem der Nager und das wilde Herumwedeln des Schwanzes eine Rolle. Darüber hinaus vermuten die Forscher weitere Ursachen.

Warum die Erdhörnchen ihren Schwanz erhitzen, konnten die Forscher mit Hilfe von kleinen Erdhörnchen-Robotern klären. Auch der Roboterschwanz gab Infrarotstrahlung ab. Wenn die Roboterhörnchen ein Infrarotsignal abgaben, änderten die Klapperschlangen ihr Verhalten: Statt angriffslustige Räubergebärden zu vollziehen, verhielten sie sich defensiv und zogen ab. Der Grund: Der erhitzte Schwanz lässt die Schlange glauben, sie hätte ein viel größeres Tier vor sich.

Diese Ergebnisse stärken nach Meinung der Wissenschaftler die Hypothese, dass die sensorische Fähigkeit eines Räubers die Evolution entsprechender Signale bei den Beutetieren nach sich ziehen sollte. Die kalifornischen Klapperschlangen können besonders gut Wärme wahrnehmen und damit auch ihre Beutetiere, die Erdhörnchen, aufspüren.

         http://www.spiegel.de/wissenschaft/natur/0,1518,499717,00.html


DER TAGESSPIEGEL (Berlin, Germany) 14 August 07  Flucht vor Krokodilen - sieben Tage auf dem BaumBelagert von einer Horde heißhungriger Krokodile hat ein Australier sieben Tage auf einem Eukalyptusbaum verbracht - und so sein Leben gerettet.

Sydney:  "Ich habe ihre rotglühenden Augen sieben Nächte lang unter mir leuchten gesehen, bevor ich von einem Hubschrauber gerettet wurde", berichtete David George der Tageszeitung "Courier News". Jede Nacht hätten sich zwei Krokodile demonstrativ unter seinem Baum niedergelassen und zu ihm heraufgestarrt. "Ich habe sie angeschrien: Ich werde nicht für Euch zum Fraß von diesem Baum fallen", berichtete der 53-Jährige, der ein erfahrener Wildhüter ist.

Der Manager einer Rinderzuchtfarm im äußersten Nordosten des Landes war bei einem Ausritt von seinem Pferd abgeworfen worden. Halb betäubt und blutend habe er sich wieder auf den Sattel gehievt und dem Pferd die Sporen gegeben. Doch statt nach Hause rannte das Tier tief in Krokodil-Sumpfland. "Ich musste runter vom Pferd und landete mitten in einem Brutplatz für Krokodile." Er habe sich gerade noch auf einen Baum retten können, berichtete der 53-Jährige weiter. Seine Tagesration an Essen - zwei Fleischsandwichs - war am dritten Tag verzehrt. Letztlich gelang es George, die Suchmannschaften auf sich aufmerksam zu machen, indem er das Sonnenlicht mit seiner Tabakdose reflektierte. Nach der einwöchigen Zwangsdiät habe das erste Essen, das er von dem Piloten bekommen habe - ein Schokoriegel - geschmeckt "wie ein Gourmet-Mahl".

         http://www.tagesspiegel.de/weltspiegel/Kurioses-Krokodil;art2654,2357540


ECHO (Darmstadt, Germany) 15 August 07  Wer streichelt die Schlange? (Petra Neumann-Prystaj)

Hessenschau: Peter Rieth kommt mit 250 Reptilien aus allen Kontinenten nach Darmstadt – Ausstellung, Bühnenshow und eine Mutprobe für Freiwillige gehören dazu

         Als Peter Rieth ein kleiner Junge war, liebte er Tiere und unterschied sich darin in nichts von anderen Kindern. Aber er schmolz nicht etwa beim Anblick von Kaninchen, Wellensittichen, Katzen oder Meerschweinchen dahin, vielmehr zog es ihn zu den Tümpeln seiner Heimatstadt Bad Kreuznach. Dorthin, wo er Blindschleichen, Molche und Eidechsen beobachten konnte. Bald entwickelte er den Ehrgeiz, die Teichbewohner zu fangen und in Einmachgläsern nach Hause zu tragen. Im Kinderzimmer setzte er dann seine Biologie-Studien im Warmen und Trockenen fort.

Heute ist Peter Rieth 57 Jahre alt, hat eine faszinierende große Reptilien-Sammlung und nimmt einen Teil davon gelegentlich auf Städte-Tournee mit. Während der Verbraucherausstellung Hessenschau in Darmstadt, die am Samstag (25.) beginnt, stellt er – nach Kontinenten geordnet – rund 250 Tiere seiner Kollektion vor, darunter ein vierjähriges Stumpfkrokodil (aus dem Leipziger Zoo), dessen Gattung vom Aussterben bedroht ist, und eine Madagaskar- Boa, „die auch der Fachmann nicht alle Tage zu sehen bekommt“. Alles Zuchtexemplare, wie er betont. Zwar hat er auf Reisen viele Herkunftsländer der Reptilien kennen gelernt, aber nie Jagd auf geschützte Arten gemacht – außer mit der Kamera.

Was fasziniert ihn so sehr an Schlangen, Echsen oder auch Spinnen? „Die Art und Weise, wie sie Beute machen“, sagt Rieth spontan. „Das Normale hat mich nie angesprochen.“ Aber ein Chamäleon, das ein Sichtfeld von 342 Grad hat, weil es seine Augen unabhängig voneinander bewegen kann – das ist ganz nach seinem eigenwilligen Geschmack.

Seine Eltern sagten nicht etwa „igitt, wie eklig!“, sondern unterstützen die Sammelleidenschaft ihres Sohnes. Aus Einmachgläsern wurden zwei bis drei, schließlich 20 Terrarien. Weil das Kinderzimmer bald zu klein für die Tiersammlung war, wurde auch der Keller in Beschlag genommen. Bei jeder Gelegenheit – ob es nun Geburtstage oder gute Noten waren – wünschte sich Peter Rieth ein neues Tier. Er las Fachzeitschriften, ging planvoll bei der Auswahl seiner Reptilien vor und stellte Zuchtgruppen zusammen. Schon früh machte er sein Hobby zum Beruf und wurde Zoofachhändler.

Heute zeigt er in Bad Kreuznach in einer Dauerausstellung etwa 350 Tiere. „Zum Millionär werden kann man damit nicht“, bedauert er und rechnet vor, dass allein die Stromkosten im Monat 3000 bis 4000 Euro verschlingen und für Futter, vor allem aus Holland importierte Insekten, aber auch Mäuse und Ratten, rund 1000 Euro draufgehen.

Die Besucher der Darmstädter Hessenschau – auch Schulklassen mit ihren Fachlehrern sind willkommen – können die Tiere in Terrarien betrachten, die je nach Kontinent unterschiedlich eingefärbt sind. In einer Bühnenshow beantwortet Peter Rieth alle Fragen und stellt einige seiner Prachtexemplare vor. Furchtlos lässt er sich von Boas umwinden. Wer Mut hat, darf die Schlangen anfassen. Die sind doch feucht und glitschig, ekeln sich viele vorab und wundern sich dann über ihre geschmeidige, glatte Oberfläche. „Schlangen sind trocken und sauber, an ihnen haftet kein Schmutz“, doziert Rieth. „Sie häuten sich ja auch mehrmals im Jahr.“ Auch Kinder können die ungefährlichen Exemplare streicheln. Seine giftige Vogelspinne aber gibt Rieth aus Sicherheitsgründen nie aus den Händen. Ja, räumt er ein, er sei auch schon mal von Tieren gebissen worden, aber stets ohne nennenswerte Folgen.

Manche Heilpraktiker schicken ihm Patienten vorbei, die an einer Schlangen- oder Spinnenphobie leiden. Die direkte Konfrontation mit ihren Angstgegnern werde von vielen als heilsamer Schock empfunden, versichert Rieth. Manche würden sich danach sogar ein eigenes Terrarium anschaffen.

Dem Reptilienfan aus Bad Kreuznach eilt der Ruf voraus, ein Schlangenflüsterer zu sein. Dieses Kompliment hört er nicht ungern, obwohl er sofort Einschränkungen macht: „Schlangen sind taub. Da kann man lange flüstern“. Aber er kann sie dazu bringen, sich so steif wie ein Stock zu machen. Wie? Das bleibt sein Geheimnis. Und er will auch nicht verraten, wie er Schlangen, die von ihren Besitzern als schwierig bezeichnet werden, in lammfromme Kriechlinge verwandelt. Nach zwei, drei Tagen in seiner Obhut seien sie wie umgewandelt. „Mir scheint der Umgang mit diesen Tieren halt zu liegen“, sagt er in aller Bescheidenheit.

Die 28. Hessenschau Darmstadt auf dem Darmstädter Messplatz wird am Samstag (25.) eröffnet und dauert bis Sonntag (2.). In Halle 10 werden täglich zwischen 10 und 18 Uhr Tiere in artgerechten Terrarien präsentiert. Einmal pro Stunde zeigt Rieth ausgewählte Tiere in einer Bühnenshow. Informationen im Internet unter www.world-of-reptiles.de

http://www.echo-online.de/suedhessen/template_detail.php3?id=499999


EXPRESS (Cologne, Germany) 06 August 07  Bei Schlangen-Jagd - Polizisten erschießen versehentlich Fünfjährigen

Noble/USA:  Es sollte eigentlich ein friedlicher Angel-Ausflug mit dem Opa werden – doch dieser endete im US-Bundesstaat Indiana tödlich für den kleinen Austin Haley. Eine Pistolenkugel schoss dem Fünfjährigen in den Kopf – abgefeuert aus der Waffe eines Polizisten!

Der Junge starb noch an Ort und Stelle. Opa Jack ergriff mit seinem toten Enkel im Arm panikartig die Flucht – er dachte, ein wahnsinniger Killer würde Amok laufen.

Doch die Wahrheit ist noch erschütternder: Der Todesschuss kam aus einer Dienstwaffe der Dorfpolizei. Zwei Beamte hatten eigentlich nur eine Baumschlange fangen wollen.

Da sie das gefährliche Reptil nicht zu Fassen bekamen, zückten sie in Wild-West-Manier ihre Revolver – ein Fehlschuss tötete den fünfjährigen Austin.

"Sie sahen mich mit meinem toten Enkel in den Armen, aber sie sagten nicht, dass sie geschossen hatten", so Opa Jack fassungslos. 

Auch der Polizeisprecher wollte die Tragödie noch nicht endgültig bestätigen: "Die ganze Angelegenheit ist dermaßen bizarr. Aber es wird natürlich eine Untersuchung des Vorfalls geben…" Er räumte aber ein, dass es kaum Zweifel daran gebe, dass einer der beschuldigten Polizisten den Jungen auf dem Gewissen habe.

         http://www.express.de/servlet/Satellite?pagename=XP/index&pageid=1004979498952&rubrik=220&artikelid=1186237272908


RHEINISCHEN POST (Düsseldorf, Germany) 01 August 07  Feuerwehr alarmiert - Kornnatter sonnt sich in Kindertagesstätte

  Photo:  Eine Kornnatter verirrte sich am Dienstag in eine Kita. (AP)

(RPO) Große Aufregung in der Kindertagesstätte an der Porschestraße: Auf dem Außengelände entdeckten zwei Kinder am Dienstagnachmittag eine Schlange. Auf einem Holzstapel sonnte sich eine unterarmlange nordamerikanische Kornnatter.

Die Kinder reagierten besonnen und informierten ihre Erzieherinnen. Das Außengelände wurde "geräumt". Die Leiterin der Einrichtung, Helga Ellendt, durch eine Schlangenphobie beeinträchtigt, rief die Feuerwehr um Hilfe. Harald Zacher, frisch ausgebildeter Spezialist für Schlangen, kümmerte sich um das Reptil.

Er erzählte den staunenden Kindern, dass die junge, ungiftige Natter ohne ihr Eingreifen im Freien nicht lange überlebt hätte. Offensichtlich war das Tier aus einem Terrarium entkommen. In einem solchen lebt es nun auch wieder.

         http://www.rp-online.de/public/article/regional/duesseldorf/duesseldorf-stadt/blaulicht/464364


FREIE PRESSE (Chemnitz, Germany) 31 July 07  Feuerwehr fängt entflohene Riesenschlange ein - Bis sich der Halter meldet, kümmert sich das Tierheim um die Schlange

Zwickau (ddp-lsc):  Feuerwehrmänner haben in Zwickau eine entflohene Riesenschlange eingefangen und suchen jetzt den Besitzer des Tiers. Wie die Polizei am Dienstag in Zwickau mitteilte, hatten Anwohner den Python am Montag an einem Regenrohr auf dem Rasen vor einem Mietshaus entdeckt und die Feuerwehr alarmiert. Die Polizei vermutet, dass die einen Meter lange Schlange einem Hausbewohner ausgebüxt ist. Bis sich der Halter meldet, kümmert sich das Tierheim um die Schlange.

         http://www.freiepresse.de/NACHRICHTEN/SACHSEN/981211.html


HAMBURGER ABENDBLATT (Germany) 30 July 07  Wachsame Krokodilmütter

(AFP)  Krokodilbabys rufen schon nach ihrer Mutter, bevor sie aus dem Ei schlüpfen. Auf einer Krokodil-Farm im französischen Pierrelatte wurden zehn Reptilmütter per Lautsprecher mit den Rufen ihrer Jungen beschallt, die Forscher in einem Brutkasten kurz vor dem Schlüpfen des Nachwuchses aufgezeichnet hatten. Acht Krokodile hätten sofort reagiert und seien in Richtung des Geräusches gekrochen. Krokodilweibchen legen zehn bis 30 Eier in ein Nest im Sand. Sie bleiben in der Nähe, verteidigen ihr Nest aggressiv.

         http://www.abendblatt.de/daten/2007/07/30/776556.html


LÜBECKER NACHRICHTEN (Germany) 24 July 07  Viele Ringelnattern im Land - Zeichen für intakte Umwelt

Schwerin/Rostock (dpa/mv):  Ungewöhnlich viele Schlangen tummeln sich in diesem Sommer in Gärten sowie in Wald und Flur. Zumeist handele es sich um die harmlose Ringelnatter, sagte der Zoologe Helmut Winkler von der Universität Rostock am Dienstag der dpa. Ihr Vorkommen sei ein Anzeichen für eine intakte Umwelt. Leider bestehe eine große Unkenntnis über diese Schlangen, viele Menschen hätten Angst.

"Diese ist aber unbegründet", sagte Winkler, der auch Mitglied der Arbeitsgemeinschaft Feldherpetologie (Kriechtierkunde) des Naturschutzbundes ist.

Ringelnattern seien nicht aggressiv, ihr Gift sei für den Menschen ungefährlich.

         http://www.ln-online.de/artikel/2190435/Viele_Ringelnattern_im_Land_-_Zeichen_f%FCr_intakte_Umwelt.htm


AACHENER ZEITUNG (Germany)  18 July 07  Grüner Leguan spaziert durch Kraudorf

Geilenkirchen-Kraudorf:  «Ein Krokodil, ein Krokodil», riefen die Anwohner beim Anblick des «Kriechtieres» nach dem ersten Hinsehen aus der Ferne. Das «Krokodil» erwies sich bei genauem Betrachten als Grüner Leguan, der immerhin eine stolze «Gesamtlänge» von etwa 1,20 Meter aufweisen konnte.

Aber die Echse hatte am Dienstagnachmittag auf der Straße im beschaulichem Geilenkirchener Stadtteil Kraudorf eigentlich nichts zu suchen und musste irgendwo «ausgebüxt» sein. «Was tun?», fragte sich das halbe Dutzend Kraudorfer Bürger, das sich interessiert auf der Straße eingefunden hatte.

Dem Leguan kann man sicher nicht trauen, mag ein Nachbar wohl gedacht haben und hatte deshalb vorsichtshalber einen Besen zur Hand genommen, um das Tier auf Abstand zu halten.

Bis zum Eintreffen der telefonisch informierten Polizei hielt eine Anwohnerin den Leguan mit Salatblättern bei Laune, die er richtig genüsslich verschlang. Die kurz darauf eingetroffene Polizei hatte sicherheitshalber auch noch die örtliche Feuerwehr hinzugezogen und mit Astrid Finders eine Zoofachfrau gleich im Streifenwagen mitgebracht. Diese erkannte, sofort um was für eine Echse es sich handelt, nämlich um «Iguana iguana», eben einem Grünen Leguan.

Beherzt packte Astrid Finders zu, ein Polizeibeamter packte nach. Gerade, als die Echse in eine Kiste verfrachtet werden sollte, kam ganz aufgeregt ein junger Mann angelaufen. Der 14 Jahre alte Leguan war wieder in der Obhut seines Besitzers.

http://www.aachener-zeitung.de/sixcms/detail.php?template=az_detail&id=249168&_wo=News:Topnews


NACHRICHTEN (St Gallen, Switzerland) 17 July 07  Nil-Krokodil soll in Kairo gefangen werden

Kairo (Sda):  Ein besonders grosses Nil-Krokodil sorgt seit zwei Wochen in der ägyptischen Hauptstadt Kairo für Angst und Schrecken. Das Tier, das aus dem Nasser-Stausee in Oberägypten stammen soll, war von Bewohnern des Vorortes Maadi gesichtet worden.

Im ägyptischen Fernsehen überboten sich Augenzeugen bei einer Talk-Show gegenseitig mit Furcht erregenden Schilderungen des Krokodils. Ein Mann behauptete sogar, das Tier sei fünf Meter lang. Nun soll das Krokodil gefangen werden. Kairoer Tageszeitungen berichteten, das Umweltministerium habe Tierpfleger aus dem Zoo von Giza beauftragt, das Reptil zu suchen.

Gänzlich unterschiedliche Vorstellungen von Krokodilen scheinen Europäer und Ägypter zu haben: Während in Deutschland 2005 das Kinderlied «Schnappi» über ein kleines gefrässiges Nil-Krokodil die Charts anführte, findet man die kleinen Reptilien in Ägypten nicht so niedlich. Lediglich in Oberägypten, südlich von Assuan, halten einige Familien Baby-Krokodile, um sie Touristen vorzuführen. In Freiheit lebende Nil-Krokodile gibt es in Ägypten eigentlich nur im Nasser-Stausee. Im Nil bei Kairo, wo gelegentlich Kinder aus armen Familien im Fluss baden, war schon lange kein Krokodil mehr gesichtet worden.

         http://www.nachrichten.ch/detail/281653.htm


DER SPIEGEL (Hamburg, Germany) 17 July 07  Königspython unterm Wohnzimmersessel

Dortmund:  Einer der herbeigerufenen Polizisten, der Erfahrung im Umgang mit Schlangen hat, konnte das zwei bis drei Jahre alte Tier in der Wohnung im Stadtteil Huckarde einfangen.

"Da es sich in diesen Breitengraden eher um eine seltene Schlange handelt, ist davon auszugehen, dass sie aus einem Terrarium geflüchtet ist", mutmaßte die Polizei. Der Königspython befindet sich nun in der Obhut des Beamten und wartet bei ihm auf seinen Besitzer.

         http://www.spiegel.de/panorama/0,1518,494832,00.html


BERLINER KURIER (Germany) 17 July 07  Königspython unter Wohnzimmersessel entdeckt - Tier vermutlich aus Terrarium geflüchtet

(DDP)  Eine Seniorin hat in ihrer Dortmunder Wohnung einen ausgebüxten Königspython entdeckt. Die Würgeschlange lag unter einem Sessel im Wohnzimmer der Frau, wie die Polizei mitteilte. Einer der herbeigerufenen Polizisten, der Erfahrung im Umgang mit Schlangen hat, konnte das zwei bis drei Jahre alte Tier in der Wohnung einfangen. Da es sich um eine in diesen Breitengraden seltene Schlange handele, sei davon auszugehen, dass sie aus einem Terrarium geflüchtet sei, mutmaßte die Polizei.

Der Königspython befindet sich nun in der Obhut des Beamten und wartet bei ihm auf seinen Besitzer.

         http://www.berlinonline.de/berliner-kurier/print/nachrichten/179533.html


DER KURIER (Vienna, Austria) 16 July 07  Feuerwehrmänner als Schlangenfänger

 Photo: Die Schlange wurde hinter einem Heizkörper entdeckt

Bad Sauerbrunn:  Das einen Meter lange Reptil – eine ungiftige Natter – hatte sich in einem Wohnhaus verkrochen. Die Bewohner alarmierten die Feuerwehr, die die Schlange einfing und im Wald freiließ.

         Zu einem ungewöhnlichen Einsatz wurden am Montag in der Früh Feuerwehrmänner rund Polizeibeamte in Bad Sauerbrunn, Bezirk Mattersburg, gerufen. Es galt, eine Schlange einzufangen, die sich in einem Wohnhaus verkrochen hatte.

Die Bewohner des Hauses hatten das mehr als einen Meter lange Reptil in einem Raum entdeckt und es mit der Angst zu tun bekommen. Vier Feuerwehrmänner holten die Schlange, offenbar eine ungiftige Natter, schließlich unter einem Heizkörper hervor und verfrachteten sie in eine Transportbox. Das Tier wurde in einem nahen Wald freigelassen.

         http://www.kurier.at/nachrichten/burgenland/88932.php


OBERHESSISCHE PRESSE (Marburg, Germany) 11 July 07  Links und rechts der Straße vermehren sich die Frösche

Moischt. Der Ortsbeirat von Moischt hat sich einstimmig dagegen ausgesprochen, die Kreisstraße 38 von Cappel nach Moischt zu sperren, um die dort lebenden Frösche zu schützen. (Sabine Nagel-Horn)

Einem Mitglied des städtischen Naturschutzbeirats fiel im Frühling auf, dass auf der Kreisstraße zwischen Cappel und Moischt überfahrene Frösche lagen. Das nahm Bürgermeister Dr. Franz Kahle zum Anlass, die Ortsbeiräte der beiden Marburger Stadtteile anzuschreiben.

Es geben Überlegungen des Magistrats, den Landkreis zu bitten, die Straße „einzuziehen“, also aus Landkreis-Zuständigkeit in städtische Zuständigkeit zu übergeben. Bevor der Magistrat mit dieser Bitte an den Landkreis herantrete, sollten sich aber die Ortsbeiräte äußern.

Das Votum der Moischter Ortsvertreter fiel am Dienstagabend eindeutig aus: Sie lehnten die Sperrung der Straße einstimmig ab. Zuvor hatte sich auch der Cappeler Ortsbeirat vor einigen Wochen gegen die Einziehung und Sperrung der Straße ausgesprochen.

Auf beiden Seiten der Straße liegen Gewässer: im Eselsgrund und auf dem neuen Friedhof in Cappel, wo die Frösche sich in einem Rückhaltebecken vermehren. „Zum Laichen wandern die Tiere kreuzweise über die Straße“, sagt Dr. Wilfried Ferdinand, Leiter des Fachdienstes Stadtgrün, Umwelt und Natur.

Ferdinand schätzt die Lage als undramatisch ein: „Die Amphibien werden dort nicht durch den Straßenverkehr ausgelöscht.“ Aber gelegentlich kämen Amphibien unter die Räder.

Der Magistrat sieht einen „Konflikt zwischen Amphibienwanderung und der Nutzung“ der Straße und erwägt deshalb, am Ortsausgang von Cappel und am Eulenkopf in Moischt Schilder und Poller aufzustellen, die die Durchfahrt verhindern.

Als Rad- und Wirtschaftsweg solle die Straße aber weiter nutzbar bleiben. Voraussetzung für die Umsetzung dieser Pläne wäre allerdings, dass der Landkreis die Straße der Stadt übergäbe.

Die Argumente, die im Ortsbeirat gegen die Sperrung der Straße genannt wurden, waren vielfältig. Mehrere Ortsbeiratsmitglieder und auch anwesende Bürger nahmen mit Erstaunen zur Kenntnis, dass es zwischen Moischt und Cappel Frösche gebe – sie hätten dort noch nie welche gesehen.

Andere führten an, dass die Straße eine wichtige Verbindung nach Cappel sei, wo sich beinahe die gesamte Infrastruktur für die Moischter befindet – Geschäfte, Dienstleistungsbetriebe, Bank und Post. Zwar gebe es auch eine andere Strecke nach Cappel, die „Blaue Straße“, doch die führe durch Wohngebiete.

         http://www.op-marburg.de/op/home.news/article.op.jsp?id=20070711.656170


HAMBURGER ABENDBLATT (Germany) 05 July 07  Sie teilen ihr Haus mit 130 Schildkröten - Annett Werner und Volker Nahts ermöglichen am kommenden Sonnabend Einblicke in das Leben der gepanzerten Tiere. (Cornelia Büddig)

Witzhave:  In Witzhave gibt es neuerdings einen kleinen Privatzoo mit etwa 130 Schildkröten. "Schildkröten sind unser Leben", sagt Annett Werner (35). Ein Teil der Tiere gehört ihr, der andere ihrem Lebensgefährten Volker Naths (39). Sie hat sich vor allem auf Landschildkröten spezialisiert, er ist der Experte für die Arten, die im Wasser leben. Von diesen sind ihm wiederum die tropischen Schmuckschildkröten aus Mittel- und Südamerika am liebsten.

Volker Nahts ist in Deutschland der Halter mit den meisten Unterarten. Eine davon ist die grüne Spitzkopf-Schmuckschildkröten. Es ist ihm 2003 erstmals gelungen, von dieser Art Nachwuchs zu züchten. Fünf Schildkrötenbabys sind jetzt wieder geschlüpft. Viele seiner Schmuckschildkröten tummeln sich in den Aquarien einer überdachten Außenanlage. Das Wasser ist um die 26 Grad Celsius warm. Für die Landschildkröten gibt es mehrere Gehege.

"Ich habe mich schon als Kind für alles interessiert, was kreucht und fleucht - besonders für Amphibien und Reptilien", sagt Nahts, der als Archivar bei einem Mineralölkonzern arbeitet. Seit fast 20 Jahren sind Schildkröten sein Hobby. Erzieherin Annett Werner hat sich 1998 die ersten Schildkröten angeschafft. Über den Stammtisch, den die 35-Jährige seit mehr als sechs Jahren in Hamburg organisiert, haben sich die beiden kennengelernt. Seit 2006 leben sie in Witzhave.

Neben den Schmuckschildkröten hält das Paar viele weitere Arten. Beispielsweise Schlammschildkröten aus Guatemala, Höckerschildkröten aus Nordamerika und Sumpfschildkröten aus China. Exemplare dieser Arten können bis zu 30 Zentimeter lang werden. Nur halb so groß sind die Moschus-Schildkröten, die in den USA weit verbreitet sind. "Wenn sie sich erschrecken, versprühen sie Moschus. Sie heißen daher im Englischen auch Stinkpott-Schildkröten", so Annett Werner. Diese Art ist ihrer Ansicht nach wegen der vergleichsweise einfachen Haltung besonders gut für Leute geeignet, die sich erstmals eine Schildkröte zulegen. Eltern gibt sie den Tipp: "Für Kinder, die gern Tiere beobachten, sind Schildkröten gut geeignet."

Die beiden Experten verstehen ihre Schildkrötenzucht nicht nur als Hobby. "Wir leisten auch wissenschaftliche Forschungsarbeit", erklärt Annett Werner. Dabei geht es unter anderem um Fragen der optimalen Haltung. Sie hält Vorträge, Berichte von ihr sind auch schon in Fachzeitschriften erschienen. Der von ihr gegründete Stammtisch tagt drei- bis viermal im Jahr in Hamburg-Ohlsdorf. Seit 2002 organisiert die 35-Jährige auch in Berlin Treffen für Schildkrötenfreunde.

Volker Nahts widmet sich besonders der Zucht. "Dadurch leisten wir auch einen Beitrag zur Arterhaltung", sagt er. Nahts misst dem eine hohe Bedeutung bei. Viele Arten, zum Beispiel die griechische Landschildkröte, sind vom Aussterben bedroht. Jedes dieser Tiere muss daher registriert sein. Und Papiere mit zwei Fotos sind für den Halter Pflicht.

- Der Schildkrötenzoo von Annett Werner und Volker Nahts kann am kommenden Sonnabend ab 15 Uhr besichtigt werden. Anmeldung unter Telefon 0175/731 13 52.

         http://www.abendblatt.de/daten/2007/07/05/766376.html


BERLINER MORGENPOST (Germany) 06 July 07  Kambodschaner fangen zu viele Schlangen

Paris (AFP):  In Kambodscha werden so viele Wasserschlangen gegessen, dass die Reptilien nach Einschätzung von Wissenschaftlern schon bald ausgerottet sein werden. Die Fischer rund um den kambodschanischen Süßwassersee Tonle Sap fingen jedes Jahr etwa sieben Millionen Wasserschlangen, berichtet die britische Fachzeitschrift "New Scientist". Sharon Brooks von der Universität East Anglia in Norwich sagte, es sei ihr kein anderes Reptil bekannt, das in diesem Ausmaß gejagt werde.

Den Fang von Wasserschlangen zu verbieten sei keine Lösung, weil die örtliche Wirtschaft darauf angewiesen sei, sagte Brooks. Es würde aber helfen, wenn die Fischer zumindest in der Brutzeit von November bis Dezember keine Schlangen mehr fangen dürften. Bis vor zwei Jahrzehnten hätten die Menschen die Tiere in Ruhe gelassen. Dann sei der Fischfang zurückgegangen, gleichzeitig hätten die Kambodschaner mehr Bedarf an Fleisch gehabt. So hätten die Fischer keine andere Wahl gehabt, als ihre Netze auch für Wasserschlangen auszulegen.

         http://www.morgenpost.de/content/2007/07/06/wissenschaft/909070.html


MAIN POST (Würzburg, Germany) 09 July 07  Python beißt Kleinkind

Ein eineinhalb Jahre alter Bub ist am Freitagabend von einer Schlange gebissen und leicht verletzt worden. Der ungewöhnliche Vorfall lässt allerdings Fragen offen.

 Ein eineinhalb Jahre alter Bub ist am Freitagabend von einer Schlange gebissen und leicht verletzt worden. Der ungewöhnliche Vorfall lässt allerdings Fragen offen.

Wie die Polizei am Montagmittag mitteilte, wollte der Vater des Jungen seine Königspython füttern. Dazu nahm der 29-jährige die Schlange aus dem Terrarium. Später erklärte er den Beamten, dass es sonst Probleme mit einer dort ebenfalls gehaltenen mexikanischen Königsnatter gegeben hätte.

Als die Python außerhalb des Terrariums gefüttert wurde, kam ihr offensichtlich der kleine Bub zu nahe, so dass die Schlange dem Buben in die Nase biss. Der Junge wurde nach bisherigen Erkenntnissen oberflächlich verletzt, kam aber zu einer Untersuchung ins Krankenhaus. Die Ermittlungen der Polizei dauern an.

Polizeisprecher Wolfgang Glücker sagte am Montagmittag auf Anfrage, dass nicht klar sei, wie der Mann die 1,20 Meter lange mexikanische Königspython fütterte. Er habe sie in diesem Moment auf dem Arm getragen.

Es müsse auch geklärt werden, warum sich der Bub in der Nähe der Schlange aufhielt. Die Stadtverwaltung Würzburg sei gebeten worden zu prüfen, ob der Mann eine Genehmigung für die Schlangen-Haltung hat und ob er sich an die gesetzlichen Vorgaben gehalten hat. Für mexikanische Königspythons bestehe grundsätzlich Anzeigepflicht. Außerdem müsse die Haltung artenschutzrechtlich genehmigt werden, teilte Glücker weiter mit.

Königspythons sind keine Giftschlangen. Sie erwürgen ihre Beute. Diese Schlangen-Art ist in Fachkreisen beliebt für die Haltung in Terrarien. Die Tiere gelten aber als sensibel, was die Fütterung angeht.

         http://www.mainpost.de/mainfranken/vbwue/art780,4042496


RHEINISCHEN POST (Düsseldorf, Germany) 09 July 07  Python beißt Kleinkind in die Nase

Würzburg (RPO):  Das Halten von Schlangen verträgt sich offenbar nur bedingt mit der Neugierde von Kleinkindern: Nach Polizei-Angaben biss in Würzburg ein Königspython einem eineinhalbjährigen Jungen in die Nase, als die Schlange eigentlich ihr Futter bekommen sollte.

Die 1,20 Meter lange Schlange befand sich bei dem Vorfall am Freitagabend außerhalb ihres Terrariums auf dem Arm eines Familienangehörigen, als der Junge der Schlange seinen Kopf entgegen streckte.

Der Junge kam mit oberflächlichen Verletzungen davon. Dafür prüft die Stadt Würzburg jetzt, ob sein 30 Jahre alter Vater als Halter des Tieres sich an alle Vorschriften gehalten hat. Dass er die Schlange zum Füttern immer aus seinem Terrarium nimmt, begründete er laut Polizei mit seiner im selben Terrarium gehaltenen mexikanischen Königsnatter. Diese würde ansonsten Probleme machen.

         http://www.rp-online.de/public/article/aktuelles/panorama/deutschland/456663


DCRS (Hamburg, Germany) 09 July 07  Königspython beißt Baby

Ein 30jähriger Würzburger wollte eine seiner beiden Schlangen, eine Königspython, füttern, gab das Tier hierzu einem 29jährigen Familienmitglied auf den Arm. Doch anstatt sich an dem Futter gütlich zu tun, biss die Schlange ein eineinhalb Jahre altes Kind ins Gesicht.

Das Kind wurde in ein Krankenhaus gebracht und dort medizinisch versorgt. Lebensgefahr bestehe nicht. Königspythons sind Würgeschlangen, die aber auch beißen können.

Der Halter erklärte später der Polizei, dass er die Schlange aus dem Terrarium nehmen musste, um sie zu füttern. Hätte er dies nicht getan, wäre es zu Schwierigkeiten zwischen der Schlange und einer weiteren, einer Königsnatter, im Terrarium gekommen. Dies musste er vermeiden.

Die Behörden der Stadt Würzburg haben sich nun des Falles angenommen, denn die Haltung von Königsnattern ist Anzeige pflichtig. Es wird überprüft, ob der Halter alle Vorschriften bei der Haltung von Schlangen beachtet hat.

DCRS meint: Schlangen gehören in den Urwald und nicht in deutsche Wohnzimmer !

         http://www.dcrs.de/news/1631/69.html


WESTFÄLISCHE NACHRICHTEN (Münster, Germany) 07 July 07  Exotische Schlange: fit aber heimatlos

Gronau. Da staunte Andreas Lensing nicht schlecht, als er am Sonntagnachmittag eher zufällig aus dem Zimmerfenster seines dreijährigen Sohnes sah: Auf der Begrenzungsmauer seiner Einfahrt am Friedensweg 55 räkelte sich eine sehr exotisch aussehende Schlange. Das leuchtend orange-schwarz-weiß geringelte Tier war ganz offenkundig kein heimisches – das war dem Familienvater sofort klar. Ob das Reptil nun aber giftig oder ungiftig war, hätte er nicht sagen können. „Bevor der Kleine rausgeht, muss ich die packen“, dachte er. Also versuchte Lensing, die etwa einen Meter lange Schlange zu fangen, was aber zunächst misslang. Stattdessen entwischte das Tier auf ein Nachbargrundstück und hinter einen Stapel loser Steine. Weder die zu Hilfe gerufene Feuerwehr, noch eine Streifenwagenbesatzung der Polizei und ein Team eines Sicherheitsdienstes und die Mitarbeiter des Ordnungsamtes konnten helfen. Erst der durch die Behörden eingeschaltete „Schlangenfachmann“ Bernd Kostelnik schaffte es schließlich, die Schlange zu fangen.

„Die ist ganz schön fit und gut im Futter“, meinte Kostelnik gegenüber den WN. Es handele sich um eine rote Königsnatter, im Volksmund auch „Milchschlange“ genannt. „Die ist nicht giftig“, gab er nachträglich Entwarnung. „Wir würden wohl gerne feststellen, wo die herkommt“, sagte Andreas Lensing. Tatsächlich ist das Tier in hiesigen Breiten nicht heimisch: Die rote Königsnatter und ihre 20 Unterarten stammen aus Zentralamerika oder dem mittleren Nordamerika. In ihrer Färbung ahmt die Schlange die stark giftige Korallennatter nach, um sich vor Fressfeinden zu schützen. Lediglich an der Reihenfolge der Farbfelder ist der Unterschied feststellbar.

         http://www.westfaelische-nachrichten.de/wna/lokales/kreis_borken/gronau/?em_cnt=78215


DER SPIEGEL (Hamburg, Germany) 12 April 07  Krokodil reißt Tierarzt Arm ab

  Photo:  Zugeschnappt: Das Krokodil hat den Arm des Tierarztes im Maul (AP)

Deutsche assoziieren mit dem Wort "Zoo" zurzeit Kuschel-Idyllen à la Knut. Es geht auch anders: Ein Tierpark im taiwanesischen Kaohsiung liefert Bilder eines Krokodils, das die abgebissene Hand eines Tierarztes im Maul trägt.

Kaohsiung:  Das 200-Kilo-Krokodil schnappte zu, als der Veterinär Chang Po-yu eine Betäubungsspritze aus der Flanke des Tieres entfernen wollte.

Er steckte dazu seinen Arm durch eine Abzäunung aus Eisen, merkte aber offenbar nicht, dass das Reptil noch nicht völlig betäubt war. Das Tier, ein 17 Jahre altes Männchen, riss dem Tierarzt den Arm ab.

Ein weiterer Mitarbeiter des Zoos gab zwei Schüsse auf das Krokodil ab, dem daraufhin vor Schreck der Arm aus dem Maul fiel. Es sei bei der Aktion jedoch unverletzt geblieben, so der Zoo.

Dem Tierarzt wurde sein Arm in einer siebenstündigen Operation wieder angenäht.

         http://www.spiegel.de/panorama/0,1518,476798,00.html


STERN (Hamburg, Germany) 12 April 07 Den Alligatoren hilflos ausgeliefert

         (AP)  Ein Ausflugsboot ist in den Everglades umgekippt. Die Touristen mussten eine Stunde in den vor Alligatoren wimmelnden Sümpfen ausharren. Die schlimmste Stunde ihres Lebens.

Ein Bootsausflug in die Everglades im Süden Floridas hat neun Touristen mehr Abenteuer geboten, als sie erwartet hätten. Das Luftpropeller-Boot, mit dem sie eine Tour durch die Gewässer unternommen haben, kenterte in den, von Alligatoren bevölkerten Sümpfen. Dabei wurden vier Kinder und fünf Erwachsene ins Wasser geschleudert. 

Minuten Angst

"Ich bin mir sicher, dass sie die Angst ihres Lebens hatten", sagte Eddy Ballester von der Feuerwehr des Bezirks Miami-Dade. Die Insassen des Bootes musste circa eine Stunde im Wasser ausharren, bevor sie von den Rettungsteams an Land gebracht wurden. Ein Junge brach sich bei dem Unfall das Schlüsselbein, der Fahrer des Bootes und ein weiterer Mann erlitten leichte Verletzungen und wurden in ein Krankenhaus gebracht. Wie die Behörden über den Unfall informiert wurden, ist bisher noch unklar.

"Das Boot hat ein dicht mit Gras bewachsenes Gebiet in den Everglades befahren und ist dabei umgekippt", erklärte Jorge Pino, Sprecher der Naturschutzkommission Floridas (FWC). Jorge sagte weiter, dass der Fahrer wegen einer Betriebsstörung die Kontrolle über das Boot verloren haben könnte. Der Unfall soll daher weiter untersucht werden.

Vorsicht im Reich der Riesenechsen

Die FWC informiert regelmäßig darüber, wie man sich beim Zusammentreffen mit Alligatoren verhalten soll, welche Vorsichtsmaßnahmen getroffen werden können und was zu beachten ist. Im Frühjahr beginnen die Riesenechsen nach der kalten Jahreszeit wieder aktiv zu werden. Daher ermahnt die FWC Einwohner und Besucher vorsichtig zu sein, wenn sie sich in und um das Wasser aufhalten. Trotzdem gehen jährlich über 18.000 Beschwerden bei der FWC die im Zusammenhang mit Alligatoren stehen. Mehr als 7000 Echsen müssen jedes Jahr eingefangen werden, weil sie Menschen und deren Eigentum bedrohen.

         http://www.stern.de/lifestyle/reise/:Everglades-Den-Alligatoren/586783.html


BIETIGHEIMER ZEITUNG (Germany) 11 April 07 Gefahr für Amphibien im Raum Sachsenheim

Die Amphibienwanderung begann dieses Jahr wegen der milden Witterung besonders früh. Ende Februar zogen Frösche und Kröten massenweise zu ihren Tümpeln.

Der Autoverkehr ist jedoch so stark angewachsen, dass die meisten Amphibien überfahren würden, gäbe es nicht die ehrenamtlichen Helfer der NABU-Gruppe Sachsenheim (Naturschutzbund).

Wichtige Betreuung

Am Heinzenberger Weg zwischen Hohenhaslach und Kleinsachsenheim, bei den Aussiedlerhöfen Langmantel und am Kirbachhof wurden seit Mitte Februar die Absperrungen betreut, sowie die Amphibien aus den Eimern an den Krötenzäunen über die Straße getragen.

An der Landesstraße zwischen Sachsenheim und Hohenhaslach befinden sich Krötentunnel unter der Straße, sodass dort die Helfer des NABU nicht tätig werden müssen. Die Laichwanderung der Tiere ist Anfang April bereits beendet, sodass die Schutzmaßnahmen eingestellt werden können.

Mehr gerettet

Wie Martin Buck und Christoph Kaup vom Vorstand des NABU berichten, ist die Anzahl der geretteten Grasfrösche und Erdkröten gegenüber dem Vorjahr wieder leicht gestiegen. Seit dem Jahr 2001 sind die Zahlen allerdings von durchschnittlich weit über 4000 auf 1600 Amphibien im Jahr 2007 massiv zurückgegangen. Dies sei vermutlich eine Folge zunehmender Bebauung mit der einhergehenden Zunahme des Straßenverkehrs.

Die nicht von stark befahrenen Straßen zerschnittenen Lebensräume der Amphibien scheinen nicht so sehr vom Rückgang der Amphibien betroffen zu sein.

Bei einer Kontrolle von elf Laichgebieten im Kirbachtal zwischen Hohenhaslach und Häfnerhaslach zählten Christoph Kaup und der Landschaftspfleger Harald Gabriel über 600 Laichballen des Grasfrosches. Das ergebe über eine Million Grasfroscheier. Besonders gut wurde der vor zwei Jahren vom Landratsamt als Ausgleichsmaßnahme neu angelegte Teich in der Nähe von Spielberg angenommen. Dort wurden über 130 Laichballen vorgefunden.

Eine Grasfroschinvasion sei aber auch hier nicht zu befürchten, meint Christoph Kaup. Die meisten Kaulquappen werden noch während der Entwicklung gefressen oder die Laichstellen trocknen zu früh aus. Schließlich werden dann aber im Juni doch einige tausend kleine Grasfrösche die Tümpel verlassen. 

         http://www.bietigheimerzeitung.de/bz/html/news/artikel_stadt.php4?artikel=2796490


BASLER ZEITUNG (Basle, Switzerland) 09 April 07 Reptilien-Schmuggler auf Madagaskar festgenommen

Antananarivo. (DPA/baz). Auf der Tropeninsel Madagaskar sind den Behörden zwei Tierschmuggler ins Netz gegangen, die hunderte vom Aussterben bedrohte Amphibien und Reptilien ausser Landes schmuggeln wollten. Bei der Durchleuchtung des Gepäcks eines Russen und eines Chinesen am Flughafen der Hauptstadt Antananarivo wurden nach Medienberichten vom Dienstag mehr als 600 Chamäleons, Geckos, Frösche, Kröten und Schildkröten entdeckt.

Der Passagier aus Moskau wollte am Freitag nach Paris fliegen. In seinem Reisegepäck waren zwei Säcke mit 235 meist junge Chamäleons der Arten Furcifer und Calumma, rund 200 Geckos seltenster Arten (Phelsuma und Uroplatus), 200 Mantella-Frösche und 38 Kröten. Am Samstag waren die Zollbeamten dann ein zweites Mal erfolgreich: Bei der Überprüfung des Reisegepäcks eines Chinesen, der über Mauritius in sein Heimatland zurück fliegen wollte, wurden der Panzer einer Meeresschildkröte sowie sechs lebende madagassische Strahlenschildkröten entdeckt.

Die beiden Schmuggler seien, so die zuständige Spezialeinheit der Polizei, nicht im Besitz einer Ausfuhrgenehmigung gewesen. Die Festgenommenen erwartet eine drastische Geldstrafe. Das Ministerium für Natur- und Umweltschutz will zudem ein Gerichtsverfahren anstrengen.

         http://www.baz.ch/news/index.cfm?ObjectID=DA5CE3CD-1422-0CEF-70F17F828FE24255


ECHO (Darmstadt, Germany) 07 April 07  „Sei kein Frosch, helfe mit“ - Tierschutz: Eppertshäuser Odenwaldklub trägt 50 000 Amphibien im Laufe von 17 Jahren über die Kreisstraße – Zum Dank fertigt ein Künstler einen Hüpfer in Gold

         Eppertshausen:  Einen goldenen Frosch hat der Eppertshäuser Künstler Carlo Blickhan, ein naturverbundener Mann, eigens angefertigt und der Naturschutz-Gruppe des Eppertshäuser Odenwaldklubs überreicht. Anlass war das Übersetzen von rund 50 000 Amphibien im Laufe von 17 Jahren an der Messeler Chaussee, wie die Eppertshäuser die Kreisstraße 180 nennen, die an der Thomashütte vorbei nach Messel führt.

Nach Auskunft von Norbert Anton, des Vorsitzenden der Odenwaldklubs, betreut eine Gruppe des Vereins nun schon seit bald zwanzig Jahren einen zunächst selbst angelegten Krötenzaun an der K 180. Täglich sind ab Februar bis in den April hinein zweimal Helfer entlang des etwa 700 Meter langen Abfangzauns im Einsatz, um die Frösche, Kröten, Molche und Salamander sicher über die Straße zu bringen. Die Tiere werden alle nach Arten bestimmt und gezählt, so dass über die 17 Jahre hinweg eine ansehnliche Dokumentation entstanden ist.

Die Massenwanderung setzt in den ersten warmen Nächten nach dem Winter ein. Dann tauen die wechselwarmen Krabbeltiere regelrecht auf, machen sich auf den Weg zu den Laichgewässern und sind nur noch durch Sperren zu stoppen.

Der Rallenteich nahe der Messeler Chaussee ist deren Laichgewässer. Die Eppertshäuser Amphibienschützer räumen bei ihren Einsätzen auch gleich entlang der Fahrbahn manchen Unrat auf. Sie hoffen, dass bei einer späteren Verbesserung der Fahrbahn Durchlässe für die Amphibien angelegt werden, ein Tunnel unter der Fahrbahn. Das würde dann so manchen Einsatz am Zaun überflüssig machen. Bis dahin heißt das Motto freilich bei den Umweltschützern noch: „Sei kein Frosch, helfe mit.“

         http://www.echo-online.de/suedhessen/template_detail.php3?id=454846


RHEINISCHE POST (Düsseldorf, Germany) 07 April 07  Töten Jugendliche Kröten? (Vivian Klein)

Anzeige:(RP) Sobald es dämmert, stehen Thomas Kreutzburg und etwa 25 weitere Naturfreunde im Frühjahr an der Straße Esperance und halten Ausschau nach Kröten. Um die Tiere auf ihrer Wanderschaft zu einem nahen See vor Autos zu retten, tragen die Männer, Frauen und Kinder sie sicher über den Asphalt.

Doch derzeit halten rund 20 Jugendliche es offenbar für überaus witzig, die Naturschützer zu stören und – noch schlimmer – die Tiere absichtlich mit Rollern zu überfahren oder mit Messern aufzuschneiden.

Helfer verlieren die Lust

„Die Halbstarken rennen da mit Taschenlampen herum und machen die Tiere vor unseren Augen kaputt“, berichtet Kreutzburg. Er ist nicht nur sehr aufgebracht, sondern auch enttäuscht. „Da bemühen wir uns, den Tieren zu helfen, und diese Chaoten machen uns alles kaputt. Ich kann nicht verstehen, wie man den Tieren gegenüber so gleichgültig und grausam sein kann.“ Außerdem hat Kreutzburg Sorge, dass ihm die Helfer abhanden kommen. „Das sind Familien mit Kindern. Gerade erst hat so ein Rollerfahrer, der um die Ecke geschossen kam, fast einen fünfjährigen Jungen umgefahren.“

Die Warnlampen, die die Kreispolizei für die Naturschützer auf der Esperanze aufgestellt hat, kümmerten die Jugendlichen nicht. „Die umfahren die Absperrungen trotzdem mit hohem Tempo“, hat Kreutzburg erlebt. Vor allem für die helfenden Kinder sei es schlimm, ihre Arbeit derart missachtet zu sehen.

Ein paar der 15- bis 18-Jährigen hat Kreutzburg erkannt und auch schon versucht, mit ihnen und ihren Eltern zu reden. „Da war gar nichts zu machen. Ich musste mir Sachen anhören wie ’Da kommt der Krötenidiot’.“ Schließlich wandte sich Kreutzburg an die Polizei. „Die Polizei hat mir versprochen, die Augen offen zu halten und vermehrt Streife zu fahren“, berichtet der Klever.

Außerdem wandte sich Kreutzburg an das Landratsamt. „Wenn die Jugendlichen namentlich bekannt sind, werden wir versuchen, mit ihnen zu reden“, versprach Kreissprecher Eduard Großkämper. „Ich werde auch der Unteren Landschaftsbehörde noch einmal bescheid geben. Das ist wirklich eine unangenehme Geschichte, denn bisher lief die Krötenaktion an der Esperance wirklich prima.“

Vor zwei Jahren hat Kreutzburg angefangen, die Kröten an der Esperanze auf ihrer Wanderung zu unterstützen. „Ich bin damals spazieren gegangen und hört ein Jammern aus einem Kanaldeckel. Ich dachte erst, es seien Vögel, aber es waren Kröten. Das klang fürchterlich. Und dann die totgefahrenen Kröten auf der Straße, ein Teil zappelte noch. Schrecklich.“ Deshalb fing Kreutzburg an, den Kröten über die Straße zu helfen. Er will es auch weiterhin tun, aber: „Wenn einem die Arbeit derart gedankt wird, verliert man die Lust.“

         http://www.rp-online.de/public/article/regional/niederrheinnord/kleve/nachrichten/kleve/425608


LEIPZIGER VOLKSZEITUNG (Germany) 04 April 07 An Osterfeiertagen Hochphase der Krötenwanderung

Nürnberg:  Naturschützer haben Autofahrer wegen der in diesem Jahr extrem langen Krötenwanderung während der Osterfeiertage zu besonderer Vorsicht auf Landstraßen ermahnt.

«Ausgerechnet zur österlichen Reisezeit steht in vielen bayerischen Landkreisen die Hochphase der Krötenwanderung an», gibt der Artenschutzrereferent des Bundes Naturschutz in Bayern (BN), Kai Frobel, zu bedenken. Zwar habe die Krötenwanderung in diesem Jahr wegen des milden Winters einen Monat früher als im Vorjahr begonnen. Kälte und trockene Nächte hätten allerdings in den vergangenen Wochen den Aufbruch der Kröten aus dem Winterschlaf verzögert.

Insbesondere in Nord- und Ostbayern stehe die Hochphase der Amphibienwanderung zu ihren Laichplätzen noch bevor und drohe mit dem Osterreiseverkehr zusammenzufallen. Selbst im milden Unterfranken sei erst die Hälfte der Amphibien gewandert. Im Landkreis Hof seien es sogar erst fünf Prozent. In Teilen des Voralpengebiets beginne die Krötenwanderung erst jetzt. Frösche, Kröten und Molche bevorzugten für ihren Zug milde und feuchte Nächte. Auf Straßen, die die Wanderwege der Amphibien kreuzten, sollten Autofahrer nicht schneller als Tempo 30 fahren.

         http://www.lvz-online.de/ratgeber/auto_mobiles/4037_88211.html


MAERKISCHE ALLGEMEINE (Potsdam, Germany) 02 April 07 Etwa 50 Schlangen und Echsen auf 1. Terra Exotica in Wittenberge

Wittenberge:  Keine Angst vor großen Tieren zeigten viele Besucher in einer einmaligen Ausstellung am vergangenen Sonnabend in den Räumlichkeiten der "Alten Zellwolle" in Wittenberge. Eines der Prachtstücke der 1. Terra Exotica Prignitz präsentierte hier Frank Schulz aus Wittenberge. Seine Boa constrictor imperator ist 2,60 Meter lang, wiegt etwa 15 Kilo und ist zwölf Jahre alt. Nur zum Fotografieren holte er seine Schlange aus dem Terrarium, was bei einigen Zuschauern sehr gemischte Reaktionen auslöste. Muttis hielten ihre Kinder fest, die jedoch ohne große Scheu das ungewöhnliche Tier streicheln wollten. Frank Schulz ließ sie gewähren, wenngleich man der außergewöhnlichen Kraft einer Boa immer genügend Respekt zollen sollte, meinte er.

Auf das ungewöhnliche Hobby, eine unter Artenschutz stehende und daher registrierte Schlange zu halten, die immerhin schon 22 Nachzüchtungen zur Welt brachte, kam er über einen Freund. Ihn fasziniere einfach die außergewöhnliche Optik dieser Boa, ihre stoische Ruhe und Gelassenheit, aber auch das Feeling, das Reptil nicht zu unterschätzen, sagte er, nachdem er die Schlange wieder sicher verschlossen hatte.

Etwa 50 Echsen und Schlangen von der Kaiserboa über eine Königspython oder Klapperschlange bis hin zu einem Bambusotter oder einem Madagaskar Taggecko konnte man auf der 1. Terra Exotica bestaunen, die der 27-jährige Gordon Thalmann und der 34-jährige Matthias Klein von der IG Terraristik Prignitz organisiert hatten. Etwa ein Dutzend Aussteller nutzte die Gelegenheit, ein sehr schönes Hobby vorzustellen und so manchem Besucher die Gänsehaut ein wenig zu nehmen.

Zudem gab es Vorträge vom Botaniker und Herpetologen Bernd Hofmann über die Welt der Reptilien, eine kleine Tombola, viele Infos zur Terraristik, exotische Tiere zum Streicheln und – wer das wollte – auch zum Kaufen.

         http://www.maerkischeallgemeine.de/cms/beitrag/10900792/61469/


WIESBADENER KURIER (Germany) 02 April 07 Meditierende Kröten und züngelnde Schlangen - Großes Interesse an Reptilien-Ausstellung in der Kurhaus-Kolonnade (Elke Baade)

Wiesbaden:  Heiß ist es in der Kurhaus-Kolonnade, der Duft von Popcorn und Zuckerwatte mischt sich mit dem Geruch von Rindenmulch aus den Terrarien. Aufgeregte Kinder tummeln sich zwischen den langen Tischen, gehen in die Knie, suchen angestrengt nach den Wesen in den Glasbehältern. "Da isser!", ruft ein Junge mit hochroten Wangen und zeigt den Eltern den schwarz glänzenden asiatischen Skorpion, der aus einer Ecke hervorkommt und bedrohlich seine großen Scheren ausfährt. Man braucht Geduld und gute Augen, um alle Bewohner in ihren Terrarien zu entdecken. Viele haben sich verkrümelt, andere halten Mittagsschlaf oder tarnen sich geschickt zwischen künstlichem Efeu oder hinter Baumrinden, Krokodile sind nicht dabei.

"Bufo marinus", eine braune Kröte, die es auf 1,5 Kilo bringt, sitzt meditierend auf einem Stück Holz, beschränkt ihre Aktivitäten auf atmen und gucken aus riesigen Augen. Eine Rotschwanz-Boa liegt eng eingewickelt in einer Ecke, eine Albino-Netzpython hat es sich, ordentlich zusammengefaltet, im Wasserbecken gemütllich gemacht, ein Steppenwaran hat offenbar keine Lust zum Posieren und zeigt demonstrativ sein Hinterteil. Um Leben und Tod geht es bei der Bart-

Agame: Wie die Katze mit der Maus bearbeitet die stachelige Echse ihre Beute, eine Grille, so lange mit der Zunge, bis sie nicht mehr zappelt - "cool" oder "eklig" meinen die Zuschauer. Auch die grüne Anaconda ist nicht faul: Sie stellt ihren Oberkörper steil aufrecht und züngelt wild, und auch die schöne, schlank gebaute Tigerpython streckt ihren Kopf neugierig an der Scheibe hoch. Ein kleiner Junge hämmert vor Begeisterung ans Glas: Stress für die ausgestellten Schlangen, reagieren sie doch auf Vibrationen. Deshalb gibt es auch keine Spezial-Vorführungen: Das verbietet die zuständige Nürnberger Behörde, wo die Besitzerfamilie in dritter Generation ihren Sitz hat. Andrea Schotten ist mit dem rollenden Reptilienzoo zum ersten Mal in Wiesbaden, die Naturschutzbehörde hat nach der Inspektion grünes Licht gegeben. Gezeigt werden ausschließlich Jungtiere, die überwiegend im "Haus der Natur" in Salzburg gezüchtet werden. Ebenfalls aus Österreich, wo die Familie ihr Hauptunternehmen betreibt, kommen die präparierten Spinnen, Falter und Käfer. Die Wunder der Natur sind in Glaskästen zu bestaunen, bunt schillernd, mit hauchzarten Flügeln, phantastischer Zeichnung, oft riesigen Fühlern. Schön zum Anschauen, doch wer mehr wissen wollte, wurde enttäuscht: Die Beschriftung war mehr als dürftig.

         http://www.main-rheiner.de/region/objekt.php3?artikel_id=2774385


Zugeschnappt: Das Krokodil hat den Arm des Tierarztes im Maul

UNFALL IM ZOO

Krokodil reißt Tierarzt Arm ab

Deutsche assoziieren mit dem Wort "Zoo" zurzeit Kuschel-Idyllen à la Knut. Es geht auch anders: Ein Tierpark im taiwanesischen Kaohsiung liefert Bilder eines Krokodils, das die abgebissene Hand eines Tierarztes im Maul trägt.

Kaohsiung - Das 200-Kilo-Krokodil schnappte zu, als der Veterinär Chang Po-yu eine Betäubungsspritze aus der Flanke des Tieres entfernen wollte. Er steckte dazu seinen Arm durch eine Abzäunung aus Eisen, merkte aber offenbar nicht, dass das Reptil noch nicht völlig betäubt war. Das Tier, ein 17 Jahre altes Männchen, riss dem Tierarzt den Arm ab. Ein weiterer Mitarbeiter des Zoos gab zwei Schüsse auf das Krokodil ab, dem daraufhin vor Schreck der Arm aus dem Maul fiel. Es sei bei der Aktion jedoch unverletzt geblieben, so der Zoo. Dem Tierarzt wurde sein Arm in einer siebenstündigen Operation wieder angenäht.

TORGAUER ZEITUNG (Germany) 06 March 07  Achtung, die Kröten wandern wieder

Landkreis (TZ):  Der Winter, der eigentlich ein Frühling war, verabschiedet sich in diesen Tagen wohl endgültig. Der kalendermäßige Frühling steht auch vor der Tür, und wenn die Strahlen der Sonne den Erdboden wärmen, dann verlassen die meisten Amphibienarten - also Kröten, Frösche und Molche - ihre Landlebensräume und wandern zum Zweck der Fortpflanzung zu ihren angestammten Laichgewässern. Das können Seen, Teiche, Tümpel oder sogar Gräben oder Bäche sein.

         http://www.torgauerzeitung.com/NewsDetails.asp?ID=28202


OBERBERG AKTUELL (Germany) 06 March 07  Achtung Krötenwanderung: NABU mahnt Autofahrer zur Vorsicht

  Bilder: Privat:  Viele Kröten fallen auf ihren Wegen zu den Laichgebieten den Autofahrern auf Oberbergs Straßen zum Opfer .

         Oberberg - Erdkröte, Grasfrosch und Co. erwachen aus der Winterruhe und begeben sich zu ihren Laichgewässern - Straßen sind für Amphibien oft ein tödliches Hindernis.

Der Naturschutzbund Deutschland (NABU) bittet alle Autofahrer in den nächsten Wochen um erhöhte Aufmerksamkeit und Rücksicht. Kröten und Frösche, die nachts im Scheinwerferlicht auftauchen, sollten vorsichtig "umfahren“ oder "zwischen die Räder“ genommen werden, damit sie keinen Schaden nehmen. Vielfach weisen Hinweisschilder "Achtung Krötenwanderung!“ auf derartige Straßenabschnitte hin.

Der OBN Morsbach wird im Zusammenhang mit der diesjährigen Wanderung an der Amphibien-Leiteinrichtung in Morsbach-Ellingen eine möglicht lückenlose abendliche Zählaktion durchführen, um aktuelles Zahlenmaterial über den Umfang der derzeitigen Population der Amphibien an dem Laichgewässer „Ellinger Teiche“ zu erhalten.

Alljährlich mit den ersten wärmeren Regenfällen erwachen Kröten, Frösche und Molche aus ihrer Winterruhe. Bei Temperaturen von mindestens 6 Grad begeben sich die Tiere auf Wanderschaft zu ihren Laichgewässern, um für Nachwuchs zu sorgen. Dabei müssen Erdkröte, Grasfrosch und Co. häufig eine oder mehrere Straßen überqueren – ein Weg, der für viele von ihnen in den Verkehrstod führt.

In der Nähe einiger Laichgewässer mancher Gemeinden des Bergischen Landes konnte das Massensterben der Tiere durch Leiteinrichtungen und Untertunnelungen deutlich eingedämmt werden, wie zum Beispiel in Morsbach-Ellingen. Versuche, das Problem mit Krötenzäunen zu lösen, verläuft aufgrund verbleibender Schwachstellen generell nicht lückenlos, sodass immer wieder viele Tiere auf die Fahrbahnen gelangen.

"Kröten und Frösche sind ein wichtiges Glied in der Nahrungskette und erledigen durch das verspeisen unerwünschter Kleintiere, wie zum Beispiel Schnecken, nützliche biologische Schädlingsbekämpfungs-Arbeit. Andererseits sind sie selbst unentbehrliche Nahrungsquelle anderer Tiere, wie etlicher Vogelarten, Füchse, Dachse und einige mehr. Deshalb ist ihr Schutz und der ihrer Laichgewässer ein wichtiger Beitrag zur Erhaltung des Gleichgewichts in der Natur", teilte der NABU Oberberg mit.

Weitere Infos: OBN-Vorsitzender Morsbach, Klaus Jung, Tel. 02294 / 83 00.

         http://www.oberberg-aktuell.de/show-article.php?iRubrikID=76&iArticleID=61810


LAMPERTHEIMER ZEITUNG (Germany) 06 March 07  Besser als viele Chemiebomben - Amphibien auf der Straße auszuweichen, reicht nicht aus/Gute Schädlingsbekämpfer (Dr. Helmut Kaupe)

Lampertheim:   Von diesem Zeitpunkt an ziehen die Kröten bei einem Aktivitätsradius von 50 bis 150 Metern in warmen Regennächten umher und vertilgen Ameisen, Spinnen, Schnecken, Regenwürmer, Asseln, Fliegen und Käfer. Seit Kurzem ist bekannt, dass Erdkröten auf dem Sektor der Schädlingsbekämpfung gegenüber chemischen Mitteln teilweise haushoch überlegen sind. Eine Population von 300 Tieren kann nach den Berechnungen von Ökologen auf einer Anbaufläche von ungefähr 200000 Quadratmetern pro Jahr schätzungsweise 550 Euro an chemischen Bekämpfungsmitteln einsparen. Zur Bekämpfung einer bestimmten Raupenart in Kohlfeldern sind sie sogar unersetzlich, da die Spritzmittel nur deren erstes Entwicklungsstadium wirksam bekämpfen können.

Ab Mitte August bis Ende September werden die Tiere erneut vom Wandertrieb erfasst und suchen ihre Winterquartiere in der näheren Umgebung ihres Laichplatzes auf. Eingegraben an geeigneten Stellen, kommen sie nicht eher wieder hervor, bis sie im kommenden Frühjahr durch den Fortpflanzungstrieb geweckt werden und mit einer erneuten Laichwanderung ihren Jahreszyklus beenden.

Aufgrund der bis heute gewonnenen Erkenntnisse über die Biologie der Amphibien ist es im Interesse eines ausgeglichenen Naturhaushaltes angesagt, Kröten, Frösche und Unken vor der Ausrottung zu bewahren. Dank der Aktivitäten des Lampertheimer NABU wird es hoffentlich auch in diesem Jahr wieder gelingen, einen größeren Teil der Erdkrötenpopulation zu retten, die ihre Laichgewässer am Sandtorfer Weg und am Weidweg (Hegwasser) haben. Zu diesem Zweck wurden auch in diesem Jahr wieder von der NABU-Gruppe und der Stadt Lampertheim mehrere hundert Meter Folienschutzräume errichtet (wir berichteten). Die Kröten fallen dort bei ihrer Suche entlang der Folie in eingegrabene Eimer; aus diesem "Gefängnis" werden sie von den Naturschützern geborgen und über die viel befahrene Straße transportiert. Mit der Errichtung von Krötenschutzanlagen ist mit Sicherheit kein Geld zum Fenster hinausgeworfen. Es ist im Gegenteil höchste Zeit, dass im Bewusstsein der Bevölkerung dem Artenschutz mehr Aufmerksamkeit geschenkt wird. In einer Zeit, in der unser Verhältnis zur belebten Natur sich zunehmend in einer Klassifizierung offenbart, nach der nur noch zwischen nützlichen und unnützen Lebensformen unterschieden wird, sollten Natur- und Artenschutzprojekte im Tier- und Pflanzenreich respektiert und gefördert werden.

Laut NABU Kreis Bergstraße haben Messungen im Windkanal ergeben, dass Kraftfahrzeuge einen so genannten Strömungsdruck ausüben, der mit der Fahrgeschwindigkeit zunimmt und den Amphibien zu einem tödlichen Verhängnis werden kann. Schon bei einer Geschwindigkeit von 50 Stundenkilometern wirkt sich dieser Strömungsdruck auf die weichen Körper der Amphibien tödlich aus; erst bei etwa 30 Stundenkilometern haben die Tiere eine Chance, zu entkommen. Deshalb reicht ein Slalomkurs alleine nicht aus, um die Tiere zu retten. Auch die Geschwindigkeit muss gedrosselt werden. Entsprechende Verkehrsschilder weisen auf diese markanten Stellen hin.

         http://www.main-rheiner.de/region/objekt.php3?artikel_id=2735999


PFORZHEIMER ZEITUNG (Germany) 06 March 07  Im Schlepptau lauert der Tod.  Hoher Strömungsdruck von Autos gefährdet Amphibien, die zu ihrem Gewässer wandern – Spendenaufruf der Naturschützer  

Enzkreis/Pforzheim. Jetzt wandern sie wieder jede Nacht -zur Fortpflanzung kehren viele Amphibien an ihr Geburtsgewässer zurück. Zahlreiche Helfer des Naturschutzbunds retten Kröten vor dem Tod auf der Straße.

Wenn die Amphibien losmarschieren, trägt oft das Weibchen das etwas kleinere Männchen huckepack über Entfernungen bis zu zwei Kilometer bis zum Teich. „Bereits während der Kaulquappenphase erfolgt die Prägung auf das Laichgewässer“, sagt Gerold Vitzthum vom Naturschutzbund (Nabu) Pforzheim-Enzkreis.

Bereits Anfang Februar sammelten 30 Helfer an der Kanzlerstraße in Pforzheim beim Reitplatz die ersten Kröten ein. Inzwischen hat die Krötenwanderung mit Macht begonnen, der Höhepunkt der Wanderungsaktivität mit mehreren Hundert Paaren pro Nacht wird aber für Mitte März erwartet, wenn die Witterung weiterhin so mild bleibt.

Sicheres Geleit

Die Amphibien wandern erfahrungsgemäß bis Anfang/Mitte April. Weil zu überquerende Straßen für viele Kröten und Frösche zur Todesfalle werden, errichten Naturschützer alljährlich Amphibienzäune. Damit werden die Tiere zu Unterführungen oder zu Sammelbehältern umgeleitet.

Tierfreunde sorgen dann für sicheres Geleit über die Straße. „Wir kontrollieren die Strecken, wenn es in den Abend- oder Nachtstunden nass und mindestens fünf Grad warm ist“, so Vitzthum. „Für den Amphibienschutz und den Schutz der freiwilligen Helfer in der Dunkelheit fehlt uns allerdings noch dringend benötigtes Material“, so Vitzthum.

Vor allem werden Warn-Blinkleuchten, Straßenhütchen, Funkgeräte, Taschenlampen, Leucht- oder Warnwesten, Batterien oder Akkus und robuste Eimer mit Deckel benötigt. „Es wäre sehr hilfreich, wenn Firmen oder Privatpersonen solche Materialien spenden oder uns für die Zeit der Krötenwanderung bis April ausleihen könnten“, sagt der Nabu-Vorsitzende. Die Naturschützer betreuen zahlreiche Straßen in Pforzheim und im Enzkreis.

Im vergangenen Jahr 2006 wurden an diesen Strecken insgesamt 13 300 Lurche gesammelt, wobei die Nabu-Helfer insgesamt 850 ehrenamtliche Stunden leisteten. Die Naturschützer appellieren an die Autofahrer, auf den Straßen, an denen Schilder auf die Krötenwanderung hinweisen oder an denen sie Krötenzäune sehen, nicht schneller als mit Tempo 30 zu fahren. „Denn den empfindlichen Tieren droht nicht nur das Überfahrenwerden.

         Der geschwindigkeitsabhängige Strömungsdruck der Autos auf die Fahrbahn ist sehr gefährlich für Amphibien, da er zu schweren Verletzungen der empfindlichen inneren Organe führt“, erklärt Vitzthum und betont: „Viele Tiere sterben, obwohl sie nicht direkt von den Reifen überfahren werden.

         Eine verringerte Geschwindigkeit erhöht daher die Überlebenschance der Amphibien und schützt außerdem die Helfer, die die Kröten aufsammeln, vor Unfällen.“

Spender nehmen Kontakt mit dem Naturschutzbund auf unter Telefon (0 72 31) 4 55 00 45 oder via E-Mail unter der Adresse info@nabu-pf.de. 

         http://www.pz-news.de/region/sonstige/89969/


TROSTBERGER TAGBLATT (Germany) 06 March 07  Traunstein/Berchtesgadener Land: Tempo 30 auch für Kröten!  Amphibienwanderung hat heuer deutlich früher begonnen - LBV und BN betreuen Querungen (Thomas Thois)

Landkreis Traunstein/Berchtesgadener Land:  Wegen des warmen Wetters machen sich Frösche, Kröten und andere Amphibien in diesem Jahr deutlich früher auf den Weg zu ihren Laichplätzen. "Die Frühjahrswanderung ist bei uns etwa Ende Februar losgegangen, ein bis zwei Wochen eher als sonst", sagt Wolf Eiblmayr, der zusammen mit einigen fleißigen Helfern des Landesbundes für Vogelschutz in Engelsberg einen besonders neuralgischen Überquerungspunkt an der Staatsstraße 2355 im Eigelwald bei Bock betreut.

Da die Amphibien auf ihrem Weg häufig Straßen überqueren, appellieren die Naturschützer an Autofahrer, besonders in der Dämmerung vorsichtig und nicht schneller als 30 Stundenkilometer zu fahren. "Langsames Fahren ist auch im eigenen Interesse der Autofahrer, denn zerquetschte Amphibien wirken auf Asphalt wie Schmierseife", sagt Wolf Eiblmayr. "Früher hat man an manchen Stellen die Krötenkadaver mit dem Schneeräumgerät entfernt." Schwerpunkte der Wanderung sind Talräume, in denen der Wald an Tümpel oder Weiher grenzt. Vor allem an warmen und regnerischen Abenden verlassen die Tiere massenweise ihre Winterquartiere unter Laub und in Erdhöhlen, um zu ihren Laichplätzen in Feuchtgebieten oder Tümpeln zu gelangen. Zurzeit sind bundesweit wieder tausende ehrenamtliche Mitarbeiter des Bund Naturschutz (BN) morgens und abends unterwegs, um die Amphibien entlang der aufgestellten Krötenzäune einzusammeln und sicher zu ihren Laichplätzen zu bringen.

Der Eiglwald in Engelsberg mit dem eigens angelegten neuen Weiher als idealem Laichgebiet ist laut Wolf Eiblmayr ein Brennpunkt der Krötenwanderung im nördlichen Landkreis Traunstein. Dort gebe es - im Gegensatz zu anderen gefährdeten Bereichen beispielsweise zwischen Trostberg und Palling - wichtige Schutzvorrichtungen auf einer Länge von etwa 1000 Metern. Zum einen ein betoniertes Leitsystem mit einem Tunnel, zum anderen KunststoffFangzäune an den Enden, wo die Amphibien, momentan vor allem die Molche, in Eimer fallen und jeden Abend von den LBV-Helfern über die Straße gebracht werden - "zu den Hauptzeiten bis zu 500 am Tag", so Eiblmayr. Neben rund 1500 Erdkröten wanderten letztes Jahr 1000 Bergmolche und 800 Teichmolche sowie einige Gras-, Spring- und Teichfrösche und die vom Aussterben bedrohten Gelbbauchunken.

Der 65-jährige Rentner appelliert an die Autofahrer, langsam zu fahren, schon wegen der LBV-Mitarbeiter, die bei ihren ehrenamtlichen Diensten in der Dämmerung sonst stark gefährdet seien. "Aber das wird einfach nicht besser, da helfen auch die Krötenwarnschilder nicht viel. Ein Raser hat erst neulich die Warnlampe umgefahren."

"Wer für Kröten nichts übrig hat, sollte wenigstens auf die Menschen aufpassen", meint auch BN-Kreisvorsitzender Hermann Eschenbeck, dessen Organisation ebenfalls zahlreiche Amphibienquerungen betreut. Viele Tiere würden getötet, obwohl sie gar nicht unter die Reifen geraten. "Denn allein durch den Strömungsluftdruck der entsteht, wenn die Autos eben nicht 20 oder 30, sondern 60 oder 80 km/h fahren, zerreißt es den Kröten die inneren Organe, so dass sie dann eigentlich noch unversehrt aussehen, aber trotzdem tot sind."

Im Engelsberger Eiglwald betreut Wolf Eiblmayr seit 1993 die Krötenwanderung, "seitdem haben wir rund eine Tonne an Tieren über die Straße gebracht". Dies sei auch ein wichtiger Beitrag für das Ökosystem, "weil die Amphibien viele Schnecken fressen, die sonst Pflanzen und Schwammerl schädigen würden".

Für den BN berichtet Hermann Eschenbeck, dass man sogar deutschlandweit die größte Anlage betreue - mit nicht weniger als acht Durchlässen an der Straße zwischen Bergen und Staudach, wo pro Saison bis zu 20000 Tiere durchwandern. Je rund 1000 Stück seien es zwischen Seeon und Truchtlaching, wo es Zäune und drei Durchgänge gebe, sowie bei Langenspach zwischen Erlstätt und Vachendorf, "dazu kommen noch einige kleinere Übergänge in Übersee oder Marquartstein. "Mehr geht momentan aber einfach nicht, weil man ja viele freiwillige Helfer braucht.

Vorfahrt für Frösche heißt es auch im Berchtesgadener Land, entweder durch Hinweisschilder oder durch Aktionen von Naturschutzgruppen. "Die wirkungsvollste Schutzmaßnahme ist die nächtliche Sperrung von Straßen", berichtet das Landratsamt. Man habe Beschilderungen, Schranken und Umleitungen an bestimmten Abschnitten vorbereitet, wie zum Beispiel zwischen Thundorf und Vachenlueg, wo ab sofort die Schranken um 20 Uhr geschlossen und um 6 Uhr früh wieder geöffnet werden, das ganze bis 25. März. Die Behörde bittet die Bevölkerung, alle zwei Tage die Kellerschächte auf Kröten und Frösche zu überprüfen und die Tiere gegebenenfalls aus ihrer misslichen Lage zu befreien.

         http://www.chiemgau-online.de/lokalnachrichten/tt_text.php?id=13369


BÜTZOWER ZEITUNG (Germany) 06 March 07 Froschfest für Naturschützer (Claudia Röhr)

Letschow:  Jeden Tag rechnen Naturschützer jetzt damit, dass Frösche und Kröten wieder zu wandern beginnen. An der Dorfstraße in Letschow steht deshalb seit gestern wieder ein Krötenzaun. Warm und nass mögen es die Amphibien. „Dann kommen sie aus ihren Winterquartieren und wandern zu den Laichgewässern“, sagt Peter-Christian Mundt. Winterquartier finden Frösche und Kröten in den nahen Letschower Tannen. „Sie buddeln sich dort ein“, erklärt der Biologie-Lehrer Roland Radcke, einer der Krötenretter des Naturschutzbundes NABU.

Die Laichgewässer – vier Teiche – sind nicht weit entfernt vom Waldrand, nur liegt dazwischen die Letschower Dorfstraße. Die wird für die hüpfenden Amphibien zur Todesfalle. Das beobachteten Peter-Christian Mundt und seine Frau Bärbel vor Jahren, als sie nach Hof Tatschow zogen. Sie wollten nicht länger tatenlos zusehen, wie in jedem Frühjahr die Tiere in Massen von Autos überfahren werden.

Seit sieben Jahren stellen die Mundts zur Frühjahrswanderung zusammen mit Gleichgesinnten einen Krötenzaun an der Straße auf, sammeln jeden Tag die Tiere ein und setzen sie an den nahe gelegenen Teichen wieder aus. Gestern stellten Roland Radcke, Peter-Christian Mundt und Peter Jung den 70 Meter langen Krötenzaun an der Letschower Straße auf und versenkten die dazugehörigen Eimer im Boden, 14 an der Zahl. Hier hinein fallen die Amphibien.

Die Naturschützer führen genau Buch darüber, welche und wie viele Tiere sie einsammeln. Bis zu 2000 sind es in jedem Frühjahr. Rekord waren 800 Tiere an einem einzigen, regnerischen Tag. Besonders seltene und gefährdete Arten finden die Naturschützer, wie den Kammmolch, die Rotbauchunke, die Wechsel- und Knoblauchkröte. Die größte Gruppe stellen Gras- und Moorfrösche. Roland Radcke hofft, dass die jetzt protokollierten Daten später herangezogen werden, wenn es darum geht, die Straße in Letschow auszubauen, und dass dann an dieser Stelle beispielsweise Krötentunnel errichtet werden. „Wobei noch nicht erwiesen ist, ob die Tiere die Tunnel tatsächlich annehmen“, weiß Radcke. Dass sich auch in Zukunft noch Menschen finden, die die Amphibien über die Straße tragen, bezweifelt der Schwaaner. Er und seine Mitstreiter jedenfalls sind bereits Rentner. Radcke selbst ist 64 Jahre, Peter Jung 67, Peter-Christian Mundt mit 69 Jahren der älteste in dieser Runde. So kommen die Männer beim Graben schon mal ins Pusten, haben aber ihren Spaß an der Arbeit. „Plattfahren kann ja jeder“, sagt der Schwaaner Peter Jung und haut mit einem Vorschlaghammer die Holzpfähle für den Zaun in den Boden.

Jeden Tag könne jetzt die Wanderung der Amphibien beginnen, erzählen die Männer. „Im Frühjahr kommen die Tiere auf einen Schlag“, erzählt Peter-Christian Mundt. Im Gegensatz zur Rückwanderung: Dann gibt es ein solches Massenphänomen nicht, wird auch kein Krötenzaun benötigt.

Ist die Frühjahrs-Wanderung der Amphibien vorbei, feiern die Naturschützer ihr Froschfest – ein Dankeschön an die ehrenamtlichen Helfer.

         http://www.svz.de/newsmv/lr/bue/06.03.07/23-16243864/23-16243864.html


NASSAUER TAGEBLATT (Germany) 05 March 07  23-Jähriger "vergisst" Giftschlangen (Dieter Fluck)

  Photo:  Reptilienexperte Hans-Jürgen Bigos kann es kaum glauben. Er zeigt eine der beiden hochgiftigen Hornvipern, die er aus einem Wohnzimmer in Weilmünster geholt hat.(Fotos: Fluck)

Weilmünster/Limburg. Helfer des Tierheims Limburg sind am Wochenende zu einem kniffligen Einsatz in ein Mehrfamilienhaus nach Weilmünster gerufen worden: Vier giftige Klapperschlangen und zwei Hornvipern, die ein 23-Jähriger dort zurückgelassen hatte, mussten aus einer Wohnung abgeholt werden.

"Wir waren froh, dass wir die beiden Königpythons gut unterbringen konnten, jetzt haben wir schon wieder sechs neue Schlangen." Die Limburger Tierheimleiterin Adelheid Noble ist ziemlich verärgert: "Das ist das Ergebnis ständiger Reptilienbörsen. Da kann sich jeder seine Giftschlangen oder einen Leguan kaufen und daheim im Wohnzimmer halten. Es ist ja nicht verboten."

Der 23-jährige Mann hatte sich die sechs giftigen Reptilien angeschafft, die er in zwei Terrarien im Wohnzimmer eines Sechs-Familien-Wohnhauses hielt. Dort lebte er mit einer jungen Frau und zwei kleinen Kindern im Alter von zwei und vier Jahren zusammen.

Als die Beziehung in die Brüche ging und er auszog, ließ er nicht nur seine "Ex", sondern auch die Schlangen zurück. Mehrfach hatte ihn die mit den Exoten überforderte Frau gebeten, die Terrarien abzuholen. Als die 25-Jährige nach drei Monaten noch immer mit den Schlangen in einer Wohnung leben musste, verständigte sie das für den Tierschutz zuständige Veterinäramt.

Die Amtstierärzte beauftragten den Tierschutzverein mit der Wegnahme. "Wegen schlechter Haltung und keiner Fütterung", wie es hieß. Für diese Spezialaufträge kann sich das Tierheim glücklich schätzen, mit Hans-Joachim Bigos einen Fachmann für Reptilien in seinen Reihen zu haben. Der 51-Jährige betreibt eine Auffangstation, wo er sich auch um die artgerechte Fütterung kümmert. Schlangen verzehren am liebsten Wüstenmäuse.

Als Bigos die Situation der Haltung sah, war er ziemlich erschrocken. "Das eine Terrarium, in dem die beiden hochgiftigen Hornvipern lagen, war ziemlich marode und viel zu klein", berichtete er.

Das Glas war gerade mal vier Millimeter stark; die Schiebescheiben lösten sich bereits aus ihrer Verankerung. "Das ist grob fahrlässig; die Mindeststärke wäre acht Millimeter", klärte er die junge Mutter über die Gefahren auf. Tierschützer fordern Einschränkung bei Handel mit ExotenUnd in ein Wohnzimmer eines Mehrfamilienhauses gehörten Giftschlangen schon gar nicht, brachte der Experte sein Unverständnis zum Ausdruck.

Es werde höchste Zeit, dass die hessische Landesregierung ihr Vorhaben wahr mache und die private Anschaffung solcher giftiger Tiere verbiete, beziehungsweise dass bereits vorhandene Tiere beim Ordnungsamt gemeldet werden müssen. Auch gegen den Handel mit exotischen Tieren ziehen Tierschützer zu Felde. "Es kann nicht sein, dass sich jeder nach Lust und Laune ein Stück Amazonas in seine Wohnung holen kann", sagt Hans-Jürgen Bigos.

Von Zoohändlern werde ein Sachkundenachweis verlangt, beim Endabnehmer sei dann alles egal: "Das ist wie Autofahren ohne Führerschein." Der 51-Jährige legt sich regelmäßig mit den Betreibern und Händlern auf Reptilienbörsen an und weist darauf hin, dass der Tierschutzverein Limburg-Weilburg die hessische Tierschutzbeauftragte Madeleine Martin bei ihrer Forderung an die Bundesregierung unterstützt, den Handel mit exotischen Tieren gänzlich zu verbieten.

"Die Klapperschlangen aus Weilmünster sind bis zu 80 Zentimeter lang und in Mexiko beziehungsweise New Mexiko zu Hause. Die etwas kürzeren Hornvipern kommen aus dem Nordosten Venezuelas", weiß Experte Bigos: "Das sind Wüstentiere und Einzelgänger, die keinen Rudelkontakt lieben. Da kann man nicht vier Klapperschlangen in ein enges Terrarium setzen."

Er verweist auf die Deutsche Gesellschaft für Herpetologie und Terrarienkunde (DGHT). Nach den dort organisierten Experten dürfte das Motiv für die private Haltung von Giftschlangen nur im Interesse der Forschung liegen.

Als Pfleger von Giftschlangen eigneten sich nur Personen, die über langjährige Erfahrungen im Umgang mit ungiftigen Schlangen verfügen.

            Der Zugriff Unbefugter müsse in jedem Fall sicher und für mögliche Bissanfälle eine ausreichende Menge von Antiseren vorhanden sein. Bigos: "Die Halter von Giftschlangen, auch von giftigen Vogelspinnen müssten in Mehrfamilienhäusern das Einverständnis aller anderen Mieter einholen."

            http://www.weilburger-tageblatt.de/main.php?ses_viewmode=37&dir=152&content_id=297910


KÖLNER STADT-ANZEIGER (Germany) 04 March 06  Lustwandeln in der Dämmerung (Ingeborg Schwenke-Runkel)

Die Lust kommt mit der Dämmerung. Der Tümpel ruft. S i e wartet auf ihren Froschkönig. D e r lässt derweil seine Schenkel schnellen und hüpft. Erst auf ihren Rücken, dann ins Wasser. Zuvor überqueren beide als glubschäugiger Doppeldecker die Hindernisse, die sich ihnen auf der Suche nach dem feuchten Liebesnest in den Weg stellen. Das können auch Straßen sein. Hat das Paar im Hormonrausch Pech, rauscht gerade ein Auto über den Asphalt und die Erotikwanderung nimmt ein jähes Ende. Dann wird aus dem Lust- ein ungewollter Luftsprung mit tödlichem Ausgang. Platsch und Matsch.

Damit dieses tierische Unglück möglichst selten, am besten gar nicht passiert, sperren Naturschützer die Straßen, die die natürlichen Laichwege der kleinen Amphibien von ihren ersehnten Gewässern trennen, zwischen 19 Uhr abends und 7 Uhr in der Früh. Und sie stellen Zäune auf, die die Hüpfer nicht überwinden können. Stattdessen landen diese in bereitgestellten Eimern. Eigenhändig tragen am Morgen die Tierschützer die liebestollen Fröschlein ans „rettende Ufer“.

Die milden Nachttemperaturen locken zur Zeit Kröten, Frösche, Salamander und Lurche an die Sümpfe, Teiche und Gewässer, in denen sie gezeugt wurden. Zehn bis 15 pro Exemplare pro Eimer hat Astrid Dorau in den vergangenen Tagen gezählt. Sie wohnt in der Gronenborner Mühle, wo sich im Tal des Leimbachs die Feuchtbewohner in diesen Wochen sammeln, und hat sich etwas einfallen lassen, um Wanderer und Autofahrer aufmerksam zu machen: 14 farbige Fotos von Kröten solo, Kröten huckepack, Kröten gequetscht hängen entlang des Wiesenzauns; beleben zersägte Baumstapel und stecken vor Erdwällen in den Kurven.

Astrid Dorau ist Bühnenfotografin. Das Schauspiel der Krötenwanderung ließ sie nicht kalt, daher griff sie zur Kamera, um zur Laichzeit in diesen Tagen auf die Bedeutung des Umweltschutzes aufmerksam zu machen: Neun verschiedene Amphibienarten sind in Gronenborn zu Hause, darunter Verwandte aus drei Molch-, zwei Kröten- und zwei Froschfamilien. Das hat Helmut Kinkler festgestellt.

Er versorgt seit 20 Jahren die Teiche und registriert Veränderungen: „2200 verschiedene Organismen leben inzwischen hier“. Die Stadt hat das drei Hektar große Areal gekauft, den oberen Teil mit Schlehen bepflanzt und die Wiesen unterhalb mit Streuobst-Stämmen bestückt - lauschige Plätzchen für erschöpfte Lurche nach dem Liebesakt.

         http://www.ksta.de/html/artikel/1172183407515.shtml


DER WESTALLGÄUER (Germany) 02 March 07  Neustart im „Paradies der Ungeliebten“ - Vorarlberger will Reptilienzoo bei Scheidegg wieder eröffnen

Scheidegg/Westallgäu (elm):  Kreuzotter und Tigerpython, Skorpion und Vogelspinne, Ringelnattern und Schildkröten könnten schon bald wieder den vor einem Jahr geschlossenen Reptilienzoo bei Scheidegg bevölkern – und dort von Einheimischen und Gästen bestaunt werden. Denn Udo Hagen, ein Reptilienexperte aus dem Vorarlberger Lochau, will die Anlage kaufen und wieder als Zoo betreiben. Mit den Behörden ist Hagen bereits im Gespräch, eine Eröffnung ist für Mai ins Auge gefasst. Ein Problem gibt es noch: Der Verbleib der Einrichtung, die der letzte Pächter bei seinem seltsamen Abgang 2006 zurückgelassen hatte, muss geklärt werden. Sonst können die Eigentümer, die Zoo-Gründerfamilie Lücke, die Anlage nicht verkaufen.

Das „Paradies der Ungeliebten“ mit zeitweise 150 Tieren aus 55 Arten war seit den 70er-Jahren eine vielbesuchte Attraktion für Gäste und Einheimische – und damit auch ein wichtiger Beitrag zum touristischen Gesamtangebot der Marktgemeinde, gerade auch als Schlecht-Wetter-Alternative. Adolf und Helene Lücke hatten den Reptilienzoo 1973 gegründet und erwarben sich mit ihrer Arbeit in der Branche rasch einen guten Ruf. 2004 gaben die Lückes aus Altersgründen Tiere und Zoo-Betrieb an einen neuen Betreiber ab. Der pachtete die Anlage, hatte aber offenbar keine glückliche Hand dafür. Im Frühjahr 2006 verließ er Scheidegg mit der Erklärung, er sei für den Zoo nicht mehr zuständig. Beamte von Landratsamt und Marktgemeinde fanden in der Anlage 50 Reptilien, darunter auch hochgiftige Exoten, die einfach in der nach Augenzeugenberichten verwahrlosten Anlage zurückgelassen worden waren. Die meisten Tiere wurden in einem Münchner Fach-Institut untergebracht, um einige kümmerten sich die Lückes. Seither war der Zoo geschlossen. Gegen den Pächter laufen nach Informationen unserer Zeitung Ermittlungen wegen verschiedener Delikte.

Jetzt besteht die Chance auf einen Neuanfang, laut Bürgermeister Pfanner unter professioneller Leitung, womöglich gar in Kooperation mit der renommierten Naturschau „Inatura“ in Dornbirn. Hagen will Grund und Gebäude kaufen und wieder als Reptilienzoo betreiben. Der 33-Jährige aus Lochau hält seit zehn Jahren selbst Reptilien, ist unter anderem als Reptilienbeauftragter der „Inatura“ tätig und hat nach eigener Auskunft alle in Deutschland für den Betrieb eines Reptilienzoos notwendigen Qualifikationen.

Wenn alles klappt, will er die Anlage im Mai eröffnen – mit einem ähnlichen Konzept wie früher. Hauptziel sei, Reptilien interessierten Menschen näherzubringen und Wissenswertes über diese Tiergruppe zu vermitteln. Daneben will Hagen mit der Nachzucht geschützter Tiere einen Beitrag zum Artenschutz leisten.

„Eine bunte Mischung“ an europäischen und exotischen Tieren könnte also bald wieder im „Paradies der Ungeliebten“ bewundert werden: Neben Schlangen und Echsen will Hagen auch wieder Spinnen und Skorpione zeigen. Im Außengehege sollen sich wieder heimische Tiere tummeln, was besonders auch für Schulklassen eine anschauliche Ergänzung des Unterrichts sein könne.

Ein kleines Krokodil wird aber nicht wie früher im Reptilienhaus zu sehen sein: „Das ist vom Platz her ein Problem.“ Bevor er ein Tier nicht artgerecht halten könne, verzichte er lieber auf diese Attraktion.

Bei der Gemeinde freut man sich über den Neustart, mit dem Landratsamt laufen Genehmigungsgespräche „mit Aussicht auf ein positives Ergebnis“, wie der zuständige Abteilungsleiter Tobias Walch gegenüber der Heimatzeitung bestätigte.

Hagen will die Anlage kaufen, Lücke verkaufen: Eigentlich sind sich alle einig – nur ungeklärte Konflikte mit dem letzten Betreiber bereiten noch Schwierigkeiten: Dem gehören nämlich Anlagen, die im Gebäude fest installiert sind. Bevor nicht geklärt ist, was mit dieser Einrichtung geschieht, kann Lücke das Zoo-Gelände nicht verkaufen. „Ich will schon. Aber ich kann nicht, solange der sein Zeug da drin hat.“ Demnächst soll zur Klärung ein Gespräch stattfinden.

         http://www.derwestallgaeuer.de/news.php?id=3397


ALLGEMEINE ZEITUNG NAMIBIA (Windhoek) 16 February 07  Bedrohte Panzertiere - Wissenschaftler erstellt ersten Schildkrötenführer für Namibia (Ellen Reglitz)

         Über Schildkröten in Namibia ist jetzt eine Broschüre mit dem Titel ,,A Guide to the Tortoises of Namibia" erschienen. Peter Cunningham vom Polytechnikum gibt einen Einblick in die Welt der gepanzerten Reptilien.

Peter Cunningham ist beunruhigt. Der Leiter der Abteilung für Naturschutz am Polytechnikum hat sich auf Reptilien spezialisiert - und mit namibischen Schildkröten, so der Experte, sieht es gar nicht gut aus. Deshalb hat er jetzt einen umfassenden Führer über Schildröten in Namibia erarbeitet.

,,Es gibt gute Gründe zu Besorgnis", sagt Cunningham. Verschiedene Faktoren trügen dazu bei, dass es immer weniger Schildkröten in Namibia gäbe. So sei das Reptil für viele Menschen immer noch eine willkommene Mahlzeit. ,,Besonders um Farmen herum beobachten wir deswegen einen starken Rückgang der Schildkröten-Populationen", so der Reptilien-Experte. Problematisch sei außerdem, dass die Tiere oft eingefangen und nicht artgerecht als Haustiere gehalten würden. Cunningham sieht eine große Gefahr darin. Wenn Leute Schildkröten aus dem Süden nach Windhoek bringen, könne es zur ,,genetischen Verschmutzung" kommen. Dies sei der Fall, wenn verschiedene Arten gekreuzt werden, die unter natürlichen Umständen gar nicht miteinander in Berührung kommen.

Der Kern der Schildkrötenproblematik liege darin, dass in der Bevölkerung zu wenig über die Tiere bekannt sei. Mit der Broschüre ,,A Guide to the Tortoises of Namibia" will Cunningham dies nun ändern. Der Führer enthält ausführliche Informationen über die Verbreitung, Erkennungsmerkmale und Fressgewohnheiten der insgesamt sechs namibischen Schildkrötenarten. Fotos und Grafiken geben anschauliche Erläuterungen. Eine Einführung liefert außerdem Einblicke in die Evolution der Tiere und informiert über ihren gesetzlichen Schutz.

,,Der richtige Umgang mit den Schildkröten ist wichtig", betont Cunningham. Die Reptilien seien wichtiger Bestandteil der Nahrungskette. Ein Rückgang der Population gefährdet deshalb auch andere Tiere. Durch ihren Kot sorgten die Tiere zudem für die Verbreitung von Pflanzensamen.

Die Broschüre ,,A Guide to the Tortoises of Namibia" von Peter Cunningham ist zum Preis von N$ 45 (VAT inkl.) in allen namibischen Buchhandlungen erhältlich.

         http://www.az.com.na/index.php?page=news/news.php&identifier=1079864025&id=18553


EURONATUR (Radolfzell, Germany) 13 February 07  Amphibien schon wieder unterwegs - Klimaveränderung bedroht Molche, Frösche, Kröten und Salamander

Stuttgart/Ludwigsburg.  Die ungewöhnlich warme Witterung und der Regen der letzten Tage hat die ersten Amphibien schon aus ihrem Winterschlaf geweckt. Wie die internationale Umweltstiftung Euronatur mitteilt, sind die ersten Molche in Tümpeln – insbesondere in Süddeutschland – schon gesichtet worden. Geht die Entwicklung so weiter – so Euronatur-Präsident Claus-Peter Hutter – dann werden sich auch in den nächsten Tagen schon die ersten Kröten auf den Weg machen. Kommt es dann zu Kälteeinbrüchen, so können sich die Eier der Amphibien nicht entwickeln, erwachsene Tiere, die sich nicht rechtzeitig in Verstecke zurückziehen können, sterben.

Die heimischen Amphibienbestände gehören zu den ersten Opfern der Klimaveränderung, so Hutter. Nicht nur zuviel Wärme im Januar und Februar stören den Lebenszyklus der ohnehin bedrohten Tiere; lange Trockenperioden im Sommer würden zur Austrocknung von Kleinstgewässern führen. Auf solche seien jedoch Arten wie Bergmolch, Fadenmolch, Gelbbauchunke, Wechselkröte und Kreuzkröte angewiesen. Diese Arten verlieren somit einen Teil ihres Lebensraumes. Um so wichtiger sei es, intakte Lebensräume zu schützen, Feuchtgebiete zu erhalten und - wo immer möglich – neu anzulegen. Damit die zum Teil schon recht isolierten Populationen durch die Auswirkungen der Klimaveränderung nicht noch mehr verinselt werden, sei die Schaffung von Biotopvernetzungssystemen erforderlich sowie eine konsequente Erhaltung von unzerschnittenen Lebensräumen, betont man bei Euronatur.

         http://www.euronatur.org/Pressemitteilungen.136+M595976899ba.0.html?&cHash=4f53909f78&encryptionKey=


DER SPIEGEL (Hamburg, Germany) 08 January 07  Achtjähriger aus Würgegriff einer Anakonda gerettet

São Paulo (fba/AFP/AP):  Die Anakonda hat nach Polizeiangaben von gestern den achtjährigen Mateus überrascht und angegriffen, als er gerade mit Freunden an einem Bach in der Nähe des Hofs seiner Großeltern spielte - in Cosmorama, einer ländlichen Gegend rund 500 Kilometer von São Paulo. Die Spielkameraden riefen den Großvater zu Hilfe. Als Joaquim Pereira bei seinem Enkel ankam, hatte die 35 Kilogramm schwere und fünf Meter lange Schlange Mateus schon im Würgegriff: Die Anakonda hatte sich in der Brust des Jungen festgebissen und sich um seinen Körper gewickelt.

"Als ich die Schlange um den Hals meines Enkels sah, dachte ich, sie bringt ihn um", sagte der 66-Jährige dem Nachrichtendienst Agencia Estado. "Es war qualvoll. Ich zog an einer Seite - und sie kam auf der anderen zurück." Der Großvater bearbeitete das Tier so lange mit Steinen und Holzknüppeln, bis es von seinem Opfer abließ. Der Kampf habe fast eine halbe Stunde gedauert, dann sei der Enkelsohn des 66-jährigen Brasilianers vor der Riesenschlage gerettet gewesen, hieß es.

Im Krankenhaus stellten die Ärzte bei dem Jungen zahlreiche Blutergüsse und Bisswunden fest. Mateus konnte die Klinik kurz darauf schon wieder verlassen.

         http://www.spiegel.de/panorama/0,1518,465330,00.html


ECHO (Darmstadt, Germany) 06 February 07  Krötenträger gesucht - Naturschutz: Pfungstadts Umweltabteilung informiert über Amphibienschutz

         Pfungstadt. Die Umweltabteilung der Stadt Pfungstadt informiert am Dienstag (6.) um 18 Uhr im Sitzungssaal des Rathauses über die Krötenwanderung und den Amphibienschutz. Sie weist darauf hin, dass sich bei anhaltend feuchtem Wetter mit relativ warmen Temperaturen die Frösche und Kröten bald auf den Weg zu ihren Laichplätzen machen.

Bei ihrer Wanderung, die sie auch über viel befahrene Straßen führt, sind sie besonders gefährdet. Viele der Tiere werden dabei überfahren. Tierfreunde stellen deswegen Krötenzäune auf und betreuen sie: Die Amphibien werden eingesammelt und sicher über die Straße transportiert. Allerdings, sagt Ivonne Foese von der Umweltabteilung, gehörten inzwischen diese Tierfreunde selbst einer aussterbenden Spezies an. Sie suche nach Helfern, die in der Pfungstädter Gemarkung an der B3 in Höhe der Major-Plagge-Kaserne und an der L 3303 bei der Zufahrt zum Moorhaus den Amphibien bei der Überquerung der Straße helfen.

Mit der Informationsveranstaltung soll nach weiteren Krötenfreunden gesucht werden. Wer sich für die Aufgabe interessiert, kann sich mit Ivonne Foese unter 06157 9881186 in Verbindung setzen.

         http://www.echo-online.de/suedhessen/template_detail.php3?id=432436


BERLINER MORGENPOST (Germany) 06 February 07  Schüler von Krokodil in Schwimmbecken überrascht

Darwin:  In Australien hat eine Gruppe von Schülern zu Beginn ihres morgendlichen Schwimmkurses einen gehörigen Schrecken bekommen: Als die Kinder im Schwimmklub ankamen, sahen sie ein gefährliches Salzwasserkrokodil über den Rasen rennen und dann im Becken verschwinden. "Wir standen am anderen Ende des Pools, und mein Freund meinte: ,Was ist das denn?"", erzählte die Schülerin Lauren Burrow im staatlichen australischen Rundfunk. "Und dann drehten wir uns um, und das Krokodil rannte einfach herum, und wir schrien und rannten weg", berichtete das Mädchen weiter. Offenbar selbst unter Schock, kauerte das Reptil zwei Stunden lang unter Wasser, bevor Wildtierexperten es herausholten und in sein neues Zuhause brachten, eine Krokodilfarm in Noonamah.

Salzwasserkrokodile gehören zu den gefährlichsten Raubtieren der Welt. Sie werden bis zu sieben Meter lang und können bis zu eine Tonne Körpergewicht haben.

         http://www.morgenpost.de/content/2007/02/06/aus_aller_welt/881236.html


MAERKISCHE ALLGEMEINE (Potsdam, Germany) 05 February 07  Eierlegen am Strand - Warten auf die Schildkröten, die nicht hören und nicht riechen können

Mitten im Flug landete der Pilot auf einmal an einem einsamen Strand (später fanden wir heraus, dass wir uns in einem Naturschutzgebiet befanden) und wanderte mit uns zwischen Krabben und Dünen entlang. Selbst kleine Haie konnte man in der Luft erkennen, die direkt in Strandnähe schwammen.

Ich gebe zu, nach dem Flug war mir mehr als schlecht, aber ich bereue trotzdem keine Sekunde.

Noch am gleichen Tag packten Basti und ich unsere sieben Sachen und fuhren wieder zurück nach Bundaberg. Wir taten das aus einem simplen Grund, wir wollten Meeresschildkröten beim Eierlegen zusehen. Auch diesen Tipp bekamen wir wieder einmal von befreundeten Backpackern. Ich kann also jedem raten, der auf Reisen geht: Fragt andere Backpacker! Die wissen die besten Tipps und kennen die günstigsten Unterkünfte.

Die Schildkrötensaison hatte gerade erst begonnen, sodass wir beim Buchen davor gewarnt wurden, dass wir nicht unbedingt Schildkröten sehen werden. Das Risiko gingen wir jedoch ein, waren wir doch überzeugt davon, einige sehen zu können.

Wenige Tage später fuhren wir zu einem bestimmten Strand, genannt "Mon Repos" (französisch: meine Zuflucht), an dem besonders viele verschiedene Schildkröten ihre Eier legen (man weiß aber nicht warum).

Nachdem wir drei Stunden lang mit Schildkrötenaufklärung bei Laune gehalten wurden, warnte uns der Leiter der Station, dass es in dieser Nacht wahrscheinlich keine Schildkröten mehr zu sehen geben würde, wir dürften ihn aber bei seinem Rundgang trotzdem gern begleiten. Der Strand selbst ist nämlich abgesperrt, sodass wir diese drei Stunden in einem eigens für Touristen gebauten Center untergebracht waren.

Wir sind ernsthaft nur fünf Minuten am Strand entlanggelaufen, da brüllt der Leiter auf einmal "Stop!" und wir durften uns keinen Millimeter mehr bewegen. Meeresschildkröten können zwar weder hören noch riechen, haben dafür aber ein exzellentes Sehvermögen. So mussten wir eine Zeit lang so stehen bleiben, wie wir waren, egal in welcher Position man sich gerade befand. Wir stellten für die Schildkröte eine Gefahr dar, sodass sie nach wenigen Metern am Strand wieder umkehrte und im Meer verschwand. Unsere Enttäuschung war unglaublich, hatten wir doch gehofft, dass wir wenigstens eine Schildkröte beim Eier ablegen beobachten könnten.

Nach einer weiteren Stunde am extrem kalten Strand und sinkender Hoffnung dann die Entscheidung: Abbruch, keine Schildkröten an diesem Abend. Doch wie es das Glück so wollte, kam kurz vor Schluss die nächste aus dem Wasser gekrochen, und dann sogar noch eine zweite. Voller Spannung durften wir zusehen, wie sie ihre Löcher buddelten (und das dauerte allein schon eine halbe Stunde) und Eier legten. Erst da durften wir sie mit Blitzlicht fotografieren, da ihnen in diesem Stadium wohl alles egal ist und sie nicht mehr umkehren. Nach geschlagenen drei Stunden war es dann vorbei, endlich muss ich sagen, denn länger hätte ich es nicht mehr ausgehalten. Wir durften zum Abschluss ihre Eier noch in ein anderes Loch tragen, da diese zu dicht am Meer gelegt wurden und sonst von der Flut weggespült worden wären.

Fast die ganze Nacht hatten wir dort verbracht, aber für dieses Spektakel, was ich ganz bestimmt nie wieder sehen werde, hat es sich gelohnt. In den nächsten Tagen werden wir Bundaberg verlassen und nach Rainbow Beach fahren. Von dort gibt es einen direkten Zugang zur größten Sandinsel der Welt, Fraser Island, die unser nächstes Ziel ist . . .

http://www.maerkischeallgemeine.de/cms/beitrag/10866021/61129/


DER STANDARD (Vienna, Austria) 05 February 07  Tote Meeresschildkröten entlang der Küsten Bangladeschs und Indiens

Cox's Bazar (APA/Reuters):  Fast 1.000 tote Meeresschildkröten sind an den Stränden Indiens und Bangladeschs angeschwemmt worden. Allein in Ostindien haben Umweltschützer in den vergangenen zwei Monaten insgesamt 763 tote Tiere gezählt.

Sie alle hätten sich in Fischernetzen verfangen, sagte Biswajit Mohanty, Koordinator der "Operation Kachchappa", was übersetzt Schildkröte heißt, am Montag. "Sie hatten wulstige Augen und Hälse, was darauf hindeutet, dass sie an Sauerstoffmangel starben, nachdem sie stundenlang unter Wasser in Fischernetzen gefangen waren."

Fischer in Bangladesch hatten die Anschuldigungen zurückgewiesen: Sie würden alle gefangenen Schildkröten sofort zurück ins Meer werfen. An Bangladeschs Stränden waren insgesamt etwa 200 tote Tiere entdeckt worden. Einige hätten ein Gewicht von mehr als 20 Kilogramm, sagten Behördenvertreter des Bezirks Cox's Bazar im Osten des südasiatischen Landes. Zahlreiche Schildkröten seien über eine vier Kilometer lange Strecke entlang der Strände gefunden worden, andere auf der vorgelagerten Insel St. Martin.

Fischer berichteten zudem von toten Delfinen. Der Tod der Tiere könnte Ozeanologen zufolge auch mit der steigenden Umweltverschmutzung im Golf von Bengalen zusammenhängen.

         http://derstandard.at/?url=/?id=2755499


ECHO (Darmstadt, Germany) 04 February 07  Damit der Froschregen eine Zukunft hat - Krötenwanderung: Milder Winter lässt die Amphibien frühzeitig auf ihre gefährliche Wanderschaft gehen (Kirsten Sundermann)

Reichelsheim. Normalerweise beginnt der Trip in den Heimattümpel ja erst Ende Februar, wenn die Abendtemperatur so um die acht bis zehn Grad beträgt und es obendrein noch feucht und regnerisch ist. Dann marschieren die Amphibien in der Dämmerung los, um ihren Laich in dem Gewässer abzulegen, in dem einst ihr eigenes Leben begann. In diesem, weitgehend frostfreien Winter indes wurden schon Anfang Januar erste, tote Erdkröten auf der Straße gefunden.

Ein Zeichen dafür, dass einige von ihnen glaubten, der Frühling sei bereits da. Doch der Drang, der eigentlich ihr Überleben sichern soll, lässt sie stattdessen scharenweise in ihr Verderben wandern. Denn ihre Urinstinkte wissen nichts vom modernen Straßenverkehr, so bleibt die Kröte meist platt gefahren auf dem Asphalt zurück.

Mechthild Stöber fährt jeden Morgen von Beerfurth zu ihrer Arbeitsstelle in Weiten-Gesäß. Über die B 47 kommt sie auch durch den Weiler Hutzwiese. Wald, Wiese und Feld auf der einen Seite, dann die Bundesstraße, und etwas tiefer gelegen zwei Weiher. Ein ideales Aufmarschgebiet für Erdkröten – und im frühen Frühjahr eine permanente Leidensstrecke auch für die Tierfreundin.

Vor rund fünf Jahren konnte sie den Anblick der niedergemetzelten Tiere nicht mehr aushalten und bat die Reichelsheimer Vogel- und Naturschutzgruppe um tätige Hilfe. Seitdem kümmert sie sich – nun Expertin für Amphibien – mit dem Verein darum, das Leben der kleinen Nützlinge zu retten.

So errichtet die Gruppe jedes Jahr oberhalb der Weiher entlang der Straße einen 900 Meter langen Sperrzaun aus Kunststofffolie. In Abständen graben die Tierschützer insgesamt 36 Eimer in den Boden, in die die Tierchen plumpsen. Zwei Mal am Tag, zwischen 6 und 9 sowie 21 und 23 Uhr, kontrollieren sie die Eimer, sammeln ein, was darinnen liegt, und transportieren es sicher über die Bundesstraße und den Wirtschaftsweg dahinter. Vorher gucken sie aber noch nach, ob sie nun Kröte oder „Kröterich“ gerettet haben und füllen entsprechende Listen aus.

Im vergangenen Jahr hat die Helfertruppe 1960 Erdkröten, 498 weibliche und 1462 männliche, auf den rechten Hin-Weg gebracht. Doch auch der Rückweg muss gesichert werden, wenngleich der Andrang da nicht mehr so groß ist. Etwa zwei Wochen nach der ersten Ankunftswelle wird der Zaun vor der anderen Straßenseite aufgebaut, und der Rücktransport kann beginnen.

Zu unterscheiden sind die Tierchen leicht, da die Weibchen wesentlich größer sind. Außerdem haben sie meist bereits ein – oder auch mehrere – Männchen auf sich kleben, die heilfroh sind, eines der raren weiblichen Exemplare ergattert zu haben. Denn bei Kröten herrscht absoluter Frauenmangel.

An der Hutzwiese beträgt das Verhältnis der Geschlechter eins zu drei; an den Rehbacher Teichen, wie der Vorsitzende des Nabu-Kreisverbands, Gerhard Germann, berichtet, sogar eins zu sieben. Gegen ihre „Besatzer“ können sich die Weibchen nur schlecht wehren, obwohl diese Umklammerung tödlich werden kann.

Durch die zusätzliche Last sinken nicht nur die Chancen des Paares, den Wunschtümpel mit heiler Haut zu erreichen, sondern die Probleme gehen dort weiter: Da kommt es nicht so selten vor, dass mehrere Männchen bei dem Bemühen, bei ihrer Partnerin zum Zuge zu kommen, diese unter Wasser drücken und regelrecht ersäufen.

Wenn jedoch alles gut ging, legen die Weibchen ihre Eier in meterlangen Laichschnüren ab, die von den Männchen dann befruchtet werden. Aus diesem Laich schlüpfen nach 12 bis 18 Tagen kleine, schwarze Larven, die Kaulquappen. Die verwandeln sich drei bis vier Monate später in zentimetergroße Jungkröten, die dann zu Tausenden das Laichgewässer verlassen. Fachleute sprechen dabei von einem veritablen „Froschregen“.

Erdkröten stellen zwar den größten Anteil der im Odenwald lebenden Amphibien, weiß Gerhard Germann, aber es seien in geringerer Stückzahl auch Gras- und Springfrösche zu finden, außerdem Berg- und Teichmolche. sowie die Feuersalamander, die zu Fließgewässern wandern, um dort ihre Larven zu gebären.

Die meist nachts aktiven Kröten gelten als äußerst nützlich, da sie Nacktschnecken, Würmer, Mückenlarven und Insekten vertilgen. Wie alle Amphibien sind sie durch den Einsatz von Pestiziden und Waldkalkungen weltweit in ihrer Existenz bedroht. Auch die zunehmende Verkehrsdichte und die Klima-Veränderung machen ihnen zu schaffen.

Wer helfen will, diesen Tieren das Überleben zu erleichtern, kann mit den Reichelsheimerinnen Mechthild Stöber (Telefon 06164 912359) oder Ingrid Arras (Telefon 06164 2407) Kontakt aufnehmen, oder auch zum Stammtisch der Tierfreunde am ersten Dienstag im Monat (19.30 Uhr; Restaurant Johannstube) kommen.

Es werden Helfer zum Zaunaufbau und Einsammeln der Kröten gesucht. Für die Krötenträger werden Warn-Westen zur Verfügung gestellt und auf Wunsch Handschuhe. Taschen- und/oder Stirnlampen sollten mitgebracht werden.

Auch in anderen Odenwald-Orten wie Brensbach, Breuberg, Kimbach, Steinbuch, Erbach mit Güntersfürst haben sich Amphibiengruppen gebildet, die sich ebenfalls über zusätzliche Helfer freuen. Kontakt zu Ansprechpartnern vermittelt der Nabu-Kreisverband (Telefon 06061 4817).

         http://www.echo-online.de/suedhessen/template_detail.php3?id=431968


DER TAGESSPIEGEL (Berlin, Germany) 31 January 07  Alligator gegen Python - Wer gewinnt den Kampf der Riesenreptilien? (Dagny Lüdemann)

In den Sümpfen Floridas gedeiht der burmesische Python prächtig. Die ursprünglich aus Myanmar, dem früheren Burma, stammende Riesenschlange wurde in den Süden der USA eingeschleppt. Mehr als 150 Exemplare, die bis zu zehn Meter lang werden können, sollen heute in den Everglades leben. Gestern berichtete der Tagesspiegel auf dieser Seite, dass die Pythons sich Kämpfe mit den dort heimischen Alligatoren liefern. Leser fragten, wer den Kampf gewinnt. In dem spektakulärsten Fall – als im Herbst 2005 ein etwa vier Meter langer Python einen nur halb so großen Alligator verschlang – ging der Kampf zu Ungunsten beider Kontrahenten aus: Der Alligator starb im Magen der Schlange. Und der Python? Der platzte.

Damals machte sich Reptilienexperte Frank Mazzotti von der Universität Kalifornien Sorgen um den Bestand der Alligatoren in Florida: „Wir hatten eigentlich gehofft, dass die Alligatoren die Pythons in Schach halten“, sagte er damals. In den wenigen anderen bekannten Fällen habe der Alligator gewonnen oder der Kampf sei unentschieden ausgegangen. Beide haben Vorteile. Während der Alligator tödlich zubeißen kann, kann der Python den Alligator erwürgen.

Der Fall des geplatzten Python beschäftigte die Experten so sehr, dass ein Spezialistenteam im Auftrag von „National Geographic“ in die Everglades reiste, um den Kampf der Reptilien zu rekonstruieren. Außerdem wollten die Forscher wissen, ob ein Python einen ganzen Alligator verdauen kann. Im Labor ließen sie Schlangen Alligatorfleisch fressen. „Zu unserer Überraschung dauerte es nur neun Tage, bis es zersetzt war“, berichtete Stephen Secor von der Universität Alabama damals.

Warum der berühmte Python aus den Everglades damals platzte, anstatt seine Beute einfach zu verdauen, ist bis heute ungeklärt. Eine Theorie besagt, die Schlange sei durch die bei der Verwesung frei gewordenen Gase geradezu aufgepumpt worden und deshalb geplatzt. Andere glauben, der Alligator habe geschlafen als er verschlungen wurde, sei dann im Innern des Python erwacht und habe um sich geschlagen bis die Schlangenhaut riss.

Die Experten der „National Geographic“-Expedition sind überzeugt, dass es ganz anders war: Ein dritter Alligator nutzte vermutlich die missliche Lage, in der sich Python und Beute nach dem Kampf befanden. Als beide bewegungsunfähig durchs Wasser trieben, biss der Alligator von außen zu. Die Kombination aus Krokodil und Schlange war wohl nicht so lecker – jedenfalls schwamm der unbekannte Dritte wieder weg.

         http://www.tagesspiegel.de/weltspiegel/archiv/31.01.2007/3052630.asp


DER SPIEGEL (Hamburg, Germany) 30 January 07  Natter bewaffnet sich mit Gift toter Kröten

(Hei/Dpa/Ddp)  Die asiatische Tigernatter nutzt eine ungewöhnliche Quelle für ihr tödliches Gift: Sie speichert das Toxin verspeister Kröten in ihren Nackendrüsen. Damit wehrt sie sich gegen Feinde - und versorgt ihre Nachkommen mit einer Startportion Gift.

Was für Tigernattern eine ordentliche Mahlzeit ist, das füllt nicht nur den Magen. Auch ein anderer Speicher will regelmäßig aufgefüllt werden: die Giftdrüsen im Nacken. Dafür muss der Speisezettel voller Kröten stehen, die ein ganz spezielles Gift von der Sorte der Bufadienolide herstellen. So bevorraten die Schlagen, die unter anderem in Japan, Korea, China und Südostasien vorkommen, ihre eigenen Giftlager und wehren sich bei Gefahr gegen Feinde. Das berichten japanische und US-amerikanische Forscher in der aktuellen Ausgabe der Fachzeitschrift "Proceedings of the National Academy of Sciences".

Schon länger vermuteten Wissenschaftler, dass die Tigernatter (Rhabdophis tigrinus) die in ihrem Gift enthaltenen Bufadienolide nicht selbst herstellen kann, sondern sie über die Nahrung aufnimmt. Das Team um Deborah Hutchinson von der Old Dominion University in Norfold, Virginia hat die Giftschlangen daher auf verschiedenen japanischen Inseln untersucht. Dort unterscheiden sich sowohl die Kröten-Populationen als auch deren Giftgehalt. Das Ziel war herauszufinden, ob Schlangen in Gebieten mit vielen giftigen Kröten mehr Toxine speichern als Nattern, die auf Giftkröten als Nahrungsmittel verzichten müssen.

Bei der Analyse des Drüsensekrets zeigte sich: Nattern mit einem krötenreichen Speisezettel haben mehr Bufadienolide in ihren Giftdrüsen als Artgenossen aus krötenarmen Gegenden. Die Schlangen von Kinkazan etwa, wo es keine giftigen Kröten gibt, hatten keine Bufadienolide in ihren Nackendrüsen. Dagegen waren die Speicher von Nattern auf Ishima prall gefüllt, denn dort leben viele der zu den Froschlurchen zählenden Tiere. Die Schlangen von Honshu - dort variiert die Anzahl giftiger Kröten stark - zeichneten sich wiederum durch unterschiedlich hohe Giftmengen im Drüsensekret aus.

Aufgrund seiner Ergebnisse schließt das Team, dass die Schlangen das Gift der Amphibien in ihren Drüsen einlagern. Fütterungsexperimente, bei denen die Schlangen entweder giftige Kröten oder Tiere ohne Giftstoffe vorgesetzt bekamen, bestätigten diese Theorie. So besaß etwa eine junge Natter, die nach dem Schlüpfen mit Fischen gefüttert worden war, keine Bufadienolide. Das änderte sich aber bereits drei Tage nach dem Verzehr von giftigen Kröten.

Ein derartiger Diebstahl von Giften war den Forschern bislang nur von einigen Froscharten und von Strumpfbandnattern bekannt, die sich mit Gift von zuvor verspeisten Molchen verteidigen.

Außerdem stellten die Forscher fest, dass Schlangenmütter eingelagerte Giftstoffe an ihre Nachkommen weitergeben. Dies beweise, wie wichtig die Ernährungsweise der Mutter sei, wenn sie ihren Jungen einen Überlebensvorteil - in diesem Fall eine Art giftiges Startpaket zur Selbstverteidigung - bieten wolle, erklärt Hutchinson in ihrem Fachartikel.

         http://www.spiegel.de/wissenschaft/natur/0,1518,462993,00.html


SALZBERG.AT (Austria) 30 January 07  Landesweiter Überblick über Amphibien und Reptilien Salzburgs

(Land Salzburg) Eisl:  Wichtiges Hilfsmittel in der täglichen Naturschutzarbeit zur Beurteilung von Eingriffen / Alle Arten sind gefährdet 

(LK)  In der Reihe "Naturschutz-Beiträge" des Landes ist soeben ein neuer Band "Atlas und Rote Liste der Amphibien und Reptilien Salzburgs" von Martin Kyek und Andreas Maletzky erschienen. "Mit dieser Arbeit liegt erstmals eine detaillierte Darstellung des Vorkommens und der Bestandssituation der Amphibien und Reptilien für das Bundesland Salzburg vor. Der Atlas umfasst den gesamten aktuellen Wissensstand zur Verbreitung der 15 im Land Salzburg lebenden Amphibienarten und der sieben Reptilienarten", erklärte heute, Dienstag, 30. Jänner, Naturschutzreferent Landesrat Sepp Eisl.

Der größte Teil der Daten stammt aus der ehrenamtlichen Kartierung durch die Mitglieder der Herpetologischen Arbeitsgemeinschaft des Hauses der Natur, aber auch aus Studien der Universität, Gutachten und historischen Quellen. Basierend auf diesem Wissen konnte ebenfalls zum ersten Mal eine datenbasierte Rote Liste der Amphibien und Reptilien Salzburgs nach den IUCN-Kriterien (International Union for the Conservation of Nature) erstellt werden. "Rote Listen zeigen auf, wie gefährdet wild lebende Tier- und Pflanzenarten sind. Sie sind damit in der täglichen Naturschutzarbeit ein wichtiges Hilfsmittel zur Beurteilung von Eingriffen in die Natur", so Eisl. Vor allem die Vertreter der Lurch- und Kriechtierfauna (Herpetofauna) sind ausgezeichnete Indikatoren für intakte Ökosysteme, da sie je nach Art verschiedenste Lebensräume besiedeln und aufgrund der vergleichsweise geringen Mobilität sehr sensibel auf lokale Veränderungen reagieren. Alle heimischen Amphibien und Reptilien stehen auf der Roten Liste gefährdeter Tierarten, etliche Arten sind vom Aussterben bedroht, bei zwei Arten gibt es noch zu wenige Daten für eine Einstufung.

Dabei sind es nicht etwa klimatische oder sonstige natürliche Veränderungen, die den Bestand in Frage stellen. Wie bei vielen anderen bedrohten Tiergruppen ist der Rückgang der Amphibien und Reptilien so gut wie ausschließlich auf menschliche Ursachen zurückzuführen. Die Zerstörung, Beeinträchtigung und Veränderung von Land- und Gewässerlebensräumen bzw. auch deren Beeinträchtigung durch vielfältige Nutzungen und die Zerschneidung der Lebensräume durch das dichte Straßen- und Siedlungsnetz trugen und tragen zum Rückgang vieler Arten bei. Dazu kommen noch der Einsatz von Chemikalien, Düngemitteln sowie der Schadstoffeintrag über Niederschläge. Dadurch werden Arten, die vor Jahrzehnten noch in Massen auftraten, zunehmend an den Rand des Aussterbens gebracht.

Die nun vorliegende Arbeit soll dazu dienen, Problembereiche zu erkennen und konkrete Maßnahmen abzuleiten, die dazu geeignet sind, die einzelnen Arten und deren Lebensräume nachhaltig zu schützen und so die Artenvielfalt und damit die Lebensqualität im Land Salzburg auch für die nächsten Generationen zu erhalten.

Der Naturschutz-Beitrag mit 226 Seiten plus Anhang kann zum Preis von zehn Euro bei der Naturschutzabteilung des Landes, Michael-Pacher-Straße 36, 5020 Salzburg. Telefon: 0662/8042-5532, E-Mail: naturschutz@salzburg.gv.at bestellt werden.L23-110

Für die Redaktionen  liegt ein Exemplar der Publikation  "Atlas und Rote Liste der Amphibien und Reptilien Salzburgs" der heutigen Landeskorrespondenz I bei.

         http://www.salzburg.at/themen/leben.html?nachrid=38012


NEUE ZÜRCHER ZEITUNG (Zürich, Switzerland) 29 January 07  47 Menschen wurden in der Schweiz von Schlangen gebissen

(AP) Das Schweizerische Toxikologische Informationszentrum hat am Montag im «Bulletin» des Bundesamtes für Gesundheit (BAG) eine Statistik über die Schlangengifte in der schweiz veröffentlicht. Demnach wurden 47 Menschen von Schlangen gebissen, darunter 15 Kinder unter 16 Jahren. In 32 Fällen waren es einheimische und in 15 Fällen exotische Schlangen, die zugebissen haben.

Nur in zwei Fällen schwere Symptome

In 25 Fällen waren es Giftschlangen, acht davon stammten aus privater Haltung. Darunter befanden sich neben den einheimischen Vipern auch gefährliche Reptilien wie Klapperschlangen oder Kobras. In nur gerade zwei Fällen traten schwere Symptome auf. Insgesamt in fünf Fällen wurden Seren ausgeliefert und nur gerade in zwei Fällen davon wurden sie auch eingesetzt.

20 einheimische Schlangenbisse

Die Zahl der Schlangenbisse bewegt sich laut dem Direktor des Tox-Zentrums, Hugo Kupferschmidt, immer etwa in der gleichen Grössenordnung. Höchstens die Schlangenarten seien anders. So wurden beispielsweise im Jahr 2005 auch Bisse von Mambas registriert, die aber ebenfalls ohne Folgen blieben. Von den 58 Schlangenbissen im Jahr 2005 stammten 44 von einheimischen Vipern und 14 von exotischen Schlangen. In 28 Fällen bissen Giftschlangen zu, acht davon waren gehaltene Giftschlangen. Das heisst, dass 20 Mal einheimische Vipern zugebissen haben.

Praktisch in jedem Fall kann das notwendige Serum gegen einen Schlangenbiss - falls es eines gibt - innerhalb von wenigen Stunden geliefert werden, wie Kupferschmidt weiter sagte. Deshalb habe es auch schon «seit Urzeiten» keine Todesfälle mehr gegeben. Auch bei den nicht-registrierten Giftschlangen, die von Privaten illegal gehalten würden, gebe es kaum Überraschungen.

         http://www.nzz.ch/2007/01/29/vm/newzzEXIQ0RJF-12.html


MÄRKISCHE ODERZEITUNG (Frankfurt, Germany) 28 January 07  Klapperschlange neben Autohaus gefunden

Gera (ddp) Eine Klapperschlange hat Polizei und Anwohner am Samstag in Gera in Atem gehalten. Das hochgiftige Reptil war am Nachmittag auf einer Wiese in der Nähe eines Autohauses gefunden worden, wie die Polizei am Sonntag in Gera mitteilte. Wie sich bei den Ermittlungen herausstellte, hatte der Besitzer geglaubt, das Tier sei tot und wollte es auf der Wiese entsorgen.

Die Schlange war aber mitnichten tot, sondern sehr lebendig - zumindest für kurze Zeit. Aufgrund der eisigen Temperaturen habe sie ihre Fortbewegung im Freien sehr schnell wieder eingestellt, sagte ein Polizeisprecher auf ddp-Anfrage. Das Tier wurde dann den Veterinärbehörden übergeben. Im warmen Zimmer kehrte die Schlange dann sehr schnell wieder zu ihrer alten Lebhaftigkeit zurück.

Der Besitzer hielt noch weitere Giftschlangen in seiner Wohnung. Da jetzt allerdings Zweifel an seiner Fachkunde offenbar wurden, wurden ihm nach Polizeiangaben alle Tiere entzogen.

         http://www.moz.de/index.php/Moz/Article/category/Aus+aller+Welt/id/171497


FRANKFURTER NEUE PRESSE (Germany) 16 January 07  Wenn Ralf Sommerlad sich als u...

Wenn Ralf Sommerlad sich als unabhängiger Versicherungsmakler vorstellt, ist kaum zu vermuten, dass sich hinter diesem Mann eine wilde Bestie verbirgt – oder besser mehrere tausend wilder Bestien, denn Sommerlad setzt sich für den Schutz der Krokodile ein.

Denn seit 30 Jahren engagiert sich der Rödelheimer Crocodile Dundee für die urtümlichen Reptilien, sei es als Privathalter, als Pfleger im Frankfurter Zoo oder als Regionalleiter der Crocodile Specialist Group der Weltnaturschutzunion (IUCN), dem größten internationalen Umweltnetz.

Mit einer kleinen Eidechse, die er als Kind bekam, wurde sein Interesse für Reptilien geweckt. Mit den Jahren ist mit seinem „Hobby“ auch die Kompetenz gewachsen. Mittlerweile erforscht der 54-Jährige seit fast 40 Jahren das Verhalten und den Lebensraum von Krokodilen: „In ihrem Verhalten unterscheiden sie sich von den anderen Reptilien, sie betreiben Brutpflege und sind vielfältiger.“ Zusammen mit dem Biologen und Reptilienexperten Ludwig Trutnau stellte er jetzt ein umfangreiches Lehrbuch zusammen. Sieben Jahre recherchierten die Reptilienkenner für dieses Buch und reisten um die ganze Welt.

Herausgekommen ist ein umfangreiches Nachschlagewerk mit mehr als 200 Seiten und 600 Bildern. Für die Realisierung des Projektes setzte Sommerlad Leib und Leben ein. Denn nicht selten kam er den Tieren dabei näher als ihm manchmal lieb gewesen wäre: „Als ich für die Fotos in den Mangroven-Sümpfen watete, bemerkte ich – zum Glück noch rechtzeitig –, dass ich von zwei bis drei Salzwasserkrokodilen umgeben bin.“ Die fünf bis sechs Meter langen Tiere, die von den Australiern auch liebevoll Salties genannt werden, gehören zu den besonders gefährlichen Vertretern ihrer Art.

Laut BBC-Angaben starben in den vergangenen 20 Jahren ein Dutzend Menschen nach Salzwasserkrokodil-Attacken. Sommerlad weist allerdings darauf hin, dass Krokodil-Angriffe meistens hausgemacht sind, denn es seien die Menschen, die in die Lebensräume der Tiere eindrängen und nicht umgekehrt: „Aufgrund der Zerstörung der natürlichen Lebensräume sind sieben von 24 Krokodil-Arten akut vom Aussterben bedroht.“

Der Rödelheimer setzt sich derzeit für den Sunda-Gavial ein. Diese in Sumatra- und Borneosümpfen beheimatete Art ist vom Aussterben bedroht. Damit die Tiere zukünftig nicht nur in Zoos und Farmen zu sehen sind, reist er für eine Charity Aktion bereits Februar nach Miami und im Mai nach Borneo. Und nebenbei überarbeitet er übrigens sein Buch über Krokodile für die zweite Auflage der amerikanischen Fassung.

Ludwig Trutnau / Ralf Sommerlad: Krokodile – Biologie und Haltung, ISBN: 3-930612-97-6, 98 Euro.

         http://www.rhein-main.net/sixcms/list.php?page=fnp2_news_article&id=3449404


DIE WELT (Berlin, Germany) 24 January 07  Mozart mit Dauer-Erektion - Möglicherweise Amputation nötig:  Seit sechs Tagen leidet der Leguan eines belgischen Zoos unter einer Erektion, jetzt droht sogar eine Amputation. Doch das Tier mit dem Namen "Mozart" könnte selbst dann noch Nachkommen zeugen. Er hat uns Menschen nämlich eines voraus.

Brüssel:  Einem Leguan eines belgischen Zoos muss möglicherweise der Penis amputiert werden, weil er seit sechs Tagen an einer Dauererektion leidet. Das Glied der Echse mit dem Namen Mozart sei seit der Paarung mit einer Artgenossin steif, sagte die Sprecherin des Aquatopia-Zoos in Antwerpen, Enid Balemans.

„Er hat am Donnerstag einen Termin beim Tierarzt.“ Die Experten würden noch andere Behandlungsmethoden als den radikalen Schnitt in Betracht ziehen. Doch selbst wenn eine Amputation nötig sein sollte, könnte sich Mozart weiter fortpflanzen. Männliche Leguane hätten nämlich zwei Penisse, erklärte Balemans.

Das Tier sehe auch nicht verzweifelt aus. „Aber ich kann mir vorstellen, dass es als Mann wehtut, Mozart so zu sehen.“

          http://www.welt.de/data/2007/01/24/1187397.html


RHEINPFALZ.DE (Ludwigshafen, Germany) 18 January 07  Drei Tote durch Schlangenbisse bei Dürre in Australien

          (AFP)  Neben Buschbränden bringt die extreme Dürre im Süden Australiens den Menschen eine weitere Plage: Giftige Schlangen flüchten auf der Suche nach Feuchtigkeit in die Städte, wie der Gesundheitsminister des Bundesstaates Victoria, Bronwyn Pike, am Donnerstag warnte. Nach Behördenangaben kamen bereits drei Menschen durch Schlangenbisse ums Leben. In allen Fällen handelte es sich um Bisse der Gewöhnlichen Braunschlange, einer der giftigsten Schlangen der Welt. Pike rief die Bürger auf, sich den Reptilien auf keinen Fall zu nähern. "Und wenn Sie doch leider gebissen werden, suchen Sie umgehend medizinische Hilfe", mahnte der Minister. Einem Giftexperten zufolge gibt es in Australien derzeit mehr Schlangenbisse als üblich.

          http://www.rheinpfalz.de/perl/cms/cms.pl?cmd=showMsg&tpl=ronMsg.html&path=/ron/welt&id=NEWSTICKER070118082043.getxwb0v


FRANKFURTER RUNDSCHAU (Germany) 12 January 07  Die Wärme schadet den Fröschen - BUND: Vorzeitige Balz könnte zu früherem Laichen führen, bei späterem Frost stirbt der Amphibiennachwuchs (Anton J. Seib)

Hochtaunuskreis:  Als Max S. aus Seulberg am Mittwochabend in seinem Garten stand, drang plötzlich ein leises Knurren an sein Ohr. Es war kein Hund, wie der Seulberger bei näherem Nachforschen feststellte. In seinem Gartenteich hatte sich ein Grasfrosch eingefunden. Und der ist derzeit auf der Suche nach einem Weibchen, wie der knurrende Balzlaut verrät - allerdings zweieinhalb Monate zu früh. Temperaturen bis 15 Grad Celsius in den vergangenen Tagen haben das Amphibientier aus seiner Winterruhe vertrieben und Frühlingsgefühle geweckt.

"Das ist genau das, was wir befürchtet haben", sagt Georg Kraft, Vorsitzender des Bundes für Umwelt und Naturschutz (BUND) in Friedrichsdorf, der sich seit Jahren um die Frosch- und Krötenpopulation kümmert. Das viel zu Frühe Ende des Winterschlafs und die vorzeitige Balz können fatale Folgen haben. "Wenn die Weibchen jetzt ablaichen und die Teiche frieren zu, kann das den Tod des Laichs bedeuten", erläutert Kraft. "Das kann zum Zusammenbruch der Population führen." Normalerweise graben sich die Amphibien mit Beginn der Kälteperiode in feuchte Wiesen ein. Sobald eine kritische Temperatur, die von Art zu Art schwankt, erreicht ist, wird das Tier unbeweglich, seine Körperfunktionen werden auf ein Minimum beschränkt.

Die Tiere fallen also in eine Art Winterschlaf. Kraft: "Aus dem erwachen sie erst wieder mit beginnendem Frühling, je nach Witterung Ende Februar, Anfang April." Dann balzen die Männchen knurrend um Partnerinnen. Die nehmen ihre Gatten huckepack und wandern zu den Laichgründen. Dort paaren sich die Tiere, das Weibchen legt den Laich im Wasser ab.

In Friedrichsdorf betreut der BUND mehrere Laichgewässer, unter anderem im Spießwald, an der Niederweid und an der Talmühle. "Wir sammeln pro Standort im Jahr etwa 100 junge Kröten ein", so Kraft. Die Population sei in den vergangenen Jahren indes zurückgegangen.

Nicht nur die heimischen Amphibien werden durch den Klimawandel irritiert. Auch die Zugvögel verändern angesichts warmer Winter ihr Verhalten. Das hat der Oberurseler Naturschützer Richard Mohr beobachtet. Es habe auch früher schon Störche oder Graureiher gegeben, denen der Zugtrieb fehlte. Mohr: "Die sind aber hier im Winter nicht durchgekommen."

Das hat sich in den vergangenen Jahren geändert. Vor allem ältere Störche zieht es häufig nicht mehr in den Süden. Sie können sich dank der milden Winter genügend Futter beschaffen und so überleben. Mohr: "Die Tiere passen sich mit Hilfe kleiner Mutationen der neuen Situation an."

Weniger Auswirkungen hat der Klimawandel auf heimische Tierarten, etwa Fledermäuse oder Siebenschläfer, die im Schlaf überwintern. Denn ihr Winterschlaf wird zumeist nicht durch Wärme oder Kälte der Außentemperaturen reguliert. "Entscheidend ist die Tageslänge und die innere Uhr der Tiere", erläutert Naturschützer Mohr. Das gilt auch für das Wildtier des Jahres 2004, den Siebenschläfer, der seinen Namen durchaus zurecht trägt.

Die etwa 15 Zentimeter großen mausähnlichen Tiere aus der Familie der Bilche fressen sich im Herbst ein dickes Fettpolster an. Dann rollen sie sich zumeist in Baumhöhlen zusammen und schlafen tief und fest - von Anfang Oktober bis Anfang Mai, also sieben Monate lang. (Anton J. Seib)

          http://www.fr-online.de/frankfurt_und_hessen/lokalnachrichten/bad_homburg/?em_cnt=1048947


WISSENSCHAFT (Leinfelden-Echterdingen, Germany) 09 January 07  Was Seeschlangen trinken - Auch die Meerestiere sind für ihren Wasserhaushalt auf Süßwasser angewiesen

Auch die in den Ozeanen beheimateten Seeschlangen können ihren Durst nur mit Süßwasser stillen. Haben sie dagegen ausschließlich Salzwasser zur Verfügung, gehen sie auf Dauer ein, haben amerikanische Biologen entdeckt. Das erklärt auch die örtliche Verteilung der Meeresreptilien, denn diese kommen hauptsächlich entlang von Küsten mit Süßwasserquellen oder in Gebieten mit viel Regen vor. Bisher hatten Wissenschaftler geglaubt, dass die Schlangen das Meerwasser effektiv entsalzen können und daher nicht von Süßwasser abhängig sind.

Bei Wirbeltieren ist die Niere für einen ausgeglichenen Wasserhaushalt zuständig. So sorgt sie etwa dafür, dass bei Flüssigkeitsmangel nicht zu viel Wasser ausgeschieden wird, indem sie den Urin aufkonzentriert und so Wasser zurückhält. Viele Meerestiere verfügen außerdem über zusätzliche Mechanismen, um das überschüssige Salz aus dem Meerwasser wieder loszuwerden. Bei Seeschlangen ist dafür die so genannte Salzdrüse unter der Zunge verantwortlich.

Die scheint aber nicht auszureichen, vermutete der US-Forscher Harvey Lillywhite, als seine Seeschlangen im Labor einfach nicht in Salzwasser gedeihen wollten. In Süßwasser fühlten sich die Tiere dagegen wohl – für den Biologen Grund genug, auch andere Seeschlangenarten auf ihre Trinkgewohnheiten zu überprüfen. In den Küstengewässern Taiwans sammelten er und seine Kollegen drei verschiedene Arten der Gattung Laticauda, der so genannten Plattschwanz-Seeschlangen. Im Labor mussten die Schlangen dann so lange Zeit in Salzwasser verbringen, bis sie dehydriert waren. Daraufhin siedelten die Forscher die Schlangen in Behälter mit unterschiedlichen Salzwasserkonzentrationen um. Trotz des Flüssigkeitsmangels tranken die Tiere nur Süßwasser oder mit Süßwasser verdünntes Meerwasser, das maximal ein Viertel des ursprünglichen Salzgehalts hatte. Wasser mit einem Salzgehalt von 50 oder mehr Prozent des unverdünnten Meerwassers verschmähten sie dagegen.

In einem weiteren Experiment ließen die Forscher die Schlangen in Salzwasser zehn Tage lang hungern. Die Tiere, die alle zwei Tage für eine Stunde Zugang zu Süßwasser hatten, verloren durch diese Prozedur weniger Gewicht als ihre Artgenossen, die die ganze Zeit in Salzwasser verbracht hatten. Zumindest die untersuchten Schlangenarten sind also auf Süßwasser angewiesen, berichten die Forscher. Das gelte wahrscheinlich jedoch auch für andere Arten. An Süßwasser zu kommen, ist wohl auch auf dem offenen Meer kein allzu großes Problem, wenn es genug regnet: Das Regenwasser bildet unter ruhigen Bedingungen eine dünne Süßwasserschicht auf dem Meerwasser, was für die Schlangen vollkommen ausreicht, um ihren Flüssigkeitsbedarf zu decken.

          http://www.wissenschaft.de/wissen/news/273553.html


WIESBADENER KURIER (Germany) 04 January 07  In Tümpeln sollen sich Kröten tummeln - Naturschutzhaus will zwei Laichgewässer für Amphibien in Hausen anlegen (Barbara Dietel)

Hausen:  Der Verein Naturschutzhaus will im Naturschutzgebiet Finkenwiese zwei Laichgewässer für Amphibien anlegen. Mit der Schule oder Kindergärten soll das Projekt realisiert werden.

Es gibt sie noch: Grasfrosch, Erdkröte oder Kaulquappe, allerdings bleiben die Tiere oft unter sich. Unüberwindbar sind teilweise die Entfernungen der noch vorhandenen Gewässer, hat der Verein Naturschutzhaus festgestellt, als er 1996 die Amphibiengewässer in Wiesbaden und dem Rheingau-Taunus-Kreis kartierte. Viele Amphibientümpel seien in den letzten 30 Jahren durch die Intensivierung der Landwirtschaft, aber auch den Straßenbau weggefallen, so Richard Abt vom Naturschutzhaus. Auch in Hausen fehlt es an Laichgewässern.

Das will der Verein nun ändern, nachdem bereits in Heidenrod, Auringen, Frauenstein und Kloppenheim etwas für die Amphibien getan wurde. Nachdem der Gemeindevorstand sein Einverständnis für die Anlage von zwei Amphibienlaichgewässern auf einer gemeindeeigenen Fläche zwischen Hausen und Fischbach gab, sucht der Verein nach den Ferien den Kontakt zur Schule und zu Kindergärten, um das Projekt zu realisieren. Statt Baggern sollen die Kinder anrücken, um die kleinen Feuchtgebiete anzulegen. "Die kriegen eine Schippe in die Hand und dann geht´s los", erklärt Abt. Den Kleinen mache es erfahrungsgemäß nicht nur großen Spaß im Schlamm zu stehen, sie hätten auch Freude daran, wenn sich Monate später Grasfrösche und Molche in den Teichen mit sechs bis acht Quadratmeter Wasserfläche tummelten.

Mindestens einen Meter tief müssen die Helfer in die feuchte Wiese nicht weit entfernt vom Teich des Kulturlandschaftsvereins graben, dann halte das Amphibienlaichgewässer zehn bis zwölf Jahre, erklärt Abt. Bis zur Laichzeit im März ist die Zeit allerdings sehr knapp. Abt denkt deshalb daran, dass er im Rahmen einer Projektwoche mit den Kindern erst einmal dokumentiert wie die Lage jetzt ist. Die Laichgewässer könnten dann im Herbst angelegt werden.

Informationen bei Richard Abt, Telefon 0611/261656,

          http://www.wiesbadener-kurier.de/region/objekt.php3?artikel_id=2662094


2006

HESSISCHE/NIEDERSÄCHSISCHE ALLGEMEINE (Kassel, Germany) 29 December 06  Kobra nicht ins Haus - Land will Haltung von exotischen Tieren einschränken (Peter Klebe)

Wiesbaden. Das Land Hessen sagt der oft nicht artgerechten Haltung von exotischen Tieren wie Giftschlangen, Spinnen, Echsen oder Raubkatzen den Kampf an. Manche Käufer solcher Tiere haben nach Einschätzung der Staatssekretäre Oda Scheibelhuber und Karl-Winfried Seif (beide CDU) nicht die Erfahrung, solche Tiere artgerecht zu halten. Viele folgten einfach dem Modetrend, Exoten zu kaufen, ohne sich näher zu informieren, wie sie gehalten werden müssen und welche Gefahr von ihnen ausgehen kann.

Zwar ist es in Zoohandlungen schwer, solche Tiere zu bekommen (siehe Hintergrund), der Handel im Internet boomt jedoch. Dort gebe es häufig zweifelhafte Anbieter, die ausschließlich daran interessiert seien, viel Geld zu verdienen. Die Folge sei, dass viele Exoten unter oft schlechten Bedingungen vegetieren müssten.

Das Innenministerium will nun mit einem Gesetz verbieten, "gefährliche Tiere wild lebender Art" zu halten. Darunter fallen Tiere, deren Gift schwere Schmerzzustände und Lähmungen der Atemwege hervorrufen könnten. Auf einer Liste sollen die Arten konkret aufgeführt werden. Außerdem müssen alle als gefährlich geltenden Tiere angemeldet werden, wenn das Gesetz in Kraft ist. Wer exotische Tiere hält und entsprechend sachkundig ist, soll sie behalten dürfen. Verboten werden soll aber, sie zu züchten oder neu zu kaufen.

Nicht verbieten kann das Land den Import. Dies ist Bundessache. Daher will Hessen eine Bundesratsinitiative einbringen, bundesweit die Einfuhr gefährlicher Tiere zu stoppen.

Auf Kritik stoßen die Pläne bei vielen Reptilienfreunden. Die Interessengemeinschaft Exoten-Hessen fürchtet, dass es durch ein generelles Verbot einen Schwarzmarkt für exotische Tiere geben werde, der kaum noch zu kontrollieren sei. Gefahren würden dadurch nicht abgewehrt. Außerdem unterstelle die Landesregierung Haltern von giftigen Tieren pauschal, überfordert zu sein. Dies sei eine völlig unakzeptable Diskriminierung. Viele hätten ein großes Fachwissen und Verantwortungsgefühl. Sinnvoll sei es jedoch, die Tiere zu registrieren und ihre Haltung auch zu überprüfen.

          http://www.hna.de/hessenticker2/00_20061227172955_Kobra_nicht_ins_Haus.html


FOCUS (München, Germany) 29 December 06  Schlangen als Frühwarnsystem - Schlangen spüren Erdbeben schon Tage im Voraus

Chinesische Forscher haben eine neue Methode entwickelt, um Erdbeben vorherzusagen – sie beobachten per Webcams das Verhalten von Schlangen.

Zur Vorhersage von Erdbeben will China künftig natürliche Instinkte von Schlangen nutzen: Die Erdbebenwarte in der Stadt Nanning entwickelt einem Bericht der „China Daily“ zufolge ein System, mit dem die Reptilien in Schlangenfarmen per Internetkamera rund um die Uhr beobachtet werden.   

Schlangen spürten drei bis fünf Tage im Voraus und auf eine Entfernung von bis zu 120 Kilometern, wenn ein Erdbeben drohe, sagt Jiang Weisong, Direktor der Erdbebenwarte in Nanning. Dann verhielten sich die Tiere sehr merkwürdig. Bei schweren Erdbeben würden sie bei ihren Fluchtversuchen sogar wie in Panik mit dem Kopf gegen Wände stoßen.

„Von allen Kreaturen auf der Erde sind Schlangen wahrscheinlich die, die am sensibelsten auf Erdbeben reagieren“, berichtet der Wissenschaftler. Sie kämen beispielsweise trotz Winterkälte aus ihren Nestern, wenn sie Erdstöße spürten.

Jiang ist überzeugt, dass das Frühwarnsystem auch in anderen Teilen des Landes zum Einsatz kommen wird, damit die Vorhersagen von Erdbeben präziser werden. In China kommt es immer wieder zu Erdbeben. 1976 starben rund 250 000 Menschen, als die Stadt Tangshan von einem Beben verwüstet wurde.

          http://www.focus.de/wissen/wissenschaft/natur/erdbeben_nid_41782.html


BUNDESPOLIZEIINSPEKTION DÜSSELDORF (Germany) 29 December 06  Getrocknete Reptilien gefunden. Asia-Snack im Zug gefunden.

Düsseldorf (ots) - Mit einer nicht alltäglichen Fundsache musste sich die Bundespolizei am Düsseldorfer Hbf am gestrigen Tage beschäftigen.

Mitarbeiter der DB AG hatten in einer S-Bahn eine Plastiktüte gefunden in der sich  sechs getrocknete Reptilien befanden. Bei den etwa 30 cm langen Tieren handelt es sich um eine Eidechsenart.

Da der Verdacht eines Verstoßes gegen das Artenschutzgesetz bestand, wurde der Aqua - Zoo Düsseldorf um Unterstützung bei der genauen Artenbestimmung gebeten. Die Fachleute gaben Entwarnung und identifizierten die Fundsache als Tokehs, eine Geckoart aus Südostasien, die keiner besonderen Einfuhrbeschränkung unterliegt.  Bekannt sei, dass diese Reptilien in Fernost bei der Speisezubereitung verwendet werden.

Die asiatische Spezialität wurde der Fundstelle der Deutschen Bahn am Düsseldorfer Hbf übergeben.

          http://www.presseportal.de/polizeipresse/p_story.htx?nr=920588


ZISCH ZENTRALSCHWEIZ (Luzern, Switzerland) 19 December 06  Papiliorama in Kerzers mit 40 Anacondas zu Weihnachten

Kerzers:  Kurz vor Weihnachten kann sich das Tropenhaus Papiliorama in Kerzers FR über Riesenanaconda-Nachwuchs freuen. Vor wenigen Tagen erblickten 40 Jungtiere das Licht der Welt.

Die jungen Riesenanacondas sind rund 70 Zentimeter lang. Bis sie die Gardemasse ihrer Mutter von sechs Metern Länge und 80 Kilogramm Gewicht erreichen, müssen sie also noch kräftig zulegen.

Das Muttertier lebt seit 1998 im Tropenhaus, wie die Papiliorama-Leitung mitteilte. Die Riesenanaconda hatte erstmals vor zwei Jahren Junge - auch damals genau deren 40.

Nachwuchs bei Riesenanacondas ist in europäischen Zoos und Tierparks relativ selten. In der Schweiz sind drei Fälle bekannt.

Die Anaconda stammt ursprünglich aus Südamerika. Derzeit ist sie dort keine bedrohte Tierart mehr. Trotzdem werden die ausgewachsenen Tiere aus Angst und Aberglaube getötet. Sie sind auch begehrte Jagdtrophäen.

          http://www.zisch.ch/navigation/top_main_nav/NEWS/Boulevard/detail.htm?client_request_contentOID=213849


DER SPIEGEL (Hamburg, Germany) 18 December 06  Würgeschlangen im Paradies - Eingeschleppte Pythons vermehren sich in Florida und fressen sich durch die einzigartige Fauna. Mit einer List wollen Biologen nun die Plage eindämmen. (Jörg Blech)

Viele zieht es nach Florida. In den vergangenen 15 Jahren ist die Bevölkerung um knapp 40 Prozent gestiegen - eine der höchsten Zuwanderungsraten aller US-Bundesstaaten.

Doch nicht nur Menschen kommen in Massen hierher. Auch Riesenschlangen haben die Sonnenseiten Floridas entdeckt. Womöglich zu Tausenden schlängeln sich Dunkle Tigerpythons - sie können mehr als sieben Meter lang werden - hier durchs Gestrüpp. In Vororten Miamis verspeisen sie Katzen und Truthähne, in den Everglades liefern sie Alligatoren brutale Kämpfe.

"Python molurus bivittatus", so der wissenschaftliche Name, ist eigentlich in Südostasien beheimatet. Doch als Haustier wird er in die ganze Welt und damit auch nach Florida verschickt. Hier sind Babyschlangen schon für 20 Dollar zu kaufen. Anfangs nur 50 Zentimeter lang, werden sie binnen eines Jahres knapp zwei Meter lang. Bald kann mancher Halter gar nicht mehr so viele (lebendige) Kaninchen heranschaffen, wie sein Tigerpython verschlingt - und setzt den Nimmersatt einfach aus.

Vor 20 Jahren tauchten die ersten der Giganten in den Everglades auf, jenen tropischen Sümpfen im Süden Floridas. "Es waren jedoch immer nur wenige Exemplare", sagt Skip Snow, Biologe des Everglades National Park. Jetzt aber gibt es Hinweise auf eine regelrechte Invasion: Voriges Jahr haben Snow und die Parkranger bereits 95 der exotischen Schlangen entdeckt, in diesem Jahr waren es 150.

Dies dürften nur die wenigen gesichteten Vertreter eines noch weitaus zahlreicheren Schlangenvolks sein, das inzwischen den ganzen Nationalpark und andere Teile Floridas besiedelt. Unlängst haben Skip Snow und seine Kollegen ganz junge Pythons in den Sümpfen ausgemacht. Damit ist klar: Die Riesenschlangen zeugen inzwischen auch Nachwuchs.

Es ist nicht die erste exotische Art, die von Menschen nach Florida verschleppt wurde und jetzt in freier Wildbahn gedeiht. Das warme Klima des Touristenparadieses bietet entflohenen oder freigelassenen Amphibien, Reptilien und Fischen vorzügliche Bedingungen. In einem Park südlich von Miami zum Beispiel vermehren sich Abgottschlangen ("Boa constrictor"). Ihr Revier ist allerdings von Stadtvierteln und dem Atlantik umgeben, so dass sie vorerst nicht entweichen können.

Die Dunklen Tigerpythons dagegen futtern sich kreuz und quer durch Florida. Sie sind viel größer und verfressener als die 45 alteingesessenen Schlangenarten. Sie wickeln sich blitzschnell um ihre Beute, würgen sie zu Tode und verschlingen sie mit Haut, Haaren und Federn. Die Pythons jagen auf dem Boden, im Wasser und im Geäst der Sumpfzypressen - eine völlig neue Bedrohung der einzigartigen Tierwelt Floridas.

Der Biologe Snow hat die Bäuche gefangener Pythons aufgeschnitten und darin Überreste von Reihern, Rotluchsen, Waschbären, Beutelratten, Bindentauchern, Schneesichlern und Rallenkranichen gefunden. Selbst an Alligatoren wagen sich die Viecher heran. Allerdings sind ihre Augen manchmal größer als der Magen: Bei dem Versuch, einen knapp zwei Meter langen Alligator herunterzuwürgen, platzte einem vier Meter langen Python der Wanst. Keiner von beiden hat überlebt.

Auch Einwohner und Besucher Floridas können vor den Riesenschlangen nicht sicher sein. "Menschen gehören zwar nicht zu ihren natürlichen Beutetieren", sagt Snow. "Aber Tigerpythons sind durchaus in der Lage, einen Menschen zu töten." Tatsächlich wurden bereits einige Halter vom eigenen Schützling erwürgt. Trotzdem kann sich jedermann in Florida eine Würgeschlange kaufen, ohne sich ausweisen zu müssen. Niemand kann wissen, was der Käufer mit dem Tier anstellt.

Aufgeschreckt durch den Python-Einfall erwägen Politiker nun, den Handel mit ihnen einzuschränken. Zudem wollen sie an einem "Tag der Amnestie" überdrüssigen Haltern die Möglichkeit geben, ihre Pythons staatlichen Stellen zur Entsorgung zu überlassen.

Das Problem mit den wildlebenden Exemplaren ist so indes nicht zu lösen. Die Tiere einfach einsammeln geht auch nicht: Die Sümpfe sind viel zu weitläufig und die gelbbraun gemusterten Würgeschlangen zudem hervorragend getarnt. "Selbst wer direkt daneben steht", berichtet Snow, "kann sie kaum erkennen." Wenn es ihm einmal gelang, eine der Schlangen zu fangen, dann oft nur, weil es sich weithin sichtbar auf der Straße gesonnt hatte.

Das Projekt, eine Python-Falle zu entwickeln, ist aus Geld- und Personalmangel noch nicht vorangekommen. Versuche, einen Spürhund auf die Schlangen abzurichten, blieben ebenfalls ohne Erfolg.

Gegenwärtig verfolgt Snow die Idee, weibliche Pythons gleichsam als Lockvögel in die Freiheit zu entlassen. Vier Weibchen waren vergangene Woche bereits in den Everglades unterwegs, unter der Haut winzige implantierte Funksender. In der bald anbrechenden Paarungszeit, so die Hoffnung, werden sie die Ranger zu den versteckten Balzplätzen der Pythons führen.

         http://www.spiegel.de/spiegel/0,1518,455126,00.html


RHEINISCHE POST (Düsseldorf, Germany) 18 December 06  Schlangenbesitzer von eigener Boa erwürgt

Cincinnati/USA (RPO). Ein Tierhalter in den USA ist von seiner eigenen Riesenschlange erwürgt worden. Die knapp vier Meter lange Boa Constrictor war noch um den Hals seines Besitzers gewickelt, als die Polizei am Unglücksort eintraf. Vorerst wurde die Schlange am Leben gelassen.

         Ein Bekannter hatte den 48-jährigen Schlangenbesitzer am Samstag tot im Käfig des Tieres vorgefunden und die Polizei gerufen.  Die Schlange wurde in ein Tierheim gebracht. Über ihr weiteres Schicksal ist noch nicht entschieden.

http://www.rp-online.de/public/article/aktuelles/panorama/ausland/388103


FRANKFURTER RUNDSCHAU (Germany) 13 December 06  Gegen die Kobra im Schuhkarton - Verbot privater Haltung von gefährlichen Reptilien in Hessen geplant (Katja Rietze)

Wiesbaden:  Als die Feuerwehr die Wohnungstür aufbricht, um einen Brand zu löschen, gibt es eine Überraschung: 85 Schlangen haben in der Wohnung ihr Heim, 16 davon sind giftig. Durch den Brand sind einige der Tiere aus ihren Terrarien entkommen und haben sich durch die Rohre im ganzen Mehrfamilienhaus verteilt. Es ist nicht der einzige Fall, in dem Menschen unvermutet auf giftige Tiere treffen. "In Gießen haben Polizisten in einer verlassenen Wohnung über 30 Giftschlangen in einem ungesicherten Terrarium gefunden. Einige von ihnen waren schon tot", sagt die Tierschutzbeauftragte der hessischen Landesregierung, Madeleine Martin.

Dass gefährliche Tiere nicht gesichert und artgerecht gehalten werden, häufe sich in Zeiten des Internethandels, so Martin. Übers Netz könne sich jeder Kobras oder Mambas bestellen und nach Hause liefern lassen. Ob der Halter weiß, wie er mit den Reptilien umgehen und sie halten muss, spiele keine Rolle. In Kartons versendete Kobras seien auch schon vorgekommen. Deshalb hat sich Martin in den hessischen Veterinärämtern umgehört. "Man kann kaum glauben, welche Tiere in hessischen Wohnungen so gehalten werden - und unter welchen Bedingungen." Etwa Krokodile, Wölfe, Bären und vor allem Schlangen.

Um Tiere wie Menschen zu schützen, plant das Innenministerium ein Gesetz, das die Haltung von "gefährlichen Tieren wild lebender Art" verbieten soll. Das sind Tiere, deren Gift "schwere Schmerzzustände" oder "systemische Erkrankungen", wie die Lähmung der Atemwege, verursachen. Darunter können Schlangen, Spinnen, Skorpione, Großkatzen und Krokodile fallen. Tödlich müssen sie nicht sein. Es soll eine Liste geben, auf der die Arten und Gattungen aufgeführt sind. Das Verbot soll im Hessischen Gesetz über die öffentliche Sicherheit und Ordnung (HSOG) verordnet werden. Durch das Gesetz sollen zudem alle Besitzer der als gefährlich geltenden Tiere gezwungen werden, ihre Tiere zu melden. "Wenn die Besitzer sachkundig und zuverlässig sind, dürfen sie ihre Tiere vorerst behalten. Nachzuchten und Neukäufe sind aber verboten", erklärt die Tierschutzbeauftragte. Wie genau die Besitzer ihr Wissen nachweisen sollen, sei jedoch noch nicht vollends geklärt.

Bei Reptilienfreunden stößt das Vorhaben der Regierung auf wenig Gegenliebe. "Diejenigen, die kein Fachwissen haben und sich mit Giftschlangen nur profilieren wollen, wird man auch mit so einem Gesetz nicht davon abhalten", sagt Andreas Hohmeister aus Eppstein. Zusammen mit anderen Terrarianern hat er die Interessengemeinschaft Exoten-Hessen gegründet, um den giftigen Tieren im Land eine Lobby zu verschaffen. Die IG hält ein Verbot für unbegründet, weil es kaum zu gefährlichen Zwischenfällen mit Gifttieren komme. Die Interessengemeinschaft spricht sich aber für eine Verordnung aus, wie es sie für Kampfhundbesitzer gibt: Eine Meldepflicht für alle giftigen oder gefährlichen Tiere, eine Sachkundeprüfung für Halter und regelmäßige Kontrollen der Anlagen durch die Behörden - "einen Schlangenführerschein".

Auch Christian Schmidt, Direktor des Frankfurter Zoos, und Vaclav-Peter Sebek, Leiter des Veterinärdezernats des Regierungspräsidiums Darmstadt, sprechen sich gegen ein generelles Verbot und für einen "Führerschein" aus. Beide Institutionen bringen geschmuggelte und vom Zoll aufgegriffene Tiere regelmäßig bei zuverlässigen Terrarianern unter. "Die Leute, die sich schon seit Jahren als Hobby mit Gifttieren beschäftigen, kennen sich oft viel besser damit aus als Zoologen", begründet Sebek.

         http://www.fr-online.de/frankfurt_und_hessen/lokalnachrichten/aktuell/?em_cnt=1031511


VLOTHOER ANZEIGER (Germany) 14 December 06  Handzahm und ganz schön neugierig - Doreen Ludwig und Stev Schwier betreuen 16 kleine Halsbandleguane / Heimchen mit Vitaminen (Michaela Berbalk)

Vlotho-Uffeln (va):  Cosmo und Vanda verstanden sich auf Anhieb prächtig. Kaum hatten sie im Sommer gemeinsam das Terrarium bezogen, gab es auch schon Nachwuchs bei den beiden Halsbandleguanen.

Doreen Ludwig und Stev Schwier staunten nicht schlecht: 16 kleine Leguane schlüpften aus den Eiern. Während sich Mama und Papa (beide drei Jahre alt) derzeit zum Winterschlaf vergraben haben, kümmern sich Doreen und Stev um die rund 15 Zentimeter langen Reptilien. Zwischen den Felsaufbauten und Wurzeln klettern sie herum, laufen im Sand oder sonnen sich auf den Steinen unter der Wärmelampe. "Den da haben wir Forrest genannt, weil er immer so rennt", erzählt Doreen und zeigt auf den grünen Flitzer.

Ihre 16 Lieblinge sind handzahm, krabbeln schnell auf die Schulter und schauen neugierig Besucher an, die auf dem Boden vor dem Terrarium hocken. Der erste Nachwuchs ist drei Monate alt, der zweite Schwung wurde vor drei Wochen geboren. "Den Weibchen sieht man sehr schnell an, dass sie schwanger sind. Der Hals färbt sich wie bei den Männchen orange", erklärt Doreen. Die Eier müssen in einen Inkubator, damit die Eltern nichts mit ihnen anstellen können. Leguane haben ihre Kinder zum Fressen gern. Daher werden die Jungen getrennt von den Erwachsenen aufgezogen.

"Halsbandleguane sind recht aktiv", weiß Stev. Und sie haben einen gesegneten Appetit. Pro Woche werden 64 lebende Heimchen verspeist, die vorher mit Vitamin-Pulver bestreut werden. Wittern die Kleinen die lebende Delikatesse, erwacht ihr Jagdtrieb. Da werden die Heimchen nicht aus dem Auge gelassen, im Sprung packen die "Minis" zu.

Doreen und Stev finden ihre "Lieblinge" einfach klasse und kommen mit ihren exotischen Tieren gut klar. "An sich sind sie sehr pflegeleicht. Und uns gefällt es, wie handzahm sie sind", erklären sie ihre Leidenschaft für die kleinen Reptilien. Dennoch müsse man einige Punkte bei der Haltung beachten. "Leguane sind nicht gerne allein. Daher sollte man wenigstens ein Paar halten. Falls man keinen Nachwuchs wünscht, ließen sich zwei Weibchen einfacher halten. "Männchen käbbeln sich schnell", sagt Stev. Mindestens ein 1,20 Meter langes Terrarium benötigt ein Pärchen. Ein erwachsener Leguan wird bis zu 35 Zentimeter lang. Das Terrarium wird mit Sand ausgestreut und sollte eine Temperatur zwischen 35 bis 45 Grad haben. Genügend Rückzugsmöglichkeiten müssen eingeplant werden. Ein Schälchen mit Wasser sollte immer aufgestellt sein, auch wenn Leguane nicht ganz soviel trinken. Bei Krankheiten muss ein spezieller Tierarzt aufgesucht werden, jeden Tag wird der Kot entfernt. Werden die Leguane größer, fressen sie auch Grashüpfer und Heuschrecken. Leguane könnten das Jahr über im Terrarium bleiben, im Winter halten sie an einem kühlen Ort Winterschlaf. "Wir legen sie dann in einen separaten Kühlschrank im Keller", sagt Stev Schwier.

Die Mediengestalterin und der Vertriebsmitarbeiter finden, dass ihre Leguane ideale Haustiere sind. Beide sind beruflich sehr eingespannt und haben nicht genügend Zeit, um beispielsweise regelmäßig mit einem Hund Gassi zu gehen. "Allerdings muss man sich im Klaren sein, dass Leguane keine Kuscheltiere sind", wirft er ein. Mit Hilfe von Fachbüchern und in Gesprächen mit Experten haben sie sich alles über Leguane angeeignet. "Wichtig ist, dass das Terrarium fertig eingerichtet ist, wenn die Leguane einziehen", betonen die beiden.

Doreen und Stev überlegen, noch ein Weibchen anzuschaffen. "Damit Vanda ein wenig Entlastung bekommt", gibt er zu bedenken. Denn Cosmo ist so verliebt, dass er selbst von seiner schwangeren Gefährtin nur ungern die Finger ließ. Für den Nachwuchs suchen sie jetzt ein geeignetes Zuhause.

         http://www.vlothoer-anzeiger.de/va/lokales/vlotho/?sid=70e358272f31245d3a2748d0f2ea74ae&cnt=1215657


DER SPIEGEL (Hamburg, Germany) 13 December 06  Zwei-Meter-Schlange verstopft Toilette

Sydney:  Ein zur Hilfe gerufener australischer Wildhüter musste sich als Klempner betätigen. Er wurde zu dem betroffenen Haus gerufen, weil dort eine zwei Meter lange Schlange die Toilette verstopfte. "Als ich ankam, guckte der Python-Kopf aus der Toilettenschüssel", berichtete der Wildhüter Peter Phillips.

Er musste die Schlange aus der Faulgrube herausholen, weil sie schon zu dick geworden war, um sie einfach aus den Rohren der Toilette zu ziehen, wie Phillips berichtete. Der vor allem in der Nacht aktive Python habe sich offensichtlich in der Grube sehr wohl gefühlt und sie als Wohnung benutzt, um nachts dann Frösche zu jagen, erklärte Phillips. "Er war so dick und gesund, dass es offenbar ein toller Ort für ihn war." Die Schlange soll wieder in die freie Wildbahn entlassen werden.

         http://www.spiegel.de/panorama/0,1518,454171,00.html


DIE WELT (Berlin, Germany) 13 December 06  Wenn sich im heimischen Terrarium die Reptilien tummeln  - Immer mehr Berliner halten urzeitliche Geckos oder seltene Schlangen. Manche der exotischen Tiere werden zahm, andere sind gefährlich nimmersatt. (Heiko Werning)

Die Schivelbeiner Straße in Prenzlauer Berg führt durch eine ruhige Wohngegend. Obwohl nur ein paar Gehminuten vom S-Bahnhof Schönhauser Allee entfernt, scheint jede Szene-Bar weit entfernt. Hier gibt es noch richtige Ureinwohner. Und hier befindet sich seit kurzem Berlins größtes Terraristik-Fachgeschäft.

Von außen betrachtet ist der "Reptilienpool" nicht besonders auffällig. Nur wenn der Blick in die Schaufenster fällt, bleibt man unvermittelt stehen. Und blickt auf einen sehr zufrieden aussehenden Leguan, der sich unter einem wärmenden Spotstrahler suhlt, eine große Landschildkröte, die mit ihrem zahnlosen Kiefer Kräuter malmt oder eine mehr als handtellergroße Vogelspinne, die in größter Selbstverständlichkeit direkt neben der Eingangstür am Glas ihres Terrariums klebt.

Wer sich an ihr vorbei traut, blickt in eine schillernde Welt aus Licht und Glas. In Dutzenden Terrarien bietet Harald Endig hier alles an, was sich Reptilienfreunde wünschen könnten. Neben den Tieren selbst auch den passenden Snack für die urzeitlichen Lieblinge - verschiedene Grillen, Heuschrecken, Maden und Würmer -, künstliche Steine mit eingebauten kleinen Höhlen, und den passenden Sonnenersatz für die Pfleglinge, die von Natur aus in der Wüste auf einem Felsen liegen würden.

Denn mit Reptilien ist es schon etwas anderes als mit Hamster oder Kanarienvogel: Ihre Halter brauchen Sachkenntnis. Es kursieren für die Tiere zwar Kosenamen wie "Barti" (für Bartagamen), oder "Köpi" (Königspython), doch dafür hat der seriöse Reptilienfreund nicht viel übrig. Im Gegenteil: Er legt Wert darauf, jeden seiner Pfleglinge mit korrekter wissenschaftlicher Bezeichnung anzureden - das ist kein "Köpi", sondern ein Python regius.

Daraus sollte man aber nicht den voreiligen Schluss ziehen, dass es sich bei Reptilienfans um weltfremde Eierköpfe oder Bücherwürmer handelt, optisch sehen sie sogar eher aus wie, sagen wir: die Stammtischbesatzung bei "Zum Süffel", der Malermeister um die Ecke kurz vor Dienstschluss oder auch der Stammkunde eines sehr gut verdienenden Tattoo-Studios. Aber fragen Sie so einen metallbehangenen, tätowierungsgrundierten Kürzesthaarschnittträger im "Reptilienpool" mal nach den unterschiedlichen Verteidigungsstrategien nordamerikanischer Wassernattern - vorausgesetzt allerdings, Sie haben viel Zeit.

Deshalb muss ein Fachhändler wie Harald Endig über umfassendes Wissen verfügen. Er züchtet zu Hause seltene Riesenschlangen, wie etwa die streng geschützten Madagaskar-Boas oder die hübschen, meist dekorativ auf einen Ast gewickelt herumlungernden Grünen Baumpythons.

Leider stehen solche engagierten Fachhändler zunehmend auf einsamen Posten, denn der Reptilienhandel hat nach Jahrzehnten der Nischenexistenz nun die Zoo-Abteilungen der Kaufhäuser, Tierhandelsgroßketten und sogar Baumärkte erreicht. Hier fehlt jedoch oft fachkundiges Personal. Die meisten Baumarkt-Reptilien dürften bei unkundigen Haltern nach einigen Monaten tot vom Ast gefallen sein. Dabei kann man mit dem entsprechenden Wissen inzwischen fast jede Art erfolgreich halten, viele werden inzwischen in großer Zahl gezüchtet und sind so auch zu Haustieren geworden.

In den Terrarien tummeln sich Bartagamen, Leopardgeckos, Korn-, Königs- und Erdnattern, selbst Boas und Königspythons - alles Standard. Die vielleicht erstaunlichste Karriere unter diesen neuartigen Haustieren machte die Bartagame. Vor rund zwei Jahrzehnten kamen ein paar von ihnen auf zweifelhaften Kanälen aus Australien nach Deutschland, heute werden die gemütlich wirkenden Hausdrachen in ganz Deutschland gezüchtet. Allein in Berlin dürften jedes Jahr weit über tausend zur Welt kommen.

Einer dieser Züchter ist Enrico Feixemer. Seine kleine Wohnung im Wedding beherbergt einen repräsentativen Querschnitt der Berliner Reptilienfauna. Neben den Bartagamen, von denen er jährlich einige Dutzend züchtet, leben bei ihm australische Kragenechsen, die sicherlich häufigste Schlange der Stadt, die nordamerikanische Kornnatter, sowie die extrem farbenprächtige Dreiecksnatter. Für den Nachschub an Schlangenfutter sorgt die eigene Rattenzucht, während die Bartagamen den arabischen Gemüsehändler gegenüber erfreuen, der Enrico vermutlich irrtümlich für einen Gesundheitsfanatiker hält. Kumpelhaft spricht der Reptilienfan von seinen "Dicken", wenn er die eindrucksvollen Echsen anstupst. Diese werden extrem zutraulich und lassen sich auch mal in die Hand nehmen. Weshalb manch strenger Terrarianer etwas despektierlich von "Kuschelreptilien" spricht.

Einer wie Mirko Barts zum Beispiel. Ortstermin in Zehlendorf. Barts ist ein echter Spezialist, und zwar für kleine Geckos. Für sehr kleine Geckos. Kleine, braune, extrem unauffällige Geckos, die man niemals sieht, weil sie sich am liebsten unter einer Steinplatte verbergen. Barts hat eine ganze Wohnung für die murkeligen Winzlinge angemietet. Um die 100 Terrarien stehen darin, in denen weit mehr als 200 Geckos aus 50 Arten leben. Ein Besuch erfordert einiges an Selbstdisziplin, wenn der Spezialist für Dickfingergeckos seine Liebsten präsentiert. Barts greift in ein Terrarium nach dem anderen, nur um dann einen mickrigen, schlammfarbenen, leicht pusteligen Gecko unter einem Stein hervorzupulen, der anschließend schlaftrunken über den Sand torkelt. Und als höflicher Besucher muss man immer etwas sagen wie: "Oh, wie hübsch!" Oder: "Nein, ist ja interessant!"

Viele dieser Tiere sind der Wissenschaft praktisch unbekannt, und ohne engagierte Privatleute wie Barts wären sie noch viel unbekannter. Denn er züchtet die Winzlinge nicht nur, er spürt ihnen auch im Freiland nach. Wann immer möglich, macht er Urlaub in Afrika, studiert die Tiere dort und veröffentlicht die Ergebnisse oft gemeinsam mit Wissenschaftlern aus aller Welt. Die internationale Gemeinde der Dickfingergeckospezialisten ist überschaubar.

Inzwischen hat Barts aus seiner Leidenschaft einen Beruf gemacht. Er betreibt seit Kurzem den Versandbuchhandel "Monasteria", der andere Reptilienfans mit seltenen Büchern aus den entferntesten Winkeln der Welt beliefert. So leicht es ist, für spezielle Literatur einen Abnehmer zu finden, so schwer fällt das bei den Babys unscheinbarer Geckos, von denen in Deutschland wahrscheinlich niemand sonst auch nur den Namen kennt. Aber auch hier hat Barts sich beholfen: In einigen Terrarien leben kleine, unscheinbare, braune Schlangen. Und die fressen was? Geckobabys natürlich. Das Verhältnis des professionellen Terrarianers zu seinen Pfleglingen ist oft ein eher unsentimentales. Was man bei Jürgen N. dagegen nicht sagen kann. Als er vor über zehn Jahren im Tierpark Friedrichsfelde seine erste Seitenwinder-Klapperschlange gesehen hat, war das für ihn "Liebe auf den ersten Blick".

Und tatsächlich schwingt eine eigentümliche Mischung aus Bewunderung, Zuneigung und Respekt mit, wenn er seine ansehnliche Klapperschlangenkollektion vorführt. Natürlich hat auch er ein ganzes Zimmer in seiner Wohnung im Stadtteil Lichtenberg für die Tiere reserviert, darin eine blitzsaubere Anlage.

Hier haben sich zwei gefunden: der Lichtenberger und das Gifttier aus der Mojave-Wüste. Aus der ein oder anderen Ecke des Zimmers klappert es zwar ein bisschen drohend, wenn man den Becken zu nahe kommt, aber letztlich danken die Schlangen die seltene Zuneigung mit reichlich Nachwuchs. Dieser gehört zur überschaubaren Zahl der legalen Giftschlangen der Stadt. Nur die Hälfte der Bundesländer hat Regelungen bezüglich der Haltung gefährlicher Tiere, und die Berliner Vorschriften sind krude und unpraktikabel.

Jeder Bezirk handhabt das Vorgehen anders, zudem sind neben tatsächlich gefährlichen Tieren wie den Klapperschlangen auch Arten wie die winzigen, ungiftigen Sandboas mit dem Bedrohungspotenzial eines Regenwurms auf der amtlichen Liste, was nicht gerade dazu geführt hat, derartige Regularien besonders ernst zu nehmen. Erst recht nicht, wenn Amtsveterinäre über die artgerechte Haltung von Arten entscheiden sollen, die sie weder kennen noch erkennen, weil sie eher mit Hunden oder Katzen vertraut sind. Entsprechend hoch ist die Dunkelziffer illegal gepflegter Gifttiere, zumal diese bereits in Brandenburg ohne Einschränkungen gehalten und gehandelt werden können.

Anders bei Jürgen N., der eine offizielle Ausnahmeregelung vom Haltungsverbot hat und sich dafür jährlich überprüfen lässt. Trotzdem möchte er nicht, dass sein Name genannt wird, denn die öffentliche Meinung, die Reptilien gegenüber ja ohnehin etwas ambivalent ist, schlägt bei Giftschlangen doch schnell in offene Ablehnung um, zumal bei den Nachbarn. Bei Jürgen N. ist es noch nie zu einem Bissunfall gekommen, trotz inzwischen Hunderter Jungtiere, die oftmals zunächst die Nahrung verweigern und dann zwangsweise ernährt werden müssen.

Für den Fall der Fälle haben Berliner Terrarianer aber bereits vor 20 Jahren ein einmaliges Selbsthilfesystem geschaffen, das inzwischen bundesweit bereit steht: das Serum-Depot Berlin e. V. Da die Bevorratung von Seren für Einzelpersonen unökonomisch und außerdem medizinisch bedenklich ist, haben die Giftschlangenfreunde einfach zusammengeschmissen und lagern das gemeinschaftlich verwaltete Serum bei spezialisierten Gift-Notrufen für schnelle Hilfe bei einem Unfall.

Auf dem Rückweg von Lichtenberg, es ist früher Abend, fahre ich durch die Häuserschluchten Richtung Zentrum. Und für jedes der erleuchteten Fenster in den Fassaden könnte statt des Designer-Deckenfluters auch die Beleuchtung eines Terrariums für Leguane oder einer Reihe Aufzuchtbecken für Nattern verantwortlich sein. Niemand weiß, wie viele es sind. Auf jeden Fall mehr, als Sie annehmen. Glauben Sie mir, denn auch aus meinen Fenstern leuchtet es hell.

Reptilienpool, Schivelbeiner Str. 31, Prenzlauer Berg, Tel: 3229 8939

         http://www.welt.de/data/2006/12/13/1143993.html


DIE WELT (Berlin, Germany) 13 December 06  150 Mieter eines Plattenbaus wehren sich gegen Giftschlangen-Farm in Drei-Raum-Wohnung - Veterinäramt des Bezirks Pankow hat die Reptilienhaltung erlaubt. Nachbarn wollen das nicht akzeptieren und schalten Petitionsausschuss des Abgeordnetenhauses ein (Jens Anker und Karsten Hintzmann)

Seit Wochen sind die 150 Mieter eines zehnstöckigen Plattenbaus in Berlin-Buch in heller Aufregung. Sie haben Angst vor einem neu eingezogenen Mieter - und seinen ausgefallenen Haustieren. Denn der Mann pflegt ein ebenso seltenes wie gefährliches Hobby: Er züchtet die giftigsten Schlangenarten der Welt in seinen vier Wänden. Darüber hinaus hält er Vogelspinnen und Skorpione.

Anfang Oktober erhielt der Tierfreund, der seine Schlangenfarm bislang in einem Blankenburger Einfamilienhaus betrieb, einen Mietvertrag von der Wohnungsbaugenossenschaft Wilhelmsruh für eine Drei-Zimmer-Wohnung im neunten Stock des Hauses in der Groscurthstraße 42.

Anfangs wussten die Mieter des Hochhauses nichts über das exotische Hobby ihres neuen Nachbarn. Erst als große Terrarien angeliefert wurden, wurden die Mitbewohner stutzig. Schnell stellte sich heraus, dass im neunten Stockwerk des Plattenbaus aus DDR-Zeiten eine Schlangenzucht Einzug halten soll.

Über das Internet brachten die Mieter unterdessen in Erfahrung, worauf sich der Schlangenzüchter spezialisiert hat. Hornvipern, Levanteottern und Schildnasenkobras nennt der Reptilienfreund unter anderem sein Eigen. Allesamt sind sie Giftschlangen.

Nachdem die Nahrungsbeschaffung für seine Riesenschlangen zu kompliziert wurde, konzentriert sich der Fachmann ausschließlich auf Giftschlangen, deren Haltung, Pflege und Gefahren er ausführlich auf einer Homepage darstellt. Ein Satz elektrisiert die Nachbarn dabei besonders: "Mit einem Restrisiko muss und kann die Menschheit leben!", schreibt der Züchter.

Fassungslosigkeit stellte sich bei vielen Bewohnern ein, als sie lesen mussten, dass der Schlangenzüchter bereits zwei Mal von seinen Schützlingen gebissen wurde und launig bemerkte, ein Leben ohne Risiko gebe es nun einmal nicht. Sie fürchten sich davor, dass die Schlangen im Unglücksfall über Lüftungsschächte in der eigenen Wohnung landen.

Nachdem klar war, welche Dimension die Schlangenhaltung in der Drei-Zimmer-Wohnung haben würde, bündelten die Mietervertreter des Hauses den Protest. Sie sammelten in wenigen Tagen 80 Unterschriften gegen die Schlangenzucht im Plattenbau.

Mit einem Protestbriefen und den Unterschriftenlisten wandten sie sich dann an die Leitung der Wohnungsbaugenossenschaft sowie an die Veterinär- und Lebensmittelaufsicht des Bezirksamts Pankow. Die Schreiben wurden am 28. November per Einschreiben verschickt. Bis heute hat weder die Wohnungsbaugenossenschaft noch das Bezirksamt reagiert.

Auf Nachfrage dieser Zeitung sagte Anita Nebe vom Veterinär- und Lebensmittel-Aufsichtsamt: "Der Mieter hat von uns die erforderliche Sondererlaubnis für die Haltung der Schlangen erhalten. Er ist uns seit Jahren als sehr zuverlässiger Tierhalter bekannt." Das Veterinäramt habe, so berichtet Frau Nebe, vor Ort die zur Schlangenhaltung erforderlichen Um- und Neubauten in der Plattenbauwohnung inspiziert und "dabei keine Beanstandungen gehabt". Nebe: "Ich kann die Leute dort verstehen, aber man sollte nicht in Hysterie verfallen."

Dieser Hinweis ist für die betroffenen Mieter im Plattenbau ein schwacher Trost. Sie haben sich inzwischen mit einem dringlichen Hilfeersuchen an den Petitionsausschuss des Abgeordnetenhauses gewandt. Deren Vorsitzender, der SPD-Abgeordnete Ralf Hillenberg, will den Bewohnern helfen. "Wir kümmern uns um dieses Problem. Den Bewohnern des Hauses ist es nicht zumutbar, mit einer Giftschlangenfarm unter einem Dach zu leben", sagt Hillenberg.

Der neue Nachbar gibt sich dagegen eher wortkarg. "Auch diese Tierart hat ihre Daseinsberechtigung", sagt er. Weitere Auskünfte hingegen will er nur unter bestimmten Voraussetzungen geben.

http://www.welt.de/data/2006/12/13/1143991.html


PARANEWS (Seybothenreuth, Germany) 13 December 06  Tiefgefrorener Forsch quakte wieder - Doch das 'Wunder' währte nur kurz

Darwin/ Australien:  In einem australischen Café kam es kürzlich zu einem unbeabsichtigten, aber nichtsdestotrotz erfolgreichen kryogenischen Experiment. Als die Gefriertruhe geschlossen wurde, wurde darin ein kleiner Forsch eingesperrt und bei –18 °C lebendig eingefroren.

Wie die australische Zeitung "Australian Daily Telegraph" berichtete, wollte Sue Hoddinott ihren Augen kaum trauen, als sich der noch kurz zuvor völlig steifgefrorenen Frosch, nachdem er wieder aufgetaut wurde, wieder anfing sich zu bewegen.

Zwar fallen Kröten und Frosche in anderen Teilen der Welt in Winterstarre, um so die kalte Jahreszeit unter Eis und Schnee zu überstehen, doch für australische Froscharten sei dies ein sehr ungewöhnlicher Vorgang und zugleich der erste Bericht dieser Art, wundert sich Grame Sawyer von Frog-Watch NT. Allerdings will er auch eine solche Möglichkeit nicht gänzlich ausschließen.

Jedoch, so meldete "Theaustralian.news.com" erst kürzlich, überlebte das in Australien mittlerweile als "Wunderfrosch" bekannte Amphib nicht lange. Schon kurze Zeit nach seiner beeindruckenden Erweckung sei das Tier eingegangen, bevor Sue Hoddinott es zu einem Tierspezialisten bringen konnte

         http://www.paranews.net/beitrag.php?cid=5496


ECHO (Darmstadt, Germany) 08 December 06  Schlangenhautnahes Erlebnis: Der Reptilien-Mann ist da (Bert Hensel)

         Peter Rieth (57) aus Bad Kreuznach sieht auf Fotos aus, als habe er gerade einen Safari-Beutezug in großem Stil hinter sich. Und als warte Hollywood schon darauf, den Mann als Reptilien-Bezwinger für einen Öko-Horror-Thriller zu gewinnen.

Beides trifft nicht zu. Doch Rieth, der seit zwei Jahren mit einer großen Reptilien-Schau durch ganz Deutschland reist, bestätigt zumindest den Beutezug. In dessen harmloser Form. Und auf seine heitere, fabulierfreudige Art: „Beute bei Auslandsreisen mache ich oft in den Herkunftsländern dieser Tiere – aber nur mit dem Notizblock und meiner Kamera.“

Über 300 Amphibien und Reptilien will Rieth ab morgen auch in Darmstadt präsentieren (Ort und Zeiten in Bildunterschrift). Doch das sind laut des Meisters Versicherung „keine Wildtiere. Sondern allesamt Nachzuchten aus unseren Regionen. Exemplare, die ich von Zoos und seriösen Privatleuten erworben habe.“

Seit dem fünften Lebensjahr ist Rieth nach eigenem Bekunden fasziniert von den exotischen Krabblern und Schlänglern: „Es fing an mit einem Einmachglas voller Molche in meinem Kinderzimmer. Daraus wurden nach und nach Terrarien. Und weil meine Eltern mein Hobby guthießen, füllten die Terrarien irgendwann mehrere Kellerräume.“

Heute füllt der Tier-Enthusiast ganze Hallen mit seiner rollenden Show entlegener Lieblinge in 100 Großterrarien. Leguane und Warane sind dabei. Python, Boa Constrictor, Kobra und Anakonda züngeln den Besuchern entgegen. Aber auch Krokodile, Alligatoren, Schildkröten und Chamäleons lassen sich bewundern.

Längst ist der berufliche Zoofachhändler Peter Rieth auch ein ausgebildeter Herpetologe (griechisch herpéton, „kriechendes Tier“; die Amphibien- und Reptilienkunde). Auf Reisen sieht er sich als zoologischer Leiter seines nach eigenen Worten „streng artgerechten“ Vorzeigeparks, den er Erwachsenen wie Kindern gern erläutert.

Die mögen dabei wohl auch die vielen Menschen innewohnende Furcht vor jenen seltsamen, aber wunderschönen Geschöpfen verlieren, in denen der Volksmund oft „Bestien“ vermutet. Wenn die Echse dabei zum Streicheltier wird, ertönt oft der kindliche Stauneruf „Nee! Oder?“ Was mit Otter aber nix zu tun hat, ihr lieben Kleinen. Nee.

         http://www.echo-online.de/suedhessen/template_detail.php3?id=415525


NEUß-GREVENBROICHER ZEITUNG (Germany) 06 December 06  Krokodil fraß Fischer - Fischer essen Krokodil

Jakarta (RPO). In einem Dorf in Indonesien wurde ein Fischer eine Woche lang vermisst. Dann fanden die Einheimischen seine Überreste im Magen eines fünf Meter langen Riesenkrokodils. Daraufhin beschlossen die Dorfbewohner, nun ihrerseits das Krokodil zu essen.

         Nachdem sich die Bewohner des Dorfes auf einer der indonesischen Nusa-Tenggara-Inseln von ihrem Schreck erholt hatten, entschlossen sie sich, das Tier zu zerschneiden und für Mahlzeiten zuzubereiten. "Die Leute hier glauben, dass sie das Fleisch eines Krokodils, das einen Menschen verschlungen hat, essen müssen, damit es keine weiteren Opfer gibt", sagte der örtliche Umweltschützer Lorens Mbatu.

In der Region sind in den vergangenen Monaten mindestens fünf Menschen verschwunden. Es wird vermutet, dass sie am Fluss von Süsswasserkrokodilen attackiert wurden. Auch das sezierte Reptil wurde an einem Fluss gefangen. Auf den indonesischen Inseln gibt es vermutlich mehrere tausend Krokodile.

         http://www.ngz-online.de/public/article/aktuelles/panorama/ausland/katastrophe/383989


POLIZEIINSPEKTION SOLTAU-FALLINGBOSTEL (Soltau, Germany) 05 December 06  Schlange aus Einkaufscenter ist nicht giftig...

Soltau-Fallingbostel (Ots):  Bei der Schlange, die am letzten Samstag, 02.12., nach Geschäftsschluss in einem Einkaufszentrum an der Straße Am Westerfeld durch Angestellte eingefangen wurde, handelte es sich um eine circa 1 ½ bis 2 Jahre alte Kornnatter. Diese Schlangenart ist nicht giftig. Die Herkunft des circa 50 cm langen Tieres, das einen Wert von 50 bis 80 Euro hat, ist bisher noch nicht geklärt. Die erste Annahme der Polizei, dass sich die Schlange aus einem Terrarium einer in dem Fachmarktzentrum befindlichen  Zoohandlung heraus geschlichen haben könnte, bestätigte sich nicht.  Die Ermittler schließen nicht aus, dass Unbekannte die Kornnatter ausgesetzt haben und diese sich unbemerkt in das warme Gebäude schlängelte. Die Polizei bittet den Eigentümer oder Personen die Hinweise auf diesen geben können, sich mit der Dienststelle in Soltau, Telefon 05191/93800, in Verbindung zu setzen. Sollte sich der Eigentümer der Schlange nicht melden, so wird das Tier, das sich zur Zeit in der Wildtierauffangstation befindet, als Fundsache behandelt. 

Informationen:

Kornnattern werden circa 120-180 cm lang und etwa 16 bis maximal 20 Jahre alt. Mit gut drei Jahren sind sie "längenmäßig" ausgewachsen, danach wachsen sie lebenslang stetig in die Breite. Sie haben einen eher schlanken Körper mit leicht abgesetztem Kopf. Sie sind im Aussehen je nach Verbreitungsgebiet und auch innerhalb einer Population sehr variabel. Die Zeichnung ist durch die auffälligen Sattelflecken gekennzeichnet, wobei diese, genau wie die Flecken der Seitenzeichnung, meist schwarz umrandet sind und eine orange-rote Färbung aufweisen. Aufgrund ihrer auffälligen Zeichnung und relativ geringen Ansprüchen an die Haltung sind Kornnattern beliebte Terrarientiere. Sie ernähren sich vorwiegend von kleinen bis großen Nagetieren. Jungtiere nehmen zudem auch gern kleinere Reptilien und Amphibien zu sich, auch Eier werden gelegentlich verzehrt.

         http://www.presseportal.de/polizeipresse/p_story.htx?nr=910770


BERLINER MORGENPOST (Germany) 10 December 06  Unter Reptilien - Immer mehr Berliner halten sich urzeitliche Geckos oder seltene Schlangen. Manche der Exoten werden zahm. Andere sind so hungrig, dass ihre Besitzer das Futter gleich mitzüchten (Heiko Werning)

Die Schivelbeiner Straße in Prenzlauer Berg führt durch eine ruhige Wohngegend. Obwohl nur ein paar Gehminuten vom S-Bahnhof Schönhauser Allee entfernt, scheint jede Szene-Bar weit entfernt. Hier gibt es noch richtige Ureinwohner. Und hier befindet sich seit kurzem Berlins größtes Terraristik-Fachgeschäft.

Von außen betrachtet ist der "Reptilienpool" nicht besonders auffällig. Nur wenn der Blick in die Schaufenster fällt, bleibt man unvermittelt stehen. Und blickt auf einen sehr zufrieden aussehenden Leguan, der sich unter einem wärmenden Spotstrahler suhlt, eine große Landschildkröte, die mit ihrem zahnlosen Kiefer Kräuter malmt oder eine mehr als handtellergroße Vogelspinne, die in größter Selbstverständlichkeit direkt neben der Eingangstür am Glas ihres Terrariums klebt.

Wer sich an ihr vorbei traut, blickt in eine schillernde Welt aus Licht und Glas. In Dutzenden Terrarien bietet Harald Endig hier alles an, was sich Reptilienfreunde wünschen könnten. Neben den Tieren selbst auch den passenden Snack für die urzeitlichen Lieblinge - verschiedene Grillen, Heuschrecken, Maden und Würmer -, künstliche Steine mit eingebauten kleinen Höhlen, und den passenden Sonnenersatz für die Pfleglinge, die von Natur aus in der Wüste auf einem Felsen liegen würden.

Denn mit Reptilien ist es schon etwas anderes als mit Hamster oder Kanarienvogel: Ihre Halter brauchen Sachkenntnis. Es kursieren für die Tiere zwar Kosenamen wie "Barti" (für Bartagamen), oder "Köpi" (Königspython), doch dafür hat der seriöse Reptilienfreund nicht viel übrig. Im Gegenteil: Er legt Wert darauf, jeden seiner Pfleglinge mit korrekter wissenschaftlicher Bezeichnung anzureden - das ist kein "Köpi", sondern ein Python regius.

Daraus sollte man aber nicht den voreiligen Schluss ziehen, dass es sich bei Reptilienfans um weltfremde Eierköpfe oder Bücherwürmer handelt, optisch sehen sie sogar eher aus wie, sagen wir: die Stammtischbesatzung bei "Zum Süffel", der Malermeister um die Ecke kurz vor Dienstschluss oder auch der Stammkunde eines sehr gut verdienenden Tattoo-Studios. Aber fragen Sie so einen metallbehangenen, tätowierungsgrundierten Kürzesthaarschnittträger im "Reptilienpool" mal nach den unterschiedlichen Verteidigungsstrategien nordamerikanischer Wassernattern - vorausgesetzt allerdings, Sie haben viel Zeit.

Deshalb muss ein Fachhändler wie Harald Endig über umfassendes Wissen verfügen. Er züchtet zu Hause seltene Riesenschlangen, wie etwa die streng geschützten Madagaskar-Boas oder die hübschen, meist dekorativ auf einen Ast gewickelt herumlungernden Grünen Baumpythons.

Leider stehen solche engagierten Fachhändler zunehmend auf einsamen Posten, denn der Reptilienhandel hat nach Jahrzehnten der Nischenexistenz nun die Zoo-Abteilungen der Kaufhäuser, Tierhandelsgroßketten und sogar Baumärkte erreicht. Hier fehlt jedoch oft fachkundiges Personal. Die meisten Baumarkt-Reptilien dürften bei unkundigen Haltern nach einigen Monaten tot vom Ast gefallen sein. Dabei kann man mit dem entsprechenden Wissen inzwischen fast jede Art erfolgreich halten, viele werden inzwischen in großer Zahl gezüchtet und sind zu Haustieren geworden.

In den Terrarien tummeln sich Bartagamen, Leopardgeckos, Korn-, Königs- und Erdnattern, selbst Boas und Königspythons - alles Standard. Die vielleicht erstaunlichste Karriere unter diesen neuartigen Haustieren machte die Bartagame. Vor rund zwei Jahrzehnten kamen ein paar von ihnen auf zweifelhaften Kanälen aus Australien nach Deutschland, heute werden die gemütlich wirkenden Hausdrachen in ganz Deutschland gezüchtet. Allein in Berlin dürften jedes Jahr weit über tausend zur Welt kommen.

Einer dieser Züchter ist Enrico Feixemer. Seine kleine Wohnung im Wedding beherbergt einen repräsentativen Querschnitt der Berliner Reptilienfauna. Neben den Bartagamen, von denen er jährlich einige Dutzend züchtet, leben bei ihm australische Kragenechsen, die sicherlich häufigste Schlange der Stadt, die nordamerikanische Kornnatter, sowie die extrem farbenprächtige Dreiecksnatter. Für den Nachschub an Schlangenfutter sorgt die eigene Rattenzucht, während die Bartagamen den arabischen Gemüsehändler gegenüber erfreuen, der Enrico vermutlich irrtümlich für einen Gesundheitsfanatiker hält. Kumpelhaft spricht der Reptilienfan von seinen "Dicken", wenn er die eindrucksvollen Echsen anstupst. Diese werden extrem zutraulich und lassen sich auch mal in die Hand nehmen. Weshalb manch strenger Terrarianer etwas despektierlich von "Kuschelreptilien" spricht.

Einer wie Mirko Barts zum Beispiel. Ortstermin in Zehlendorf. Barts ist ein echter Spezialist, und zwar für kleine Geckos. Für sehr kleine Geckos. Kleine, braune, extrem unauffällige Geckos, die man niemals sieht, weil sie sich am liebsten unter einer Steinplatte verbergen. Barts hat eine ganze Wohnung für die murkeligen Winzlinge angemietet. Um die 100 Terrarien stehen darin, in denen weit mehr als 200 Geckos aus 50 Arten leben. Ein Besuch erfordert einiges an Selbstdisziplin, wenn der Spezialist für Dickfingergeckos seine Liebsten präsentiert. Barts greift in ein Terrarium nach dem anderen, nur um dann einen mickrigen, schlammfarbenen, leicht pusteligen Gecko unter einem Stein hervorzupulen, der anschließend schlaftrunken über den Sand torkelt. Und als höflicher Besucher muss man immer etwas sagen wie: "Oh, wie hübsch!" Oder: "Nein, ist ja interessant!"

Viele dieser Tiere sind der Wissenschaft praktisch unbekannt, und ohne engagierte Privatleute wie Barts wären sie noch viel unbekannter. Denn er züchtet die Winzlinge nicht nur, er spürt ihnen auch im Freiland nach. Wann immer möglich, macht er Urlaub in Afrika, studiert die Tiere dort und veröffentlicht die Ergebnisse oft gemeinsam mit Wissenschaftlern aus aller Welt. Die internationale Gemeinde der Dickfingergeckospezialisten ist überschaubar.

Inzwischen hat Barts aus seiner Leidenschaft einen Beruf gemacht. Er betreibt seit Kurzem den Versandbuchhandel "Monasteria", der andere Reptilienfans mit seltenen Büchern aus den entferntesten Winkeln der Welt beliefert. So leicht es ist, für spezielle Literatur einen Abnehmer zu finden, so schwer fällt das bei den Babys unscheinbarer Geckos, von denen in Deutschland wahrscheinlich niemand sonst auch nur den Namen kennt. Aber auch hier hat Barts sich beholfen: In einigen Terrarien leben kleine, unscheinbare, braune Schlangen. Und die fressen was? Geckobabys natürlich. Das Verhältnis des professionellen Terrarianers zu seinen Pfleglingen ist oft ein eher unsentimentales.

Was man bei Jürgen N. dagegen nicht sagen kann. Als er vor über zehn Jahren im Tierpark Friedrichsfelde seine erste Seitenwinder-Klapperschlange gesehen hat, war das für ihn "Liebe auf den ersten Blick". Und tatsächlich schwingt eine eigentümliche Mischung aus Bewunderung, Zuneigung und Respekt mit, wenn er seine ansehnliche Klapperschlangenkollektion vorführt. Natürlich hat auch er ein ganzes Zimmer in seiner Wohnung in Lichtenberg für die Tiere reserviert, darin eine blitzsaubere Anlage.

Hier haben sich zwei gefunden: der Lichtenberger und das Gifttier aus der Mojave-Wüste. Aus der ein oder anderen Ecke des Zimmers klappert es zwar ein bisschen drohend, wenn man den Becken zu nahe kommt, aber letztlich danken die Schlangen die seltene Zuneigung mit reichlich Nachwuchs. Dieser gehört zur überschaubaren Zahl der legalen Giftschlangen der Stadt. Nur die Hälfte der Bundesländer hat Regelungen bezüglich der Haltung gefährlicher Tiere, und die Berliner Vorschriften sind krude und unpraktikabel.

Jeder Bezirk handhabt das Vorgehen anders, zudem sind neben tatsächlich gefährlichen Tieren wie den Klapperschlangen auch Arten wie die winzigen, ungiftigen Sandboas mit dem Bedrohungspotenzial eines Regenwurms auf der amtlichen Liste, was nicht gerade dazu geführt hat, derartige Regularien besonders ernst zu nehmen. Erst recht nicht, wenn Amtsveterinäre über die artgerechte Haltung von Arten entscheiden sollen, die sie weder kennen noch erkennen, weil sie eher mit Hunden oder Katzen vertraut sind. Entsprechend hoch ist die Dunkelziffer illegal gepflegter Gifttiere, zumal diese bereits in Brandenburg ohne Einschränkungen gehalten und gehandelt werden können.

Anders bei Jürgen N., der eine offizielle Ausnahmeregelung vom Haltungsverbot hat und sich dafür jährlich überprüfen lässt. Trotzdem möchte er nicht, dass sein Name genannt wird, denn die öffentliche Meinung, die Reptilien gegenüber ja ohnehin etwas ambivalent ist, schlägt bei Giftschlangen doch schnell in offene Ablehnung um, zumal bei den Nachbarn. Bei Jürgen N. ist es noch nie zu einem Bissunfall gekommen, trotz inzwischen Hunderter Jungtiere, die oftmals zunächst die Nahrung verweigern und dann zwangsweise ernährt werden müssen.

Für den Fall der Fälle haben Berliner Terrarianer aber bereits vor 20 Jahren ein einmaliges Selbsthilfesystem geschaffen, das inzwischen bundesweit bereit steht: das Serum-Depot Berlin e. V. Da die Bevorratung von Seren für Einzelpersonen unökonomisch und medizinisch bedenklich ist, haben die Giftschlangenfreunde einfach zusammengeschmissen und lagern das gemeinschaftlich verwaltete Serum bei spezialisierten Gift-Notrufen für schnelle Hilfe bei einem Unfall.

Auf dem Rückweg von Lichtenberg, es ist früher Abend, fahre ich durch die Häuserschluchten Richtung Zentrum. Und für jedes der erleuchteten Fenster in den Fassaden könnte statt des Designer-Deckenfluters auch die Beleuchtung eines Terrariums für Leguane oder einer Reihe Aufzuchtbecken für Nattern verantwortlich sein. Niemand weiß, wie viele es sind. Auf jeden Fall aber mehr, als Sie annehmen. Glauben Sie mir, denn auch aus meinen Fenstern leuchtet es hell.

Reptilienpool, Schivelbeiner Straße 31, Prenzlauer Berg, Tel. 030/32 29 89 39

         http://www.morgenpost.de/content/2006/12/10/biz/870653.html


DER SPIEGEL (Hamburg, Germany) 06 December 06  Leichenteile in Riesenkrokodil gefunden

Jakarta:  Die Zeitung "Jakarta Post" berichtete heute, die Männer hätten das fünf Meter lange Reptil bereits am Montag gefangen und getötet. Als sie das Tier aufschlitzten, fanden sie in seinem Magen Leichenteile: zwei Hände, ein Bein, Schädelfragmente und menschliche Haare.

Wer Opfer des Reptils geworden sein könnte, liegt nahe: Die Zeitung schrieb, seit vergangenem Monat würden drei Menschen vermisst, die in dem Fluss gefischt hätten.

Immer wieder kommt es zu Angriffen von Krokodilen auf Menschen. Erst vorige Woche hatte ein Alligator in Florida einen Mann attackiert.

         http://www.spiegel.de/panorama/0,1518,452759,00.html


LÜBECKER NACHRICHTEN (Germany) 05 December 06  Malaysischer Zoll rettet 5000 Reptilien vor dem Kochtopf

Kuala Lumpur (dpa):  Der malaysische Zoll hat nach eigenen Angaben rund 5000 Reptilien vor dem Kochtopf gerettet. Die Eidechsen, Schildkröten und Schlangen seien in einem Lagerhaus an der Grenze zu Singapur entdeckt worden, berichtet die "New Straits Times". Die Tiere sollen jetzt wieder in die Freiheit entlassen werden. Der Besitzer des Lagerhauses wurde festgenommen.

         http://www.ln-online.de/artikel/2011665/Malaysischer_Zoll_rettet_5000_Reptilien_vor_dem_Kochtopf.htm


FULDAER ZEITUNG (Germany) 30 November 06  Schutz für Molch, Kröte und Mensch - Zwischen Hosenfeld und Giesel werden Amphibientunnel eingebaut

         Hosenfeld:  An drei Stellen wird derzeit die gesperrte Landesstraße zwischen Hosenfeld und Giesel auf kompletter Breite aufgefräst. Wo jetzt die Maschinen lärmen, sollen im kommenden Frühjahr Molche, Kröten und Frösche ungefährdet zu ihren Laichplätzen wandern können.

Wie an vielen Orten in der Region, hatten auch in Giesel und Hosenfeld Naturschützer in den vergangenen Jahren an den ersten warmen Frühlingstagen mobil gemacht und Amphibien auf ihrer Wanderung zu den Laichgewässern unterstützt. Damit die Tiere nicht von Autos übergefahren wurden, waren sie von freiwilligen Helfern über die Straße getragen worden. „An diesen Aktionen nahmen auch viele Kinder teil. Das war bei den hohen Geschwindigkeiten der Autos nicht immer ganz ungefährlich“, sagt Markus Wagner, Pressesprecher des Amtes für Straßen- und Verkehrswesen (ASV) in Fulda.

Um die Tiere, aber vor allem auch die engagierten Menschen zu schützen, werden im Bereich Sieberzheiligen in Abständen von 60 Metern seit Anfang dieser Woche drei jeweils zehn Meter lange Amphibiendurchlässe in die Straße eingebaut. Die Gesamtkosten liegen bei 27 000 Euro. Zwei Durchlässe finanziert das ASV aus Landesmitteln, einen Durchlass bezahlt die Untere Naturschutzbehörde beim Landkreis Fulda.

Vor einigen Wochen hatte das ASV bereits zwei Amphibientunnel unter die Bundesstraße zwischen Tann und Günthers eingebaut.

„Der Bereich Sieberzheiligen ist ein sehr wertvolles Biotop, das auch europarechtlich als Flora-Fauna-Habitat-Gebiet geschützt ist. Berg- und Teichmolche, Erdkröten und Grasfrösche überwintern, aus Giesel gesehen rechts von der Landesstraße, am Himmelsberg. Im Frühjahr wandern sie in ein Teichgebiet in der Nähe des Parkplatzes Sieberzheiligen und müssen dabei die Straße überqueren“, erläutert Jörg Burkard, Artenschutzexperte bei der Kreis-Naturschutzbehörde. Die Amphibien – pro Jahr gehe es um 300 bis 500 Tiere – seien ein wichtiger Bestandteil der schützenswerten Tierwelt im ehemaligen Tongruben und Braunkohleabbaugebiet bei Sieberzheiligen, zu der auch Fledermäuse und seltene Vögel gehören, erklärt Burkard.

Die Bauarbeiten sollen am 6. Dezember abgeschlossen sein. Solange bleibt die Landesstraße gesperrt.

         http://www.fuldaerzeitung.de/sixcms/detail.php?template=fz_meldung_04&id=164974


DER SPIEGEL (Berlin, Germany) 02 December 06  Krokodil schnappt zu, Zirkusdirektor verliert Daumen

Le Mans (reh/dpa):  "King" war eines von fünf Tieren einer Reptiliennummer, die der Zirkus Universal Renz im französischen Le Mans im Tourneeprogramm hatte. Nach Angaben einer Sprecherin scheiterte der Versuch, den Daumen des 38-jährigen bei einer Operation wieder anzunähen. Der Zirkus, der im hessischen Friedberg beheimatet ist, ist zur Zeit auf einer Tournee durch Frankreich.

         http://www.spiegel.de/panorama/0,1518,452163,00.html


N-TV (Berlin, Germany) 02 December 06  Todesbiss der Königskobra - Schlangenbeschwörer gestorben

Einer der berühmtesten malaysischen Schlangenbeschwörer ist von einer Königskobra zu Tode gebissen worden. Ali Khan Samsudin (48), als "Schlangen-König" bekannt, trat am vergangenen Dienstag in seiner eigenen Reptilienshow auf, als die Kobra plötzlich zubiss, berichteten Medien am Samstag. Am Freitag war Samsudin in einem Krankenhaus gestorben.

          Sein Vater sei mindestens drei Mal vorher von einer Königskobra gebissen worden, sagte sein Sohn Amjad Khan (21). "Wir dachten uns jetzt nichts dabei." Sein Vater leide aber an Diabetes. Deshalb sei der jüngste Schlangenbiss vermutlich tödlich gewesen. Amjad Khan will seine eigene Karriere als Schlangenbeschwörer fortsetzen. Das Metier sei seit vielen Generationen in der Familie, sagte er.

          Sein Vater schaffte es 1997 in das Guinness-Buch der Rekorde, nachdem er 21 Tage in einem Glaskasten mit mehr als 5000 Skorpionen verbracht hatte. Ein anderes Mal lebte er 40 Tage auf engstem Raum mit 400 Schlangen zusammen.

          http://www.n-tv.de/739711.html

 


DIE WELT (Berlin, Germany) 30 November 06  Polizisten befreien nackten Mann aus Krokodilsmaul

Lakeland:  Polizisten haben im US-Bundesstaat Florida einen nackten und von Drogen benebelten Mann aus dem Maul eines Riesen-Krokodils befreit. Der 45-Jährige habe bei der Attacke des Alligators seinen linken Arm verloren, sagte ein Polizeisprecher im Bezirk Pol bei Tampa. Zudem sei der rechte Arm gebrochen und ein Bein schwer verletzt worden. Nach Angaben der Polizei konnte sich der Mann nur erinnern, dass er Crack geraucht hatte. Er wisse aber nicht mehr, wo er seine Kleidungsstücke gelassen habe und ob er allein in den Sumpf gegangen oder von dem Aligator hereingezogen worden sei.

Der Mann hatte bei seinem Kampf mit dem Aligator fast eine halbe Stunde lang um Hilfe gerufen. Erst dann konnten Polizisten ihn aus dem hüfthohen Schilfsumpf retten. Wie die Tageszeitung „Tampa Tribune“ weiter berichtete, schnappte der Aligator noch einmal zu, als die Retter den 110 Kilogramm schweren Mann aus dem Sumpf hieven wollten.

         http://www.welt.de/data/2006/11/30/1130132.html


BERLINER MORGENPOST (Germany) 26 November 06  Wie Stumpfkrokodil Iggy zu seinem ungewöhnlichen Namen kam - Geschichten aus Zoo und Tierpark (Sylke Heun)

         Gar keine Frage, wie das kleine Stumpfkrokodil zu seinem Namen kam. Es ist drahtig, dynamisch und angriffslustig - so wie der amerikanische Sänger Iggy Pop. Aber Irrtum. Mit dem inzwischen fast 60-jährigen "Godfather of Punk" hat Klein-Iggy im Berliner Tierpark nichts zu tun. "Iggy ist der Kosename der Tochter einer Kollegin", sagt Tierpflegerin Manuela Homann. So oder so, dass das Reptil überhaupt einen Namen bekommen hat, ist ungewöhnlich. Es verdankt diesen Umstand seiner Einzigartigkeit.

Seit sechs Jahren gibt es bei den Stumpfkrokodilen im Tierpark regelmäßig Gelege, bis auf Iggy ist jedoch noch nie ein Jungtier geschlüpft. Die Aufregung und Freude waren unter den Mitarbeitern deshalb riesengroß, als sich in diesem Sommer zum ersten Mal ein erfolgreicher Schlupf ankündigte.

Nachdem das Muttertier ein Nest gebaut hatte, legte es dort am 26. Mai elf Eier ab. "Stumpfkrokodile scharren Pflanzenreste zusammen und platzieren ihr Gelege dort hinein, wo es von der Verwesungswärme ausgebrütet wird", sagt Falk Dathe, Kurator für die Reptilien.

Auch wenn das Krokodil selbst nicht auf den Eiern sitzt, es bleibt in der Nähe und bewacht die Brut. Und deshalb war es auch gar nicht erfreut, als Manuela Homann vier Tage nach der Eiablage mit einem Kollegen zum Schutz das Gehege betrat und die Eier ausgrub. "Sie war angriffslustig wie ein Pitbull und fauchte laut", sagt die Tierpflegerin. Eigentlich hätte sie dem Weibchen das Gelege lieber gelassen. Aber weil es in der Vergangenheit mit einer natürlichen Aufzucht nie geklappt hatte, versuchte das Team um Falk Dathe es diesmal mit dem Inkubator.

Die Bilanz: Von elf Eiern waren acht befruchtet, von denen wiederum ein Jungtier - nämlich Iggy - es schaffte, sich aus eigener Kraft aus dem Ei zu schälen. Das war ziemlich anstrengend und deshalb wehrte Iggy sich auch nicht wirklich, als er vermessen (21 Zentimeter) und gewogen (43,2 Gramm) wurde. Mit dieser Friedfertigkeit war aber wenig später Schluss. Schon vom zweiten Tag an wehrte Iggy sich mit allen Kräften gegen Menschenhände, die nach ihm griffen. Das junge Krokodil fühlte sich am wohlsten, wenn es sich im warmen Wasser unter Entengrütze verstecken konnte und verließ diesen Ort nur zum Fressen.

Inzwischen ist Iggy in der Schau zu sehen. Er lebt im Schlangenhaus in einem eigenen Terrarium, seine direkten Nachbarn sind Froschkopf-Schildkröten und Kuba-Laubfrösche. Das ist momentan ganz angenehm, langfristig muss jedoch eine andere Lösung her. Sollte das Krokodil nach seiner Namensgeberin kommen und ein Weibchen sein, könnte es später auf die Anlage zu seinen Eltern ziehen. Ist es aber doch ein männliches Punk-Rocker-Reptil muss es den Tierpark verlassen, weil sein Vater Konkurrenz nicht dulden würde.

Was ist es denn nun? Manuela Homann zuckt mit den Schultern: "Keine Ahnung." Bei Stumpfkrokodile ist das Geschlecht nur schwierig festzustellen, erst mit acht bis zehn Jahren werden sie geschlechtsreif. Dazu kommt, dass das Jungtier eine gewisse Größe erreicht haben sollte, um sich zur Not gegen die ausgewachsenen, bis zu 1,90 Meter langen Tiere wehren zu können.

Momentan wächst Iggy einen Zentimeter pro Monat, macht zurzeit 23 Zentimeter. Bis zum Umzug ist es also noch lange hin.

         http://www.morgenpost.de/content/2006/11/26/berlin/868113.html


BIELERTAG BLATT (Switzerland) 27 November 06  Den Fröschen auf die Sprünge helfen - Auf dem Gemeindegebiet von Ferenbalm baut Pro Natura am Saanedamm zwei Flachwasserteiche. Diese schliessen die Lücke zwischen den Laubfroschpopulationen vom freiburgischen Auried bis in die Wileroltigenau. (Laura Fehlmann)

Unter dem BLS-Viadukt bei Klein-Gümmenen in der Gemeinde Ferenbalm ist ein Stück des Auwalds abgeholzt worden. Auf dem frei gewordenen Grundstück hat der Bagger auf einer Fläche von etwa 10 auf 25 Metern und einer Tiefe von maximal 80 Zentimetern Erde ausgehoben. Einen Kilometer fluss-abwärts ist ein weiterer Teich im Bau. «In den nächsten Tagen werden Kautschukfolien gelegt, darüber kommt Wandkies. Im nächsten Frühling, zur Laichzeit des Laubfroschs, ist dieser Teich bereit», sagt Jan Ryser. Der Verantwortliche von Pro Natura Bern weiss fast alles über den Laubfrosch, den kleinen, leuchtendgrünen Gesellen mit der lauten Stimme. Dass diese gefährdete Amphibienart klettert und ihre Tage gern auf Bäumen und Büschen verbringt, ist wenig bekannt. Ein flaches, fischfreies Gewässer braucht der Laubfrosch nur zur Paarungszeit und zum Laichen.

Eine der wichtigsten Laubfroschpopulationen der Schweiz befindet sich ein paar Kilometer saaneaufwärts von Klein-Gümmenen, im Auried bei Bösingen. Seit der Laubfrosch 1999 von Pro Natura zum Tier des Jahres proklamiert wurde, hat die Organisation viel für den grünen Hüpfer getan: Vom Auried bis Klein-Gümmenen sind acht Flachwasserteiche gebaut worden. «Das sind Trittsteine, um die Laichgebiete vom Auried bis in die Wileroltigenau zu vernetzen. Mit diesen beiden neuen Teichen ist die letzte Lücke geschlossen», sagt Ryser. Pflanzen sich Laubfrösche nur in einem einzigen Gebiet fort, können sie genetisch verarmen. Haben sie die Möglichkeit dazu, sind die Tierchen wanderfreudig. Ohne weiteres ziehen sie an einen Laichplatz, der einen Kilometer weit entfernt ist. Die im Saanetal miteinander vernetzten Teiche sind höchstens einen Kilometer voneinander entfernt. Damit sind ideale Bedingungen zur Blutauffrischung geschaffen worden. Natürlich bieten die Teiche auch Raum für andere Amphibien.

Im Rahmen des Projekts «Wir helfen dem Laubfrosch auf die Sprünge» ist Pro Natura Bern Bauherrin für den Bau der Teiche. Finanziert werden diese aus dem Fonds Landschaft Schweiz, dem Lotteriefonds und aus Bundesbeiträgen. Mit dem Bau ist es aber nicht getan. Wie Jan Ryser erklärt, braucht es auch eine gewisse Wartung. So werden die Flachwasserteiche im Winter regelmässig trockengelegt und bei Bedarf gereinigt. Drohen sie im Sommer auszutrocknen, wird auch etwa Wasser nachgefüllt.

          http://www.bielertagblatt.ch/article.cfm?id=229829&startrow=13&ressort=Schweiz-BE&kap=bta&job=7921310


HAMBURGER ABENDBLATT (Germany) 26 November 06  Firma züchtet 1500 Schlangen

Uetersen:  Das Pharmaunternehmen Nordmark hat am Sonnabend in Uetersen (Kreis Pinneberg) eine Schlangenfarm eröffnet. Dort werden bis zu 1500 malaiische Grubenottern gezüchtet. Aus dem Schlangengift wird der Wirkstoff Ancrod gewonnen, der nach Schlaganfällen helfen soll. Zurzeit wird das Präparat von der Biotechnik-Firma NTI in den USA klinisch getestet. Nordmark investiert mehr als fünf Millionen Euro für den Aufbau der nach eigenen Angaben größten Schlangenfarm in ganz Europa.

          http://www.abendblatt.de/daten/2006/11/26/644734.html


GLAUBE AKTUELL (Bürstadt, Germany) 25 November 06  Klinik für Vögel und Reptilien übergeben  

Leipzig/Dpa:  In der neu gegründeten Klinik für Vögel und Reptilien an der Veterinärmedizischen Fakultät der Universität in Leipzig gibt die Tierärztin Maria Hänse einem fast zweijährigem Chamäleon Medikamente. In der Klinik, die mit modernen Räumen und neuester Technik ausgestattet ist, können Nutz,- Zier- und Wildvögel sowie Schlangen, Schildkröten, Echsen und Fische behandelt werden. Mit der neuen Klinik soll dem gewachsenen Bedarf an tiermedizinischer Betreuung von Ziervögeln und Wirtschaftsgeflügel sowie der zunehmenden Bedeutung der Forschung unter anderem zur Vogelgrippe Rechnung getragen werden. Die Klinik für Vögel und Repitilien ist die einzige deutsche Klinik mit der internationalen Akkreditierung für die Weiterbildung zum internationalen Fachtierarzt für Vogelkrankheiten. 

          http://www.glaubeaktuell.net/portal/nachrichten/nachricht.php?useSpr=&IDD=1164350160&IDDParent=1067270715&IDDTyp=&IDDPExtra=&IDDTExtra=&IDB=1&Aktuell=0


KIELER NACHRICHTEN (Germany) 24 November 06  Trockenheit macht Fröschen und Molchen zu schaffen

Bordesholm:  Die BUND-Ortsgruppe Bordesholm verzeichnet dramatische Rückgänge bei den Amphibien im Feuchtgebiet westlich der Alten Landstraße: Nur noch 227 Frösche, Kröten oder Teichmolche landeten in diesem Jahr in den Sammeleimern am Froschzaun – vor vier Jahren waren es noch 572 Tiere.

Die drastischen Rückgänge betreffen auch die Moor- und Grasfrösche, die in Schleswig-Holstein auf einer so genannten Vorwarnliste notiert sind. Als Hauptursache machen die organisierten Naturschützer um Peter Goldammer eine erhebliche Verschlechterung der Lebensbedingungen für die Amphibien aus: Das Areal zwischen Heintzestraße, Klimt und Alte Landstraße ist teilweise zu trocken, zudem sind die umliegenden Gärten deutlich zu ordentlich. "Für Frösche oder Molche sind diese Gärten tödlich sauber, ihnen fehlen Versteckmöglichkeiten während trockener Perioden", erklärte Goldammer gestern.

Sollten keine Gegenmaßnahmen eingeleitet werden, befürchtet die BUND-Ortsgruppe eine weitere Abnahme der Amphibien-Population in Alt-Bordesholm. Während der jüngsten Sitzung des Umweltausschusses präsentierte Peter Goldammer drei Vorschläge zur Verbesserung: Der zugewachsene Graben westlich der Alten Landstraße könnte ausgebaggert werden, dazu sollte ein Teil des Bruchwaldes hinter dem nahen Bolzplatz sowie die Fläche bei den Müllcontainern auf dem Parkplatz am Alten Kreishaus freigeräumt werden.

"Damit wollen wir für mehr offene Wasserflächen sorgen, und viel Geld kosten diese Maßnahmen nicht", sagte der Leiter der BUND-Ortsgruppe. Und: "Eine Räumaktion auf dem Kreishaus-Parkplätze hätte noch den Effekt, dass diese hässliche Ecke schöner wird." Der Bordesholmer Naturschutzbeauftragte Peter Grupen unterstützte die Vorschläge: "Mehr Wasser auf den Flächen bedeutet auch weniger Schadstoff-Einträge in den Bordesholmer See", erklärte Grupen. ti

Weitere Ideen zu Gunsten der Amphibien können mit Peter Goldammer unter Tel. 04322/2239 besprochen werden. Im nächsten Jahr will der Umweltausschuss mit Interessierten die Situation vor Ort in Augenschein nehmen.

          http://www.kn-online.de/news/regional/rendsburg-eckernfoerde.htm/2002794


WESTFÄLISCHE RUNDSCHAU (Dortmund, Germany) 24 November 06  Schildkröten in der Ferndorf

  Photo:  Ein ungewöhnlicher Anblick: Diese "Rotwangen-Schmuckschildkröte" sonnte sich auf einem Ast am Ferndorfufer, in der Nähe der Kläranlage Kreuztal. (WR-Bild: Hans-Dieter Krause) 

          Kreuztal. (pe) Der Mann traute seinen Augen nicht. Auf einem Stein sonnte sich in aller Seligkeit eine bunte Schildkröte. Allerdings nicht im sonnigen Florida, wo das hübsche Tier sonst zu Hause ist, sondern in der Ferndorf.

Eigentlich gibt es dort keine Schildkröten. Neuerdings aber schon: Bei dem sonnenhungrigen Badegast in Kreuztal handelte es sich um eine "Rotwangenschildkröte", erläutert Hans-Dieter Krause. Der Gewässerwart identifizierte das Tier und hielt es im Bild fest. Es blieb nicht das einzige Exmplar.

Vielleicht ist der Anblick demnächst nicht mehr so ungewohnt. Denn "Trachemys scripta elegans" kommt mit dem Klima in Mitteleuropa ganz gut klar. Fragt sich, wie diese Art von Amerika den Weg an den Siegerländer Fluss gefunden hat. Peter Fasel, Diplom-Biologe und Leiter der Biologischen Station Rothaargebirge, kann es sich denken: "Solche Tiere wurden meistens ausgesetzt." Und es gibt sie nicht nur an der Ferndorf, auch in einer Teichanlage bei Erndtebrück seien sie gesichtet worden. Allerdings gibt es hier zu Lande noch keine Hinweise auf eine Vermehrung in der freien Natur, obwohl die durchaus möglich wäre.

Es sind nicht die einzigen Neubürger, die sich in Gewässern der Region einrichten. Hans-Dieter Krause: "In der Littfe haben wir Sonnenbarsche, und in der Ferndorf gibt es sogar Kois." Die bunten karpfenartigen Fische, die viele bislang eher aus dem Aquarium im China-Restaurant kennen, finden sich offensichtlich auch zurecht. Immer mehr Arten, die ursprünglich in anderen Regionen der Welt heimisch waren, fühlen sich auch in Deutschland wohl. Manchmal allerdings auf eine Weise, die den hiesigen Arten zu schaffen macht - ganz gleich, ob Pflanze oder Tier. Die Liste solcher "Neozoen", die Peter Fasel aufzählen kann, ist lang. Und manche stammen schlicht aus der Tierhandlung nebenan: Die kleine putzige Wasserschildkröte entwickelt sich im Laufe der Jahre zum beachtlichen Drei-Kilo-Brummer, fällt lästig und wird in den nächsten Teich entsorgt.

Dabei liegt es dem Biologen sehr am Herzen, dass sich Kinder mit Tieren befassen können: "Das ist ein verhaltensbiologisch wichtiger, notwendiger Prozess." Doch sei es andererseits ebenso wichtig, dass dies möglichst verantwortungsvoll geschieht. Gerade jetzt in der Vorweihnachtszeit sollte darauf geachtet werden. "Zunächst sollte niemand Tiere verschenken, jedenfalls nicht, ohne mit dem Beschenkten darüber vorher gesprochen zu haben. Und man sollte sich bewusst sein, dass man Verantwortung übernimmt."

Es sollten auch keine exotischen Tiere sein, die möglicherweise sogar aus Wildfängen stammen: "Im Zweifelsfall kann man sich da zum Beispiel an die Verbraucherberatung wenden."

          http://www.westfaelische-rundschau.de/wr/wr.staedtenews.volltext.php?kennung=on1wrLOKStaKreuztal39043&zulieferer=wr&kategorie=LOK&rubrik=Stadt&region=Kreuztal&auftritt=WR&dbserver=1


LEIPZIGER VOLKSZEITUNG (Germany) 23 November 06  Schlangen sind auch für Anfänger geeignet

Bernau/Rheinbach:  Sie hatten von Anfang an schlechte Karten: Als Verkörperung des Bösen verurteilte Gott die Schlangen, auf dem Bauch zu kriechen. So schlecht wie ihr Ruf sind die Reptilien mit den Spaltzungen aber nicht.

Einige Schlangenarten eignen sich sogar für Terrarien-Einsteiger. Vor allem Schlangen aus der weitgehend ungiftigen Familie der Nattern (Colubridae) gelten unter Experten als Anfängertiere: Die bis zu anderthalb Meter langen Kornnattern (Pantherophis guttatus) seien beispielsweise vergleichsweise robust, sagt der Buchautor und Schlangenexperte Dieter Schmidt aus Bernau (Brandenburg). Weitere Einstiegsnattern sind die Strumpfbandnatter (Thamnophis sirtalis) und die Dreiecks- und Kettennattern (Lampropeltis spec.).

Wenn es unbedingt eine Riesenschlange sein soll, rät Dieter Schmidt zu einem Baby. Dann könne der Halter mit der Schlange in seine Aufgabe hineinwachsen. Zu den Riesenschlangen (Boidae) gehören die in Amazonien beheimateten Großen Anakonda (Eunectes murinus) und die asiatischen Netzpython (Python reticulatus). Anfängerfreundlich und mit anderthalb Meter erfreulich kurz ist der aus West- und Zentralafrika stammende Königspython (Python regius).

«Die Schlange sollte aus einer Nachzucht stammen», rät Schmidt. Wildfänge, die importiert werden, bereiteten meistens Probleme. Maik Dobiey von der Deutschen Gesellschaft für Herpetologie und Terrarienkunde (DGHT) in Rheinbach (Nordrhein-Westfalen) empfiehlt, die Tiere privat vom Züchter zu kaufen. «Dann hat man immer einen Ansprechpartner.» Teuer sind die Kriechtiere meist nicht: «Der Durchschnittspreis für eine Schlange liegt zwischen 50 und 200 Euro.»

Gewöhnungsbedürftig ist für viele Neueinsteiger das Fressverhalten der Kriechtiere: «Normalerweise fressen Schlangen nur lebende Beute», sagt Schmidt. Viele Schlangen gewöhnten sich aber an totes Futter - an Mäuse oder Küken. «Vor allem, wenn man es mit einer langen Pinzette bewegt oder vor die Schnauze hält.» Die Fischfresser unter den Schlangen bereiteten meist die wenigsten Probleme.

Die Größe des Terrariums richtet sich nach der Länge der Schlange und ihren Lebensgewohnheiten: «Das ist für jede Schlange anders, weil einige Arten Bodenbewohner sind, andere in Bäumen leben», erklärt Schmidt. Je nach Art müssen Wärme und Luftfeuchtigkeit angepasst sowie Kletter- oder Versteckmöglichkeiten eingebaut werden.

Mieter sind einem Urteil des Amtsgerichts Köln zufolge berechtigt, in ihrer Wohnung Schlangen zu halten, ohne die Genehmigung des Vermieters einzuholen (Az.: 213 C 363/89). Vorausgesetzt, es handelt sich weder um Gift- noch um Riesenschlangen. Von den Tieren darf außerdem keine Geruchs- oder Lärmbelästigung ausgehen.

Giftschlangen müssen in einer Art Hochsicherheitstrakt gehalten werden. Je nach Bundesland muss der Besitzer die Tiere beim Ordnungsamt oder der Unteren Naturschutzbehörde anmelden. In einigen Bundesländern ist das Halten von Giftschlangen verboten. Das Serum Depot in Berlin - ein Verein, der Gegengifte für die gängigsten Schlangenarten bereit hält - empfiehlt, Giftschlangen grundsätzlich in einem separaten Raum zu halten. Die Terrarien müssen einbruchsicher gebaut und abschließbar sein. Zudem sollten sich nur erfahrene Schlangenhalter Giftnattern oder Vipern ins Haus holen.

Literatur: Peter Schmidt: «Miniatlas Schlangen», Bede Verlag, ISBN: 3-8986-0115-3, 36,80 Euro.

Informationen: DGHT, Postfach 1421, 53351 Rheinbach (Tel.: 02225/70 33 33, Internet: www.dght.de/ag/schlangen/index.html).

          http://www.lvz-online.de/ratgeber/tiere/4372_82035.html


BERLINER KURIER (Germany) 21 November 06  Illegal importiert - Kaimane finden Asyl im Zoo

Berlin:  Ende gut, alles gut: Vier Kaimane haben gestern im Zoo Asyl gefunden. Die Tiere stammten aus einer Reptilien-Auf-fangstation in München. Wegen illegalen Imports oder schlechten Haltungsbedingungen waren sie beschlagnahmt worden.

Nach der quälenden Odyssee beginnt für die Tiere nun ein Leben wie im Schlaraffenland: In ihrem neuen Zuhause, der renovierten Krokodilhalle des Zoo-Aquariums, gibt es sogar einen beheizten Swimming-Pool und angewärmte Liege- und Sandflächen für die Reptilien.

Die Krokodilhalle ist vor 93 Jahren erbaut worden und war das erste für Besucher begehbare Tiergehege der Welt.

          http://www.berlinonline.de/berliner-kurier/print/berlin/147952.html


WOLFSBURGER NACHRICHTEN (Germany) 20 November 06  Geschmacksache: Alligator-Fütterung - Bei mehr als 200 lebendigen Exponaten der Schau Reptilien World fand jeder Besucher sein Lieblingstier (Andreas Stolz)

Ein Anziehungspunkt für Familien war am Wochenende die so genannte Black Box, der Ausstellungsraum im Obergeschoss des Congress Parks. Groß und Klein drückten sich an Glasscheiben die Nasen platt, die Attraktionen dahinter erweckten starkes Interesse. "Reptilien World" bot den Blick auf gefährliche Alligatoren ebenso wie auf giftige Vogelspinnen.

Eins wünschte sich der 11-jährige Marvin besonders: "Dass der Mississippi-Alligator gefüttert wird, das möchte ich sehen." Sein Freund Alexander (10) war darauf weniger erpicht, aber in einem waren sich beide einig: "Am besten finden wir die Schildkröte mit den zwei Köpfen und dem verkrüppelten Panzer, erst flach, dann hoch, dann wieder flach."

Die Jungen sprachen von einer Gelbwangen-Schildkröte, für den Großteil der Besucher war sie die Attraktion der Schau schlechthin. Aus den USA eingeflogen, ist sie eines von drei Exemplaren weltweit, das zwei unabhängig voneinander agierende, zum Beispiel fressende, Köpfe hat.

Ganz beeindruckt von diesem seltenen Tier zeigte sich auch Rachel, die fünfjährige Tochter des Wolfsburger EHC-Eishockeyprofis Todd Simon. Der hatte am Samstag einen Familienausflug zur Reptilienausstellung unternommen.

Doch wenn auch die Schildkröte mit dem Namen Tom & Jerry der Star der Schau war, zu sehen gab’s sehr viel mehr Interessantes. 200 "lebendige Exponate" wurden präsentiert. Darunter eine Riesen-Vogelspinne, deren Lieblingsplatz im Terrarium die steile Wand war. Die "Blonde Mexikanische Vogelspinne" hingegen zog zumeist einen Platz in einem ausgehöhlten Holzstück vor – in diesem Fall hieß es für die Beobachter, genau hinzusehen.

An den Terrarien waren Info-Tafeln angebracht, die Auskunft über die jeweiligen Arten, ihr Vorkommen und ihre Lebensweise gaben. So nahmen viele der Besucher zur Kenntnis, dass der Cochinchina in Asien nur als Wasserdrachen firmiert. Oder dass der Arguswaran, der an Flussdeltas in Australien und Neuguinea seine Heimat hat, sich von Fischen, Krabben und Eidechsen ernährt. Im Mittelpunkt des Interesses aber standen die Tiere. Exotisch, bunt oder unauffällig. Letzteres aus gutem Grund: Manche Echsenart wäre von ihren natürlichen Feinden längst ausgerottet worden, hätte sie sich farblich nicht ihrer Umgebung angepasst.

          http://www.newsclick.de/index.jsp/menuid/2165/artid/6107904


ÖSTERREICHISCHER RUNDFUNK (Vienna, Austria) 19 November 06  Winterschlaf im Kühlschrank

Viele Tiere müssen bei den milden Temperaturen erst überredet werden, ihren Winterschlaf anzutreten. So im nö. Landesmuseum. Dort sind 350 Tiere zu Hause und einige haben ein besonderes Winterquartier bekommen. Den Kühlschrank.

Keine Sorge, auch während der Winterzeit wird man im nö. Landesmuseum genügend Tiere zu Gesicht bekommen. Die Terrarien, Schaukästen und Biotope sind gut bestückt. Die Winterruhe erfolgt hier sozusagen im Schichtbetrieb.

In der freien Natur kommt ja die Winterstarre mit Einbruch der Kälte. Schlangen, Eidechsen, Blindschleichen und Frösche sind wechselwarme Tiere und passen ihre Körpertemperatur ganz ihrer Umgebung an.

Winterschlaf und Winterstarre lebenswichtig

Im temperierten Museum ist es anders. Da kann und muss man den Zeitpunkt der Winterruhe steuern. Deshalb werden Reptilien und Amphibien für zwei Monate anderswo untergebracht.

Die Winterschlaf und die Winterstarre sind überlebenswichtig denn nur wenn die Tiere ihren natürlichen Lebenszyklus beibehalten, sind sie im Frühjahr bereit für die Fortpflanzung.

          http://noe.orf.at/magazin/daheiminnoe/freizeit/stories/151733/


GIFHORNER RUNDSHAU (Germany) 17 November 06  Der Einäugige und die Kleine - Carola Leupold aus Westerbeck hält seit 27 Jahren Schildkröten – Ihre Tiere leben wohl noch 100 Jahre (Christiane Schacht)

          Westerbeck:   Karl hat nur noch ein Auge. Frieda war das Geschenk eines Mitschülers. "Die Kleine", wie sie genannt wird, ist aber längst nicht mehr die Kleinste. Das ist Charly. Besitzerin dieser illustren Schar ist Carola Leupold (37) aus Westerbeck. Seit 27 Jahren hält sie Schildkröten.

Dabei war es eher ein Zufall, dass sie als 10-Jährige gerade an Schildkröten geriet. Hund und Katze zu halten, ging nicht, gegen irgendein kleineres Tier hatten ihre Eltern aber nichts einzuwenden.

Im Zoogeschäft wurden Eltern und Tochter fündig, kauften "für sieben Mark" die erste Schildkröte. Kurze Zeit später kam eine weitere dazu, ein Jahr darauf der einäugige Karl. Er ist, im Gegensatz zu den anderen keine griechische, sondern eine russische Landschildkröte.

Bis zu sechs Schildkröten gleichzeitig tummelten sich bei Carola Leupold. "1983 bekam ich Frieda von einem Schulkameraden geschenkt. Der wollte sie nicht mehr haben und meinte, ich hätte ja eh schon welche", so die Westerbeckerin. Und seit 1984 ist "die Kleine" dabei. Carola Leupold lacht: "Mir fiel kein anderer Name ein – und damals passte er auch." Charly dagegen ist ganz neu bei den Leupolds. Sie bekamen ihn im August von einer Bekannten aus Gifhorn.

Wie alt ihre Schildkröten sind? Sicher weiß Carola Leupold das nur bei dem siebenjährigen Charly, der Papiere hat. Karl, Frieda und die Kleine leben seit etwa 40 bis 50 Jahren – und werden es locker noch auf weitere 100 Jahre bringen. Die Mutter von Lukas (10) und Lea (7): "Um die werden sich wohl meine Enkel noch kümmern müssen."

Freuen werden die sich sicher darüber, dass die Schildkröten "sehr, sehr bescheiden" sind. Einen Kopf Salat, ein paar Tomaten, ein bisschen Klee und Löwenzahn – mehr brauchen sie nicht zum Leben. Und fünf Monate lang sind sie gar nicht zu sehen. Wird es kälter, verziehen sie sich ins Häuschen im Freigehege und fangen an, sich in die Erde einzubuddeln. Das ist das Zeichen, die Tiere für den Winter vorzubereiten.

Inzwischen mussten die Vier für eine halbe Stunde ins warme Badewannenwasser, entleerten sich dort ein letztes Mal vor dem Winter und kamen dann in ihr Quartier im Keller. Dort halten sie, nein, nicht Winterschlaf, sondern sie befinden sich in der Winterstarre. Erst Anfang April strecken sie wieder ihre Köpfeheraus.

          http://www.newsclick.de/index.jsp/menuid/2160/artid/6098677


MORGENWELT (Berlin, Germany) 17 November 06  Selektion auf verschlungenen Pfaden (Carsten Meinke)

Die natürliche Selektion schlägt mitunter Haken, belegen Versuche amerikanischer Biologen. Nachdem sie räuberische Eidechsen auf kleinen Inseln ausgesetzt hatten, besaßen zunächst Beute-Eidechsen mit längeren Beinen einen Überlebensvorteil. Binnen Monaten kehrte sich der Trend jedoch um, indem nun Tiere mit kürzeren Beinen begünstigt wurden.

Ihre Resultate präsentieren die Forscher im Magazin “Science”.

Eben diese Trendwende hatte die Gruppe um Jonathan Losos von der Washington University aufgrund früherer Beobachtungen vorhergesagt. Ihre Überlegung: Solange die Beute-Echsen ihr Heil in der Flucht suchen, sollten langbeinige Sprinter im Vorteil sein. Mit der Zeit gehen die Tiere jedoch dazu über, sich auf Bäumen und damit außerhalb der Reichweite des Räubers aufzuhalten. Zum Klettern und Festklammern im Geäst sind wiederum kurze Beine besser geeignet.

Losos und Kollegen führten ihre Versuche auf sechs kleinen Inseln der Bahamas durch. Zunächst fingen die Forscher sämtliche Bahama-Anolis (Anolis sagrei), vermaßen und markierten die kleinen Echsen und setzten sie dann wieder aus. Dann brachten sie räuberische Rollschwanzleguane (Leiocephalus carinatus) auf die Inseln und ermittelten nach sechs und zwölf Monaten, wie viele und welche Anolis überlebt hatten. Als Kontrolle dienten sechs räuberfrei belassene Inselchen.

Die Resultate belegten, wie wichtig Anpassungen im Verhalten für den Verlauf der Evolution seien, schreiben die Forscher. Auch zeigten sie, dass der Zeitfaktor bei entsprechenden Studien von großer Bedeutung sei: “Hätten wir zwölf Monate bis zur ersten Messung gewartet, hätten wir schließen können, dass der Räuber kaum einen Effekt auf die Selektion hat.”

          http://www.morgenwelt.de/index.php?id=155&backPID=208&tt_news=2120


BOCHOLTER-BORKENER VOLKSBLATT (Germany) 15 November 06  Philippiner fliegt mit drei Krokodilen im Handgepäck

          Manila (RPO). Während sich Europa Sorgen um Cremetuben im Handgepäck macht, ist es einem Philippiner gelungen, mit drei lebenden Krokodilen im Flugzeug zu reisen. Erst nach dem Ausstieg aus seiner Maschine in Manila ist der Mann dem Zoll aufgefallen.

Mit drei lebenden Krokodilen im Handgepäck ist ein Philippiner von Kambodscha bis nach Manila geflogen. Erst nach dem Ausstieg aus seiner Maschine fiel er den Zöllnern auf, wie die Behörden am Mittwoch mitteilten. Der 50-Jährige erklärte, er habe lebendige Fische in seinem verdächtig wirkenden Gepäckstück.

Gefunden wurden jedoch die drei unter Artenschutz stehenden siamesischen Krokodile mit einer Länge von je einem halben Meter. Die Reptilien wurden beschlagnahmt. Wie es dem Mann gelang, die Tiere unbemerkt von Phnom Penh über Singapur bis nach Manila zu transportieren, blieb zunächst unklar.

          http://www.bbv-net.de/public/article/aktuelles/gesellschaft/kurioses/376374


BERLINER UMSCHAU (Germany) 13 November 06  Klimaerwärmung fordert erste Todesopfer -

Weniger als ein Grad Erwärmung rottet ganze Tierarten aus (Wolfgang Weitlaner)

Weniger als ein Grad Temperaturunterschied entscheidet darüber, ob eine gesamte Echsen-Population das kommende Jahrzehnt überleben wird oder nicht. Für die Brückenechsen in Neuseeland entscheidet nämlich die Temperatur darüber, ob aus den Eiern Männchen oder Weibchen schlüpfen. Eine totale Verschiebung der Geschlechter bedeutet das sichere Ende der Tierart, berichtet das Wissenschaftsmagazin National Geographic.

Brückenechsen (Sphenodon punctatus) sind lebende Fossilien, die seit 200 Mio. Jahren unverändert auf unserem Planeten leben. Die 50 bis 60 Zentimeter langen Echsen gibt es heute nur noch auf den kleinen Eilanden zwischen der Nord- und der Südinsel Neuseelands in der so genannten Cook Straße. Hier leben die Echsen, die bis zu 100 Jahre alt werden können, ohne von Ratten oder anderen Eindringlingen bedroht zu werden. Wie Nicky Nelson von der Victoria University in Wellington anhand von Untersuchungen bestätigt, liegt die ideale Temperatur für die Nachkommen der Echsen bei 21,7 Grad. "Bei 22 Grad schlüpften 100 Prozent männliche Nachkommen, bei 21 Grad schlüpften aus 80 Eiern nur drei Männchen", so der Forscher. Wenn sich die klimatische Feinabstimmung im Lebensraum der Tuatara, wie die Maori die Echsen nennen, nur geringfügig ändere, bedeute dies das sichere Ende der Tierart. Erschwerend kommt hinzu, dass die Echsen extrem langsame Reproduktionsraten haben. "Ein Weibchen paart sich durchschnittlich alle vier Jahre und die Eier brauchen zwischen elf und 16 Monate, ehe der Nachwuchs schlüpft."

"Dass veränderte Temperaturen die Geschlechterverhältnisse verändern, ist auch von anderen Reptilien bekannt", so Klaus Henle vom Umweltforschungszentrum Leipzig/Halle im pressetext-Gespräch. Wie die Forscher heute wissen, haben die Brückenechsen in den vergangenen 200 Mio. Jahren schon einige heftige Klimaveränderungen überlebt - und auch jene Meteoriteneinschläge, die das Ende der Saurier besiegelt hatten. "Nur waren sie damals einfach sehr weit verbreitet und konnten diese Katastrophen überleben", meint der Experte. "Heute hingegen sind die Echsen als letzte Überlebende einer seit etwa 60 Mio. Jahren vollständig ausgestorbenen Ordnung von Tieren auf die neuseeländischen Inselchen beschränkt", berichtet Henle. "Die letzten Verwandten der Brückenechsen sind mit den großen Sauriern ausgestorben", erklärt der Wissenschaftler. Auf den beiden großen Inseln Neuseelands wurden die letzten verbliebenen Brückenechsen durch zahlreiche vom Menschen eingeschleppte Tierarten wie Ratten, Wiesel oder Katzen vollständig vernichtet.

Seit einiger Zeit werden die Tuataras in künstlichen Inkubatoren gezüchtet. Die Forscher wie Nelson sorgen dafür, dass die Nachkommenschaft gleichmäßig ist. Ein anderer Teil des Nachzuchtprogramms wird vom San Diego Zoo durchgeführt. Die dort nach gezüchteten Tiere werden in Gefangenschaft aufgezogen und dann in der Nähe von Dunedin in einem durch Zäune abgeschlossenem Gebiet wieder freigelassen.

Der Name Brückenechse stammt von den Schläfenbrücken im Schädel der Tiere, die bei allen anderen Reptilien zurückgebildet sind. "Eine weitere Besonderheit der Tuatara ist das subdermale Scheitelauge", so Henle. Dieses Auge, das allerdings nicht mit einem herkömmlichen Auge vergleichbar ist - obwohl es Hell-und Dunkelunterschiede wahrnehmen kann - unter der Haut verborgen. Henle erklärt, dass dieses Scheitelauge zur Steuerung hormonaler Zyklen dient. "Es gibt auch andere Tierarten, die über ein solches Sinnesorgan verfügen, allerdings kaum in jener Präzision wie jenes der Brückenechse."

          http://www.berlinerumschau.com/index.php?set_language=de&cccpage=13112006ArtikelUmwelt3


WIENER ZEITUNG (Austria) 11 November 06  Sumpfschildkröte à la Donau-Auen - Schutz- und Forschungsprojekt im Nationalpark östlich von Wien ermittelte bisher unbekannten genetischen Typ (Silke Farmer)

    Photo:  Zum Sonnenbaden kommt die scheue Europäische Sumpfschildkröte an die Oberfläche. Foto: Nationalpark Donau-Auen/Kracher

Wien. Die wenigsten denken bei der Definition "heimische Tierarten" an Schildkröten. Und doch lebt in Österreich auch ein Vertreter dieser Reptilien – die Europäische Sumpfschildkröte ( Emys orbicularis ).

Lebensräume dieser bis zu 20 Zentimeter großen Schildkröte sind vegetationsreiche Altarme in Fluss-Auen. Während sie früher in Europa weit verbreitet war und bis ins 18. Jahrhundert sogar als Fastenspeise gedient hat, gilt die Europäische Sumpfschildkröte heute aufgrund der Lebensraumzerstörung als vom Aussterben bedroht.

In Österreich bieten die Donau-Auen letzte Rückzugsmöglichkeiten. Aus diesem Grund hat der Nationalpark Donau-Auen im Jahr 1997 ein umfangreiches Schutzprogramm initiiert. "Schutzzonen auszu-weisen und Besucher von den Gelegeplätzen wegzulenken sind wichtige Maßnahmen", sagt Christian Baumgartner, der im Nationalpark für Forschung und Management zuständig ist.

Lange Zeit war nicht gesichert, ob es sich bei der an die 1000 Individuen starken Population tatsächlich um ein ursprüngliches (autochthones) Vorkommen handelt. Oder ob es Nachkommen von Unterarten sind, die aus Terrarien entwichen oder einfach ausgesetzt worden waren.

Ausgesetzte Tiere vor allem in Wien-Nähe

"Das kommt leider sehr häufig vor. Meine Untersuchungen zeigen, dass gerade im Wiener Teil des Nationalparks viele Individuen von ausgesetzten Tieren abstammen", sagt Maria Schindler, die seit 2002 mit dem Emys-Artenschutzprogramm betraut ist. Eine Aufgabe der Biologin ist es, die scheuen Schildkröten zu fangen, ihnen DNA aus der Mundschleimhaut abzunehmen und genetisch ihre Herkunft zu prüfen.

Die EU-Kriterien für vom Aussterben bedrohte Tierarten geben vor, Maßnahmen zur Bestandssicherung zu treffen. Dabei ist es wichtig, das ursprüngliche Vorkommen zu fördern. Schindlers letzte Studienergebnisse belegen zwar die Existenz von ausgesetzten Tieren, das wesentlich interessantere Ergebnis stellt aber die Entdeckung eines bislang unbekannten genetischen Typs dar. Der "Donau-Auen-Typ", wie ihn die Biologin scherzhaft nennt, variiert in einem DNA-Baustein eines Gens von den Tieren der nächstgelegenen Vorkommen in Ungarn. Für Baumgartner eine wertvolle Entdeckung: "Jetzt kann man mit hoher Wahrscheinlichkeit davon ausgehen, dass es sich hier um eine für die Donau-Auen ursprüngliche Population handelt."

Vermischung der Unterarten vermeiden

Dass diese sich nicht mit ausgesetzten Tieren vermische, sei jetzt ein wichtiges Naturschutzziel. Denn zwischen den einzelnen Unterarten gibt es auch Unterschiede in der Fortpflanzungsbiologie: "Südliche Tiere sind kleiner und legen bis zu drei Mal im Jahr relativ kleine Gelege ab, während heimische Tiere durch ihre Größe nur ein bis höchstens zwei Mal pro Jahr Gelege produzieren", erläutert Schindler.

Diese Unterschiede seien Anpassungen an das kältere Klima. Während die Tiere in unseren Breiten die warme Jahreszeit mit wenigen, dafür großen Gelegen optimal nutzen, macht es weiter südlich durchaus Sinn, eine große Eizahl auf mehrere kleine Gelege zu verteilen.

Genau hier liegt der Expertin zufolge auch das Problem: Bei einer Vermischung der Unterarten könnten die speziellen Anpassungen der hier autochthonen Unterart verloren gehen – mit vermutlich negativen Folgen für den Fortpflanzungserfolg.

          http://www.wienerzeitung.at/DesktopDefault.aspx?TabID=3937&Alias=wzo&cob=256533


TAGES-ANZEIGER (Zürich, Switzerland) 26 October 06  Schlangen – Traum und Trauma - Kein Tier hält den Menschen so sehr in Atem wie die Schlange. Das Reptil hat weder Arme noch Beine, wirkt aber als positiver wie als negativer Symbolträger stärker als der kräftigste Löwe.  (Paul Imhof )

Der Traum, erzählt eine Freundin, habe sie des Öftern heimgesucht, und abgespielt habe sich immer dieselbe Szene: «Ich liege im Bett und schlafe. Eine Schlange macht sich auf meinem Körper zu schaffen, sie kriecht über meine Haut, es kitzelt, sie windet sich über die Brust, sie hält inne, kaum hat sie meinen Kopf erreicht. Sie züngelt die Landschaft ab, erkundet die Umgebung und beisst mich, plötzlich, einfach so. Ich sehe mich in den schneeweissen Leintüchern liegen, und ich habe zwei rote Löchlein im Hals.»

Zwei rote Punkte. Das Bissmuster einer Giftschlange; die Marke einer Aspisviper (Vipera aspis) oder einer Kreuzotter (Vipera berus). Keine der andern sechs hiesigen Schlangen, lauter Nattern, hat in diesen Hals geschlagen, denn dem Gebiss dieser ungiftigen Reptilien fehlen die beiden teuflischen Nadeln, zwei Zähne mit Kanälen, durch die sie Gift pressen. Das Bissmuster der Nattern ist hufeisenförmig – ein Fanggebiss, wie ein Amboss mit Zähnen, dazu vorgesehen, Beute zu greifen und zu halten. Die Freundin kann dankbar sein, dass der Traum ihr eine Giftschlange beschert hat und keine Ringelnatter – die nämlich, davon kann der Frosch ein Lied singen, schluckt ihre Beute lebend.

Symbol für Tod, Leben und Phallus

Traumdeuter und andere Psycho- und Eso-Koryphäen könnten nun einen zigstimmigen Choral mit Strophen ohne Ende über das Gewürm und Natterngezücht, das unsere Seelen heimsucht, anstimmen, die Freundin unter Deutungen beerdigen und pausenlos weiterorakeln, was denn das schlängelnde Reptil auf dem weiblichen Körper verloren hat oder warum die Freundin ausgerechnet eine Schlange an ihrem Busen nähren muss.

Kein anderes Tier hält die menschliche Vorstellungskraft derart auf Trab wie die Schlange. Sie ist, so stehts im «Lexikon der Symbole», ein «Symboltier von höchster Zwiespältigkeit», denn «Tod und Leben sind in dieser Tiergestalt auf so einzigartige Weise symbolisch angedeutet, dass es kaum Kulturen gibt, die der Schlange keine Beachtung geschenkt hätten».

Die Schlange steht für den Tod und für das Leben mit beeindruckenden wie beängstigenden Eigenschaften: Das Gift, das aus einem eher zarten, feingliedrigen Kopf herausgeschossen kommt, ist zum Töten der Beute gedacht. Eine Maus überlebt diesen Biss nicht, ein Mensch kann zumindest ziemlich ins Torkeln geraten, lässt er sich in Panik versetzen oder findet er nicht zügig Hilfe.

Faszinierend die Wirkung der Häutung: Die Schlange streift ihre Aussenhaut ab wie ein beim Waschen eingegangenes Hosenbein und leuchtet nachher in aufpolierter Pracht. Wer so aus der Haut fahren und anschliessend in taufrischem, neuem Outfit ins Leben blicken kann, ist privilegiert und fähig, sich rundum selbst zu erneuern. Ein mächtiges Symbol des Lebens, gar der Unsterblichkeit, wie alter Aberglaube belegt – wonach das regelmässige Abstreifen der Haut die Schlange ebenso regelmässig verjüngt.

Trotzdem wird der Schlange auch Falschheit und Bösartigkeit nachgesagt, zumindest hier zu Lande, wo der schlechte Ruf des Reptils auf der Bibelszene von der Vertreibung aus dem Paradies beruht. Die Schlange verführt Eva («Und ihr werdet sein wie Gott und wissen, was gut und böse ist», Genesis), Eva wickelt Adam um den Finger, und der liebe Gott schickt alle drei zum Teufel. «Durch die Schlange sei der Tod in die Welt gekommen, heisst es in den mittelalterlichen Erklärungen zum Genesistext», schreibt Rudolf Schenda («Das ABC der Tiere»). Wo der Teufel gegen Gott antritt, also in dualistischen Schöpfungsmythen, «ist die Schlange», so Schenda, «weil fuss- und schwanzlos geraten, die missratene, unvollständige Kreatur des Satans, eine verunglückte Antwort auf die von Gott vollkommen und wohlgestaltet hervorgebrachte Eidechse».

Wenns nur so eindeutig wäre: Aber Schlangen fressen Eidechsen. So schwach kann diese «missratene Kreatur» also wohl nicht sein, diese gebenedeite Verführerin, die auch ohne Extremitäten (oder vielleicht erst recht deswegen?) handfeste erotische Wirkung erzielen kann. Die Schlange gilt als Phallussymbol, aber auch als Gefahr für alle möglichen schützenswerten, von Eindringlingen jeglicher Natur bedrohten Öffnungen vom Mausloch bis zur Haustür. In fernöstlichen Kulturen hat man aus dieser Not eine Tugend gemacht und die bedrohliche Schlange in eine Beschützerin verwandelt, in Naga, die Tempelwächterin.

Ein Todesfall in drei Jahrzehnten

Warum aber die Freundin ausgerechnet im Spätsommer 2006 mit diesem stets wiederkehrenden Traum kommt, lässt sich mit der ganzen Symbolik und den 43 Seiten über Schlangen im «Handwörterbuch des deutschen Aberglaubens» – alle andern Länder, Kulturräume und Kontinente fehlen darin – nicht begründen. Auffällig ist jedoch, dass man in diesem Jahr häufiger Meldungen über Schlangen lesen konnte als auch schon. Beispiele:

Ende Juli hatte eine unidentifizierte Giftschlange oberhalb von Lavorgno in der Leventina einen Jugendlichen ins Fussgelenk gebissen; die Rega flog den Patienten ins Spital von Bellinzona. In Mülhausen bei Basel wurde unter der Motorhaube eines Lieferwagens ein junger Python von einem Meter Länge entdeckt, der sich den warmen Motor als Ruheplätzchen ausgesucht hatte. Der Reptilienspezialist der Stadtpolizei Zürich identifizierte eine Schlange, die in einem Garten in Wiedikon gefunden wurde, als Hakennasennatter. In Nürnberg überlebte eine Ringelnatter im Waschautomaten ein komplettes 40-Grad-Programm inklusive Schleudern. In La Chaux-de-Fonds entwischte im August in einem Regionalzug eine Natter, versteckte sich in einem Elektronikkasten des Führerstands und legte, bis sie von der Putzequipe entdeckt wurde, zehn Tage lang die ganze Zugskomposition lahm. Die Besitzerin der Schlange, eine Frau aus Môtiers, «hatte die Natter einem Freund anvertraut, der sie am 18. August im Regionalzug mitführte. Als er kurz vor dem Aussteigen die Schlange aus dem Behälter nahm, um sie um seine Schultern zu legen, büxte die Natter aus».

Ein Schlangenjahr? Das gibt es nicht, Schlangen sind keine Maikäfer. Schlangenmeldungen aber faszinieren, erzeugen ein metaphysisches Kribbeln und sind nicht zuletzt deswegen spannender Lesestoff. Es gibt keinen bestimmten Grund, warum heuer relativ häufig von Schlangen berichtet wurde; die Meldungen widerspiegeln höchstens unsere periodisch wiederkehrenden Ängste vor diesen Wesen.

Die Schlange müsste sich ängstigen

Nicht einmal in der Bissstatistik des Schweizerischen Toxikologischen Informationszentrums in Zürich ist etwas Auffälliges zu sehen: Bis zum 6. Oktober dieses Jahres sind 34 Personen von einheimischen Vipern oder Kreuzottern gebissen worden, 9 von exotischen Arten und 3 von Schlangen, deren Spezies nicht bestimmt werden konnte. Die letzten gemeldeten Bisse sind noch kaum verheilt: Am 20. September wurde ein Schlangenhalter von seiner malaiischen Grubenotter gebissen, am 28. September meldete ein Genfer Spital einen Vipernbiss an einem Knaben. Bislang hat das Tox-Zentrum über 120 Anfragen zu Schlangenbissen erhalten, 2005 waren es 155, im Jahr zuvor 155. Gestorben am Biss einer einheimischen Schlange ist in der Schweiz seit mehr als 30 Jahren niemand mehr. Das Reich der Tiere bietet Gefährlicheres: Innerhalb von 36 Jahren, von 1960 bis 1996, sind 117 Personen durch Insektenbisse gestorben.

Ein Todesopfer in drei Jahrzehnten – man muss diese Zahl nur mit jener der Verkehrsopfer eines Jahres vergleichen, um die Absurdität der Ängste und Phobien zu erahnen, welche die Schlange erzeugt. S i e müsste sich fürchten, s i e hätte allen Grund dazu, vor dem Menschen und seinen zivilisatorischen Accessoires Reissaus zu nehmen: keine Arme, keine Beine; «verflucht vor allem Vieh und vor allen Tieren auf dem Felde», steht in der Genesis, «auf deinem Bauch sollst du gehen und Erde essen dein Leben lang». Ausgestattet also bloss mit einem schlauchigen Körper, der sich allerdings dank passender Technik so elegant und energisch bewegen lässt, dass dieses «Kriechtier» rasantes Tempo entwickeln kann. Man stelle sich vor, dem Menschen stünden nur Schädel, Augen, Nase und Ohren sowie der Mund, bewehrt mit zwei Reihen abgekauter, plombierter Mahlzähne, zur Verfügung? Was für ein Anblick: Essen und Trinken ohne Handreichung, Mobilität ohne Beine und Füsse, Verteidigung ohne Waffen.

Furchtbar in die Defensive geraten

Bei weitem nicht jede Schlange kann zwei Giftzähne ausklappen und dem Feind ins Fleisch rammen. Ausserdem sterben die Schlangen bei uns langsam aus. Jede einzelne Art hat ihren Platz auf der roten Liste: die giftige Viper und Kreuzotter, die ungiftige Zorn-, Äskulap-, Schling-, Würfel-, Viper- und Ringelnatter, keine ist so ungefährdet, dass man sich um sie keine Gedanken machen müsste. Vom Aussterben bedroht sind jene Arten, die besondere Ansprüche an ihren Lebensraum stellen: Arten, die an qualitativ hochwertige Wasserlebensräume gebunden sind wie Viper- und Würfelnatter, und die am empfindlichsten auf menschliche Aktivitäten und die Verfolgung reagieren wie die Viper und Kreuzotter. Gefährdet sind sie alle, denn «Besorgnis erregend ist die Tatsache», heisst es in der roten Liste, «dass auch weiter verbreitete und weniger gefährdete Arten zurückgehen», die Ringelnatter um gut 30 Prozent. Ausserdem «befindet sich keine der einheimischen Reptilienarten auf Expansionskurs».

Die Schlangen sind furchtbar in die Defensive geraten. Sie hätten eben, wie eine Sage berichtet, rechtzeitig auf die drohende menschliche Gefahr reagieren müssen. In dieser antiken Fabel klagt die Schlange dem Göttervater Jupiter ihr Leid. Berichtet unter Tränen, dass sie von jedermann mit Füssen getreten werde, immer und immer wieder. Und was sagte Jupiter? «Du hättest eben den ersten, der dich getreten hat, beissen müssen.»

          http://www.tagesanzeiger.ch/dyn/wissen/gesellschaft/680469.html


Das Aus für die verwilderten Leguane von Gasparilla

(14.11.06) Seit den siebziger Jahren leben und vermehren sich auf Gasparilla Island von Terrarianern ausgesetzte oder entkommene Schwarzleguane der Art Ctenosaura pectinata. In den letzten Jahren ist die Population der bis über 1 m groß werdenden Echsen besonders stark gewachsen und die Bevölkerung der vor der Küste Floridas gelegenen Insel ärgert sich zunehmend über kahl gefressene Blumenbeete und Schäden in der Landwirtschaft. Da die große Zahl der gefräßigen Fremdlinge auch das lokale Ökosystem bedroht, hatte die Inselregierung kürzlich eine Ausschreibung mit dem Ziel der Ausrottung der Großechsen veröffentlicht. Letzte Woche trafen sich die Vertreter der angesprochenen Firmen mit Repräsentanten der Inselregierung zu einer ersten Konferenz, auf der Angebote, Methoden und Erfolgsaussichten zur Leguanausrottung besprochen werden sollten. Unter Tierschützern hat dieser Plan großes Aufsehen erregt. Petitionen und Emailfluten überschwemmen seit Bekanntwerden des Aktionsplanes die Inselregierung. Die Organisation PETA (People for the Ethical Treatment of Animals) warnt im Internet vor zu starken finanziellen Interessen der mit der Ausrottung zu beauftragenden Trapper und bietet ihre Hilfe bei einer humanen Umsetzung an. Leider war jedoch kein Vertreter dieser Organisation bei der letztwöchigen Konferenz zugegen und auch den Konferenzteilnehmern war kein diesbezügliches Kooperationsangebot angetragen worden. Die reptilienbegeisterte Susanne Kynast aus Maine schlägt in einer Internet Mailingliste (IguanaMail) vor, die Leguane einzufangen und dem Tierhandel zu übergeben. Mit George Ward benennt Kynast auch gleich einen Trapper, der nach eigenen Angaben auf Gasparilla bis zu 12000 Leguane einfangen und an Großhändler verkaufen kann. Ward reiste letzten Dienstag zu der Konferenz an und unterbreitete den Teilnehmern sein auf Anregung von Kynast erstelltes Angebot. Zu seinem Bedauern stellte er vor Ort jedoch fest, dass die Verantwortlichen wenig Interesse an einer unblutigen Lösung des Leguanproblems zeigten. Ward warnte daraufhin vor der Reaktion militanter Tierschützer: "Sie verstehen nicht, was für einen politischen Aufruhr diese Leute veranstalten können", sagte er. Trapperkollegen sahen Wards Engagement jedoch vorwiegend kritisch. Etliche tausend groß gewachsener Leguane zu fangen, zu transportieren und zu verkaufen bedeute einen enormen logistischen Aufwand. Letztlich sei die Tötung mit weniger Tierleid verbunden. Gleichzeitig fürchten sie militante Aktionen der Tierschützer gegen sich und ihre Ausrüstung, sobald die Ausrottungsaktion wie geplant beginnt. Bill de Larm, Vertreter von B&S Enterprises aus Fort Lauderdale, versteht beide Seiten. DeLarm, der selber nach dem Hurricane Kathrina in New Orleans tausende von Haustieren aus den Fluten rettete, ist jedoch überzeugt davon, dass sich die verwilderten Leguane nur schlecht an ein Leben in Gefangenschaft gewöhnen würden. "Es sind Exoten, die das Ökosystem gefährden - Ausrottung ist der einzige Weg, sie loszuwerden", sagt er. Beverly Furtado, Mitglied des Beratungsausschusses, ist verstört: "Wir sind geschockt, all das zu hören", sagte sie letzten Dienstag. "Die Zeit für Diskussionen ist jedoch vorbei. Wir sind der Meinung, man sollte die Sache nicht unnötig aufbauschen." (Quelle: Boca Beacon, 5.11. 2006)


Farm zeigt Weg aus der Schildkrötenfalle - Weil Schildkröten nicht gefangen werden dürfen, züchtet Rodney Lewis seine eigenen

(13.11.06) Rodney Lewis, ein 59 jähriger Binnenschiffer, hat sich zum Schildkröten-König gewandelt. Im letzten Jahr hat er mit einem Bulldozer fünf große Vorratsbecken in einem ehemaligen Maisfeld ausgehoben und diese mit über 2000 Diamantschildkröten (Malaclemys terrapin) besetzt. Damit hat er die einzige Schildkrötenfarm in Maryland gegründet und zieht nun zehntausende von Schlüpflingen zum Verkauf als Nahrungsmittel oder Haustiere für China und andere Länder. (Quelle: Farm Points Way Out Of Turtle Trap - Amid New Curbs On Catching Turtles, Rodney Lewis Raises Lots Of His Own By Tom Pelton, Baltimore Sun reporter, 11/1/06) »mehr


A night for the crocs

(08.11.06) Ein Event, dessen Erlös dem Schutz des bedrohten Sunda-Gavials oder Tomistoma (Tomistoma schlegelii) zu Gute kommt, wird am 24.2.2007 unter dem Titel "A Night for the crocs" in Miami/Florida stattfinden. Der weltberühmte Miami Metro Zoo stellt seine beeindruckende Ausstellungshalle "Dr. Wilde's World" für diese Veranstaltung zur Verfügung, zu der die Tomistoma Task Force der IUCN/SSC Crocodile Specialist Group (CSG -TTF) herzlichst einlädt. Ein umfangreiches Programm erwartet die Besucherinnen und Besucher: Bei einem "karibischen Dinner" haben die Gäste die Möglichkeit, mit vielen prominenten Krokodilexperten und Artenschützern Fragen des Krokodilschutzes zu erörtern. Dr. Brady Barr, bekannt als Reptilienexperte in den Fernsehsendungen von National Geographic ("Croc Chronicles") wird einen Film vorführen und den Gästen für Fragen zur Verfügung stehen. Sie haben die Möglichkeit, "Pip" zu begegnen, einem 1999 in Menschenobhut in den USA geschlüpften Sunda-Gavial, und sich mit ihm fotografieren zu lassen. Bei Kindern wird sicherlich ein Baby-Alligator für besondere Begeisterung sorgen. Eine Verlosung rundet das Programm ab, in welcher unter Anderem attraktive Touren zu wild lebenden Alligatoren  und Spitzkrokodilen in den Everglades angeboten werden, geleitet jeweils von Brady Barr und Joe Wasilewski, sowie eine Tour vor und hinter die Kulissen des Miami Metro Zoo mit dem General Curator Steve Conners, ebenso wie attraktive Sachpreise. Eintrittskarten, deren Preis das Abendessen einschließt, werden über die Internetseite oder die Zoological Society of Florida at the Miami Metro Zoo, Tel. (305) 255-5551 erhältlich sein. Der Preis beträgt US$ 30 für Erwachsene und US$ 20 für Kinder unter 12 Jahren. Rückfragen zu diesem Event oder zur Arbeit der CSG Tomistoma Task Force bitte an Ralf Sommerlad.


Klimaerwärmung begünstigt Chytridiomykose

(08.11.06) Der rasanten Ausbreitung des amphibienpathogenen Pilzes Batrachochytrium dendrobatidis wird allgemein eine wesentliche ursächliche Beteiligung an den weltweiten Amphibienrückgängen zugesprochen. Ursprünglich wahrscheinlich mit als Versuchstieren importierten Krallenfröschen (Xenopus laevis) an mehreren Orten eingeschleppt, breitet sich dieser Pilz seit Jahren mit erschreckender Geschwindigkeit unter den Amphibienbeständen aus. Chytridiomykose beeinträchtigt die befallen Amphibien bei der Regulation ihres Wasserhaushaltes, indem der Pilz die Fähigkeit der Amphibienhaut zur Wasseraufnahme reduziert. Eine Studie zur Populationsdynamik von Geburtshelferkröten (Alytes obstetricans) in einem spanischen Nationalpark deutet darauf hin, dass die globale Erwärmung die Ausbreitung des gefährlichen Pilzes weiter fördert. "Wir haben einen Zusammenhang zwischen steigenden Temperaturen und Amphibienkrankheiten festgestellt." sagte Dr. Matthew Fisher vom Imperial College in London. Fisher hält prinzipiell zwei Wechselwirkungen zwischen Krankheitsverlauf und Umgebungstemperatur für wahrscheinlich: Zum einen könnten erhöhte Temperaturen das Immunsystem der wechselwarmen Amphibien schwächen, zum anderen ermöglichen erhöhte Temperaturen dem Pilz ein schnelleres Wachstum. "Dies ist ein Weckruf, der uns daran erinnert, wie schnell wir Biodiversität verlieren" betont Fisher. "Klimaänderungen beeinflussen Krankheitsverläufe und zuvor resistente Arten werden befallen und in einigen Fällen vielleicht sogar aussterben." Das "Global Amphibian Assessment" weist seit längerem darauf hin, dass bereits heute ein Drittel aller Amphibienarten bedroht ist, und dass in einer Vielzahl der Fälle Chytridiomykose der Auslöser ist. (Quelle: HerpDigest 1; 8; 2006)


Ärger mit nicht-heimischen Schildkröten – fremde Arten können gefährliche Krankheiten übertragen, die einheimische Reptilien bedrohen

(07.11.06) Wie dunkle Erhebungen sind Schildkröten auf einem Stamm im Harriman State Park aufgereiht. Die Hälse vorgestreckt, absorbieren sie die Herbstsonne – und das ist gar nicht gut. Es handelt sich nämlich um Red-Eared Sliders (Rotwangen-Schmuckschildkröte, Trachemys scripta elegans), die hier eigentlich nicht vorkommen dürfen und Krankheiten haben könnten, die einheimische Arten anstecken. In New York ist das Aussetzen von Tieren ohne behördliche Genehmigung verboten. Wer könnte also diese Art von Umweltschädigung betreiben? Die Antwort: Tierbesitzer, die überfordert sind, wenn ihre niedlichen Red-Ears auswachsen – bis zu einer Panzerlänge von 28 cm. "Ein neues Zuhause für eine große Red- Eared Slider zu finden, ist so schwierig wie für einen Leguan", sagt Kathy Michell, Vorsitzende des NY State Center für den Schutz und die Rehabilitation von Schildkröten. Darum entsorgen die Besitzer ihre Tiere in ein riesiges "Aquarium" wie den im Harriman Park von Orange County gelegenen Abschnitt des Sebago Sees nennt. Aber geplagte Besitzer, deren Schildkröten nicht mehr niedlich klein sind, sind nicht die einzigen Schuldigen: Religiöse Gruppen "retten" Schildkröten, die in Netzen und Kisten in NY’s Chinatown als Delikatesse angeboten werden. Außerdem kaufen manche ostasiatische religiöse Gruppen die Tiere, damit ein schlechtes Karma von den Menschen auf sie übergehen möge. Wenn sie dann in die Wildnis entlassen werden, sollen sie das Karma mit sich nehmen, wie der Naturschützer Jay Westervelt berichtet. "Vor einigen Jahren fand ein Ranger der Naturschutzbehörde eine religiöse Gruppe und versuchte, sie zum aufhören zu bewegen. Aber bevor er bei ihnen eintraf, hatten sie bereits einen Korb voll Schildkröten im Kanawaukee See im Orange County entladen", erinnert sich der Herpetologe Al Breisch. "Diese religiösen Leute denken, sie tun etwas Gutes, aber die meisten Tiere sterben vermutlich." Die meisten vielleicht, aber nicht alle. Tatsächlich, so Breisch, überleben genug, um Krankheiten zu übertragen, die wilde Schildkröten töten könnten. Die Red-Eared Sliders und andere ausgesetzte Arten sind normalerweise südlich und weit westlich der Catskills-Bergkette beheimatet und niemand weiß zur Zeit, welche Krankheiten diese Tiere vielleicht in ihre neue Umgebung mitgebracht haben. In der Natur ereignen sich alle möglichen unvorhersehbaren Domino-Effekte. Darum fordern Wissenschaftler, dass einheimische Arten nicht in Kontakt mit fremden Arten kommen dürfen. Wir wissen noch zu wenig. Nach einem Was-alles-passieren-könnte Szenario, das Wayne Hall das Gesetz der ungewollten Folgen nennt, könnte u.a. dies passieren oder schon geschehen sein: Als Hypothese nimmt Westervelt an, dass eine durch Schildkröten ausgelöste Katastrophe sich bereits ereignet hat – und zwar für Frösche: Einige Schildkröten, wie die in Chinatown, werden in unhygienischen engen Behausungen gehalten, die bereits sichtbar mit Pilzen bedeckt sind, wie von Westervelt und dem Biologielehrer Mike Mallon dokumentiert wurde. Pilze werden weltweit mit dem Sterben von Fröschen in Verbindung gebracht. Tatsächlich sind die gefährdeten Northern Cricket Frösche (Acris crepitans) des Harriman Park fast verschwunden. Könnte es sein, dass die durch Schildkröten aus Chinatown verbreiteten Pilze schuld am Tod der Frösche sind? Für Westervelt ist dies durchaus möglich, denn im Glenmere See z.B., dessen Trinkwasser durch Algen tötendes Kupfersulfat gereinigt wird, gedeihen Cricket Frösche prächtig. Aber die wirklich wichtige Frage ist, ob die illegal ausgesetzten Schildkröten den Winter überlebt haben und sich fortpflanzen. Mc Gowan hält dies für gut möglich, wenngleich bisher keine Beweise hierfür vorliegen. Jedoch ist es nach Breisch den anpassungsfähigen Red-Eared trotz des Sterbens vieler von ihnen schon gelungen, bereits andere Orte zu erobern, wie das kalte Syrakus. Und jetzt sind sie bereits in jedem Bundesstaat und auch in Europa, stellt Michell fest. Beunruhigenderweise fand sie eine befruchtete Slider im Sullivan County. Das bedeutet, die Tiere paaren sich - und produzieren befruchtete Eier. Quelle: Wayne A. Hall, Times Herald Record


Python ein in England ein Jahr nach der ersten Sichtung wiederentdeckt

(07.11.06) Ein Python, der auf einem Golfplatz in Ostengland entdeckt wurde, soll bereits vor einem Jahr von einem Straßenkehrer etwa fünf Meilen entfernt gesehen worden sein. BBC berichtete, dass es sich bei der etwa 4 Meter langen Schlange um ein verlassenes Haustier handeln soll. Nach einem Jahr der Einsamkeit in dem nassen und kalten Klima war das Tier abgemagert und teilweise gelähmt. Jim Garrod, ein Straßenreiniger in Essex, hatte einen 4 Meter-Python an einem frühen Morgen des Oktober 2005 gesehen. Garrod sagte, die große Schlange erschreckte ihn so sehr, dass er sein Kehrgerät fallen ließ und dadurch den Python verscheuchte. Obwohl Polizei die Gegend durchsuchte und eine Schule an der Hauptstraße einen Tag geschlossen wurde, blieb die Schlange verschwunden. Das Tier wurde mittlerweile in eine Rettungsstation in Great Wakering gebracht. Quelle: Southend-on-sea, England, 27.10.2006 (UPI)


Wie viel Erdnatterarten?

(06.11.06) Die Analyse mitochondrialer DNA Sequenzen der nördlichsten beiden Unterarten der Erdnatter (Pantherophis obsoletus) bringt neue Aspekte in die aktuelle Diskussion der verwandtschaftlichen Beziehungen dieser Taxa. Kürzlich wurde aufgrund genetischer Analysen von Individuen der beiden Unterarten vorgeschlagen, diese beiden Populationen als Panterophis spiloides und Panterophis alleghaniensis von P. obsoletus abzutrennen. Die von einem Forscherteam um H. Lisle Gibbs von der Ohio State University durchgeführten neueren genetischen Analysen auf Populationsniveau sprechen jedoch gegen diesen Schritt. Wie in vielen Fällen korrelieren die anhand von Mitochondriengenom-Sequenzen ermittelten Stammbäume des Pantherophis obsoletus-Komplexes nicht mit der gängigen Systematik, sondern trennen vielmehr die Gruppe in drei geographisch (Ost, Mitte, West) getrennte Linien. Wegen der rein maternalen Vererbung der Mitochondrien ist dieses Bild jedoch kein Grund, die bestehende Systematik zu korrigieren. Wichtig ist jedoch der Befund, dass die Analyse der mitochondrialen Sequenzen den eindeutigen Nachweis erbrachte, dass ein regelmäßiger genetischer Austausch zwischen den nördlichen Unterarten der Erdnatter stattfindet. Kreuzungsversuche im Labor deuteten ferner nicht auf verminderte Fruchtbarkeit oder reduzierte Vitalität der Hybriden hin und stützen daher die These, dass diese Taxa noch nicht lange voneinander getrennt existieren. Vor diesem Hintergrund erscheint eine Auftrennung auf Artniveau im vorliegenden Fall nicht gerechtfertigt. (Quelle: Gibbs et. al. (2006) Molecular Ecology 15 (12);3755-3767)


Eine neue Studie stellt die bisherige These in Frage, dass Baumfrösche ihren Metabolismus nach "einwachsen" herabregulieren

(06.11.06) In einer faszinierenden Studie der November/Dezember 2006 Ausgabe von Physiological and Biochemical Zoology haben Forscher der Universität Florida das Wischverhalten eines Baumfrosches untersucht, der sich selbst einwachst, und testeten, ob diese Frösche ruhen, um Energie während der Dehydratation zu sparen. Viele Amphibienarten besitzen eine Haut, die kaum Schutz gegen Wasserverdunstung aufweist. Zur Kompensation sezernieren diese sowie einige andere arboreale Frösche Fette und reiben die wachsartigen Sekrete in komplizierter Folge mittels wischender Bewegungen über ihren gesamten Körper. "Dieses Selbst-einreiben ist ein komplexes Verhalten, das die Nutzung aller vier Extremitäten einbezieht, um die dorsalen und ventralen Körperoberflachen inklusive der Extremitäten zu bestreichen bzw. einzureiben", erklären Nadia A. Gomez (University of Florida, Gainsville) und ihre Koautoren. Sie fährt fort: "Dadurch ist das Tier vor Austrocknung geschützt, sofern der äußere Lipidfilm nicht durch Bewegungen oder andere Störungen einreißt." Baumfrösche nehmen nach dem Einreiben typischerweise eine Ruheposition ein, wobei sie ihre Extremitäten eng gegen oder unter ihren Körper falten und ihre Augen schließen. Die Forscher fanden heraus, dass es dem Baumfrosch (Phyllomedusa hypochondrialis) durch dieses dem "Einwachsen" folgenden Verhalten gelingt, seine Oberflächenverdunstung auf 4% einer vergleichbaren freien Wasseroberfläche in gleicher Umgebung zu senken. Die Forscher fanden, dass gewachste und inaktive Frösche etwa die gleiche metabolische Rate wie ungewachste, dehydrierende Frösche aufweisen. Diese weist darauf hin, dass sich, anders als bisher angenommen, eingewachste Frösche nicht in einem winterschlafähnlichen Ruhezustand befinden. (Einige Frösche weisen jedoch bei fortschreitender Dehydrierung eine gewisse Reduktion ihres Metabolismus auf, was nahelegt, dass sie, bei z.B. anhaltender Trockenheit, tatsächlich in einen Ruhezustand übergehen.) Unsere Daten beweisen nicht mit Sicherheit, das P. hypochondrialis regelmäßig seinen Metabolismus drosselt und einen tiefen Ruhezustand während ruhigen Verhaltens nach dem Wischen einnehmen, erklären die Autoren. "Zudem reagieren die ruhende Phyllomedusen weiterhin auf die Gegenwart von Insekten und verzehren sie auch." Seit 1928 veröffentlicht Physiological and Biochemical Zoology Originalarbeiten über aktuelle Forschung der Umwelt-, Anpassungs-, und Vergleichenden Physiology und Biochemie. Quelle: Nadia A. Gomez, Michelle Acosta, Frederic Zaidan III, and Harvey B. Lillywhite. "Wiping Behavior, Skin Resistance, and the Metabolic Response to Dehydration in the Arboreal Frog Phyllomedusa hypochondrialis." Physiological and Biochemical Zoology 79:6. Press Release from Iniversity of Chicago Press Journals, 10/30/06


ALLGEMEINE ZEITUNG (Windhoek, Namibia) 08 October 06  Das Lappenchamäleon  (Alfred Schleicher)

Chamaeleo dilepis (Leach, 1819)

Vorkommen: Lappenchamäleons leben weit verbreitet im tropischen Afrika. Ihr Verbreitungsgebiet erstreckt sich im Südosten bis Natal, dem Transvaal sowie große Teile Botswanas. Im Westen des Kontinents wird ein Vorkommen in der nördlichen Kapprovinz sowie des zentralen und nördlichen Namibia bis Angola beschrieben. In Ostafrika reicht das Verbreitungsgebiet bis in den Sudan.

Beschreibung: Das Lappenchamäleon gehört mit einer Länge von 20 bis maximal 35cm Körperlänge zu den größeren Chamäleonarten Afrikas, wobei die Weibchen größer werden als die Männchen. Die Grundfarbe der Tiere ist gewöhnlich herrlich grün mit weißen Seitenstreifen. Allerdings gibt es auch Individuen mit vornehmlich brauner Gesamtfärbung. Das wechseln der Farbe ist wie bei allen Arten von Chamäleons auch dieser Art gemein.

Der Kopf ist helmförmig und weist hinten zwei Lappen auf, die sich über den Hals falten lassen (was dem Tier den Namen gab). Ebenso wie andere Chamäleonarten verfügt das Lappenchamäleon über eine ,,Schleuderzunge" zum Beutefang und kegelförmige, unabhängig voneinander bewegliche Augen. Die dabei getrennt aufgenommenen Bilder werden vom Tier auch getrennt verarbeitet. Die Füße der Reptilien tragen jeweils paarige, gegenübergestellte Zehen mit Krallen, so dass eine Zange entsteht. Diese eignen sich zwar bestens zum Greifen von Zweigen und Ästen und damit für das Leben in Bäumen und Büschen, jedoch weniger zum Vorwärtsbewegen auf ebenen oder glatten Flächen.

Lebensweise: Die Tiere besiedeln vorwiegend buschbestandene Grasebenen und sind teilweise in den Verbreitungsgebieten recht häufig anzutreffen. Zwischendurch kommen die Echsen auch in die Gärten der menschlichen Siedlungen.

Außerhalb der Paarungszeit im Frühling sind die Chamäleons Einzelgänger. Lappenchamäleons sind gefräßige Zeitgenossen und ernähren sich hauptsächlich von verschiedenen Insekten wie Heuschrecken, Faltern, Käfern etc., an die sie sich im typisch langsam schaukelndem Gang anschleichen. Blitzschnell wird die Beute dann mittels ihrer Schleuderzunge ergriffen. Das Beutetier bleibt an der klebrigen Spitze der Zunge hängen und wird sofort ins Maul zurückgezogen, mit den kräftigen zahnbesetzten Kiefern gehalten und verspeist.

Werden die Tiere bedrängt, blasen sie den Körper auf, spreizen die Hautlappen hinterm Kopf und reißen das Maul mit dem gelb leuchtenden Schlund weit auf. Dabei schrecken die Tierchen zischend auch vor einem Biss nicht zurück.

Viele Einheimische fürchten deshalb die Chamäleons oder sagen den harmlosen Tieren ungeahnte Fähigkeiten nach. Nicht selten werden die schönen Reptilien deshalb auch kurzerhand erschlagen.

Fortpflanzung: Im Spätsommer gräbt das Weibchen eine 15 - 20cm tiefe röhrenförmige Nistgrube. Anfangs mit den Vorderbeinen; bei zunehmender Tiefe jedoch mit den kräftigen Hinterbeinen. Es werden bis zu 57 kleine, eher hartschalige Eier darin abgelegt aus denen dann (je nach Verbreitungsgebiet) durchschnittlich nach 150 bis 300 Tagen die winzig kleinen Jungtiere schlüpfen.

Bedrohung: Vorwiegend werden Lappenchamäleons von in Bäumen lebenden Schlangen wie der Boomslang und der Vogelschlange aber auch durch Raubvögel und sogar Affen erbeutet. Opfer vordern auch Buschbrände, die Zerstörung des Lebensraumes durch den Menschen und der Straßenverkehr.


ZOLLERN-ALB KURIER (Balingen, Germany) 07 October 06  Ein neues Domizil für Leguan Mäxle

Leguan Mäxle schließt zufrieden die Augen. Fürs Foto vom Albaquariums-Vorsitzenden Peter Fritz auf den Arm genommen, genießt er die Streicheleinheiten sichtlich. 'Unsere Grünen Leguane', erläutert Fritz, 'haben ein riesen Gehege - und mehr Platz als ihre Kollegen in der Wilhelma'. Dennoch soll gerade im Terrarienbereich des Albaquariums kräftig renoviert werden. Denn der Zahn der Zeit nagt an der Einrichtung, die im kommenden Jahr ihren 50. Geburtstag feiert. Und im Jubeljahr soll vieles wieder wie neu sein.

Albstadt-Ebingen So wie sie sich heute dem Besucher präsentiert, ist allein die Ausstattung der Terrarien im hinteren Bereich des Albaquariums rund 20 Jahre alt. 'Hier muß dringend etwas getan werden', bekräftigt Peter Fritz, und Leguan Mäxle nickt dazu gravitätisch. Die ganze Verkleidung der Behälter wird neu gemacht, moderner.

Vor allem aber auch das Innenleben der Terrarien wird mit viel Geld den modernen Erkenntnissen gemäß hergerichtet. So bekommen nicht nur Mäxle und sein Leguankumpel ein völlig neues Domizil. Auch die Behälter der Würgeschlangen, der Agamen und anderer skurril-schuppiger Bewohner, die munter die Besucher beäugen, werden komplett neu eingerichtet.

Vor allem, erklärt Peter Fritz gequält grinsend, kommt die Duschwanne weg, die seit langem als durchaus funktionale, aber wenig ästhetische Wasserstelle für die Schlangen fungiert. So soll die Besucher im neuen Jahr eine rundum erneuerte Terrarienabteilung erwarten. Mit den anstehenden Malerarbeiten und den zahlreichen elektrischen Installationen, die sich hinter den Kulissen verbergen, kommt die Renovierung auf gut und gern 15.000 bis 20.000 Euro, schätzt Peter Fritz, der in diesem Zusammenhang noch auf den ein- oder anderen Sponsor hofft.

Die Einzigartigkeit dieses kleinen, aber feinen Zoos und Aquariums auf Vereinsbasis lockt jährlich zahlreiche Interessenten nach Ebingen. Rund 10 000 - zahlende - Besucher pro Jahr sind es etwa, die vielen geladenen Gäste, wie die Delegation eines Zoos aus der Schweiz, die jüngst begeistert die Anlage bestaunten, winkt Peter Fritz ab, die zähle man gar nicht. Auch der Kindersender KIKA hat das Ebinger Kleinod für sich entdeckt und so wurde der Albaquariums-Chef Peter Fritz zu einem mittlerweile bekannten Gesicht in der Sendung 'Ollis wilde Welt'.

Auch die zahlreichen Nachzuchten, vom Katzenhaibaby oder Riesensalamander über Schildkröten, Fischen bis hin zur jüngsten Geburt von Mini-Skorpionen sprechen für die Qualität der Einrichtung.

Einzigartig

Erster Impuls zur Gründung eines Aquarienvereins, so die Chronik des Vereins, war eine Aquarien- und Terrarienausstellung in der damaligen Mädchenschule, der heutigen Kirchgrabenschule, in Ebingen 1956. Am 13.April gründeten die Ebinger Aquarienfreunde dann ihren Verein.  1.Vorsitzender wurde Karl Spanagel. Sitz des Vereins war zunächst noch ein Kellerraum der Mädchenschule. Nach Fertigstellung des Hallenbades zogen die Aquarianer mit ihren Becken in dessen Untergeschoß um.

Um es für die Besucher attraktiv zu halten, haben sich die Mitglieder immer wieder etwas Besonderes einfallen lassen. So gab es nicht nur Fische und Reptielien zu sehen. Das Albaquarium beherbergte außerdem auch Seehunde, Affen und Vögel. Da es aber zu jener Zeit nicht so einfach war, exotische Fische zu bekommen, begaben sich die Aquarianer insgesamt siebenmal auf abenteuerliche Fangexpeditionen ans Mittelmeer. Von dort brachten sie unter anderem Kraken und Katzenhaie mit. Damit war das Albaquarium als Albstädter Institution die modernste Anlage dieser Art auf Vereinsbasis in ganz Europa.

         http://www.suedwest-aktiv.de/region/zak/freizeit/2459994/artikel.php?SWAID=1b137eda646ac5ae7c44ef853bafd657


BOCHOLTER-BORKENER VOLKSBLATT (Germany) 07 October 06  Irrer Rekord: Thailänder küsst 19 Giftschlangenveröffentlicht     

Pattaya/Thailand (Rpo):  Was tun einige Menschen nicht alles für ihre 15 Minuten Ruhm? Der thailändische Schlangenbeschwörer Khum Chaibuddee wurde auf diese launige Frage wohl antworten: "Ich küsse 19 giftige Königskobras, um ins "Guinness Buch der Rekorde" zu kommen..."    

Khum Chaibuddee, ein erfahrener Schlangenbeschwörer, wurde während seiner waghalsigen Aktion am Samstag von mehreren Medizinern begleitet, die ein lebensrettendes Serum bereithielten. Die Schlangen wurden auf einer Bühne aufgereiht, und Khum berührte eine nach der anderen mit den Lippen, wie das "Ripley's Believe It Or Not"-Museum in Pattaya mitteilte.

         http://www.bbv-net.de/public/article/nachrichten/journal/sonstige/ausland/355238


FRANKFURTER RUNDSCHAU (Germany) 06 October 06  Kanada schützt Wanderwege - Die Straße der Schildkröten (Gerd Braune)

Magog:  Die liebenswürdigsten Zeitgenossen sind die Schnappschildkröten nicht. Sie sind aggressiv, fauchen und beißen, wenn man ihnen zu nahe kommt. Ob freundlich oder nicht - sie bedürfen des Schutzes. Was in Mitteleuropa die Krötenwanderungen sind, das sind in Feuchtgebieten Ost- und Zentralkanadas die Schildkrötenwanderungen. "Achtung, Schildkröten kreuzen", heißt es dann auf Warntafeln am Straßenrand.

Von Mitte September bis in den Oktober hinein befreien sich die Schnappschildkröten aus ihren Eiern, verlassen die Nester und streben zum Wasser. Als "Route Tortueuse" (Schildkrötenstraße) ist eine Straße im Nationalpark Mont Orford in der kanadischen Provinz Quebec nahe der Stadt Magog ausgewiesen. "Fuß vom Gas" mahnen die Schilder. Zu beiden Seiten der Straße liegen Feuchtgebiete, der Lebensraum der Schnapp- und Zierschildkröten. Die Baby-Zierschildkröten schlüpfen im Frühjahr.

"Die Schildkröten gehören zwar nicht zu den bedrohten Tierarten, wir haben aber trotzdem eine Politik entwickelt, um sie möglichst gut zu schützen", erklärt eine Mitarbeiterin des Parks. Die Streckenabschnitte mit den meisten Schildkrötenüberwegen wurden gekennzeichnet, um die Zahl der tödlichen Unfälle für die Reptilien zu reduzieren. Dass Autofahrer in manchen Straßenabschnitten nicht nur langsam fahren sollen, sondern auch nicht anhalten dürfen, hat einen simplen Grund: Im lockeren, schotterhaltigen Erdreich am Straßenrand vergraben die Schildkröten gerne ihre Eier. Rollen Autos über den Seitenstreifen, werden die Eier oder die gerade schlüpfenden Jungtiere zermalmt. Dabei ist die Überlebensquote auch ohne diese Gefahr bereits niedrig: mehr als 70 Prozent der Eier werden Opfer von Nesträubern, meist Waschbären.

Die Baby-Schnappschildkröten sind nur wenige Zentimeter groß. Ausgewachsen kann ihr Panzer 40 bis 50 Zentimeter groß werden. Wer einer Schnappschildkröte begegnet, sollte am besten die Hände davon lassen. Mit ihrem kräftigen Kiefer können sie ordentlich zubeißen.

         http://www.fr-aktuell.de/in_und_ausland/panorama/panorama/?em_cnt=984290


MÄRKISCHE ODERZEITUNG (Frankfurt am Oder, Germany) 05 October 06  Einbrecher sackte in Australien zwölf seltene Pythons ein

Sydney (Dpa):  Ein bewaffneter Einbrecher hat aus einem Wohnhaus in Australien zwölf seltene Python-Schlagen gestohlen. Der Mann brach in das Haus in Adelaide ein, fesselte die Bewohnerin und ihre zwei Kinder und machte sich mit den grünen Baumpythons in einem Sack davon, berichtete ein Polizeisprecher am Donnerstag.

Die Familie hielt die Schlangen als Haustiere. Sie haben einen Gesamtwert von umgerechnet knapp 60 000 Euro. Die Pythons, die nicht giftig sind, waren erst ein Jahr alt und rund 80 Zentimeter lang. Ausgewachsen werden sie bis zu 1,80 Meter lang.

         http://www.moz.de/index.php/Moz/Article/category/Aus+aller+Welt/id/156546


TAGES-ANZEIGER (Zurich, Switzerland) 03 October 06  Polizei sucht Schlangen-Besitzer

(Fwü/Sda)  Eine 15-Zentimeter lange Schlange ist am Freitagnachmittag im Zürcher Kreis 3 ausgerissen. Die Stadtpolizei konnte das Tier einfangen und sucht nun den Besitzer oder die Besitzerin des giftigen Reptils.

Wie die Polizei heute mitteilte, handelt es sich bei der Schlange um eine junge Hakennasennatter. Ihren Namen verdankt sie ihrer auffällig nach oben gebogenen Nase. Das aus Mexiko stammende Tier ist nach Auskunft des Zoos Zürich giftig.

Die Hakennasennatter hat eine hellbraune Grundfärbung mit dunkelbraunen Flecken. Erwachsene Tiere werden bis zu 90 Zentimeter lang.


         http://www.tagesanzeiger.ch/dyn/news/zuerich/672683.html

BAD KREUZNACHER ANZEIGER (Germany) 02 October 06  Schildkröten leiden in Stille - Zweite Reptilienbörse in Planig nimmt sich Zeit für die Beratung (Heidi Sturm)

Die zweite Reptilienbörse in Planig war wieder ein voller Erfolg. Zahlreiche Liebhaber der urtümlichen Kriechtiere waren zur Nahetalhalle gekommen, wo rund 40 Aussteller ein breites Angebot um die schuppigen Vierbeiner aufgebaut hatten. 

Neben quirligen Wasserschildkröten und den etwas gemütlicheren Panzerträgern, Agamen, Geckos oder Schlangen wurden bei der Börse auch giftgrüne Minifrösche, exotische Schnecken oder Vogelspinnen angeboten. Ein besonders schönes und unverkäufliches Exemplar krabbelte etwa auf Herrchens Hand und zog die staunenden Blicke der großen und kleinen Besucher auf sich.

Im Mittelpunkt der Ausstellung standen aber klar die Reptilien. Die besondere Faszination dieser Tiere konnte Ausstellungsleiterin Daniela Spörl nicht genau erklären: "Entweder man ist davon begeistert oder eben nicht", sagte die Züchterin, die "irgendwie" von der besonderen Ästhetik und der Ausstrahlung der urtümlichen Kreaturen angetan ist: "Die haben der Evolution stand gehalten und werden uns Menschen überleben."

Schon als Kind war Spörl von Schlangen und Schildkröten restlos fasziniert. "Zum Leidwesen meiner Eltern", lachte die Hargesheimerin, die seit Jahren erfolgreich alle europäischen Schildkröten züchtet. Längst hat sie die Generation "F3" erreicht, was bedeutet, dass von ihren ersten Paaren mittlerweile Urenkel herumkrabbeln - was natürlich eine Menge Fachwissen voraussetzt. Schildkröten seien nämlich keinesfalls problemlos zu halten. Sie seien aber leider sehr leidensfähig, erläuterte Spörl, und könnten ihr Unbehagen auch nicht ausdrücken, so dass viele Tiere wegen der Unwissenheit ihrer Besitzer dahinvegetieren. "Die meisten Besitzer wissen nicht, woher ihr Tier kommt - wie sollen sie dann etwas über die möglichst natürlichen Haltungsbedingungen wissen", fragt Spörl, die über Haltungsfehler wie etwa fehlende Winterruhe oder falsches Futter Bücher schreiben könnte.

Die Züchterin, die auch ab und an als Schildkröten-Expertin im Fernsehen zu sehen ist, gibt deshalb kein Tier ab, ohne dass sie dem Besitzer eine Stunde lang einen Vortrag über die Anforderungen der Panzerträger gehalten und ihm ihre "Schildkröten-Biotope" gezeigt hat. Wer hierfür keine Zeit habe, könne gleich wieder gehen, versichert Spörl, die auch eiskalt Eltern nach Hause schickt, die ein Streicheltier für ihr Kind suchen. Eine Schildkröte wolle nicht herum geschleppt werden, zumal dabei auch die Gefahr bestehe, dass sie herunter falle und dann elend an inneren Verletzungen eingehe.

Bewusst hatte Spörl deshalb auch die Ausstellung im überschaubaren Rahmen gehalten, damit jeder Züchter die potentiellen Käufer eingehend beraten konnte. Als Experte stand zudem Zoologe Dr. Michael Reimann aus Braunweiler bereit, der ein weltweit anerkannter Experte für Schildkröten ist.

         http://www.main-rheiner.de/region/objekt.php3?artikel_id=2547495


WIESBADENER TAGBLATT (Germany) 29 September 06  Krokodil lag unterm Weihnachtsbaum - Tierlehrerin Diana Antoine wuchs mit Schlangen, Spinnen und Alligatoren auf/Show in Hassloch (Birgitta Lamparth)

Hassloch:  Ihre Kollegen heißen Rolf, Tina oder Carla. Und manchmal beißen sie zu. Aber das, sagt Diana Antoine ganz trocken, komme wirklich selten vor. Die vier Fälle, für sie auch mit langen Krankenhausaufenthalten verbunden, seien immer auf ihr eigenes Verschulden zurückzuführen. "Man muss sie respektieren, beobachten und ihnen Zeit und Pausen zum Relaxen geben". Mancher würde sich solch eine Einstellung gegenüber Mitarbeitern wünschen.

Leute im Land

Diana Antoines Kollegen sind Krokodile und Schlangen, Skorpione und Vogelspinnen. Eigentlich nicht die Sorte Tier, die man gerne streicheln würde. Die Tierlehrerin sieht das anders: Sie schmust mit ihnen, trägt sie auf den Schultern, lässt sie über ihre Haut krabbeln. All das ist verblüffend und faszinierend - und ist eine der besten Shows im Holiday Park in Hassloch. Seit 2003 tritt die drahtige Artistin dort auf, in diesem Jahr mit einem neuen Programm. Warum ausgerechnet mit Tieren, die eher Angst einjagen? "Ich hänge an meinen Tieren und habe nie Angst vor ihnen," sagt sie, "ich möchte mit dieser Show auch um Verständnis für diese in Verruf geratenen Arten bitten".

Der Umgang und die Dressur mit und von Tieren ist ihr buchstäblich in die Wiege gelegt worden. In Sydney als Tochter eines aus Essen stammenden Dompteurs und einer Kunstreiterin geboren, wuchs Diana Antoine mit Löwen und Tigern auf. Nach Europa kam sie, weil ihre Eltern sich entschlossen, sich hier mit einer Bärendressur selbständig zu machen. Diana Antoine besuchte derweil das Internat. Und trat - als Ferienjob - erstmals mit 13 Jahren im Hamburger Hansa-Theater auf. Auch mit einem Bären. Eigentlich wollte sie ja Veterinärin werden, aber die Tierdressur machte ihr so viel Spaß, dass sie mit 18 erstmals auf Tournee ging, mit russischen Windhunden, reitend zu Pferd und Kamel. Vergleichsweise harmlosen Tieren also.

Und wie entstand ihre Liebe zu Reptilien? Sie hatte schon immer dafür eine Vorliebe, erzählt sie. Wie andere junge Teenager einen Hund unterm Christbaum liegen haben, war es bei Diana Antoine eines Tages Jambo, der Alligator. So kamen immer weitere dazu, "und wenn man schon ein großes Terrarium besitzt, liegt es natürlich nahe, sich auch 18 Vogelspinnen und acht Schlangen zu halten", sagt die Tierlehrerin.

Seit 17 Jahren legt und arbeitet sie nun mit Reptilien zusammen. Engagements führten sie von Island bis nach Japan. Auf Reisen werden die Tiere in mobilen Terrarien gehalten, in Wickede (Ruhr) haben sie auf dem Anwesen der Antoines ihr Zuhause. Insgesamt sind dort über 60 Tiere beheimatet, die für TV, Film und Show ausgebildet sind.

Ein Krokodil, Croco, bekam Diana Antoine geschenkt, weil der Vorbesitzer ihn für gefährlich hielt. "Aber es stellte sich heraus, dass er nur keine Männer mag". Soll ja vorkommen. Aber - sind ihre Tiere denn nicht gefährlich? Doch, sagt sie, "definitiv ja. Krokodile haben keine Mimik oder Artikulation, deshalb muss man sehr erfahren und umsichtig sein, um zu erkennen, ob die Tiere schlecht gelaunt sind oder sich unwohl fühlen". Sie mögen zwar Streicheleinheiten, ist ihre Erfahrung, "aber wenn sie genug haben, muss man das respektieren". Kleine Bisswunden könnten zu schweren Infektionen führen.

Auch eine Riesenschlange, die aus purer Muskulatur bestehe, 40 Kilo wiege und keine Lust zum Spielen habe, sei kein Spaß. Der Kompromiss sei für sie: "Ich habe genügend Tiere, wenn ein Tier nicht auftreten mag, kann ich ein anderes einsetzen". Gibt es bei ihr eine Art Erste-Hilfe-Koffer gegen Vogelspinnen-Bisse? "Spinnen und Skorpione sind nicht bösartig und warnen vor einer Attacke. Sollte es zu einem seltenen Unfall kommen, ist es besser, sich mit dem Tropeninstitut Hamburg in Verbindung zu setzen".

Also doch etwas diffizil, diese Kollegen. Als Haustiere vielleicht doch nicht so geeignet, oder? "Als Haustiere nicht. Da habe ich zwei Hunde: Den Dackel Susi und den Malteser Heidi".

         http://www.wiesbadener-tagblatt.de/rhein-main/objekt.php3?artikel_id=2544965


SOLOTHURNER ZEITUNG (Switzerland) 26 September 06  Tierhalter und drei Händler angezeigt

(SDA/PBL) Ein ehemaliger Schlangenhalter in Neuenstadt wird wegen Verstosses gegen das Tierschutzgesetz angezeigt. Er hatte 22 Giftschlangen mit einer Ausnahme ohne Bewilligung gehalten, mehrere Tiere waren im Sommer möglicherweise entwichen.

Nach Abschluss der polizeilichen Ermittlungen werden dem 31-jährigen Schweizer mehrere Verstösse gegen das Tierschutzgesetz und die Tierschutzverordnung vorgeworfen, wie die zuständigen Berner Untersuchungsbehörden am Dienstag mitteilten.

Seit Dezember 2004 habe der Mann 22 giftige Reptilien besessen. Eine Haltungsbewilligung konnte er indessen nur für eine einzige Klapperschlange vorweisen.

Angezeigt werden ausser dem Schlangenhalter auch drei Personen aus dem Kanton Waadt. Sie werden beschuldigt, dem Mann die Schlangen ohne entsprechende Bewilligungen verkauft zu haben.

Der geistig offenbar verwirrte Tierhalter befindet sich laut Angaben der Polizei noch immer in der Spezialklinik, in die er nach Bekanntwerden des Falles gebracht worden war.

Die durch Nachbarn aufgebotene Polizei hatte am 15. Juni in der Wohnung des Mannes sechs Giftschlangen sowie mehrere Häute weiterer Klapperschlangen, Vipern und einer Kobra gefunden. Es blieb unklar, ob möglicherweise mehrere Tiere aus der Wohnung entwichen waren.

Heute gehen die Behörden davon aus, dass allfällig entwichene Tiere die kälteren Temperaturen zum Sommerende nicht überlebt haben dürften.

http://www.szonline.ch/pages/index.cfm?dom=30&id=101345681&rub=100004727&arub=100001671&nrub=0


VLOTHOER-ANZEIGER (Germany) 22 September 06  Eine Kinderstube für Eidechsen - Im Jammertal entsteht Eiablageplatz für Reptilien (Thomas Hagen)

Herford (va):  Der Platz im Jammertal in Laar ist ideal für Reptilien: sonnig, geschützt und inmitten einer Heidefläche. Die Wahl des Standortes für einen so genannten Eizeitigungsplatz (für die Eiablage) fiel Biologin Gabriele Potabgy daher leicht.

Bei den vorbereitenden Arbeiten huschten Eidechsen durch die früh verblühte Heide und Blindschleichen schlängelten sich durchs Borstengras. Ein gutes Zeichen.

Doch die eigentliche Sensation ist nicht der systematisch aufgeschichtete Natursteinhaufen, sondern die Tatsache, dass es möglich ist, Heidepflanzen auf Lehmboden anzusiedeln. Die Heide ist ein wichtiger Lebensraum nicht nur für Reptilien. Hans-Christoph Vahle, Vegetationskundler aus Witten, ist begeistert vom Wachsen der Heide in der Kulturlandschaft Ravensberg: "Noch vor rund einhundert Jahren hatten wir im Raum Herford und Jöllenbeck bis zu mehrere Hektar große Heideflächen. Die sind alle verschwunden".

          Geblieben sind lediglich Fragmente im Ravensberger Hügelland. So wie im Jammertal. Nur der Initiative der Biologischen Station Ravensberg und der Unterstützung der Sparkassen-Stiftung, des Kreises und des Landes ist es zu verdanken, dass dort auf einer Fläche von rund 1400 Quadratmetern wieder die Heide blüht. Erste Experimente der Biologischen Station Ravensberg mit den Erikengewächsen brachten im Jammertal keinen Erfolg. Für Verjüngungsschnitte waren die Pflanzen einfach zu alt. Vor sieben Jahren wurde die Fläche abgeplaggt , das bedeutet, dass die oberste Wurzelschicht mit samt dem Humus abgetragen wurde. So wird der magere Boden freigelegt, den das Heidekraut liebt. Im Herbst 1999 säte die Biologische Station Heidematerial ein. Bereits ein Jahr darauf sprossen erste kleine Heidepflanzen aus dem nährstoffarmen Boden. Heute hat sich die Fläche zu einer artenreichen Heide-Gesellschaft entwickelt. Hier wächst nicht nur massenweise Heidekraut, sondern auch so typische Arten wie Englischer und Behaarter Ginster, Vogelfuß, Borstengras, Augentrost und Blutwurz.

Pflegen und Zupfen für einzigartiges Biotop

Dass sich dieser einzigartige Lebensraum weiterentwickeln kann und erhalten bleibt, dafür setzt sich die Biologische Station Ravensberg gemeinsam mit der Beschäftigungsgesellschaft Euwatec aus Löhne ein. Deren Mitarbeiter mähen die Fläche regelmäßig und vorwitzig sprießende Bäumchen werden per Hand herausgezogen. Zur Abrundung entsteht nun der Eizeitigungsplatz.

Doch das soll noch nicht der Schlusspunkt sein. Karin Bohrer vom Amt für Landschaft und Bauen beim Kreis und zuständig für Naturschutz, träumt von einer Heide-Idylle: "Jetzt brauchen wir hier im Jammertal nur noch eine Schafherde".

          http://www.vlothoer-anzeiger.de/va/lokales/herford/?sid=e0a1434959cc2391c6e6bfab095cfbbe&cnt=1053319


HESSISCHE/NIEDERSÄCHSISCHE ALLGEMEINE (Kassel, Germany) 22 September 06  Harte Schale mit weichem Kern - Hans Rautert hält sich zuhause rund 80 Schildkröten – Eine von ihnen misst 50 Zentimeter (Marie Klement)

Kassel:  Wenn Passanten am Garten von Hans Rautert vorbeilaufen, staunen viele von ihnen nicht schlecht. Denn die Tiere, die dort neugierig die vielen Ecken der Grünfläche erkunden, sind nicht etwa – wie in so vielen anderen Gärten – Hunde oder Kaninchen. Nein, bei der Familie Rautert leben zwei Schildkröten im Garten. Und die sind 50 und 30 Zentimeter groß.

"Die Leidenschaft für Schildkröten habe ich bereits seit meiner Jugend", sagt Rautert. Mit 15 Jahren habe er Amphibien wie Frösche und Molche gezüchtet und zu dieser Zeit auch seine erste Schildkröte bekommen. "Eine wunderschöne", erinnert sich der Biologielehrer, der sich mit Fachliteratur und im Austausch mit anderen Züchtern über die Lebensbedingungen der Tiere informiert hat.

Seither finden immer wieder Exemplare der exotischen Tiere ein Heim bei Rautert und seiner Frau. Rund 80 Stück 16 verschiedener Arten besitzen die beiden zurzeit, einige von ihnen Wasser-, andere Landschildkröten. Sie werden bis zu 100 Jahre alt. "Einige Berichte erzählen sogar von 200 Jahren", sagt Rautert.

Viele von Rauterts Tieren sind allerdings noch erheblich jünger, einige erst ein paar Jahre alt. Sie kommen aus Kasachstan, Mexiko, den USA, Indien und anderen Ländern dieser Erde. Dass sie sich in den Becken im Keller zwischen Stroh, Sand und Erde in beheizten Glaskästen wohlfühlen, zeigt, dass sie Nachwuchs bekommen. Ein Ereignis, das Rautert wichtig ist.

Für seine Schützlinge betreibt er viel Aufwand: Eine Stunde täglich dauert ihre Pflege, alle zwei Wochen reibt er die Panzer der Landschildkröten mit Fett für Pferdehufe ein, alle sechs Wochen muss das Wasser gewechselt werden. "Nahrung brauchen sie nicht jeden Tag", erklärt der Experte. Ein halbes Jahr bekommen einige Exemplare sogar nur Heu, da es südlich der Sahara – wo die Tiere herkommen – in dieser Zeit trocken ist.

Sonst fressen die Landschildkröten Disteln, Löwenzahn, Wurzeln, Gras und andere Pflanzen, die im Garten wachsen. Vor allem die beiden großen Schildkröten Edgar und Emma, beide 20 Jahre alt, suchen sich diese, wenn sie zwischen exotischen Pflanzen aus der ganzen Welt frei im Garten herumlaufen. "Die fressen immer", sagt Karola Rautert, während sie Emma den weichen Kopf streichelt.

Eine Behandlung, die sich die Schildkröte gern gefallen lässt. Sie ist an den Menschen gewöhnt und hört sogar, wenn die Rauterts rufen. Vor allem, da es von ihnen oft Leckereien gibt. Worüber die Passanten dann immer wieder staunen, wenn sie am Garten der Familie Rautert vorbeilaufen.

          http://www.hna.de/kasselticker/00_20060922203038_Harte_Schale_mit_weichem_Kern.html


MAERKISCHE ALLGEMEINE (Potsdam, Germany) 21 September 06  Den Fröschen auf der Spur - Aktionstag der Naturwacht mit Lenzener Schüler

Lenzen:  "Guck mal, ein Frosch." Aufgeregt laufen die anderen Kinder auf Sebastian Reimers zu. Der hält einen Moorfrosch in den Händen, den er gerade im Gras aufgesammelt hatte. Jeder wollte den braunen Gesellen mal anfassen. "Ist der glitschig", findet Vanessa, als der Frosch ihr zum wiederholten Male aus der Hand gleitet.

Umweltbildung hautnah erlebten die Zweitklässler der Lenzener Gijsels-van-Lier-Grundschule im Burggarten. Gemeinsam mit der Naturwacht waren die Kleinen am Aktionstag zum Thema "Frösche in der Prignitz" unterwegs. In ganz Brandenburg beteiligen sich Bildungseinrichtungen in diesen Tagen an der Kampagne. Der erlebnisreiche Vormittag begann mit einer gemeinsamen Gesprächsrunde. Hier ging es vor allem um den Jahresverlauf der Frösche. "Das theoretische Wissen der Schüler über die Frösche ist schon enorm", berichtet Ricarda Rath. "Viele Kinder haben die Tiere im eigenen Garten oder in der freien Natur schon ganz genau beobachtet."

Gemeinsam mit ihren Kolleginnen Marion Schlede und Margrit Köthke von der Naturwacht des Biosphärenreservats vermittelte sie der Schulklasse mit Hilfe spielerischer Elemente die heimische Amphibienwelt. Und ihren Spaß hatten die zwanzig Schüler. Da wurden an einem Miniteich Wasserinsekten geangelt, Schallblasen imitiert oder man sollte rückwärts durch einen Froschtunnel kriechen. Beim (Frosch-)Weitsprung war dann sportliches Können gefragt. In kleinen Kästchen versteckt sollten dagegen die Frösche ertastet werden. Als Lohn für die Kinder gab es leckeren Knüppelkuchen am Lagerfeuer und kleine Preise, bevor es zurück in die Schule ging.

Ricarda Rath wies am Rande auf eine gemeinsame Aktion der Naturwacht mit der Sparkasse Prignitz und dem Staatlichen Schulamt hin. "Bis zum 25. Oktober können Kinder ihre Erlebnisse mit Fröschen aufschreiben oder kleine Bilder zum Thema "Sommer mit Fröschen" malen. Diese können dann zur Naturwacht im Biosphärenreservat, Neuhaus Straße 9 in 19322 Rühstädt geschickt werden. Es winken kleine Preise."

          http://www.maerkischeallgemeine.de/cms/beitrag/10786040/61469/


MEIN BERLIN (Germany) 19 September 06  Zwei Schlangen gestohlen

Marzahn-Hellersdorf:  Zwei Diebe haben gestern Abend gegen 20 Uhr im Biesdorf-Center in der Weißenhöher Straße ein Terrarium mit zwei Schlangen gestohlen. Bei der Flucht fiel ihnen außerhalb des Centers der Behälter aus den Händen und zerbrach. Täter und Schlangen flüchteten. Die beiden 25 und 26 Jahre alten Diebe wurden von mehreren Zeugen verfolgt und ca. 350 Meter vom Center entfernt gestellt. Nachdem die Polizei die beiden festgenommen hatte, fingen die Beamten die etwa 1 Meter langen Schlangen ein, die noch in der Nähe waren. In einem Transportkorb der Feuerwehr wurden die Reptilien zunächst zu einem Tierarzt gebracht.

http://www.meinberlin.de/Polizeiticker/?id=36646


BLICK (Zürich, Switzerland) 19 September 06  Cooles Chamäleon

Sydney:  Für rote Köpfe sorgte dieser Winzling nur bei den gestressten Fotografen. Und auch sonst schien ihm der erste Ausflug ins Blaue zu gefallen.

Noch etwas skeptisch und leicht grimmig kuckt der Kleine aus der Buntwäsche. Doch seinen ersten Fototermin im australischen Taronga-Zoo in Sydney meistert er mit stoischer Gelassenheit.

Kein Wunder: Der Winzling ist ein frisch geborenes Chamäleon und könnte sich jederzeit mit einem Farbwechsel fast unsichtbar machen, wenn ihm der Stress zu gross wird. Es wechselt nämlich seine Farbe nicht, um Räuber und Beute zu täuschen, sondern die Tonveränderung zeigt vielmehr sein Wohlbefinden an.

Für den raschen «Kleiderwechsel» verwenden die Reptilien übrigens kleinste Muskeln, die darunter liegende Farbpigmente freilegen respektive überdecken können.

Übrigens ist das kleine noch namenlose «Chameo» das erste, das in einem australischen Zoo zur Welt kam. Da kann man schon mal grün vor Neid werden!

          http://www.blick.ch/news/tierwelt/artikel45310


NÖ NACHRICHTEN (St. Pölten, Austria) 18 September 06  Python schlief am Pielachufer - Kurioser Fund / Bei Ufer-Reinigungsaktion in Hofstetten-Grünau entdeckte Hubert Troger von der Naturwacht eine herrenlose Riesenschlange. (Dorothea Lobinger)

Hofstetten-Grünau:  An einen Scherz glaubte Feuerwehrkommandant-Stellvertreter Walter Bugl: Die Polizeiinspektion Rabenstein hatte ihn von einem ungewöhnlichen Schlangenfund in Kammerhof informiert. „Ich habe im Dickicht im unteren Wehrbereich Schmutz aufgesammelt. Das Hochwasser hatte gerade an dieser Stelle sehr viel angeschwemmt. Als ich mich um etwas bückte, traute ich meinen Augen nicht: Eine ungewöhnliche, etwa 2,2 Meter lange Schlange schlief auf einem Ast“, so Hubert Troger, der Chef der Berg- und Naturwacht.

Diese hatte an einer Uferreinigungsaktion mitgemacht. Hubert Troger ließ von seiner Nichte die Exekutive verständigen. Naturwächter Helmut Fahrngruber kennt sich mit Schlangen aus, er packte das Tier und beförderte es in einen der mitgebrachten Plastiksäcke. Walter Bugl informierte zwischenzeitlich den Verantwortlichen des Landesmuseums und brachte das Tier zu ihm. Der erkannte sofort einen Teppichpython.

Nach einer Untersuchung, das Tier könnte sich eine Lungenentzündung geholt haben, wird der ausgesetzte Python im Terrarium des Landesmuseums vermutlich zu besichtigen sein.

          http://www.noen.at/redaktion/n-pie/article.asp?Text=211993&cat=320


HAMBURGER ABENDBLATT (Germany) 18 September 06  Die Boa - ein friedlicher Zeitgenosse

Reptilien: Deutscher Aquarianer Tag im Jägerhof

Hausbruch:  Eine Gespenstschrecke, die in ihrem Aussehen einer Riesenkakerlake ähnelt. Ein 60 Zentimeter langes Reptil namens Stachelschwanzwaran, das einem Menschen schon einmal die Fingerkuppe wegbeißen kann, aber eigentlich lieber mit Vitaminen angereicherte Heuschrecken verspeist. Leuchtende Fische aus unbekannten Meereswelten. Das alles war am Wochenende beim Norddeutschen Aquarianer Tag im "Landhaus Jägerhof" in Hausbruch zu sehen.

15 Vereine aus dem Großraum Hamburg und Lüneburg stellten in insgesamt 60 Aquarien und zehn Terrarien exotische Tier- und Pflanzenwelten vor. Dass Garnelen, Echsen und Schlangen längst in den deutschen Wohnzimmern Einzug gefunden haben, zeigen die rund 1200 Besucher an zwei Tagen.

Wie selbstverständlich nimmt Carlo Beyer von den Terrarien-Freunden-Hamburg eine 35 Zentimeter lange Schlange in die Hand. "Fühlen Sie, wie weich die Haut ist. Wie feinstes Leder!" Die Baby-Boa wird drei Meter lang werden. Sie ist in Wedel bei Hamburg zur Welt gekommen. "Boas sind friedliche Zeitgenossen". beruhigt der Fachmann. Auf ihrem Speiseplan stehen Mäuse, die laut Gesetz nur tot verfüttert werden dürfen.

Das Halten von Reptilien erfreut sich offenbar immer größerer Beliebtheit. Die Terrarien-Freunde-Hamburg haben sich erst im Mai 2005 gegründet und gehen schon stramm auf die 100 Mitglieder zu.

Das extravagante Hobby teilt Beyer mit Nils Hintz vom Verein für Vivaristik aus Buxtehude. Der 24-jährige hält 25 Pythonschlangen in seinem Eigenheim. "Das Faszinierende ist, etwas Ungewöhnliches zu halten", erklärt er seine ungewöhnliche Leidenschaft. Vor allem die Nachzucht sei interessant, fügt er noch hinzu. Das Futter, Ratten und Mäuse, züchtet er gleich mit. Was am Stand des Buxtehuder Vereins auffällt: Kinder und junge Erwachsene präsentieren die Terrarienwelten. Von Nachwuchsproblemen ist hier keine Spur.

Dennoch: Die meisten Besucher interessieren sich für die Wasserwelten. Bernd und Frauke Behrendt aus Neuenfelde haben zu Hause 16 Aquarien. Die beiden Mitglieder der Aquarienfreunde Stellingen sind Spezialisten für tropische Meerwasserfische wie dem knallgelben Pinzettdoktorfisch. "Die Farben sind faszinierend", schwärmt Bernd Behrendt. Übrigens: Rund 5000 Liter Wasser haben die 15 Vereine für den Aquarianer Tag im "Jägerhof" abgezapft. Das soll kurzzeitig den Betrieb des Gasthofes lahmgelegt haben.

          http://www.abendblatt.de/daten/2006/09/18/613233.html


HAMBURGER ABENDLATT (Germany) 18 September 06  Die Boa - ein friedlicher Zeitgenosse

Reptilien: Deutscher Aquarianer Tag im Jägerhof

Hausbruch:  Eine Gespenstschrecke, die in ihrem Aussehen einer Riesenkakerlake ähnelt. Ein 60 Zentimeter langes Reptil namens Stachelschwanzwaran, das einem Menschen schon einmal die Fingerkuppe wegbeißen kann, aber eigentlich lieber mit Vitaminen angereicherte Heuschrecken verspeist. Leuchtende Fische aus unbekannten Meereswelten. Das alles war am Wochenende beim Norddeutschen Aquarianer Tag im "Landhaus Jägerhof" in Hausbruch zu sehen.

15 Vereine aus dem Großraum Hamburg und Lüneburg stellten in insgesamt 60 Aquarien und zehn Terrarien exotische Tier- und Pflanzenwelten vor. Dass Garnelen, Echsen und Schlangen längst in den deutschen Wohnzimmern Einzug gefunden haben, zeigen die rund 1200 Besucher an zwei Tagen.

Wie selbstverständlich nimmt Carlo Beyer von den Terrarien-Freunden-Hamburg eine 35 Zentimeter lange Schlange in die Hand. "Fühlen Sie, wie weich die Haut ist. Wie feinstes Leder!" Die Baby-Boa wird drei Meter lang werden. Sie ist in Wedel bei Hamburg zur Welt gekommen. "Boas sind friedliche Zeitgenossen". beruhigt der Fachmann. Auf ihrem Speiseplan stehen Mäuse, die laut Gesetz nur tot verfüttert werden dürfen.

Das Halten von Reptilien erfreut sich offenbar immer größerer Beliebtheit. Die Terrarien-Freunde-Hamburg haben sich erst im Mai 2005 gegründet und gehen schon stramm auf die 100 Mitglieder zu.

Das extravagante Hobby teilt Beyer mit Nils Hintz vom Verein für Vivaristik aus Buxtehude. Der 24-jährige hält 25 Pythonschlangen in seinem Eigenheim. "Das Faszinierende ist, etwas Ungewöhnliches zu halten", erklärt er seine ungewöhnliche Leidenschaft. Vor allem die Nachzucht sei interessant, fügt er noch hinzu. Das Futter, Ratten und Mäuse, züchtet er gleich mit. Was am Stand des Buxtehuder Vereins auffällt: Kinder und junge Erwachsene präsentieren die Terrarienwelten. Von Nachwuchsproblemen ist hier keine Spur.

Dennoch: Die meisten Besucher interessieren sich für die Wasserwelten. Bernd und Frauke Behrendt aus Neuenfelde haben zu Hause 16 Aquarien. Die beiden Mitglieder der Aquarienfreunde Stellingen sind Spezialisten für tropische Meerwasserfische wie dem knallgelben Pinzettdoktorfisch. "Die Farben sind faszinierend", schwärmt Bernd Behrendt. Übrigens: Rund 5000 Liter Wasser haben die 15 Vereine für den Aquarianer Tag im "Jägerhof" abgezapft. Das soll kurzzeitig den Betrieb des Gasthofes lahmgelegt haben.

         http://www.abendblatt.de/daten/2006/09/18/613233.html


BERLINER MORGENPOST (Germany) 16 September 06  Leguan im Schlafzimmer entdeckt

Ein Leguan hat eine ganze Nacht unbemerkt im Schlafzimmer einer 30 Jahre alten Schönebergerin zugebracht. Wegen des schönen Wetters hatte Dorothee W. am Donnerstag die Balkontür geöffnet. Auf diese Weise verschaffte sich das ein Meter lange Reptil Zutritt in das Zimmer und versteckte sich. Bevor die junge Frau ins Bett ging, schloss sie die Tür. Erst gegen 7 Uhr früh wurde sie von einem Geräusch geweckt. Dabei bemerkte sie den ungebetenen Gast ruhig auf dem Regal sitzend. Doch statt in Panik zu geraten, verließ Dorothee W. das Zimmer und verschloss die Tür. "Ich bin erstmal zur Arbeit gefahren und habe von dort aus dann die Polizei gerufen", erzählt sie gelassen. Um 8.30 Uhr hatten die Beamten das Tier eingefangen. Komplikationen gab es dabei nicht. "Das Tier wirkte etwas aufgeregt, war aber ansonsten sehr zahm", sagt Polizeisprecher Benedikt Scherlebeck.

Inzwischen befindet sich der Leguan in einer Schöneberger Tierarztpraxis, wo er artgerecht untergebracht ist. Der Besitzer des Tieres konnte bisher nicht ausfindig gemacht werden. Sollte sich niemand melden, wird der Leguan an ein Tierheim oder einen Zoo abgegeben.

         http://www.morgenpost.de/content/2006/09/16/berlin/854293.html


Offizielle Trauerfeier für Steve Irwin live am 20. September um 1.00 Uhr auf ANIMAL PLANET

München (ots) - ANIMAL PLANET überträgt am 20. September, nachts um 1.00 Uhr, exklusiv die öffentliche Trauerfeier
für Steve Irwin. Das Ereignis, das kommenden Mittwoch in Australien
stattfindet, wird unter dem Titel STEVE IRWIN: HE CHANGED OUR WORLD
als Liveübertragung mit Simultanübersetzung zu sehen sein.

   Ort der öffentlichen Gedenkfeier für den "Crocodile Hunter", der
einer der beliebtesten TV-Stars weltweit war, ist das "Crocoseum" in
Irwins Australia Zoo in Beerwah, Australien, das 5.500 Plätze
umfasst. Mitglieder der Irwin-Familie wie auch Steve Irwins
langjähriger Freund und Produzent, John Stainton, halten Gedenkreden.
Erwartet werden Prominente und hochrangige Persönlichkeiten aus der
ganzen Welt.

   In Deutschland und Österreich ist ANIMAL PLANET exklusiv über
Premiere zu empfangen. In der deutschsprachigen Schweiz wird der
Sender über den Teleclub ausgestrahlt.

   Als einziger Fernsehsender der Welt, der sich der Faszination der
Tierwelt widmet, erreicht ANIMAL PLANET 195 Millionen Abonnenten in
mehr als 160 Ländern in Europa, Asien, Latein Amerika, Afrika und dem
Nahen Osten mit Programmen, die in 24 Sprachen übersetzt werden.
ANIMAL PLANET ist in allen internationalen Regionen mit Ausnahme von
Großbritannien und Italien ein Joint Venture zwischen Discovery
Communications und BBC Worldwide.


«Es ist hart zu sehen, wie jemand stirbt»

Das Unterwasser-Video vom Tod des verstorbenen «Crocodile Hunters» Steve Irwin schockiert dessen Manager und Freund John Stanton nachhaltig.

Der australische «Krokodiljäger» Steve Irwin hat nach der Attacke eines Rochens den tödlichen Stachel noch aus seiner Brust gezogen. Das zeigen schockierende Filmaufnahmen von dem Unfall, die derzeit von der australischen Polizei ausgewertet werden.

«Ich habe noch nie so etwas Schreckliches gesehen», sagte Irwins Manager John Stainton Reportern. «Ich habe das Filmmaterial gesehen. Es ist schockierend», sagte Stainton. «Ich konnte mir das Video fast nicht anschauen.»

John Stainton zeigte sich am Dienstag erschüttert von dem Video: «Es ist hart, das zu sehen, weil man sehen kann, wie jemand stirbt.» Irwin sei direkt über dem Rochen gewesen, als dessen Stachel ihn traf. «Er zog in raus und in der nächsten Minute war er tot.»

«Das wars. Danach hielt der Kameramann das Band an», sagte Stainton, der während des Unfalls an Bord von Irwins Boot «Croc One» war.

Auf dem Video sehe man zunächst, wie Irwin über dem Stachelrochen auftauche. Der Stachelrochen holt zum Schlag aus und versetzte dem Abenteurer den tödlichen Schlag.


WELT AM SONNTAG (Berlin, Germany) 04 September 06  TV-«Krokodiljäger» Irwin ums Leben gekommen

Sydney (Dpa):  Sein Faible für Nahaufnahmen wurde ihm zum Verhängnis: Der australische TV-«Krokodiljäger» Steve Irwin ist bei Dreharbeiten für eine Meeres-Dokumentation ums Leben gekommen.

Der Stich eines Stachelrochens traf den 44-Jährigen ins Herz, berichteten australische Medien am Montag. Er habe bei dem Unfall vor der australischen Nordostküste bei Queensland keine Überlebenschance gehabt und sei durch Herzstillstand gestorben, sagte Notarzt Ed O'Laughlin.

Die TV-Serie «Crocodile Hunter», in der der stets hyper-aktive Irwin in khakifarbener Tropenkleidung durch die Wildnis streifte, hatte seinen eigenen Angaben zufolge weltweit rund 500 Millionen Zuschauer. Im deutschen Fernsehen war der Abenteurer auf RTL II zu sehen. Zuhause in Australien indes fühlte er sich bisweilen verkannt: «In meinem eigenen Land finden mich die Leute wohl ein bisschen peinlich», sagte Steve Irwin 2003 in einem Interview. 1991 hatte er den Zoo seiner Eltern an der Sunshine Coast im Bundesstaat Queensland übernommen und zu einer Touristenattraktion gemacht. Nur ein Jahr später begann seine erfolgreiche TV-Serie.

Irwin habe sich mit den Dreharbeiten so nahe an Stachelrochen in höchste Gefahr begeben, sagte der australische Naturfilmer David Ireland. «Sie haben einen oder zwei Stachel am Schwanz, die nicht nur von Gift umhüllt sind, sondern auch wie ein Bajonett wirken», erläuterte Ireland. «Wenn damit irgendein lebenswichtiges Organ getroffen wird, ist der Stachel tödlich wie ein Bajonett.»

«Es ist gefährlich, über einen Stachelrochen hinwegzuschwimmen», betonte auch ein Sprecher der Lebensrettungsgesellschaft von Queensland (SLSQ). Nach Angaben der Organisation gab es seit 1969 in Australien 17 Tote durch Stiche von Stachelrochen.

Der Meeresforscher Grant Willis aus Sydney sagte, dass Stachelrochen normalerweise nicht aggressiv seien: «Sie greifen nur dann an, wenn sie sich bedroht fühlen.» Auch der Biologe Bryan Fry von der Universität Melbourne meinte: «Der Rochen hat nicht aus Aggression, sondern aus Angst zugestochen.»

Für negative Schlagzeilen sorgte der Fernseh-Tierfreund Irwin, als er vor zwei Jahren vor laufender Kamera ein vier Meter langes Krokodil mit der Hand fütterte, während er seinen erst einen Monat alten Sohn Bob auf dem Arm hielt. Selbst treue Fans fragten sich damals, ob Irwin noch recht bei Sinnen ist. Viele fühlten sich an Pop-Sänger Michael Jackson erinnert, der 2002 sein Baby vom Balkon des Berliner Hotels «Adlon» hatte baumeln lassen. Wegen der scharfen öffentlichen Kritik zog sich Irwin in Australien zurück.

Australische Politiker und Tourismusmanager würdigten derweil die Verdienste des «Krokodiljägers». Der australische Ministerpräsident John Howard äußerte sich bestürzt über den Tod des Dokumentarfilmers. «Er liebte das Leben und brachte Millionen von Menschen Freude», sagte der Regierungschef. Irwin habe dem Bundesstaat und ganz Australien viel gegeben, sagte der Ministerpräsident von Queensland, Peter Beattie. «Eine Menge Leute auf der ganzen Welt, vor allem jüngere, werden heute sehr traurig sein.»

Der Chef des Tourismusrates, Matthew Hingerty, nannte Irwin eine «Australische Ikone», die dem Land hunderte Millionen Euro an Tourismuseinnahmen gebracht habe und somit hunderten Menschen einen Job. Steve Irwin hinterlässt eine Frau und zwei Kinder im Alter von drei und acht Jahren.

            http://www.wams.de/appl/newsticker2/index.php?channel=ver&module=dpa&id=12556936


«Chamäleon-Schlange» entdeckt

Fund auf der Insel Borneo

Forscher haben im Herzen der Insel Borneo eine neue Schlangenart entdeckt, welche die Farbe ihrer Haut ändern kann. Forscher spekulieren, dass das seltene Tier nur am Kapuas-Fluss vorkommt, wie die Naturschutzorganisation World Wide Fund for Nature (WWF) am Dienstag mitteilte.

(ap) Der Schlange wurde deswegen der Name «Kapuas-Schlamm-Schlange» gegeben. Die Schlange ist etwa einen halben Meter lang und giftig. Forscher berichteten, dass das Tier beim Fund rötlich-braun war, nach einer Weile aber fast gänzlich weiss wurde. Die Fähigkeit, die Hautfarbe zu ändern, ist bei einigen Reptilien wie Chamäleons bekannt, kommt bei Schlangen aber äusserst selten vor. Die Farbänderung dient dem Schutz vor natürlichen Feinden.

Borneo ist bekannt dafür, dass dort immer wieder neue Arten entdeckt werden. Nach Angaben des WWF wurden seit 1996 auf der Insel 361 bisher unbekannte Tier- und Pflanzenarten gefunden. Die Artenvielfalt ist allerdings durch massive Abholzung gefährdet. In den letzten zwanzig Jahren wurde laut WWF etwa die Hälfte des Urwaldes abgeholzt. Die Schlange wurde im Nationalpark Betung Kerihun im indonesischen Teil Borneos entdeckt.

Die Kapuas-Schlamm-SchlangeDie Kapuas-Schlamm-Schlange (Bild ap)


VORARLBERG ONLINE (Schwarzach, Austria) 14 June 06  Angst vor Schlangen

Aus Angst vor Schlangenbissen werden bei uns nach wie vor viele harmlose Ringelnattern getötet. "Schlange ist Schlange - und die muss weg", lautet das zweifelhafte Motto.   

Tierfreude hingegen versuchen öfters die Tiere zu bergen, bringen sie in die inatura oder lösen "Schlangenalarm" aus, wenn sie sich nicht getrauen das Tier selbst zu bergen. Wenn sich eine Ringelnatter in einen Hausgarten verirrt hat bzw. in einem Lichtschacht oder Kellerabteil gefangen ist, nimmt man eine Decke oder ein Handtuch und deckt das Tier damit zu. In der Dunkelheit unter dieser Abdeckung sind die Schlangen normalerweise völlig ruhig. Dann kann man, am besten mit Handschuhen, die Schlange samt der Decke in einen Jutesack oder einen großen Eimer befördern. Der Behälter ist sorgfältig zu verschliessen. So kann man die Ringelnatter problemlos an einen für sie passenden Ort (z.B. eine feuchte Riedwiese, ein Kleingewässer oder einen Riedgraben) transportieren. Viel zu oft müssen allerdings inatura-Berater oder auch Exekutivbeamte ausrücken, um eine Ringelnatter, die sich zu weit in menschliche Nähe gewagt hat, zu bergen. Gerade im Juni sind sehr viele Jungtiere unterwegs, um sich ein geeignetes Quartier zu suchen. Oft endet eine für sie sehr stressige Odyssee dann fürs Erste in der inatura. Dabei wäre es sehr leicht, die Tiere zu erkennen und sie selbst in ihrer gewohnten Umgebung wieder freizusetzen.

Ringelnattern sind die häufigsten Schlangen in Vorarlberg. Als größte heimische Schlangen erreichten die Männchen eine Länge von ca. 90 cm, Weibchen werden bis zu 130 cm lang. Ringelnattern werden oft als Seeschlangen bezeichnet, da sie ausgezeichnete Schwimmer sind und auch Fische jagen. Im Talboden sind sie bei uns die einzige vorkommende Schlangenart. Die mit ihr verwandte kleinere Schlingnatter kommt eher an Berghängen bis etwa 1000 m Seehöhe vor. Beide Arten sind ungiftig und völlig harmlos. Unsere einzige heimische Giftschlange, die Kreuzotter kommt ausschließlich in Höhen von über 1500 m vor.

Ringelnattern sind an den Flanken und am Rücken grau, bräunlich oder olivgrün gefärbt mit einzelnen schwarzen Schuppen. Der Bauch der Tiere ist grau-, weiss oder gelblichschwarz gefleckt oder gewürfelt. Aufgrund ihres kräftigen Aussehens werden die Ringelnattern oft in ihrer Länge überschätzt. Der Kopf ist deutlich vom Hals abgesetzt. Dies schließt auch eine Verwechslung mit den ebenso harmlosen Blindschleichen aus. Ringelnattern haben im Gegensatz zu Kreuzottern runde Pupillen. Auffälligstes Merkmal ist ihre Nackenzeichnung. Weisslich, beige, gelbe oder orangegelbe, sichelförmige Flecken an beiden Seiten des Halses sind typisch für die Ringelnattern. Diese sind von mehr oder weniger breiten schwarzen Flächen gesäumt. So sprechen unbedarfte Beobachter oft von einer grauen Schlange mit schwarzem Kopf. Übrigens weisen auch Jungtiere sofort nach dem Schlüpfen alle diese charakteristischen Farbmerkmale auf, meist sind diese sogar noch deutlicher als bei Alttieren zu erkennen.

Ringelnattern leben bevorzugt in Feuchtgebieten aller Art. Wichtig für sie sind auch Strukturen zum Verstecken (Stein- oder Holzhaufen uvm.). Sie benötigen einen stark besonnten Bereich, an dem sie sich aufwärmen können. So sind sie in höheren Regionen fast ausschließlich an südexponierten Hängen zu finden.

Die Winterruhe der Ringelnattern dauert je nach Temperatur normalerweise von Mitte Oktober bis Mitte April. Sie verkriechen sich dazu in feuchten Hohlräumen im Boden oder in Haufen von verrottendem Pflanzenmaterial. An sonnigen Sommertagen kann man sie tagsüber beim Sonnenbaden und beim Jagen beobachten. An besonders heissen Tagen begrenzen sie ihre Aktivität auf die Morgen- und Abendstunden.

Bei der Paarung werden die kleineren Männchen oft von ihrer Paarungspartnerin durch das Gelände mitgeschleift. Dies führte wohl auch zum Mythos der zweiköpfigen Schlangen.

Die Weibchen legen nach gut einem Monat Tragezeit bis zu 40 Eier an geschützten Orten ab. Die Jungtiere schlüpfen je nach Temperatur nach vier bis neun Wochen. Die dünnen Jungtiere sind bereits beim Schlüpfen fast 20 cm lang.

Ringelnattern fressen bevorzugt Frösche und andere Amphibien, jagen aber auch nach Fischen, Mäusen und anderen Kleintieren. Die Jungtiere ernähren sich von Kaulquappen, daher werden die Eier oft in die Nähe von Froschgewässern abgelegt.

Die Tiere stehen bei uns wie alle Kriechtiere unter Naturschutz. Natürliche Feinde haben die ausgewachsenen Ringelnattern kaum, wogegen die Jungtiere einem hohen Frassdruck durch Fische (Wels, Hecht, Barsch), Vögel (Sing- und Wasservögel), Kröten, Frösche, Spitzmäuse und Ratten ausgesetzt sind. Sehr oft wird ihnen ihre Ähnlichkeit mit Regenwürmern zum Verhängnis.

Wird eine Ringelnatter aufgeschreckt, so sucht sie im Normalfall im Dickicht das Weite oder kriecht ins Wasser, wo sie rasch davonschwimmen kann. In die Enge getrieben kringelt sie sich ein, steckt den Kopf drohend in die Höhe und züngelt und zischt lautstark. Wird sie weiter gereizt, kann sie auch mit ihrem Kopf (aber mit geschlossenem Maul!) in Richtung Angreifer stossen. Nützt auch dies nichts, gibt sie aus der Analdrüse ein stinkendes Sekret ab. Einmal auf der menschlichen Haut, hilft auch die beste Seife nichts gegen diesen Gestank. Angeblich soll aber nasses Kaffeepulver dagegen helfen. Lässt der Angreifer immer noch nicht von der Ringelnatter ab, so wälzt sie sich auf den Rücken und stellt sich tot bis der Feind verschwunden ist. Ganz theatralisch lässt sie dabei ihr Maul leicht offen und die Zunge lasch heraushängen.

Auf der inatura-Website finden Sie unter hhttp://inatura.at/cup/Z103/diashow/dia_4464.asp Fotos und Merkmalsbeschreibungen von Ringelnattern, sowie weitere Informationen zu diesen Schlangen, die eine sichere Bestimmung dieser schönen Tiere ermöglichen.

         http://www.vol.at/engine.aspx/page/vol-article-detail-page/cn/vol-news-traffl-20060614-023006/dc/tp:vol:vorarlberg/ag/tp-vol

 

20 MINUTEN (Zürich, Switzerland) 15 June 06

Ein Mitarbeiter eines englischen Zoogeschäfts wurde von einer 3-Meter-Kobra gebissen. Der Mann liegt nach dem giftigen Biss im Koma.

Adam Ockwell, zwanzigjähriger Mitarbeiter eines britischen Zoofachgeschäfts, wollte Kobra «Kong» in der Reptilienabteilung füttern wie jeden Tag. Am 14. Juni biss die Schlange jedoch zu, wie der englische Mirror schreibt.

Das Gift einer Kobra wirkt bereits nach wenigen Minuten, und kann einen Elefanten innert Stunden töten. «Schnelles Handeln ist bei einem Schlangenbiss das Wichtigste», zitiert die Zeitung einen Schlangenfachmann. «Wenige Minuten später wäre er bereits tot gewesen.»

Der Ladeninhaber rannte aus dem Shop und stoppte eine vorbeifahrende Polizeipatrouille. Nur diesem Umstand ist es zu verdanken, dass Ockwell noch lebt. Er wurde sofort in ein Spital in Bristol gebracht.

 

http://www.20min.ch/news/kreuz_und_quer/story/27969702


07.06.2006
Schlange im Garten

Offenburg Baden (Deutschland) - Am Dienstagnachmittag meldete eine Anwohnerin in der Kantstraße eine unbekannte Schlange im Garten vor ihrer Terrasse. Beim Eintreffen vor Ort konnte tatsächlich eine dunkelgraue Schlange festgestellt werden, die sich zusammengerollt neben einem Stein sonnte. Seltsamerweise saß auf der Schlange eine dicke Erdkröte. Da die Art und Gefährlichkeit des Reptils zunächst nicht bekannt war, wurde es mittels des Fangstocks fixiert und in einen Eimer verbracht. Eine "Vorführung" der Schlange beim örtlichen NABU-Vorsitzenden brachte Klarheit bzgl. der Art. Demnach handelte es sich um ein ausgewachsenes Exemplar einer ungiftigen "Glatt- oder Schlingnatter" (Coronella austriaca) mit einer Gesamtlänge von ca. 110 cm bei einem Rumpfdurchmesser von ca. 5 cm. Die Schlange wurde im Anschluss wieder in sicherer Entfernung zu bewohntem Gebiet im Wald ausgesetzt und Anzeigerstatterin sowie deren Nachbarn informiert. 

http://www.baden-online.de/news/artikel.phtml?page_id=76&db=news_polizei&table=artikel_polizei_neu&id=2086


SPIEGEL (Hamburg, Germany) 03 June 06  Wie kam der Frosch in den Salat?  Als sie sich ihren Salat genau ansah, bekam sie einen Schreianfall: Eine junge Niederländerin hat beim Besuch eines Burger-King-Restaurants einen lebenden Lurch in ihrem Menü gefunden. Die Fast-food-Kette will nun klären, wie es dazu kommen konnte.

Amsterdam - "Ich habe den ganzen Raum zusammengeschrien", sagte die 23-jährige Astrid Roek dem "Algemeen Dagblad" über den Vorfall, der sich am Donnerstagabend ereignete. Schauplatz war ein Burger-King-Restaurant in der Nähe des Den Haager Hauptbahnhofs. "Das war ein großes schwarzes Ding, ein Frosch oder eine Kröte", sagte Roek über das Tier, das sie in dem Salatmenü fand.

Ein Burger-King-Sprecherin bestätigte den Vorfall: "Eine Kundin hat einen Frosch in ihrem Salat gefunden", sagte Christine Frey. "Sie ging zum Geschäftsführer und zeigte ihm den Frosch. Das ist eine Tatsache."

Roek zeigte das Schnellrestaurant bei der Lebensmittelbehörde an, hat aber nicht vor, das Unternehmen auf hohen Schadensersatz zu verklagen. "Wir wissen, dass in den USA jeder jeden verklagt, aber so machen wir das nicht in den Niederlanden", sagte sie. Burger King entschuldigte sich und versprach, aufzuklären, wie die Amphibie lebend in den Salat kam.

Beim Verarbeitungsablauf mit Kühlung und Lagerung in Plastikbeuteln hätte das Tier nach Darstellung des Unternehmens ersticken müssen. Entweder sei es bei der Zubereitung des Salats in die Schüssel gehüpft oder ein Angestellter oder ein Kunde habe sich einen Scherz erlaubt. "Wir wissen nicht, was passiert ist und müssen aufpassen, was wir darüber sagen", sagte Frey. Das weitere Schicksal des Frosches war ihr unbekannt.

         http://www.spiegel.de/panorama/0,1518,419579,00.html


FRANKENPOST (Hof, Germany) 02 June 06  Inderin heiratet Kobra

Neu Delhi (dpa) - Bimbala Das (30), Inderin aus dem ostindischen Bundesstaat Orissa, hat sich in eine Kobra verliebt und die Schlange geheiratet.

«Obwohl Schlangen weder sprechen noch verstehen können, kommunizieren wir auf eine besondere Art», sagte die Dreißigjährige der Nachrichtenagentur PTI.

«Wann immer ich Milch in die Nähe des Ameisenhügels stelle, in dem die Kobra lebt, kommt sie heraus und trinkt sie.» Das Reptil habe ihr noch nie wehgetan. PTI berichtete, die Verwandten der Braut seien mit ihrer Wahl zufrieden.

Hindu-Priester hätten die rund einstündige Hochzeitszeremonie vollzogen, hieß es weiter. Da der Bräutigam in seinem Ameisenhügel blieb und nicht zu den Feierlichkeiten erschien, sei er durch eine Nachbildung aus Messing vertreten worden. Ihre Verwandten würden der Frau nun eine Hütte nahe des Ameisenhügels bauen.

Hochzeiten zwischen Menschen und anderen Lebewesen kommen in Indien gelegentlich vor. Anders als im Fall der Kobra spielt Liebe dabei eigentlich keine Rolle. Nach Überzeugung abergläubischer Dorfbewohner und Stammesangehöriger wird mit den Hochzeiten Unglück abgewehrt. Die Eheschließung ist eher zeremonieller Art, die Ehe selber auf kurze Zeit und nicht auf Dauer angelegt.

         http://www.frankenpost.de/nachrichten/bilddestages/resyart.phtm?id=972424


ALLGEMEINE ZEITUNG (Bad Kreuznach, Germany) 30 May 06  Die Reptilien sollen keine Schatten bleiben - Ausstellung markiert Auftakt zur NABU-Rallye (Beate Vogt-Gladigau)

Oberhausen:  Die Reptilien im Nahetal sollen keine huschenden, anonymen Schatten oder nur Lehrobjekte in Büchern bleiben, sondern sie sollen lebendig ins Bewusstsein treten. Bei der Auftaktveranstaltung zur Reptilienrallye 2006 (AZ berichtete), die der NABU Rheinhessen-Nahe initiiert hat und die von ARUM (Arbeit und Umwelt) unterstützt wird, war das Besucherinteresse in der Naturstation Alter Bahnhof groß.

Durch die Mitmach-Aktion sollen Wanderer aktiv an die Suche von Nattern und anderen Reptilien in der Natur heran geführt werden. Angst vor "wilden Tieren" brauche niemand zu haben, beruhigte Karsten Gees, Leiter der NABU-Regionalstelle Rheinhessen-Nahe. Und die Suche nach den scheuen Tieren lohne sich, denn in Rheinhessen gebe es dank der trockenen und warmen Lebensräume acht von 14 in Deutschland vorkommenden Reptilienarten.

Zum Start der Rallye ist auch eine Ausstellung mit lebenden Tieren organisiert worden. Andrea Gäßler-Trobisch, Mitglied der Deutschen Gesellschaft für Herpethologie und Terrarienkunde, hat als Züchterin mit Schwerpunkt einheimische Schlangen und Eidechsen Exemplare zur Verfügung gestellt. Ergänzt wird die Ausstellung durch Amphibien von Oswald Walg und Bilder von Hans-Joachim Gellweiler.

Als erste große Aktion in der Naturstation beschrieb ARUM-Vorsitzender Bernhard Backes den Bau des Würfelnattergeheges, in dem viel Eigenleistung steckt, und für den sich Gellweiler engagiert eingesetzt hatte. "Schritt für Schritt" soll die Naturstation wachsen. Erweiterungsmöglichkeiten gibt es im Keller für nachtaktive Tiere wie Feuersalamander oder Kröten.

Backes unterstrich die Bedeutung der Naturstation auch als Faktor für die heimische Wirtschaft, denn Winzer oder die Tourismusbranche könnten mit der einzigartigen Artenvielfalt von Pflanzen- und Tierwelt durchaus punkten.

"Warum in die Ferne schweifen", übertrug Dr. Rainer Lauf, Vorsitzender von Regionalbündnis Soonwald-Nahe, ein Goethewort auf die Artenvielfalt von Fauna und Flora der Region. Initiativen wie sie in der Naturstation in Oberhausen gepflegt würden, seien wertvolle Mosaiksteine, "die den Naturpark mit Leben erfüllen". Was hier "drin steckt, sind natürliche Werte und Schätze". Es sei unglaublich, was hier geleistet worden sei. Auch Lauf beschrieb die Region als ein Kleinod, ergänzt durch die Kulturpflanze Wein.

Zur "tollen Entwicklung" des ehemaligen Bahnhofs gratulierte der SPD-Landtagsabgeordnete Carsten Pörksen. Er verband die außerordentlichen und ehrenamtlichen Anstrengungen des NABU auch mit einem Dank an Ludwig Barth, der den Bahnhof gekauft und saniert hat. Mit Blick auf die Finanzierung der Projekte von NABU und ARUM, die nur durch Spenden und Stiftungsmittel realisiert werden könnten, versprach der Landtagsabgeordnete, dass er sie gerne unterstützen werde, "wie - darüber muss man reden."

         http://www.az-badkreuznach.de/region/objekt.php3?artikel_id=2401048


WESTDEUTSCHE ALLGEMEINE ZEITUNG (Essen, Germany) 01 June 06  Einbrecher klauten 37 Reptilien

Lünen. (sza) Auf Spinnen, Schildkröten, Schlangen und andere Reptilien hatten es in der Nacht zu Mittwoch Einbrecher in einer Tierhandlung abgesehen. Die Diebe machten "fette Beute": Reptilien im Wert von rund 4 500 Euro ließen die nächtlichen Besucher in einem Fachgeschäft an der Kupferstraße mitgehen. "Wir müssen davon ausgehen, dass es sich um Kenner handelt", erklärte ein Polizeisprecher.

Insgesamt 37 Reptilien ließen die Täter mitgehen. Der Diebstahl wurde am Mittwoch gegen 8 Uhr entdeckt. Der Einbruch muss sich demnach ab 21.15 Uhr am Dienstag, 30. Mai, ereignet haben.

Nach Polizeibericht brachen die Täter ein Fenster auf und gelangten so in die Tierhandlung. Gestohlen wurde im Einzelnen:

2 Dreihornchamälea, 29 Bartagamen verschiedener Größe und Farben, 1 Baumpython, 2 Dornschwänze, 1 Griechische Landschildkröte, 1 Madagaskar Riesentagekko, 1 größere Spinne (Pfalmotocus Irminia) und zusätzlich 2 Beregnungsanlagen.

Es handelt sich bei den gestohlenen Tieren nach Auskunft der Polizei um "ausschließlich preislich hochwertige Tiere", weshalb ein Schaden von rund 4 500 Euro entstanden. Hinzu kommen mehrere Euro Sachschaden, die beim eigentlichen Einbruch entstanden. Die Tiere sind nicht giftig.

Wer den Einbruch beobachtet hat oder wem verdächtige Sachen aufgefallen sind, wird von der Polizei dringend gebeten, sich an die Polizeiinspektion 3 zu wenden, Tel: (02306) 76 52-61 21.

         http://www.waz.de/waz/waz.luenen.volltext.php?kennung=on5wrLOKStaLuenen38867&zulieferer=wr&kategorie=LOK&rubrik=Stadt&region=Luenen&auftritt=WAZ&dbserver=1&ts=0605043700


ALLGEMEINE ZEITUNG (Bad Kreuznach, Germany) 30 May 06  Die Reptilien sollen keine Schatten bleiben - Ausstellung markiert Auftakt zur NABU-Rallye  (Beate Vogt-Gladigau)

Oberhausen:  Die Reptilien im Nahetal sollen keine huschenden, anonymen Schatten oder nur Lehrobjekte in Büchern bleiben, sondern sie sollen lebendig ins Bewusstsein treten. Bei der Auftaktveranstaltung zur Reptilienrallye 2006 (AZ berichtete), die der NABU Rheinhessen-Nahe initiiert hat und die von ARUM (Arbeit und Umwelt) unterstützt wird, war das Besucherinteresse in der Naturstation Alter Bahnhof groß.

Durch die Mitmach-Aktion sollen Wanderer aktiv an die Suche von Nattern und anderen Reptilien in der Natur heran geführt werden. Angst vor "wilden Tieren" brauche niemand zu haben, beruhigte Karsten Gees, Leiter der NABU-Regionalstelle Rheinhessen-Nahe. Und die Suche nach den scheuen Tieren lohne sich, denn in Rheinhessen gebe es dank der trockenen und warmen Lebensräume acht von 14 in Deutschland vorkommenden Reptilienarten.

Zum Start der Rallye ist auch eine Ausstellung mit lebenden Tieren organisiert worden. Andrea Gäßler-Trobisch, Mitglied der Deutschen Gesellschaft für Herpethologie und Terrarienkunde, hat als Züchterin mit Schwerpunkt einheimische Schlangen und Eidechsen Exemplare zur Verfügung gestellt. Ergänzt wird die Ausstellung durch Amphibien von Oswald Walg und Bilder von Hans-Joachim Gellweiler.

Als erste große Aktion in der Naturstation beschrieb ARUM-Vorsitzender Bernhard Backes den Bau des Würfelnattergeheges, in dem viel Eigenleistung steckt, und für den sich Gellweiler engagiert eingesetzt hatte. "Schritt für Schritt" soll die Naturstation wachsen. Erweiterungsmöglichkeiten gibt es im Keller für nachtaktive Tiere wie Feuersalamander oder Kröten.

Backes unterstrich die Bedeutung der Naturstation auch als Faktor für die heimische Wirtschaft, denn Winzer oder die Tourismusbranche könnten mit der einzigartigen Artenvielfalt von Pflanzen- und Tierwelt durchaus punkten.

"Warum in die Ferne schweifen", übertrug Dr. Rainer Lauf, Vorsitzender von Regionalbündnis Soonwald-Nahe, ein Goethewort auf die Artenvielfalt von Fauna und Flora der Region. Initiativen wie sie in der Naturstation in Oberhausen gepflegt würden, seien wertvolle Mosaiksteine, "die den Naturpark mit Leben erfüllen". Was hier "drin steckt, sind natürliche Werte und Schätze". Es sei unglaublich, was hier geleistet worden sei. Auch Lauf beschrieb die Region als ein Kleinod, ergänzt durch die Kulturpflanze Wein.

Zur "tollen Entwicklung" des ehemaligen Bahnhofs gratulierte der SPD-Landtagsabgeordnete Carsten Pörksen. Er verband die außerordentlichen und ehrenamtlichen Anstrengungen des NABU auch mit einem Dank an Ludwig Barth, der den Bahnhof gekauft und saniert hat. Mit Blick auf die Finanzierung der Projekte von NABU und ARUM, die nur durch Spenden und Stiftungsmittel realisiert werden könnten, versprach der Landtagsabgeordnete, dass er sie gerne unterstützen werde, "wie - darüber muss man reden."

         http://www.az-badkreuznach.de/region/objekt.php3?artikel_id=2401048


DIE PRESSE (Vienna, Austria) 19 May 06  Meeres-Leguane können schrumpfen 

Auf den Galapagos-Inseln lebende Meeres-Leguane passen ihre Körpergröße an das Futterangebot an. 

Ein unter Wirbeltieren einzigartiges Phänomen hat Martin Wikelski von der Princeton University an Meeres-Leguanen entdeckt: Die auf den Galapagos-Inseln lebenden Tiere können im Verlaufe ihres Lebens je nach Nahrungsangebot wachsen oder schrumpfen, berichtet die Wissenschaftszeitschrift "New Scientist" in der jüngsten Ausgabe. 

Der Forscher berichtete, dass er seine Entdeckung zu Beginn für einen Irrtum hielt. Allerdings betrug die beobachtete Schrumpfung der Tiere bis zu 20 Prozent oder volle sechs Zentimeter in der Länge, was für einen Messfehler dann doch zu viel war. Weitere Forschungen bestätigten dann, dass die nur auf den Galapagos-Inseln vorkommenden Leguane tatsächlich auch im erwachsenen Alter ihre Größe variieren können.

Größe hat Vor- und Nachteile

Wikelski hat auch die Ursache bzw. den Auslöser für das seltsame Phänomen gefunden. Einerseits haben große Tiere bei Produktion einer möglichst zahlreichen Nachkommenschaft einen Vorteil. Große Männchen werden bei der Paarung von den Weibchen kleineren vorgezogen. Große Weibchen wiederum können mehr Eier legen. Andererseits kommt es auf den Galapagos-Inseln regelmäßig zu Verknappung beim Leguan-Futter und dann haben große Tiere mehr Probleme.

El Nino bringt Leguane zum Schrumpfen

Meeres-Leguane ernähren sich von Meeresalgen und diese werden in so genannten El Nino-Jahren knapp. Durch die veränderten Meeresströmungen nimmt der Nährstoffgehalt ab und die Temperatur nimmt drastisch zu. Tatsächlich beobachteten die Wissenschafter während El Nino-Jahren, dass das Schrumpf-Mysterium unter den Leguanen besonders ausgeprägt ist.

Das "Wie" ist noch nicht geklärt

Wie die Leguane es anstellen zu schrumpfen - als Wirbeltiere besitzen sie ja ein knöchernes Körpergerüst - ist bisher nicht völlig geklärt. Fest steht aber, dass es zu einem Knochenabbau mit anschließendem Wiederaufbau kommen muss. Etwa eine Verringerung der knorpeligen Zwischenwirbelmasse reicht für die beobachteten Verkürzungen der Tiere nicht aus, außerdem würde dies die Beweglichkeit zu sehr einschränken.

Für Medizin interessantes Phänomen

Mittlerweile interessieren sich auch Mediziner für das Phänomen. So haben Weltraum-Wissenschafter immer wieder mit Knochenabbau von Astronauten zu kämpfen. Auch Osteoporose-Forscher wurden aufmerksam, als sie hörten, dass die Leguane ihr Knochenvolumen fast nach Belieben verändern können.(

         http://www.diepresse.com/Artikel.aspx?channel=h&ressort=ws&id=559986


MITTELDEUTSCHE ZEITUNG (Sangerhäuser, Germany) 25 May 06  Warum Norbert jetzt eine Lilli hat - Umwelt- und Familientag im Rosarium lockte viele Besucher an (Christoph Reimann)

  Photo” Keine Angst vor großen Tieren mussten die vielen jungen Besucher haben. Unter fachgerechter Anleitung von Lutz Seeber von der Ökologiestation konnten die Kinder diese Schlange streicheln und sogar um den Hals tragen. Das Interesse an den verschiedenen Tieren verdrängte die anfängliche Aufregung rasch. Eine ganz besondere Erfahrung war es jedoch allemal. Wer sich dennoch nicht traute, der konnte trotzdem einen lehrreichen und interessanten Tag im Rosarium verbringen. (Foto: MZ)

Sangerhausen/MZ. Frösche, Kröten und Molche zählen gewöhnlich nicht zu den Lieblingstierenvon Jungen und Mädchen aller Altersgruppen. Doch beim Umwelt- und Familientag am Mittwoch, der unter dem Motto "Amphimania und andere tierische Sachen" lief, gab es erstaunlich wenig Berührungsängste zwischen den jungen Besuchern und den teilweise recht bizarr anmutenden Amphibien und Kriechtieren.

Bei freiem Eintritt für alle Schul-und Kindergartenkinder und ihre Betreuer war der Andrang auf die vielen verschiedenen im Rosarium Sangerhausen ausgestellten Tiere, Infostände und Spielemöglichkeiten natürlich riesengroß. Dabei weihten zahlreiche Betreuer die neugierigen Kleinen in die Geheimnisse der hiesigen Wasserwelten ein. So wurde zum Beispiel Musterteiche und -terrarien vorgestellt oder aber auch das Laichverhalten der unterschiedlichen Arten anschaulich dargestellt.

Das Highlight war aber selbstverständlich die Amphibienschau mit lebenden Exemplaren verschiedener heimischer und exotischer Art. Darunter waren auch zwei vom Zoohaus Krone bereitgestellten Spornschildkröten, die trotz ihres relativ geringen Alters von fünf Jahren schon eine beachtliche Größe erreicht haben. Besonderes Interesse herrschte bei den ausgestellten Schlagen. Nach anfänglichen Zögern ließen sich die mutigsten Besucher die Tiere sogar um den Hals legen. Sobald das Eis gebrochen war, gab es kein Halten mehr, jeder wollte die Boa Constrictor einmal tragen.

Doch es gab auch noch andere Dinge zu bewundern und zu bestaunen. Das Betreuungsforstamt Harz informierte die wissbegierigen Kinder spielerisch über das Leben der Tiere in Wald und Flur. Viel Aufmerksamkeit erhielt auch der Stand der Igelstation von Familie Thiers aus Suhl-Lauterberg. Sie brachten gleich mehrere der stacheligen Säuger mit, welche von allen sofort ins Herz geschlossen wurden. Mit ein wenig Übung konnte man die Tiere sogar auf den Arm nehmen und streicheln.

Lutz Seeber von der Ökologiestation Sangerhausen e.V. freute sich sichtlich über den regen Andran: "Die ganze Aktion ist ein Riesenerfolg. Ich hätte nie mit so vielen Kindern gerechnet." Damit es so weit kommen konnte, wurde von Seiten der Veranstalter auch kräftig die Werbetrommel gerührt. In Vorfeld wurden von Mitarbeitern der Ökostation alle Kindergärten und Schulen der Umgebung besucht oder angeschrieben.

Dabei rief man auch gleich noch einen Malwettbewerb ins Leben. Unter den Bildern, die allesamt die bis zu dem Tag noch namenlose neue Bartagame zeigten, wurden drei Exemplare ausgewählt und die kleinen Künstler bekamen eine Urkunde ausgehändigt. Dabei wurde die Echse gleich noch getauft. Die Umfrage bei den Kindergärten und Schulen war eindeutig, Seniorbartagame Norbert bekommt nun eine Gefährtin namens Lilli.

         http://www.mz-web.de/servlet/ContentServer?pagename=ksta/page&atype=ksArtikel&aid=1144510671986&openMenu=1012902958666&calledPgeId=1012902958666&listid=1018348861835


PRESSETEXT (Affoltern am Albis, Switzerland)  24 May 06 Invasive Amphibien rotten Artverwandte aus - Ochsenfrösche werden mit Pilzinfektion in Verbindung gebracht  (Wolfgang Weitlaner)

London :  Es hätte ein kulinarisches Fest werden sollen: Amerikanische Ochsenfrösche sollten weltweit für günstige Froschschenkel sorgen. Doch nun stehen die invasiven Riesenhüpfer, die bis zu 20 Zentimeter groß und einen halben Kilogramm schwer werden, in Verdacht an der katastrophalen Situation ihrer Artgenossen beteiligt zu sein. Experten haben nämlich in den Ochsenfröschen jene tödlichen Pilzsporen entdeckt, die bei anderen Fröschen zu Massensterben geführt haben, berichtet das Wissenschaftsmagazin Biology Letters http://www.journals.royalsoc.ac.uk.

Der Nordamerikanische Ochsenfrosch (Rana catesbeiana) war nur an der Ostküste von Nordamerika beheimatet, wurde aber in zahlreichen anderen Regionen wie etwa an der Westküste der USA, in Europa, Großbritannien, Japan und in Australien angesiedelt. Zuerst waren es nur lukullische Gründe, warum sich die Frösche großer Beliebtheit erfreuten. Dann kamen auch Gartenteichbesitzer auf den Geschmack sich die exotischen Riesenquaker als Haustiere zu halten. Das Forscherteam um den Epidemiologen Trent Garner von der Zoological Society of London hat nun jedoch festgestellt, dass die Ochsenfrösche die Chytrid-Pilze (Batrachochytrium dendrobatidis) in sich tragen ohne an der Pilzinfektion zu erkranken. Für andere Amphibien bedeutet dieser Pilz allerdings den Tod. "Wir haben auch festgestellt, dass eingeschleppte Ochsenfrösche den Pilz in die freie Wildbahn bringen", so der Forscher.

"Wir können nicht genau sagen, ob das auch bedeutet, dass Ochsenfrösche den Pilz in der ganzen Welt verteilt haben. Es bedeutet aber sicher, dass unter der Betrachtung der Ochsenfrösche als Bioinvasoren, auch deren Erkrankungen als solche bekämpft werden sollten", meint der Wissenschaftler. Seit den 1980er Jahren besteht fast weltweit eine Chytrid-Pilz-Epidemie, die zahlreiche Froschlurche stark dezimiert bzw. teilweise sogar ausgerottet hat. Die Experten haben neben dem Pilz allerdings auch andere Umweltfaktoren wie Umweltverschmutzung, den Einsatz von Pestiziden, Klimaveränderungen und die Zerstörung der Ozonschicht für den starken Rückgang der Amphibien verantwortlich gemacht.

Ochsenfrösche sind an der Katastrophalen Situation der Amphibien aber auch noch aus einem anderen Grund mitverantwortlich. Die Riesentiere verschlingen praktisch alles was etwas kleiner ist, wie sie selbst. Dazu gehören Vögel, Eier, Schlangen und auch Artverwandte. Dramatisch dezimiert haben die Invasoren mangels Fressfeinden daher auch zahlreiche lokale Arten. Wie schrecklich invasive Froschlurche sein können, zeigt sich am Beispiel der Aga-Kröten in Australien

         http://www.pressetext.ch/pte.mc?pte=060524024


STUTTGARTER-NACHRICHTEN (Germany) 24 May 06  Herr Frey sorgt sich um Amphibien - Unter dem Motto "Krötenschutz - mach' mit" leistet der Rentner in Schulen Aufklärungsarbeit (Ute Bauermeister)

         Karlsruhe:  "Nicht die Hände waschen", warnt Ernst Frey kategorisch alle Kinder, die zum Waschbecken rennen. Das Wasser aus dem Hahn sei für die Tiere aggressiv, erklärt der Experte den Jungen und Mädchen. Rund 50 Frösche und Kröten hatte der Naturschützer in verschiedenen Eimern mitgebracht. Mit wenigen Handgriffen verwandelt er den Kunstsaal der Karlsruher Südend-Schule in ein kleines Biotop für heimische Amphibien. "Wer war denn zuerst da, Frösche oder Dinosaurier?", fragt Frey in die aufmerksame Schülerrunde. Die meisten Kinder stimmen für die ausgestorbenen Riesen - und liegen verkehrt. Denn schon seit 380 Millionen Jahren gibt es Amphibien auf der Erde, Tiere also, die sowohl im Wasser als auch auf Land leben.

Rentner Frey holt seinen "Gorbi" aus der Tonne, einen zehnjährigen Ochsenfrosch, und setzt ihn Anna-Lisa in die Hände. Da sich der aus Amerika stammende Ochsenfrosch von heimischen Amphibien ernährt, ist er nicht beliebt. "Wenn ihr so ein dunkles Quaken hört", meint Frey und ahmt die Rufe nach, "dann müsst ihr beim Umweltamt Bescheid geben." Denn die Weibchen legen bis zu 25.000 Eier und haben kaum natürliche Feinde.

Der Ochsenfrosch ist da allerdings eine Ausnahme, denn die meisten in Baden-Württemberg ansässigen Frösche haben derzeit nichts zu lachen. Ihr Lebensraum hat sich stark verändert, wodurch viele "Quaker" vom Aussterben bedroht sind. "Wir sind zu sauber und schütten alle Pfützen oder Matschlöcher zu", klagt Frey. Deshalb findet zum Beispiel die Gelbbauchunke kaum noch Plätze zum Laichen.

Unter dem Motto "Krötenschutz - mach' mit" zieht Ernst Frey mit seinen Tieren im Schlepptau durch Schulen und betreibt anschaulich Aufklärungsarbeit in Sachen Artenschutz. Dabei dürfen die Amphibien angefasst werden, was laut Bundesartenschutzverordnung in freier Natur verboten ist. "Aber wie sollen Kinder einen Bezug dazu bekommen, wenn sie die Tiere nicht einmal berühren dürfen?", fragt sich der 65-Jährige.

Rund 37 Jahre war er in der Bezirksstelle für Naturschutz am Regierungspräsidium Karlsruhe als Landespfleger angestellt. Dort betreute und erarbeitete er sämtliche Naturschutzgebiete der Fächerstadt. 1989 ließ Frey erstmals als Schutz Tunnelanlagen an Straßen bauen. Dadurch konnte die Zahl der überfahrenen Amphibien stark reduziert werden. "So eine zyklische Massenwanderung an die Laichplätze mitzuerleben, ist ein unglaublich faszinierendes Naturerlebnis", schwärmt Frey.

Doch er weiß, dass sein ehrenamtliches Engagement nur ein Tropfen auf dem heißen Stein ist. Durch die Verwaltungsreformen sieht Frey den Naturschutz stark gefährdet. Inzwischen kümmert sich nicht mehr das Land um den Artenschutz, sondern die Städte. Manch eine Kommune engagiere sich vorbildlich, wie beispielsweise Ludwigsburg, andere sorgten sich herzlich wenig darum. Daher fordert Frey eine bessere staatliche Strategie für den Naturschutz.

Bevor der vitale Tierschützer seine Kröten an selber Stelle in der Natur wieder aussetzt, verwöhnt er sie mit kulinarischen Leckerbissen wie Heuschrecken, Würmern oder Käfern. Zwar kommen sie als Vegetarier zur Welt, doch kaum hat sich die Metamorphose von der Kaulquappe zum Frosch vollzogen, gieren sie nach Fleisch. Humorvoll preist Frey die Vorzüge seiner kühlen Tierchen mit den hübschen Glubschaugen. Weil sich die Wechselwarmblüter alle drei Monate häuten, werden sie nie runzlig - ein Traum für viele Menschen.

Seine zweistündige Vorführung schließt Frey mit einem Härtetest ab: "Wer traut sich, einen echten Frosch zu küssen?" Die Mädchen melden sich natürlich zuerst. Doch selbst Emilio macht mit und meint cool: "War gar nicht schlimm, nur ein bisschen feucht." Einen Prinzen hielten die "Froschküsser" hinterher zwar nicht im Arm. Dafür bekamen sie jedoch eine Urkunde, die den Besitzer zur Froschkönigin oder zum Froschkönig ernennt.

         http://www.stuttgarter-nachrichten.de/stn/page/detail.php/1166319


HAMBURGER ABENDBLATT (Germany) 24 May 06  Zehn neue Teiche für die Wechselkröten

Mölln:  Demnächst wird ein Bagger anrücken und zehn neue Teiche im Land der Stiftung Naturschutz vor den Toren Möllns (Herzogtum Lauenburg) ausheben. Dort sollen 1000 Wechselkröten ausgesetzt werden, so Stiftungssprecher Thomas Voigt. Die Kröten werden derzeit im Gewächshaus der Kieler Universität aufgezogen. Die farbenprächtigste heimische Krötenart ist vom Aussterben bedroht. Bis Ende des 19. Jahrhunderts war sie im östlichen Hügelland noch bis nach Kiel verbreitet. Heute gibt es nur wenige Nachweise auf Fehmarn und im Herzogtum Lauenburg. Im Stifungsland werden jetzt auch eine Trockenmauer als Versteck und offene Sandbodenstellen angelegt. Denn die Kröte lebt gern an Land und versteckt sich tagsüber unter Steinen und Hölzern. Männchen werden bis acht Zentimeter groß, Weibchen bis neun Zentimeter. Während die Grundfarbe der Männchen eher hellgrau ist, sehen die Weibchen fast weiß aus. Beide sind übersät mit grünen Inselfleckchen, die nur am Bauch fehlen.

         http://www.abendblatt.de/daten/2006/05/24/566272.html


ALLGEMEINE ZEITUNG (Mainz Germany) 24 May 06  Schlange in der Waschmaschine - Die tierischen Erlebnisse von Maria Kugel füllen jetzt ein ganzes Buch (Michaela Luster)

Heidesheim:  Maria Kugel hat einen besonderen Draht zu Tieren - und Tiere einen besonderen Draht zu ihr. Jetzt hat die 46-Jährige ihre Erfahrungen aufgeschrieben. Herausgekommen ist eine heitere, aber auch traurige Geschichte über die Katze Lilly, die als Buch erschienen ist.

"Als ich Lilly einschläfern lassen musste, nachdem sie bei einem Unfall sehr schwere Verletzungen erlitten hatte, konnte ich das zuerst gar nicht verarbeiten", erinnert sich Maria Kugel, die als Erzieherin in der Heidesheimer Kindertagesstätte "Zwergenhaus" arbeitet.

Und so setzte sie sich hin und notierte ein paar Episoden aus dem Leben der rotgetigerten Katze. Wie sich die halb verhungerte Katze die Wohnung der Familie Kugel als neues Heim "aussuchte", wie sie sich am elektrischen Zähneputzen beteiligte oder wie sie bei der Zigarettenpause auf dem Balkon stets ihren Platz im Blumentopf einnahm.

"Die ersten Erinnerungen aus meiner Kindheit sind mein Opa und unsere Katzen", erzählt die gebürtige Triererin, die als eines von elf Kindern aufwuchs. Als der Opa starb, blieben nur noch die Katzen, "sie waren meine Verbündeten". Nach der Schule stand denn auch Marias Berufswunsch fest: Tierpflegerin. Doch der strenge Vater verbot das. Die junge Frau gab nach und wurde Erzieherin. Sie heiratete und bekam drei Kinder, die mittlerweile erwachsen sind. Ihre Tierliebe hat sie aber immer weiter gepflegt. Zur Zeit hat sie einen Hund namens Lucky, ein Kaninchen, zwei Katzen, ein Aquarium mit Fischen, eine Kettennatter - und 17 Mäuse.

In ihrer Wohnung in Uhlerborn hat sich Maria Kugel eine ganze Bibliothek zusammengestellt über den richtigen Umgang mit ihren Lieblingen, über ihre Ernährung und Pflege. Trotzdem kommt die 46-Jährige nicht immer um einen Tierarztbesuch herum - zum Beispiel, als Lucky an Borreliose erkrankt war und sie von Pontius zu Pilatus lief, bis die Diagnose stand. Für die teuren Arztbesuche hatte sie zum Glück vorgesorgt: "Lucky bekommt dafür jeden Monat Taschengeld auf ein Sparbuch", sagt die Erzieherin lachend.

Dass viele Kinder und manche Erwachsene Angst vor Tieren haben oder sich ekeln, findet sie schade. Und sie tut etwas dagegen.

Zum Beispiel, indem sie Brain, die Kettennatter, eine Ringelnatter, die sich in ihre Waschmaschine verirrt hatte, und eine Blindschleiche einpackt und in der ehemaligen Schule ihrer Tochter im Biologieunterricht den Unterschied zwischen Schlangen und Eidechsen erklärt.

"Wenn Kinder oder Erwachsene die Haut der Schlangen anfassen dürfen, merken sie, wie toll sich das anfühlt", hat Maria Kugel festgestellt. Auch im Kindergarten hat sie schon viele Jungs und Mädchen mit ihrer Begeisterung angesteckt. Wenn Lucky sie auf Ausflügen begleitet, dann reißen sie sich darum, ihn an der Leine halten zu dürfen.

Maria Kugel hat schon viele Tiere gerettet. Aber die Tiere helfen auch ihr über Schicksalsschläge hinweg. "Nach der Trennung von meinem Mann wäre ich ohne Hund vor die Hunde gegangen", ist sie sich sicher. Denn das Tier habe sie gezwungen, raus zu gehen und sich nicht zu Hause einzuigeln. "Tiere lieben uns bedingungslos", sagt die Erzieherin. "Sie fragen nicht, ob sie einen Vorteil davon haben."

Anfang dieses Jahres haben die Tierliebhaberin und ihr neuer Lebensgefährte die Azoreninsel Flores für sich entdeckt und haben sich dort kurzerhand ein Stück Land gekauft. Jetzt sind sie dabei, sich ein Häuschen dort zu bauen. Irgendwann wollen sie Deutschland den Rücken kehren und sich in ihr kleines Paradies zurückziehen.

Vielleicht kommen sie ja dort auch ihrem Traum, ein Tierasyl zu gründen, ein kleines Stückchen näher...

http://www.allgemeine-zeitung.de/region/objekt.php3?artikel_id=2395327


NÖ NACHRICHTEN (St. Pölten, Austria) 24 May 06  Kröten erhalten Tunnel: Jetzt tobt Bevölkerung!  In Hohenau werden eigene Straßendurchlässe für Amphibien gebaut. (Faltner Und Streihammer)

Bezirk Gänserndorf :  Sie kennen keine Bauausschüsse oder UVP-Verfahren. Sie verfügen weder über rote, noch über schwarze oder grüne Parteibücher. Wahlberechtigt ist keiner von ihnen. Und doch hat die Politik die Frösche rund um Hohenau wärmstens ins Herz geschlossen. Von der uneingeschränkten Tierliebe zeugt ein kurioses Naturschutzprojekt auf der Straße vor der Marchbrücke.

Im Eiltempo wird an einer Krötenzone mit Durchlässen gearbeitet. In der Bevölkerung im Norden des Bezirks löste das Vorhaben einen Riesenwirbel aus. „Das ist ein Skandal“, wettert ein Anrainer (Name der Redaktion bekannt). „Für unsere Straßenbauprojekte haben sie kein Geld. Aber den Fröschen bauen sie diese sündteuren Unterführungen.“ Weitere Brisanz erlangt das Vorhaben durch das Hochwasser: „Wir mussten jahrelang auf den Damm warten. Für den Schutz der Kröten lässt man sich nicht soviel Zeit.“ Das passiert: Die Fahrbahn wird an 29 Stellen aufgerissen, um Durchlässe für die Kröten zu schaffen.

„Wenn alles glatt läuft, sind wir Ende des Jahres fertig“

Das war aber nur der erste Streich. Um sicher zu gehen, dass die Tiere nicht unter die Räder kommen, werden die Frösche mittels Amphibienzäunen an die Tunnel herangeführt. Dabei handelt es sich um keine „billigen“ Wegabsperrungen, sondern um eine mit hochwertigem Material und Zwischenelementen versehene Konstruktion. Die 29 geplanten Durchlässe könnten Gesellschaft bekommen. Derzeit laufen die Verhandlungen für fünf weitere Tunnels.

Außerdem installiert die NÖ Straßenbauabteilung zwei Verkehrsinseln. Damit ja kein Frosch sein Leben lassen muss. „Was kommt als nächstes: Die Kröten-U-Bahn oder die Kröten-March-Brücke?“, tobt ein Bürger vor Wut. Das Ende des Bauvorhabens, inklusive der Straßensanierung auf einer Länge von 600 Metern, hängt von der Fertigstellung des Dammes ab. „Erst dann können die letzten Durchlässe gebaut und die Straße auf Vordermann gebracht werden“, weiß Projektleiter und Bürgermeister von Wolkersdorf DI Norbert Heurteur.

Nachsatz: „Wenn alles glatt läuft, haben wir das Projekt, bis auf ein paar Restarbeiten, zum Ende des Jahres abgeschlossen.“ Indes munkelt man, dass das Vorhaben den deutlich größten Brocken im mit etwa 600.000 Euro dotierten Straßenbau-Budget für Hohenau einnimmt. Die Straßenmeisterei Zistersdorf hat sich bei dem umstrittenen Projekt an strenge Vorgaben der Behörden zu halten. Denn die March-Region um Hohenau ist Naturschutzgebiet.

Trotzdem: Das aufwändige Verfahren zur Rettung der Kröten wird auch in den nächsten Monaten für viel Gesprächsstoff sorgen. Denn während die Bürgermeister beim Land um Geld für die Sanierung von Straßen betteln, wandern die Frösche gemütlich Richtung Westen.

         http://www.noen.at/redaktion/n-mar/article.asp?Text=202634&cat=343


FÜSSENER BLATT (Germany) 08 May 06  Wie Kröten eine Autobahn überleben  Experten erläutern bei Füssen die Schutzeinrichtungen für Amphibien an der A 7

Füssen (ha):  Die Straße zum Alatsee bei Füssen war eine Station bei der Exkursion „Möglichkeiten des aktiven Amphibienschutzes beim Straßenbau“. Experten erklärten anschaulich, wie Kröten, Frösche, Igel und Schlangen im Bereich der A 7 überleben können. „Es war technisch aufwändig, die gesetzlichen Bestimmungen zum Naturschutz umzusetzen“, erklärte Klaus Leix von der Autobahndirektion Südbayern gegenüber unserer Zeitung. „Hier am Damm zum Beispiel gab es einige statische Probleme. Aber mit vereinten Kräften ist uns eine gute Lösung gelungen.“

Die Fachleute warteten auf dem Wasenmoosparkplatz beim „Jägerhaus“. „Im Gelände wollen wir zeigen, dass die modernen Amphibienleiteinrichtungen für den Naturschutz ein großer Fortschritt sind. Sie lotsen die im Frühjahr wandernden Amphibien unbeschadet zu ihren Laichplätzen“, so Leix von der Dienststelle in Kempten.

„Um die wandernden Kröten - aber auch Frösche, Schlangen und Igel - möglichst gut zu schützen, wird eine schon hundertfach bewährte Doppelstrategie verfolgt“, erklärt die Ingenieurin Monika Bissinger vom Ifu-Plan-Team. Die Münchener Firma war damit betraut, das lebensrettende Konzept auszuarbeiten, das die vom Autoverkehr bedrohten Amphibien und Reptilien auf behutsame Weise zwingt, sich in ihrer heimischen Umgebung etwas umzuorientieren. „Es wurden zahlreiche Ersatzlaichgewässer angelegt“, erläutert Bissinger. Sie marschiert zu einer der großen „Pfützen“ auf der Wiese und greift ins Wasser: „Hier sind die ersten Kaulquappen!“

Darüber hinaus mussten Durchlässe an den Straßen geschaffen werden. Die Teilnehmer der Exkursion knien sich nieder und schauen sich einen solchen Kröten-Tunnel näher an. „Trotz der neuen Trasse können die Tiere ihre früheren Laichplätze erreichen“, versichert Leix. „Anlagen zum Schutz der Amphibien sind feste Bestandteile der Straße“, fährt er fort. „Für die Anlagen gelten die gleichen Kriterien, wie sie Standard im Straßenbau sind. Sie werden haltbar gebaut sowie regelmäßig überwacht und gepflegt.“

Zur Planung einer dauerhaften Amphibienschutzanlage seien umfassende Voruntersuchungen unerlässlich. „Ziel solcher Studien sind Erkenntnisse über das Artenspektrum, die Anzahl der wandernden Amphibien sowie ihrer Wanderrichtung“, informiert Leix.

„Die Leiteinrichtungen haben hier eine Länge von zirka 5000 Metern. Sie müssen lückenlos sein“, ergänzt er „Zum Schutz der Tiere gibt es - wo dies notwendig ist - so genannte Stopprinnen. Die Tiere fallen sanft auf den Boden und wandern ungefährdet im erneuten Versuch zu ihren Laichgewässern.“

Mit im Gelände unterwegs sind auch Michael Maurer und Marianne Kaledin. Sie sind zur Exkursion aus Montabaur in Rheinland-Pfalz angereist. Hier arbeiten sie bei Volkmann & Rossbach. Die Firma stellt hauptsächlich Stahlschutzplanken für den europäischen Markt her. „Unsere Abteilung Amphibienguard verfügt über langjährige Erfahrungen darin, wie Kröten und verwandte Tiere geschützt werden können“, erzählt Maurer bei der Rückfahrt in Richtung „Jägerhaus“. „Unsere Leute haben die technischen Schutzanlagen hier eingebaut. Die Arbeit am Damm war manchmal recht mühsam.“

Die knapp zwei Stunden Tour auf den Wiesen, an den Dämmen und auf der Autobahnbrücke vergingen wie im Flug. „Ich habe einiges über den Naturschutz gelernt“, kommentierte ein Teilnehmer aus Füssen die Exkursion. „Jetzt weiß ich auch, was mit Ersatzlaichgewässer gemeint ist.“ Der Rundgang sei spannend und aufschlussreich gewesen. „Wer denkt schon an Amphibienschutzanlagen, wenn er auf einer neuen Autobahn fährt?“

          http://www.all-in.de/redsys/c.php/allin/lokales/index.php?l=de&dom=dom1&id=612095


NEWS.CH (St.Gallen, Switzerland) 08 May 06  Sumpfkrokodile in Mexiko nicht mehr bedroht

Mexiko-Stadt (Ht/sda):  Mexiko will das Sumpfkrokodil von der Liste der vom Aussterben bedrohten Tierarten streichen lassen.

«Wir verfügen über Beweise, das dieses Reptil nicht mehr vom Aussterben bedroht ist, teilte das Umweltministerium am Sonntag in Mexiko-Stadt mit. Es sei das erste Mal, dass das Land die Streichung einer Spezies von der Liste fordere.

Mexiko werde den Antrag Ende Juni bei der nächsten Tagung der Krokodilexperten der Weltunion für die Natur (UICN) im französischen Montélimar stellen.

Im vergangenen Jahr hatte Mexiko bereits einen Antrag auf Reklassifizierung gestellt, um Hemnisse beim Handel mit dem Tier zu beseitigen. Das Sumpfkrokodil lebt im Süden Mexikos, in Guatemala und Belice.

          http://www.news.ch/Sumpfkrokodile+in+Mexiko+nicht+mehr+bedroht/241108/detail.htm


MAIN-SPITZE (Rüsselsheim, Germany) 01 May 06  In Gefangenschaft ungiftig - Besucher aus ganz Europa kommen zur zehnten "Froschbörse"  (Stefan Weckbach)

Über 500 Frosch-Liebhaber kamen am Samstag in die Stadthalle, um Zubehör für ihr Terrarium zu kaufen, Tiere zu tauschen oder Futtertiere aufzufrischen."Die Leute kommen aus Schweden, Dänemark, Holland, Belgien und anderen Ländern angereist", berichtete Harald Divossen, der die Veranstaltung zusammen mit Helga Freiberger und Franz Bang ausrichtet.

Bei der zehnten Rüsselsheimer "Froschbörse" standen einmal mehr die Pfeilgiftfrösche im Mittelpunkt. Der 41-jährige Divossen führt dies auf folgende Gründe zurück: Die Frösche sehen mit ihren bunten Farben sehr schön aus. Daneben sei das Fortpflanzungsverhalten sehr interessant. "Im Gegensatz zu einheimischen Fröschen, die tausende Eier legen, beschränken sich die Pfeilgiftfrösche auf nur vier bis fünf Eier. Diese pflegen und verteidigen sie dann, was man im Terrarium eindrucksvoll beobachten kann", so der Veranstalter. Auch wenn Pfeilgiftfrösche "mit zu den giftigsten Tieren gehören", seien sie hier völlig harmlos, erklärt Divossen weiter: "Die Tiere verlieren in Gefangenschaft ihr Gift. In ihrer Heimat fressen sie Ameisen, ändern die Moleküle der Ameisensäure etwas und lagern sie dann unter ihrer Haut ein. Aufgrund der im Gegensatz zur Wildnis anderen Fütterung im Terrarium können die Tiere gar kein Gift bilden." Das Gift setzen die Frösche übrigens nicht zum Jagen ein, sondern dient als Schutz vor Bakterien und Schimmelpilzen sowie vor natürlichen Gegnern.

Auch wenn die Pfeilgiftfrösche das Gros der Tiere ausmachen, konnten in der Stadthalle noch weitere Frösche bewundert werden. So zum Beispiel der tropische Laubfrosch, verschiedene Krötenarten und einheimische Frösche, deren Haltung allerdings in besonderem Maße genehmigungspflichtig ist. Nicht zuletzt deswegen und weil sie auf den Umgang mit ihren Lieblingstieren großen Wert legen, achteten die drei Organisatoren peinlichst auf die Ordnung in der Stadthalle. Und am Ausgang wurde kontrolliert, dass die Frösche auch ordentlich transportiert wurden. Der Handel mit Fröschen war daneben ausschließlich von 12 bis 15 Uhr erlaubt, um die Tiere nicht unnötigem Stress auszusetzen. Für die besonderen Schutzmaßnahmen sei man von den Kontrolleuren des Regierungspräsidiums ausdrücklich gelobt worden, freute sich Harald Divossen.

Der Kfz-Mechaniker bei Opel berichtete am Abend über seine Reise nach Surinam in Südamerika. Daneben gab es einen Vortrag von Karl-Heinz Jungfer über tropische Laubfrösche sowie zwei Filme.

Die zahlreichen Helfer vom "Froschstammtisch" wurden von den Organisatoren für ihre Mithilfe beim Aufbau und der Ausrichtung der "Froschbörse" mit einem T-Shirt und Froschkarten belohnt. Daneben freut sich der Verein "Rettet den Regenwald", dem der Erlös der Veranstaltung zugute kommt.

         http://www.main-spitze.de/region/objekt.php3?artikel_id=2366248


MENDENER-ZEITUNG (Germany) 29 April 06  Jungjäger kamen Kröten ins Gehege - Bericht der Stadt: Um die Sicherheit der Tiere ist es in Menden eher schlecht bestellt

MENDEN:  Nicht sonderlich gut bestellt ist es in Menden um die Sicherheit von Kröten auf ihren alljährlichen Frühjahrswanderung. Das berichtete Ralf Lückermann, Umweltabteilung, am Donnertag auf Antrag der GAL im Ausschuss für Umwelt, Planen, bauen. So mussten am Hexenteich die Anfang April wegen vieler überfahrender Kröten aufgebauten Sperrungen des Parkplatzes und des Weges zum Schießstand wieder eingeschränkt bzw. rückgängig gemacht werden.

Autofahrer, die vom Oesberner Weg auf den Parkplatz einfahren wollten und dies wegen der Sperrung nicht konnten, zogen rückwärts wieder auf die schnell befahrene Straße. "Das war einfach zu gefährlich", schilderte Lückermann. Und: "Dort übende Jäger gaben an, den Weg zum Schießstand im Auto fahren zu müssen. Offenbar gibt es eine Regelung, wonach Jungjäger mit ihrenGewehren nicht im Freien herumlaufen dürfen." - "Dann sollen die in Zukunft doch außerhalb der Wanderungszeit schießen", regte Wilfried Hennemann (CDU) an.

Die Stiftstraße nannte Lückermann dann als weitere Problemstelle. "Hier sind die Verhältnisse zu beengt für Leit-Elemente." An diesen wandern die Kröten entlang, bis sie in Eimer plumpsen, in denen sie dann sicher über die Straßen getragen werden.

An der B 515n funktioniere das besser - "die Frösche, Kröten und Molche haben die Leiteinrichtung hier gut angenommen", schmunzelte Lückermann. Allerdings werde die mobile Einrichtung ständig zerstört oder geklaut.

Und: Die Zivildienstleistenden, die bisher die Schutzanlagen abfuhren und die Eimer über die Straßen trugen, stehen nicht mehr zur Verfügung. Hier sei man inzwischen auf ehrenamtliche Helfer angewiesen.

         http://www.mendener-zeitung.de/lokales/story.php?id=189784


OSTTHÜRINGER ZEITUNG (Germany) 28 April 06  Erfolgreiche Krötenschutzaktion - Naturschützer bauen um Trockenborn und Erdmannsdorf die Zäune ab (Andreas Schott und Axel Ukena)

Wolfersdorf/Lippersdorf. In dieser Woche waren die Naturschützer des Nabu des Saale-Holzland-Kreises wieder unterwegs. Entlang der Straße in Richtung Trockenborn-Wolfersdorf bauten sie den Amphibienzaun wieder ab.

"Rund 3,5 Kilometer lang ist der Zaun, den wir am 31. März aufgebaut haben und nun wieder zurückbauen", erläutert Rudolf Heyer aus Jena. Neben ihm sind Claus Rücknagel aus Kahla und Tino Schau aus Jena beim Abbau dabei. Mehr Helfer seien im Gegensatz zum Aufbau des jeweils rund 100 Meter langen und 50 Zentimeter hohen Netzes auch nicht notwendig, meint Heyer.

In diesem Jahr begann zwar alles etwas später als die Jahre zuvor, aber dennoch waren die Naturschützer zufrieden mit der Anzahl der Kröten, Molche und Frösche, die sie wohlbehalten über die Straße gebracht haben. "Exakt 5739 Tiere waren es. Darunter waren allein 5349 Erdkröten", freut sich auch Claus Rücknagel. Aber auch Teich- und Bergmolche, Teichfrösche und Knoblauchkröten seien darunter gewesen. Die Population habe sich gegenüber den Vorjahren stabilisiert, schätzt Rudolf Heyer ein und gibt ein dickes Kompliment an Claus Rücknagel weiter.

Insgesamt zweimal pro Tag sei er 24 Tage lang aus Kahla an den Rothehofbach gekommen und habe die Tiere per Eimer über die Straße gebracht. Claus Rücknagel schmunzelt über soviel Lob, aber vielmehr freut er sich, dass er mit seinem Engagement Tiere retten konnte.

Auch zwischen Lippersdorf-Erdmannsdorf ist die Zeit der Krötenwanderung vorbei. Jetzt krabbelt bereits der Nachwuchs schon wieder aus den Teichen und Tümpeln, wie es die Naturschützer der Bürgerinitiative Tälerdörfer bei Lippersdorf und Erdmannsdorf am Donnerstag entdeckten.

In ihren Sammeleimern fand sich dagegen keine Kröte mehr, die sich im Frühjahr zur Paarung auf Wanderschaft begeben. Der letzte Gast, den Rudolf Böttger fand, war eine Smaragd-Eidechse. Ein seltenes Exemplar, das nach der Begutachtung wieder ins Freie entlassen wurde.

Jährlich werden durch das Aufstellen von Schutzzäunen Tausende Amphibien vor dem Tod auf den Straßen bewahrt. Seit 2002 steht auch in den Tälern ein Schutzzaun entlang der Teiche und Tümpel zwischen Lippersdorf und Erdmannsdorf, die BI übernahm die Betreuung ein Jahr später. Dieses Jahr wurde der Zaun durch Folie auf ca. 400 Meter verlängert, im kommenden Jahr werde er bis Erdmannsdorf reichen, so Rudolf Böttger.

Er, Hannelore Krasper vom Rothvorwerk, Cornelia Amlacher und Regina Nothnagel aus Bremsnitz und Thomas Bertram aus Ottendorf waren am Donnerstag dabei, Hunderte von Haken aus dem Erdreich zu lockern, mit welchen der Zaun befestigt ist. Neben 1176 Kröten wurden 50 Frösche und 73 Molche gezählt, notierte Hannelore Krasper. "Wir freuen uns über jede Mithilfe bei der Aktion, auch von Nichtmitgliedern", warb Regina Nothnagel bereits für 2007.

         http://www.otz.de/otz/otz.stadtroda.volltext.php?kennung=on1otzLOKStaStadtroda38833&zulieferer=otz&kategorie=LOK&rubrik=Stadt&region=Stadtroda&auftritt=OTZ&dbserver=1


BERLINER MORGENPOST (Germany) 29 April 06 Aufgeschrecktes Krokodil erbeutet Motorsäge

Sydney:  Ein viereinhalb Meter langes Krokodil hat in Australien mit einer Motorsäge als Beute vorlieb nehmen müssen, nachdem es den Besitzer des lärmenden Werkzeugs auf einen Baum gejagt hatte. Das als Haustier gehaltene Reptil war aus seinem Teich geschossen, nachdem ein gefällter Baum hineingefallen war. "Es war wohl sauer wegen des Lärms", sagte Peter Shappert, Besitzer eines Restaurants, zu dem der Krokodilteich gehört. "Es hat dann versucht, Freddy, den Motorsägen-Mann, zu schnappen." Doch der hatte sich auf einem Baum in Sicherheit gebracht. Also machte sich das Kroko mit der Säge davon.

         http://morgenpost.berlin1.de/content/2006/04/29/aus_aller_welt/825841.html


FREIBURGER-NACHRICHTEN (Switzerland) 28 April 06  Aspisvipern im Botanischen Garten - Die Besucher sollen die geschützte Schlange besser kennen lernen - Im Botanischen Garten Freiburg gibt es seit kurzem neben den geschützten Pflanzen auch geschützte Tiere zu entdecken: Am Sonntag wird ein Terrarium mit einer Aspisvipern-Familie eingeweiht. (Carole Schneuwly)

Das Terrarium steht bereits seit dem vergangenen Sommer in der Abteilung der geschützten Pflanzen des Botanischen Gartens Freiburg. Seit dem Herbst lebt darin ein Paar erwachsener Aspisvipern. Im November brachte das Weibchen sechs Junge auf die Welt. Das Elternpaar hat im Terrarium überwintert und verlässt nun mit den ersten warmen Frühlingstagen seine unterirdische Winterzuflucht, um sich von der Sonne wärmen zu lassen. Seit vergangener Woche sind auch die Jungen wieder im Terrarium, und die Besucher des Botanischen Gartens haben Gelegenheit, die Schlangen ausgiebig zu beobachten.

Genau darin besteht auch das Ziel der Aktion: «Die Leute sollen die Vipern in aller Ruhe betrachten können. Dabei werden sie feststellen, dass sie gar nicht so angsteinflössend sind, wie sie vielleicht glaubten», sagte Jean-Claude Monney, Westschweizer Verantwortlicher der Koordinationsstelle für Amphibien- und Reptilienschutz in der Schweiz (Karch) und Initiant des Projekts, gegenüber den FN. Die Bevölkerung solle die Schlangen auf diese Weise besser akzeptieren lernen und verstehen, dass sie durchaus schützenswert seien, so Monney.

Die Jungtiere bleiben im Botanischen Garten

Dies sei umso wichtiger, als die Freiburger Aspisvipern weltweit einzigartig seien. Nebst der Schweiz kommen Aspisvipern in Spanien, Frankreich, Italien und Slowenien vor. Ihr Aussehen ist aber je nach Region unterschiedlich. «In den Freiburger Voralpen, wo es feucht und kühl ist, gibt es mit einem Anteil von rund 60 Prozent überdurchschnittlich viele schwarze Tiere und eher wenige mit Zackenmuster», erklärt der Reptilienexperte. Das liege daran, dass die schwarzen Vipern mehr Sonnenwärme aufnehmen könnten.

Die beiden erwachsenen Schlangen, die derzeit im Botanischen Garten zu sehen sind, stammen aus der Gegend des Vanil-Noir. Sie wurden im vergangenen Herbst mit einer Sonderbewilligung des Kantons eingefangen. Da sie das Leben in Gefangenschaft nicht gewöhnt sind, sollen sie im Sommer wieder ausgesetzt werden. «Wir werden sie genau dahin zurückbringen, wo wir sie gefunden haben», versichert Monney. «Dort werden sie sich rasch wieder zurechtfinden. Aspisvipern verfügen über ein sehr gutes visuelles und olfaktorisches Gedächtnis.» Die sechs Jungtiere hingegen, die das Terrarium als ihr Zuhause kennen, werden hier blieben.

Die Anschaffung und Installierung des Terrariums aus bruchsicherem Glas hat laut Susanne Bollinger vom Botanischen Garten rund 4000 Franken gekostet. Für die Finanzierung kamen das kantonale Büro für Natur- und Landschaftsschutz und die Freunde des Botanischen Gartens auf.

Am Sonntag, dem 30. April, wird das Terrarium den Besuchern offiziell übergeben. Zwischen 14 und 15.30 Uhr stellen deutsch- und französischsprachige Experten die Aspisvipern, die Reptilienwelt des Kantons Freiburg und die geschützten Pflanzen des Botanischen Gartens vor, die derzeit in Blüte sind.

Giftiger Biss

         Aspisvipern treten in zwei verschiedenen Färbungen auf: ganz schwarz oder mit einem zickzack-förmigen Muster. Sie werden bis zu 75 Zentimeter lang und 20 bis 25 Jahre alt. Die Tiere sind sehr scheu und greifen deshalb keine Menschen an. Wer dennoch gebissen werde, sollte auf jeden Fall einen Arzt aufsuchen, so Jean-Claude Monney. Der Biss der Aspisviper sei zwar giftig, im Normalfall aber nicht tödlich. «Schwere Komplikationen gibt es nur, wenn eine Allergie vorliegt.»

http://www.freiburger-nachrichten.ch/smifrontend/artikel.cfm?id=51297


WIESBADENER KURIER (Germany) 26 April 06  Einmal den Königspython streicheln - Jürgen Hergert stellt Reptilien im Hauptbahnhof aus und wirbt für ein besseres Verständnis (Angelika Eder)

Wiesbaden:  Gift- und Riesenschlangen im Wiesbadener Hauptbahnhof? Die Reptilien-Ausstellung von Jürgen Hergert, dem Inhaber "der einzigen Giftschlangenfarm Europas" und Weltrekordinhaber im "Schlangen-sit-in", macht es bis Ende nächster Woche möglich.

Wer schon immer mal einen Königspython streicheln, ihn als Schmusetier erleben oder über das Schlangenmelken informiert werden wollte, ist von der Deutschen Bahn AG in den Bahnhof eingeladen: Dort stellt Hergert seit gestern einige seiner über 1000 Schlangen aus, darunter Kobras, Klapperschlangen, Ottern oder Vipern, und lädt dreimal am Tag zu Vorführungen ein. Genauso begeistert und neugierig wie die Kleinen aus der Kindertagesstätte Hessenring bei der ersten Präsentation reagierten auch einige Passanten. Beim Streicheln des schön gezeichneten Python etwa waren sie überrascht, wie warm und trocken sich dieser anfühlt.

Aber Vorurteile in puncto Schlangen gibt es eben viele, und genau diese veranlassen den 63-Jährigen zu seiner Wanderausstellung in europäischen Einkaufszentren oder Bahnhöfen. Er will demonstrieren, dass diese Tiere weder eklig noch hinterlistig, sondern nützlich sind, den illegalen Handel mit geschützten Arten anprangern und Grausamkeiten wie die auf Krokodilfarmen in Nigeria oder Tansania: "Da werden die kleinen Krokodile bei lebendigem Leib aufgeschlitzt, die Gedärme rausgenommen und das Leder verarbeitet. Und keiner unternimmt was!" Das ist dem Natur- und Artenschützer einfach ein Gräuel. Und er bedauert zutiefst, dass kein Politiker hierzulande das Format eines Bernhard Grzimek habe: "Der handelte, statt immer nur zu reden!"

         Ihn hatte Hergert kennengelernt, als er Tiere aus seiner Heimat nach Frankfurt brachte. In Namibia mit einer Vorliebe für Schlangen von Kindesbeinen an aufgewachsen und eine Ausbildung als Wildhüter und Reptilienpfleger absolviert, begann er drei Tage nach seinem ersten Zusammentreffen mit dem Zoodirektor und Tierforscher als dessen Assistent und Rancher in der Serengeti zu arbeiten. Nach "seinem Zigeunerleben", das unter anderem eine Expedition durch Südamerika, eine 17-tägige Saharatour, das Zusammenleben mit Indianern oder auch Beduinen, das Besteigen von Kilimandscharo und Mount Everest umfasste, entschloss er sich zur Sesshaftigkeit am Wohnort seiner Mutter im Harz: "Sie weigerte sich, während meiner Unternehmungen weiterhin meine Giftschlangen zu versorgen!"

Und so baute er 1977 bis 1980 seine Schlangenfarm in Schladen auf. Dort decken inzwischen 690 Exemplare - darunter die sehr seltene weiße Kobra im Wert eines Mittelklassewagens - laut Hergert 64 Prozent des weltweiten Bedarfs an Schlangengift. 30 Prozent würden für die Serumproduktion verwendet, 70 für Heilmittel. Was Hergert als Schlangenmelker sammelt, wird beispielsweise für Präparate der Rheuma- und Gichttherapie benötigt oder zur Behandlung von Depressionen und Epilepsie. Sechsmal pro Jahr "angezapft", spendet jedes dieser Tiere insgesamt 40 Gramm. Wie gefährlich das Melken ist, musste er vor fünf Jahren am eignen Leib erfahren, als ihn in einer unbedachten Sekunde eine Mamba biss. Die meist tödlichen Folgen habe er nur mit viel Glück als einer der ganz wenigen Betroffenen überlebt, denn "in der Regel hilft da auch kein Gegengift!" Und Derartiges will er nicht mehr erleben, der Mann, der einst den Weltrekord im Schlangen-sit-in holte, indem er 100 Tage rund um die Uhr in einem zwei mal drei Meter großen Käfig mit 24 Schlangen verbrachte. Nun aber, mit 63 Jahren, sucht er für die Farm einen Käufer, um mit seiner Frau in die Heimat zurückzukehren und sich anderen Tieren zu widmen: Geparden etwa oder weißen Elefanten.

         http://www.wiesbadener-kurier.de/region/objekt.php3?artikel_id=2362576


DIE PRESSE (Wien, Austria) 14 April 06  Appetit auf Fastenspeise Schildkröte - Die Meerestiere werden in der Karwoche zu Tausenden geschlachtet. (Irene Zöch)        

Wien:  Klostersuppe, Karpfen - und Schildkröte: Sie alle gelten als Fastenspeisen und dürfen mit Erlaubnis der Kirche an strengen Fasttagen konsumiert werden. In Südamerika ist die Meeresschildkröte als karge Mahlzeit an Tagen der Selbstkasteiung so populär, dass in der Karwoche Tausende geschlachtet werden. Vor Ostern landen allein in Mexiko an die 10.000 Schildkröten in den Kochtöpfen des Landes. 

Nun schlägt der "World Wide Fund for Nature" (WWF) Alarm, der durch den österlichen Brauch die weltweiten Bestände der Meeresschildkröten massiv gefährdet sieht. So ist etwa die Population der Lederschildkröte im Ostpazifik von 91.000 im Jahr 1986 auf weniger als 2500 Tiere gesunken - obwohl entlang der gesamten amerikanischen Pazifikküste das Töten der Tiere strengstens verboten ist.

Schildkröten erleben heute ein ähnliches Schicksal wie Biber und Fischotter in Europas Mittelalter: Sie werden als Fische betrachtet, und daher spricht gemäß katholischem Fastengrundsatz nichts gegen ihren Verzehr. Der WWF will nun der Kirche Südamerikas eine offizielle Erklärung abringen: Schildkröten sollen nicht mehr als Fastenspeise gelten und von den mexikanischen Speisezetteln verschwinden. Das Geschäft mit den Meerestieren ist allerdings einträglich: In Mexiko zahlt man in Restaurants für Schildkrötensuppen und -steaks zwischen zehn und 18 Euro. Fischer verdienen mit dem Fang eines Tieres umgerechnet an die 260 Euro.

Im mittelalterlichen Europa erging es einer Vielzahl von Tieren ähnlich: Die europäische Sumpfschildkröte galt für fromme Katholiken nicht als Fleisch, ebenso wie sämtliche Krustentiere, der Fischotter, der Biber und Frösche. Sie alle durften gemeinsam mit Starkbier an den kirchlichen Tagen der Enthaltsamkeit genossen werden.

Die strengen Fastengebote von Papst Gregor, dem Großen, besagten lediglich, dass der Genuss von warmblütigen Tieren untersagt sei. So wurden nicht nur die Kaltblütler gegessen, sondern auch einiges an Erfindungsgeist an den Tag gelegt. So mancher Mönch rief die Parole aus: "Wer schon fasten muss, soll wenigstens gut essen!" Fleischstücke wurden in Brotteig versteckt. Die Gans zum Wassertier erklärt. Auch an flüssige Nahrung hielten sich so manche Mönche und brauten Starkbier, um knurrende Mägen zu besänftigen.

Die hohe Anzahl an Fasttagen - im Mittelalter kam man auf 130 bis 150 Fasttage pro Jahr - wirkte sich jedenfalls nachteilig auf das Artenreichtum Europas aus. So fiel die europäische Sumpfschildkröte in Österreich fast zur Gänze dem Appetit der frommen Fastenden zum Opfer.

         http://www.diepresse.com/Artikel.aspx?channel=c&ressort=c&id=551890


PRESSESTELLE STADT BONN (Bonn, Germany) 13 April 06  Schlangenbabys könnten entwischen – Ordnungsamt ließ Reptilien sicherstellen

Mehrere hochgiftige Schlangen entfernte das Ordnungs- und Straßenverkehrsamt zusammen mit der Bonner Berufsfeuerwehr und dem zoologischen Forschungsinstitut der Universität Bonn aus einer Beueler Wohnung. „Es gibt zwar in Nordrhein-Westfalen kein Verbot, auch giftige Schlangen zu halten, aber dennoch sahen wir uns gezwungen einzugreifen“, so Hans Jürgen Hartmann, stellvertretender Leiter des Ordnungs- und Straßenverkehrsamtes der Stadt Bonn, „denn die Behausung der Reptilien war nicht hundertprozentig dicht.“ Vor allem die Schlangenbabys, die eins der Tiere erwartet, könnten durch eine mehrere Millimeter breite Ritze in der als Schlangenhaus genutzten Vitrine schlüpfen und entwischen. Die Tiere werden zunächst sichergestellt. Sobald der Eigentümer sachgerechte Terrarien beschafft hat, kann er die Tiere zurückbekommen.

Bei einer Ortsbesichtigung hatten die städtischen Veterinäre und Außendienstmitarbeiter festgestellt, dass die Vitrine nicht ausbruchsicher war. Vor allem für den wurmgroßen Schlangennachwuchs würde sie kein Problem darstellen, sich ungehindert aus dem Staub zu machen. Damit bestünde eine Gefahr für Menschen, da auch die Reptilienkinder sofort über Giftzähne verfügen.

http://www.presse-service.de/static/63/633095.html


KÖLNER STADT-ANZEIGER (Germany) 13 April 06  Nach Schlangenbiss in Lebensgefahr - Das Antiserum wurde mit einem Polizeihubschrauber aus Stuttgart gebracht. (F.A. Heinen)

Euskirchen:  Nach dem Biss einer giftigen Schlange schwebte gestern ein 26-jähriger Tierfreund aus Euskirchen in Lebensgefahr. Der Mann war in der Nacht beim Füttern seiner Hornvipern von einem Tier gebissen worden. Wenig später wurde über die Giftnotrufzentrale ein Gegenmittel bestellt. Ein Polizeihubschrauber aus Stuttgart brachte das Antiserum zum Marienhospital. Da der Mann weiterhin in Lebensgefahr schwebte, flog gestern Mittag ein zweiter Hubschrauber weiteres Gegenmittel nach Euskirchen. Kreisveterinäramt und Ordnungsamt der Stadt bemühten sich gestern fieberhaft, Licht in diesen ungewöhnlichen Unglücksfall zu bringen.

Gegen 2.20 Uhr hatte der in der Brandenburger Straße wohnende Mann selbst die Rettungsleitstelle angerufen und von dem möglicherweise lebensgefährlichen Schlangenbiss berichtet. Nach einer ersten notärztlichen Versorgung in der Wohnung kam der Schlangenhalter auf die Intensivstation des Marienhospitals.

Während der 26-Jährige gestern mit dem Tode rang, versuchte das Ordnungsamt zu klären, ob der Mann die Tiere legal gehalten hat und unter welchen Umständen sie in der Wohnung untergebracht waren. Wobei die Aufgabe des Ordnungsamtes darin bestand, zu prüfen, ob von den Tieren eine Gefahr für Dritte ausging. Das Veterinäramt kontrollierte, ob die Exoten artgerecht gehalten wurden.

Kreisveterinär Jochen Weins berichtete gestern im Nachgang zu der Ortsbesichtigung, dass es aus tierschutzrechtlichen Gründen keinen Anlass zu Beanstandungen gegeben habe. In der Wohnung seien insgesamt zwei Hornvipern und zwei kleine Python-Schlangen gehalten worden. Darüber hinaus habe er bei der Besichtigung ein halbes Dutzend Vogelspinnen gesehen.

Zum konkreten Hergang des Schlangenbisses berichtete Weins, der junge Mann habe nachts die Idee gehabt, seine Schlangen mit lebenden Mäusen zu füttern. Die Reptilien hatten aber offenbar keinen rechten Appetit. Daher habe der 26-Jährige versucht, eine Maus mit der Hand etwas näher an die Schlange heran zu schieben. Da habe die Hornviper allerdings nicht nach der Maus, sondern nach der Hand gebissen. Weiter sagte Weins, dass die Eltern des Schlangenhalters gestern an Ort und Stelle dafür sorgten, dass der Lieferant der gefährlichen Tiere die Schlangen und Spinnen noch gestern Abend wieder abholte. Damit war natürlich auch für das Ordnungsamt die Frage geklärt, ob Gefahren für Dritte abgewehrt werden müssten.

Die Hornviper („Vipera ammodytes“) ist die größte Giftschlange Europas. Sie lebt normalerweise in Teilen Österreichs und Italiens sowie auf dem Balkan. Den Namen hat diese Schlangenart von einem auffälligen Horn an der Schnauze. Diese Viper kann fast einen Meter lang werden, im Durchschnitt wird diese Art rund 80 Zentimeter lang.

Veterinär Weins wunderte sich gestern über die dramatischen Folgen des Bisses für den 26-Jährigen. Natürlich seien Hornvipern giftig. Aber gesunde, erwachsene Menschen würden einen Biss normalerweise überleben.

Ein ganz ähnlicher Fall wie in Euskirchen hatte sich einen Tag zuvor in Bonn-Beuel ereignet. Dort war ein 24-Jähriger von einer Diamant-Klapperschlange gebissen worden. Ähnlich wie bei dem Fall in Euskirchen hielt auch der Beueler neben Schlangen giftige Spinnen.

         http://www.ksta.de/html/artikel/1144673342055.shtml


KÖLNER STADT-ANZEIGER (Germany) 12 April 06  Mann nach Schlangenbiss in Lebensgefahr

Euskirchen (DDP):  Ein 26-jähriger Euskirchener schwebt nach dem Biss einer giftigen Hornviper in Lebensgefahr. Nach Angaben eines Polizeisprechers war der Mann in der Nacht zum Mittwoch beim Füttern von der Schlange gebissen worden. Er konnte noch selbst den Notarzt verständigen und wurde auf die Intensivstation des Kreiskrankenhauses eingeliefert.

Noch in der Nacht wurde über die Giftnotrufzentrale ein Serum bestellt und mit einem Polizeihubschrauber aus Stuttgart nach Euskirchen geflogen. Das Gift der Vipern, ein Proteingemisch, wirkt im Blut und Gewebe der Opfer. Es führt zur Lähmung und zur Zersetzung von Muskeln.

Nach Angaben des Ordnungsamtes soll der Mann im Besitz weiterer giftiger Schlangen und Spinnen sein. Ihr Verbleib werde derzeit geprüft.

Erst am Freitag war ein 24-jähriger Bonner von einer Diamant-Klapperschlange gebissen worden. Er schwebte tagelang in Lebensgefahr.

         http://www.ksta.de/html/artikel/1144818082905.shtml


SCHAFFHAUSER NACHRICHTEN (Switzerland) 12 April 06  Auge in Auge mit der Königskobra      

Sehr giftig steht in roten Buchstaben auf vielen der Informationstafeln, die an den Terrarien im Park Casino Schaffhausen angebracht sind. Skorpione, Spinnen, Echsen und Schlangen haben dort gestern ihre Quartiere bezogen, rund 200 Tiere von über 100 Arten sind in der Reptilienausstellung zu sehen. Geöffnet ist die Halle von heute an bis zum 1. Mai. Jeweils zwischen 10 und 19 Uhr kann man den seltenen Tieren begegnen, und das in aller Sicherheit; dickes Glas sei Dank. Die Mexikanische Vogelspinne ernährt sich zwar «nur» von Nagetieren und Vögeln, der Biss der Königskobra ist aber auch für Menschen lebensgefährlich. Zwar legt die Königskobra - wie die meisten Schlangen - Eier, dennoch kann man sie und ihre Artgenossen über die Osterfeiertage (Karfreitag und Ostersonntag) nicht besichtigen, dann bleibt die Ausstellung nämlich geschlossen. Wer aber fürs Eiermalen noch Inspiration braucht, dem seien die in allen Farben schimmernden Chamäleons im Foyer des Casinos wärmstens empfohlen!

         http://www.shn.ch/pages/archivartikel.cfm?id=172533&b1=K%F6nigskobra&o1=&b2=&o2=&b3=&re=&ra=AM&da=&startrow=1


Nicht nur in Terrarien: Londons Giftschlangen

(11.04.06) Ja, es gibt sie noch: Kreuzottern (Vipera berus) innerhalb der Grenzen von Englands dicht bebauter Hauptstadt. Doch die Londoner Kreuzottern sind bedroht. Nur noch vier Populationen der einzigen Giftschlange der britischen Inseln bewohnen Bahndämme und Brachflächen in den Außenbezirken der Stadt. Drei dieser Populationen sind außerdem dem Aussterben nahe. Will Atkins, Autor eines Reports über die Situation der großstädtischen Vipern, meint, ohne Auffrischung des Genpools durch auszuwildernde Artgenossen sei das Ende der Londoner Kreuzotterpopulationen unvermeidlich. Londons Naturschützer bemühen sich derzeit darum, wenigstens die letzten Rückzugsgebiete im Stadtbereich möglichst attraktiv und artgerecht für die Schlangen zu gestalten. Die Agentur English Nature, die für den Report verantwortlich zeichnet, ist außerdem zurückhaltend, was Atkins' Auswilderungsvorschläge angeht. Vor allem gehe es darum, den Lebensraum der Stadtottern zu erhalten sagt die Vertreterin der Organisation, Rachel Cook. (Quelle:The Independent, London, UK, 02.04.2006)


Auch hungernde Klapperschlangen wachsen

(11.04.06) Auch ohne Nahrung aufzunehmen, können Klapperschlangen signifikant an Länge zulegen. Dabei zehren sie von körpereigenen Reserven und reduzieren ihren Körperdurchmesser entsprechend. Marshall McCue von der University of Arkansas untersuchte 16 Westliche Diamantklapperschlangen (Crotalus atrox), eine Art, die bis zu zwei Jahren ohne Nahrung überleben kann, während einer 168-tägigen Hungerphase. Die Tiere wandelten in dieser Zeit körpereigene Proteine in Kohlehydrate und Fettsäuren um. Der Kalziumgehalt ihres Blutes verdoppelte sich außerdem während der Fastenzeit. Diese Mobilisierung körpereigener Reserven ermöglichte den Tieren ein stetiges Wachstum auf Kosten ihres Körperumfanges. (Quelle: By Robert Roy Britt, LiveScience Managing Editor, 04.04.2006)


OSTTHÜRINGER ZEITUNG (Eisenberg, Germany) 11 April 06  Weißer Alligator aus den Sümpfen Floridas - Die neueste und spektakulärste Reptilien-Schau Europas mit 200 Tieren macht vom 25. April bis 1. Mai Station in Jena

  Photo: René Renz Chef der größten mobilen Krokodil-Schau mit dem tierischen Star einem weißen Alligator. Das erst vor wenigen Wochen aus den USA eingetroffene Tier ist das einzige seiner Art in Europa. 

         Jena (OTZ/L. P.). Den Mann vom Plakat gibt es wirklich. René Renz, der mit seinem Hut und dem Alligator auf dem Arm an Paul Hogan aus dem Kinofilm "Crocodile Dundee" erinnert, ist Chef der größten mobilen Reptilien-Schau Europas.

Vom 25. April bis zum 1. Mai gastiert das Unternehmen "Land der Reptilien", das zum Krokodilzoo im hessischen Friedberg gehört, im Jenaer Ernst-Abbe-Sportfeld. In zwei Zelthallen mit 1 700 Quadratmetern Fläche werden 200 exotische Reptilien und Amphibien aus aller Welt in eigens dafür ihrer natürlichen Umgebung nachgestalteten Lebensräumen gezeigt.

Leguane, Vogelspinnen, Skorpione, Riesen-Alligatoren bis dreieinhalb Meter Länge, Krokodile, Kaimane und gigantische Riesenschlangen bis sechs Meter Länge sind die Stars der zum ersten Mal auf Tournee befindlichen Ausstellung. Dass der Weg aus Hessen dabei geradewegs über Erfurt nach Jena führt, liegt an einer Einladung des großen Dresdner Einkaufscenters "Elbepark", das Renz und seine Tiere für fünf Wochen nach Elbflorenz eingeladen hat. "Danach geht es erst über Berlin in die alten Bundesländer", sagt Pressesprecher Uwe Gehrmann.

Absoluter Star der Schau ist ein zweieinhalb Meter langer weißer Alligator. "Den muss man gesehen haben, der bringt Glück", meint Gehrmann. Von diesen "White Diamonds" - Weiße Diamanten - gibt es weltweit nur 30 Tiere, die allesamt in den USA zu Hause sind. Der Friedberger Albino, der einzige weiße Alligator in Europa, sei daher eine Weltsensation, sagt Gehrmann.

Für die artgerechte Haltung und den schonenden Transport der empfindlichen Tiere ist ein entsprechend hoher Aufwand nötig. Allein 30 Fahrzeuge sind für den Transport von Krokodil & Co., die Zelte und sämtliches Equipment unterwegs. Um die Terrarien und Wasserbecken ständig auf optimalen Temperaturen zwischen 30 und 35 Grad Celsius zu halten, sind zwei Heizungsanlagen ständig dabei.

"In unserer Schau haben die Besucher Gelegenheit, Schlangen oder Krokodile auch einmal anzufassen. Wir wollen zeigen, dass es keine Monster, sondern schützenswerte Tiere sind", beschreibt "Krokodil-Flüsterer" Renz die Philosophie des Unternehmens, das natürlich auch auf die Einhaltung der Tierschutzbestimmungen genau achtet.

Das Land der Reptilien ist vom 25. April bis 1. Mai 2006, täglich von 11 bis 18 Uhr, geöffnet. Der Eintritt kostet für Erwachsene zwölf Euro und für Kinder sieben Euro.  www.land-der-reptilien.de

         http://www.otz.de/otz/otz.jena.volltext.php?kennung=on3otzLOKStaJena38816&zulieferer=otz&kategorie=LOK&rubrik=Stadt&region=Jena&auftritt=OTZ&dbserver=1


UMWELTJOURNAL (Köln, Germany) 09 April 06  Lecker, Schildkröten

Frankfurt a. M.:  Statt Schokohasen und Ostereiern kommt in Südamerika zu Ostern eine fragwürdige Delikatesse auf den Tisch: Meeresschildkröten. Die ohnehin durch Meeresverschmutzung, Souvenirjäger, Beifang und Nestplünderer vom Aussterben bedrohten Tiere werden in der Karwoche zu Tausenden geschlachtet. Der Grund: Man hält sie für Fisch und damit für eine in der Fastenzeit erlaubte Speise.

Allein in Mexiko landen in der Woche vor Ostern geschätzte 10.000 Schildkröten in den Töpfen, so eine aktuelle Untersuchung des Der World Wide Fund For Nature (WWF) ist eine der größten unabhängigen Naturschutzorganisationen der Welt. Der WWF Deutschland wurde 1963 gegründetWWF.

Eigentlich sind der Fang von Meeresschildkröten und ihr Töten entlang der amerikanischen Pazifikküste streng verboten. Doch die Reptilien sind ein einträgliches Geschäft: Fischer verkaufen das Fleisch für umgerechnet einen Euro pro Kilogramm; eine Meeresschildkröte bringt nach WWF-Recherchen bis zu 260 Euro ein. Für viele Mexikaner sind Schildkröten eine kulinarische Attraktion. Für Schildkrötensuppe oder -Steak zahlen sie in Restaurants zwischen zehn und 18 Euro.

„Dieser Brauch basiert auf dem Missverständnis, dass Meeresschildkröten kein rotes Fleisch haben und somit Fische sind“, erklärt WWF-Artenschutzexperte Stefan Ziegler. Für die sieben Meeresschildkrötenarten der Erde, die alle auf der Roten Liste der vom Aussterben bedrohten Arten stehen, ist das fatal. „1986 gab es im Ostpazifik etwa 91.000 Lederschildkröten, heute sind es nur noch 2.500“, sagt Ziegler. „Weltweit sind viele Schildkrötenbestände seit 1996 um mehr als 80 Prozent geschrumpft. Die Urzeitwesen schwimmen seit über 100 Millionen Jahren in den Weltmeeren, wir Menschen schaffen es, sie binnen Jahrzehnten auszurotten.“

Lokale Appelle verhallten bislang erfolglos. „Erst eine offizielle Erklärung der katholischen Kirche, dass das Fleisch von Meeresschildkröten keine Fastenspeise ist, könnte das Leben von Tausenden Meeresschildkröten retten und einen wichtigen Beitrag zur Bewahrung der Schöpfung leisten“, sagt der Der World Wide Fund For Nature (WWF) ist eine der größten unabhängigen Naturschutzorganisationen der Welt. Der WWF Deutschland wurde 1963 gegründetWWF-Artenschützer. Die Fastengebote der katholischen Kirche untersagen seit fast 1.500 Jahren den Genuss von Fleisch. Um den Speiseplan aufzupeppen, war es auch in Deutschland bis ins 18. Jahrhundert Sitte, in der Fastenzeit Schildkröten zu essen. Auch Fischotter, Biber, Seehunde, Walrosse und Sumpfhühner erklärte man zu diesem Zweck kurzerhand zu Fischen.

Meeresschildkröten leben in allen tropischen und subtropischen Meeren und sind sowohl auf hoher See als auch in Küstennähe anzutreffen. Die Jungtiere schlüpfen an Land, wohin die ausgewachsenen Weibchen Jahre später zur Eiablage zurückkehren. Ansonsten verbringen Meeresschildkröten ihr Leben im Meer. Oft durchqueren sie ganze Ozeane und legen dabei Tausende von Kilometern zurück.

         http://www.umweltjournal.de/fp/archiv/AFA_umweltnatur/10288.php


KA-NEWS (Karlsruhe, Germany) 09 April 06  Frosch und Kröte sind wieder auf Tour

Karlsruhe (ps):  Autofahrer werden jetzt um besondere Aufmerksamkeit gebeten, denn Hunderttausende von Fröschen, Kröten und anderen Amphibien sind wieder unterwegs zu ihren Laichplätzen. Straßensperrungen in besonders betroffenen Gebieten sind unerlässlich. Warnschilder alleine reichen nicht aus. Darauf weist der Landestierschutzverband Baden-Württemberg in Karlsruhe in einer Pressemitteilung hin.

Sehr viele Landtagskandidaten hatten sich während des Wahlkampfs gegenüber dem Landestierschutzverband für mehr Amphibientunnel und Grünbrücken ausgesprochen. Sie sind eine bleibende Investition und dienen dem Schutz der Tiere und der Menschen.

Ein Drittel der Tiere kommt jährlich auf den Straßen ums Leben

Der Frühling hat lange auf sich warten lassen, doch jetzt haben die Amphibienwanderungen mit aller Macht eingesetzt. Die angestiegenen Temperaturen und die anhaltenden Niederschläge waren das Startsignal für die in jedem Frühjahr beginnende Wanderung von Grasfröschen, Molchen, Kröten und Salamandern. Es sind aber bei weitem nicht nur die Verkehrstraßen, bei deren Überqueren die Tiere auf ihrem Weg zu geeigneten Laichplätzen überfahren werden. Überall lauern tödliche Fallen in Form von Straßengullys und Bordsteinkanten. Ein Drittel der Amphibien kommt so alljährlich auf ihrem mühsamen Weg zu ihren feucht-nassen Laichgebieten um. Die üblichen Schutzmaßnahmen bestehen in Hinweisschildern oder polizeilichen Straßensperrungen und natürlich in großen Sammelaktionen durch Tierfreunde. Doch die Polizei im Land beklagt zu Recht die geringe Akzeptanz der Verkehrsteilnehmer für diese Maßnahmen.

Eine bessere tier- und artenschutzgerechte Lösung des Problems besteht im Anlegen von Amphibientunneln unter den besonders betroffenen Straßen hindurch, bzw. breite Grünbrücken, die dann auch von anderen Tierarten genutzt werden können. Wirtschaftlich sinnvoll wären solche Lösungsansätze langfristig gesehen sicherlich, denn derartige Maßnahmen sind einmalige Investitionen, im Gegensatz zu den alljährlichen Straßensperrungen und ihren Folgekosten! Dass solche Konzepte tatsächlich funktionieren, sieht man überall dort, wo sie bereits realisiert wurden - mustergültig zum Beispiel in Weingarten bei Bruchsal und im Donautal. Doch dies sind immer noch große Ausnahmen und der Landestierschutzverband fordert deshalb alle Landkreise und Kommunen auf, diesen Beispielen zu folgen.

Landestierschutzverband: Gefahrenträchtige Straßen sperren

In der Realität sieht es bis zum heutigen Tage so aus, dass Tierfreunde die Tiere auf und an den Straßen einsammeln. Die gefährdeten Amphibien sind vorwiegend nachts und bei Regen unterwegs, also genau dann wenn auch die Sichtverhältnisse für Autofahrer stark eingeschränkt sind. Diese Rettungsaktionen sind somit nicht nur für die Tiere sehr gefahrenträchtig, sondern auch für ihre Retter. Allein schon deshalb wendet sich der Landestierschutzverband an alle Polizeidienststellen mit dem Aufruf, die für Amphibienwanderungen bekannten Straßenabschnitte in dieser Zeit zumindest über Nacht konsequent zu sperren.

         http://www.ka-news.de/karlsruhe/news.php4?show=de200647-830I


SCHWÄBISCHE ZEITUNG (Ulm, Germany) 07 April 06  König Faruks Schildkröte stirbt 41 Jahre nach ihrem «Herrchen»

Kairo (dpa):  Die Riesenschildkröte des letzten ägyptischen Königs, eines der ältesten Lebewesen der Erde, ist in Kairo gestorben. Das Tier, dessen Alter von der Leitung des Kairoer Zoos mit 270 angegeben wird, hat sein ehemaliges «Herrchen» um 41 Jahre überlebt.

König Faruk war 1952 gezwungen worden, abzudanken. Er starb 1965 in Rom. Seine Elefantenschildkröte hatte er dem Kairoer Zoo überlassen. Der Vorsitzende der Zoo-Verwaltung, Talaat Sidrak, sagte der Kairoer Tageszeitung «Al-Akhbar» (Freitagausgabe), die Schildkröte sei an Altersschwäche gestorben.

Einen Beweis für das extrem hohe Alter der königlichen Elefantenschildkröte (Geochelone elephantopus) legte er nicht vor. Die durchschnittliche Lebenserwartung dieser Spezies liegt zwischen 100 und 150 Jahren. Im vergangenen Monat war im Zoo von Kalkutta die Schildkröte Addwaita verendet, die dort seit 1875 gelebt hatte und angeblich 250 Jahre alt gewesen sein soll.

König Faruks Schildkröte stirbt 41 Jahre nach ihrem «Herrchen»Kairo (dpa) Die Riesenschildkröte des letzten ägyptischen Königs, eines der ältesten Lebewesen der Erde, ist in Kairo gestorben. Das Tier, dessen Alter von der Leitung des Kairoer Zoos mit 270 angegeben wird, hat sein ehemaliges «Herrchen» um 41 Jahre überlebt.

König Faruk war 1952 gezwungen worden, abzudanken. Er starb 1965 in Rom. Seine Elefantenschildkröte hatte er dem Kairoer Zoo überlassen. Der Vorsitzende der Zoo-Verwaltung, Talaat Sidrak, sagte der Kairoer Tageszeitung «Al-Akhbar» (Freitagausgabe), die Schildkröte sei an Altersschwäche gestorben.

Einen Beweis für das extrem hohe Alter der königlichen Elefantenschildkröte (Geochelone elephantopus) legte er nicht vor. Die durchschnittliche Lebenserwartung dieser Spezies liegt zwischen 100 und 150 Jahren. Im vergangenen Monat war im Zoo von Kalkutta die Schildkröte Addwaita verendet, die dort seit 1875 gelebt hatte und angeblich 250 Jahre alt gewesen sein soll.

         http://www.szon.de/news/lifestyle/klatsch/200604070728.html?_from=rss


WDR (Germany) 07 April 06  Liebe macht blau - Frösche zeigen ein Naturschauspiel im Moor (Eva Gerten)

Ein außergewöhnliches Naturschauspiel bieten die Frösche in der Flürener Heide in Wesel in diesen Tagen. Die Mitarbeiter der Biologischen Station sind begeistert: Die ursprünglich grünbraunen Moorfrosch-Männchen färben sich knallblau.

Der erste Weg am Morgen führt Biologin Regina Müller zu den Fröschen. In Regenmontur und Gummistiefeln geht sie 28 eingegrabene Eimer ab. "An einem Tag haben wir hier 1100 Moorfrösche gezählt", berichtet Müller - eine gute Bilanz, denn der Moorfrosch steht auf der roten Liste bedrohter Tierarten in Deutschland. In der Flürener Heide in Wesel fühlt er sich seit einigen Jahren wieder heimisch.

Das liegt am leicht sauren Boden des Gebiets, der dem empfindlichen Frosch ideale Lebensbedingungen bietet. Und die benötigt er für das außergewöhnliche Naturschauspiel.

Sonne und Wärme für die Verwandlung

Sein strahlend blaues Balzkleid legt der Frosch nur wenige Tage im Jahr an, um die Weibchen zu beeindrucken. Dabei wird unter der Haut eine besondere Lymphflüssigkeit freigesetzt, die die blaue Farbe verursacht. Nach erfolgreicher Werbung verschwindet die Farbe, und aus den königsblauen Amphibien werden wieder schlammfarbene Moorfrösche. Die Expertin: "Er braucht für die Verwandlung etwas Sonne und Wärme, deshalb ist er dieses Jahr spät dran."

Gute Reproduktionsrate in diesem Jahr

Regina Müller und Helferin Rebecca Conrad inspizieren jeden Eimer entlang des 50 Zentimeter hohen Fangzauns, vor dem die Frösche auf ihrem Weg zum Laichgewässer Zwangshalt machen. Hier und da hockt eine dicke Erdkröte zwischen den Fröschen, manchmal mit einem paarungsbereiten Männchen huckepack. Auch Molche, Grün- und Wasserfrösche gesellen sich dazu. Aus den Eimer gibt es keine Flucht. Alle Moorfrösche werden sorgfältig gewogen und vermessen. "Wir haben in diesem Jahr eine gute Reproduktionsrate", wertet die Biologin die stattliche Zahl der Jungfrösche. Nach der Bestandsaufnahme werden die Tiere auf die andere Seite des Zauns entlassen - Bahn frei fürs Laichen im schilfbewachsenen Moorsee.

Moorfrösche sind in NRW selten

Moorfrösche kommen hauptsächlich in Schleswig-Holstein, Mecklenburg-Vorpommern und Brandenburg vor. In Nordrhein-Westfalen galten sie lange als selten, obwohl sie nur wenige tierische Feinde haben. Ringelnattern, Waldkäuze und Bussarde schnappen sich hier und da einen Froschhappen.

"Das größte Problem geht von Dünge- und Pflanzenschutzmitteln aus. Das vertragen die Frösche nicht", weiß Regina Müller. Sie stapft zum nächsten Eimer, wringt den Schwamm aus, der den Fröschen eine Insel in ihrer Falle bietet: "Viele Gebiete sind durch landwirtschaftliche Nutzung zu stark entwässert. Glücklicherweise gibt es hier im Naturschutzgebiet Flürener Heide nur wenige Äcker."

         http://www.wdr.de/themen/panorama/16/balzende_froesche/index.jhtml?rubrikenstyle=panorama


OTTOBRUNNER (Germany) 07 April 06  Krötenwanderung im Landkreis (Birgit Kunze)

Neubiberg/Hachinger Tal:  Achtung Autofahrer: die Kröten wandern wieder im Landkreis! Tausende von Amphibien, vor allem Erdkröten sowie Gras- und Springfrösche sind wie alljährlich um diese Zeit weder zu ihren Laichplätzen unterwegs.

Diesmal zwar wegen des langen, harten Winters mit erheblicher Verspätung, dafür aber in größerer Ballung und umso schneller!

Eine besondere Gefahr droht ihnen wie immer von Autos und Lastwägen, dessen Fahrer man momentan nur zur äußersten Vorsicht raten kann.

Aus diesem Grund sorgen diverse Naturschutzverbände im Landkreis derzeit für eine sicherere Krötenübequerung auf den betreffenden Straßen, die zu den Laichplätzen führen.

Die beste Methode besteht seit Jahren darin, Fangzäune entlang der Straßenränder zu spannen, von denen aus die Helfer die Kröten und Frösche in Eimern sicher auf die andere Straßenseite bringen.

TBetroffen im südlichen Landkreis ist das gesamte Hachinger tal sowie Ottobrunn, Neubiberg und Putzbrunn.

Die Laichgebiete sind:

der Friedhofsgraben in Neubiberg, das Haus am Wald und der besonders gefährliche Haselnußbogen in Putzbrunn.

Im Hachinger Tal wird von der Ortsgruppe des Bund Naturschutz gleich eine ganze Straße gesperrt und zwar die Römerstraße (tägl. 12 Stunden von 19:00 Uhr bis 7:00 Uhr), die von Deisenhofen nach Straßlach führt.

Unter der Woche kümmern sich die jeweiligen Gemeinden um den Krötenschutz, an den Wochenenden der Bund Naturschutz, in Neubiberg und Putzbrunn der Arbeitskreis Mensch und Tier (AKMUT).

         http://www.ottobrunner.info/modules.php?name=News&file=article&sid=2245


ROTENBURGER RUNDSCHAU (Germany) 07 April 06  Liebestoll und manchmal blau  - Kröten, Frösche und Molche unterwegs – Uwe Baumert vermeldet Wochen-Rekordzahl

Landkreise. (ww):  Warme Nächte, dazu etwas Feuchtigkeit. Eine Kombination, die Kröten, Frösche und Molche schätzen und die sie aus ihren Winterquartieren aufscheucht. Liebestoll sind sie in den vergangenen Wochen Richtung Tümpel und Teiche unterwegs gewesen. „Die ersten fünf Kröten haben wir bereits am 16. Februar gefunden", berichtet Uwe Baumert, erster Vorsitzender des Nabu-Kreisverbands Bremervörde-Zeven. Bei ihm laufen die Zahlen zusammen, die ehrenamtliche Helfer von den Amphibienschutzäunen melden. Zwischenfazit: Die Zeit vom 27. März bis 2. April war eine Rekordwoche.

Der Nabu-Kreisverband Bremervörde-Zeven betreut seine Amphibienschutzzäune bereits seit 1981. Sechs Zäune gibt es, die Gesamtlänge beträgt 3,8 Kilometer. Alle 20 Meter ist ein Eimer eingegraben, der direkt am Zaun abschließt und erdbodengleich ist. Die Amphibien fallen rein und werden schließlich von den Helfern über die Straße getragen.

Eine wichtige Hilfe. Denn: Die Querung der Straßen stellt eine Gefahr für die wandernden Tiere dar – und zwar auch dann, wenn sie nicht direkt unter die Räder geraten. „Schon allein der Unterdruck fahrender Autos zerreißt die Amphibien förmlich“, so Baumert. Daher sein Appell: langsam fahren – und damit sind maximal 30 Stundenkilometer gemeint.

„In den vergangenen 15 Jahren haben wir rund 130.000 Amphibien gezählt“, erklärt Baumert, der im fünften Jahr als Vorsitzender tätig ist. Mit dem Auffinden der ersten Kröten in diesem Jahr wurden dann auch bereits die ersten zwei Zäune aufgestellt. „Jedoch wurde es anschließend wieder kälter und es gab Schnee“, so Baumert. Schlecht für die Amphibien, deren Wanderlust prompt wieder einschlief. Erst am 25. März wurden die weiteren vier Zäune aufgestellt. „Und von dem Zeitpunkt ging es richtig los“, erinnert sich der Vorsitzende. Bereits am ersten Tag seien 370 Kröten, 17 Molche, 590 Moorfrösche sowie 296 Grün- und Braunfrösche eingesammelt und über die Straße transportiert worden.

Rekordzahlen vermeldet Baumert für die Woche bis 2. April. 8.707 Kröten, 245 Molche, 1.844 Moorfrösche, 948 Frösche – macht unter dem Strich 11.744 Amphibien. Grund für die starke Wanderbewegung? „Die Tiere brauchen Nächte mit einer Temperatur von mindestens vier bis fünf Grad Celsius und dazu Feuchtigkeit. Beides traf für diese Zeit zu“, erklärt Baumert. Nach der recht langen Kälteperiode sei der Laichdruck besonders groß gewesen. Daher seien die Tiere in der hohen Anzahl unterwegs gewesen.

In den vergangenen Tagen ist es - aufgrund der tieferen Nachttemperaturen – wieder ruhiger um die liebeslustigen Wanderer geworden. Baumert schätzt, dass nach Ostern die Zäune wieder abgebaut werden können. Bis zu 80 Personen zählen zum Sammel-Team des Nabu-Kreisverbands von Baumert, rund 40 gehören quasi zum festen Stamm. Da die Tiere auf Nachtwanderung gehen, ist zeitiges Aufstehen für die erste Eimerleerung angesagt. Wichtig ist schließlich, dass die Amphibien nicht austrocknen.

Auch der Landkreis unterhält einige Zäune. „Die Zusammenarbeit mit dem Unterhaltungsverband klappt gut“, betont Baumert und macht darauf aufmerksam, dass der Landkreis sich einst mit einer hohen Summe am Kauf der Zäune beteiligt habe. So klappe die Kooperation von Staat und Ehrenamtlichkeit.

Drei Lebensräume gebe es für die Kröten, erklärt Baumert. Ihr Winterquartier (im Wald, unter dicht strukturierten Hecken, Laub oder Totholz), das Laichgewässer sowie ihr Sommerlager (ein extensiv genutzter Bereich mit Artenreichtum). „Hier bei uns kommt zum Glück alles zusammen“, erklärt Baumert. Und er hofft, dass das auch so bleibt. „In einer ausgeräumten Landschaft hätten die Tiere keine Chance“, stellt der Vorsitzende klar. Und das wäre schade. Schließlich zähle die Moorfrosch-Population am Bohnster See zu den größten Niedersachsens und sogar bundesweit. Sehenswert sind die Moorfrosch-Männer in der Paarungszeit allemal: Ihre Farbe ist dann blau.

         http://www.rotenburger-rundschau.de/index.php?menu=55&command=showartikel&ID=44110


MÄRKISCHE ALLGEMEINE (Potsdam, Germany) 05 April 06  Wenn Kröten marschieren: Amphibien sind unterwegs - Kraftfahrer sollten vorsichtig sein

Falkensee:  Tausende von zusätzlichen Verkehrsteilnehmern werden in diesen Tagen die Straßen bevölkern. Das späte Winterende und der extreme Temperatursprung locken zeitgleich die Frühaufsteher wie auch die Langschläfer unter den Amphibienarten aus der "Deckung". Darauf macht das Umweltministerium aufmerksam.

"Es sind zum einen Erdkröten, Grasfrösche und Teichmolche unterwegs, die schon bei relativ niedrigen Temperaturen aktiv werden", sagt Norbert Schneeweiß von der Naturschutzstation Rhinluch in Linum (Oberhavel). Zeitgleich zeigen sich auch die wärmeliebenderen Laubfrösche, Rotbauchunken und Wechselkröten. In "normalen" Jahren liegen zwischen den Wanderperioden dieser beiden Amphibiengruppen mehrere Wochen. Bei der aktuellen Wetterlage können sich innerhalb weniger Stunden tausende Frösche, Lurche und Kröten in Bewegung setzten und in Richtung ihrer zum Teil noch gefrorenen Laichgewässer streben.

Norbert Schneeweiß, der die Naturschutzstation des Landesumweltamtes Brandenburg leitet, rechnet nicht mit hohen Verlusten unter den Tieren. "Zwar war der Winter streng, aber die durchgängige Kälte schützte die Amphibien auch vor dem Aufwachen vor der Zeit." Die Tiere verbrachten den strengen Winter in unterirdischen und frostsicheren Verstecken. Einige Arten vergraben sich metertief in der Erde, andere verkriechen sich in Bauten von Nagetieren. Nur wenige wie Gras- und Teichfrösche können auch im Gewässer überwintern. Nicht selten werden die Tiere während ihrer Wanderungen zu Tausenden auf unseren Straßen überfahren oder durch den Sog schnell fahrender Autos an den Unterboden der Fahrzeuge geschleudert und dabei tödlich verletzt. In Brandenburg helfen viele ehrenamtliche Naturfreunde, die Tierverluste auf den Straßen zu reduzieren. Mit Folienzäunen - das sind landesweit alljährlich 80 Stück - fangen sie die Amphibien ab und tragen sie über die Straßen. Darüber hinaus gibt es rund 120 Tunnel und begleitende Barrieren, die die Tiere unter der Straße hindurch leiten. Auto- und Motorradfahrer sollten sich bei Regen und Temperaturen über sechs Grad Celsius vor allem in den Abend- und frühen Nachtstunden auf Frösche und Kröten auf der Fahrbahn einstellen. Die Geschwindigkeit zu drosseln, rettet nicht nur den Fröschen das Leben - die überfahrenen Amphibien sind auch eine nicht kalkulierte Schleudergefahr.

Bei anhaltend milder und feuchter Witterung hält die verstärkte Wanderung von Amphibien noch eine Wochen an. Kälteperioden können die Aktivitäten unterbrechen und die Dauer der Frühjahrswanderung zu den Laichgewässern entsprechend verzögern.

         http://www.maerkischeallgemeine.de/cms/beitrag/10682066/61759/


NEUE OSNABRÜCKER ZEITUNG (Germany) 05 April 06  Kaltblüter an Knollmeyers Mühle

Wallenhorst. "Ich finde Amphibien einfach interessant", erzählte Yannik Nöring. Der Zwölfjährige war eines der Kinder, die zusammen mit ihren Eltern ins Ruller Nettetal gekommen waren. Hier lernten sie viel über den Amphibienschutz in Wallenhorst und begaben sich auch selbst auf die Suche nach den Tieren.

"Wisst ihr denn, was Amphibien sind?", fragte der Umweltbeauftragte der Gemeinde Wallenhorst, Udo Stangier, die Kinder gleich zu Beginn des Abends. Der siebenjährige Paul Süllow konnte mit der Antwort punkten: "Molche, Frösche, Kröten, Salamander und Unken."

Auf dem Parkplatz von Knollmeyers Wassermühle im Ruller Nettetal trafen sich die großen und kleinen Forscher, um von Stangier etwas über den umfangreichen Amphibienschutz in Wallenhorst zu erfahren. Stangier erzählte den Kindern nicht nur von den acht verschiedenen Lurcharten die es in der Gemeinde gibt, sondern klärte sie auch über spezielle Schutzmaßnahmen auf. "Diese sind sehr wichtig", so Stangier, "damit die Tiere ihre Frühjahrswanderung auch unbeschadet überstehen." Da die Tiere nur bei Dunkelheit ihre Wanderung antreten, ist es wichtig, dass sie durch Krötenzäune und Straßenabsperrungen geschützt werden. Um diese Schutzmaßnahmen einmal selbst zu sehen und nach Amphibien zu suchen, machte sich die Gruppe schließlich auf den Weg.

"Wir sind nur wegen der Tiere da", so die beiden Schwestern Maike und Tina Diekmann. Zusammen mit ihrem Vater suchten sie am Waldrand und auf der Straße im Nettetal mit ihren Taschenlampen nach den Kaltblütern.

"Hier ist ein Feuersalamander", hallte es auf einmal durch das Nettetal, als die Kinder beim Hof Pohlkötter endlich eine Amphibie gefunden hatten. Leider entpuppte sich der Feuersalamander als Bergmolch, aber das interessierte die Kinder wenig, als sie ihn stolz begutachteten und ihren Eltern zeigten. "Leider ist es heute zu kalt, zu windig und zu trocken", erzählte Markus Gärtner. Der 23-Jährige engagiert sich als Zivildienstleistender beim Naturschutzbund in Osnabrück und als ehrenamtlicher Helfer beim "Bund für Umwelt und Naturschutz Deutschland". Da die Kinder nur ein Tier gefunden hatten, fuhren sie zusammen mit Stangier zum Haster Berg, wo ein 330 Meter langer Krötenzaun steht. In den Eimern, die in bestimmten Abständen zueinander stehen, wurden die Kinder auch fündig. Drei Erdkröten entdeckten sie hier schließlich.

         http://www.neue-oz.de/information/noz_print/rund_um_osnabrueck/13430943.html?SID=d60bf94e3d0c531b267f5637c9713307


RHEINISCHE POST (Düsseldorf, Germany) 04 April 06  Killerfrösche greifen an!

Meldung in einer bekannten Tageszeitung: Goldfisch vergewaltigt! Schidkröte erwürgt Nettetal: Killerfrösche greifen an!

Was verschweigt uns die Regierung?

Ist die Vogelgrippe nur die Spitze des Eisbergs?

Wehrt sich die geschundene Natur?

Jetzt haben wir die Hecken bis zum Boden gestutzt, die Futterhäuschen in den Keller verbannt und Netze über unseren Häusern angebracht - kein Vogel kommt mehr in die Nähe menschlicher Behausungen! Und dann Das!

Wieviele Ertrinkungsfälle gehen zu Lasten der Frösche? Wenn sich diese Monster schon an Schilkröten trauen, warum nicht an Menschen? Diese Untiere bevölkern unsere Gartenteiche und sehen aus, als wenn Sie kein Wässerchen trüben könnten! Wie man sich doch täuschen kann!

Wir werden also die Teiche mit Beton füllen müssen, um noch sicher in den Hausgarten zu können! Na ja--- viel ist ja nicht übrig, von der einst blühenden Idylle. Das bißchen Rasen wird auch noch plattiert und dann werden wir ja sehen, wer gewinnt, das Intellekt oder die Natur!

Ach ja, eins noch: Würde mich brennend interessieren, wie ein Frosch es schafft, einen Goldfisch zu vergewaltigen- so ganz ohne Schniedel!? Ich glaub´,ich schreib mal einen Leserbrief an besagte Zeitung! (Die mit den vielen Bildern, Namen darf man ja nicht nennen!)

         http://www.rp-online.de/hps/client/opinio/public/pjsub/production_long.hbs?hxmain_object_id=PJSUB::ARTICLE::53822&hxmain_category=::pjsub::opinio::/fotos_geschichten/kurzgeschichten/satire


ALLGÄUER ZEITUNG (Germany) 04 April 06  Damit die Wanderschaft nicht zur Todesfalle wird

Kempten (li):  Der Schnee ist weg und die Natur kommt allmählich wieder in Schwung. Derzeit erwachen Kröten, Frösche und Molche aus ihrer Winterstarre und bahnen sich ihren gefährlichen Weg über Wiesen, durchs Unterholz und über Straßen, um zu Tümpel, Teich und Weiher zu gelangen. Damit die Wanderschaft für die kleinen Lurche nicht zur Todesfalle wird, hat etwa das Ökomobil Kempten Zäune errichtet und sammelt die Amphibien täglich ein, um sie sicher über die Straße zu tragen.

„Wir haben hier hauptsächlich Erdkröten und Teichmolche, Grün- und Grasfrösche“, erläutert Sozialarbeiterin Manuela Müller-Schwegler. Sie betreut zusammen mit Rudi Fischer sechs Jugendliche auf ihrem Weg an weiterführende Schulen oder zu Lehrstellen. So lernen die jungen Kemptener, dass die Erdkröte die größte und häufigste Kröte in Bayern ist. Sie scheidet aus den Drüsen ihrer Haut starke Bitterstoffe aus, die sie vor möglichen Fressfeinden wie Ringelnatter oder Storch schützen. Wer eine Erdkröte anfasst, sollte sich anschließend nicht an Augen oder Mund berühren, erfahren die Jugendlichen. Vor Autoreifen allerdings, kann dieses Drüsensekret freilich nicht schützen.

Die „Ökomobiler“ sind inzwischen geübt im Anlegen und der Pflege von Biotopen. „Der Gewässerschutz und die Gehölzpflege gehören zur Grundausbildung“, so Fachanleiter Fischer. Der Amphibienschutz steht jedes Frühjahr auf dem Plan. Einer der Schwerpunkte ist der Schwabelsberger Weiher, an dem eine viel befahrene Straße vorbeiführt. Jeden morgen werden hier kübelweise Kröten und Frösche eingesammelt.

Mit ihren neu erworbenen Kenntnissen bewerben sich die vier Buben und zwei Mädchen derzeit für Lehrstellen. Bis zum Sommer 2006 läuft die Maßnahme noch. Bis dahin gilt es, sich in Weidenarbeiten oder Spiel- und Vogelhäuschenbau zu beweisen.

         http://www.all-in.de/redsys/c.php/allin/lokales/ke.php?l=de&dom=dom1&id=602268


ECHO (Darmstadt, Germany) 03 April 06  Heinrich auf Reisen - Oder: Suche nach einem Plätzchen für den Frosch (Johannes Breckner)

Die Lust macht blind. Sonst hätte das Krötenmännchen sehen müssen, dass ein für Menschen gedachtes Schwimmbad nicht das rechte Laichgewässer ist. Das Becken ist blau, das Wasser sauber gefiltert und ganzjährig leicht gechlort: Ob das ein Ort ist, für den die Krötenwanderung lohnt?

Der Krötenmann, nennen wir ihn Heinrich, schert sich nicht darum. Irgendwo wurde er von den steigenden Temperaturen an ihrem Winterplätzchen geweckt, irgendwo hat er ein Weibchen aufgetrieben, das sich an seinen Rücken klammert. Jetzt hockt Heinrich am Beckengrund. Wenn der Kescher sich nähert, flieht er mit kräftigen Schwimmstößen. Später verzieht er sich unter die Skimmerklappe. Glücklich schaut er dort auch nicht aus.

Jedes Jahr kommt Heinrich wieder. Jedes Jahr bringt man ihn zurück ins Laub und hofft, dass er einen besseren Weg findet. Jedes Jahr scheint ihm das zu gelingen: Eine Rückkehr oder zwei, dann ist von Heinrich nichts mehr zu sehen.

In der Nachbarschaft gibt es ja auch den einen oder anderen Gartenteich. Man könnte natürlich den Ratschlägen des Naturschutz-Bundes folgen und ein Ersatz-Laichgewässer anlegen.

Die Sache klingt einfach: eine Grube ausheben, mit Regen- oder Grundwasser füllen, für Wasserpflanzen und ausreichende Besonnung sorgen. „Naturnah und abwechslungsreich“, weiß der Naturschützer, haben es die Kröten gerne.

Allerdings kann es zwei bis drei Jahre dauern, bis die Wasserchemie sich einreguliert hat und ein ausreichendes Nahrungsangebot für Amphibienlarven entwickelt. Was aber macht man sofort?

In diesem Jahr beschließt man, Heinrich einen Gefallen zu tun. Was Naturfreunde nachts am Krötenzaun leisten, müsste doch auch von einem dilettierenden Gartenfrend zu bewältigen sein.

Man braucht also erstens einen Eimer, und zweitens muss man Heinrich fangen. Vorher muss man sich sehr, sehr lange einreden, dass es albern ist, wenn erwachsene Menschen keine Kröten berühren möchten.

Wenn das gelungen ist, muss man Heinrich nur noch greifen und in den Eimer setzen. Heinrich ist alles andere als erfreut. Aber die Eimerwand ist zu hoch, als dass er fliehen könnte. Er weiß ja auch nicht, dass nur wenige Minuten ihn von der Freiheit in einem Naturschutzgebiet trennen.

Man trägt den Eimer ins Auto, man stellt ihn vor den Vordersitz. Heinrich wundert sich. Als aber der Motor losbrummt, wird das arme Tier von Panik ergriffen. Es rafft seine Kräfte zusammen und entkommt dem Eimer.

Nun geht die Panik auf den Autofahrer über, der von springenden Kröten im Innern seines Fahrzeugs wenig hält. Mit Not gelingt es ihm, Heinrich wieder in den Eimer zu setzen. Die Fahrt ins Naturschutzgebiet wird abgesagt.

Man wird also fürs nächste Jahr einen Eimer mit Deckel anschaffen müssen. Oder vielleicht doch das Bad in einen Schwimmteich verwandeln, wie es sich Teile der Familie schon lange wünschen. Dann bewegt sich der Mensch in Harmonie mit Flora und Fauna, er greift auch beim stärksten Algenwuchs nicht mehr nach der Chlortablette, und jedes Frühjahr wird er stolz auf Heinrich warten.

         http://www.echo-online.de/kultur/detail.php3?id=364900


DRESDNER NEUESTE NACHRICHTEN (Germany) 03 April 06  Kleines Krokodil im Botanischen Garten ausgesetzt  (Christoph Stephan)

Zoomitarbeiterin Ursula Grätz bekam gestern früh um 9 Uhr einen ungewöhnlichen Anruf. Am anderen Ende der Leitung war Barbara Ditsch vom Botanischen Garten und meldete, einer ihrer Mitarbeiter habe in den Morgenstunden im Tropenhaus des Gartens ein junges Krokodil entdeckt. Es sei in einem zugeschnürten Sack in einem Gebüsch abgelegt worden, vermutlich am vergangenen Wochenende.

Tierrettung und Polizei waren bereits alarmiert und das kleine Krokodil, genauer gesagt ein Brillenkaiman, wurde umgehend in den Zoo gebracht. Im Tropenhaus kümmerten sich Ursula Grätz und ihr Kollege Michael Scheffert erst einmal um den Kleinen, der knapp einen Meter lang, etwa fünf Kilogramm schwer und vermutlich drei bis vier Jahre alt ist. Besonders kräftig sei er nicht, stellten die Beiden fest, doch habe er gestern schon wieder gefressen, was ein gutes Zeichen sei.

Zoo-Tierärztin Eva Zimmermann dämpfte allerdings schnell die Hoffnungen einiger Besucher, ob es denn nach der Geburt des Elefanten jetzt auch ein kleines Krokodil als neue Attraktion gäbe. "Ein Zoo ist keine Abgabestelle für ausgesetzte Tiere und wir werden ihn auf keinen Fall behalten", betont Zimmermann. Und Ursula Grätz fügt hinzu, dass der Kleine im Zoo auch gar keinen Platz hätte: "Wenn wir ihn zu unserem Leistenkrokodil âMax' setzen, würde der ihn sofort auffressen. Stecken wir ihn aber zu den Echsen, hätte deren letztes Stündlein geschlagen."

Ursula Grätz vermutet, dass der Kaiman längere Zeit als Haustier gehalten wurde. Das sei zwar in Dresden eher untypisch, aber nicht verboten. "Man muss es nur mit dem Vermieter absprechen", so Grätz. "Dieser Kaiman scheint seinem Besitzer zu groß geworden zu sein und deshalb hat er ihn ausgesetzt."

Trotzdem scheint für den kleinen Findling ein neues Zuhause gefunden worden zu sein. Holm Felber, Sprecher des Regierungspräsidiums Dresden, das als Aufsichtsbehörde zuständig für unter Artenschutz stehende Tiere ist, vermeldete auf DNN-Anfrage. "Wir haben einen Dresdner gefunden, der sich mit der Haltung von Kaimanen als Haustier gut auskennt und bereit wäre, sich ab Dienstag um das Tier zu kümmern."

         http://www.dnn-online.de/dnn-heute/61683.html


WIR IN WALLENHORST (Germany) 03 April 06  Amphibienschutz in Wallenhorst (Anke Rehling)

Sobald es wärmer wird, machen sich Frösche, Kröten, Molche und Salamander auf den Weg zu ihren Laichgewässern. Der Wallenhorster Umweltbeauftragte Udo Stangier lädt deshalb am Montag (3. April) zu einer abendlichen Exkursion ein, bei der interessierte Kinder und Erwachsene die Wanderung der Amphibien beobachten können. Außerdem erfahren die Teilnehmer, warum die Tiere Straßen überqueren und welche Gefahren dabei drohen.

Treffpunkt ist um 19.30 Uhr auf dem Parkplatz von Knollmeyers Mühle im Nettetal. Die Exkursion wird etwa anderthalb Stunden dauern. Die Teilnehmer sollten wettergerechte Kleidung tragen und eine Taschenlampe mitbringen.

Insgesamt sind im Wallenhorster Gemeindegebiet acht Lurcharten (Amphibien) zu beobachten. Dies sind die relativ häufigen Arten Grasfrosch, Erdkröte und Wasserfrosch, zudem der Bergmolch und der Teichmolch und der sehr seltene Kammmolch, sowie die lautstarke Kreuzkröte im Piesberg und der seltene Feuersalamander.

Zum Schutz dieser Amphibien sperrt die Gemeinde Wallenhorst seit 15 Jahren im Frühjahr nachts an den Hauptwandertagen einige Straßen. Im Nettetal verläuft im Bereich der Straßenkreuzung von „Garthauser Reihe“, „Nettetal“ und „Anne Wiewellen“ die Hauptwanderroute mehrerer Arten. Diese verlassen nach der Winterruhe Mitte März ihre frostfreien Bodenverstecke und laufen in der Dunkelheit direkt zu ihren Laichgewässern, die rund um den Hof Pohlkötter liegen.

Da in diesem Bereich sieben Amphibienarten vorkommen handelt es sich um ein seltenes, erstklassiges Vorranggebiet für Amphibien, das den bestmöglichen Schutz verdient. Die Straßenverkehrsordnung ermöglicht deshalb seit 1989 für jeweils etwa zehn Nächte Sperrungen aus Gründen des Artenschutzes.

In Hollage, Lechtingen und Wallenhorst werden weitere Straßen im Außenbereich gesperrt. Davon sind keine direkten Anlieger betroffen, Umleitungen von wenigen Hundert Metern Umweg sind eingerichtet.

Übrigens: Für dieses landkreisweit einmalige Engagement im Amphibienschutz erhielt die Gemeinde Wallenhorst 1996 den Naturschutzpreis des Landkreises Osnabrück.

Amphibienschutz auch in Hollage: An der Brockhauser Straße stellt die Ortsgruppe des BUND seit zehn Jahren in Zusammenarbeit mit dem Umweltbeauftragten einen etwa 300 Meter langen Krötenzaun auf. Die Betreuung eines solchen Zaunes umfasst rund einen Monat. Seit 2003 stellen die ehrenamtlichen Naturschützer des BUND auch in Rulle einen 330 Meter langen Schutzzaun in Rulle an der Straße „Haster Berg“ auf. Für dieses Projekt sucht der BUND weiter Betreuer. Diese können sich unter Tel. (05407) 888-730 an Udo Stangier wenden.

         http://www.wir-in-wallenhorst.de/wb/pages/newsxtd/amphibienschutz-in-wallenhorst107.php


OSTTHÜRINGER ZEITUNG (Germany) 02 April 06  Top-Adresse für Reptilienfreunde

Ausstellung "World Of Reptiles" begeistert im Greizer Haus Friedensbrücke 1000 Fans

Von Steffen Beikirch Greiz (OTZ). "Das Beste, was ich bisher gesehen habe", ist Frank Bär ganz aus dem Häuschen. Der Greizer Reptilienfreund sah sich gestern im Haus Friedensbrücke die Ausstellung "World Of Reptiles" an, schoss dutzende Fotos und äußerte ein Lob nach dem anderen. Auch weitere Besucher - an beiden Tagen kamen insgesamt rund 1000 Fans und Neugierige - waren angetan. "Hier merkt man gleich, dass man es mit Fachleuten zu tun hat", urteilte Gerald Haucke aus Triebes. Die Tierauswahl, die Erläuterungen und die Show - "die machen das wirklich top", ließ unterdessen Frank Bär seiner Euphorie freien Lauf und verriet, dass er selbst Leopardgeckos, Kornnattern und eine Boa Constrictor zu Hause hat. Schlangen sind für ihn die schönsten Tiere überhaupt. Sie seien alles andere als schleimig, glitschig und hinterhältig.

Drei der zahlreichen Vorurteile, mit denen auch Peter Rieth, Zoologischer Leiter des Projekts "World Of Reptiles", aufräumen will. Anschaulich erklärt er den Besuchern im Saal der Gaststätte, warum sich Schlangen häuten und sie unentwegt züngeln müssen. Oder dass sie das fehlende Brustbein so beweglich macht und Riesenschlangen ihrer Beute bis zu vier Meter weit entgegen springen können. In der regelmäßig stattfindenden Vorführung auf der dschungelartig gestalteten Bühne nimmt Rieth, den man von den Fernsehsendern Sat 1 oder Vox als "Reptile Hunter" kennt, sein Publikum mit auf eine kurze Weltreise. Er holt Tiere verschiedener Kontinente ins Rampenlicht. Krault seinem Liebling Heinrich, einem schwarz-weißen Teju aus Südamerika, am Hals, zieht eine kleine Boa aus der Hosentasche oder macht dem Publikum weis, dass er jetzt eine gefährliche Korallenschlange vorführe, die sich später als ungiftige, aber genauso gefärbte Rote Königsnatter entpuppt. "Das ist doch die, die sie immer in den Actionfilmen nehmen", hatte auch Gerald Haucke schon von dem Trick gehört.

"Wir wollen nicht animieren, sondern aufklären", sagt "Reptilienflüsterer" Peter Rieth, zu dessen Unternehmen neben dieser mobilen Schau noch eine feste Ausstellung in Bad Kreuznach und eine Zuchtstation gehören. Keines seiner 250 Tiere, die er Woche für Woche aus dem Gesamtbestand herausnimmt und zu den Ausstellungsorten in ganz Europa transportiert, sei aus der Wildnis. Darauf legt der Rheinland-Pfälzer großen Wert.

Bereits als kleiner Junge entdeckte er seine Liebe zu Amphibien und Reptilien. Aus dem Interesse wurde ein Hobby, aus dem Hobby ein Beruf. Rieth ist alternativer Tiermediziner und Fachbuchautor, engagiert sich ebenso für den Verein Tierart, der verletzte, kranke, gequälte oder vom Zoll beschlagnahmte Wildtiere in seine Obhut nimmt.

Hinter der am Wochenende in Greiz bewunderten Reptilienschau - nach eigenen Angaben die größte mobile in ganz Europa - steht nicht nur eine logistische, sondern auch eine technische Meisterleistung. Angefangen beim Futter: rund 1500 Heuschrecken, 2500 Heimchen, ein Kilo Mehlwürmer sowie diverse Mäuse, Ratten, Kaninchen und Eintagsküken, für die "Vegetarier" zusätzlich jede Menge Obst, Gemüse und Salat werden pro Woche benötigt. "Da kommt was zusammen", zählt Rieth auf, von den Energiekosten ganz zu schweigen. Die wechselwarmen Tiere brauchen eine Tagestemperatur von 30 bis 35 Grad, die Wüstentiere bestehen gar auf ihrem "Sonnenbad" bei rund 45 Grad, das man mit Hilfe spezieller Punktstrahler nachahmt. "Das kostet richtig Geld", so Rieth, für den die Greizer Schau mit ihren 1000 Besuchern ein Zuschussgeschäft bleiben wird. Rund 2000 Leute sehen sich sonst an einem Wochenende seine Ausstellung an. "Die, die kamen, waren aber begeistert", schätzt er die Resonanz unter den Vogtländern ein.

Das neueste Vorhaben von "World Of Reptiles" soll eine mobile Ausstellung aller deutschen Reptilienarten - nach Rieths Worten leider nur noch 19 - werden. Eine Boa kenne heutzutage jeder. "Aber keiner weiß mehr, wie eine Schlingnatter aussieht."

         http://www.otz.de/otz/otz.greiz.volltext.php?kennung=on2otzLOKStaGreiz38807&zulieferer=otz&kategorie=LOK&rubrik=Stadt&region=Greiz&auftritt=OTZ&dbserver=1&ts=0405055142


MITTELDEUTSCHE ZEITUNG (Germany) 02 April 06  Wanderschaft im Krötenland - Schutzzäune wie am Betreuungsforstamt Dessau sichern gefahrlose Straßenquerung (Heidi Thiemann)

Dessau/MZ:  Spärlich noch nimmt sich das frische Grün in der Natur aus. Umso mehr fallen die grünen Zäune an den Straßenrändern auf, die Kröten Einhalt gebieten und ihr Leben retten sollen. Zu ihrem Laichgewässer sollen die Tiere ziehen können, ohne Bekanntschaft mit Autoreifen machen zu müssen. Also warnt dieser Tage nicht nur in der Nähe des Betreuungsforstamtes Dessau ein Schild Kraftfahrer vor der Krötenwanderung.

Die ist seit wenigen Tagen in vollem Gange, wie Revierförster Rainer Heide erzählt. Wenn es Tag und Nacht keinen Frost mehr gibt, milde Temperaturen um die fünf bis sieben Grad herrschen, dann machen sich die Erdkröten aus ihrem Winterquartier im Wald auf den Weg zu ihren Laichgewässern. Zwei Tage waren die Forstwirt-Auszubildenden Martin Syska, Michael Groß und René Kruschke deshalb dabei, die Zäune in der Nähe der B 184 aufzubauen. Sie finden es gut, etwas für den Naturschutz zu tun, sagen sie. "Denn wenn man nichts macht, dann liegen die Tiere doch zu hunderten überfahren auf der Straße."

Das 350 Meter lange grüne Band an der Zufahrtsstraße zum Betreuungsforstamt und der 500 Meter lange Zaun in der Möster Straße, die von der Forst betreut werden, sollen das verhindern. Und allein in Haideburg "wurden schon nach der ersten Nacht 52 Tiere eingesammelt", wie Rainer Heide berichtet. Auf die andere Straßenseite werden die kleinen warzigen Gesellen getragen, auf die Wiese gesetzt, um ihre Wanderschaft zu den zwei Laichgewässern, die sich in der Nähe befinden, fortzusetzen.

Oftmals sind auch "Doppeldecker" dabei. Denn wenn sich Krötenmännchen und -weibchen auf der kilometerlangen Wanderschaft begegnen, nimmt das Weibchen das viel kleinere Männchen auf den Rücken. Er habe aber auch schon in manchen Jahren beobachtet, dass sich bis zu drei Männchen tragen lassen, schmunzelt Heide. Da die Weibchen nur aller zwei Jahre laichen, gebe es Jahre, wo dann für die Männchen im Krötenland wohl zu wenige Weibchen unterwegs sind.

Rainer Heide, der das Revier Dessau im Betreuungsforstamt Dessau leitet, engagiert sich seit 1993 für die Amphibien. Damals wurde angefangen, die Zäune samt Fang- und Transporteimer zu setzen, und auch die Ergebnisse zu erfassen, die an die Untere Naturschutzbehörde weitergeleitet werden. An seinen Aufzeichnungen kann der Förster genau nachvollziehen, an welchem Tag in welchem Jahr wie viele Tiere (männlich und weiblich) über die Straße geholfen wurde. Und wie viele doch einen Durchschlupf gefunden haben und überfahren auf der Straße lagen.

"Die Wanderaktivität ist von der Witterung abhängig", erzählt Heide. Feuchte und warme Nächte mögen die nachtaktiven Tiere am liebsten. Und allein in Haideburg wird pro Jahr zwischen 450 und 1 000 Erdkröten, vereinzelt auch verschiedenen Froscharten, die gefahrlose Straßenüberquerung ermöglicht. "Aber die gesamte Population der Erdkröten fangen wir damit nicht ab. Die ist größer."

Abhängig von der Witterung erstreckt sich die Wanderaktivität der Tiere auf zwei bis vier Wochen. Ein bis zwei Wochen verbleiben die Erdkröten dann im Gewässer, um abzulaichen und ziehen danach weiter zu ihrem Sommerquartier, das sich hinter dem Teich befindet. Im Spätsommer und Frühherbst, erklärt Heide, wechseln die Tiere dann wieder in ihr Winterquartier, um sich tief unter Laub im Wald zu vergraben. "Aber so massenhaft wie im Frühjahr geschieht die Wanderung dann nicht."

         http://www.mz-web.de/servlet/ContentServer?pagename=ksta/page&atype=ksArtikel&aid=1142422020880&openMenu=1012569559804&calledPageId=1012569559804&listid=1017162035665


FRÄNKISCHE NACHRICHTEN (Tauberbischofsheim, Germany) 01 April 06  Krötenalarm auf der Talstraße - Der Schutzzaun für Amphibien ist kaputt und die Kinder helfen  (Elke Bräunling)

Aufgeregt kamen Hannes, Jens und Maja zur Schule. "Der Krötenzaun in der Talstraße ist kaputt", riefen sie. "Ein Laster hat ihn viele Meter weit mit sich gerissen."

Uwe winkte ab. "Ist doch nur ein oller Zaun. Den kann man wieder aufbauen."

"Aber die Kröten sind schon unterwegs zu ihren Teichen. Ohne Zaun hüpfen sie über die Straße und nehmen nicht den Umweg durch den Krötentunnel", erklärte Maja. "Dann werden sie von den Autos totgefahren", sagte Jens, und Hannes ergänzte: "Und auf der anderen Straßenseite ist der Zaun heil geblieben. So kommen die Kröten, die es über die Straße schaffen, nicht weiter."

"Wir müssen helfen", rief Jens. "Wie denn? Sind doch nur ein paar Kröten", meinte Uwe lässig. "Wenn alle so denken wie du, gibt es bald keine Kröten mehr." Beinahe hätte Maja Uwe vor Wut eine Ohrfeige gegeben. "Warum hüpfen die Kröten eigentlich gerade jetzt über die Straße?", erkundigte sich Marie bei Maja.

"Wenn es wärmer wird, wachen sie aus ihrem Winterschlaf auf und wollen gleich ihre Eier ablegen. Das aber tun sie nur in dem Teich oder Bach, von dem sie selbst stammen. Also wandern sie dorthin - und wenn eine Straße zwischen ihrem Winterschlafplatz und dem Teich liegt, so ist das Pech."

"Du weißt aber toll Bescheid." Majas Mitschüler staunten. Maja nickte. "Das habe ich von Opa Jansen, unserem Nachbarn, gelernt. Der arbeitet in einem Naturschutzclub und erklärt mir, was die Leute dort tun, um den Tieren und Pflanzen zu helfen." "Und was tun diese Naturschützer für die Kröten?", fragte Jenny.

"Wenn es dunkel wird, halten sie an den Straßen Wacht. Mit Taschenlampen schauen sie, ob sie Kröten entdecken. Die legen sie dann in Eimer und tragen sie auf die andere Straßenseite."

"Das ist aber gefährlich, nicht?" Hannes nickte. "Und wie. Manche Autofahrer fahren zu schnell, und man muss gut aufpassen." "Kröten anfassen?" Peter schüttelte sich. "Sind die nicht eklig glibberig?"

Maja schüttelte den Kopf. "Nein. Ganz trocken fühlen sie sich an. Und weich." "Ich will heute Abend auch helfen und Kröten über die Straße tragen", beschloss Peter. "Wer macht noch mit?" "Ich auch." "Darf ich auch kommen?" "Hey, ich mach auch mit!" Die Klasse ist sich einig. Selbst Uwe, der vorher ‚sind doch nur ein paar Kröten’ gesagt hat, war mit von der Partie.

Maja aber schüttelte den Kopf. "Es ist zu gefährlich wegen der Autos." "Aber was können wir Kinder denn tun?", fragte Jenny. "Ja, wir wollen auch helfen", riefen einige andere Mitschüler. "Aber wie?" Lange überlegten die Kinder. Sie überlegten noch, als Herr Berger längst in den Klassenraum gekommen war und mit dem Deutschunterricht begonnen hatte.

"Ich hab’s", rief Uwe plötzlich mitten im Diktat. "Wir warnen die Autofahrer. Mit Plakaten, die Opa Jansen und seine Leute an der Talstraße aufstellen können. Und darauf schreiben wir: ACHTUNG! KRÖTENWANDERUNG! BITTE LANGSAM FAHREN! Was haltet ihr davon?"

Alle jubelten und riefen "toll" und "super" und "klasse". Herr Berger sah seine Schüler verdutzt an. Als er aber von den Kröten in der Talstraße hörte, war er sehr stolz auf seine Klasse. Und klar, an diesem Tag gab es kein Diktat mehr. Ideen wurden besprochen, wie man den Kröten noch helfen könnte. Vieles fiel den Kindern noch ein. Und du? Hast du auch eine Idee?

         http://www.fnweb.de/lokales/me/bad_mergentheim/20060401_f1a0908004_08506.html


EBERSBERGER ZEITUNG (Germany) 31 March 06  Siebentageplage: Bei froschgrün anhalten!   Straße von Glonn nach Moosach wegen Krötenwanderung gesperrt  (Dominik Breithaupt)

Glonn:  Die Straße von Glonn nach Moosach ist nachts gesperrt: Den Kröten und Fröschen zuliebe. Auf Initiative des Bund Naturschutz riegeln zwei Mitarbeiter der Straßenmeisterei täglich die Fahrbahn ab. Um 19 Uhr wird die Sperre errichtet, anderntags gegen sechs Uhr wieder abgebaut.

"Für die Bürger ist das kein Problem", ist sich das Gemeindeoberhaupt von Moosach, Siegfried Eisenschmid sicher. Die Umleitung über die EBE 13 sei erkenntlich ausgeschildert und würde die Autofahrer nicht mehr Zeit kosten.

Dann haben die Kröten freie Bahn. "Die können Stunden brauchen", bis sie die Fahrbahn überquert haben, erklärt Jochen Carl vom Bund Naturschutz. Die Kröten blieben auf der Straße, um sich ihren Partner zu suchen und wärmten sich an der Teerdecke. "Kröten sind Opportunisten", wie Carl sie beschreibt, weil sie eher an die Fortpflanzung denken, als sich in Sicherheit zu bringen. Wegen der Topographie der Straße und des Geländes könne man keine Zäune aufstellen, um die Tiere in Eimer springen zu lassen, die dann von Helfern zum Teich getragen würden, erläutert Carl. Deshalb führt die Wanderung die Amphibien über die Fahrbahn: "Da können Hunderte sitzen."

In der Straßenmeisterei, die seit 1991 die Sperre aufbaut, befürwortet Norbert Wiefarn, der Stellvertretende Straßenmeister, die Aktion: "Das könnte rutschig sein," sagte er und befürchtet, ohne die Sperren könnten Autos im Matsch der totgefahrenen Tiere von Fahrbahn gleiten. Es sei die einzige Straße im Landkreis, die deshalb gesperrt würde, und das "auch nur für ungefähr eine Woche", schließt Wiefarn ab.

"Jetzt herrscht Eile wegen des Wetters", erklärte Carl am Telefon. "Hauptsache die Tandems kommen rüber", meint er und erklärt, dass die Männchen sich auf dem Asphalt auf die Weibchen setzen und sich von ihnen zum Teich tragen lassen. "Kröten sind keine schnellen Tiere, das dauert ewig, bis sie zu zweit über die Straße kommen."

         http://www.merkur-online.de/regionen/ebersberg/art2791,650073.html


LIECHTENSTEINER VATERLAND (Vaduz, Liechtenstein) 31 March 06  Froschkönige zum Knutschen - Amphibienschutztag der Gymnasiumklasse 1b im Naturschutzgebiet Schwabbrünnen (Niki Eder)

Ein regnerischer Morgen. Genau das richtige Wetter, um Kröten und Frösche auf der Wanderschaft zu ihren Laichplätzen zu beobachten. Die Leidenschaft für Amphibien übertrug sich gestern von Experte Jürgen Kühnis auf die Gymnasiasten.

«Kröten sind für mich die schönsten Tiere der Welt. Wenn ihr wollt, könnt ihr heute eine küssen – auch wenn wahrscheinlich kein Prinz daraus wird.» Humorvoll begrüsst Experte Jürgen Kühnis die Schüler der Klasse 1b des Liechtensteinischen Gymnasiums zum Amphibienschutztag. «Iiiiih», rufen einige Mädchen. Andere verziehen das Gesicht vor Ekel. Es teilen wohl wenige die Meinung des Umweltexperten. «Vergesst das Ammenmärchen, dass man Warzen bekommt, wenn man eine Kröte anfässt. Ziel der heutigen Exkursion ist es, euch die Angst vor Amphibien zu nehmen.» So die erklärte Absicht des Exkursleiters.

Von Schutzzäunen und Tunneln

Es geht los. Etwas skeptisch folgen die Gymnasiasten Jürgen Kühnis der Landstrasse entlang zwischen Schaan und Nendeln. Massen von Autos brausen vorbei. «Eine Kröte braucht etwa zehn bis 15 Minuten, bis sie die Strasse zu ihrem Leichplatz überquert hat. Ihr seht, die Überlebenschance liegt sozusagen bei Null», weist der Experte auf die Gefahren des Verkehrs hin. Um die Kröten und Frösche auf ihrer Wanderschaft vor dem sicheren Tod zu retten, hat der Amphibienschutz Liechtenstein Schutzzäune der Strasse entlang errichtet. Folgen die Tiere diesem, fallen sie in eingegrabene Fangkübel. Von dort befreien sie am nächsten Morgen Mitarbeiter des Tiefbauamts, die sie sicher über die Strasse zu ihren Laichplätzen tragen.

Noch während Jürgen Kühnis erzählt, steht die Klasse bereits vor dem ersten Fangkübel mit «reicher Beute». Der Amphibienfreund greift hinein, und hält ein grosse Kröte in die Höhe: «Die Weibchen sind viel grösser als die Männchen, weil sie den noch unbefruchteten Laich bereits im Bauch haben. Ausgewachsen können sie bis zu 12 Zentimeter lang werden.» Mit grossen, bronzefarbenen Augen schaut die Krötendame den Schülern direkt ins Gesicht und erweicht mit ihrem Blick so manches Schülerherz. «Ist sie nicht wunderbar», schwärmt Jürgen Kühnis, «wenn mich eine Frau jemals so ansehen würde, nähme es mir den Atem.» Die Hemmung eines mutigen Jungen schwindet und er nimmt die Kröte sogar vorsichtig in die Hand. Ekelrufe sind keine mehr zu hören.

Mit den gefundenen Kröten im Kübel, geht es weiter zu einem kleinen Tunnel, der unter der Strasse hindurchführt. «Durch diesen Amphibientunnel können die Kröten, Frösche und Lurche selbstständig vom Wald zu ihrem Laichplatz wandern», erklärt der Umweltwissenschaftler. Der Eingang zur Röhre verläuft dabei trichtermässig, um möglichst viele Tiere einzufangen. Was auf den ersten Blick verwunderlich scheint, ist der relativ grosse Durchmesser des Tunnels von etwa einem Meter. «Doch er wurde bewusst so gewählt, dass auch Igel, Füchse und Dachse die Möglichkeit haben, gefahrenlos zur anderen Seite zu spazieren.» Gespannt lauschen die Gymnasiasten den Ausführungen ihres Exkursionsführers. Es gibt viel Neues zu erfahren.

Liebespärchen

Der nächste Stopp wird zum Ereignis. Denn Jürgen Kühnis holt aus einem Fangkübel einen «Doppeldecker» heraus. Damit bezeichnet er ein Krötenpaar, bei dem sich das Männchen auf dem Rücken des Weibchens festgeklammert hat. Man kann sich gut vorstellen, dass das Weibchen mit dem Liebesgefährten Huckepack noch länger braucht, um eine Strasse zu überqueren.

«Da das Verhältnis von Männchen zu Weibchen sieben zu eins ist, sind die Krötenmänner immer sehr stolz auf ihre Eroberungen und lassen sich nicht so einfach von einem Nebenbuhler vertreiben», so der Amphibienexperte. Er zeigt dies auf anschauliche Weise, indem er dem Männchen leicht in die Seite stupst. Sofort beginnt dieser ärgerlich zu quaken, zu strampeln und sich noch fester an seine Eroberung zu klammern. Ein lustiger Anblick, der die Gymnasiasten laut lachen lässt.

«Wusstet ihr, dass nur männliche Tiere quaken?», fragt Jürgen Kühnis seine Schützlinge. Eine Tatsache, die viele erstaunt. Kröten quaken, um die Weibchen anzulocken. Der Klang entsteht dabei in der Schallblase, die sie entweder in den Backen oder an der Kehle haben. Ausserdem setzen die Männchen das Quaken ein, um männliche Artgenossen zu vertreiben, die sich versehentlich an sie klammern, im Sinne von: «He! Such Dir lieber eine Frau!»

Die Scheu ist überwunden

Nach dem Überqueren einer Wiese erreicht die Schulklasse einen künstlichen Weiher, der vom Amphibienschutz errichtet wurde, um neue Laichplätze zu schaffen. «Das ist neben dem Schutznetz und dem Tunnel die dritte Möglichkeit, mit denen wir die Tiere zu schützen versuchen. So müssen sie die Strasse gar nicht überqueren», erklärt Jürgen Kühnis. Ausserdem bildet der Weiher für Wildtiere eine gute Wassertränke.

Das Teich ist gefüllt mit den Laichen von Grasfröschen, Bergmolchen und Erdkröten. Der Amphibienexperte nimmt die Gelegenheit wahr, den mitgenommenen Kröten und Fröschen eine kurze Dusche zu gönnen. Und siehe da, plötzlich zeigen sich die vorher mit Schlamm bedeckten Tiere in einem glänzend-braunen Kleid. «Liechtenstein sucht die Super-Kröte», witzelt Jürgen Kühnis über so viel Schönheit. Der Moment der Mutprobe ist gekommen. «Wer möchte einmal eine Kröte in die Hand nehmen?» – lautet die Frage. Und siehe da, selbst die vorher zurückhaltenden Schüler strecken ihm ihre Hand entgegen. Nacheinander werden die Kröten und Frösche herumgereicht. Sie werden gestreichelt und gekitzelt. Ein Krötenpärchen wird sogar geküsst. Von Angst ist nichts mehr zu spüren.

Auf der letzten Etappe werden die gefangenen Kröten und Frösche schliesslich in Kübeln über die Strasse zu ihren Laichplätzen gebracht, wo die Schüler sie im Wasser freilassen. Teils wehmütig blicken sie ihren Findelkindern nach, die sich mit kräftigen Schwimmzügen davon machen. Jürgen Kühnis freut sich, dass er die Schüler für das Thema Umwelt- und Tierschutz etwas sensibilisieren konnte: «Schön, dass sie ihre Scheu vor Kröten und Fröschen verloren haben. Ein solches Erlebnis prägt und vielleicht werden sie später einmal als Autofahrer vorsichtiger unterwegs sein.»

         http://www.vaterland.li/page/lv/artikel_detail.cfm?id=17923


KÖLNER STADT-ANZEIGER (Germany) 31 March 06  Erdkröten landen im Eimer (Matthias Niewels)

Rhein-Berg:  In der vergangenen Woche war es soweit. Da machte es bei den Erdkröten „klick“. Es regnete, die Temperaturen stiegen auf über zehn Grad Celsius an - der Fortpflanzungsmechanismus bei den Amphibien wurde in Gang gesetzt. Wie hypnotisiert marschieren die Kröten seitdem Richtung Tümpel und Seen. Dort, wo auch sie einst aus dem Laich schlüpften, soll neues Krötenleben entstehen.

Gleichzeitig machen sich umweltbewusste Bürger daran, in der Natur aufzuräumen. Fast in jeder Gemeinde gibt es „Frühlingsputzaktionen“. Allerdings mussten die in diesem Jahr häufig verschoben werden. Der lange, strenge Winter machte den Organisatoren immer wieder einen Strich durch die Rechnung. Und so knubbelt es sich am kommenden Wochenende: Alle, die aufräumen wollen, machen sich ans Werk.

Die Naturschützer sind nur begrenzt begeistert. Selbstverständlich sei es gerade für Kinder wichtig, auf die Verschmutzung der Umwelt zu reagieren. Allerdings gebe es da ein Problem. Schließlich brauche die Natur im Augenblick Ruhe. In einem Schreiben des Landschaftbeirates des Rheinisch-Bergischen Kreises wird auf die „besondere Problematik“ hingewiesen: „Um unbeabsichtigte Störungen zu vermeiden, sollten diese Aktivitäten auf das Umfeld vorhandener Wege konzentriert werden.“ Generell sollten die Aufräumaktionen besser zu einer Zeit stattfinden, in denen die Natur noch Winterschlaf hält. Der Landschaftsbeirat appelliert deshalb an alle verantwortlichen Organisationen, Wald und Wiesen zwischen November und spätestens März aufzuräumen. Fakt ist, dass die meisten Putzaktionen in diesem Jahr im April stattfinden.

Offensichtlich haben die Naturschützer Angst, dass die Amphibien auf ihrem Weg zum Wasser gestört werden - oder gar in Mülleimern der Putzkolonnen landen. Aber nicht nur die Kröten und Frösche seien in Gefahr. Insbesondere die Bodenbrüter bei den Vögeln bräuchten im Augenblick absolute Ruhe. Da könnte eine durch den Wald stapfende Gruppe Aufräumer den Nestbau stören. Auch Insekten und Käfer würden derzeit munter.

Hartmut Brückner, der für den Rheinisch-Bergischen Naturschutzverein die Krötenwanderung in Immekeppel und Hommerich schützt, kennt das Problem. „Gerade das Frühjahr ist eine ganz sensible Zeit, in der viele Tiere absolute Ruhe brauchen.“ Und der lange Winter habe in diesem Jahr tatsächlich dazu geführt, dass die Putzaktionen ein besonderes Problem seien. „Es ist eine sehr zugespitzte Situation.“

Bei den Organisatoren der Putzaktionen stößt der Verstoß der Naturschützer auf wenig Gegenliebe. Die Hofgemeinschaft Kaule zum Beispiel erinnert daran, dass es wenig Sinn mache, bei Eis und Schnee Müll einzusammeln. Schließlich sei der dann festgefroren oder durch den Schnee verdeckt. Hinzu komme, dass nach Karneval noch einmal eine Ladung Müll an die Straßenränder abgeladen wird - der dann liegen bleibe. Und schließlich sei es doch so, dass man nicht mehr als zwei bis drei Schritt von den Straßen abgehe. Durch den Wald streife niemand bei den Putzaktionen.

Derzeit sind es vor allem die Erdkröten, die sich zu hunderten, ja tausenden im Kreisgebiet auf den Weg gemacht haben. Deren Leben ist in erster Linie nicht durch Putzkolonnen, sondern durch Autoreifen gefährdet. So werden in Immekeppel, im Freudental, die Tiere vor der Straße durch Krötenzäune gestoppt, in Eimer gesammelt und dann über die Straße getragen.

Aber bei der Masse an Tieren schlüpfen viele Kröten doch am Zaun vorbei. An einige Stellen liegen Dutzende von platt gefahrenen Tieren.

Die Wanderung der Tiere, die spät begonnen hat, wird wahrscheinlich noch bis zum Mai dauern. Denn auch auf dem Rückweg geht es ja wieder über die Straße. Dann allerdings müssen die Männchen wieder laufen. Auf dem Hinweg haben sich die Herren der Schöpfung meist auf einer Krötendame festgekrallt und sich tragen lassen. Beim Rückweg knubbelt es sich auch nicht mehr so. Bei der Wanderung zurück in die Wälder lassen sich die Tiere Zeit.

Die Naturschützer suchen immer Helfer für den Krötentransport. Informationen und Anmeldungen unter 0 22 04 / 79 77.

         http://www.rhein-berg-online.ksta.de/html/artikel/1143027869333.shtml


ECHO (Darmstadt, Germany) 31 March 06  Amphibien auf neuen Wegen - Naturschutz: Für Kröten, Frösche und Molche legen die Helfer der Nabu-Gruppe Dieburg im Forst ein Laichgewässer an

         Dieburg:  An ein neues Laichgewässer im Dieburger Forst östlich der Kreisstraße 128 sollen sich Kröten, Frösche und Molche gewöhnen. Damit sollen den Tieren künftig der weitere Weg auf das Campus-Gelände ersparen werden – und damit auch den Mitgliedern der Dieburger Naturschutzbund-Ortsgruppe die derzeit notwendigen abendlichen Einsätze.

Die fangen an einem seit mehr als zehn Jahren bestehenden Zaun entlang der Kreisstraße (ehemals B 26) auf einer Länge von etwa 400 Meter die Amphibien ab, um sie in Eimern sicher über die Fahrbahn zu bringen. Nur so können die Amphibien davor bewahrt werden, dutzendweise unter die Räder zu kommen, wenn sie dem Instinkt folgend dem Laichgewässer zustreben, ihrem einstigen Geburtsort. Mit Unterstützung der Fraport, die eine Geldspritze in Höhe von 17 000 Euro für den Einsatz der Dieburger Nabu in der Natur zur Verfügung stellte, wurde während der Wintermonate ein Teich auf einem vom Forstamt Dieburg zugewiesenen Waldgelände ausgehoben, auch Gräben gezogen, um die Amphibien in den Teich zu leiten, in dem sich inzwischen bereits Wasser gesammelt hat. Und die Mitglieder der Nabu Dieburg stellten einen neuen Abfangzaun zwischen den Waldbäumen auf, der die Krabbeltiere in den neuen Tümpel lenken soll. Der Zaun besteht aus Kunststoff. Ein Teil ist sehr flexibel einzusetzen, kann angepasst werden.

Jetzt hofft man bei den Nabu-Helfern, dass die wechselwarmen Tiere, die ihre Körpertemperatur der jeweiligen Witterung anpassen und deshalb während des Winters regelrecht erstarren, sich an das neue Laichgewässer gewöhnen. Dann müssen die Naturschützer in kommenden Jahren auch nicht mehr bis in die Nächte hinein im Frühjahr auf Patrouille entlang der Holzzäune an der K 128 am Dieburger Forst gehen, um Amphibien einzusammeln, wie das seit mehr als zehn Jahren regelmäßig im März und April der Fall ist.

Die Wanderung der Amphibien, der Kröten, Frösche, Molche und Unken zwischen dem Winter- und Sommerquartieren hängt mit deren Fortpflanzungsverhalten zusammen.

Große Entfernungen legen die Nachttiere nicht zurück. Die Molche bewegen sich in der Regel kaum einem halben Kilometer, die Frösche meistens weniger als einen Kilometer und die Erdkröten allenfalls um die zwei Kilometer. Die Dieburger Nabu-Gruppe hat nach Auskunft von Hans-Werner Franz vor mehr als zehn Jahren mit dem aktiven Amphibienschutz entlang der Kreisstraße 128 begonnen, hat auf einer Strecke zuerst Plastik- dann Holzzäune mit Hilfe der Naturschutzbehörde des Landkreises zum Abfangen der Tiere errichtet. Vor vier Jahren waren so noch 2012 Amphibien von etwa 20 Helfern sicher über die Fahrbahn gebracht worden. Im vergangenen Jahr waren es nur noch etwa halb so viele Tiere. Die Population ist Schwankungen unterworfen.

         http://www.echo-online.de/suedhessen/template_detail.php3?id=364159


HAMBURGER ABENDBLATT (Germany) 31 March 06  Im Freibad - Jungs schnappen bissige Alligator-Schildkröte (Sabine Stang)

Vorsicht, bissige Schildkröte!

Annette Schabirosky (38) aus Rahlstedt fand das Tier, das ihr Sohn Leon (7) gemeinsam mit seinen Freunden Adi (8) und Gav (7) anschleppte, zunächst nicht sehr furchteinflößend. Beim Spielen hatten die drei Grundschüler die Schildkröte auf einer Wiese des Freibades Rahlstedt entdeckt. "Wir dachten erst, das ist ein seltener Igel", sagt Adi.

Durch ein Loch im Zaun bugsierten sie das etwa 60 Zentimeter lange und acht Kilogramm schwere Tier, das offenbar ausgesetzt worden war, aus dem Freibad und trugen es zur Wohnung von Leons Eltern. "Wir haben uns abgewechselt, weil die Schildkröte so schwer ist", erzählt Gav.

Mit Hilfe eines Lexikons wurde der Fund schließlich als Alligatorschnappschildkröte (Chelydra serpentina) identifiziert. "Von diesem Moment an haben wir das Tier nicht mehr angefaßt", sagt Annette Schabirosky. Denn: Diese Schildkrötenart ist äußerst gefährlich - ein sehr angriffslustiger Allesfresser. Der Name für das Tier stand sofort fest: "Schnappi".

Wie treffend der ist, stellte sich gleich beim ersten Füttern heraus: "Mein Mann hat der Schildkröte Katzenfutter auf einer Gabel hingehalten. Die war nach dem Zuschnappen des Tieres total verbogen", schildert die Hausfrau weiter.

Doch wohin mit Schnappi? Hagenbecks Tierpark war auf Anfrage von Frau Schabirosky nicht bereit, sich der Schildkröte anzunehmen. Über das Internet fand sie schließlich den Verein Wasserschildkröte in Dortmund, der das Tier aufnehmen will. Frank Poulet, 2. Vorsitzender des Vereins, bestätigt, daß mit Alligatorschnappschildkröten nicht zu spaßen ist: "Die Jungs haben richtig Glück gehabt. Ausgewachsen werden die Tiere bis zu 40 Kilogramm schwer. Sie ernähren sich hauptsächlich von Fisch, können aber auch Menschen tiefe Wunden zufügen." In Deutschland sei die Haltung deswegen auch nur Fachleuten mit Genehmigung erlaubt. Von dem Tier, das Leon, Adi und Gav gefunden haben, sei nach Ansicht des Experten deswegen keine Gefahr ausgangen, weil das Tier bei den aktuellen Temperaturen nicht sonderlich aktiv ist.

Annette Schabirosky will nun selbst am Wochenende nach Dortmund fahren, um Schnappi beim Wasserschildkrötenverein abzugeben. Ihr Sohn Leon ist darüber allerdings nicht so glücklich: "Ich hätte Schnappi gerne noch ein bißchen behalten."

Für alle, die Schnappi und andere Schildkröten finanziell unterstützen wollen, gibt es im Internet Informationen unter www.wasserschildkroete.de

         http://www.abendblatt.de/daten/2006/03/31/548796.html


KIELER NACHRICHTEN (Germany) 30 March 06  Vorsicht auf den Straßen - "Kickstart" für Amphibien

Eutin/Plön:  In den Kreisen Plön und Ostholstein haben die Laichwanderungen der Amphibien begonnen. Kröten, Molche und Frösche mussten lange auf günstige Temperaturen warten, denn erst bei über sechs Grad und hoher Luftfeuchtigkeit werden sie aktiv. Von einem geradezu explosionsartigen Start der um zwei bis drei Wochen verspäteten Wanderung, besonders im Bereich Braaker Moor bei Eutin, spricht Gudrun Griep, Amphibienexpertin des NABU Eutin. Sie bittet daher Autofahrer auf Straßen in Wald- und Wiesennähe um Rücksicht. NABU-Gruppen sind im Kreis Ostholstein derzeit an vielen Stellen im Einsatz, um die Tiere abends von den Straßen zu sammeln oder Straßensperren und Zäune, wie am Klenzauer See (Gemeinde Bosau), zu errichten.

Im Kreis Plön gibt es an vielen Standorten mittlerweile Amphibienzäune. Erst letzten Sonnabend haben Bürger der Gemeinde Schlesen an der Straße von Preetz Richtung Schlesen/Selkau einen Zaun errichtet und allein vorgestern Morgen nach den Worten von Bürgermeister Peter Wiegner 383 Kröten eingesammelt, um sie über die Straße zu tragen und dort in Nähe der Laichgewässer auszusetzen.

Eine Übersicht über Amphibienzäune im Kreisgebiet gibt Walter Ehlers vom Raisdorfer knik e.V.: An der B76 zwischen Preetz und Raisdorf, Höhe Weinbergsiedlung, zwischen Rastorfer Kreuz und Lilienthal, hinter Lilienthal Richtung Dobersdorf/Jasdorf, Preetz Richtung Plön an der neuen Umgehungsstraße, mit Tunnel am Abzweig Lebrade/Lepahn sowie im Bereich der Mühlenau (Köhn-Mühlen Richtung Lütjenburg). Keinen Zaun gibt es laut Ehlers an den Teichen in Probsteierhagen/Muxall. Dort sammeln Naturschützer regelmäßig die Kröten und Molche ein, um sie vor dem Verkehrstod zu bewahren. Ebenfalls keinen Zaun hat man zwischen Preetz und Honigsee (Pohnsdorfer Stauung) errichtet, weil es dort zwar eine große Amphibienwanderung, aber kaum Autoverkehr gibt. Gesperrt ist hingegen der Weg von Raisdorf-Süd nach Rönne. Auch dort locken Teiche die Amphibien in Scharen an. og

         http://www.kn-online.de/news/regional/ploen.htm/1832300


WORMSER ZEITUNG (Germany) 30 March 06  Giftschlangen verschwinden spurlos - Stadt führt nach Mamba-Biss keine Tierhaltungs-Kontrollen durch / Elf Kriechtiere weg (Susanne Müller)

Worms:  Eine "Grüne Mamba" beißt beim Füttern zu. Die Stadt sieht nach dieser lebensgefährlichen Tier-Attacke keinen Anlass, die Haltung des Reptils und weiterer Schlangen in einem Privathaushalt zu überprüfen - und kann es jetzt auch nicht mehr. Die Tiere wurden weggeschafft. 

"Wohin, ist mir nicht bekannt", erklärte Wolfgang Herrmann, Leiter der städtischen Abteilung Umweltschutz und Landwirtschaft, die auch für den Arten- und Tierschutz zuständig ist. Auch wann die Schlangen, elf an der Zahl, weggebracht wurden, ist der Behörde unklar. Ihm sei gesagt worden, so der Abteilungsleiter, dass noch zwei in der Wohnung seien: "Die Mambas, die dem Besitzer gehören, der derzeit in Urlaub ist". Grüne Mambas seien "anzeigepflichtig", dem sei der Besitzer bislang nicht nachgekommen, man warte die Rückkehr ab: "Wir können die Tiere nun doch nicht einfach beschlagnahmen", so Herrmann.

Die anderen Schlangen hätten einem "Bekannten" gehört. Wegen der Abwesenheit des Wohnungsinhabers und des Krankenhausaufenthaltes seiner Mutter, die von einer der Mambas gebissen worden war, habe das Amt ja auch keine Möglichkeit gehabt, in die Wohnung zu kommen, um Kontrollen vorzunehmen. Außerdem habe man sich verlassen auf Aussagen desjenigen Fachmanns, der beauftragt worden sei, die Tiere während der Urlaubs-Abwesenheit des Halters zu versorgen. Dieser habe gesagt, dass die Terrarien in Ordnung und mit Schlössern gesichert seien.

Bei der inzwischen vom Schlangenbiss genesenen Mutter und weiteren Verwandten des Tierbesitzers habe man hinterlassen, dass der Name desjenigen, der die Schlangen aus der Wohnung geholt habe, bei der Stadt bekanntzugeben sei. "Sobald wir wissen, wo dieser angebliche Bekannte wohnt und wo wahrscheinlich auch die Schlangen sind, werden wir die dortigen Behörden um Kontrollen bitten", so Herrmann.

Der "Schlangen-Fütterer", ein Fachmann aus einem Wormser Fachgeschäft, der die Tiere beaufsichtigen und versorgen sollte, ist über derlei Aussagen erbost. Ihm sei völlig unverständlich, erklärte er gegenüber der WZ, dass ein städtisches Amt so handeln könne: "Ich habe schon nach dem Biss-Vorfall und zum letzten mal am Montag Kontakt aufgenommen und erklärt, dass dort eine Kontrolle zwingend ist". Betont habe er dabei auch, dass Schlangen gehalten würden, die unter Artenschutz stünden und für die keine Papiere vorhanden wären. "Dass fünf der Schlangen meldepflichtig sind, war dem Amt durch mich bekannt", so der Fachmann. Eine Behörde könne sich doch Zugang zu einer Wohnung verschaffen, sagte der Tierpfleger, erst recht, wenn etwas derartig Gravierendes vorgefallen sei wie ein Biss einer Giftschlange. Und der Mann setzte im Gespräch mit der WZ noch eins drauf: Er könne sich denken, wo die Schlangen jetzt seien. Wahrscheinlich in einer Haltung in Mannheim, die schon mehrfach negativ aufgefallen sei: "Die ist amtsbekannt, die Haltung ist dort nicht optimal - ich fürchte um die Tiere".

         http://www.wormser-zeitung.de/region/objekt.php3?artikel_id=2330036


GRENZLAND-NACHRICHTEN (Nettetal, Germany) 30 March 06  Vorsicht Krötenwanderung  (Daniela Veugelers)

Grenzland. Autofahrer aufgepasst, in diesen Tagen machen sich wieder hunderte Frösche, Kröten und Molche auf den Weg und wandern zu ihren angestammten Laichplätzen.

Neben der oftmals kilometerlangen Wanderung aus ihren Winterverstecken, müssen beispielsweise Erdkrötenweibchen die kleineren Männchen auf ihrem Rücken tragen (siehe Bild).

Mittlerweile gehören die oben genannten Tierarten zu den bedrohten Bewohnern unserer wasserreichen Landschaften. Außerhalb der Laichzeiten leben Frösche, Kröten und Molche in Wäldern, Wiesen und Gärten. Sie sind als biologische Schädlingsbekämpfer von großem Nutzen. Ihr Winterschlaf dauert mehrere Monate im frostsicheren Versteck. Im Februar/März erwachen sie bei ansteigenden Temperaturen und fangen an zu wandern. Nach dem Ablaichen kehren sie bald darauf wieder in ihre Sommer- beziehungsweise Winterquartiere zurück.

Millionen Jahre im Zeitraffer werden deutlich, wenn sich aus dem Laich kiemenatmende Kaulquappen und danach lungenatmende Landtiere entwickeln. Die Jungtiere folgen bis zum Herbst den erwachsenen Amphibien. Auf diesen Wanderungen werden viele Tiere auf den Verkehrswegen überfahren. Amphibien bedürfen daher der Hilfe des Menschen.

„Fahren Sie besonders umsichtig während der Amphibienwanderzeiten, auch wenn von offizieller Seite noch keine Schilder aufgestellt sind. Insbesondere in warmen und nassen Nächten der Monate März und April queren die Tiere oft in großer Anzahl die Straßen“, warnt Bernd Rosenkranz, Vorsitzender AG Biotopschutz alle Autofahrer. Achten sollte man aber vor allem auch auf die Naturschützer, die die Tiere einsammeln und über die Straße tragen.

Zahlreiche Maßnahmen für den Artenschutz wurden durch die Arbeitsgemeinschaft Biotopschutz erstmalig durchgeführt und auf ihre Wirksamkeit über einen längeren Zeitraum erprobt, darunter solche, die Vorbild oder Anregung für weitere Projekte in der ganzen Bundesrepublik wurden. Besonders hervorgehoben sei die Beteiligung der AG an Forschungsvorhaben des Bundesverkehrsministers zum Schutz wandernder Amphibien vor dem Straßenverkehr.

Nachdem sie sich schon früh der Untersuchung der Erdkrötenwanderung und an zahlreichen Straßen den üblichen Rettungsaktionen widmete, konzentrierte sich die Arbeit später stärker auf die Erforschung der Wirksamkeit von Amphibiendurchlässen. Dieses Projekt wurde zusammen mit dem Institut für Angewandte Zoologie der Universität Bonn durchgeführt. Hierbei wurde die Arbeitsgemeinschaft Biotopschutz in großem Umfang von der Gemeinde Brüggen, von der Diergardt’schen Forstverwaltung und dem Landschaftsverband Rheinland unterstützt. „Bevor man professionelle Vorrichtungen auf der Landstraße zwischen Brüggen und Swalmen installiert hatte, wurden in einer Nacht mehr als 3.000 Tiere überfahren“, erinnert sich Rosenkranz.

Die Bereitschaft der Arbeitsgemeinschaft Biotopschutz im Kreis Viersen, stets nach neuen Wegen für den Schutz der Amphibien Ausschau zu halten, wird auch durch die Entwicklung neuartiger Hochbordsteine unterstrichen, die die „immer an der Wand lang“ wandernden Erdkröten vor der vor allem in den Ortslagen permanent gegenwärtigen Gefahr bewahren sollen, in die Regenwasser-Gullys zu fallen und dort elendig umzukommen. „Das vermehrte Vorkommen von Amphibien in Ortslagen ist eine Folge der Anlage von Gartenteichen, in denen diese Tiere ablaichen“, erläutert der Vorsitzende der Arbeitsgemeinschaft.

Der Hochbordstein mit einer Einbuchtung - beim Patentamt als Gebrauchsmuster angemeldet - hat sich schon in mehreren Gemeinden bewährt, unter anderem in Schwalmtal, Niederkrüchten und Brüggen sowie in den Bundesländern Baden-Württemberg und Rheinland-Pfalz.

Der Erlös aus der Erfindung fließt wieder in Naturschutzmaßnahmen ein.

         http://www.grenzlandnachrichten.de/index.php?id=43&tx_ttnews%5Btt_news%5D=726&tx_ttnews%5BbackPid%5D=64&cHash=c0ace657c1


MÄRKISCHE ALLGEMEINE (Germany) 30 March 06  Eimer wird zum Kröten-Taxi: Wanderweg für Grasfrosch und Co. bei Rottstock sicherer gemacht (Claudia Nack)

Rottstock:   "Wir könnten jetzt an allen Ecken sein, denn die Luft brennt überall", sagt Katrin Mielsch von der Naturwacht Hoher Fläming. Da der Lenz so lange auf sich warten ließ, machen sich Grasfrosch und Co. zwar erst drei Wochen später als sonst zu ihren Laichgewässern auf, dafür haben alle auf einmal Frühlingsgefühle. Beim Aufbauen der Krötenzäune hat die Naturwächterin mit Ein-Euro-Jobbern und freiwilligen Helfern seit Freitag alle Hände voll zu tun und sogar das Wochenende durchgearbeitet. "Wir könnten Tag und Nacht schippen." Gestern stellte die "TaskForce" an der Forellenzuchtanlage bei Rottstock rechts und links der B 107 den grünen kniehohen Plastikzaun auf. Insgesamt einen Kilometer.

Der Krötenwechsel bei Rottstock gilt als kritischste Stelle im ganzen Naturpark, der sich von Ziesar bis Niemegk und von Groß Biesen bis Groß Marzehns erstreckt. "Hier wollen die meisten Amphibien über die Straße", weiß Katrin Mielsch. "Jedes Frühjahr 6000 bis 8000 Tiere." Ein Krötentunnel wäre dort dringend nötig," sagt sie. "Mit der unteren Naturschutzbehörde sind wir ständig im Gespräch." Doch bisher scheiterte der Tunnel offenbar am Geld.

Damit es wie in den letzten Tagen keine weiteren Verkehrsopfer gibt, dient der Eimer bis Mitte Mai wieder als Kröten-Taxi. Die meisten der Rottstocker Amphibien kommen aus der Niederung von Riembach und Buckau, wo sie in Erdlöchern, Lese- oder Reisighaufen überwintern. Der naturbelassene Friedfischteich auf dem "Gesundbrunnen"-Gelände ist ihr Reiseziel. "Einige marschieren auch in die umgekehrte Richtung", erzählt Katrin Mielsch. "Sie wandern immer dorthin zur Eiablage, wo sie als Kaulquappen das Licht der Welt erblickten." Noch seien meist die Männchen solo unterwegs, um sich ein Revier am Laichgewässer zu reservieren. Zur Hoch-Zeit in ein bis zwei Wochen reist man nur noch huckepack: Das Männchen umklammert mit den Vorderbeinen das Weibchen, um ganz sicher zu gehen. Zehn Grad oder mehr sowie Nieselregen gelten als bestes Krötenwetter. "Dann lässt die Nacht der Nächte nicht lange auf sich warten", sagt die Naturwächterin. Woran sich Amphibien beim Wandern orientieren, steht jedoch nicht zweifelsfrei fest. Man nimmt an, dass Sonnenstand, Sichtmarken wie Bäume, Steine, Hügel und der Erdmagnetismus eine Rolle spielen. 

Grüne Zäune stellt die Naturwacht im Fläming an 17 Standorten auf, darunter auch in Görzke und Golzow. Insgesamt 7,5 Kilometer. "Wir kriegen zwar noch weitere Hilferufe aus der Bevölkerung, aber mehr ist beim besten Willen weder personell noch finanziell drin", so die kommissarische Gebietsleiterin. Freiwillige Helfer und Ein-Euro-Jobber betreuen die Krötenzäune. Die für Rottstock ab April beantragte Maßnahme verzögere sich etwas. Zur Überbrückung hilft ein Ehrenamtlicher aus.

Amphibien sind wechselwarme Tiere, die sich bei Kälte kaum bewegen. Steigt die Quecksilbersäule machen sie sich im Frühjahr mit Einbruch der Dämmerung zu ihren Laichgewässern auf. Normalerweise gibt es Frühstarter wie den Grasfrosch und Spätstarter wie die Wärme liebende Wechselkröte, die im Naturpark aber nur an einer einzigen Stelle vorkommt, so Katrin Mielsch. Lebensgefährlich wird es, wenn eine Straße die Wanderroute kreuzt. "Der dunkle Asphalt wirkt wie ein Kachelofen", erklärt sie das Prinzip. "Die Kröten bleiben dort sitzen, um Wärme zu tanken. Manchmal bis 20 Minuten - wenn kein Auto kommt. Kraftfahrer sollten jetzt besonders vorsichtig sein.

Sicherheit, aber eben nicht überall, bietet der grüne Zaun. Da Grasfrosch, Erdkröte und Co. daran nicht vorbei kommen, plumpsen sie in Behälter, die alle paar Meter eingegraben sind. Gras sorgt dafür, dass sie weich fallen. Außerdem dient es als Sichtschutz gegen Feinde wie Greifvögel oder Fuchs. Morgens, wenn nötig auch abends, leert der Zaunbetreuer die Auffangbehälter, erfasst die Tiere nach Art und Anzahl und trägt sie über die Straße. In Rottstock hält das Eimer-Taxi direkt am Friedfischteich.

         http://www.maerkischeallgemeine.de/cms/beitrag/10678723/61009/


MÄRKISCHE ODERZEITUNG (Germany) 30 March 06  Die Kröten wandern wieder - Schutzzäune werden aufgestellt / Kraftfahrer zur Vorsicht gemahnt (Ulrich Fischer)

Putlitz:  An vielen Straßen in der Prignitz werden derzeit so genannte Krötenzäune aufgestellt. Denn mit den steigenden Temperaturen beginnt in den nächsten Tagen wieder die Wanderung der heimischen Amphibien. Sobald die Nachttemperaturen im Frühjahr fünf Grad Celsius überschreiten, begeben sich Molche, Frösche und Kröten auf eine teilweise kilometerlange Wanderung zu ihren Laichgewässern. Oft müssen sie dabei Straßen überqueren, werden sie je nach Verkehrsdichte zu einem Großteil von Autos überfahren.

Deshalb werden vielerorts die etwa 40 Zentimeter hohen Krötenzäune errichtet. Wenn die Amphibien an den Zäunen entlang laufen, fallen sie in die im Abstand von zehn Metern eingegrabenen Sammeleimer. Die so gefangenen Tiere können dann von Helfern über die Straße getragen werden. Ähnlich funktioniert es bei der Rückwanderung in den angestammten Lebensraum ab Juli, erfuhr die MAZ von Marcus Pankow. Der Artenschutzbeauftragte in der Unteren Naturschutzbehörde des Landkreises war gestern am Putlitzer Ortsausgang in Richtung Mansfeld anzutreffen. In mehreren Abschnitten wurden gerade insgesamt 200 Meter Krötenzaun aufgestellt. Erdkröten sowie Gras- und Moorfrösche wollen dort von Gräben, Wiesen und Äckern zum großen Gartenteich von Familie Krüger in der Jahnstraße wandern. Die Krügers kümmern sich selbst um die willkommenen Gäste und sorgen täglich für den Transport vom Fangzaun zum Laichteich.

Ehrenamtliche Hilfe bekommen die Naturschützer auch anderswo, so bei Wittenberge am Krötenzaun von Bentwisch in Richtung Motrich. In Kietz und Unbesandten bei Lenzen stellten Naturwacht und Förderkräfte etwa 300 Meter Zaun auf. Dort bringt Familie Pauli die Amphibien, zu denen auch Molche, Knoblauchkröten und Rotbauchunken sowie Wasser- und Teichfrösche gehören, sicher über die Straße. Über einen Kilometer lang ist der Schutzzaun an den Perleberger Karpfenteichen in Richtung Bad Wilsnack, der vom Stadtbetriebshof errichtet wurde. Städtische MAE-Kräfte sammeln die Tiere ein. Auch bei Garlin in Richtung Reckenzin (Gemeinde Karstädt) ist mit einer starken Krötenwanderung zu rechnen. Hier sollen 400 Meter Zaun zur Rettung der Amphibien beitragen. Schüler aus Glöwen und Bad Wilsnack sind schon seit Jahren Schutzengel für Erdkröten und Moorfrösche, die zwischen der Kurstadt und Haaren zur Karthane und zurück wandern. Dort hat der Naturschutzbund (Nabu) einen 500 Meter langen Netzwall mit Sammeleimern aufgebaut.

Übrigens, betont der Prignitzer Artenschutzbeauftragte Pankow: Laubfrösche sind gute Springer und Kletterer. Die im Bestand stark gefährdeten Lurche steigen aus den Eimern wieder heraus und überwinden auch die Zäune.

Trotz der Schutzmaßnahmen ist also - natürlich auch dort, wo keine Krötenzäune stehen und Gewässer in der Nähe sind - in den nächsten Wochen auf den Straßen mit den vermehrungssüchtigen Gesellen zu rechnen. Kraftfahrer sollten darum, auch um die Helfer nicht zu gefährden, an den bekannten "Wanderstrecken" die Geschwindigkeit drosseln und sehr aufmerksam fahren. Wenn es möglich ist, sollten die Abschnitte in den nächsten Tagen ganz gemieden werden.

         http://www.maerkischeallgemeine.de/cms/beitrag/10678628/61469/


DER STANDARD (Austria) 30 March 06  Anhaltendes Amphibiensterben in Österreich - Zoologe sieht unzureichende Schutzmaßnahmen - Lebensräume von Fröschen und Kröten schwinden.  Hilfe für Frösche in Salzburg - derzeit sind zahlreiche HelferInnen in Österreich unterwegs, um Amphibien auf die andere, sichere Straßenseite zu bringen.

Wien (APA):  Trotz Maßnahmen wie dem Aufstellen von so genannten Krötenzäunen im Frühjahr gehen die Amphibienbestände in Österreich weiter zurück, berichtete der Zoologe Bernhard Seidel (Universität Wien) im Gespräch mit der APA. "Die Kröten wandern etwa nicht nur im Frühjahr, sie werden das ganze Jahr über Opfer des Straßenverkehrs, außerdem verschwinden nach wie vor ihre bevorzugten Lebensräume."

Am besten funktionieren Kröten- und Amphibienschutzmaßnahmen in den wenigen Fällen, wo sich engagierte Gruppen eines bestimmten Gebietes annehmen, ist Seidel überzeugt. Die von Straßenerhaltern "laut Verordnung von Behörden" aufgestellten Zäune seien dagegen alles andere als ausreichend. Die zu kleinen und teilweise nur sehr lückenhaft aufgestellten Barrieren würden von den Tieren einfach überklettert. Es würde sogar vorkommen, dass sich Kröten zwischen den Zäunen noch länger auf den Straßen aufhalten und erst recht überfahren werden.

Vergleichsweise einfache Maßnahmen, welche dem jährlichen Gemetzel vorbeugen könnten, wären beispielsweise drastische Geschwindigkeitsbeschränkungen. "Das Tiere werden nämlich nicht nur durch Überrollen getötet, bei entsprechender Geschwindigkeit eines Autos reicht der Luftsog, dass Kröten und Frösche sterben oder schrecklich entstellt werden", so Seidel, der über eine Fotosammlung mit derart verletzten Tieren verfügt. Ein einziges, mit hoher Geschwindigkeit fahrendes Auto könne auf wenigen Kilometern hunderte Amphibien töten.

Amphibien-Maßnahmen würden auch übersehen, dass die Tiere nicht nur während Wanderung und Laichzeit geschützt werden müssen, vielmehr verschwinden auch ihre Lebensräume. "Viele Amphibien, wie etwa die Kröten, sind während des Jahres ausgesprochene Landtiere, die in der kultivierten Landschaft kaum noch geeignete Lebensräume vorfinden", ist der Forscher überzeugt.

Will man die Amphibien schützen, so wird man in Zukunft an "integrativen Lösungen" nicht vorbeikommen. Dabei sollte mit Bedacht das Zusammenleben von Wildtieren, nicht nur Kröten, mit Menschen - vom Autofahrer bis zum Fußgänger - überdacht werden. So könnte ein intelligentes Leitschienensystem an Landstraßen nicht nur Tiere, sondern etwa auch Motorradfahrern und Fußgängern nutzen. Seidel plant an der Uni Wien derzeit ein Projekt, in dem solche Lösungen entwickelt werden sollen. (APA)

         http://derstandard.at/?url=/?id=2396575


SALZBURGER NACHRICHTEN (Austria) 30 March 06  Schaufeln inder Nacht der Kröten

Jetzt beginnt die Zeit der Kröten: Die SN begleiteten eine Gruppe Freiwilliger, welche die Tiere bei Nacht und Regen auf Händen über die Straße trug.

christian reschgrossgmain (SN). Es ist bereits dunkel, windig und es regnet in Strömen. Der Schnee an der Landstraße in Richtung Gewerbegebiet Großgmain verwandelt sich an diesem Dienstagabend langsam in Matsch. "Bacherlwarm ist es heute", verkündet Biologe Martin Kyek, während sich Dampfwolken vor dem Mund des bärtigen Bayern bilden. "So warm, wie es ist, das wird die Nacht der Kröten."

Kyek ist Amphibienbeauftragter des Landes Salzburg. Er hat eine Hand voll freiwillige Helfer um sich geschart. Die Männer und Frauen haben sich mit Harken und Schaufeln bewaffnet. Und sie haben eine Mission. Denn jetzt beginnt die Wanderzeit der Kröten zu ihren Laichplätzen. Tausende werden die viel befahrene Straße überqueren wollen. "Und wenn man sie nicht hindert, gibt es Gulasch", sagt Kyek. Also werden Krötenzäune aufgestellt und die Tiere regelmäßig über die Straße getragen. Alles ehrenamtlich.

Doch an der Straße liegt zu viel Schnee für den Krötenzaun. Also schaufeln die Helfer im Regen Gefrorenes zur Seite. "Ich helfe der Natur zuliebe", meint Pensionist Horst und wirft einen Spaten voll Matsch über die Schulter. Er spricht von der Nahrungskette, in der Frösche eine wichtige Stellung hätten.

 

Für die 38-jährige Reitlehrerin Sabine, die daneben arbeitet, gehe es um "Selbsttherapie", wie sie scherzhaft meint. "Weil mir immer extrem vor Fröschen gegraust hat. Jetzt helfe ich den Hüpfern. Und sehe sie schon mit ganz anderen Augen."

Willi, Polizist von Beruf, ist seit zehn Jahren ein Amphibienfreund. "Früher war nach der Laichwanderung die ganze Straße voll toter Kröten. Ein Massaker. Da musste ich was tun."

Gegen acht Uhr, kommen die ersten grünen Tiere des Weges. Viel zu früh - denn der Zaun steht noch nicht. Jetzt muss es schnell gehen. Die Helfer greifen nach den Tieren, um sie über die Straße zu tragen. "Ich liebe sie, die Viecherl. Punkt. Aus", meint Kyek, aber es gehe natürlich vor allem um den Artenschutz.

Ohne die mehr als hundert freiwilligen Helfer wäre Salzburgs Krötenpopulation wohl in höchster Gefahr: Wer sollte sonst jeden Morgen an den 15 Kilometern Krötenzaun im Land patrouillieren und die Tiere über die gefährlichen Fahrbahnen befördern? Etwa 54.000 Tiere werden es heuer wieder sein. "Ich bin begeistert, wie motiviert unsere Leute sind. Es ist eine Freude", sagt der Amphibienexperte grinsend und streichelt liebevoll ein Froschpärchen, das er gerade beim Sexualakt erwischt hat.

         http://www.salzburg.com/sn/06/03/30/artikel/1993780.html


PIRMASENSER-ZEITUNG (Germany) 29 March 06  Helfer schützen Kröten vor dem Tod auf der Straße

Amphibienwanderung hat begonnen – Viele Strecken betroffen

  Photo:  Es ist Krötenwanderungszeit. Zahlreiche Amphibien machen sich jetzt auf den Weg um an Gewässern ihren Laich abzulegen. An zahlreichen Straßen unserer Region wurden Hindernisse aufgebaut, an denen die Kröten in Eimer fallen, um eingesammelt und sicher an Tümpel gebracht zu werden. Hierzu benötigt die Kreisverwaltung zahlreiche freiwillige Helfer, um die Kröten einzusammeln. An der Landstraße zwischen Niederhausen und Wiesbach, nahe der Stamper Mühle, sind es seit sieben Jahren Schüler der Regionalen Schule Wallhalben, die diese Arbeit auf sich nehmen. (Foto: Füßler)

Südwestpfalz. Die Zeit der Krötenwanderung hat begonnen. Die Amphibien machen sich jetzt auf den Weg, um an Gewässern ihren Laich abzulegen. Damit die langsam kriechenden Kröten, Frösche und Lurche auch sicher zu den Laichgewässern kommen, brauchen sie Hilfe, wenn ihr Weg von einer Straße gekreuzt wird. Da müssen Schutzzäune aufgestellt werden und die daran abprallenden Amphibien über die Straße getragen werden. Eine Aufgabe, die gestern bei der Vorstellung der Krötenhilfsaktionen im Landkreis von Schülern der Regionalen Schule Wallhalben demonstriert wurde.

In jedem Jahr kommen immer wieder viele Amphibien beim langsamen Überqueren der Straßen durch die Autofahrer zu Tode. Schon bei einem Verkehrsaufkommen von nur etwa 15 Autos pro Stunde kann eine wandernde Krötenpopulation bis zu 50 Prozent ausgelöscht werden. Denn es werden nicht nur die Elterntiere getötet – mit jeder weiblichen Kröte sterben gleichzeitig etwa 3 000 Eier ab. Nicht ohne Grund stehen deshalb alle Kröten-, Frosch-, Molch- und Unkenarten auf der Roten Liste der bestandsgefährdeten Tierarten.

Mit dem Einzug des Frühlings und steigenden Temperaturen, insbesondere wenn keine Nachtfröste mehr auftreten, beginnen in diesen Tagen auch die einheimischen Amphibien ihren Laichzug. Aus der Winterstarre erwacht, beginnen sie mit der Wanderung zu den angestammten Laichgewässern meist nach Einbruch der Dunkelheit.

Besonders stark betroffen vom Laichzug der Kröten und Molche sind die Straßen, bei denen sich Weiher oder sumpfiges Gelände gegenüber von Waldstücken befindet. Die Kreisverwaltung appelliert an die Autofahrer, durch rücksichtsvolles Fahren während der Zeit des Laichzuges die bedrohten Amphibien zu schützen. Nicht nur zum Schutz der Tiere, auch für die Autofahrer können tote Tiere auf der Fahrbahn insbesondere bei Regen gefährlich werden.

Wie die Kreisverwaltung mitteilt, ist auf folgenden Landes- und Kreisstraßen mit Amphibienwanderungen besonders stark zu rechnen: Landesstraße 471 zwischen Contwig und Stambach in Höhe der Fischteichanlage – Landesstraße 437 zwischen Salzwoog und Fischbach – Landesstraße 475 durch das Wallhalbtal zwischen Einöde Buchholz und Wallhalben – Landesstraße 478 zwischen Ludwigswinkel und Eppenbrunn im Reislertal – Landesstraße 478 zwischen Großsteinhausen und Großsteinhausermühle – Landesstraße 479 zwischen Hornbach und Brenschelbach – Landesstraße 487 im Naturschutzgebiet Faunertal – Landesstraße 488 zwischen Schönau und Fischbach im Bereich Königsweiher – Landesstraße 499 zwischen Waldfischbach-Burgalben und Heltersberg – Kreisstraße 5 Ransbrunnertal in Richtung Eppenbrunn – Kreisstraße 13 im Felsalbtal zwischen Dusenbrücken und Walshausen – Kreisstraße 32 im Schwarzbachtal in Höhe des Clausensees – Kreisstraße 43 zwischen Schönau und Gebüg – Kreisstraße 52 zwischen Schmalenberg und Trippstadt – Kreisstraße 54 zwischen Spirkelbach und Hauenstein – Kreisstraße 55 von Spirkelbach nach Sarnstall – Kreisstraße 66 zwischen Winterbach und Wiesbach – Kreisstraße 76 zwischen Oberauerbach und Battweiler – Kreisstraße 81 zwischen Großsteinhauser Mühle und Abzweigung Dietrichingen – Zufahrtsstraße zum Sportplatz Trulben.

Straßensperrung und Tempo-Reduzierung

Eine Straße im Landkreis wird während der Phase der Krötenwanderung komplett gesperrt: Die Kreisstraße 34 zwischen der Landesstraße 496 von Clausen nach Merzalben und der Landesstraße 498 von Merzalben nach Münchweiler ist während der Laichzeit von 19 bis 7 Uhr für den Verkehr komplett gesperrt.

Auf der Kreisstraße 55 nach der Ortslage Spirkelbach und der Kreisstraße 5 im Ransbrunnertal wird die Geschwindigkeit auf 50 Stundenkilometer herabgesetzt.

Darüber hinaus stellt die Kreisverwaltung an vielen Straßen Krötenschutzzäune auf, die die Amphibien am Überqueren der Straße hindern. Die Schutzzäune leiten die Tiere zu vorhandenen Tunnelröhren oder in zuvor in die Erde eingegrabene Eimer, die dann auf der gegenüberliegenden Straßenseite entleert werden. Eine Aufgabe, die seit sieben Jahren von freiwilligen Helfern im Landkreis übernommen wird. Auf der Landstraße zwischen Niederhausen und Wiesbach kümmern sich seit sieben Jahren Schüler der Regionalen Schule Wallhalben um die Amphibien, informierten sie gestern.

Soweit möglich sollten die betroffenen Straßenabschnitte während der Dunkelheit gemieden oder zumindest langsam und vorsichtig befahren werden, lautet der Appell der Naturschützer und der Kreisverwaltung an die Autofahrer. Dies dient sowohl dem Schutz der Amphibien als auch der zahlreichen Helfer, die während der Laichzeit im Einsatz sind. (kv)

         http://www.pirmasenser-zeitung.de/artikel/06/swpfalz/2006-03-29/3/index.php


LÜBECKER NACHRICHTEN (Germany) 29 March 06  380 000 Euro: Sichere Wege für Kröten, Molche, Frösche, Unken (Martin Stein)

Grambek/Ratzeburg:  Amphibienfreunde stehen in Grambek vor ihren letzten großen Einsätzen. Eine Investition von 380 000 Euro zum Bau von Tunneln macht in diesem wichtigen Biotop künftig das Einsammeln von Fröschen, Molchen, Unken und Kröten überflüssig.

"Wir rechnen damit, dass es jetzt bald losgeht." Heinz-Achim Borck vom Möllner Naturschutzbund (Nabu) weiß aus Erfahrung, dass die Kröten, Frösche und Molche rund um Grambek in den ersten frostfreien Nächten mit ihrer Wanderung zu den Laichgewässern beginnen. Dann werden wieder etwa 30 Freiwillige aus den Reihen des Nabus und der Grambeker AG Amphibienschutz mehrere Wochen im Einsatz sein, um die Tiere im Norden und Süden der Gemeinde sicher über die Straße zu transportieren.

Los geht es dort in diesem Jahr aber auch in anderer Beziehung: Weil Grambeks Umgebung landesweit ein herausragender Lebensraum von Amphibien ist, in dem etwa 20 000 Tiere von einem Dutzend teilweise höchst gefährdeten Arten leben, werden dort rund 380 000 Euro investiert. Wo jetzt die Frösche, Kröten und Molche in Eimer fallen und dann über die Straße getragen werden, gibt es in Zukunft feste Leitanlagen und Tunnel. Nach Auskunft der Kreisverwaltung steht die Ausschreibung der Arbeiten bevor. Mitte des Jahres sollen die Arbeiten beginnen und noch 2006 fertig gestellt sein.

Das seit Jahren betriebene Vorhaben ist ein Kooperationsprojekt, an dem die Gemeinde Grambek, die dortige AG Amphibienschutz, der Naturschutzbund Mölln sowie der Kreis Herzogtum Lauenburg beteiligt sind. Als Förderer sind auch das Landesumweltministerium und der Förderfonds Nord dabei. Dass ein so hoher Betrag für ein solches Vorhaben ausgegeben wird, liegt nicht zuletzt an der Zweckbindung eines Teiles des Geldes. Es stammt aus Rücklagen, die nur im Bereich Umwelt- und Naturschutz ausgegeben werden können.

Mit Leitanlagen und Tunneln werden die Tiere nicht nur einen sicheren Weg zu den Laichgewässern finden. Michael Hauberg, der in der AG Amphibienschutz mitarbeitet, weist auf einen anderen Aspekt hin: "Gerade die Rückwanderung der Tiere war zum Teil eine Katastrophe. Die Amphibien sind dann noch so klein, dass sie von einem Autofahrer gar nicht erkannt werden können. Und sie kommen dann zu Zehntausenden aus den Gewässern. Es ist praktisch gar nicht machbar, diese Masse in Eimern aufzufangen und über die Straße zu bringen."

Michael Hauberg, Heinz-Achim Borck und die vielen anderen Freiwilligen engagieren sich seit Jahren für den Amphibienschutz in Grambek, weil in Deutschland etwa ein Drittel der Frösche, Unken, Molche und verwandten Arten vom Aussterben bedroht sind. Einige der schon seltenen Tiere leben auch in Grambek, wie zum Beispiel der Kammmolch und die Wechselkröte: "Die sind besonders gefährdet", sagt Heinz-Achim Borck. "Hier wären die Amphibien inzwischen weg, wenn wir nichts unternommen hätten. Wir haben uns gesagt: Das kann man einfach nicht zulassen", erzählt der Möllner vom Naturschutzbund über die Hintergründe des Schutzprojektes.

         http://www.ln-online.de/artikel/1831763/380_000_Euro:_Sichere_Wege_f%FCr_Kr%F6ten,_Molche,_Fr%F6sche,_Unken.htm


BERNER ZEITUNG (Switzerland) 29 March 06  So gelangen Kröte, Frosch & Co. sicher ins feuchte Liebesparadies (Laura Fehlmann)

Jetzt befinden sich die Amphibien auf der Wanderung zu ihren Laichgewässern. Damit die Tiere im Kriechenwiler Röseliwald nicht überfahren werden, trägt sie Michèle Baumann während Wochen über die Strasse.

Der Morgen graut, und Michèle Baumann ist schon unterwegs im Röseliwald. Mit einer Taschenlampe leuchtet sie in Kübel, welche hinter dem Amphibienzaun vergraben sind. In einem, versteckt unter dürren Blättern, sitzen zwei braune Erdkröten, schwänzeln ein paar Bergmolche, und ein leuchtendgrüner Laubfrosch versucht vergebens, die glatte Plastikwand hochzuklettern. Michèle Baumann setzt den kleinen Hüpfer auf ihre Handfläche und freut sich: «Ist er nicht herzig?» Wer könnte bei diesem Anblick Nein sagen? Man zieht sogar in Betracht, dass der glubschäugige Kleine mit seinen winzigen Saugnäpfen an den Zehen sich in einen Prinzen verwandeln könnte – würde er nur geküsst. Aber bestimmt ist er feucht und kalt. «Ja, Amphibien fühlen sich kühl an», sagt Michèle Baumann. Sie muss es wissen. Seit Tagen rettet sie jeden Morgen und jeden Abend unzählige der Tierchen vor dem sicheren Tod auf der Strasse.

Zuständig für den Schutz der Amphibien sind die Kantone. Heinz Garo aus Lyss ist einer der Gebietsbetreuer des Kantons Bern. Er ist verantwortlich für die Amphibienschutzzäune, die bei Winterende überall dort gesetzt werden, wo Kröte, Frosch und Co. die Strasse queren und dabei den Tod finden. Sobald die Erde nicht mehr gefroren ist, setzt Garo mit Hilfe von Zivildienstleistenden die Zäune. Auch im Röseliwald. In dessen Mitte liegt ein grosses natürliches Biotop, der Röselisee. Dieser ist das Laichgewässer unzähliger Gras-, Laub- und Springfrösche, von Erdkröten, Berg- und Fadenmolchen. Wenn es wärmer wird, verlassen die Amphibien ihre Erdlöcher, kommen unter Laub- oder Asthaufen hervor und bewegen sich instinktiv in Richtung Wasser. Sechs bis acht Wochen lang. «Sie wandern vor allem nachts, am liebsten wenn es regnet», erklärt Heinz Garo. Und wenn tagsüber die Sonne schien, machen die Amphibien nachts oft eine kleine Pause auf dem warmen Teer. «Das wird ihnen leider oft zum Verhängnis», erklärt der Fachmann.

Tierfreunde aus der Umgebung des Röseliwaldes haben festgestellt, dass im Frühling jeweils zahlreiche flach gefahrene Frosch- und Krötenleichen auf der Strasse lagen. Sie nahmen Kontakt zum Kanton auf und die Rettung der vom Fortpflanzungswillen getriebenen Amphibien an die Hand. Mehrere Jahre hat Kurt Rytz aus Kriechenwil die Tierchen gerettet. Jetzt hat Michèle Baumann aus Kleinbösingen seine Nachfolge übernommen. Fachliche Unterstützung leistet die Koordinationsstelle für Amphibien- und Reptilienschutz in der Schweiz (Karch).

Der Röseliwald ist feucht, liegt in nächster Nähe des Aurieds und anderer Biotope. Diese kleine Region ist besonders reich an wanderfreudigen Amphibien. Die Ausbeute von Michèle Baumann ist derzeit jedenfalls reich. «Die Amphibien wandern vor allem nachts. Da muss ich die Kessel jeweils gut mit der Lampe ausleuchten, damit ich keines der Tierchen übersehe», sagt sie.

Jetzt trägt sie einen Kessel mit etwa 30 Bergmolchen, einem Fadenmolch, etlichen Erdkröten – darunter ein Liebespaar. Michèle Baumann geht durchs Dickicht zur Waldlichtung, wo der Röselisee liegt. Sie kippt den Kessel schräg auf den Boden und wartet. «Das ist immer der schönste Moment», sagt sie und schaut lächelnd zu, wie die Tiere dem Wasser zustreben. Platschend tauchen die Kröten ins Wasser. Das Weibchen mit dem Männchen auf dem Rücken schwimmt erstaunlich wendig unter Zweigen hindurch. Die Molche nehmens einiges ruhiger. Sie kriechen am Ufer unter die Blätter, dort, wo die Erde besonders nass ist. Am elegantesten ist der Sprung des kleinen grünen Prinzen. Mit einem Sprung ist er weg und damit die Chance vertan, ihn zu küssen.

         http://www.espace.ch/artikel_194751.html


DER WESTALLGÄUER (Weiler im Allgäu, Germany) 28 March 06  3679 Frösche, Kröten und Molche gerettet

Lindau (kfe):  Sobald es Frühling wird kommen Frösche, Kröten und Molche aus ihren Winterschlupflöchern gekrochen und wandern zu ihren Laichgewässern. Oft auch über Straßen. Wir haben bei Isolde Miller nachgefragt, was der Bund Naturschutz unternimmt, dass die Tiere diese Wanderung heil überstehen.

Um welche Amphibienarten handelt es sich in unserer Region?

Isolde Miller: Im Landkreis Lindau haben wir es vor allem mit Gras- und Teichfröschen, sowie mit Erdkröten und Bergmolchen zu tun.

Kann man sagen, wann genau die Amphibien-Wanderungen beginnen?

Miller: Sobald es wärmer wird, geht es los. Und bei Amphibien heißt Wanderwetter gleich Sauwetter: Es sollte also feucht sein oder regnen. Außerdem sind die Tiere nachts unterwegs. Im unteren Landkreis haben die Wanderungen bereits begonnen. Im Westallgäu, wo noch Schnee liegt, dauert es noch ein bisschen. Dann wird es aber sehr schnell gehen, da die Tiere bereits einen enormen Laichdruck haben. Da der Winter so lange gedauert hat, sind sie spät dran. In milden Jahren wandern sie schon ab Mitte Februar.

Auf ein Laichgewässer geeicht

Welchen Gefahren sind die Amphibien bei ihrer Wanderung ausgesetzt?

Miller: Amphibien sind auf ein bestimmtes Laichgewässer geeicht. Nämlich auf das, in dem sie selbst geschlüpft sind. Dort wandern sie zur Laichzeit wie ferngesteuert hin. Das können bis zu fünf Kilometer sein. Das Problem ist, dass der Weg von ihrem Winterlebensraum – meist ein Wald – hin zu ihrem Laichgewässer häufig von Straßen zerschnitten ist. Ohne Schutz würden da ganze Populationen platt gefahren werden. Und die Tiere dadurch vom Aussterben bedroht sein.

Und wie sehen die Schutzmaßnahmen des Bund Naturschutz aus?

Miller: Die einfachste und effektivste Methode sind Straßensperren. Ein paar wenig befahrene Nebenstraßen lassen wir von Abend- bis Morgendämmerung umleiten (siehe untenstehenden Artikel). Die Alternative sind Abfangzäune. An denen entlang werden Eimer in den Boden gegraben. In diese fallen die Tiere auf der Suche nach einem Durchkommen durch den Zaun. Unsere Helfer sammeln sie dann ein und bringen sie zu den Laichgewässern.

Stellen die Helfer auch die Zäune auf?

Miller: Nein. Da erfahren wir zum Glück eine große Unterstützung von der Straßenmeisterei Lindenberg für die Staats- und Bundesstraßen und von der Kreisgärtnerei für Kreis- und viele Gemeindestraßen.

Bis zu sechs Wochen im Einsatz

Wie lange sind die Helfer unterwegs? Und wieviele Tiere werden durch ihre Aktion gerettet?

Miller: Wie gesagt, dieses Jahr beginnt die Wanderzeit später. Daher schätze ich, dass wir nach zwei bis drei Wochen fertig sind. Sonst kann es auch mal bis zu sechs Wochen dauern. Die Helfer teilen sich selber ein und laufen mindestens jeden Morgen, manchmal auch am Abend, die Eimer ab um die Amphibien zu ihren Gewässern zu bringen. Letztes Jahr haben wir allein mit den Abfangzäunen 3679 Amphibien gerettet.

Wissen sie immer, welche Gewässer die Tiere anpeilen?

Miller: In der Regel ist das sehr deutlich. In manchen Fällen versuchen wir aber, die Tiere auf ein neues Gewässer zu eichen. Eines, für das sie keine Straße überqueren müssen. Dafür sperrt man die Amphibien quasi in einen Teich ein und wenn der Laichdruck groß genug ist, können die Tiere gar nicht anders. Die Neugeborenen sind dann schon auf dieses Gewässer fixiert. Für die anderen muss man jedes Jahr wieder einen Zaun aufstellen.

Für das Gebiet Weiler-Ruppenmanklitz benötigt der Bund Naturschutz noch Helfer. Infos unter Telefon (08382) 887564.

http://www.derwestallgaeuer.de/news.php?id=2427


NETZEITUNG (Berlin, Germany) 27 March 06  Waldeidechse ist «Reptil des Jahres»

Als einziges Reptil kann die Waldeidechse auf Dauerfrostböden leben. Unter anderem deshalb ist sie nun zur erfolgreichten Reptilienart der Welt erklärt worden.

Die Waldeidechse ist als erfolgreichste Reptilienart der Welt zum «Reptil des Jahres 2006» gekürt worden. Kein anderes Reptil besitze ein größeres Verbreitungsgebiet als die Wald- oder Bergeidechse, teilte die Deutsche Gesellschaft für Herpetologie und Terrarienkunde (DGHT) am Montag in Rheinbach bei Bonn mit.

Die bis zu 18 Zentimeter langen und gefleckten braunen Waldeidechsen seien bis weit über den Polarkreis hinaus zu finden. Als einziges Reptil könnten sie auf Dauerfrostböden existieren. Möglich wird das, weil Waldeidechsen ihre Jungen lebend gebären.

Zwar besitzen die Eidechsen keine Gebärmutter oder andere spezielle Versorgungsorgane für den Nachwuchs. Zum Schutz vor der Kälte trägt die Eidechse ihre reifenden Jungen jedoch im Körper mit sich. Vor allem im hohen Norden ist der Sommer oft so kurz, dass er für die Entwicklung des Nachwuchses nicht ausreicht. Tragende Weibchen müssen deshalb überwintern. Im kalten Boden abgelegte Eier hätten keine Aussicht, sich zu entwickeln. Die Mütter aber können sich und damit den Nachwuchs ausreichend warm halten.

         http://www.netzeitung.de/wissenschaft/389311.html


BAD VILBEL ONLINE (Germany) 27 March 06  Krötenwanderung beginnt

Karben: Die lange anhaltende kalte Witterung wurde in den letzten Tagen von höheren Temperaturen und Regenfällen abgelöst. Das wird das Startsignal für Erdkröten und Grasfrösche sein, sich auf die Wanderung zu ihren Laichgewässern zu machen. Im Rahmen einer solchen Wanderung müssen die Kröten und Frösche mitunter einige 100, mitunter sogar über 1000 Meter zurücklegen, um ihr Gewässer zu erreichen. Dabei überqueren sie auch Wege und Straßen, auf denen viele Tiere durch Fahrzeuge zu Tode kommen.

Die Wanderung beginnt meistens in der Abenddämmerung und hält die Nacht über an. Aber selbst am Tage kann man immer wieder Kröten und Frösche über Wege und Straßen hüpfen sehen. Während dieser Zeit sollte jeder Rücksicht auf die wandernden Tiere nehmen.

Der NABU Karben hat die Stadt Karben gebeten, am sogenannten "Klötzelteich" in Petterweil einen Weg zu sperren, der von dort zum Pfadfinderlager im Lilienwald führt. Die Sperrung soll für den gesamten Verkehr gelten und sich über eine gewisse Zeit erstrecken. Denn in diesen Tagen, vielleicht auch noch für Wochen, was vom Verlauf der Witterung abhängig ist, werden hier mehrere tausend Tiere zu den Teichen wandern. Der NABU Karben bittet alle Einwohner, diese Sperre zu beachten, um die Kröten und Grasfrösche wohlbehalten diesen Weg überqueren zu lassen.

Im übrigen wird es während dieser Zeit bis in den April hinein auch an anderen Stellen in der Gemarkung zu solchen Wanderungen kommen, z.B. über den Fahrrad- und Fußgängerweg zwischen Rendel und Klein Karben, der durch die Wiesen führt. Auch hier sollten alle Verkehrsteilnehmer auf die Tiere Rücksicht nehmen und die Wege in der Dämmerung oder im Dunkeln meiden, wenn sich dort Kröten oder Frösche befinden. 

         http://www.bad-vilbel-online.de/Article3323.html


WIESBADENER KURIER (Germany) 24 March 06  Wo legen Wasserschildkröten ihre Eier? Erlebnisausstellung "Amphibien und Reptilien" im Weilbacher Naturschutzhaus

Weilbach (red):  In diesem Jahr dreht sich im Erlebnisraum im Naturschutzhaus in Weilbach alles um "Amphibien und Reptilien" - eine Tiergruppe die sehr gefährdet ist, doch in den Weilbacher Kiesgruben ideale Lebensbedingungen findet. Im neu gestalteten Erlebnisraum haben kleine und große Besucher nun Gelegenheit, mit Spiel und Spaß diese vielfältige und interessante Tiergruppe kennen zu lernen.

Forschendes Lernen steht im Vordergrund. Neben Wissenswertem in Wort und Bild gibt es Stationen mit Rätseln, Experimenten und Spielereien rund um die kleinen Tiere. Es soll selbst ausprobiert, genau hingeschaut, entdeckt und beobachtet werden. Nach dem Konzept von Heike Fink und der Mithilfe von Mona Schreiber und Uli Oberländer entstand eine Mitmachausstellung mit 17 Stationen für Kinder und Erwachsene.

Die erste Station befasst sich mit der Krötenwanderung - hier kann die Wanderung nachgespielt werden. Zweite Station ist die Krötenmutter - eine Hörgeschichte über den beschwerlichen Weg einer Krötenfamilie zum Teich. An der dritten Station geht es ums Insekten fangen. Mit verschiedenen Fröschen und Eidechsen kann jeder selbst einmal eine solche Schnappzunge ausprobieren.

Danach geht es um die Metamorphose. Was passiert bei der Entwicklung vom Froschlaich hin zum quakenden, springenden Frosch? Quak heißt es an der fünften Station. Wenn man den Fröschen mit dem Holzstab über den Rücken streicht, hört es sich nach einem echten Froschquaken an. An einer weiteren Station können im Aquarium lebende Molche beobachtet werden. An Station sieben geht der Blick ins Detail: Zwei Binokulare, einmal mit zwölf verschiedenen Futtertieren von Amphibien und Reptilien und auf der anderen Seite mit zehn Kiesgrubenfunden. Gut versteckt heißt es dann weiter. Wer kann auf den Bildern die Tiere erkennen, die gut getarnt sind? Auch die Geschichte kommt nicht zu kurz: Schon vor tausenden von Jahren gab es die Amphibien. Wissen ist an Station zehn gefragt: Wer kennt die giftigste Schlange oder den kleinsten Frosch?

Schon mal eine Schlange gestreichelt? Zumindest ihre Haut kann an dieser Station vorsichtig angefasst werden.

Um die Frage warm und weich geht es am nächsten Punkt. Warum ist die Eidechse, wenn es warm ist, so beweglich und wenn es kalt ist, nicht? Beim Reptilienquiz geht es um Fragen wie "wo legt die Wasserschildkröte ihre Eier ab?" Diese und andere Fragen können beantwortet werden, die Lösung steht auf der Rückseite des Steins. Ein anderer Punkt betrifft die Entwicklung der Tiere. Hier kann jeder herausfinden, wie sich Schlangen, Blindschleichen, Frösche, Kröten, Eidechsen und Molche vom Ei zum ausgewachsenen Tier entwickeln.

Außerdem gibt es eine Bastel- und Malstation, an der Bilder von Eidechsen und Gelbbauchunke ausgemalt oder ein echtes Froschmaul gefaltet werden kann.

Zum Schluss geht es um die Frage, welche Tiere es in der Kiesgrubenlandschaft gibt. Anhand der naturgetreuen Modelle wird wir aufgezeigt, wen man auch in der Kiesgrube entdecken könnte.

Die Ausstellung wird unterstützt vom Senckenberg-Institut Frankfurt mit der Ausleihe von drei Exponaten sowie vom Zoo Frankfurt, der aus dem Exotarium Molche zur Verfügung gestellt hat.

Die Ausstellung kann bis Endes des Jahres besucht werden zu den Öffnungszeiten des Naturschutzhauses: Montag, Mittwoch, Donnerstag, jeweils von 9 bis 16 Uhr, Dienstag von 9 bis 18 Uhr und Freitag von 9 bis 12 Uhr. Ansprechpartnerin ist Martina Teipel (Telefon 06145 / 936360).

         http://www.wiesbadener-kurier.de/region/objekt.php3?artikel_id=2321126


STADT ARNSBERG (Germany) 24 March 06  Amphibien wandern auch im Rumbecker Holz

Hüsten:  Zum Schutz der wandernden Amphibien wird die Straße durch das "Rumbecker Holz" zwischen dem Waldfriedhof und der Gaststätte "Rodelhaus" kurzfristig bis Ende April in den Nachtstunden von 19 Uhr bis 7 Uhr für den Verkehr gesperrt.

Die Kröten, Frösche und Molche wandern dann aus ihrem Winterquartier, den Wälder, Hecken und Steinhaufen, zu den Teiche und Tümpel, ihren Laichgewässern.

Auf dem Weg dorthin müssen sie vielfach Straßen überqueren, wobei der Autoverkehr einem Großteil der Tiere zum Verhängnis wird. Besonders aktiv sind die Tiere in den Nachstunden und am frühen Morgen bei feuchter und warmer Witterung.

In Verbindung mit dem ehrenamtlichen Naturschutz bemühen sich die öffentlichen Verwaltungen an Stellen, wo das Risiko am Größten ist, die Tiere hinter Schutzzäunen zu sammeln und anschließend auf die andere Straßenseite zu bringen. Diese aufwendige Arbeit kann leider aber nicht an allen Straßen durchgeführt werden. Nicht betreute Amphibienwechsel befinden sich z.B. auf der L 745 im Bereich Moosfelde.

Die Autofahrer werden gebeten , in den kommenden Tagen und Wochen besondere Rücksicht auf die stark gefährdeten Tiere zu nehmen, indem sie solche Stellen langsam passieren. Bei Massenaufkommen kann dadurch auch eine Gefährdung der Autofahrer, es besteht Rutschgefahr, vermieden werden.

         http://www.presse-service.de/static/63/631104.html


VLOTHOER ANZEIGER (Germany) 24 March 06  Kröten gehen jetzt auf die Wanderschaft - Weg zum Laichgewässer führt über Straßen / Zum Schutz der Amphibien gibt es Straßensperrungen

Kreis Herford (va). Nachdem der Winter durch mildere Temperaturen allmählich abgelöst wird, werden sich in den nächsten Tagen die einheimischen Amphibien wieder auf den Weg zu ihren Laichgewässern machen.

Dabei müssen Grasfrösche, Molche, Erdkröten und andere Amphibien häufig viel befahrene Straßen überqueren. Manche Arten wie Grasfrösche, die sonst schon Mitte Februar mit der Wanderung beginnen, in diesem Jahr jedoch wegen der zu niedrigen Temperaturen nicht den Drang zum Wandern verspürten, kommen zu den übrigen amphibischen Wandergesellen hinzu. Deshalb rechnet die untere Landschaftsbehörde dieses Jahr mit einem massenhaften Beginn der Laichwanderung. Andererseits wird jedoch mit einer kurzen Amphibienwanderzeit gerechnet.

Damit die Tiere auf den Straßen nicht unter die Räder kommen, organisieren der Kreis Herford, die Städte und Gemeinden, der Landesbetrieb Straßenbau, Naturschutzverbände und engagierte Bürger – wie seit vielen Jahren – gezielte Hilfsmaßnahmen. Die Krötenleitzäune sind überwiegend aufgebaut und funktionsfähig: Den Tieren wird durch den Zaun der Weg abgeschnitten, sie wandern ein Stück am Zaun entlang und fallen in Eimer. Am frühen Morgen tragen Helfer die Tiere über die Straße, damit die Amphibien ihre Laichwanderung zum Teich fortsetzen können.

Die Straßenabschnitte sind durch Warnschilder "Achtung Krötenwanderung" gekennzeichnet. Die untere Landschaftsbehörde bittet die Verkehrsteilnehmer, in diesen Abschnitten langsam zu fahren, um die Helfer nicht zu gefährden. Zum Schutz der Kröten, Grasfrösche und Molche werden einige Straßen während der Laichwanderung zwischen 19 Uhr und 7 oder 8 Uhr für den Verkehr gesperrt.

         http://www.vlothoer-anzeiger.de/va/lokales/herford/?sid=fd51e290a7c11b069d6466153fb7ef44&cnt=834384


PFORZHEIMER ZEITUNG (Germany) 24 March 06  Kröten-Retter im Dauereinsatz -  In Kapfenhardt haben Helfer einen Schutzzaun aufgestellt und Fangeimer in den Boden gegraben    

         Unterreichenbach. Jetzt wandern sie wieder, die Kröten, Molche und Frösche, um ihrer biologischen Uhr folgend den Nachwuchs zu produzieren. In Kapfenhardt wurde deshalb jetzt ein Krötenfangzaun angebracht.

         Gerold Vitzthum, der Vorsitzende vom Nabu (Naturschutzbund) Pforzheim-Enzkreis, Allmuth Dausch aus Kapfenhardt, Heiko Grotheer vom Nabu Calw sowie Volkmar Gumz und Daniel Lutz vom Bauhof Unterreichenbach waren oberhalb vom Gairensee beim Parkplatz mit dem Zaunbau beschäftigt. Dort werden die Tiere in Eimern gesammelt und über die Straße getragen. „Mir ist wichtig, dass die Kröten überleben“, erklärt Vitzthum, der in Unterreichenbach aufgewachsen ist.

Nächtlicher Einsatz

Von einst einer Million Amphibien, die unter Naturschutz stehen, gebe es heute gerade mal noch 10 000. Innerhalb von einer Stunde könnten allein schon zehn Autos 50 Prozent der lustwandernden Kröten töten. Erst seit vergangenem Jahr wird auf der Strecke von Kapfenhardt nach Unterreichenbach wieder ein Krötenfangzaun angebracht. Seit zehn oder 15 Jahren sei jener Zaun aber schon vorhanden, erklärt Allmuth Dausch.

„Alles was kreucht und fleucht“ ist für Allmuth Dausch schützenswert. Als sie vor zwei Jahren im Frühling zahlreiche von Autofahrern überfahrene und zermatschte Grasfrösche, Erdkröten und Salamander auf der Straße liegen sah, war für sie klar: Hier muss etwas geschehen. Jede Nacht werden nun in den kommenden vier Wochen ab 19 Uhr – so wie in den anderen Sammelstrecken um Pforzheim herum – die mit frischem Moos befüllten Sammeleimer entlang des Zauns, aus denen die Kröten aus eigener Kraft nicht flüchten können, geleert. „Wenn eine Kröte um 19 Uhr da ist, kommen die anderen auch“, weiß Gerold Vitzthum um die Wanderlust der nachtaktiven Tiere.

Aber auch die Geschwindigkeit der Autos auf Tempo 30 abzusenken, ist ihm ein Anliegen. Denn viele Tiere würden dem Strömungsdruck vorbeirasender Autos nicht Stand halten und sterben. Für jeden freiwilligen Helfer ist Vitzthum zudem dankbar. Beim Einsatz im Engelsbrander Grösseltal wurden schon um die 250 Frösche, Molche und Kröten von Nabu-Tierschützern gesammelt. Bei strömendem Regen könne man sicher sein, dass die Nacht für die Tierschützer kurz werde. Die meisten Frösche und Kröten leben in Wald und Flur. Nur zur Laichzeit im zeitigen Frühjahr suchen sie Gewässer, wie den Gairensee im Kapfenhardter Tal auf, um dort zu laichen. Interessant sei, so die Nabu-Helfer, dass die Männchen den Weibchen nachhüpfen. Die Weibchen tragen die Froschmänner sogar auf dem Buckel zum Laichen. Wobei das Fortpflanzungsritual aber nicht auf der Strecke geschehe, so Vitzthum. Auf sieben Männchen kommt übrigens ein Weibchen – um hier zum Zuge zu kommen, müssen die Männchen schnell sein.

Auf dem Rücken festgekrallt

Sie krallen sich während der Wanderung auf dem Rücken der Weibchen fest. Eine männliche Kröte kann, so Vitzthum – vom Fortpflanzungswunsch getrieben – den Unterschied zwischen Weibchen und Asphalt nicht zuordnen. Und bleibt dann einfach auf der Straße sitzen, wenn es kein Weibchen ergattert hat. Und wäre damit dem sicheren Tod geweiht. In Kapfenhardt ist der Zaun 40 Zentimeter hoch und 400 Meter lang. Allein vergangenes Jahr konnten im Enzkreis und Kreis Calw insgesamt 8 592 Kröten, Fröschen und Molchen durch das Einsammeln das Leben gerettet werden, davon 933 am Gairensee in Kapfenhardt.

Gerold Vitzthum, Vorsitzender des Nabu (Naturschutzbund) Pforzheim-Enzkreis, Telefon (07231) 4550045 oder unter nabu-pf@web.de 

         http://www.pz-news.de/region/neu/79048/


OSTHESSEN NEWS (Fulda, Germany) 24 March 06  Krötenwanderung: 200 Meter Zaun sollen das Leben der Amphibien schützen

Schlitz:  Zum dritten Male nach 2004 und 2005 und nach guter Kooperation mit dem städtischen Bauhof der Stadtverwaltung, der Unteren Naturschutzbehörde des Vogelsbergkreises und der Verkehrswacht, konnten die Initiatoren für diese Aktivität, Dr. Jörg Brehm und der Berichterstatter, zusammen mit Willi Böhm und Steffen Schäfer vom Bauhof, 200 Meter Schutzzaun aufstellen.

Durch die immer noch herrschenden Nachtfröste war dieses Unterfangen eine zweistündige schweißtreibende Arbeit geworden. Da es die Naturschutzbehörde ermöglichte, den Zaun um 100 Meter zu verlängern, hoffen die Initiatoren, eine höhere Zahl, vor allem der Erdkröten, bei ihrem Weg zu den Fischteichen, vor dem Verkehrstod retten zu können.

Dabei wird es auch den Verkehrsteilnehmern leichter, den dann noch wenigen Individuen, die außerhalb des Zaunes unterwegs sind, auszuweichen. Was den Naturfreunden Sorge bereitet, ist in diesem Jahr die immer noch bestehende Eisfläche auf den Teichen, die eine weitere Gefahr für diese Tiere beim Fortpflanzungsprozess darstellt.

In den vergangenen Jahren konnten die Kröten wesentlich früher auf Wanderschaft gehen und auch erfolgreich ablaichen, was zurzeit leider noch mit einem Fragezeichen behaftet ist. Bei den täglichen Kontrollgängen konnten 2004 - 233 Kröten und 2005 - 484 Kröten aufgesammelt und zu den Teichen gebracht werden. (H.S.)

         http://www.osthessen-news.de/beitrag_A.php?id=1123455


ALLER ZEITUNG (Germany) 23 March 06  Kröten auf Tour

         Volkse (hik):  Egal, ob ein Auto, ein Trecker oder ein Radfahrer des Weges kommt: Sie ignorieren auch tödliche Gefahren. Zielgerichtet ziehen sie ihres Weges. Damit die alljährliche Wanderung der Molche, Frösche und Erdkröten zu den Laichplätzen nicht unter einem Reifen endet, sorgen Naturschützer auch in diesem Jahr vor. Vorsorglich zogen sie gestern erste Krötenfangzäune an der Straße zum Volkser Sportplatz.

Zu viert wurde dabei agiert. Reinhard Meier und Christhardt Meyer, Axel Kienitz und Friedrich Rogowski, allesamt Mitglieder der Meinerser Ortsgruppe des Naturschutzbundes (Nabu), errichteten dort die grünen Fangzäune auf einer Länge von 400 Metern.

Dazu kommen laut Meier in diesem Jahr 400 Meter Zaun zwischen Dalldorf und Hillerse. Und in Stüde und Teichgut soll die Schutzfolie erneut auf 800 Metern Länge dafür sorgen, dass die wandernden Amphibien und Reptilien nicht unter die Räder geraten.

Lange wird es wohl auch nicht mehr dauern, bis die Kröten auf Tour gehen. „Wenn es wärmer wird, und die Temperaturen nachts auf etwa acht Grad steigen, geht es los“, glaubt Meier.

Wanderstress ist dann aber nicht nur für Lurch und Molch angesagt, sondern auch für die Nabu-Mitarbeiter. Schreiten sie doch jeweils morgens und abends die künstlichen Krötenbarrieren ab, um die dort gestoppten Amphibien in Eimern über die Straße zu tragen.

Das Ganze bedeutet viel Arbeit für wenige Freiwillige. Wer helfen möchte, kann sich unter Telefonnummer 05375-9930 melden.

         http://www.aller-zeitung.de/az-lokal/272006.html


BOCHOLTER-BORKENER VOLKSBLATT (Germany) 23 March 06  Vorsicht - Frösche und Kröten

Berlin (rpo). Lange mussten Frösche, Kröten und Krötenschützer warten, doch nun geht es endlich los. Für das kommende Wochenende sagt der Naturschutzbund NABU im Süden und der Mitte Deutschlands starke Amphibienwanderungen voraus.

Die zu erwartenden nächtlichen Temperaturen von plus sechs bis zehn Grad Celsius in Verbindung mit feuchter Witterung gelten als ideales Wanderwetter. Hinzu kommt, dass mit fortschreitender Jahreszeit die Temperaturschwelle für Wanderbewegungen sinkt.

Die innere Uhr der Tiere sorgt dafür, dass der Faktor Temperatur an Einfluss verliert und der Faktor Niederschlag immer ausschlaggebender wird. Obwohl es weiter im Norden und Osten vergleichsweise kalt bleiben soll, dürften deshalb ab der Nacht von Freitag auf Samstag auch dort Molche, Gras-, Spring- und Moorfrösche sowie Erdkröten unterwegs sein.

In den vergangenen Jahren begannen die Amphibienwanderungen in der Regel Mitte Februar und steigerten sich langsam bis zur Hauptwanderung Mitte März. Durch den langen Winter fiel 2006 das Vorspiel weitgehend aus, der Höhepunkt wird rund zehn Tage später als üblich erreicht.

Bleiben die Bedingungen günstig, könnte die Hinwanderung zu den Laichgewässern nun innerhalb von nur zwei Wochen weitgehend abgeschlossen sein.

         http://www.bbv-net.de/public/article/nachrichten/wissenschaft/erde/323403


BERLINER MORGENPOST (Germany) 23 March 06  Schildkröte aus dem 18. Jahrhundert in Indien gestorben

Kalkutta:  Eine im 18. Jahrhundert geborene Riesenschildkröte ist im Zoo von Kalkutta gestorben. Die Aldabra-Schildkröte Adwaitya habe den Besuchern des Tierparks 131 Jahre lang Freude bereitet, sagte Zoodirektor Subir Chowdhury gestern. Während der Herrschaft von Königin Victoria sei das Tier im Jahr 1875 von den Seychellen ins koloniale Kalkutta gebracht worden. Schon damals sei Adwaitya ein Methusalem gewesen: Unterlagen des Zoos datieren seine Geburt auf das Jahr 1750. Eine wissenschaftliche Untersuchung des Kadavers soll nun genauen Aufschluß über das Geburtsdatum der Schildkröte geben.

http://morgenpost.berlin1.de/content/2006/03/24/aus_aller_welt/818731.html


HEIDENHEIMER ZEITUNG (Germany) 22 March 06  Krötenwanderungen starten am Wochenende

Berlin (DPA):  Der Naturschutzbund Deutschland mahnt Autofahrer zur besonderen Vorsicht: Ab diesem Wochenende startet insbesondere im Süden und in der Mitte des Landes die Krötenwanderung.

Massenhaft Frösche und Kröten sind dann zu ihren Laichplätzen unterwegs. Wenn Hunderttausende der Tiere die Straßen überqueren, kommt es immer wieder zu Gefahrenstellen und zu Unfällen. Wegen des langen und kalten Winters beginnt die Wanderung in diesem Jahr mit mehrwöchiger Verspätung.

http://www.hz-online.de/index.php?mode=full&cat=16&open=&open_u=&&minDate=&begin=0&id=186542


"Grüne Mamba" beißt Wormserin

62-Jährige von Giftschlange angegriffen

Vom 25.03.2006
 
Von

Susanne Müller

WORMS Eine "Grüne Mamba" hat am Freitag in Worms eine 62-jährige Frau gebissen und schwer verletzt. Die Wormserin hatte das Tier ihres Sohnes füttern wollen; dabei wurde sie von der Schlange attackiert. Die Frau wurde nach der Erstversorgung durch den Notarzt ins Wormser Stadtkrankenhaus gebracht. Hier verabreichten die Ärzte der Verletzten ein Serum gegen das Schlangengift, das sie selbst mitgebracht, also in ihrem Haushalt vorgehalten hatte. Zur weiteren Überwachung des Genesungsverlaufs wurde die 62-Jährige dann mit dem Rettungshubschrauber in die Frankfurter Uni-Klinik geflogen. Wie gestern im Stadtkrankenhaus zu erfahren war, habe die Frau den Umständen entsprechend "eine gute Konstitution" gehabt.

Pfeilschnelles TierDie Giftzähne des pfeilschnellen Tieres hatten sich in die Haut der Frau gebohrt, weil sie offenbar unachtsam vorgegangen war, als sie das Tier füttern wollte. Das Reptil und weitere Giftschlangen, darunter auch eine Kobra, gehören dem Sohn der 62-Jährigen, der sich derzeit auf einer Reise befindet. Wie die Polizei den Hergang schilderte, habe die 62-Jährige aus bislang nicht nachvollziehbaren Gründen in das Terrarium des Tieres gefasst. Eigentlich habe der Besitzer der Tiere die Versorgung der Reptilien während seiner Abwesenheit einem Fachmann übertragen, der diese Aufgabe auch regelmäßig erledigt habe.

Wie der Wormser Umwelt-Abteilungsleiter Wolfgang Herrmann mitteilte, seien die Tiere im Privathaushalt des Halters "vernünftig untergebracht". Dies habe ihm der Fachmann, der die Tiere versorgt, so übermittelt. Daher bestehe in dieser Hinsicht für die Stadt kein Anlass, einzuschreiten. Generell sei es in Deutschland nicht vorgeschrieben, die Haltung von Schlangen anzumelden. Falls die Behörde davon Kenntnis erlange und eine Prüfung erfolge, würde die Haltung nach entsprechenden Vorschriften in Augenschein genommen.

Für artgeschützte Tiere müsse dann, so Herrmann weiter, auch eine so genannte CITES-Bescheinigung vorgelegt werden, eine Unterlage nach dem Washingtoner Artenschutzabkommen zum Schutz bedrohter Tierarten. "Wenn die Mamba eine afrikanische ist, ist für sie keine solche Bescheinigung erforderlich", so Herrmann. Nur asiatische Schlangen fielen unter den Artenschutz.

http://www.main-spitze.de/rhein-main/objekt.php3?artikel_id=2323115


Feldherpetologie vor bzw. unter der eigenen Bürotür

(23.03.06) Unter dem Campus der University of California in Santa Cruz Kalifornien, USA, befindet sich ein ausgedehntes Höhlensystem mit mehreren Zugängen im direkten Campusbereich. Der Biologe Barry Sinervo beschäftigt sich mit den tierischen Bewohnern der lokalen Unterwelt und genießt das Privileg, über Büro, Labor und spektakuläre Lebensgemeinschaften in unmittelbarer Nachbarschaft zueinander zu verfügen. Auf der Suche nach dem Pazifischen Riesenquerzahnmolch, Dicamptodon ensatus, stieß Sinervo jetzt in diesen Höhlen sogar auf eine Population von Schwanzlurchen, die dieser Art zwar ähneln, jedoch eine völlig aquatische Lebensweise zu führen scheinen. Auch sind die Höhlentiere heller als ihre Land lebenden Verwandten und möglicherweise blind, da sie nicht auf Lichtreize reagieren. Es wird zwar noch einige Jahre dauern, bis die Verwandtschaftsverhältnisse zu ihren oberirdisch lebenden Verwandten geklärt sind, doch Sinerva ist zuversichtlich, dass er tatsächlich eine neue Schwanzlurchart unter den Fundamenten seiner Universität entdeckt hat. (Quelle: Santa Cruz California Sentinel, 20.03.06)


Mückenschutz Marke Frosch

(23.03.06) Froschhaut ist seit langem für ihren Reichtum an pharmakologisch hochwirksamen Substanzen bekannt: Von Giften über Halluzinogene und Bakterizide bis hin zu Klebstoffen reicht die Bandbreite teils selbst produzierter, teils von Beutetieren "geborgter" Substanzen. Craig Williams und seine Kollegen von der Universität von Adelaide fragten sich daher, ob die häufig in Moskito-reichen Regionen lebenden Amphibien vielleicht auch noch einen Mückenabwehrschutz in ihrem reichhaltigen Arsenal haben. Um diese Annahme zu überprüfen, sammelten die australischen Forscher zunächst Hautsekrete verschiedener heimischer Laubfrösche, darunter auch von dem als Terrarientier bekannten und beliebten Korallenfinger, Litoria caerulea, und rieben die Sekrete auf die nackten Schwänze von Labormäusen. Konfrontiert mit hungrigen Moskitos wurden die solcherart behandelten Mäuseschwänze im Durchschnitt erst nach einer guten Dreiviertelstunde erstmals gestochen, wogegen die Kontrolltiere bereits nach einem viertel der Zeit Blut lassen mussten. Die abschreckende Wirkung der Froschsekrete ließ sich auch in weiteren Tests bestätigen. Die Forscher vermuten, dass die froscheigenen Repellents primär zur Abwehr anderer Parasiten entwickelt wurden und sich im Lauf der Zeit auch als nützlich gegen die stechenden Insekten erwiesen. Die genaue Zusammensetzung des Abwehrcocktails ist derzeit Gegenstand weiterer Untersuchungen, die vielleicht einmal zur Entwicklung eines natürliches Mückenschutzmittel für Menschen führen werden. (Quelle: Williams, C., et al. (2006): Biology Letters, Online-Vorabveröffentlichung, DOI: 10.1098/rsbl.2006.0448)

Ruft da ein Vogel, ein Wal oder eine Fledermaus? Nein, es ist ein Frosch!


(23.03.06) Bisher war der Einsatz von Ultraschall für Kommunikations- oder Orientierungszwecke bei Wirbeltieren nur von Fledermäusen, Walartigen und einigen Nagern bekannt. Amphibien, Reptilien und Vögel kamen aufgrund ihrer begrenzten Hörleistungen in diesem Bereich aus Sicht der meisten Fachleute eigentlich nicht als Kandidaten für Ultraschallanwendungen in Betracht. Umso erstaunlicher sind die neuen Erkenntnisse eines Forscherteams um Albert Feng von der Universität von Illinois in Urbana. Bei der Analyse einer mysteriösen melodiösen Tierstimme am nächtlichen Ufer des Tau-Hua-Flusses in China ermittelten die Forscher als Verursacher nicht wie zunächst erwartet einen Singvogel, sondern den Chinesischen Kaskadenfrosch (Amolops tormotus). Die ruffreudigen Amphibien waren aber nicht nur melodische Sänger, sondern noch für eine ganze Reihe weiterer Überraschungen gut. Bei aufgezeichneten Rufen von über 20 Tieren konnten die Wissenschaftler innerhalb von zwölf Stunden keinmal zwei gleiche Rufe erkennen. Erstaunlicher noch: Die Frösche konnten offenbar einzelne Lautsignale nahezu beliebig kombinieren und immer wieder reichten Teile des Klangspektrums der Rufe bis in den Ultraschallbereich. Dass Frösche über derartige gesangliche Fähigkeiten verfügen können, war bislang völlig unbekannt. Auch hinsichtlich der Gehörorgane unterscheidet sich Amolops tormotus von seinen Verwandten: Die meisten Frösche haben statt eines Ohrs nur eine dünne Membran am Kopf, die als Trommelfell fungiert. Die Kaskadenfrösche verfügen dagegen über gut sichtbare Gehörgänge, an denen sich ein Trommelfell anschließt. Trotz dieses für ein Amphibium komplexen Gehöraufbaus ist dennoch bisher noch völlig unklar, welches Organ im Ohr des Frosches für die Ultraschallempfindlichkeit verantwortlich ist. Um zu untersuchen, ob der Ultraschallanteil der Rufe tatsächlich auch zur Verständigung benutzt wird, teilten die Forscher das aufgezeichnete Froschquaken in eine hörbare und eine Ultraschallkomponente auf. Anschließend testeten sie die Reaktion einiger männlicher Testfrösche auf das Abspielen der beiden Komponenten. Einige, aber nicht alle Tiere reagierten dabei selbst auf die isolierte Ultraschallkomponente. Die Forscher glauben dennoch, dass alle männlichen Kaskadenfrösche die Fähigkeit zur Ultraschallkommunikation besitzen, wenngleich aus bislang nicht bekannten Gründen nicht alle Exemplare diese Fähigkeit nutzen. Die Ultraschallsignale könnten den Fröschen helfen, trotz des ständigen Flussrauschens effizient zu kommunizieren. Die Amphibien nutzen dabei aus, dass der für die Verständigung verwendete Ultraschall einen anderen Frequenzbereich besitzt als der Hintergrundlärm. Den Forschern zufolge sind weitere Untersuchungen nötig, um festzustellen, ob nur die Männchen die Ultraschallkommunikation verwenden, um ihre Reviere zu kennzeichnen, oder ob sie auch für die Kommunikation zwischen Männchen und Weibchen eingesetzt wird. (Quelle: Feng et al. (2006) Nature. 440 (7082); 333-336)


OSNABRÜCKER ZEITUNG (Germany) 22 March 06  Umwege fahren für den Wandertrieb der Kröten

Es ist mal wieder so weit: Vollsperrung der lauschigen Straße Am Hagenberg in Osterberg und des Schwarzwasserweges - für den Amphibienschutz. Seit Montag stehen Schilder mit dem Hinweis auf Krötenwanderung in den Gemeinden Lotte und Westerkappeln.

"Wenn es tagsüber so warm ist wie jetzt, werden die Tiere wach und fangen abends an zu wandern, auch wenn die Temperaturen wieder gegen null gehen. Eigentlich werden sie bei Nachttemperaturen von sechs Grad mobil und suchen ihre Laichgewässer auf", erklärt Lottes Umweltbeauftragte Kornelia Lauxtermann. Damit es Frösche, Kröten, Molche und Salamander bei ihrer Kröten-Rallye nicht eiskalt erwischt und sie platt gemacht werden, errichtete der Bauhof am Montag die Hinweisschilder am Schwarzwasserweg und an der Hagenbergstraße als Warnung für die Vollsperrung der Strecke oberhalb des Hofes Strübbe. In Westerkappeln sind die Bereiche "Im Stern", Sandstraße ab Napoleondamm und Bergstraße zwischen Dreibauernstraße und Forellenweg mit Hinweisschildern versehen.

"Wir sind mit dem Frühling spät dran, daher ist bei wärmeren Temperaturen mit starkem Wanderaufkommen zu rechnen", bittet die Umweltbeauftragte die Anlieger am Schwarzwasserweg um erhöhte Aufmerksamkeit und langsame Fahrweise. Vorsicht sei generell dort geboten, wo Kröten am Straßenrand zu sehen seien, sagt sie.

In Osterberg setzten am Montag einige Passanten wohl oder übel zum Wendemanöver an, denn die abgeschlossene Schranke gewährte kein Durchkommen. Eine ortskundige Autofahrerin war überrascht, aber nicht verärgert. Im Gegenteil: Sie reagierte mit Verständnis, weil es um Artenschutz geht: "Dann fahren wir eben anders herum." Das ist ganz im Sinn der Verwaltung, die als Ausweichroute die Lengericher und Hagenbergstraße angibt.

"Gerade im Hagenberg gibt es neben Fröschen und Kröten auch Feuersalamander. Von denen sollen möglichst viele am Leben bleiben", hofft Kornelia Lauxtermann. Wie lange die Schilder stehen und die Sperrung dauern wird, sei schwer vorherzusagen. "In der Regel reichen vier Wochen. Aber, wenn wir noch einmal einen Kälteeinbruch bekommen, dann können auch sechs Wochen draus werden", sagt sie.

         http://www.neue-oz.de/information/noz_print/tecklenburger_land/13307338.html


ZÜRCHER UNTERLÄNDER (Zürich, Switzerland) 22 March 06  Grossansturm der Frösche erwartet - Im Eigental haben die Frösche und Kröten wieder Vortritt. Während vier bis sechs Wochen sind die Strassen im Bereich des Weihers nachts gesperrt. (Andrea Sailer)

         Nach einem langen und kalten Winter sind die Frösche und Kröten nun aus ihrem Winterschlaf erwacht und begeben sich auf ihre Hochzeitsreise. Die Amphibien verlassen die Wälder und Wiesen und machen sich alleine oder im Huckepack zu zweit auf den Weg zum Weiher, um dort zu laichen. Nach der Laichzeit wandern die Amphibien wieder zurück.

Die Achsen Oberembrach-Birchwil und Gerlisberg-Birchwil werden zum Schutz der Amphibien während vier bis sechs Wochen nachts zwischen 18 und 8 Uhr für jeglichen Verkehr gesperrt. Beginn der Sperre ist heute Abend. Dies betrifft die Eigentalstrasse im Bereich des Eigentalweihers und die Birchwiler-/Gerlisbergstrasse, wie das Amt für Landschaft und Natur in einer Medienmitteilung schreibt. Das Eigental sollte nachts grossräumig umfahren werden. Tagsüber sind die Strassen normal befahrbar. Die Sperrung ist an allen Zufahrtsstrassen ausgeschildert. «Die Amphibienwanderung beginnt in diesem Jahr überdurchschnittlich spät», sagt Ursina Wiedmer von der Fachstelle Naturschutz. Wenn die Temperaturen jetzt wärmer werden, sei mit einem grossen Run zu rechnen. Würden die Temperaturen wieder sinken, dann verlangsame sich die Amphibienwanderung, so Wiedmer. Ideale Wanderbedingungen herrschen, wenn es nachts mindestens 4 bis 6 Grad warm ist und regnet.

An der Strassensperrung beteiligt sind neben der Fachstelle Naturschutz auch die Stadt Kloten, die Gemeinden Nürensdorf und Oberembrach sowie der Naturschutz Bassersdorf Nürensdorf (NBN). Erika Gisler vom NBN und 20 freiwillige Helferinnen und Helfer sorgen jedes Jahr dafür, dass die Frösche und Kröten sicher ins Laichgebiet zum Weiher gelangen.

         http://www.zuonline.ch/storys/storys.cfm?vID=8126


STERN (Hamburg, Germany) 21 March 06  Vietnam: Neue Salamanderart in Südostasien entdeckt

Acanthosaura Nataliae Orlov gehört zur Art der Salamander und war bisher unbekannt. Wissenschaftler aus Vietnam und Russland entdeckten das Tier in einer Region Südostasiens.

Das neu klassifizierte Reptil wurde unter anderem in Zentralvietnam in den Provinzen Da Nang und Quang Nam gefunden und kommt auch im Süden von Laos in der Saravani- und der Xe Kong-Provinz vor.

         http://shortnews.stern.de/shownews.cfm?id=615416&u_id=330694


SCHWÄBISCHES TAGBLATT (Tübingen, Germany) 20 March 06  Frösche, Schlangen und ein Krokodil in der List-Halle

Reutlingen (Haa):  Normalerweise trifft man wechselwarme Zeitgenossen wie die prächtige Wasseragame (Bild) in Hinterindien. Mit vielen entfernt verwandten Reptilienkollegen aus aller Welt gastierte die bildhübsche Großechse allerdings am Samstag und Sonntag in der Reutlinger Listhalle. „World of Reptiles“ heißt das Unternehmen von Reptilien-Flüsterer Peter Rieth, der mit seiner Schau, zu der rund 90 Terrarien samt Bewohnern gehören, durch halb Europa zieht.

Da tummeln sich bunte Frösche und Schlangen wie Python, oder die mächtige Anakonda, da huschen flinke Leguane, Chamäleons und sogar ein Krokodil durch die Schaukästen mit Urwaldambiente, während in anderen Schildkröten, giftige Vogelspinnen oder Wüstenskorpione der Dinge harren, die da kommen mögen.

Mutige Kinder konnten sich nach einem Vortrag, in dem Rieth seine Hauptdarsteller vorstellte, mit einer Tigerpython um die Schulter fotografieren lassen. Drei Meter lang und 19 Kilo schwer, das sind die Maße des schlanken Fotomodells.

         http://www.tagblatt.de/index.php?objekt=ST&nav1=Newsticker&nav2=Newsticker&artikel_id=1165025&aktion=lesen


LIECHTENSTEINER VATERLAND (Vaduz, Liechtenstein) 20 March 06  Frühlingserwachen auch bei den Fröschen

         Bern (Sda):  "Die linden Lüfte sind erwacht", besang Ludwig Uhland im 19. Jahrhundert den Frühling, der nach langer Kälte kalendarisch angebrochen ist. Die "linden Lüften" ihrerseits erwecken Fauna und Flora. Die Frösche ziehts auf Wanderschaft.

Wegen der ergiebigen Schneefälle und der anhaltenden Kälte im März harrten die Amphibien in der Schweiz bis jetzt in ihren Winterverstecken aus. Gewöhnlich gehen Frösche, Molche und Kröten jeweils früher auf Wanderschaft.

Nun sei bei guten Wetterbedingungen jederzeit mit dem Beginn der Massenwanderung zu rechnen, warnten der Schweizer Tierschutz (STS) und die Koordinationsstelle für Amphibien- und Reptilienschutz in der Schweiz (karch) in einem gemeinsamen Communiqué.

Gute Wetterbedingungen sind Temperaturen von einigen Grad über Null und Regen. Dann gebe es für die Tiere kein Halten mehr. Hunderttausende von Kröten, Fröschen und Molchen machten sich dann auf den Weg zu ihren Laichgewässern.

Dabei würden die Tiere lange Distanzen zurücklegen. Strassen seien für sie Todesfallen, warnen die Tierschützer. Jedes Jahr würden hunderttausend Amphibien überfahren.

Darum sollten Autofahrer bei Nacht vorsichtig unterwegs sein und besonders kritische Strecken meiden. Wo Amphibienzäune entlang der Strasse stehen, sei auch Rücksicht auf die dort patrouillierenden Amphibienschützer angezeigt. Diese Freiwilligen sammeln laut Angaben von STS und karch jedes Jahr 150 000 Amphibien ein und tragen sie sicher über die Strasse.

Nach dem frühlingshaften Wochenende hat der astronomische Frühlingsanfang seinem Namen Ehre gemacht. Die Temperaturen bewegten sich von um die 10 Grad in der Westschweiz gegen Osten ansteigend bis auf über 15 Grad in Basel. Die Sonne verbarg sich hinter Bewölkung. Im Bern zeigte sie sich zweieinhalb Stunden lang, in Genf dauerte ihr Gastspiel 57 Minuten.

         http://www.vaterland.li/page/newsticker/index.cfm?id=60271


STERN (Hamburg, Germany) 20 March 06  Costa Rica: Mann aus Siquirres "adoptierte" Krokodil und hält es nun als Haustier

In dem Örtchen Siquirres lebt der wohl mutigste Haustierbesitzer: Alli Shedden fand vor einigen Jahren in einem Sumpf bei seinem Haus ein Krokodil mit einer Kugel im Kopf. Er nahm es mit nach Hause und plfegte es gesund. Vier Jahre dauerte diese Fürsorge.

Seine Frau hat sich mittlerweile an den ungewohnten Anblick des Krokodils gewöhnt. Alli Shedden war arbeitslos, bis er das Krokodil fand, nun kommen regelmäßig Besucher und zahlen, um das Krokodil zu sehen. Poncho, so der Name des Krokodils, ist heute zahm.

Heute ist Poncho ein wichtiger Bestandteil der Familie. So sichert das Krokodil heute einen großen Teil der Einnahmen, stellt das Lebenswerk seines Herrchens dar und erfreut alle. Selbst aus der Hand des Besitzers frisst es.

         http://shortnews.stern.de/shownews.cfm?id=615257&u_id=330694


DER STANDARD (Vienna, Austria) 19 March 06  Malaysier küsste hochgiftige Schlange rekordverdächtige 51 mal- Die 4,6 Meter lange Königskobra wiegt zehn Kilogramm

         Kuala Lumpur:  In rekordverdächtiger Manier hat ein Mann in Malaysia eine hochgiftige Königskobra in nur drei Minuten und einer Sekunde 51 mal geküsst. Der frühere Angestellte eines Schlangenzuchtbetriebes habe sich für seinen waghalsigen Rekordversuch eine Zehn-Kilogramm-Kobra von 4,6 Metern Länge ausgesucht, berichtete die Tageszeitung "Sunday Star". Damit wolle Shahimi Abdul Hamid nun als Rekordhalter anerkannt werden.

Im September 1999 hatte der US-Bürger Gordon Cates elf Kobras geküsst. Wie lange er dafür brauchte, wurde nicht überliefert.

Cates hatte sich mit einer Eisenstange geschützt, wohingegen Shahimi nur seine bloßen Hände zur Hilfe nahm. Der Versuch solle die Betrachter davon überzeugen, dass es im Umgang mit Reptilien keine Schwierigkeiten gebe, wenn jemand über "ausreichende Kenntnisse" verfüge, sagte Shahimi. (APA)

         http://derstandard.at/?url=/?id=2382943


AFTENPOSTEN (Oslo, Norway) 19 March 06  Ny kobrakyss-rekord - Egentlig var planen å kysse den giftige kobraslangen 15 ganger. Han sluttet etter 51 kyss. (Espen Brynsrud)

(Reuters)  Den gamle rekorden fra 1999 lød på 11 kyss i løpet av ti minutter, utført av den amerikanske slangeforhandleren Gordon Cates. Den rekorden skulle den malaysiske slangetemmeren etter planen slå med 15 kyss på ti minutter, melder Reuters.

Rekortforsøket gikk mye lettere enn Shahimi Abdul Hamid hadde tenkt. Han ga den gitfige kobraen 51 kyss i løpet av tre minutter og et sekund - uten noen som helst form for beskyttelse.Rekordforsøket som "Ripley's Believe it or Not" (Tro det eller ei) sto bak, ble arrangert i Genting Highlands utenfor den malaysiske hovedstaden Kuala Lumpur lørdag.

         http://www.aftenposten.no/nyheter/dustoreverden/article1253018.ece


FRANKFURTER ALLGEMEINE SONNTAGSZEITUNG (Germany) 19 March 06  Schildkröteneier - Soviel Ostern war nie (Alexander Schneider)

         Hinten verschwinden die Lichter des Dorfes. Nur die Gischt leuchtet weiß auf, begleitet vom Donnern der Wellen. Im Scheinwerferlicht huschen Krebse über den Sand. Hinter dem Fahrer sitzt Aldo Hernandez und blickt angestrengt auf den schmalen Lichtkegel des Scheinwerfers. Plötzlich ruft er „Para!”, springt vom Buggy und läuft den Strand entlang, wo eine Schleifspur vom Meer landeinwärts verläuft. Aldo leuchtet mit einer Taschenlampe die Umgebung ab. „Hier ist eine Schildkröte aus dem Meer gekrochen. Der Platz hat ihr aber wohl nicht gefallen - ich kann kein Nest finden.”

Keine Schildkröteneier also. Weiter geht die Fahrt durch die Nacht am Strand von Puerto Arista, Chiapas. Über dem Pazifik leuchtet die Milchstraße, und hinter der Sierra Madre de Chiapas zucken Blitze. Auf einmal hüllen das Strandgefährt Abgaswolken eines anderen Buggys ein. Ein Überholmanöver folgt. Kein Gruß wird getauscht. Kein Gesicht ist zu sehen. „Wilderer”, ruft Hernandez. Finden sie ein Nest, bekommen sie dafür auf dem Schwarzmarkt um die 200 Pesos für die als potenzsteigernd geltenden Schildkröteneier.

Um den illegalen Handel zu bekämpfen, hat im vergangenen Jahr in mehreren mexikanischen Bundesstaaten eine aufsehenerregende Kampagne begonnen: Auf Plakaten räkelt sich ein spärlich bekleidetes Model, dazu ist der Satz „Mein Mann braucht keine Schildkröteneier” zu lesen. Einige Frauengruppen haben allerdings bereits gegen die Darstellung protestiert. „Es spricht nichts dagegen, wenn wir die Weiblichkeit für unsere Ziele nutzen”, verteidigt Fay Crevoshay, Sprecherin der nordamerikanischen Umweltschutzorganisation Wildcoast, die von ihr entwickelte Kampagne. „Schließlich erreichen wir gerade mit diesen Plakaten unsere Zielgruppe.”

Ob die Botschaft auch in Chiapas an den Mann gelangt, muß sich erst noch zeigen. 200 Pesos (16 Euro) sind viel Geld in Puerto Arista, wo es außer Fischerei, Landwirtschaft und etwas Tourismus kaum Verdienstmöglichkeiten gibt.

Der Student Aldo Hernandez hat sich dem Schutz der Meeresschildkröten verschrieben und verbringt seine Semesterferien im Schildkrötencamp, dem Campamento Tortuguero. Nacht für Nacht fahren er und zehn weitere Studenten den Strand ab - immer in der Hoffnung, den Nestplünderern zuvorzukommen.

Die Waffen in diesem Kampf sind ungleich verteilt: Wenn niemand aus dem Dorf dem Campamento einen Buggy leiht, muß die Schildkrötenpatrouille laufen, teilweise bis zu zwanzig Kilometer. Ihre Gegner aber sind immer motorisiert. Die Studenten im Campamento entmutigt das nicht. Sobald die Oliv-Bastardschildkröte (Lepidochelys olivacca) abends im Schutz der Dunkelheit an Land kriecht, brechen sie in Gruppen zu ihren Touren, die oft bis morgens um vier dauern, auf. Ausgerüstet sind sie mit Lampe, Regencape und einem Stock zur Nestsuche.

Kurz nach Mitternacht. Wieder stoppt der Buggy. Im Sand Schildkrötenspuren. Landeinwärts, wo der Strand in eine Böschung übergeht, bewegt sich schwerfällig ein großer Schatten. Die Golfina, wie sie hier genannt wird, hebt mit ihren Flossen ein Loch von einem halben Meter Tiefe aus. Danach beginnt sie sofort mit der Eiablage. Rund 60 bis 120 Eier lassen die Weibchen in jedes Nest fallen. Dort bleiben sie dann 45 Tage vom Sand geschützt, bis die kleinen Schildkröten schlüpfen und ins Meer kriechen. Normalerweise.

Diesmal nicht. Hernandez gräbt sich an das Nest heran und entnimmt unten Eier, während die Schildkröte oben ungerührt weiter ablegt. Die Eier sind ein gutes Stück kleiner als die von Hühnern und haben wegen der großen Fallhöhe eine deutlich flexiblere Schale. Aldo steckt sie in eine Plastiktüte. Hinzu kommt Sand aus dem Nest, der von der Schildkröte mit einer Flüssigkeit bespritzt worden ist, die das Gelege vor Infektionen schützt. Die Golfina hat nichts von dem Diebstahl bemerkt und schaufelt das Loch wieder zu. Dann plättet sie den Sand mit langsamen, kreisförmigen Bewegungen. Dann schleppt sie sich zurück ins Meer.

          Ein Tierschützer sammelt am Strand von San Valentin Schildkrötenpanzer ein

Mit der Beute im Buggy geht es zurück ins Camp. Hernandez gräbt schon wieder, diesmal ein Loch in einem geschützten Areal. „124 Stück”, sagt er zufrieden, nachdem er die Eier darin deponiert hat. Das Loch wird zugeschüttet. Allein ein kleiner Haufen und ein Schild verraten, daß sich hier ein Nest befindet - direkt neben rund 80 weiteren. Das klingt nach viel, doch selbst von den erfolgreich geschlüpften Golfinas überlebt trotz aller Schutzmaßnahmen nur ein winziger Bruchteil den Weg zum Wasser oder gar das erste Lebensjahr.

An Mexikos Stränden legen sechs der sieben bekannten Meeresschildkrötenarten ihre Eier ab. Seit 1990 ist im Lande jegliche Nutzung der Tiere verboten. Wer Nester wildert oder Schildkröten tötet, kann mit bis zu neun Jahren Gefängnis bestraft werden. Es gibt rund zwanzig Campamentos Tortugueros. An zwei besonders wichtigen Stränden im Bundesstaat Oaxaca kontrollieren sogar bewaffnete Patrouillen den Strand. Die Bestände der Oliv-Bastardschildkröte haben sich so etwas erholt. Andere Arten wie die echte Karettschildkröte, die Lederschildkröte und die „Lora” gelten nach wie vor als „kritisch bedroht”. „Weltweit werden jährlich etwa 21 Millionen amerikanische Dollar in den Schutz der Meeresschildkröten investiert”, sagt der Biologe Carlos Drews von der Umweltschutzorganisation WWF. Das sei zwar „noch nicht genug - aber immerhin zeigt es, daß sich unsere Gesellschaft Sorgen um diese Reptilien macht”.

Die Maßnahmen gegen Wilderer und den illegalen Verkauf von Schildkrötenprodukten sind jedoch nur die eine Seite der Medaille. Die Campamentos versuchen es auch mit Überzeugungsarbeit in den Dörfern der Umgebung. Lebende Meeresschildkröten sind wertvoller als ein zweifelhaftes Mittel gegen das Leiden lendenschwacher Machos, so lautet die Botschaft. Auch beim Entlassen der Schildkröten ins Meer helfen Schulklassen, Dorfbewohner und Touristen. Die Hoffnung: Indem die Menschen selbst beteiligt sind, erkennen sie auch, wie wichtig der Schutz der Schildkröten ist.

Orte wie Puerto Arista können aber auch finanziell vom Schildkrötenschutz profitieren. „Schon jetzt reisen jedes Jahr um die 176.000 Menschen zu rund 92 Schildkrötenschutzprojekten in aller Welt und bezahlen dafür - und die Anzahl dieser Touristen wächst ständig”, erklärt Carlos Drews. Laut einer WWF-Studie aus dem vergangenen Jahr bringt dieser Tourismus bis zu dreimal mehr Geld ein als der Verkauf von Produkten aus Schildkröten. „Dennoch: Ob Ökotourismus jeweils die richtige Antwort ist, kommt auf die örtlichen Gegebenheiten an”, sagt Drews. Man müsse „unter anderem sicherstellen, daß viele Bewohner davon profitieren, nicht eine einzige, womöglich ausländische Agentur”.

Wer in Chiapas mit auf Nestsuche gehen will, sollte nicht nur Kaffee gegen die Müdigkeit einpacken, sondern auch auf unschöne Anblicke gefaßt sein: Einmal fand Hernandez eine aufgeschlitzte Schildkröte, die am Strand verendete, weil die Wilderer die Eiablage nicht abwarten wollten.

Am Ende dieser Nacht treffen auch die anderen Teams wieder im Camp ein. Insgesamt drei neue Nester entstehen. Hernandez' Bilanz: „Nur eins war schon gewildert - drei zu eins für uns.”

         http://www.faz.net/s/RubCD175863466D41BB9A6A93D460B81174/Doc~ED4CCDC351333467BA2461894596C2B75~ATpl~Ecommon~Scontent.html


MANNHEIMER MORGEN (Germany) 18 March 06  Kröten-Retter sind auf dem Sprung - Rhein-Neckar-Kreis regelt den Verkehr amphibienfreundlich / Experten befürchten Massenstart (Simone Jakob)

Rhein-Neckar:  Noch liegen die Frühlingsgefühle von Kröten, Fröschen, Unken, Bergmolchen und Feuersalamandern auf Eis. Doch sollte die trocken-kalte Witterung umschlagen - womit die Meteorologen im Lauf der nächsten Woche rechnen - befürchten die Experten einen Massenstart. "Wir hoffen auf das Verständnis der Autofahrer", sagt Christiane Köhler vom Naturschutzbund Rhein-Neckar-Odenwald (NABU). In Heidelberg, dem Rhein-Neckar- und dem Rhein-Pfalz-Kreis stehen nämlich Tierschützer und Schüler in den Startlöchern, um mit Eimern und Zäunen zu verhindern, dass Kröte, Frosch und Co. bei ihrem Marsch zu den Laichgewässern unter die Räder kommen.

"Untersuchungen haben ergeben, dass schon bei einer Verkehrsdichte von 60 Autos pro Stunde 90 Prozent der wandernden Kröten überfahren werden", macht Berno Müller vom Landratsamt des Rhein-Neckar-Kreises deutlich. Deshalb sollen Warnleuchten, Geschwindigkeitstrichter, Überholverbote und Streckensperrungen wanderfreudige Amphibien und Helfer gleichermaßen schützen. Vorsicht ist unter anderem geboten im Bereich Schriesheim, Altenbach, auf der B 3 zwischen Hemsbach und Laudenbach, auf der K 4250 zwischen Ketsch und Schwetzingen, in der Region Sandhausen-Walldorf, zwischen Nußloch und Maisbach, Ochsenbach, Gauangelloch, Bammental, St. Leon-Rot, Schönau, Neckargemünd, Meckesheim, Mühlhausen und Dielheim. Völlig gesperrt ist der Verbindungsweg Meckesheim-Eschelbronn, nachts dicht sind Teilstücke zwischen Ochsenbach und Schatthausen sowie Laudenbach-Heppenheim (Wirtschaftswege). Auf der Straße Hemsbach-Balzenbach haben nur Anlieger freie Fahrt. "Autofahrer sollten wirklich Schritt-Tempo fahren, selbst wenn eine Kröte zwischen den Reifen sitzt und nicht überfahren wird, tötet sie der Luftsog eines Autos, das mit 50 Stundenkilometern fährt", ermahnt NABU-Expertin Christiane Köhler.

In Heidelberg mobilisiert Renate Exner wieder rund 200 Freiwillige. Mit dabei sind auch Jungen und Mädchen der Schlierbacher Grundschule, der Gregor-Mendel-Realschule in Eppelheim, der Wilkensschule, des Helmholtz-Gymnasiums (beide Heidelberg) sowie der Friedrich-Ebert-Grundschule und der Wilhelm-Wundt-Realschule in Mannheim. Auch in der Vorderpfalz stehen Eimer und Zäune bereit. Vor allem auf der K 13 zwischen Waldsee und Altrip, dem Heideweg zwischen Maxdorf und Lambsheim sowie auf der Natostraße in Römerberg herrscht Krötenverkehr.

Interessierte Krötenhelfer melden sich bei Renate Exner unter 06221/2 07 31.

         http://www.morgenweb.de/mm/nachbarschaft/20060318_rdb1204016_07606.html


GRAUHOLZ POST (Germany) 15 March 06  Vortritt für Frösche und Kröten (Sylvia Mosimann)

Noch ist es Winter. Sobald es aber etwas wärmer wird, werden Erdkröten und Frösche aus ihrem Winterschlaf erwachen. Nachtaktiv mit den Tieren werden auch Denise und Heinz Tanner, die sich für die Rettung der Amphibien einsetzen.

Für etwa 20 Personen aus dem Neuhaus-Quartier in Ittigen kommen mit der Wanderung der Erdkröten, Frösche, Faden- und Bergmolche sowie Salamander an ihre gewohnten Laichplätze anstrengende Tage und Wochen. Die meisten im Mittelland vorkommenden Erdkröten gehören zu einer Population, die sich zwischen März und April für zwei bis drei Wochen an ihren gewohnten Laichplätzen zur Fortpflanzung trifft. Vielfach müssen die Tiere auf diesem Weg stark befahrene Strassen überqueren und werden überfahren. Orts-treue in Verbindung mit der grossen Distanz zwischen Laich- und Sommerplatz wird ihnen zum Verhängnis. «Der Landschaftswandel hat zur Folge, dass die Erdkröten nicht mehr direkt über Wiesen und Felder zu ihren Laichplätzen kommen», erklärt Denise Tanner. Bauen sei immer mit Eingriffen in den Naturkreislauf verbunden und so werden Strassen, Schächte oder Gleise zu Todesfallen für die Tiere, meinte sie weiter. Für sie und ihren Mann Heinz ist klar: «Hier muss der Mensch den Tieren helfen.»

Zusammen mit den Verantwortlichen der Gemeinde überlegten sie, was für Massnahmen zur Rettung der Frösche im Schärmenwald und zur sicheren «Überführung» in den Oberlauf der Worble getroffen werden müssen. Die Gemeinde finanzierte so ein Projekt, das sich seit vier Jahren bewährt hat. Entlang dem Laichzug der Kröten wurden alle 12 Meter Zementrohre in den Boden versetzt, in die ab jetzt Plastikkübel von 70 Zentimeter Durchmesser gesetzt werden. 13 Kübel fangen so die Frösche auf und zusätzlich wird jeweils eine Plastikabsperrung von mehr als 300 Metern aufgestellt. Aus ihrem Wohnquartier konnten Denise und Heinz Tanner etwa zehn Familien für die Rettungsaktion und die Mithilfe daran begeistern. Sobald es wärmer wird, schwärmen zwei bis drei Personen am Morgen ab 8 Uhr und mehrere Frauen und Männer abends ab 21 Uhr – bei jedem Wetter – mit Taschenlampen aus, um die Kübel am Oberen Kanal der Worble zu leeren. «Ausserdem gehe ich noch den Waldsaum ab und sammle die Tiere, die unterwegs sind, ein», erzählt Denise Tanner. Dabei wird über jedes Tier, das gesammelt wird, Buch geführt. Denise Tanner kann mittlerweile das Alter der Tiere erkennen und ist riesig stolz, neben Erdkröten auch mal Faden- oder Bergmolche zu finden. «Letztes Jahr war ein Feuersalamander dabei», schwärmt sie noch heute. Die Anzahl der Tiere wird genau registriert und Ende Laichzeit dann der Koordinationsstelle für Amphibien- und Reptilienschutz Schweiz (KARCH) mitgeteilt. «Bei Einbruch der Dunkelheit wandern die Kröten am schnellsten ab, wenn es zu regnen beginnt. Auf der Wanderung springen die Männchen – sie sind deutlich in der Überzahl – auf die Weibchen auf, lassen sich den Rest des Weges tragen, so dass die Weibchen meist mit einem Männchen am Rücken am Laichplatz eintreffen», weiss Denise Tanner.

Nach etwa fünf bis 14 Tagen Wasseraufenthalt, je nach Wassertemperatur, laichen die Paare und danach wandern sie wieder in die Wälder zurück. Mit drei bis fünf Jahren werden die jungen Erdkröten geschlechtsreif. Die meisten Weibchen, die dieses Alter erreichen, suchen den Laichplatz nur einmal im Leben auf, die Männchen häufiger.

«Wir werden also dieses Jahr erstmals ‘unsere’ jungen Kröten an den Bach bringen», hofft Denise Tanner. In den letzten vier Jahren hat sie mit ihrer «Kröten-Crew» mehr als 1’000 Erdkröten, Grasfrösche, Fadenmolche, Bergmolche und letztes Jahr eben sogar einen Feuersalamander vor dem Strassentod gerettet. Freiwillig, ohne Verdienst oder Laudatio. Diese möchte sie aber weitergeben an die freundliche Unterstützung durch die AMI und die Gemeinde. «Kann sein, dass der harte Winter sich auf die Population der Tiere auswirkt», meinte Denise Tanner nachdenklich und erinnert an einen Sammelrückgang nach dem heissen Sommer von 2003. Aber sie ist zuversichtlich: «Die Bewohner unseres Quartiers gewähren den Tieren in ihren Biotopen Gastrecht und das ist doch auch eine grosse Unterstützung», freut sie sich und fügt bei: «Alle ein- und zweijährigen, noch nicht geschlechtsreifen Kröten und Molche haben wir natürlich nicht mitgezählt, sondern sie einfach wieder in den Wald zurückgebracht.»

Denise und Heinz Tanner sowie alle ihre Helferinnen und Helfer sind gerüstet für den Frühlingsanfang, für das Ende des Krötenwinterschlafs und die Liebe von Kröte zu Kröte.l

An die Anwohner:

«Jetzt erwachen die Amphibien aus dem Winterschlaf und wandern zu ihren Laichplätzen. Bald werden wir, Kinder und Erwachsene, jeweils wieder am Abend nach dem Eindunkeln mit Taschenlampen unterwegs sein, um die TIere im Dunkeln zu finden, einzusammeln und in den Oberkanal der Worble zu bringen. Erschrecken Sie nicht ob unserer Taschenlampen, wir wollen nur die Tiere und keinesfalls die Umgebung aus kriminellen Motiven ausleuchten.»mgt.

         http://www.grauholz-post.ch/index.php?menu=clientdata/news/15-03-06/w11_06_0038&lid=1453&tcat=Ittigen&re=mo&relid=1453


BERLINER ZEITUNG (Germany) 18 March 06  Ein lautloses Froschkonzert - Kaskadenfrösche zwitschern in den höchsten Tönen

Chinesische Kaskadenfrösche (Amolops tormotus) verständigen sich untereinander mit Ultraschalltönen. Das schreiben Albert Feng von der University of Illinois und seine Kollegen im Forschungsjournal Nature. Bisher war Kommunikation in einem Frequenzbereich von mehr als 20 Kilohertz nur bei Säugetieren bekannt, zum Beispiel bei Fledermäusen, Walen und Delfinen. Amphibien hören normalerweise nur Töne bis 12 Kilohertz.

Auf die Art Amolops tormotus war das Team um Feng schon vor vier Jahren aufmerksam geworden. Bei einer Expedition hatten die Forscher festgestellt, dass die 3 bis 6 Zentimeter großen Frösche nicht quaken, sondern wie Vögel zwitschern. Für ihre aktuelle Studie nahmen die Forscher zunächst den Froschgesang auf. Dann filterten sie die Ultraschalltöne heraus und spielten sie Fröschen in freier Natur vor. Jedes Mal antworteten mehrere Artgenossen. Feng und sein Team vermuten, dass die Frösche ihre besondere Kommunikation entwickelt haben, um sich gegen den Lautreichtum in ihrem Lebensraum durchzusetzen. (mk.)

Nature, Bd. 440, S. 333

         http://www.berlinonline.de/berliner-zeitung/wissenschaft/535053.html


MITTELDEUTSCHE ZEITUNG (Halle, Germany) 17 March 06  Der mit den giftigen Schlangen spielt - Jürgen Hergert stellt im Seumeclub aus - Chef der größten Reptilienfarm Europas

Weißenfels/MZ:  Als Kind ist er mit Löwenbabys, Zebras, Elefanten und Giraffen aufgewachsen. Und er hat mit giftigen Schlangen gespielt. "Tiere haben mich schon immer fasziniert, vor allem die Reptilien", sagt Jürgen Hergert, der im Süden Afrikas groß geworden ist und in einer Farmschule in Namibia gelernt hat. 

"Wie sich diese Exoten ohne Beine bewegen, das ist schon beeindruckend", erklärt der 63-jährige Experte für Giftschlangen, Nattern, Spinnen und Echsen. Auch den Bewegungen der Fische im Wasser könnte Hergert stundenlang zusehen, und dass Vögel fliegen können, findet er spannend. "Wir Menschen sollten uns viel mehr Zeit nehmen, uns auf eine Bank setzen und die Tiere beobachten", siniert der Weltenbummler.

Vor 25 Jahren begann der Individualist auf einem Rübenfeld im niedersächsischen Schladen / Nordharz, der Heimat seiner Mutter, mit dem Aufbau einer Schlangenfarm. "Wir haben ganz klein angefangen", blickt er zurück. 64 Tiere der heute größten Farm ihrer Art in ganz Europa zeigt der Inhaber seit Mittwoch im Weißenfelser Seumeclub. Die gelbe Anakonda, eine Diamantklapperschlange, die rote Königsnatter und die Kraushaarvogelspinne gehören dazu. Hauptattraktion ist die weiße Schlange, ein Albino-Tigerpython, den stets alle Besucher zuerst sehen wollen. Schulklassen bilden da keine Ausnahme. Sie führte Hergert, der bisher 26 Länder bereist hat, durch sein im großen Saal aufgebautes "Afrikahaus" mit Kobras und Pythons aus vier Kontinenten: aus Europa und Asien, Afrika und Amerika. "Kinder sind die Kunden von morgen", stellt er immer wieder während seiner spannungsgeladenen Vorführungen fest. Kinder seien spontan, offen und wissbegierig.

"Eigentlich wollte ich hier gar nicht ausstellen", bekennt Jürgen Hergert. Schon allein das Finden des soziokulturellen Zentrums sei für ihn eine Tortur gewesen. Das meint der Autor des im vergangenen September erschienenen Buches "Mit Schlangen auf Du und Du" und ehemalige Leistungssportler der Leichtathletik kopfschüttelnd. Kein Mensch, den er in Weißenfels nach dem Weg gefragt habe, wusste mit dem Namen des Clubs etwas anzufangen. Dann schließlich konnte jemand an einer Tankstelle genauestens Auskunft geben, und den Weg beschreiben und - der Irrfahrt durch die Stadt ein Ende setzen. "Als ich das heruntergekommene Gebäude des Clubs sah, bekam ich die nächste kalte Dusche", schildert er, der eigentlich nur in großen Einkaufszentren ausstellt, seine Eindrücke. "Aber die hartnäckige Chefin hat mich überzeugt", gesteht Hergert, der das Herz auf der Zunge trägt und kein Blatt vor den Mund nimmt. "Die Frau hat Power, Herzensbildung und ist ein Improvisationskünstler - so wie ich", stellt er Gemeinsamkeiten mit Ilonka Struve, der Leiterin des Seumeclubs, fest. Deshalb habe er beschlossen, seine Schlangen in Weißenfels zu präsentieren und über "Gift, das Leben rettet" zu sprechen. "Das ist hier in Weißenfels mein 121. Einkaufscenter", versichert er augenzwinkernd. Bis 2008 sei er in punkto Ausstellungen ausgebucht, die er bis dahin noch in der Schweiz, in Österreich, Holland, Tschechien und Slowenien zeigen werde.

Wenn Schlangen-Jürgen seine Farm verkauft hat - und das hat er fest vor - will er sich noch ein paar Träume erfüllen. "Ich habe dem Tod mehrfach ins Auge geblickt", gibt der agile Artenschützer zu, während er zwischendurch die Scheiben der Terrarien im Afrikahaus wienert. Er, der vor fünf Jahren seine Ärzte verblüffte, weil er den Biss einer schwarzen Mamba überlebt hat, will mit seiner Frau Kirsten endlich reisen. Außerdem habe er vor, die Tuaregs als Beduinenvolk in Tunesien und Marokko wiederzusehen. Auch den Wike-Indianerstamm, bei dem er ein halbes Jahr in Südamerika am Amazonas gelebt hat, will er besuchen. "Und dann gibt es da noch ein sehr verlockendes Angebot von RTL, Tierfilme zu drehen, das mich unwahrscheinlich reizt", ist Jürgen Hergert in seinem Element.

Noch viel Interessantes von der Welt zu sehen, hat er sich als großes Ziel gesetzt. "Um nichts bereuen zu müssen, weil das Leben verdammt kurz ist", versichert er. Das habe der drahtige Schlangenexperte mit dem eisernen Lebenswillen erst begriffen, als er schwer krank war.

         http://www.mz-web.de/servlet/ContentServer?pagename=ksta/page&atype=ksArtikel&aid=1142422005688&openMenu=1012902958733&calledPageId=1012902958733&listid=1018348861922


BOCHOLTER-BORKENER VOLKSBLATT (Germany) 17 March 06  Gelbschenkelfrosch stirbt ausveröffentlicht

Yosemite-Nationalpark/USA (AP). Jahrtausende lang hat der Gebirgs-Gelbschenkelfrosch überlebt. Gletscherbedeckte Flüsse und Seen sind sein Zuhause, hier harrt er bis zu neun Monate am Stück unter dem kalten Eis aus. Doch sein Quaken wird immer leiser. Ein rätselhafter Pilz sorgt dafür, dass der Gelbschenkelfrosch in der Sierra Nevada ausstirbt.

"Es ist ziemlich dramatisch", sagt Lara Rachowicz, Biologin im Yosemite-Nationalpark in Kalifornien. "In einem Jahr besucht man einen See, und die Frosch-Population scheint in Ordnung. Im folgenden Jahr sieht man dort jede Menge tote Tiere, die verstreut auf dem Grund des Sees liegen. In einigen Jahren ist die Population dann völlig verschwunden."

Ungefähr 650 Populationen gibt es noch in den Nationalparks Yosemite, Sequoia und Kings Canyon. In den meisten Seen leben aber viel zu wenig Frösche, um den Fortbestand zu garantieren. Zudem sind 85 Prozent bereits mit dem tödlichen Pilz infiziert. Vorbei die Zeiten, in denen die Frösche die Seen so dicht besiedelten, dass ihre Kaulquappen das flache Gewässer zum Schäumen brachten.

Das Froschsterben begann, als Forellen in die Seen der Gegend geschafft wurden - anfangs auf Maultieren mit Eimern, danach aus der Luft per Flugzeug, damit Angler genug Beute haben. Der gefräßige Fisch, der immer noch dorthin gebracht wird, hinterlässt aber nur wenige Froschbestände, verstreut über weit auseinanderliegende Seen in bis zu 3.900 Metern Höhe. Und obwohl die verbleibenden Frösche innerhalb der schützenden Grenzen einiger der beliebtesten Nationalparks des Landes leben, können sie dem Pilz-Angriff nicht entkommen. Denn angesichts der mit Forellen besetzten Gewässer können sie nicht weit genug wandern, um von dem Pilz verwüstete Gegenden neu zu bevölkern.

In den vergangenen fünf Jahren sei die Gesamtpopulation jährlich etwa um zehn Prozent geschrumpft, sagte Rachowicz im Januar während eines Expertentreffens zur Rettung der Froschart. Der Pilz, der auch mit dem Aussterben von Amphibien in Australien und Costa Rica in Verbindung gebracht wird, tötet die Frösche, während er auf ihrer Haut wächst. Er macht es den Tieren nahezu unmöglich, über ihre Poren die Wasseraufnahme zu regulieren. So verdursteten die Frösche im Wasser, erklärt die Biologin.

Eigentlich müssten sie als bedrohte Tierart eingestuft werden, dem U.S. Fish and Wildlife Service fehlen allerdings die finanziellen Mittel, das Verfahren abzuschließen, und so bleibt der Frosch auf der Warteliste. In wenigen Jahren könnte der Frosch gänzlich verschwunden sein, wodurch die Nahrungskette in dem Gebiet auseinanderbrechen würde. Sein Verschwinden hätte nach Angaben von Forschern Auswirkungen auf rund 300 Arten in dem rauen Hochland, angefangen bei den Insekten, von denen die Frösche leben, bis hin zur Strumpfbandnatter und den Kojoten, die wiederum die Frösche fressen.

Erderwärmung schafft günstige Bedingungen für Pilz

"Es ist ein massenhaftes Aussterben im Gang", erklärt der Biologe J. Alan Pounds, der die Erderwärmung für das vermehrte Wachstum des Pilzes verantwortlich macht. Seine Erkenntnisse darüber hat er in der Januar-Ausgabe der Zeitschrift "Nature" veröffentlicht. Pounds kommt zu dem Schluss, dass die Erderwärmung günstige Bedingungen für den Pilz geschaffen habe, womit er das Verschwinden von 65 Froscharten binnen zwei Jahrzehnten allein in Costa Rica erklärt.

Bislang gibt es noch keine wissenschaftlichen Erkenntnisse über den Zusammenhang von Klimawandel und der Pilz-Ausbreitung in der Sierra Nevada. Auf Studien könne man aber nicht warten, betonen die Forscher, die sich im Januar im Nationalpark getroffen haben. Derzeit prüfen sie, ob die Tiere in Gefangenschaft gezüchtet werden können, was bislang noch nicht gelungen ist. Darüber hinaus könnten Frösche dort wieder angesiedelt werden, wo sie einst verschwunden sind. Eine weitere Maßnahme - wohl sehr zum Ärger der Angler - wäre das Entfernen der zuvor künstlich angesiedelten Forellen aus den dortigen Seen. Erste vielversprechende Ansätze in dieser Richtung gibt es in Sequoia und Kings Canyon.

"Fischen als Freizeitbeschäftigung hat im Park eine lange Tradition", sagt Steve Thompson, Biologe im Yosemite-Nationalpark. "Der Park hat aber eine zweifache Aufgabe. Einerseits müssen die Ressourcen geschützt werden, andererseits soll der Park für Vergnügen sorgen. Wenn man die Ressourcen aber nicht schützt, kann es kein Vergnügen geben."

http://www.bbv-net.de/public/article/nachrichten/wissenschaft/erde/322388


STUTTGARTER-WOCHENBLATT (Germany) 16 March 06  Ein Luxusdomizil für den König der Reptilien - Ministerpräsident Günther Oettinger eröffnet offiziell die neue Krokodilhalle der Wilhelma

Bad Cannstatt:  Nicht nur wegen der vier neuen Leistenkrokodile, sondern, weil es naturnah, licht und offen gestaltet ist", lobte der Ministerpräsident. Über 1,3 Millionen Euro waren erforderlich, um aus der sanierungsbedürftigen alten Halle ein nach heutigen tiergärtnerischen Erkenntnissen artgerechtes Heim für Krokodile zu machen. Statt früher in nüchtern gehaltenen Betonbecken können sich die Tiere nun in einer liebevoll gestalteten Landschaft bewegen, die den Tieren genügend Schwimmraum, Liegeplätze mit Fußbodenheizung, Nistkuhlen und Grüngürtel bietet. Statt der früheren Artenvielfalt auf kleinstem Raum ist die Halle jetzt nur noch einer Krokodilart gewidmet: Dem König der Reptilien, dem Leistenkrokodil.

Die Wilhelma besaß schon einmal ein Leistenkrokodil, das aufgrund seiner weißen Färbung weit über Stuttgarts Grenzen hinaus berühmt war: "Der Weiße" kam 1967 in die Wilhelma und starb im Jahr 2000. Er war bei seinem Tod etwa 4,5 Meter lang und knapp 500 Kilogramm schwer, und ist der Nachwelt im Naturkundemuseum Schloss Rosenstein erhalten. Die neuen Bewohner der Krokodilhalle stammen von einer Krokodilfarm in Thailand: Es handelt sich um ein weißes Männchen, ein weißes Weibchen und zwei normal olivgrün gefärbte Weibchen.

Die schwierigste Aufgabe für Zoologen und Architekten war laut Direktor Professor Dieter Jauch, "die Bedürfnisse von Krokodilen, Pflegern und Besuchern unter einen Hut zu bringen - schließlich sollte sowohl den ästhetischen Ansprüchen als auch der Sicherheit Genüge getan werden". Als Ergebnis dieser Bemühungen können die Besucher der Wilhelma vom sicheren Steg aus die vier Leistenkrokodile in aller Ruhe beobachten. Noch sind die Tiere scheu, aber sie werden hoffentlich bald so vertraut mit ihrer neuen Umgebung sein, dass sie auch Futter annehmen und die beliebte Fütterung der Krokodile wieder ins Programm aufgenommen werden kann.

Ohne ihren Förderverein könnte die Wilhelma solche Projekte zur Zeit kaum realisieren. So stellte der Vorsitzende des Vereins, Georg Fundel, denn auch erfreut fest, dass "der Freundeskreis der Wilhelma mit seinen nahezu 19 000 Mitgliedern über die gelungene neue Krokodilhalle sehr erfreut ist. Der Beitrag von 600 000 Euro des Freundeskreises zum Neubau war Impulsgeber für diese Investition im Interesse der Erhaltung der Attraktivität der Wilhelma."

         http://www.stuttgarter-wochenblatt.de/stw/page/detail.php/1117690


STERN (Germany) 16 March 06  Mit Ultraschallwellen gegen Flusswellen

         (DDP)  Frösche können nicht nur quaken. Forscher fanden heraus, dass sich eine seltene chinesische Froschart mit Ultraschall verständigt - aus ganz pragmatischen Gründen.

Ein seltener chinesischer Frosch ist die erste bekannte Amphibienart, die mit Ultraschall kommuniziert. Diese Fähigkeit kannte man bisher nur von Säugetieren: Fledermäusen, Walen und einigen Nagetieren. Die chinesischen Frösche der Art Amolops tormotus entwickelten die Ultraschallkommunikation, um ihr Quaken trotz des ständigen Hintergrundlärms der Flüsse ihrer Heimat wahrnehmbar zu machen. Das berichten Albert Feng von der Universität von Illinois in Urbana und seine Kollegen im Fachmagazin "Nature".

Um zu untersuchen, ob der Ultraschall zur Verständigung benutzt wird, zeichneten die Forscher das Froschquaken auf und teilten es in eine hörbare und eine Ultraschallkomponente auf. Anschließend testeten sie die Reaktion einiger männlicher Testfrösche auf das Abspielen der beiden Komponenten. Einige der Tiere reagierten dabei auf die hörbare und die Ultraschallkomponente, andere allerdings nur auf eine davon. Die Forscher glauben jedoch, dass alle männlichen Frösche der untersuchten Art die Fähigkeit zur Ultraschallkommunikation besitzen. Aus unbekannten Gründen wird diese aber nicht von allen genutzt.

Die Ultraschallsignale sind nicht einfach ein Nebenprodukt der Geräuschproduktion des Froschs. Vielmehr würden sie von den Amphibien tatsächlich zur Kommunikation benutzt, erklären die Forscher. Damit haben die Frösche einen Mechanismus entwickelt, trotz des ständigen Flussrauschens zu kommunizieren. Die Amphibien nutzen dabei aus, dass der für die Verständigung verwendete Ultraschall einen anderen Frequenzbereich besitzt als der Hintergrundlärm. 

Den Forschern zufolge sind weitere Untersuchungen nötig, um festzustellen, ob nur die Männchen die Ultraschallkommunikation verwenden, um ihre Reviere zu kennzeichnen, oder ob sie auch für die Kommunikation zwischen Männchen und Weibchen eingesetzt wird. Auch ist noch unklar, welches Organ im Ohr des Frosches für die Ultraschallempfindlichkeit verantwortlich ist.

http://www.stern.de/wissenschaft/natur/:Fr%F6sche-Mit-Ultraschallwellen-Flusswellen/557829.html


ECHO (Darmstadt, Germany) 15 March 06  Weg für Wanderung der Kröten geebnet - Säuberungsaktion: Ausbildungsverbund Metall richtet in Kooperation mit dem Naturschutzbund Amphibienschutzzaun entlang der B 42 her

         Büttelborn. Ausgerüstet mit Heckenscheren, Spaten, Rechen und Mülltüten sind Mitarbeiter des Ausbildungsverbundes Metall (AVM) seit drei Tagen entlang der Bundesstraße 42 im Bereich des „Braunshardter Tännchens aktiv. Sie befreien den dort verlaufenden Amphibienschutzzaun von Gestrüpp und säubern die Roste des Krötentunnels, denn in Kürze wird die Krötenwanderung zu den Laichplätzen – den Teichen am Naturschutzgebiet Braunshardter Tännchen – beginnen.

Die Metallbarrieren entlang und die sechs Krötentunnel unter der viel befahrenen Bundesstraße 42 waren 1999 vom Amt für Straßen- und Verkehrswesen Darmstadt errichtet worden. Der Kreisverband Groß-Gerau des Naturschutzbundes (Nabu) hatte sich für das Bauwerk eingesetzt, nachdem die Naturschützer zuvor viele Jahre lang die Amphibien im Frühjahr in Eimern eingesammelt und zu den Laichgewässern gebracht hatten.

Regelmäßige Pflege der Anlage ist jedoch notwendig. Bernd Petri, Vorsitzender des Nabu-Kreisverbandes ist dankbar für das Engagement des AVM: „Das ist eine tolle Sache“. Momentan sei die optimale Zeit für die Säuberungsaktion. Petri: „Wenn jetzt die ersten Nächte mit acht bis neun Grad Temperatur und Dauerregen kommen, werden Massen von Grasfröschen, Erdkröten und Molchen wandern. Zur Zeit noch durch die Kälte ausgebremst, werden sie sich schlagartig in Bewegung setzten.“

Wenn der Weg dann durch Äste und Brombeergestrüpp blockiert ist, klettern die Amphibien auch über den Zaun und gehen über die Straße – mit fatalen Folgen – oder kehren um.

Die AVM-Mitarbeiter säubern und glätten daher den Weg unmittelbar am Zaun auf einer Breite von etwa einem Meter, so können die Amphibien schnell zu den Tunneln wandern und unter der Straße zu den Teichen gelangen.

Ein weiterer Vorteil: Durch den geebneten Streifen entlang des Zaunes haben die Männchen einen guten Überblick über das Terrain und können auf die Weibchen warten, um dann huckepack auf ihnen zum Laichplatz zu wandern.

Petri: „Die Paarung der Frösche, Kröten und Molche wird durch diese effiziente AVM-Maßnahme gefördert“.

Weltweit, erläutert der Naturschützer, gehören die Amphibien zu den am meisten gefährdeten Tierarten überhaupt, selbst in den Tropen und am Amazonas sterben sie aus. „Deshalb ist jede Hilfe, auch hier im Ballungsraum, sehr wichtig“, betont der Nabu-Kreisvorsitzende.

Wichtig ist diese Kooperation, die für den Naturschutzbund kostenfrei ist, auch für den Ausbildungsverbund Metall. „Meine Mitarbeiter lernen in dieser Qualifizierungsmaßnahme zum Beispiel mit Werkzeug umzugehen“, erläutert Hans-Herbert Kirchhof, Projektleiter Umweltschutz und Landschaftspflege (UmLand) beim AVM.

Zu den Projekten von UmLand gehörten bisher unter anderem die im vergangenen Jahr erfolgte Herstellung und der Aufbau eines Storchennestes auf der Kreismülldeponie in Büttelborn, der Bau eines „Insektenhotels“ und einer Eidechsenburg im Solarpark Sonnenwerk in Bischofsheim sowie Arbeiten auf den Abfallaltanlagen in Mörfelden und Stockstadt.

Die meisten der fünf bis zehn Männer, die sich an der Säuberungsaktion entlang der B 42 beteiligen, sind Langzeitarbeitslose, ihr Beschäftigungsstatus nennt sich „Arbeitsgelegenheit mit Mehraufwandsentschädigung“, bekannter als Ein-Euro-Jobs.

In solchen Projekten sollen sie ausreichend qualifiziert werden, um wieder Chancen auf dem ersten Arbeitsmarkt zu haben. Dabei geht es nicht nur darum, den Männern handwerkliche und botanische Kenntnisse zu vermitteln, sondern ihre Motivation und ihr Selbstwertgefühl zu stärken. „Dann kommen auch Leistung und eigene Ideen“, weiß Hans-Herbert Kirchhof.

Der Projektleiter ist stolz darauf, dass bereits zwei Männer aus seinen Maßnahmen einen Job gefunden haben.

         http://www.echo-online.de/suedhessen/template_detail.php3?id=360284


NEWSCLICK (Braunschweig, Germany) 11 March 06  Schlangenbändiger denkt an Ruhestand - Jürgen Hergert verhandelt mit Käufern für seine Schlangenfarm im Landkreis Wolfenbüttel (Volker Kühn)

Schladen. Kobras, Mambas, Nattern: Auf Jürgen Hergerts Farm in Schladen leben mehr als 1000 verschiedene Schlangen. Seit 26 Jahren entnimmt er ihnen Gifte, die er an Pharmafirmen verkauft. Jetzt hat er genug von dem gefährlichen Job.

Ein einziger Fehler kann für Hergert tödlich sein. "Es gibt Schlangen, deren Gift lähmt in drei Minuten die Atemwege", sagt der 63-Jährige, der sich derzeit mit einer Schlangen-Ausstellung auf Europa-Tournee befindet. "Diese Gefahr muss ich mir nicht mehr antun."

Spätestens, seit er vor gut fünf Jahren von einer Schwarzen Mamba gebissen wurde, ist immer ein unterschwelliges Gefühl der Angst dabei, wenn Hergert seine Schlangen melkt. Dabei hält er sie hinter dem Kopf fest und massiert vorsichtig von außen ihre Giftdrüsen, während die Schlange in ein Auffanggefäß beißt. Das Gift benötigen Pharmafirmen, um Medikamente herzustellen, mit denen etwa Rheuma behandelt werden kann.

Es gibt aber noch andere Gründe, warum Hergert einen Nachfolger für die Farm sucht. Mit bald 64 Jahren fühle er sich einfach nicht mehr fit genug, um täglich 14 oder 15 Stunden zu arbeiten. Außerdem sei er vor einiger Zeit schwer erkrankt und müsse jederzeit damit rechnen, dass die Krankheit wieder ausbricht. Deshalb verhandle er mit einem Pharmakonzern und einer Gruppe Privatinvestoren, die beide Interesse an der Farm gezeigt hätten. Im Spätsommer sollen die Gespräche abgeschlossen sein. Hergert ist sich sicher: "Spätestens Silvester 2007 ist mein letzter Arbeitstag. Wenn es gut läuft, schon eher."

Was dann aus der Farm wird, die er aufgebaut hat, ist noch nicht klar. Er rechne aber fest damit, dass auch der neue Betreiber sie weiterführt. Rund 35 000 Besucher kommen nach seinen Angaben jedes Jahr, um sich die Schlangen anzusehen. Sollte es weiterhin Vorführungen geben, hätten auch Hergerts sechs Mitarbeiter hätten eine Perspektive. "Ich setze alles daran, dass sie übernommen werden", verspricht Hergert.

Er selbst will seinen Ruhestand im Ausland verbringen, irgendwo zwischen seinem Geburtsland Namibia und einer fernen Insel, von der er noch nicht verraten will, wo sie liegt. "Für mich geht das Kapitel Schlangen definitiv zu Ende", sagt Hergert.

         http://www.newsclick.de/index.jsp/menuid/2046/artid/5174818


FRANKFURTER NEUE PRESSE (Germany) 10 March 06  Kröten wandern direkt in den Eimer

Fechenheim (VS). Einen 400 Meter langen Zaun hat die Bund-Naturschutzgruppe Seckbach unter Leitung von Sybille Franzmann errichtet. Der Amphibien-Zaun soll die Kröten des Fechenheimer Waldes auf ihrer Wanderung über die Vilbeler Landstraße schützen. «Ein Dutzend Helfer haben den Zaun innerhalb von drei Stunden aufgebaut», sagt Volker Rothenburger von der Naturschutzgruppe. Zu schützen sind hauptsächlich Erdkröten und Molche auf ihrer zwei Kilometer langen Wanderung vom Winterquartier ins Laichgebiet nach Bischofsheim, bei der sie auch die Vilbeler Landstraße überqueren müssen.

Der Zaun gehört der Stadt und besteht aus einem Stoffgewebe, das auf den Boden aufgelegt und festgenagelt wird. «So können die Kröten nicht drunter durchschlüpfen.» Die Tiere wandern am Zaun entlang und fallen in die im Abstand von 20 Metern aufgestellten Eimer, die vor Tagesanbruch von freiwilligen Helfern über die Straße getragen werden. Die Kröten wandern aber erst dann, wenn die Temperaturen über fünf Grad liegen, und es zudem feucht ist, sagt Rothenburger.

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Es gibt einen Dienstplan, welcher freiwillige Helfer an welchem Tag die Eimer kontrolliert. Im vergangenen Jahr waren es rund 100 Tiere, die den Transportdienst in Anspruch nahmen. Die Naturschutzgruppe möchte dadurch die Krötenpopulation im Fechenheimer Wald erfassen. «Dass wir diese Aufgabe übernehmen, ist aber nur eine Übergangslösung», sagt Rothenburger, der stellvertretende Kreisvorsitzende von «Bund Frankfurt». Auch Alternativen hat die Naturschutzgruppe schon in petto. Zum einen könnte ein Ersatzgewässer angelegt werden. Eine Grundwasserbohrung im Wald habe gezeigt, dass das funktionieren würde. «Dann bräuchten die Kröten aber dennoch einige Jahre, bis sie sich an das neue Gewässer gewöhnt hätten und nicht mehr zum heimatlichen Teich wandern würden», erläutert der Experte.

Andererseits könnte ein fest installierter Kleintierzaun an der Vilbeler Abhilfe schaffen. Durch Röhren unter der Fahrbahn könnten die Kröten dann ihren Weg nehmen. «Aber das werden wir alles noch mit den Behörden beratschlagen», sagt Volker Rothenburger.

         http://www.rhein-main.net/sixcms/list.php?page=fnp2_news_article&id=2826040


TAGEBLATT (Stade, Germany) 08 March 06  Das Liebesspiel der Schlangen im Keller - Eheglück mit Schlangenbrut: Nachwuchs schlüpfte nach der Hochzeitsfeier von Nicole und Nils Hintz – Reptilien, Dogge und Kater gehören zur Familie

Kreis Stade (knk):  Junges Eheglück: Vor eineinhalb Jahren haben die gelernte Tierarzthelferin Nicole (24) und der ausgebildete Zimmermann Nils Hintz (23) geheiratet. Das anrührendste Geschenk gab´s am Morgen nach der Hochzeitsfeier von den Haustieren: Der erste eigene Nachwuchs. Echte Schlangenbrut – junge Königspythons schlüpften aus den Eiern, jede etwa 30 Zentimeter lang. „Nils hat das Tier gehalten, ich hab´ die Nabelschnur mit einem sterilen Faden abgebunden.“

Nachwuchs satt gab‘s dann im Vorjahr auch von einer Teppichpython: „28 Eier waren im Gelege, 19 Babys sind rausgekommen“. Das ist reichlich. Die Hintzes kennen mittlerweile die Anzeichen für eine Schlangen-Schwangerschaft: „Dann drehen sie ihren Bauch nach oben und fressen nicht mehr.“ Nachdem die Schlange die Eier herausgepresst hat, brüten die Hintzes die Eier im Brutkasten bei Kuscheltemperaturen aus. Sind die ersten Babys geschlüpft, leisten die Hintzes Schlupfhilfe, bohren vorsichtig ein Loch in die Schale: Ist der Nachwuchs zu lange im Ei, besteht die Gefahr, dass der Dottersack fault und Giftstoffe dem Nachwuchs schaden.

Die meisten Babys aus eigener Zucht der beiden Vorjahre sind inzwischen aus dem Haus – abgegeben oder verkauft an andere Reptilienfreunde. Schlangenzucht zum Geldverdienen? Nicole und Nils Hintz schütteln ablehnend den Kopf. Sie sind Mitglieder im Buxtehuder Verein für Vivaristik, zählen sich zu den Hobbyhaltern, nicht zu den „Profitschefflern“. Hobbyhalter zahlen drauf: Stromkosten von rund 70 Euro fallen monatlich an Reptilien-Terrarien mit Wärmespots, Punktstrahlern, UV-Licht; dazu kommen teils hohe Tierarztkosten.

Etwa 20 erwachsene und diverse Teenie-Schlangen winden sich im heimischen Keller hinter verglasten Behausungen auf Ästen, durch Sandkörner, kleben förmlich an den Wänden. Die längste ist inzwischen etwa drei Meter lang. Einige Tiere umschlängeln sich nahezu regungslos im Liebesspiel. Ihre Schwanzspitzen sind dann nicht zu sehen, ebenso wenig ist klar, wo ein Tier anfängt und das andere aufhört. Manche Schlangen haben Namen: „Shorty“, „Sunny“ oder „Johnny“. Die schlecht gelaunte Tigerpython, die gerne faucht und schnappt, heißt „Stinker“. Einige der Reptilien haben es sich in einem umgedrehten tönernen Blumentopf gemütlich gemacht, sich darin zusammengeknäuelt.

„Die da, bei der die Augen so ein bisschen milchig sind, die häutet sich gerade“, erläutert Nicole Hintz vor einem der Terrarien. Die Häutung selbst dauert vielleicht einen halben Tag. Die Häutungsphase insgesamt etwa eineinhalb bis zwei Wochen. Mehrmals im Jahr – das hängt ab von Alter und Schlangenart – befreien sich die Reptilien aus der alten, quasi zu eng gewordenen Haut. Die Hintzes wissen: „In dieser Zeit ist jede Schlange mit Vorsicht zu genießen“. Ansonsten allerdings auch. Der Alltag mit Schlangen kann durchaus schmerzhaft sein. Nicole und Nils Hintz sind schon mal gebissen worden von ihren geschuppten Lieblingen. Beide aber erst im fünften Jahr mit Schlangenhaltung. „Das ist, als ob man in ein Nadelkissen fasst“, sagt Nicole Hintz. Nö, das schrecke einen nicht ab, „man lernt ja auch, eine Schlange einzuschätzen“, sagen beide.

Eine Königspython etwa, die ihr Fressen erwartet, schwänzelt hin und her und bringt sich in „S-Stellung“, damit sie bereit ist, mit Tempo nach vorne zu schnellen. Kenntnis hin, Kenntnis her: allgegenwärtige Vorsicht ist immer angesagt. Ein Schlangenbiss ins Gesicht könnte schmerzhaft und gefährlich sein, auch wenn die Hintzeschen Schlangen nicht giftig sind.

Schlangen haben Nicole Hintz schon immer gereizt: „Als ich zehn oder elf Jahre alt war, war ich mal in einem Reptilienzoo. Seitdem wollte ich Schlangen.“ Die Mutter allerdings nicht und so musste Nicole Hintz sich noch ein paar Jährchen gedulden. „Als ich 18 wurde, habe ich mir welche gekauft. Strumpfbandnattern“. Freund Nils, jetzt ihr Ehemann, hat mitgezogen und gleichfalls Feuer gefangen. Ihre Schwester habe sich anfangs allerdings „etwas geekelt“ vor den neuen

Hausgenossen, räumt Nicole Hintz ein. Gewöhnung ist alles. „Später hat sie sie auch angefasst“. Längst haben die Hintzes nicht nur Schlangen: Auch Perleidechsen, Zaun- und Waldeidechsen sowie imposante schwarz-weiße argentinische Tejus. Letztere können fauchen und beißen in bester Drachen-Manier.

Während bei anderen Menschen am Hauseingang ein Hunde-Schild „Hier wache ich“ warnt, prangt bei den Hintzes ein Schlangen-Schild: Öffentlichkeit schaffen und informieren, lautet beider Devise, denn die Haltung von Schlangen hat in Deutschland weiterhin der Hauch des Exotischen, des Zwielichtigen. Deshalb haben die Hintzes nach dem Einzug gleich auch die Nachbarn eingeladen und denen ihre Schuppentiere vorgestellt. „Die meisten Menschen reagieren mit Angst und Faszination. Viele sind überrascht, weil die meisten Schlangen sich warm, weich und glatt anfühlen.“

Die Hintzes züchten das meiste Futter für ihre Reptilien selbst: Mäuse und Ratten. „Mit dem ersten Tier, das man verfüttert, hat man Mitleid“, räumt Nicole Hintz ein. „Wir töten die Tiere, bevor wir sie verfüttern“, sagt sie. Der Grund: Wenn ein Reptil mal keinen Heißhunger hat und der Nager im Terrarium noch eine Zeitlang herumläuft, bestehe die Gefahr, dass die Nager die Reptilien anfressen. Meistens warten die Schlangentiere aber schon aufgeregt und schwänzelnd auf die Fütterung: „Schlangen können sehr gut riechen. Sie riechen ihr Futter schon und kommen aus ihren Verstecken gekrochen, wenn die Mäusebox noch im Flur steht.“ Im Sommer geht Nicole Hintz selber auf Insektensuche, um ihren Reptilien Abwechslung in den Speiseplan zu bringen. Ansonsten gehörten auch südamerikanische Fauchschaben zu den Leckerlis, erzählt Nicole Hintz – die Kakerlaken-Box halten die Hintzes bei aller Exoten-Liebe streng unter Verschluss: „Von denen möchte ich keine hier im Haus sehen“.

Urlaub müssen die Hintzes gut planen: Die Pflege und Betreuung der Reptilien ist eine Wissenschaft für sich. Jede Art hat, auch abhängig vom Alter, andere Ansprüche an Futter, Temperaturen und Luftfeuchtigkeit. Ein krankes Tier beschert teure Rechnungen; mit ihren Hausgenossen fahren die Hintzes zum Reptilien-Tierarzt nach Hamburg. Im Januar dieses Jahres spitzte Nicole Hintz beim Kontrollgang im kuschelig-warmen Terrarienkeller alarmiert die Ohren: Eine Königspython gab merkwürdige Geräusche von sich. „Johnny hustet, er hat sich doch erkältet!“, war sich die gelernte Tierarzthelferin sofort sicher: Wenige Tage zuvor war nach einem Wasserrohrbruch für mehrere Stunden der Strom ausgefallen, die Temperaturen im Eigenheim der Hintzes waren abgesunken. Ein Stromausfall im Winter ist für jeden Schlangenfreak ein echtes Horrorszenario. Johnny wurde gleich in eine warme Transportbox verfrachtet: Auf nach Hamburg.

Zu den tierischen Hausgenossen bei Hintzes zählt neben einer riesigen und sanftmütigen Dogge auch Kater Eddy. Wenn der sich mit einem geschmeidigen Satz auf die Couch wuppt, bimmelt leise ein Glöckchen. Aha. Der schwarze Eddy geht offenbar gern auf Piepmatzjagd. Falsch getippt.

Das Glöckchen am Hals trägt Eddy zu seinem eigenen Schutz. Damit er nicht an Frauchen und Herrchen vorbei heimlich in den Keller schleicht. Da locken immerhin Ratten und Mäuse und der kuschelig-warme Terrarien-Raum. Wenn bei der Fütterung die Glastüren geöffnet werden, könnte es immerhin passieren, dass eine stattliche Python oder eine hungrige Echse Kater Eddy mit einem fetten Lebend-Leckerbissen verwechselt, fürchten Nicole und Nils Hintz. Schlangen sind eben keine Schmusetiere.

         http://www.tageblatt.de/db/main.cfm?DID=616194


ALLGEMEINE-ZEITUNG (Coesfeld, Germany) 08 March 06  Straße wird zur tödlichen Falle - Wenn´s regnet, wandern die Amphibien wieder

Alzey-Worms:  Noch hat der Winter das Land im Griff. Wenn aber die nächtlichen Temperaturen steigen und es regnet, dann kann es sehr schnell zum Erwachen der Amphibien kommen. Von den Winterquartieren, zumeist Waldränder, Gehölzgruppen oder Gärten, wandern Kröten, Frösche und Molche zu ihren Laichgewässern. Vom Instinkt geleitet zieht es sie ins Gewässer ihrer Geburt zurück.

Dabei müssen sie oft befahrene Straßen und Wege überqueren - und leisten einen hohen Blutzoll. Reifen oder die Sogwirkung vorbeifahrender Autos bringen vielen den Tod. Auch bleiben viele Tiere häufig auf dem Asphalt sitzen, weil er etwas wärmer ist als die Umgebung. So können auch Nebenstraßen, auf denen eigentlich nur wenige Fahrzeuge unterwegs sind, schnell zur tödlichen Falle für Amphibien werden. "Die Betreuung von Amphibienzäunen bietet eine gute Gelegenheit diese Tiere näher kennen zu lernen", berichtet Karsten Gees vom NABU Rheinhessen-Nahe in Albig. Je nach Witterung und Zaunlänge werden während rund vier Wochen jeden Morgen ein bis drei Stunden zum Einsammeln der Amphibien benötigt. An weniger befahrenen Straßen können dabei Kinder hervorragend mithelfen.

Der NABU bittet daher bereits jetzt um Meldungen freiwilliger Helfer. Von Interesse ist auch, wo in den vergangenen Jahren überfahrene Amphibien in größerer Zahl gesehen wurden. Die Meldungen werden gesammelt und den Behörden übermittelt, damit durch diese Abhilfe geschaffen werden kann, etwa durch zeitweilige Sperrungen, Krötenzäune oder Warnschilder.

Freiwillige können sich melden beim NABU Rheinhessen-Nahe, Langgasse 91, in 55234 Albig, oder per E-Mail: info@NABU-Rheinhessen.de und Telefon (06731) 547 566.

         http://www.allgemeine-zeitung.de/region/objekt.php3?artikel_id=2294057


SOLINGER-TAGEBLATT (Germany) 08 March 06  Tote Frösche unter der Eisschicht - Fangzäune sollen wandernden Amphibien das Leben retten. Für viele Teichfrösche kommt die Hilfe aber zu spät: Sie sind den kalten Temperaturen zum Opfer gefallen. 

         (dst) Erdkröten, Grasfrösche, Bergmolche und Feuersalamander wandern, sobald es wärmer wird, zu ihren Laichgebieten. Damit sie dabei nicht überfahren werden, hat die städtische Landschaftspflegegruppe an vielen Stellen Solingens Fangzäune aufgestellt. Der Hohlenpuhler Weg wird wegen der Krötenwanderung für einige Wochen komplett gesperrt, wie Marita Klause vom Stadtdienst Natur und Umwelt mitteilt. Dies gelte, sobald die Temperaturen auf etwa zehn Grad steigen.

Für viele Amphibien kommt die Fürsorge allerdings zu spät. Das kalte Wetter macht ihnen zu schaffen. "Überall schwimmen tote Frösche auf der Wasseroberfläche", berichtet der Biologie-Experte Ulrich Siewers. Seine Nachbarn aus der Siedlung Höhscheider Hof haben ihn zu Hilfe gerufen - für die Teichfrösche gab es keine Rettung mehr. "In unserer Siedlung hat fast jeder zweite einen kleinen Gartenteich." Überall bietet sich dort wegen der langen Frostperioden das gleiche Bild. Siewers: "Unter dem Eis können Frösche nicht überleben, weil ihnen die Atemluft fehlt." Die Eisdecke verhindert die Sauerstoffaufnahme des Wassers. Dazu kommt, dass sich im Teichschlamm giftige Faulgase bilden, die durch die Eisschicht nicht entweichen können. "Für die Frösche ist das der sichere Tod."

Die Teichbesitzer wüssten oft nicht, wie sie die Tiere schützen könnten. Dabei sei die Lösung einfach. Ulrich Siewers: "Im Herbst muss vor dem Frosteinbruch eine Styroporplatte auf die Teichoberfläche gelegt werden." Eine Größe von einem Quadratmeter reiche aus: "In die Platte müssen mehrere Löcher mit dem Durchschnitt eines kleinen Blumentopfs gesägt werden." Damit die Platte nicht wegfliegt, sollte sie auf dem Teichboden verankert werden - mit einem großen Stein. Wer sich keine eigene Schutzplatte basteln möchte, kann die auch im Aquarien-Fachhandel kaufen. Gartenteiche seien regelmäßig zu entlauben: "Je mehr Blätter in den Teich fallen, desto mehr Faulgase bilden sich auf dem Boden", so der ehemalige Biologielehrer. Die beste Lösung sei, Teiche im sicheren Abstand von Laubbäumen anzulegen.

Wohin aber mit den toten Fröschen? Frank Sonnenburg von der Biologischen Station Mittlere Wupper: "Sie können in die Mülltonne oder in den Komposthaufen geworfen werden."

         http://www.solinger-tageblatt.de/sro.php?redid=109402


GRENZ-ECHO (Eupen, Germany) 19 January 06  Amphibien begeben sich auf Wanderschaft - Stadt schützt Frösche und Kröten

         Aachen:  Sobald die Außentemperaturen über acht Grad Celsius steigen, beenden Amphibien ihre Winterstarre. Insbesondere morgens und abends während der Dämmerung begeben sie sich auf Wanderschaft zu ihren Laichgewässern, in denen sie selbst einmal aufgewachsen sind. Die heimischen Frösche und Kröten gehören zu den besonders geschützten Tierarten, die vom Aussterben bedroht oder zumindest gefährdet sind.

Viele fallen leider jedes Jahr auf dem Weg zu ihren Laichplätzen dem Straßenverkehr zum Opfer. In Aachen ist dies insbesondere auf der Eupener Straße, der Lütticher Straße, dem Purweider Weg und dem Strüverweg der Fall. Der städtische Fachbereich Umwelt bittet die Aachener Autofahrerinnen und Autofahrer auf der Eupener Straße und der Lütticher Straße von Mitte Februar bis Ende April besonders rücksichtsvoll zu fahren - zum Schutz der ehrenamtlichen Amphibienschützer, die seit mehreren Jahren viele Amphibien mit Hilfe von Schutzzäunen und Auffanggefäßen sicher über die Straße geleiten.

Als weitere Schutzmaßnahme wird der Fachbereich Verkehr und Tiefbau der Stadt Aachen den Purweider Weg und den Strüverweg in der Zeit von Mitte Februar bis 30. April täglich zwischen 19 Uhr abends und 7 Uhr morgens für den Durchgangsverkehr sperren. Anlieger- und Linienverkehr sind von dieser Regelung nicht betroffen.

Im Stadtteil Richterich wird die Straße Grünenthal zwischen dem 15. Februar und dem 30. April in der Zeit von 19 Uhr bis 7 Uhr im Bereich zwischen Zehnthof und den Garagen des Hauses Nr. 34 durch Poller gesperrt.

         http://www.netecho.info/schlagzeilen/rubrik.asp?a=%7B6C516235-89D0-4AB1-A9E2-7D5D968BD90C%7D


AACHENER-ZEITUNG (Germany) 19 January 06  Amphibien begeben sich auf Wanderschaft

Aachen:  Sobald die Außentemperaturen über 8 Grad Celsius steigen, beenden Amphibien ihre Winterstarre. Jetzt heißt es auf vielen Straßen besonders vorsichtig fahren.

Insbesondere morgens und abends während der Dämmerung begeben sie sich auf Wanderschaft zu ihren Laichgewässern, in denen sie selbst einmal aufgewachsen sind.

Die heimischen Frösche und Kröten gehören zu den besonders geschützten Tierarten, die vom Aussterben bedroht oder zumindest gefährdet sind. Viele fallen jedes Jahr auf dem Weg zu ihren Laichplätzen dem Straßenverkehr zum Opfer. In Aachen ist dies insbesondere auf der Eupener Straße, der Lütticher Straße, dem Purweider Weg und dem Strüverweg der Fall.

Der städtische Fachbereich Umwelt bittet die Aachener Autofahrerinnen und Autofahrer auf der Eupener Straße und der Lütticher Straße von Mitte Februar bis Ende April besonders rücksichtsvoll zu fahren - zum Schutz der ehrenamtlichen Amphibienschützer, die seit mehreren Jahren viele Amphibien mit Hilfe von Schutzzäunen und Auffanggefäßen sicher über die Straße geleiten.

Als weitere Schutzmaßnahme wird der Fachbereich Verkehr und Tiefbau der Stadt Aachen den Purweider Weg und den Strüverweg in der Zeit von Mitte Februar bis 30. April täglich zwischen 19.00 Uhr abends und 7.00 Uhr morgens für den Durchgangsverkehr sperren.

Anlieger- und Linienverkehr sind von dieser Regelung nicht betroffen. Im Stadtteil Richterich wird die Straße Grünenthal zwischen dem 15. Februar und dem 30. April 2005 in der Zeit von 19.00 Uhr bis 7.00 Uhr im Bereich zwischen Zehnthof und den Garagen des Hauses Nr. 34 durch Poller gesperrt.

         http://www.aachener-zeitung.de/sixcms/detail.php?id=643252&_wo=Sport:Aktuell&_wobild=menue_sport.gif&template=detail_standard


DER SPIEGEL (Berlin, Germany) 18 January 06  Hamster Im Terrarium - Schlange verliebt sich in Futter

Ein eigenartiges Pärchen gibt es derzeit im Zoo von Tokio zu bestaunen: Ein neun Zentimeter großer Zwerghamster und eine 1,20 Meter lange Schlange sind unzertrennbare Freunde geworden. Noch hält die Beziehung.

Tokio (AP):  "Gohan" heißt im Japanischen so viel wie "Reis" oder auch nur "Mahlzeit". Kein Zufall, dass Tierpfleger des Mutsugoro-Okoku-Zoos einen Hamster so genannt haben. Denn das kleine Fellknäuel war lediglich als Futter für Aochan gedacht, eine 1,20 Meter lange Bewohnerin des Reptilienhauses. Die zwei Jahre alte Rattenschlange bekam Gohan im Oktober als besondere Leckerei aufgetischt, nachdem sie gefrorene Mäuse verschmäht hatte.

Ernährungstechnisch schlug das Experiment zwar völlig fehl, aber es war der Beginn einer wunderbaren Freundschaft. Und eine neue Attraktion für den Zoo. Seither leben Gohan und Aochan wie ein Herz und eine Seele in ihrem Terrarium zusammen. "So was habe ich noch nie gesehen", sagt Tierpfleger Kazuya Yamamoto. "Manchmal klettert Aochan sogar auf Aochans Rücken, um dort ein Nickerchen zu machen."

Die Schlange musste aber wegen ihres ungewöhnlichen Verhältnisses zum Nagegetier nicht verhungern. Inzwischen hat sie sich an die Verköstigung mit gefrorenen Nagern gewöhnt.

         http://www.spiegel.de/panorama/0,1518,395972,00.html


INNOVATIONS (Schmitten, Germany) 18 January 06  Soundguide der Frösche: Jeder quakt auf seine Art

Auf Madagaskar haben Wissenschaftler - mit Unterstützung der VolkswagenStiftung - einen wirksamen Beitrag zum Artenschutz geleistet

War es tatsächlich die Nachtigall und nicht die Lerche? Für manche Menschen ist es fast unmöglich, Vogelstimmen eindeutig zuzuordnen. Gänzlich scheitern aber würden wohl die meisten, wenn es um das Quaken von Fröschen geht. Dabei verrät auch der Frosch durch sein Rufen, zu welcher Art er gehört. Wissenschaftler beweisen dies jetzt eindrücklich mit einem Soundguide: Auf drei Audio-CDs sind die Rufe von rund 250 Arten madagassischer Frösche aufgezeichnet. Diese außergewöhnliche Sammlung sowie umfassende morphologische und genetische Daten von Kaulquappen sind das Ergebnis eines dreijährigen Forschungsvorhabens auf Madagaskar; die VolkswagenStiftung unterstützte das Projekt im Rahmen ihres Partnerschaftsprogramms mit 63.000 Euro. Die Biologen Dr. Frank Glaw von der Zoologischen Staatssammlung München, Professor Dr. Miguel Vences von der Technischen Universität Braunschweig und Professor Dr. Noromalala Raminosoa von der Universität Antananarivo in Madagaskar verfolgten gemeinsam vor Ort ein ehrgeiziges Ziel: Es galt Methoden zu entwickeln, die eine schnelle und verlässliche Bestimmung von Fröschen ermöglichen - und die damit auch einen wirksamen Artenschutz unterstützen. Amphibien, und darunter besonders die Frösche, sind in ihrer Artenvielfalt weltweit gefährdet. Allein in Madagaskar sind 55 Amphibienarten vom Aussterben bedroht.

Madagaskar ist seit 130 Millionen Jahren vom afrikanischen Festland und seit 90 Millionen Jahren von Indien getrennt. Es entwickelte sich daher auf dieser Insel eine einzigartige Vielfalt an Tieren und Pflanzen, die heute angesichts der rapide fortschreitenden Vernichtung der Waldgebiete zunehmend bedroht ist. Für ihren Erhalt müssen nun sorgsam Schutzgebiete ausgewählt werden, die möglichst vielen verschiedenen Arten das Überleben sichern sollen. Vor allem Gebiete mit einer einzigartigen Tier- und Pflanzenwelt - so genannte Endemitenzentren - gilt es zu identifizieren. Als Indikatoren eignen sich insbesondere jene etwa 224 bekannten Froscharten, die zu 99 Prozent nur in ganz bestimmten Regionen Madagaskars vorkommen.

Allerdings ist die Suche und die genaue Bestimmung bei erwachsenen Fröschen nicht ganz einfach: Nicht selten leben sie versteckt unterirdisch oder gar hoch in den Bäumen, und viele sind sich zum Verwechseln ähnlich. Ganz anders dagegen ihr Quaken: Hier konnten die Wissenschaftler nahezu immer eindeutig zuordnen - und brauchten dazu den Frosch nicht einmal zu fangen. Die Bioakustik wurde so ein wichtiger Baustein eines schnellen Erfassungssystems. Daneben entwickelten die Wissenschaftler auf Madagaskar Bestimmungshilfen für Kaulquappen, und als neuestes Werkzeug passten sie eine genetische Bestimmungsmethode an, das so genannte DNA-Barcoding.

Diese Analyse des Erbguts kommt immer dann zum Einsatz, wenn sich die Arten einem eindeutigen Ruf verweigern. Aus dem Gewebe der fraglichen Exemplare wird zunächst DNA extrahiert. Die Wissenschaftler sequenzieren und analysieren daraus ein Fragment der mitochondrialen DNA; seine Länge beträgt etwa 550 Basenpaare. Von fast allen bekannten und vielen neuen, noch unbeschriebenen Froscharten Madagaskars konnten solche Gensignaturen inzwischen erstellt werden. Sie werden in Zukunft eine schnelle und eindeutige Zuordnung der Frösche ermöglichen. Diese Arbeiten, die sich nahtlos in globale Bemühungen für einen Identifizierungs-Standard aller Organismen mittels Erbgut-Signaturen einfügen, wurden beim First International Congress for the Barcode of Life im Februar 2005 in London vorgestellt und in der renommierten Fachzeitschrift "Philosophical Transactions of the Royal Society" in der Ausgabe Ser. B, 360 (2005) veröffentlicht.

Die Expeditionen im Rahmen des Projekts sind jetzt beendet. Ein Standardverfahren für die Schnellerfassung von Amphibien in Madagaskar liegt vor und soll helfen, sinnvoll Prioritäten im madagassischen Naturschutz zu setzen. Durch die enge Zusammenarbeit im Zuge des Partnerschaftsprogramms der VolkswagenStiftung stehen nun auf Madagaskar das Know-how und die Geräte für weiterführende bioakustische und genetische Datensammlungen zur Verfügung. Für die beteiligten Wissenschaftler aus Deutschland wird es dennoch vermutlich nicht die letzte Expedition auf diese Insel gewesen sein, denn gerade die Anwendung der neu entwickelten Methoden eröffnet weitere faszinierende Forschungsperspektiven. "Ich habe mit vier Jahren begonnen, Kröten und Salamander zu sammeln und meine Eltern damit fast in den Wahnsinn getrieben", gesteht Professor Miguel Vences. Die Faszination für die Kröten hat ihn ebenso wenig verlassen wie seinen Kollegen Frank Glaw. Weder Überschwemmungen noch politische Unruhen oder die Gefahr von Malaria konnten die beiden davon abhalten, ihre Feldforschung auf Madagaskar zu betreiben. So ganz nebenbei entdeckten sie mittlerweile bei ihren Streifzügen noch über hundert neue Arten von Fröschen, außerdem neue Schlangenarten, Echsen sowie ein bisher unbekanntes Zwergchamäleon - eines der kleinsten Reptilien der Welt.

         http://www.innovations-report.de/html/berichte/biowissenschaften_chemie/bericht-53998.html


PFORZHEIMER-ZEITUNG (Germany) 16 January 06  Auge in Auge mit Alligator Ali -  Ausstellung „Reptilien-World“ mit 220 Tieren in der Schwarzwaldsängerhalle   

Pforzheim-Brötzingen:  In ein riesengroßes Terrarium hat sich am vergangenen Wochenende die Schwarzwaldsängerhalle verwandelt. Zu Gast war die nach eigenen Angaben „größte mobile Ausstellung Europas“: Die Augsburger „Reptilien-World“ mit 220 Amphibien, Reptilien und Spinnen.

Als wahre Publikumsmagneten entpuppten sich der sechs Meter lange Netzpython und die zweiköpfige Schildkröte mit Namen „Tom und Jerry“. Doch auch die anderen Tiere schienen es den Besuchern angetan zu haben. Während die Vogelspinne und der Mississippi-Alligator den Beobachtern Bewunderung und Respekt gleichermaßen abnötigten, beruhigte der Anblick des Alligators Ali doch ungemein: Der zweieinhalb Meter lange Koloss döste seelenruhig unterm Rotlicht hinter einer dicken Sicherheitsglasscheibe.

„Wir haben alle Tiere von klein auf aufgezogen, die meisten sind sogar bei uns geboren. Deshalb sind unsere Tiere auch überhaupt nicht aggressiv“, erklärte Karl Spindler, Leiter des „Reptilien World“-Teams. Sein Großvater hatte früher einen Zirkus mit vielen Tieren. Doch seine Liebe galt stets den Reptilien. Aus dieser Leidenschaft habe sich dann im Laufe der Jahre ein Geschäft entwickelt und der Opa stieg aus dem Zirkus aus, erzählte Spindler. Sein Opa stieg aus dem Zirkus-Gewerbe aus und spezialisierte sich fortan auf Krokodile, Schlangen und Co. „Später kamen dann noch Spinnen, Frösche und weitere Tiere hinzu“, so Spindler.

Zwei Sattelschlepper unterwegs

Er reist mit seinen Kollegen und Mitarbeitern durch ganz Europa. Jedes Wochenende besucht er eine andere Stadt. Mit zwei 14 Meter langen Sattelschleppern transportieren sie die Tiere von Ort zu Ort. Besonders im Winter ist das ein Full-Time-Job: Fast 40 Grad Celsius und 80 Prozent Luftfeuchtigkeit müssen in den Transportern herrschen. „Wenn die Temperatur nicht stimmt, gehen unsere Tiere ein. Wir müssen sehr gut aufpassen, dass ihnen nichts passiert“, erklärt Spindler.

Jede Woche benötigen die Tiere 50 Kilogramm Fleisch: Mäuse, Ratten und Insekten. Die Vegetarier der Ausstellung vertilgen im selben Zeitraum 25 Kilogramm Obst und Gemüse.

Beim Füttern sei noch nie etwas Ernsthaftes passiert. „Selbst die Riesenschlangen und der Alligator wissen, wer ihnen das Futter bringt“, so Spindler.Wer die „Reptilien-World“ in Pforzheim verpasst hat: Am kommenden Samstag und Sonntag gastiert die Ausstellung jeweils von 11 bis 19 Uhr in der Stadthalle Ettlingen. 

         http://www.pz-news.de/pforzheim/76936/


RHEINISCHE POST (Düsseldorf, Germany) 13 January 06  Klimawandel lässt Regenwaldfrosch verschwindenveröffentlicht

Paris (rpo). In den Regenwäldern Zentralamerikas lebt ein einizigartiger Tropenfrosch in über 100 Varianten. Laut einer aktuellen wissenschaftlichen Studie drohen die Tiere jetzt aufgrund der Erderwärmung zu verschwinden.

Die Untersuchung in der am Donnerstag erscheinenden wissenschaftlichen Zeitschrift "Nature" kam zu dem Ergebnis, dass in den Regenwäldern Zentralamerikas wegen des Klimawandels 76 Prozent der 110 Varianten des Harlekinfrosches ausgestorben seien.

Die Forscher des Naturparks im costaricanischen Monteverde lösten das Rätsel, wieso die Frösche ausstarben, obwohl keine Menschen in ihren Lebensraum eindrangen.

Bei der Ausrottung spielte demnach ein Pilz namens Batrachochytrium dendrobatidis eine Rolle, der auf der Haut des Frosches wächst und diesen töten kann. Das Wachsen des Pilzes hänge klar mit der von Menschen verschuldeten Erderwärmung zusammen, stellten die Wissenschaftler fest.

Schließlich habe die globale Erwärmung die Wolken über Lateinamerikas Tropenwälder vergrößert, so dass die Temperaturen am Tag gesunken und in der Nacht gestiegen seien. Dadurch seien optimale Wachstumsbedingungen für den tödlichen Pilz geschaffen worden.

Auch frühere Untersuchungen hatten bereits auf die aktuelle Gefährdung von Amphibien hingewiesen: Von 1856 weltweit bekannten Arten sind 427 als gefährdet eingestuft.

122 sind möglicherweise sogar schon ausgestorben. Ungeklärt ist bei vielen dieser Arten jedoch der Grund für ihr Verschwinden. Viele Wissenschaftler hatten auf den Klimawandel getippt, Beweise gab es dafür bisher aber kaum.

         http://www.rp-online.de/public/article/nachrichten/wissenschaft/erde/171325


BOCHOLTER-BORKENER VOLKSBLATT (Bocholt, Germany) 12 January 06  Schlangenbeschwörer will Giftschlange 50 Mal küssenveröffentlicht

Kuala Lumpur (AFP). Ein malaysischer Schlangenbeschwörer will eine giftige Schlange 50 Mal in zehn Minuten küssen und damit einen neuen Weltrekord aufstellen. Er hoffe, dass sein Versuch Mitte März im Urlaubsort Genting auf der Insel Pulau Penang die volle Unterstützung aller Malaysier haben werde, sagte Shahimi Abdul Hamid am Donnerstag laut der Nachrichtenagentur Bernama. Zur Übung küsste der 33-Jährige am Mittwoch eine drei Meter lange Königskobra 21 Mal. Die giftigen Küsse sollen in der beliebten Fernsehshow "Ripley's Believe it or not" übertragen werden. Bislang hält ein Amerikaner mit 30 Schlangenküssen den Weltrekord.

http://www.bbv-net.de/public/article/nachrichten/journal/sonstige/ausland/171158


BOCHOLTER-BORKENER VOLKSBLATT (Bocholt, Germany) 05 January 06  Eidechsenmännchen blenden Konkurrenten mit UV-Licht

London (rpo):  Eidechsenmännchen müssen sich immer ordentlich waschen. Denn im Kampf um Revier und Ansehen siegt saubere Haut. Die Haut der Echsen reflektiert Licht im Bereich ultravioletter Strahlung, für das menschliche Auge unsichtbar. Doch die anderen Echsenmännchen reagieren darauf - und wer nicht schön im UV-Licht glänzt, bekommt es mit der Konkurrenz zu tun.

Das haben Forscher aus den USA und Südafrika in Tests herausgefunden, bei denen sie die Tiere mit Sonnencreme eincremten und dadurch das reflektierte ultraviolette Licht dämpften. Ihre Ergebnisse stellen Jessica Stapley vom Smithsonian Forschungsinstitut in Washington und Martin Whiting von der Universität in Johannesburg im Fachmagazin "Biology Letters" der Royal Society vor.

         http://www.bbv-net.de/public/article/nachrichten/wissenschaft/erde/169874


BOCHOLTER-BORKENER VOLKSBLATT (Bocholt, Germany) 04 October 05  Gecko-Art nach ZDF-Sendung benannt

         Mainz (rpo). Die ZDF-Sendung "Abenteuer Wissen mit Wolf von Lojewski" steht Pate für den Namen einer neu entdeckten Gecko-Art. Die seltene Echse aus Vietnam wird den Namen "Gekko scientiadventura" tragen. Dieser leitet sich vom lateinischen "adventura" (Abenteuer) und "scientia" (Wissen) ab. Denn ein Team der Sendung war dabei, als das Tier entdeckt wurde. 

Die Journalisten begleiteten die Wissenschaftler des Kölner Zoos bei einer Expedition durch noch unberührte Gegenden im unzugänglichen Regenwald des vietnamesischen Phong Nha-Ke Bang-Nationalparks. Ein Gecko, den die Zoologen aus dem UNESCO-Weltnaturerbe mitbrachten, stellte sich als noch unbeschriebene Art heraus. In einer Folge des Wissensmagazin vom Juni 2003 wurden zum ersten Mal bewegte Bilder des - bis dato namenlosen - Reptils gezeigt.

http://www.bbv-net.de/public/article/nachrichten/medien/tv/109785


Gratis-Publikationen

(12.01.06) Die Bibliothek des American Museum of Natural History hat die wissenschaftlichen Publikationen des Museums frei zugänglich gemacht. Sowohl archivierte als auch aktuelle Veröffentlichungen wurden digitalisiert und sind nun online abrufbar. (Quelle: Darrel Frost, AMNH, New York).


Rieseneidechsen vermehren sich

(12.01.06) Gute Nachrichten bringt der Jahresbeginn zur Situation der Gomeranischen Rieseneidechechsen, Gallotia simonyi bravoana: Gemäß einer Ende 2005 durchgeführten Zählung gibt es dank intensiver Bemühungen der mit ihrem Schutz und ihrer Vermehrung in Gefangenschaft beauftragten Biologen auf der kleinen Kanareninsel inzwischen wieder 149 dieser imposanten Reptilien. Davon leben 64 Exemplare in der Zuchtstation und 85 frei an den unzugänglichen Steilhängen des Valle Gran Rey, das nach wie vor die einzige bekannte wildlebende Population dieser Art beherbergt. (Quelle: Tenerife News - Canary Wharf S.L.; 3.01.2006)

Männliche Gomera-Rieseneidechse im Portrait


Giftige Ernte

(12.01.06) Weltweit werden seit Jahrzehnten Giftschlangen in medizinischen Institutionen zur Giftentnahme und Serumproduktion gehalten. Ein kürzlich in Applied Herpetology erschienener Bericht gibt eine Übersicht über die derzeit existierenden Giftfarmen. Weltweit konnten 34 Institutionen in 21 Ländern identifiziert werden. 44% der Anlagen stellen die jeweils einzige Serumproduktionsquelle ihres Landes dar. 56% der Farmen sind in Privatbesitz, 44% werden staatlich betrieben. Die älteste Schlangenfarm ist seit über 90 Jahren in Betrieb, die jüngste gerade mal ein Jahr alt. Etwa ein Drittel der Farmen sind für den Publikumsverkehr geöffnet. Die Mehrheit der Farmen verfügt inzwischen über eigene Zuchtprogramme und einige Institutionen decken ihren Schlangenbedarf bereits zu über 80% aus eigenen Nachzuchten. Die Schlangenfarmen beherbergen zwischen 50 und 1500 Tieren aus 1 bis 70 verschiedenen Arten. 68% der Farmen halten dabei ausschließlich Arten, die im jeweiligen Heimatland vorkommen. Melkabstände für einzelne Schlangen betragen meist 14- 30 Tage. Die Häufigkeit von Bissunfällen war bei den einzelnen Institutionen sehr unterschiedlich. Während einige Farmen keinerlei Unfälle zu berichten hatten, kam es in anderen zu Häufigkeiten bis zu etwa einem Biss alle acht Monate. Allerdings wurde weltweit nur ein einziger Todesfall berichtet. (Quelle: Powell et al. (2006) Applied Herpetology, Volume 3, Number 1 pp. 1-10(10))


Anolis wattsi hat sich auf Trinidad etabliert

(12.01.06) Trinidad beherbergte ursprünglich lediglich eine einzige Anolis Art, Anolis chrysolepis. Durch anthropogene Verschleppung konnten in den letzten Jahrzehnten weitere drei Arten der Gattung dort erfolgreich reproduzierende Populationen ausbilden: A. extremus, A. trinitatis und A. aeneus. Anolis wattsi als vierter Neubürger wurde erstmalig 1992 nachgewiesen. Ein von den Herpetologen White and Hailey durchgeführte aktuelle Analyse der Bestandsituation dieser Art zeigt, dass sich die Anolis inzwischen im Westteil Trinidads als fester Bestandteil der Fauna etablieren konnten. Derzeit existieren fünf voneinander getrennte Populationen, die sich alle auf städtische Lebensräume beschränken. Die Tiere bevorzugen das selbe Habitat wie der größere A. aeneus und finden sich in Gärten, Parks und Brachgrundstücken. Dabei bevorzugen die Neubürger allerdings niedrigere Sitzplätze als die schon länger etablierten A. aeneus, die sich in ihrer Sitzplatzwahl entsprechend auch nicht durch die Anwesenheit der A. wattsi beeinflussen lassen. (Quelle: White & Hailey (2006) Applied Herpetology, Volume 3, Number 1, pp. 11-26(16))


Missbildungen von Agakröten auf den Bermudas

(12.01.06) 1998 wurden auf den Bermudas erstmals missgebildete Agakröten (Bufo marinus) in größerer Zahl beobachtet. Die Beobachtungen waren für die ortsansässigen Zoologen und Umweltschützer Anlass genug, die Population der eingeschleppten Kröten in den folgenden Jahren genau zu beobachten. In allen neun Bermuda-Gemeinden wurden im Rahmen dieser Untersuchungen Kröten mit missgebildeten Gliedmassen, Gesichtsabnormalitäten oder Fehlbildungen im Rücken und Beckenbereich in großer Zahl gefunden. Bis zu 30% aller adulten Tiere und bis zu 24% aller frisch metamorphisierten Exemplare waren betroffen. In manchen Gebieten waren sogar über 80% der Kröten missgebildet. In keiner von 80 Stichproben wurden Cysten des Trematoden Ribeiroia metacercariae gefunden, der bekanntermaßen ähnliche Missbildungen wie die beobachteten bewirken kann. Die Experten vermuten daher eine Kontamination der Gewässer bzw. Lebensräume mit toxischen Substanzen als Auslöser. (Quelle: Bacon et al. (2006) Applied Herpetology, Volume 3, Number 1, pp. 39-65(27))


Endlich Erfolg versprechende Schutzmaßnahmen für die südliche Corroboree-Kröte?

(12.01.06) Einst zählte die südliche Corroboree-Kröte (Pseudophryne corroboree) zu den häufigeren montanen Anurenarten Australiens. Klimaänderungen, Dürre und vor allem die eingeschleppte Chytridiomykose reduzierten den Bestand frei lebender Tiere jedoch in den letzten Jahrzehnten auf nur mehr 18 Populationen mit oft nicht mehr fünf adulten Individuen. Seit 1997 betreibt der NSW National Parks and Wildlife Service daher zusammen mit dem Amphibian Research Centre in Melbourne ein gemeinsames Schutzprogramm, in dessen Rahmen inzwischen bereits ca. 4000 Kaulquappen im Kosciuzsko National Park freigelassen wurden. Leider hatte das bisher keinerlei Einfluss auf die Population der adulten Tiere. Die Wissenschaftler vermuten, dass die ausgesetzten Kaulquappen sich in den Tümpeln mit Chytridiomykose infizieren und daher nicht überleben. Nun versuchen die Wissenschaftler, diese gefährdete Lebensphase der Krötchen zu umgehen, indem sie erstmalig 200 erwachsene Exemplare aussetzten. Adulte Corroboree-Kröten sind strikt terrestrisch, was die Gefahr der Infektion mit Chytridiomykose stark reduziert. Sogar ihre Eier setzen sie an Land ab, wo die Kaulquappen dann bei Überflutung schlüpfen. Die Forscher hoffen, dass nun zumindest die Eier eine Überlebenschance haben, die in Fluttümpeln heranreifen können, die nicht von anderen Amphibien besiedelt werden. Wenn die Schutzbemühungen erfolglos bleiben, rechnen die Forscher mit dem Aussterben der Wildpopulationen innerhalb von weniger als einem Jahrzehnt. (Quelle: Sydney Morning Herald, 11.01.2006)


Begehrt und gefährlich: Diamantschildkröten lieben Autostraßen

(12.01.06) Beobachtungen an einer Strasse, die einen von Diamantschildkröten (Malaclemys terrapin terrapin) besiedelten Salzsumpf im Bereich der Jacques Cousteau National Estuarine Research Reserve in New Jersey, USA, durchquert, zeigten, dass die Straßenböschungen offenbar besonders attraktive Eiablageplätze für die Schildkröten darstellen. In der Eiablagesaison von Mai bis Juli 2004 wurden insgesamt gut 600 Schildkrötenweibchen im Bereich des Straßenabschnittes registriert. 53 davon (=8,83%) fanden bei der Suche nach Eiablageplätzen in diesem Bereich jedoch ihren Tod als Opfer des Straßenverkehrs. (Quelle: Szerlag & McRobert (2006) Applied Herpetology, Volume 3, Number 1, 2006, pp. 27-37(11))


DIE WELT (Berlin, Germany) 12 January 06  Tierheim nimmt 100 Schlangen auf  - Immer häufiger müssen exotische Tiere betreut werden - Spezielle Schulungen für Mitarbeiter - Fünf Pythons in Schrankwand entdeckt

(André Zand-Vakili)

Wenn Hamburgs Tierretter gerufen werden, sehen sie sich nicht immer Hund, Katze oder Kanarienvogel gegenüber. Immer häufiger sind es Vogelspinnen, Skorpione oder Schlangen, mit denen es die Mitarbeiter des Tierheims Süderstraße zu tun haben. Deshalb werden die Tierretter im Rahmen ihrer Weiterbildung speziell geschult, um solche Tiere fachgerecht einfangen zu können.

"Es sind immer öfter Exoten, mit denen wir es zu tun haben", sagt Tierheimchef Wolfgang Poggendorf. "Im letzten Jahr haben wir über 100 Schlangen eingefangen. Dazu kam noch einmal die gleiche Anzahl an Spinnen und Skorpionen." Für viele Leute sei es einfach ein Kick, so ein seltenes Tier zu besitzen. Ist der Reiz vorbei, entledigen sich die Besitzer ihres "Lieblings". Dann hängt schon mal, wie in Harburg passiert, eine Würgeschlange an der Dachrinne und verdrückt vor den Augen entsetzter Anwohner einen heimischen Vogel. Aber auch aus Wohnungen holen die Tierretter, oft auf Anforderung der Polizei, alle möglichen Tiere. "Wir haben beispielsweise aus einer Einzimmerwohnung fünf Pythons geholt, die in einer Schrankwand lebten", sagt Poggendorf.

"Unsere Leute sind zwar im Umgang mit solchen Tieren geschult. Die Weiterbildung soll sie perfektionieren", sagt Poggendorf. Das geschehe auch aus Sicherheitsgründen. Dazu hat er Tierärztin Urte Hitzer engagiert. Sie ist Spezialistin und schult unter anderen Feuerwehrleute, die auch häufig zur Tierrettung gerufen werden. Die Ärztin kennt sich mit den Tücken der einzelnen Arten aus und erklärt, daß Vogelspinnen zwar giftig, aber nicht tödlich sind. Gefährlich sind sie trotzdem. Die Insektenkiller können herzhaft zubeißen und verschießen "Bombardierhaare". Auf beides können Menschen hochgradig allergisch reagieren. Auch der richtige Umgang mit Schlangen, Alligatoren oder Echsen wird gezeigt. Aber auch das Einfangen von heimischen Tieren, etwa Pferden oder Gänsen, zeigt die Fachfrau. Ein besonderes Problem in Hamburg sind Katzen. Laut Poggendorf gibt es davon etwa 30 000 verwilderte Tiere in Hamburg. Auch hier zeigt die Tierärztin, wie man solche Katzen einfängt. Dabei geht es nicht nur um den Schutz der Tierfänger, sondern auch um den der Tiere. Denn die sollen, ganz im Sinne des Tierschutzes, so schonend wie möglich eingefangen und anschließend artgerecht transportiert werden.

         http://www.welt.de/data/2006/01/12/830162.html


LEIPZIGER VOLKSZEITUNG (Germany) 11 January 06  Klimaerwärmung rottet viele tropische Frösche aus

London (dpa):  Die Klimaerwärmung schafft günstige Wachstumsbedingungen für einen krank machenden Pilz, der daraufhin bereits rund 70 Froscharten in Zentral- und Südamerika ausgerottet hat. Das berichtet eine internationale Forschergruppe im Fachjournal «Nature» (DOI: 10.1038/nature04246).

«Die Krankheit ist das Geschoss, das die Frösche tötet, aber der Klimawandel drückt den Abzug», erklärt der Hauptautor der Studie, Alan Ponds vom Tropical Science Center in Costa Rica.

Die Gruppe hatte Berichte über das Verschwinden der farbenfrohen Harlekinfrösche in Mittel- und Südamerika gesammelt, zahlreiche Klimadaten ausgewertet und eine Verbindung hergestellt. Zwei Drittel der Arten starben zwischen den 80er und 90er Jahren aus, heißt es bei den Forschern. Die Amphibien (Stummelfußfrösche, Familie Atelopoidae) verschwanden selbst aus abgelegenen, vergleichsweise unberührten Schutzgebieten.

Alan Ponds sieht es als bewiesen an, dass der Klimawandel zu mehr Wolken über den tropischen Bergen Amerikas führt. Diese sorgten für kühlere Tage und wärmere Nächte, und diese wiederum begünstigten den Pilz (Batrachochytrium dendrobatidis), der am besten zwischen 17 und 25 Grad gedeihe. Der Parasit wächst in der oberen Hautschicht der infizierten Amphibien. Damit wird diese wichtige Barriere gegen Infektionen in Mitleidenschaft gezogen und die Frösche sind anfälliger für weitere Erreger.

«Es gibt eindeutig den dringenden Bedarf, auf saubere Energiequellen umzustellen», erklärte Ponds mit Blick auf den durch die Verbrennung fossiler Brennstoffe verursachten Treibhauseffekt. Dafür müssten ähnlich große Anstrengungen wie für den Bau der ersten Atombombe oder die erste Mondlandung unternommen werden.

Auch für den Menschen ließen diese Ergebnisse die Alarmglocken läuten, schreibt Andrew Blaustein von der Oregon State University (Corvallis/USA) in einem begleitenden «Nature»-Kommentar. Die nun aufgedeckten Zusammenhänge machten das vielfältige Zusammenspiel von Klima, Krankheitserregern und deren Wirten deutlich. Es sei zu befürchten, dass viele weitere Arten - «von der Ameise bis zum Zebra» - vor ähnlichen Problemen stehen könnten. «Wir sollten das Unerwartete erwarten», warnt Blaustein daher.

         http://www.lvz-online.de/wissenschaft/drwi.html?p=4715_163573.html


BERLINER-ZEITUNG (Germany) 11 January 06  Grabfrösche im Wohnzimmer - Die Messe Heim-Tier & Pflanze zeigt, was es für außergewöhnliche Haustiere gibt (Sarah Schelp)

Grabfrosch "Grobi" sitzt eingebuddelt im Terrarium und glotzt. "Grobi" stammt aus Südafrika und heißt Pyxicephalus adspersus auf Latein. Sein ausladender Bauch hebt und senkt sich unter der Blumenerde, während er die Messehalle taxiert. "Grobi" wird eines der Ausstellungstiere sein, die der Heimtiermesse in Halle 12 der Grünen Woche Exotik verleihen. Vom "Königspudel", der in der Fachsprache Großpudel heißt, über die Kornnatter bis zur Heuschrecke sind hier auch Tiere zu sehen, die sich nicht jeder auf dem eigenen Sofa vorstellen mag.

Im extra aufgebauten Regenwaldbiotop sollten ursprünglich Perlhühner frei herumlaufen. Das ist wegen der Vogelgrippefälle in der Türkei nun abgesagt worden. Käfigvögel wie Papageien werden aber weiterhin gezeigt. Im Biotop posieren jetzt schöne Frauen mit den Stars der Messe. Da ist etwa der Tigerpython "Apollo", ein Albino. Züngelnd gleitet er um den Hals seines Besitzers Uwe Horn, 45. Gerade mal so dick wie dessen kleiner Finger war "Apollo", als Horn ihn vor anderthalb Jahren kaufte. Damals fraß er junge Mäuse - heute steht alle zwei bis drei Wochen eine Ratte auf dem Speiseplan, gerne darf der Nager auch ein bisschen größer sein: "Hier ist der Magen, man tastet das Meerschweinchen noch", sagt Uwe Horn und befühlt eine Auftreibung irgendwo in "Apollos" Mitte. Die letzte Mahlzeit liegt noch nicht lange zurück. Schlangen und Frösche gibt es viele in Deutschland. Laut einer Studie des Industrieverbandes Heimtierbedarf e.V. aus dem Jahr 2004 stehen 40 000 Terrarien mit Reptilien und Amphibien in deutschen Wohnzimmern.

Das beliebteste Haustier ist die Katze, rund 7,5 Millionen gibt es in Deutschland. Die Bengalkatze ist der Porsche unter ihnen: An die 1 200 Euro kostet ein Exemplar. Sie ist das Resultat aus der Kreuzung von Hauskatzen mit der wilden asiatischen Leopardkatze. Ausstellungskatze "Schari" merkt man die Abstammung nicht an. Seelenruhig lässt sie sich von Besucher zu Besucher reichen, kätzisch kühl blicken ihre grünen Augen durch die Bewunderer hindurch.

An zweiter Stelle des Haustier-Rankings liegen Kleintiere wie Mäuse, Kaninchen und Meerschweinchen. Erst auf Platz drei folgt der Hund. 2,91 Milliarden Euro ließen sich die Deutschen ihre Lieblinge im vergangenen Jahr kosten.

Ausstellungstier und Peruaner-Meerschwein "Billybo" ist von hinten wie von vorne: Die Chance steht fifty-fifty, tatsächlich das Hinterteil zu erwischen, wenn man ein Ende streichelt. 15 Zentimeter lang und in der Mitte gescheitelt fällt rot-weißes Haupthaar über das Tier und bedeckt es vollständig. Seine Ponyfransen sind so lang, dass "Billybo" auf dem Weg durch den Käfig schon mal drauftritt. "Manchmal knabbert er sich die Fransen auch ab", sagt Angelika Krause, 45, Ausstellungsleiterin des Berliner Meerschweinchen- und Nagerclubs. Sehen könne er hinter dem Haarvorhang aber ausreichend.

Das Jemenchamäleon sitzt regungslos auf dem Arm der Messehostess. Nur seine gestreiften Augen kreisen in alle Richtungen. Statt queenblau zu werden wie das Kostüm der Frau, die ihn trägt, bleibt es grün mit roten Streifen. Es sei eine Legende, dass Chamäleons die Farbe ihrer Umgebung annähmen, sagt Besitzer Joachim Villain. Stattdessen würden sie ihre eigene Farbe je nach Stimmungslage und Außentemperatur aufhellen oder verdunkeln: "Wenn er ein Weibchen sieht, leuchtet er richtig", sagt Villain und grinst. Wenn dem Chamäleon hingegen kalt sei, mache es seine Haut dunkler, um mehr Sonnenlicht und Wärme bündeln zu können. "Das macht es, auch wenn es schlecht drauf ist", sagt Villain, "nach dem Messestress also ganz sicher." Auf den Magen geschlagen ist dem Chamäleon der Trubel schon jetzt - die Heuschrecke, die es mit langer Zunge fangen soll, krabbelt unbeirrt in die Freiheit.

         http://www.berlinonline.de/berliner-zeitung/berlin/516470.html


PFORZHEIMER ZEITUNG (Germany) 10 January 06  Keine Angst vor Schlangen - Vor allem Kinder fühlten sich bei der alljährlichen großen Schau in Remchingen wohl  (Waltraud Günther)

 Photo:  Nur ein Gähnen entlockt Cornelia bei der Remchinger Schau der hochgiftigen Gabun-Viper. Oder will das Reptil nur zum Ausdruck bringen: Ich habe Dich zum Fressen gern?

Remchingen:  Keine Berührungsängste zeigten die Kinder, als Daniel Legel, Junior der Schlangenfarm Natrix, in Remchingen ein Terrarium öffnete und ihnen eine zahme Bartagame auf die Hand setzte. „Die kratzt, aber nicht so arg wie mein Kaninchen,“ sagte Lea und streichelte dabei vorsichtig über den stacheligen Körper des Tieres, das gutmütig alles mit sich machen ließ. Nur als der in der Halbwüste Australiens beheimatete Vegetarier und Insektenfresser genug hatte, kletterte er mit seinen spitzen Krallen den Arm hoch und nahm im Nacken Platz. Die alljährlich in der Remchinger Kulturhalle gastierende Schlangenfarm Natrix aus Hirschaid war wieder Besuchermagnet.

Hinter sicherem Glas in wohltemperierten Terrarien waren hochgiftige und ungiftige Schlangen, Echsen, eine Riesenkröte und Vogelspinnen zu bewundern. Die ungiftige Felsen-Schildechse ist in Zentral- und Südafrika beheimatet. Sie wird bis zu 70 Zentimeter lang und ernährt sich von Obst, Wirbeltieren und Insekten. Der Blutpyton aus dem südasiatischen Raum ist zwar nicht giftig, aber sehr bissig. Die Würgeschlange wird drei Meter lang und vertilgt Ratten und Mäuse. Nur halb so lang wird der Königspyton, der sich bei Gefahr zu einer Kugel zusammen rollt und darin seinen Kopf schützt. Rekordhalter bei der Vermehrung sei der Tiger-Pyton, bei dem 107 Eier in einem Gelege beobachtet worden seien.

In ihrer Heimat, den Urwäldern Südamerikas sehr gefürchtet ist die große Anakonda, denn sie überwältigt auch Menschen. Tapire, Wildschweine und Ziegen stehen auf ihrem Speiseplan. Mit ihrem kräftigen Körper, der bis zu elf Meter lang wird, erdrückt und erwürgt sie ihre Opfer.

Einige Vertreter der Vipern, die zu den gefährlichen Giftschlangen hören, zeigte die Ausstellung. Die Gabun-Viper ist sehr giftig. Besonders gefährlich ist die Ketten-Viper. Sie verfügt über das wirksamste Gift unter allen Vipern. Die stattliche Größe von zwei Metern Länge und ein Gewicht von zehn Kilogramm erreichen die grünen Leguane aus Süd- und Mittelamerika, die reine Vegetarier sind und mit ihrem Körperbau ein wenig an Sauriere erinnern.

Etwa 60 bis 80 Tiere waren in der Ausstellung zu sehen und wurden von der Familie Lengel in Ergänzung zu den Informationen an den Glasscheiben fachkundig erklärt. Auch private Schlangen- und Reptilienhalter konnten nützliche Tipps zur artgerechten Haltung entgegen nehmen. 

         http://www.pz-news.de/region/sonstige/76780/


Neues Herpeto-Journal

(09.01.06) Es gibt ein neues Publikationsorgan für alle, die sich mit der Herpetofauna Südamerikas beschäftigen: Die Brasilianische Gesellschaft für Herpetologie hat das "South American Journal of Herpetology, SAJH" ins Leben gerufen. Es soll sowohl für die südamerikanische wie auch die internationale herpetologische Gemeinschaft ein geeignetes Mittel zur Verständigung und Kooperation sein. Für weitere Informationen steht die HP www.sajherpetology.org des Journals zur Verfügung. (Quelle: Herpdigest)


Furchtbar im UV-Licht

(05.01.06) Ultraviolettes Licht ist für Menschen unsichtbar. Nicht jedoch für viele Tiere: Forscher aus Washington und Johannesburg haben herausgefunden, dass bei der Echse Platysaurus broadleyi UV-Licht im Territorialverhalten der Männchen eine wichtige Rolle spielt. Die Tiere haben ein spezifisches UV-Muster auf ihrer Haut. Männchen, die mit einer Mischung von Sonnencreme und Autowachs eingerieben worden waren, wurden weit häufiger von Konkurrenten angedroht und bekämpft als unbehandelte Geschlechtsgenossen. Die Mischung sorgt dafür, dass das UV-Muster nicht reflektiert werden kann. Je besser die Haut das einfallende UV-Licht reflektiert, desto mehr schinden sie Eindruck bei ihren Konkurrenten. Demgegenüber spielt bei dieser Art die Körpergröße eine wesentlich unbedeutendere Rolle. (Quelle: wissenschaft.de; Online Vorabveröffentlichung von Jessica Stapley /Smithsonian Forschungsinstitut, Washington, Martin Whiting /Universität Johannesburg)


Schutz des Riesensalamanders

(05.01.06) In der chinesischen Provinz Hunan arbeitet man hart am Schutz des Riesensalamanders Andrias davidianus. Um dieses lebende Fossil vor dem Aussterben zu bewahren, hat man in Zhangjiajie im Nordwesten Hunans ein Salamander-Schutzzentrum eingerichtet. Die etwa 120 Tiere, die man hier bereits aufgezogen hat, sollen nun ausgewildert werden. In dieser Schutzstation ist man darum bemüht, beschlagnahmte, geschmuggelte Tiere in Gehegen, die eine Nachahmung ihrer natürlichen Lebensräume darstellen, zur Vermehrung zu bringen. Die Art wird in China - wie unzählige andere Tierarten auch - als Delikatesse und Heilmittel geschätzt und entsprechend teuer gehandelt. Der Salamander, der auch gegen Krebs helfen soll, muss weiterhin streng geschützt bleiben, sonst wird er irgendwann vom lebenden Fossil zu einem echten Fossil. Die zahlenmäßig größten Populationen gibt es in der Provinz Hunan, in welcher man sich besonders um den Schutz der Tiere bemüht. (Quelle: Ca-Mie De Souza, Channel News Asia's China Correspondent, 29.12.05)


Gefährliche Schnecken

(05.01.06) Die Meeresschnecken der Gattung Littorina, weit verbreitet an amerikanischen Küsten, kann ganze Ökosysteme lahm legen; so etwa die Salzsümpfe im Südosten der USA, dem Lebensraum der Schildkröte Malaclemys terrapin. Die Schnecken mit dem spiraligen Gehäuse dringen laut Brian Silliman von der University of Florida in unter Trockenheit leidende Salzsümpfe ein und verbreiten Pilzkrankheiten, wenn sie die Pflanzen fressen. Aus den betroffenen Sümpfen werden so innerhalb weniger Monate Schlammflächen. Die Salzsümpfe sind ein wichtiges Ökosystem an der amerikanischen Südostküste: sie sind Kinderstube für diverse Tierarten, wirken als Filter für das Süßwasser, bevor es in das Meer tritt und schützen die Küste vor durch Stürme verursachten Überflutungen. Die natürlichen Feinde der auch als "Periwinkles" bezeichneten Schneckenarten, wie Crustacea oder Schildkröten, werden leider immer weniger. Somit wäre auch der besondere Schutz der natürlichen Feinde der Schnecken sehr wichtig. In den am stärksten betroffenen Regionen wurden bis zu 2000 der Schnecken pro Quadratmeter gezählt. Sie ritzen die Stängel der Gräser ein, die sie fressen, und machen die Pflanzen so anfällig für gefährlichen Pilzbefall. Sind die Pflanzen von Pilzen befallen, verzehren die Schnecken die Pilzkolonien. Die Forscher sind sich einig: die Schnecken sind, obwohl klein, ein sehr gefährlicher Fressfeind dieser Küstenhabitate. (Quelle: Pressemitteilung, Brown University, 20.12.05)


Gute Nachrichten für drei madagassische Frösche

(05.01.06) Bei den fortlaufenden Untersuchungen zu den drei als gefährdet und bedroht eingestuften Froscharten Mantella expectata, M. viridis und Scaphiophryne gottlebei hat man Überraschendes und Neues entdeckt. Alle drei Arten sind wegen Habitatzerstörung und – aufgrund ihrer Farbigkeit – auch noch durch den Tierhandel bedroht. Grundgedanke für die Untersuchungen der beteiligten Wissenschaftler ist die Überzeugung, dass eine Art ohne Kenntnis ihrer genauen Verbreitung und ihrer Biologie nicht angemessen geschützt werden kann. Von den 220 bisher bekannten Amphibien Madagaskars sind 55 bedroht, das entspricht 25 %. Möglicherweise ist die Situation noch bedrohlicher, wenn man in Betracht zieht, dass von über 40 Arten nicht genügend Daten bekannt sind, um sie richtig einzuschätzen. Die drei genannten Arten sind nach dem WA geschützt und im Cites-Anhang II aufgelistet. Die Zahl der exportierten Frösche für den Tierhandel lag für M. expectata im Jahr 2002 bei 1390 Individuen, bei M. viridis 2003 bei 2040, bei S. gottlebei ebenfalls 2003 bei 980 Individuen (lt. Cites-Datenbank). M. expectata und S. gottlebei konnten bei den neuesten Untersuchungen im Feld an neuen Lokalitäten entdeckt werden. Insbesondere erstgenannte Art kommt innerhalb des Verbreitungsgebietes an vielen Stellen häufig vor (bis zu 300 Exemplare an einem 100 m Transekt). S. gottlebei ist wesentlich seltener zu sehen, was mit ihrer Lebensweise zusammenhängt, dennoch vermuten die Forscher auch bei dieser Art eine größere Häufigkeit als bisher angenommen. M. betsileo kommt nur an der Nordspitze Madagaskars vor. Auch hier scheint die Situation nach den ersten aktuellen Untersuchungen weniger dramatisch als bisher angenommen; es konnten ebenfalls viele neue Populationen entdeckt werden. Dennoch: bei dieser Art ist bis jetzt nur eine Population bekannt, die innerhalb eines Schutzgebietes lebt (dem Nationalpark Montagne d'Ambre). Gemein ist allen drei Arten außerdem noch, dass sie eine kurze Lebenserwartung haben: kein Individuum wird älter als zwei Jahre. Für weitere Informationen stehen die Forscher gerne zur Verfügung: Franco Andreone; Vincenzo Mercurio; Fabio Mattioli or Tockihery J. Razafindrabe (Quelle: Franco Andreone, V. Mercurio, F. Mattioli, and T. J. Razafindrabe).


Alligatoren getötet

(05.01.06) In Florida fallen Mississippialligatoren (Alligator mississippiensis), die länger als 1,2 Meter sind und von denen sich Menschen bedroht fühlen und dies den Behörden mitteilen, einer Praxis zum Opfer, die als "Alligatorernte" bezeichnet wird: die Tiere werden gefangen und getötet. Im Jahr 2004 wurden in Florida so 7991 Individuen beseitigt. Im selben Jahr wurde eine Frau von einem über 3,5 Meter langen Alligator getötet. Der jüngste Zwischenfall ereignete sich vergangenen Juli: ein Mann, der zum Schwimmen in einen Kanal gesprungen war, wurde von einem ebenfalls sehr großen Tier getötet. (Quelle: News-Press, Fort Myers/ Florida 23.12.05)


ISERLOHNER KREISANZEIGER UND ZEITUNG (Switzerland) 11 January 06  «Sei kein Frosch»: Ausstellung der «bunten Hüpfer»  (Kurt Latzer)

Gestern Nachmittag fand die offizielle Eröffnung der besonderen Ausstellung statt. Herbert Lutz, Zentrumsleiter Rheinpark St. Margrethen, verlieh in kurzen Worten seiner Freude Ausdruck, die Besucherinnen und Besucher im neuen Jahr gleich mit einer schönen Ausstellung begrüssen zu dürfen. «Wir sind bemüht, einmal im Jahr eine Ausstellung mit lebenden Tieren zu organisieren. Mit Christian Schweizer haben wir einen sehr professionellen Aussteller engagieren können, er ist auch im Rheinpark kein Unbekannter», sagte Lutz. Ebenfalls freute er sich, einen neuen Mann vorstellen zu können. Marcel Füllemann ist Leiter Koordination Einkaufszentren und ist damit in dieser Position verantwortlich für den Ablauf und die Koordination der Ausstellungen bei Migros Ostschweiz.

Die zurzeit im Rheinpark zu besichtigenden Tiere bestechen nicht nur durch ihre Farben, sondern auch durch ihre verschiedenen Körperformen und -grössen. Unter anderen ist auch die grösste ihrer Art im Rheinpark zu sehen, die «Aga RiesenKröte». Wie Christian Schweizer betonte, wurde diese Kröte nach Australien importiert, in der Hoffnung, sie werde der Ungezieferplage Herr. Nun ist die Riesenkröte selbst zur Plage geworden, sie fresse alles, was kleiner ist als sie, laut Schweizer müsse man mittlerweile sogar das Katzenfutter vor den Kröten in Sicherheit bringen.

         Besonders sind auch die ganz kleinen Frösche, ganz besonders giftig nämlich. Schweizer: «Richtig angewendet könnten mit dem Gift eines des hier ausgestellten Pfeilgiftfrosches 30 Menschen getötet werden.»

         Neben den erwähnten Exoten sind aber auch einheimische Frösche zu sehen. Denn Schweizer weist bei seiner Arbeit auch immer wieder auf den Naturschutz hin, nach dem Motto: «Was man nicht kennt, kann man nicht schützen.»

         Neben den Kundinnen und Kunden haben auch Schulklassen die Gelegenheit, sich über die Welt der «farbigen Hüpfer» informieren zu lassen. 

         http://www.volkszeitung.ch/index.php?TPL=26000&x26000_CID=3&x26000_ID=9375


DIE WELT (Berlin, Germany) 30 December 05 Unzertrennliches Paar - Die Freundschaft zwischen einem Nilpferd und einer Schildkröte

Nairobi:  Ein Jahr nach dem verheerenden Tsunami im Indischen Ozean hält ein junges Nilpferd an seiner Ersatzfamilie fest: einer 130 Jahre alten Schildkröte. Die innige Beziehung zwischen Owen, einem zweijährigen Nilpferd, und der Riesenschildkröte Mzee verblüffte die Tierschützer in Kenia und machte vor knapp einem Jahr international Schlagzeilen. Nilpferd Owen hatte mit seiner Familie am Ufer des Sabakis gelebt, als die riesigen Wellen ihn auf das Meer hinaustrugen und er schließlich auf einem Riff strandete.

Bewohner des Küstenortes Malindi befreiten das kleine Nilpferd aus seiner mißlichen Lage und brachten es im Naturschutzpark Haller unter. Dort traf Owen auf Mzee und betrachtete ihn fortan als neue Familie. Die männliche Schildkröte widersetzte sich zuerst, doch Owen gab nicht auf: Er folgte Mzee überallhin, schwamm mit ihm und schlief an seiner Seite. Nach einigen Tagen gab die Schildkröte auf, seitdem ist das ungleiche Paar unzertrennlich. Die Mitarbeiter des Naturschutzparks wollen Owen im kommenden Jahr ein Weibchen vorstellen, Cleo. Mzee muß aber nicht um seinen Status fürchten, er darf im Park bleiben. AP

         http://www.welt.de/data/2005/12/30/824492.html


Doppelköpfiges Angebot

(03.01.06) Das World Aquarium in St. Louis versteigert beim Internet- Auktionshaus Ebay eine zweiköpfige Erdnatter. Der Startpreis beträgt 150.000 Dollar. Die Schlange heißt "We" und ist bereits sechs Jahre alt. Das ist außergewöhnlich, da die meisten Schlangen, die mit zwei Köpfen geboren werden, nur wenige Monate alt werden. In Deutschland wäre eine solche Versteigerung nicht möglich, da der Handel mit lebenden Tieren bei Ebay Deutschland verboten ist. (Quelle mit Bild: http://www.n-tv.de/543.html).


Gefährliches Afrika

(02.01.06) Laut offizieller Quellen ist das Nilkrokodil Crocodylus niloticus in Zimbabwe gefährlicher als der Afrikanische Elefant. Von Januar bis Oktober gab es dreizehn offiziell bekannte Todesfälle, in denen Krokodile auf Beutesuche Menschen angefallen und gefressen hatten. Durch Elefanten kamen zwölf Menschen zu Tode, meistens wenn die Tiere auf die Felder von Bauern eingedrungen waren und das Getreide gefressen hatten. Erwachsene Afrikanische Elefanten fressen durchschnittlich dreihundert Kilo pro Tag. Bei zwei anderen, als für Menschen sehr gefährlich eingestuften Arten, Büffel und Flusspferd, kam es im Vergleich zu je einem tödlichen Zwischenfall. (Quelle: Associated Press, 16.12.05)


Illegale Froschschenkel

(02.01.06) Vier Männer, die in Frankreich illegal Frösche gewildert und verkauft haben, wurden von einem Gericht in Vesoul nun dafür bestraft. Die Männer hatten in einem seenreichen Gebiet nahe der deutschen Grenze zwischen 2002 und 2004 Fallen aufgestellt und Tausende von Fröschen der Gattung Rana gefangen und dann für 23 bis 32 Cent pro Tier verkauft. Rädelsführer ist ein ehemaliger 55- jähriger Koch. Er und sein Sohn sowie die beiden anderen Mitangeklagten wurden zu vergleichsweise milden Geldstrafen verurteilt. Für den Fang und Verkauf von Fröschen in Frankreich benötigt man eine Lizenz, welche die Verurteilten nicht besaßen. (Quelle: AFP, Frankreich, 15.12.05)


Bakterienschleuder Schildkröte?

(02.01.06) Die bei Amerikanern, vor allem bei Kindern, so beliebten Babyschildkröten könnten für einen Anstieg der Salmonellenerkrankungen bei Menschen verantwortlich sein. Diese bakterielle Infektion kann Diarrhoe, Fieber und Krämpfe im Unterleib verursachen, im schlimmsten Fall zum Tod des Erkrankten führen. Die Zahl der Geschäfte, die diese Schildkröten illegal verkaufen, ist laut Stewart Watson, einem Sprecher der US Lebensmittel- und Drogenbehörde, in diesem Jahr in Florida stark gestiegen. Viele Halter infizieren sich bei zu engem körperlichen Kontakt mit ihren Tieren mit Salmonellen. Im Kreis Hillsborough beispielsweise werden bei 270 registrierten Salmonelloseerkrankungen sechzehn Fälle genannt, in denen der Verdacht auf Schildkröten, aber auch auf Schlangen fällt. In einem Gesetz von 1975 ist der Verkauf junger Schildkröten als Haustiere, deren Carapaxlänge weniger als zehn Zentimeter beträgt, untersagt. Ausgenommen davon sind Tiere, die aus wissenschaftlichen oder erzieherischen Gründen oder zu Schauzwecken verkauft werden. Grund für das Verbot war der Gedanke, kleine Schildkröten wären für kleine Kinder leicht zu handhaben und könnten in den Mund genommen werden. Diese Ausnahmen werden heute von vielen Geschäften, die eigentlich keine Zoofachgeschäfte sind, beispielsweise in den großen Kaufhäusern oder auf Flohmärkten, ausgenutzt. Gesundheitsexperten warnen zwar davor, bei einer Salmonellose gleich die Familienschildkröte verantwortlich zu machen. Salmonellosen können auch von anderen Haustieren, nicht nur Reptilien, kommen. Jedoch müssten sich die Eltern der Gefahren bewusst sein, wenn sie ihren Kindern Schildkröten kaufen würden. Die Warnungen zeigen offenbar schon erste Wirkung: In vielen Tierhandlungen sind Schildkröten mittlerweile aufgrund der Furcht vor Krankheiten fast gänzlich aus dem Angebot verschwunden. (Quelle: Steven Isbitts, Tampa Tribune, 16.12.05)


2005


RHEINISCHE POST (Düsseldorf, Germany) 30 December 05  Zwei Männer wegen Freilassung von Alligator angeklagtveröffentlicht

Los Angeles (rpo):  Weil sie einen Alligator im See eines Stadtparks in Los Angeles ausgesetzt haben, sind zwei Männer in den USA nun angeklagt worden. Die Stadt wirft den beiden Männern unter anderem Gefährdung der öffentlichen Sicherheit vor.

Der eineinhalb Meter lange Alligator bereitet den städtischen Behörden Kopfzerbrechen, seit ein Angler ihn im August im mehr als zwei Quadratkilometer großen Machado-See im Süden von Los Angeles entdeckte. Zahlreiche Versuche, das gefährliche Reptil zu fangen, scheiterten seitdem, obwohl die Stadt dafür eigens Experten von außerhalb anheuerte.

Die Kosten für die vergeblichen Versuche, das von den örtlichen Medien auf den Namen "Reggie" getaufte Tier einzufangen, schätzen die Behörden auf 150.000 Dollar (126.000 Euro). Diese Summe gedenkt die Stadt nun per Zivilklage von den beiden Beschuldigten einzutreiben.

         http://www.rp-online.de/public/article/nachrichten/journal/168993


2. Neusser Herpetologischer Thementag

(21.12.05) Schon Vorsätze für das neue Jahr gefasst? Wie wäre es mit Weiterbildung? Schon am 14. Januar findet in Neuss der 2. herpetologische Thementag statt und es sind noch einzelne Plätze frei. Schnellentschlossene melden sich bitte rasch bei Herrn Klaus Lambertz. Das Programm und weitere Informationen können Sie online anschauen.


Zweite Chance für Krötenechsen?

(19.12.05) Die bedrohte Krötenechsenart Phrynosoma mcallii wird eventuell von der staatlichen Naturschutzbehörde U.S. Fish and Wildlife Service auf die Liste der gefährdeten Tierarten gesetzt. Die Behörde hatte im Jahre 2003 einen Vorschlag, die Art als gefährdet einzustufen, abgewiesen, ohne den Habitatverlust, unter dem die Echse leidet, zu berücksichtigen. Ein Bundesrichter wies nun an, diesen Faktor bei der Entscheidung mit in Betracht zu ziehen. Bis Ende April nächsten Jahres muss nun eine Entscheidung gefällt werden. Phrynosoma macallii war einstmals im Coachella Valley, im südwestlichen Arizona und im nordwestlichen Mexiko weit verbreitet, kommt heute jedoch nur noch in kleinen Bereichen vor. Die Tiere fressen bis zu zweihundert Ameisen pro Tag. Bedrohungen sind Steinbrüche und Minen, und die Militär- und Polizeiaktivitäten an der Grenze zu Mexiko. Die Art kann in beinahe fünfzig Prozent ihres ursprünglichen Verbreitungsgebietes nicht mehr nachgewiesen werden. Aus dem Coachella Valley beispielsweise ist heute nur noch eine Population bekannt. (Quelle: Press-Enterprise, Kalifornien, 8.12.05)


Mehr Schutz für Gopherschildkröten

(19.12.05) Dem Schutz der Gopherschildkröte Gopherus polyphemus in Florida stehen oft wirtschaftliche Interessen gegenüber, beispielsweise in der Landbebauung. Viele Millionen Dollar sind deshalb bereits ausgegeben worden, um Schildkröten umzusiedeln. Mit wenig Erfolg: von den etwa 67000 umgesiedelten Schildkröten sind, wegen mangelnder Wartung und Pflege der Biotope, fünfzig Prozent gestorben. Die Art ist deshalb für Floridas Ökosysteme so wichtig, da dreihundert andere Tierarten die von den Schildkröten gegrabenen Gänge und Höhlen nutzen - als Schlafplatz, Versteck, beim Fressen und bei der Fortpflanzung. Um den Konflikt zwischen den Bedürfnissen der Schildkröten und dem Druck durch die Landplaner zu entschärfen, müssen auf beiden Seiten Zugeständnisse gemacht werden. Die dabei entstehenden Kosten gehen weiterhin in Millionenhöhe. (Quelle: Garrett Therolf, St. Petersburg Times 8.12.05)


Rote Listen Schweiz

(15.12.05) Die neuen Roten Listen Amphibien und Reptilien der Schweiz sind soeben neu erschienen: Amphibien sowie Reptilien. Sie können ebenfalls als pdf heruntergeladen werden.


Terraristik in China

(15.12.05) Nach Meldungen der chinesischen Nachrichtenagentur Xinhua gibt es in der Volksrepublik mindestens 100 Millionen Haustiere, die meisten davon Hunde und Katzen. Aber wie in vielen anderen Ländern interessieren sich auch Chinas jüngere Einwohner zunehmend für solch "seltsame" Mitbewohner wie Schlangen, Spinnen und Echsen. (Quelle: Xinhua, Liu Haifeng, 7.12.2005).


Frohe Weihnachten für Schildkröten

(15.12.05) Moderne Weihnachtsgeschenke für Kinder tendieren wieder hin zu trendigen Spielzeugen. Glücklicherweise geraten die Teenage Mutant Ninja Turtles dabei in Vergessenheit - und so bleibt vielen Schildkröten das traurige Schicksal als schnell vernachlässigtes Weihnachtsgeschenk erspart.


Weitere parthenogenetische Echse

(15.12.05) Liolaemus nihuil ist eine kleine, seltene Echsenart, die 2003 im El Nihuil District südlich von Buenos Aires gefunden wurde. Die Population besteht ausschließlich aus Weibchen mit einem triploiden (dreifachen) Chromosomensatz, die sich ungeschlechtlich fortpflanzen, also selbst klonen. Der Biologe Ricardo Juarez stellte die Art auf dem Argentinian Herpetology Congress vor. Weitere Untersuchungen werden sich zunächst mit der Verbreitung von L. nihuil beschäftigen (Quelle: Presna Latina, Havana, Cuba, 12/5/05).


Krokodilpark im Gegenwind

(14.12.05) Der als Touristenattraktion im Stadtzentrum des australischen Darwin geplante Krokodilpark stößt auf den Widerspruch des führenden Krokodilexperten der Region, Graeme Webb. Webb bezweifelt den touristischen Wert des Projektes und schlägt vor, stattdessen Meeresschildkröten auszustellen. Das sei innovativ und würde weit mehr Touristen anziehen. Vielleicht kein ganz uneigennütziger Vorschlag, denn Webb leitet selber eine Krokodilfarm vor den Toren Darwins. (Quelle: Australian broadcasting corporation, 7.12.200%)


Neues zur Phylogenie der Squamaten

(13.12.05) Die beiden Wissenschaftler Nicolas Vidal und Blair Hedges von der Penn State Universität haben die größte genetische Datenbank, die jemals für Schuppenkriechtiere angefertigt wurde, ausgewertet. Demnach ist mit neuen Einordnungen und Umbenennungen der Taxa auf Familienebene zu rechnen. Beispielsweise sind die Leguane nahe Verwandte der Schlangen und Warane. Der Name "Toxicofera", den die Autoren für diese Gruppe vorschlagen, weist auf eine andere Entdeckung hin (wie im Newsticker neulich berichtet): auch einige Warane und Leguane produzieren Gifte – wenngleich in weit geringerer Menge; dies wird als weiterer Beweis für die nahe Verwandtschaft der Schlangen, Leguane und Warane angesehen. Die Fähigkeit, Gifte zu produzieren, entstand vor etwa 200 Millionen Jahren zu Dinosaurierzeiten. Die beiden Forscher untersuchten neun Protein-kodierende Gene von 19 Arten der Squamata, darunter Schlangen, Echsen und Doppelschleichen (Amphisbaenia). Sie kamen zu dem Schluss, dass die Leguane entgegen bisheriger Meinung nicht am unteren Ende des Stammbaumes, sondern aufgrund ihrer Höherentwicklung an der Spitze anzusiedeln seien, in der erwähnten Toxicofera-Gruppe. Auch eine Einteilung der Schlangen und Echsen, die Eier legen, nach der Zahl ihrer Eizähne – höherentwickelte Arten einen, ursprünglichere zwei Eizähne – mache mit der neuen Einteilung Sinn. Auch andere neue Namen haben die beiden Wissenschaftler vorgeschlagen, z.B.: Bifurcata für solche Taxa mit einer gespaltenen Zungenspitze; Unidentata für solche mit einem Eizahn; Episquamata für höher entwickelte Squamaten. Es kommen, bestätigen sich die Entdeckungen, wohl eine Menge neuer Namen und Stammbäume auf die Herpetologen und Terrarianer zu; man darf gespannt sein. (Quelle: Phys.org, 1.12.05)


Transponder oder Knast

(13.12.05) Ein Mann aus dem US-Bundesstaat Ohio musste für drei Tage ins Gefängnis. Grund war seine Weigerung, die einheimischen Schlangen und Schildkröten seiner Tochter zu kennzeichnen. Er verletzte damit ein Gesetz zum Schutz wilder Tiere, das seit dem Jahr 2000 in Kraft ist. Der Mann aus Columbus, selber Besitzer eines Zoofachgeschäftes, war der Meinung ein Transponder, der etwas größer als ein Reiskorn ist, würde oft zu Verletzungen und Todesfällen unter den gekennzeichneten Tieren führen. Diese Transponder werden unter die Haut injiziert, besitzen einen Code und können mithilfe eines Scanners "gelesen" werden. Nach Meinung von Behördenvertretern ist die Kennzeichnung mittels Transpondern hilfreich für den Schutz gefährdeter Arten. In Deutschland hat der Gesetzgeber nach den Ergebnissen eines DGHT-Projektes Anfang dieses Jahres die Fotodokumentation als alternative, nicht-invasive Kennzeichnungsmethode anerkannt. (Quelle: AP, 2.12.05)


Amphibische Delikatesse

(13.12.05) In einem Hotel in Chinas Hauptstadt Peking wird seit Kurzem ein neues Gericht serviert: Riesensalamander. Ein solches Essen ist mit umgerechnet etwa 110 Euro nicht ganz billig. Die geschützten Tiere, die auf dem Teller landen, kommen aus einer Zuchtfarm in Südchina, die Lizenz zum Servieren kommt von der Regierung. (Quelle: Chine Daily, Peking, 25.11.05)


Schildkröte aus dem Eis

(13.12.05) Die schwedische Anglerin Anna Nyberg machte beim Eisfischen einen ungewöhnlichen Fang. Sie fand auf dem Rodanfluss, etwa vierhundert Kilometer nördlich von Stockholm, eine Schildkröte, die unter dem Eis gefangen war. Nach Meinung von Naturschützern stammt das Tier, deren Artzugehörigkeit leider nicht genannt wird, aus Süd- oder Mittelamerika. Das 25 Zentimeter lange Tier lebt nun vorübergehend in der Badewanne der Finderin. (Quelle: AP, 25.11.05)


Stanley Rand verstorben

(12.12.05) Der weltweit anerkannte Herpetologe Stanley Rand erlag bereits am 14. November einem Krebsleiden. Rand, 1933 im US Bundesstaat New York geborener Sohn eines Ornithologen und einer Herpetologin, veröffentlichte seinen ersten wissenschaftlichen Artikel bereits im zarten Alter von zwölf Jahren. Seine berufliche Karriere begann er mit 18 als Assistent im Field Museum of Natural History in Chicago. Später verbrachte Rand 33 Jahre in Panama Smithsonian Tropical Research Institute. Seine über 150 wissenschaftlichen Publikationen, vor allem die Biologie von Fröschen und Echsen betreffend, beinhalteten auch populärwissenschaftliche und terraristische Werke und machten ihn zu einem weltweit anerkannten Experten. Seine sicher bekanntesten Werke sind die Bücher "Ecology of a Tropical Forest: Seasonal Rhythms and Long-Term Changes" (1982) sowie "Iguanas of the World: Their Behavior, Ecology and Conservation" (1982). (Quelle: Washington Post Service)


WIENWEB (Vienna, Austria) 23 December 05  Haus des Meeres - Schlangen zum Streicheln

         Im Haus des Meeres findet am 24. Dezember das traditionelle Schlangenstreicheln statt. Zwischen 10.00 und 16.00 Uhr werden die Schlangen aus ihren Terrarien geholt.

Bis zum 5. Jänner können die Besucher mit den Schlangen auf Tuchfühlung gehen - es handelt sich nur um völlig ungefährliche Arten. Die vier neuen Mambas sind nicht dabei. Sie gehören einer sehr giftigen Gattung - jener der Grünen Mambas - an. Sie können bis zu zwei Meter lang werden.

Das Haus des Meeres peilt heuer einen neuen Besucherrekord an. Im Vorjahr kamen 252.000 Gäste - heuer werden es mehr sein. (gs)

         http://www.wienweb.at/content.aspx?id=98191&cat=22&channel=2


ESPACE (Bern, Switzerland) 21 December 05  Reptiliennachwuchs in Schweizer Zoos

2005 ist für die Reptilienabteilung des Zürcher Zoo ein nachwuchsreiches Jahr gewesen. Die Pelomedusen-Sumpfschildkröte pflanzte sich in Zürich zum ersten Mal fort. Auch der Basler Zoo vermeldet Nachwuchs: Erstmals schlüpften 34 Jemen-Chamäleons.

Eine junge Klapperschlange im Zürcher Zo / KeystoneBei den Skorpions-Krustenechsen gab es im Zürcher Zoo zehn Jungtiere. Zwischen Pflanzen und Steinen haben es sich die jungen Krustenechsen bequem gemacht, teilweise liegen sie aufeinander, sie sind regungslos. Nichts kann sie aus der Ruhe bringen.

Nachwuchs gab es auch bei den Schlangen. Anfang November sind bei den afrikanischen Eierschlagen zwei Junge geschlüpft. Auch die sandfarbenen Seitenwinder-Klapperschlangen sind gut an die wüstenähnliche Umgebung angepasst. Die vier im Juli zur Welt gekommenen Schlangen sind noch in einem separaten Terrarium, wo sie sich unter Baumrinden zusammenrollen oder durch den Sand gleiten. Typisch sind die «Seitenwinden»-Bewegungen sowie die Schwanzrassel.

Dass der vor zwei Jahren eröffnete Masoala-Regenwald gute Bedingungen für die Fortpflanzung bietet, zeigt gemäss Zoo-Kurator Furrer der Nachwuchs bei den Pelomedusen-Sumpfschildkröten. Diese Schildkrötenart hat sich sogar erstmals in Zürich fortgeplanzt.

Das Exotarium, wo die Reptilien untergebracht sind, stösst vor allem in der kalten Jahreszeit auf das Interesse des Publikums. Zum Winter im Zürcher Zoo gehören aber auch die Königspinguine, da sie jeden Nachmittag, jeweils ab 13.30 Uhr, durch den Zoo marschieren.

Die Besucherinnen und Besucher mussten bislang auf diese Attraktion verzichten, weil auch der Zürcher Zoo Schutzmassnahmen gegen die Vogelgrippe ergreifen musste. Nach der Aufhebung dieser Massnahmen war endlich Premiere.

Erstmals sind im Zoo Basel Jemen-Chamäleons geschlüpft. In den vergangenen vier Wochen kamen insgesamt 34 Junge im Vivarium auf die Welt. Einige Jungtiere können über die Weihnachtstage besichtigt werden.

         http://www.espace.ch/artikel_162374.html


DER ZÜRCHER OBERLÄNDER (Zürich, Switzerland) 21 December 05  Ein einmaliger Fortpflanzungserfolg

2005 ist für die Reptilien- abteilung des Zürcher Zoos ein nachwuchsreiches Jahr gewesen. Die Pelomedusen-Sumpfschildkröte pflanzte sich in Zürich zum ersten Mal fort.

Zwischen Pflanzen und Steinen haben es sich die jungen Krustenechsen bequem gemacht, teilweise liegen sie aufeinander, sie sind regungslos. Nichts kann sie aus der Ruhe bringen.

Etwa 25 Zentimeter sind sie lang. Die dunkelgrünen Echsenkörper sind von gelben Streifen oder Flecken überzogen. Die Warnfärbung ist ein Merkmal dieser Tiere, die aus Mexiko und Guatemala stammen.

Im Zürcher Zoo hat die Haltung von Skorpions-Krustenechsen eine jahrzehntelange Tradition. Die zehn im November geschlüpften Echsen sind ein europaweit einmaliger Fortpflanzungserfolg, wie Zoo-Kurator Samuel Furrer am Zoo-Apéro am Mittwoch erklärte.

Nachwuchs auch bei Schlangen

Nachwuchs gab es auch bei den Schlangen. Anfang November sind bei den afrikanischen Eierschlagen zwei Junge geschlüpft. Nach einer Pause von 18 Jahren war diese Schlangenart erst in diesem Jahr wieder in den Bestand des Zürcher Zoos aufgenommen worden. Im naturnahen Terrarium sind die Jungschlangen fast nicht wahrnehmbar.

Auch die sandfarbenen Seitenwinder-Klapperschlangen sind gut an die wüstenähnliche Umgebung angepasst. Die vier im Juli zur Welt gekommenen Schlangen sind noch in einem separaten Terrarium, wo sie sich unter Baumrinden zusammenrollen oder durch den Sand gleiten. Typisch sind die «Seitenwinden»-Bewegungen sowie die Schwanzrassel.

Fortplanzung im Masoala-Wald

Dass der vor zwei Jahren eröffnete Masoala-Regenwald gute Bedingungen für die Fortpflanzung bietet, zeigt gemäss Zoo-Kurator Furrer der Nachwuchs bei den Pelomedusen-Sumpfschildkröten. Diese Schildkrötenart hat sich sogar erstmals in Zürich fortgeplanzt.

Entdeckt wurde das Jungtier, das nur ein paar Zentimeter gross ist, vor sechs Wochen von einer Zoo-Besucherin. Auf Grund der Kleinheit ist es gemäss Kurator Furrer möglich, dass weitere junge Pelomedusen-Schildkröten quasi unerkannt im Zürcher Zoo leben.

Premiere der Pinguinparade

Das Exotarium, wo die Reptilien untergebracht sind, stösst vor allem in der kalten Jahreszeit auf das Interesse des Publikums. Zum Winter im Zürcher Zoo gehören aber auch die Königspinguine, da sie jeden Nachmittag, jeweils ab 13.30 Uhr, durch den Zoo marschieren.

Die Besucherinnen und Besucher mussten bislang auf diese Attraktion verzichten, weil auch der Zürcher Zoo Schutzmassnahmen gegen die Vogelgrippe ergreifen musste. Nach der Aufhebung dieser Massnahmen war am Mittwoch endlich Premiere. (sda)

         http://www.zol.ch/zo/detail.cfm?id=182314


FRANKFURTER ALLGEMEINE (Frankfurt, Germany) 21 December 05  Die Visitenkarte des Reptils (Diemut Klärner)

Weil vom Aussterben bedroht, sind zahlreiche Tierarten nach internationalem Recht vor Vermarktung geschützt. Was in den Anhängen des Washingtoner Artenschutzübereinkommens (Cites) aufgelistet ist, darf nicht ohne weiteres verkauft und gekauft werden. Das gilt grundsätzlich auch für einzelne Bestandteile wie Fleisch oder Leder. Molekularbiologische Verfahren können helfen, solche Handelsware einer bestimmten Tierart zuzuordnen.

Das dafür nötige molekulare Werkzeug steht aber noch bei weitem nicht für alle geschützten Arten bereit. Die Liste wird indes ständig länger. So haben Wissenschaftler um Peng Yan und Xiao Bing Wu von der Anhui Normal University in Wuhu vor kurzem spezifische DNS-Abschnitte synthetisiert, mit denen sich die Erbsubstanz des China-Alligators zuverlässig identifizieren läßt (”Biological Conservation”, Bd. 121, S. 45).

Der China-Alligator (Alligator sinensis) war einst am Unterlauf des Chang Jiang (Yangtse) weit verbreitet. Doch sein natürlicher Lebensraum wurde mehr und mehr eingeengt, als die ausgedehnten Sümpfe der Landwirtschaft weichen mußten. In freier Wildbahn tummeln sich nach Einschätzung von Fachleuten inzwischen kaum noch mehr als einhundert Tiere. Daß der China-Alligator seit 1972 unter strengem gesetzlichen Schutz steht, half ihm wenig. Nur im Südosten des Bezirks Anhui haben vereinzelt noch einige Tiere überlebt, meist in kleinen Teichen inmitten von Reisfeldern.

Zum Glück hat das Anhui Research Center for Chinese Alligator Reproduction rechtzeitig begonnen, die Tiere in Gefangenschaft zu züchten. Mittlerweile hat es schon mehr als zehntausend junge China-Alligatoren großgezogen. Aus dieser erfolgreichen Nachzucht wurden mit entsprechender Erlaubnis nach dem Washingtoner Artenschutzübereinkommen nicht nur lebende Tiere exportiert. Überzählige Exemplare landen auch auf dem chinesischen Markt. Schließlich gilt ihr Fleisch als besondere Delikatesse.

Damit der Handel unter Kontrolle bleibt, erhielten nur vier Restaurants eine amtliche Erlaubnis, solche Köstlichkeiten auf die Speisekarte zu setzen. Andere Krokodilarten, vor allem Leisten- und Siamkrokodile, züchtet man in China schon in großem Stil, um gutbetuchten Gourmets rare Genüsse zu bieten. Da China-Alligatoren in viel geringerer Menge auf den Markt kommen, erzielen sie wesentlich höhere Preise. Daß pro Kilogramm derzeit mehr als 120 Dollar gezahlt werden, macht auch illegalen Handel lukrativ. Will man solchen Geschäften auf die Spur kommen, genügt es nicht, Farbe, Struktur und Geruch der verdächtigen Ware zu prüfen. Nur anhand der Erbsubstanz läßt sich zweifelsfrei klären, um welche Tierart es sich handelt.

Für ihre Untersuchungen wählten die chinesischen Wissenschaftler das Gen des Cytochrom b, eines Bestandteils jener zellulären Maschinerie, die chemische Energie für den Stoffwechsel liefert. Mit kurzen DNS-Sequenzen, sogenannten Primern, läßt sich dieses Gen, von dem jede Körperzelle zahlreiche Kopien enthält, gezielt herausfischen und vervielfältigen. Die Primer galt es so zurechtzubasteln, daß sie nur zur arttypischen DNS des China-Alligators passen.

Bei ersten Tests konnten die Forscher alle Proben eindeutig identifizieren. Das molekularbiologische Verfahren funktionierte nicht nur bei Frischfleisch. Es bewährte sich auch bei gekochtem Fleisch sowie bei Häuten und gegerbtem Leder. So könnte sich ohne viel Aufwand die Herkunft konfiszierter Ware überprüfen lassen. Die Zukunft der freilebenden China-Alligatoren ist damit freilich noch keineswegs gesichert. Den letzten Exemplaren mangelt es nach wie vor an Biotopen, in denen sie ungestört leben und ihre Nester bauen können.

         http://www.faz.net/s/Rub268AB64801534CF288DF93BB89F2D797/Doc~EC0E7482280944BE09EEDB29AD56770F6~ATpl~Ecommon~Scontent.html


NEUE PRESSE (Passau, Germany) 17 December 05  Arnstorf verbietet gefährliche Haustiere - Für die Haltung von Gifttieren gibt es keine Genehmigungen mehr

Arnstorf (cm/jh) :  Schlangenliebhaber und Spinnenfans stoßen mit ihrer Vorliebe für exotische Haustiere in Arnstorf (Lkr. Rottal-Inn) nicht auf Gegenliebe: Das Halten von gefährlichen Tieren wild lebender Art ist in der Gemeinde nun generell untersagt. Seitens des Ordnungsamtes werden keine Genehmigungen für die exotischen Haustiere mehr erteilt.

Mit diesem grundsätzlichen Verbot von gefährlichen Tieren nimmt Arnstorf in Niederbayern eine Vorreiterrolle ein. „Bisher gibt es keinen solchen Beschluss“, sagt Alfons Völk, Pressesprecher der Regierung von Niederbayern, auf PNP-Anfrage. „Das sieht das Gesetz eigentlich auch nicht vor.“ Nach Artikel 37 im Landesstraf- und Verordnungsgesetz muss jeder Fall einzeln geprüft werden.

Diese Einzelfallprüfung will sich der Markt mit dem generellen Verbot in Zukunft sparen. Das würde in der Praxis ein hohes Maß an Verwaltungsaufwand bedeuten, hieß es im Marktgemeinderat. Außerdem gebe es in der Bevölkerung eine breite Ablehnung und Abneigung gegen das exotische Getier. „Zum Schutz der Bevölkerung sind wir lieber eine Gemeinde, die jetzt in der Zeitung steht, weil sie gegen diese Tiere ist, als dass etwas passiert und es heißt: Warum hat das die Gemeinde im Vorfeld nicht verhindert“, sagt Karl-Heinz Duschl, Leiter des Arnstorfer Ordnungsamtes.

Unter das Verbot fallen Kampfhunde der Klasse 1 sowie gefährliche Tiere einer wild lebenden Art wie giftige Schlangen und Spinnen, Riesenschlangen, Skorpione, Krokodile, Schnappschildkröten und Raubtiere, also Tiere, die üblicherweise nicht in der Obhut von Menschen leben und von denen eine Gefahr ausgeht. Ausgenommen sein sollen Fälle wie berechtigtes Interesse wegen wissenschaftlicher Forschungstätigkeit, heißt es im Protokoll. Aber auch diese Fälle sind an die ausdrückliche Erlaubnis der Gemeinde gebunden. Bei Kampfhunden der Klasse 2 gilt auch in Arnstorf das bisherige Prozedere: Der Hund wird einem Wesenstest unterzogen, der Antragsteller wird auf seine Zuverlässigkeit geprüft.

         http://www.pnp.de/nachrichten/artikel.php?cid=29-10633840&Ressort=bay&BNR=0


NEUß-GREVENBROICHER ZEITUNG (Neuss, Germany) 15 December 05  Pilz rottet Froscharten aus

Hamburg (rpo) :  Viele Froscharten sind vom Aussterben bedroht. Das zeigen die Ergebnisse der weltweiten Amphibienzählung von 2004, über die das Magazin "National Geographic Deutschland" in seiner Januar-Ausgabe berichtet. Der Report umfasst 5.700 Arten, fast ein Drittel davon gilt als gefährdet.

168 Amphibienarten sind bereits ausgestorben, die meisten davon erst in den vergangenen 20 Jahren. Hauptursache für diese Entwicklung ist die Zerstörung natürlicher Lebensräume.

Zusätzlich werden die Frösche aber durch einen tödlichen Pilz bedroht: Der Chytridpilz befällt die Haut der Amphibien und stört ihren Wasserhaushalt.

"Innerhalb von vier Monaten hat dieser Pilz in Panama die meisten der 64 Froscharten infiziert oder ausgerottet", berichtet die amerikanische Biologin Karen Lips. "Arten, die wir kaum je gesehen hatten, fielen aus den Bäumen oder trieben in Wasserläufen an der Oberfläche und verendeten an der Infektion."

Die Biologen versuchen nun in dieser Region, möglichst viele Frösche einzufangen, um sie in Zoos und Terrarien zu züchten und so vor der Ausrottung zu bewahren. In freier Natur scheint es für die Amphibien in Panama kaum noch Hoffnung zu geben.

         http://www.ngz-online.de/public/article/nachrichten/wissenschaft/erde/166282


Rote Listen Schweiz

(15.12.05) Die neuen Roten Listen Amphibien und Reptilien der Schweiz sind soeben neu erschienen: Amphibien sowie Reptilien. Sie können ebenfalls als pdf heruntergeladen werden.


Terraristik in China

(15.12.05) Nach Meldungen der chinesischen Nachrichtenagentur Xinhua gibt es in der Volksrepublik mindestens 100 Millionen Haustiere, die meisten davon Hunde und Katzen. Aber wie in vielen anderen Ländern interessieren sich auch Chinas jüngere Einwohner zunehmend für solch "seltsame" Mitbewohner wie Schlangen, Spinnen und Echsen. (Quelle: Xinhua, Liu Haifeng, 7.12.2005).


Frohe Weihnachten für Schildkröten

(15.12.05) Moderne Weihnachtsgeschenke für Kinder tendieren wieder hin zu trendigen Spielzeugen. Glücklicherweise geraten die Teenage Mutant Ninja Turtles dabei in Vergessenheit - und so bleibt vielen Schildkröten das traurige Schicksal als schnell vernachlässigtes Weihnachtsgeschenk erspart.


Weitere parthenogenetische Echse

(15.12.05) Liolaemus nihuil ist eine kleine, seltene Echsenart, die 2003 im El Nihuil District südlich von Buenos Aires gefunden wurde. Die Population besteht ausschließlich aus Weibchen mit einem triploiden (dreifachen) Chromosomensatz, die sich ungeschlechtlich fortpflanzen, also selbst klonen. Der Biologe Ricardo Juarez stellte die Art auf dem Argentinian Herpetology Congress vor. Weitere Untersuchungen werden sich zunächst mit der Verbreitung von L. nihuil beschäftigen (Quelle: Presna Latina, Havana, Cuba, 12/5/05).


Krokodilpark im Gegenwind

(14.12.05) Der als Touristenattraktion im Stadtzentrum des australischen Darwin geplante Krokodilpark stößt auf den Widerspruch des führenden Krokodilexperten der Region, Graeme Webb. Webb bezweifelt den touristischen Wert des Projektes und schlägt vor, stattdessen Meeresschildkröten auszustellen. Das sei innovativ und würde weit mehr Touristen anziehen. Vielleicht kein ganz uneigennütziger Vorschlag, denn Webb leitet selber eine Krokodilfarm vor den Toren Darwins. (Quelle: Australian broadcasting corporation, 7.12.200%)


Neues zur Phylogenie der Squamaten

(13.12.05) Die beiden Wissenschaftler Nicolas Vidal und Blair Hedges von der Penn State Universität haben die größte genetische Datenbank, die jemals für Schuppenkriechtiere angefertigt wurde, ausgewertet. Demnach ist mit neuen Einordnungen und Umbenennungen der Taxa auf Familienebene zu rechnen. Beispielsweise sind die Leguane nahe Verwandte der Schlangen und Warane. Der Name "Toxicofera", den die Autoren für diese Gruppe vorschlagen, weist auf eine andere Entdeckung hin (wie im Newsticker neulich berichtet): auch einige Warane und Leguane produzieren Gifte – wenngleich in weit geringerer Menge; dies wird als weiterer Beweis für die nahe Verwandtschaft der Schlangen, Leguane und Warane angesehen. Die Fähigkeit, Gifte zu produzieren, entstand vor etwa 200 Millionen Jahren zu Dinosaurierzeiten. Die beiden Forscher untersuchten neun Protein-kodierende Gene von 19 Arten der Squamata, darunter Schlangen, Echsen und Doppelschleichen (Amphisbaenia). Sie kamen zu dem Schluss, dass die Leguane entgegen bisheriger Meinung nicht am unteren Ende des Stammbaumes, sondern aufgrund ihrer Höherentwicklung an der Spitze anzusiedeln seien, in der erwähnten Toxicofera-Gruppe. Auch eine Einteilung der Schlangen und Echsen, die Eier legen, nach der Zahl ihrer Eizähne – höherentwickelte Arten einen, ursprünglichere zwei Eizähne – mache mit der neuen Einteilung Sinn. Auch andere neue Namen haben die beiden Wissenschaftler vorgeschlagen, z.B.: Bifurcata für solche Taxa mit einer gespaltenen Zungenspitze; Unidentata für solche mit einem Eizahn; Episquamata für höher entwickelte Squamaten. Es kommen, bestätigen sich die Entdeckungen, wohl eine Menge neuer Namen und Stammbäume auf die Herpetologen und Terrarianer zu; man darf gespannt sein. (Quelle: Phys.org, 1.12.05)


Transponder oder Knast

(13.12.05) Ein Mann aus dem US-Bundesstaat Ohio musste für drei Tage ins Gefängnis. Grund war seine Weigerung, die einheimischen Schlangen und Schildkröten seiner Tochter zu kennzeichnen. Er verletzte damit ein Gesetz zum Schutz wilder Tiere, das seit dem Jahr 2000 in Kraft ist. Der Mann aus Columbus, selber Besitzer eines Zoofachgeschäftes, war der Meinung ein Transponder, der etwas größer als ein Reiskorn ist, würde oft zu Verletzungen und Todesfällen unter den gekennzeichneten Tieren führen. Diese Transponder werden unter die Haut injiziert, besitzen einen Code und können mithilfe eines Scanners "gelesen" werden. Nach Meinung von Behördenvertretern ist die Kennzeichnung mittels Transpondern hilfreich für den Schutz gefährdeter Arten. In Deutschland hat der Gesetzgeber nach den Ergebnissen eines DGHT-Projektes Anfang dieses Jahres die Fotodokumentation als alternative, nicht-invasive Kennzeichnungsmethode anerkannt. (Quelle: AP, 2.12.05)


Amphibische Delikatesse

(13.12.05) In einem Hotel in Chinas Hauptstadt Peking wird seit Kurzem ein neues Gericht serviert: Riesensalamander. Ein solches Essen ist mit umgerechnet etwa 110 Euro nicht ganz billig. Die geschützten Tiere, die auf dem Teller landen, kommen aus einer Zuchtfarm in Südchina, die Lizenz zum Servieren kommt von der Regierung. (Quelle: Chine Daily, Peking, 25.11.05)


Schildkröte aus dem Eis

(13.12.05) Die schwedische Anglerin Anna Nyberg machte beim Eisfischen einen ungewöhnlichen Fang. Sie fand auf dem Rodanfluss, etwa vierhundert Kilometer nördlich von Stockholm, eine Schildkröte, die unter dem Eis gefangen war. Nach Meinung von Naturschützern stammt das Tier, deren Artzugehörigkeit leider nicht genannt wird, aus Süd- oder Mittelamerika. Das 25 Zentimeter lange Tier lebt nun vorübergehend in der Badewanne der Finderin. (Quelle: AP, 25.11.05)


Stanley Rand verstorben

(12.12.05) Der weltweit anerkannte Herpetologe Stanley Rand erlag bereits am 14. November einem Krebsleiden. Rand, 1933 im US Bundesstaat New York geborener Sohn eines Ornithologen und einer Herpetologin, veröffentlichte seinen ersten wissenschaftlichen Artikel bereits im zarten Alter von zwölf Jahren. Seine berufliche Karriere begann er mit 18 als Assistent im Field Museum of Natural History in Chicago. Später verbrachte Rand 33 Jahre in Panama Smithsonian Tropical Research Institute. Seine über 150 wissenschaftlichen Publikationen, vor allem die Biologie von Fröschen und Echsen betreffend, beinhalteten auch populärwissenschaftliche und terraristische Werke und machten ihn zu einem weltweit anerkannten Experten. Seine sicher bekanntesten Werke sind die Bücher "Ecology of a Tropical Forest: Seasonal Rhythms and Long-Term Changes" (1982) sowie "Iguanas of the World: Their Behavior, Ecology and Conservation" (1982). (Quelle: Washington Post Service)


Vergewaltiger bevorzugt?

(12.12.05) Der evolutionäre Trend zu Großwüchsigkeit bei männlichen Tieren sexual dimorpher Arten wird oft durch wahrscheinlichere Erfolge größerer Tiere bei Rivalenkämpfen sowie selektive Partnerwahl der Weibchen erklärt. Herpetologen der Oregon State University haben jetzt bei Strumpfbandnattern noch eine weitere Erklärungsmöglichkeit für dieses Phänomen gefunden: Größere Männchen sind erfolgreichere Vergewaltiger als ihre zierlicheren Geschlechtsgenossen. In Freilandversuchen waren größere Männchen unabhängig von der An- oder Abwesenheit von Rivalen erfolgreicher bei Paarungsversuchen. Vor allem konnten sie eventuelle Abwehrversuche der Weibchen wirksamer überwinden. Die Forscher regen an zu untersuchen, ob auch bei anderen Tierarten mit deutlichem Größenunterschied zugunsten der Männchen der Vergewaltigungserfolg ein positives Selektionskriterium darstellt. (Quelle: Shien et al., (2005): Evolution. Vol. 59, No. 11, pp. 2426–2432)


BERLINER MORGENPOST (Berlin, Germany) 07 December 05  Riesenschildkröten im Winterquartier

 Photo:  Besucher bei der Eröffnung des Riesenschildkröten-Hauses im Berliner Tierpark (Petersbild)

Ein langgehegter Wunsch des Berliner Tierparks ging am gestrigen Nikolaustag in Erfüllung: Die Riesenschildkröten bekamen ein Überwinterungshaus, das von den Besuchern betreten werden kann. Schildkröten und Schlangen sind die Schwerpunkte in der Friedrichsfelder Reptilienhaltung. Bereits in den 90er Jahren entstand eine Sommerfreianlage für die großen Schildkröten, jedoch mußten sie in jedem Herbst in das Krokodilhaus zum Überwintern gebracht werden. Aufgrund der Spendenbereitschaft vieler Tierparkfreunde und vor allem der Gemeinschaft der Förderer des Tierparks Berlin-Friedrichsfelde e.V. wurde es nun ermöglicht, ein Überwinterungshaus im Gewächshausstil zu errichten, das nicht nur den fünf Riesenschildkröten, sondern auch Besuchern Raum bietet.

         http://morgenpost.berlin1.de/content/2005/12/07/berlin/796872.html


AON (Vienne, Austria) 07 December 05  Charlize Theron lässt sich von Geckos inspirieren 

New York:  Für ihren neuen Science-Fiction-Film "Aeon Flux" hat sich Hollywood-Schauspielerin Charlize Theron (30) einige Bewegungen bei den Geckos abgeschaut. In dem Film spielt Theron eine Superheldin in einem eng anliegenden Anzug - und dafür studierte sie die Bewegungen der tropischen Echsen.

"Es gibt eine Szene, in der Charlize sich auf allen Vieren fortbewegt, mit dem Bauch nur einige Zentimeter über dem Boden, also schauten wir uns Videos von National Geographic über Geckos an, um deren Bewegungen zu analysieren", sagte ein Stunt-Koordinator der "New York Post". Theron hat selbst langjährige Erfahrung mit den Schuppentierchen. "Ich bin schließlich aus Afrika. Ich weiß alles über Geckos. Ich habe früher mit ihnen im Garten 'Alcatraz' gespielt", sagte sie.

         http://www.aon.at/jet2web/FE/LayoutTemplates/FE_Layout/0,4972,3463-1-603790-0,00.html


CHEMNITZER MORGENPOST (Chemnitz, Germany) 07 December 05  Gleich fünf Tunnel nur für kleine Kröten

 Photo:  Breiter Trichter, lange Röhre: So sehen die Krötentunnel aus, durch die die Amphibien die Eubaer Straße unterqueren sollen.   

Den Umweltschutz lässt sich die Stadt momentan so einiges kosten. In der Eubaer Straße wird kräftig gebuddelt - fünf Amphibientunnel werden dort eingebaut. Kos-tenpunkt: 40 000 Euro.

Katrin Fischer (37) vom Umweltamt erklärt: „Die Amphibien haben zwei verschiedene Lebensräume.“ Diese sind aber in Chemnitz durch die Eubaer Straße getrennt. Bei der jährlichen Krötenwanderung überqueren die Tiere die Straße und werden dann überfahren. „Das kann eine ganze Population ausrotten“, warnt Katrin Fischer. Doch mit den neuen Tunneln können die Tiere die Straße problemlos unterqueren.

Beim sächsischen Bund der Steuerzahler wundert man sich aber über die kräftige Investition. „Müssen es denn wirklich gleich fünf Tunnel sein?“, fragt sich der Vorsitzende Thomas Meyer (44).

         http://www.sz-online.de/nachrichten/artikel.asp?id=1021038


SWISSINFO (Bern, Switzerland) 06 December 05  Schweizer Reptilien und Amphibien gefährdet

Drei von vier in der Schweiz vorkommenden Amphibien- und Reptilienarten sind gefährdet oder sogar stark gefährdet.

         Dies zeigen die aktualisierten Roten Listen der gefährdeten Arten. Grund ist, dass die kleinen Tiere immer weniger Platz zum Leben haben.

20 Amphibienarten kommen in der Schweiz vor. 14 von ihnen stehen auf der Roten Liste, wie das Bundesamt für Umwelt, Wald und Landschaft (BUWAL) mitteilte.

Stark gefährdet sind demnach zwei Arten des Kamm-Molches, der Teichmolch, die Gelbbauch-Unke, die Kreuzkröte, der Springfrosch und zwei Arten des Laubfrosches.

Zu den stark gefährdeten Arten gehört auch die Geburtshelferkröte, deren Rückgang laut der Roten Liste vor allem in der Ost- und Zentralschweiz dramatisch ist. Dies habe teilweise mit dem Verlust von Lebensraum (Aufgabe von Feuerlöschteichen, Intensivierung des Kiesabbaus) und mit dem Aussetzen von Fischen in Laichgewässern zu tun.

Einzig beim äusserst seltenen italienischen Springfrosch konnte eine Bestandeszunahme nachgewiesen werden.

         Auch Reptilien gefährdet

         Den Reptilien geht es nicht besser als den Amphibien: Von 19 Arten in der Schweiz stehen 15 Arten oder Unterarten auf der Roten Liste. Drei davon sind vom Aussterben bedroht.

Es sind die Sumpfschildkröte, die in tiefen Lagen im Schweizer Mittelland, in der Westschweiz und im Tessin lebt, die Vipernatter und die Juraviper. Die Vipernatter kommt in den wärmsten Gebieten der Romandie vor.

         Zurückgedrängt

         Immer weniger Platz zum Leben ist nach Angaben des BUWAL der Grund, weshalb viele Schweizer Reptilien- und Amphibienarten ums Überleben kämpfen müssen. Kleinstlebensräume, so genannte Mikrohabitate, und extensiv bewirtschaftete Flächen würden laufend verschwinden.

Um Amphibien den geeigneten Lebensraum anzubieten, brauche es wieder mehr natürliche Gewässerdynamik. So könnten an See- und Flussufern zeitweise überschwemmte Gebiete entstehen, wie sie von vielen Amphibien bevorzugt werden.

Aber auch sonst sind vor allem temporäre Kleingewässer Mangelware. Deren Anzahl müsste massiv erhöht werden, um Amphibien mehr Lebensraum zu bieten.

Bereits 2001 hatte der Bund ein Inventar der Amphibien-Laichgebiete von nationaler Bedeutung verabschiedet.

         Rückzugs-Möglichkeiten

         Reptilien benötigen zum Leben trockene Steinmauern, alte Baumstrünke sowie Ast- und Steinhaufen. Solche Überbleibsel sollten erhalten, in Stand gesetzt und neu errichtet werden, schreibt das BUWAL.

Die Roten Listen wurden von der Koordinationsstelle für Amphibien- und Reptilienschutz (KARCH) nachgeführt. Wegen abweichender Kategorien und Kriterien sind die neuen Ausgaben mit den letzten Versionen von 1994 nicht direkt vergleichbar. Die neuen Listen wurden nach internationalen Standards erstellt.

         http://www.swissinfo.org/sde/swissinfo.html?siteSect=511&sid=6279842&cKey=1133859513000


BERLINER ZEITUNG (Berlin, Germany) 05 December 05  Brücken und Tunnel schützen Hasen und Kröten

Mit vielfältigen Mitteln werden bedrohte Tiere geschützt - damit gleichzeitig doch noch gebaut werden kann. Hier einige Beispiele.

Ein Amphibien-Leitsystem schützt an der Schönerlinder Chaussee in Pankow Erdkröten, Frösche und Molche vor dem Autoverkehr. Auch Igel nutzen die 15 Tunnel unter der Fahrbahn, die jeweils etwa 60 Zentimeter hoch und einen Meter breit sind, um an dem gut 600 Meter langen Straßenstück gefahrlos auf die andere Seite zu gelangen. 430 000 Euro stellten die EU und Berlin dafür bereit.

Etwa 30 Zauneidechsen müssen von einem ehemaligen Sportplatz in Adlershof zur Naturschutzstation Malchow und dann auf eine Wiese in der Wuhlheide umgesiedelt werden. Nur wenn die vom Aussterben bedrohten Tiere auf diese Weise gerettet werden, dürfen auf der Fläche Wohnhäuser gebaut werden. Die Umsiedlungsaktion soll rund 30 000 Euro kosten.

Um Großtrappen zu schützen, wurde Mitte der 90er-Jahre zwischen Buschow und Rathenow (Brandenburg) entlang der neuen ICE-Trasse ein sieben Meter hoher und ebenso breiter Erdwall angelegt. Die Großvögel sollen so vor den elektrischen Oberleitungen geschützt werden. Nachts sowie zur Nist- und Brutzeit wurden die Bauarbeiten eingestellt. Ergebnis der 25 Millionen Euro teuren Maßnahme: Die Großtrappen vermehren sich deutlich.

Seltene Seeadler legten 2003 für Monate die Bauarbeiten an der Bahntrasse Berlin-Hamburg lahm. Während der gut 40 Tage währenden Brutzeit durfte an der Strecke nicht gebaut werden. In der Nähe von Augsburg musste eine Bahnstrecke aufwändig verstärkt werden, weil seltene Dachse den Bahndamm unterwanderten.

Um Hirsche, Rehe und Hasen an Autobahnen zu schützen, entwickelten Naturschützer so genannte Grünbrücken. Diese führen von Wald zu Wald über Autobahnen, zum Beispiel über die A 2, die A 13 und die A 11 (Nähe Schorfheide). Die Grünbrücken sind bepflanzt und mit Erdboden belegt, so dass die Tiere sie wie einen erweiterten Waldweg wahrnehmen.

Um bedrohte Feldhamster stritt die Politik in Nordrhein-Westfalen. Die Tiere waren zwischen Aachen und Heerlen entdeckt worden, dort sollte ein deutsch-niederländisches Gewerbegebiet entstehen. Weil die EU-Kommission mit Klage drohte, wurde vom Land NRW ein Feldhamster-Wiedereinbürgerungsprogramm aufgelegt.

         http://www.berlinonline.de/berliner-zeitung/berlin/506225.html


Zusammensetzung der Hautgifte als Hilfsmittel bei der Froschsystematik

(06.12.05) Die amerikanischen Rotbeinfrösche Rana aurora draytonii und Rana aurora aurora wurden bisher wegen großer morphologischer Ähnlichkeiten als Unterarten derselben Spezies betrachtet. Herpetologen der United Arab Emirates University um J Michael Conlon analysierten die antibiotisch wirksamen Hautgifte dieser Frösche und kamen dabei zu dem Schluss, dass die Abweichung voneinander so groß ist, dass sie eine artliche Trennung der beiden Formen rechtfertigt. Von jeder Art wurden dabei zehn verschiedene Peptide isoliert und sequenziert, wobei die Spenderindividuen beider Arten zur gleichen Jahreszeit und unter den gleichen Bedingungen gesammelt wurden. Die Autoren empfehlen anhand ihrer Befunde, der Zusammensetzung der Hautgiftpeptide bei der Amphibientaxonomie generell mehr Beachtung zu schenken. (Quelle: Conlon et al., Peptides, 21.11,2005).


Waldeidechsenweibchen nehmen keinen aktiven Einfluss auf das Geschlecht ihrer Nachkommen

(06.12.05) Nach der Sex allocation theory wird eine vermehrte Investition der Mütter in die Überlebenschancen der Nachkommen mit dem für die jeweilige Population selteneren Geschlecht durch die Evolution gefördert. Der Einfluss der Mutter kann sich dabei beispielsweise in entsprechend selektiver Brutpflege oder auch durch Beeinflussung des Geschlechterverhältnisses bei den Geburten manifestieren. Zur experimentellen Überprüfung dieser Theorie bei heimischen Reptilienpopulationen, testeten Herpetologen der Université Pierre et Marie Curie, Paris, ob Bergeidechsenweibchen (Zootoca vivipara) auf eine Veränderung der Geschlechterverteilung der Adulti in ihrer Umgebung reagieren, indem sie selektiv Tiere eines Geschlechtes entfernten. Weder bei Männchen- noch bei Weibchenüberschuss änderte sich jedoch daraufhin das Geschlechterverhältnis bei den Bergeidechsengeburten. (Quelle: J Evol Biol, 1.11. 2005; 18(6): 1455-63)


Schildkrötenpersönlichkeiten

(05.12.05) Kristin Berry, Wissenschaftlerin des U.S. Geological Survey, ist überzeugt davon, dass Gopherschildkröten (Gopherus agassizi) keineswegs verhaltenseinheitliche, Instinkt gesteuerte Lebewesen sind, sondern vielmehr in hohem Masse individualisierte Eigenschaften und Verhaltensweisen zu Tage legen können. »mehr (Quelle: Los Angeles Times, 28.11. 2005)


DER SPIEGEL (Berlin, Germany) 02 December 05  Zweiköpfige Schildkröte verblüfft Umweltschützer (Markus Becker)

 Photo: Zweiköpfige Schildkröte: Seltene, aber keinesfalls sensationelle Erscheinung

San José (AP):  Eigentlich ist es nur eine gewöhnliche Karibische Bastardschildkröte, noch dazu ziemlich klein. Doch das Reptil hat zwei Köpfe - und die machen es zum Vorboten weit größerer Probleme, glaubt zumindest der Word Wildlife Fund For Nature (WWF).

"Die Schildkröte hat die Aufmerksamkeit des WWF erregt, weil dieser Geburtsfehler mit Umweltverschmutzung oder steigenden Temperaturen in Verbindung stehen könnte", sagte Carlos Drews, Mitarbeiter der Umweltorganisation. Und er ging noch weiter: Die Schildkröten-Spezies könne gar als "Indikator für den Klimawandel und die Wirkung von Pestiziden sowie Landwirtschafts-Chemikalien auf Küsten- und Meeresökosysteme dienen".

Reptilien-Experten möchten dem regionalen WWF-Koordinator für Meeresschildkröten allerdings nicht folgen. Denn zum einen sind Mutationen, die etwa zweiköpfige Tiere zur Folge haben, zwar selten, aber nicht sensationell. "Ich selbst habe schon mehrere gesehen", sagte Sheryan Epperly, Meeresschildkröten-Experte des U.S. National Marine Fisheries Service in Miami.

Zum anderen könne ein einzelnes Tier keinesfalls mit regionalen oder gar globalen Veränderungen in Zusammenhang gebracht werden, betonte Jakob Hallermann von der Universität Hamburg. "Erst bei einem verstärkten Auftreten innerhalb einer Population wäre eine solche Missbildung bedeutsam", sagte der Reptilien-Fachmann im Gespräch mit SPIEGEL ONLINE.

Eine Invasion zweiköpfiger Schildkröten scheint es in Costa Rica derzeit aber nicht zu geben: Das jetzt entdeckte Exemplar kam am 20. November an einem geschützten Strand 225 Kilometer westlich der Hauptstadt San José zur Welt, wo Tausende weibliche Schildkröten ihre Eier ablegen. Ein zweites Doppelkopf-Reptil hat sich bisher nicht blicken lassen.

Selbst wenn demnächst doch noch viele missgebildete Schildkröten ihr doppeltes Haupt erheben sollten, wäre es laut Hallermann schwierig, die genaue Ursache dingfest zu machen. "Solche Missbildungen werden normalerweise durch Erbgutschäden beim Muttertier verursacht", erklärt der Biologe. Aus verstrahlten oder vergifteten Eiern würden in der Regel erst gar keine lebendigen Wesen schlüpfen. Meeresschildkröten aber werden uralt und reisen mitunter Tausende Kilometer weit durch die Ozeane. "Da ist es fast unmöglich, die Belastung lokal und zeitlich einzugrenzen."

            http://www.spiegel.de/wissenschaft/erde/0,1518,387873,00.html


MITTELBADISCHEN PRESSE (Baden, Germany) 02 December 05  Mit dem Giftbiss tötet sie die Opfer: Reptilien-Serie: Die Kreuzotter  (Wolfram Hessner)

            In einer Serie stellt die Mittelbadische Presse Reptilien im Kreis vor. Im heutigen sechsten Teil geht es um die Kreuzotter.

Die Kreuzotter besiedelt eines der größten Verbreitungsgebiete aller Schlangen überhaupt. Es reicht vom äußersten Westen Großbritanniens und Frankreichs bis zur Pazifikküste im Fernen Osten. In Deutschland ist sie, abgesehen von einem kleinen Restvorkommen der Aspisviper am Südrand des Schwarzwaldes, die einzige Giftschlangenart.

Ihre Zugehörigkeit zu den giftigen Vipern erkennt man an den senkrecht geschlitzten Pupillen. Sie braucht Wohngebiete mit starken Tag-Nacht-Temperaturschwankungen und hoher Luftfeuchtigkeit. Zuflucht findet die Schlange meist in Mauselöchern, dichtem Buschwerk oder unter Steinen und Baumwurzeln.

Kreuzottern überwintern oft in größerer Anzahl in gemeinsamen Quartieren. Häufig dienen dazu verlassene Kleinsäuger-Baue. Besonders geeignet ist ein Quartier, wenn in unmittelbarer Nähe des Ausgangs windgeschützte, süd- bis südwestexponierte vegetationsarme Flächen zur Verfügung stehen, die im zeitigen Frühjahr als Sonnenplätze und etwas später zur Paarung genutzt werden können. Diese Orte dienen den Männchen auch als regelrechte Turnierplätze für ihre »Kommentkämpfe«. Dies sind ritualisierte Scheinkämpfe. Dabei umschlingen sich die Gegner und versuchen, den Vorderkörper des anderen niederzudrücken

Die Paarung findet besonders abends und nachts statt. Das Männchen muss das Weibchen oft lange umwerben. Wie das Paarungsvorspiel, so kann auch die eigentliche Paarung stundenlang dauern. Nach der stark von den Witterungsverhältnissen abhängigen Entwicklungszeit von etwa vier bis fünf Monaten werden im September/Oktober 5 bis 15 (selten bis 20) Junge geboren.

Im Unterschied zu Nattern, die ihrem Nahrungserwerb auf weiten Streifzügen nachgehen, ihre Opfer aufspüren, verfolgen und entweder lebend oder erdrosselt verschlingen, lauern Vipern ihren Beutetieren auf. Zum Erkennen der Beute dient vor allem der Geruchssinn.

Duftspuren werden durch Züngeln eingefangen und am »Jacobsonschen Organ«, einer mit Riechzellen ausgekleideten Grube im Gaumen, analysiert. Wird ein Beutetier von einer Kreuzotter wahrgenommen, versetzt sie ihm den Giftbiss, der das Opfer bald lähmt oder tötet.

Vipern sind im Besitz von Giftzähnen, durch die das kreislaufschädigende Gift in die Blutbahn des Opfers injiziert wird. Dort wirkt es vor allem zerstörend auf Gewebe und Blutzellen. Das Viperngift kann teilweise auch dem Menschen gefährlich werden, bei dem es starke Schmerzen hervorruft und zu Ödemen, Lymphgewebeschwellungen, Fieber, Übelkeit, Erbrechen und wegen Blutgerinnungsverlust zu unstillbaren Blutungen führen kann. Es wirkt jedoch beim gesunden Menschen nur ausnahmsweise tödlich. Unbedingt sollte aber ein Arzt aufgesucht werden.

Die Gefährlichkeit und vermeintliche Aggressivität von Schlangen wird meist überschätzt. Bei Annäherung eines Menschen nehmen die Tiere schon auf weite Entfernung die Bodenerschütterungen wahr und ziehen sich zurück. Nur bei kühlem oder schwül-heißem Wetter sind Schlangen häufiger so träge, dass sie an Ort und Stelle liegen bleiben. Erschreckt man die Tiere, verteidigen sie sich durch blitzschnelles Beißen.

Der drastische Rückgang der Kreuzotter steht in engem Zusammenhang mit der Kultivierung von Mooren und der Zerstörung bzw. Aufforstung von Heiden und anderen offenen oder halboffenen Biotoptypen sowie mit dem Verlust der Nahrungsgrundlagen, beispielsweise durch Gifteinsatz. Daneben hat die auch heute noch vorkommende direkte Verfolgung durch den Menschen einen Anteil an der schlechten Bestandssituation der Kreuzotter.

Körpergröße: 50 bis 60 Zentimeter

Färbung: Variable, graue bis braune Grundfärbung mit dunklem Zickzackband auf dem Rücken und dunklen Flecken an den Flanken, Männchen meist heller als Weibchen; Bauchseite grau bis schwärzlich einfarbig oder verschwommen hell gefleckt; besonders im Gebirge und im nördlichen Verbreitungsgebiet auch rein schwarze Farbvariante; rötliche Augen mit senkrecht geschlitzter Pupille

Nahrung: hauptsächlich Mäuse, aber auch Eidechsen und Amphibien, seltener bodenbrütende Vögel

Paarung: April, Mai

Alter: durchschnittlich 5 bis 8 Jahre, maximal 15 Jahre.

http://www.baden-online.de/news/artikel.phtml?page_id=63&db=news_lokales&table=artikel_ortenau&id=5695


DARMSTADTER ECHO (Darmstädt, Germany) 02 December 05  Im Forst ein neuer Teich für Amphibien.  Naturschutz: Südlich der K 128 bei Dieburg entsteht mit Spenden des Flughafenbetreibers Fraport ein Laichgewässer

Dieburg:  Kaum hat die Dieburger Naturschutzbund-Ortsgruppe von der Fraport AG, der Betreibergesellschaft des Frankfurter Flughafens, eine Spende von 17 000 Euro für den Amphibienschutz bekommen (wir berichteten), werden auch schon im Dieburger Forst südlich der Kreisstraße 128 ein neuer Amphibien-Teich und Stopp-Rinnen ausgehoben. „Da ist keine Zeit zu verlieren. Wir müssen jetzt sofort handeln, damit sich während des Winters bereits Wasser im Teich sammeln kann“, erläuterte Hans-Werner Franz, der zusammen mit Rudi Barthel im neuen „Krötenteich“ mit Hacke und Schaufel Feinarbeiten erledigt.

Die beiden Männer von der Ortsgruppe Dieburg im Naturschutzbund haben auch die nächsten Tage einiges im Dieburger Forst zu tun, wo parallel ein neuer Lebensraum und ein neuer Abfang-Graben angelegt werden. Amphibien, vor allem Kröten und Frösche, sollen abgefangen werden, damit sie auf der Kreisstraße nicht unter die Räder kommen.

Mit der Finanzspritze der Fraport konnte in den letzten Tagen bereits der Einsatz einer Dieburger Baufirma mit einem Bagger finanziert werden. Das stählerne Maul grub sich in den Waldboden, riss Wurzeln und Baumstrünke heraus. Hob eine Mulde aus. Teils in Handarbeit wird nun das Gelände moduliert. Das Forstamt Dieburg hat die Anlage des Amphibien-Teichs und der Rinnen genehmigt.

Die Kasten-Rinne wird bis sechs Meter breit. Der Teich, der stellenweise eine Wassertiefe von mehr als einem Meter erreichen kann, wurde in einem Waldstück angelegt, das von Buchen und Eichen geprägt ist. Auch im Frühjahr und in den Sommermonaten wird noch etwas Licht durch das Laubwerk auf den Teich fallen, denn die Amphibien mögen kein finsteres Laichgewässer.

Die Nabu-Mitglieder hoffen, dass die Amphibien anstelle des langsam austrocknenden Laich-Gewässers auf dem Gelände der Fachhochschule jenseits der Kreisstraße den neuen Teich als Lebensraum annehmen. Dann würde auch der gefährliche Amphibien-Trip über die Fahrbahn wegfallen.

Derzeit ist die größte Sorge der Dieburger Naturschutzbund-Ortsgruppe, dass der neue Teich sich nicht rasch genug mit Wasser füllen könnte. „Wir warten erst einmal die Niederschläge während des Winters ab“, meinte Hans-Werner Franz allerdings gelassen. Sollte sich in der ausgehobenen Mulde, die von Lehm- und Lettschichten (auch von Sandzonen) umgeben ist, nicht genügend Wasser sammeln, muss wohl die Dieburger Feuerwehr Wasser aus der Gersprenz zuleiten, schlägt Franz vor, der zusammen mit Rudi Barthel am Rand des Waldweges auch gleich ein neue Hinweisschild auf die neue Schutzmaßnahme anbrachte.

Im Frühjahr kommenden Jahres wollen die Dieburger Amphibien-Schützer auch noch einen mobilen Krötenzaun im Forst auf einer Länge von etwa einem halben Kilometer aufbauen. Das soll rechtzeitig geschehen, bevor die Kröten, Frösche und Lurche im Frühjahr in ihren Winterquartieren wieder langsam auftauen - was wörtlich zu nehmen ist - und sich dann in warmen Nächten auf die Wanderung zu den Laichzonen machen.

            http://www.echo-online.de/suedhessen/detail.php3?id=337691


LAMPERTHEIMER ZEITUNG (Lampertheim, Germany) 01 December 05  Frösche, Molche und Kröten gehen elendig ein Gullys und Schächte amphibienfreundlich abdecken

Lampertheim:  Der Naturschutzbund NABU weist darauf hin, dass jetzt viele Amphibien auf der Suche nach einem geeigneten Winterquartier in Lichtschächte von Kellergeschossen oder in Gullys fallen. Jährlich gehen so Millionen von Fröschen, Kröten, Molchen, Unken und Salamandern qualvoll ein, weil sie aus den scheinbar sicheren Winterquartieren nicht mehr entkommen können. Hier könne jedoch leicht Abhilfe geschaffen werden, so der NABU.

"Amphibien wie Frösche, Kröten und Molche, welche durch die warme Witterung in den vergangenen Wochen mitunter noch aktiv waren, suchen spätestens jetzt ein dunkles, feuchtes Versteck als Winterquartier", erklärt Sibylle Winkel, Artenschutzexpertin des NABU Hessen. "Dabei entpuppen sich Kellerschächte und Gullys als regelrechte Amphibienfallen, aus denen die Tiere nicht wieder herauskommen. Dort trocknen sie einfach aus oder verhungern im nächsten Frühjahr." Das Problem könne ganz leicht entschärft werden, indem Gullys und Lichtschächte von Kellergeschossen mit einem feinmaschigen Gitter ausgestattet werden, durch welche die Amphibien nicht fallen können. "Auch hohe Kelleraußentreppen sind eine Einbahnstraße für unsere Lurche", so die Biologin. "Sie sollten deshalb regelmäßig überprüft werden."

Der NABU appelliert gleichzeitig an Kommunen und Planer, bei künftigen Siedlungsplanungen auch stärker die Todesgefahren für Kleintiere zu vermeiden, indem schon entsprechend geplant werde. "Das kostet nicht viel Geld - eher Gehirnschmalz", so der NABU. Eine kleine Maßnahme mit großem Effekt: Bordsteine in entsprechenden Abständen anschrägen, damit Kröten, die daran entlang wandern, nicht automatisch zu den Wasserableitungen geführt werden und dann in Schächten und Kanälen elend umkommen. Der NABU appelliert an die Kommunen, dies bei turnusmäßigen Baumaßnahmen zu berücksichtigen.

"Besonders wichtig ist die erste Straßenreihe einer Siedlung, die an Wald oder Feuchtwiesen angrenzt - denn auf diese Straßen geraten Frösche, Kröten und Salamander regelmäßig", sagt Sibylle Winkel. "Ohne Mehrkosten - aber mit großem Effekt - kann so der Natur auch in Siedlungsbereichen geholfen werden", betont die Biologin.

            http://www.main-rheiner.de/region/objekt.php3?artikel_id=2158718


EXPRESS (Köln, Germany) 01 December 05  Königspython Im Regal - Junge Mutter fand Reptil in ihrer Wohnung (Achim Behn)

Bonn/Troisdorf:  Wenn man panische Angst vor Schlangen – besonders vor tieretötenden Riesen-Würgeschlangen – hat, ist es eigentlich gut, wenn man im ersten Stock eines Hauses in Troisdorf wohnt.

Aber ausgerechnet hier fand Mia F. einen afrikanischen Königs-Python. Im Spielzeug-Regal ihres Sohnes.

Gerade war Mias Sohn Louis (3, alle Namen geändert) vom Mittagsschlaf aufgewacht. Für ihren kleinen Liebling wollte die junge Mutter Spielzeug aus dem Regal im Flur ihrer Wohnung holen. Als die 25-Jährige Richtung Spielzeug starrte, blieb ihr fast das Herz stehen.

„Es hat lange gedauert bis ich realisiert habe, dass das wirklich eine Schlange ist. Ich hatte große Angst“, so die zweifache Mutter. Da ihr Mann Pete gerade bei der Arbeit war, rief Mia ihre Freundin Sandra J. zur Hilfe, die im Erdgeschoss wohnt.

„Ich dachte zuerst, dass Mia mich reinlegen will“, so die 22-Jährige. Die beiden Freundinnen brachten die Kinder in Sicherheit.

            http://www.express.de/servlet/Satellite?pagename=XP/index&pageid=1006361736814&rubrik=268&artikelid=1132395296548


Zu viele Männchen sind gar nicht gut

(02.12.05) Männchen-Überschuss kann zum Aussterben kleiner Populationen führen, berichten Biologen der Universität Oslo im Fachblatt PNAS. Sie hatten verschiedene Gruppen von Wald-Eidechsen mit unausgewogenem Geschlechterverhältnis im Labor beobachtet. Gruppen mit einem hohen Anteil von Weibchen wuchsen. Bestand die Gruppe aber zu drei Vierteln aus Männchen, dann schrumpfte sie im Lauf eines Jahres deutlich. Das lag auch am rüden Paarungsverhalten der Echsen. So erlagen Weibchen den Folgen von Bisswunden. Durch die hohe Sterblichkeit der Weibchen wurde das Geschlechterverhältnis weiter zugunsten der Männchen verschoben. Quelle: Deutschlandradio, Forschung Aktuell - Meldungen, 29.11.05)


Zukunft der Declining Amphibian Populations Task Force (DAPTF)

(29.11.05) Auf dem Mitte September in Washington D.C. abgehaltenen Amphibian Conservation Summit wurde beschlossen, dass die DAPTF sich mit der Global Amphibian Specialist Group (GASG) und dem Global Amphibian Assessment (GAA) zu einer einheitlichen und dann hoffentlich schlagkräftigeren Organisation, der Amphibian Specialist Group (ASG) zusammenschließen wird. Innerhalb der ASG wird die ehemalige DAPTF für den Forschungsaspekt der Organisation zuständig sein. Auf dem gleichen Symposium wurde außerdem ein umfangreicher Aktionsplan zum Amphibienschutz, der Amphibian Conservation Action Plan (ACAP), beschlossen. Datailinformationen zum ACAP gibt es hier. (Quelle: FROGLOG 71)


Rettungsplan für Axolotl

(29.11.05) Der in Laboratorien und Privataquarien weit verbreitete neotene Querzahnmolch Ambystoma mexicanum, besser bekannt als Axolotl, ist in seiner Heimat vom Aussterben bedroht. Die Art lebt seit jeher ausschließlich im Xochimilco See (Mexiko) und leidet sehr unter der anthropogenen Verschmutzung seines Heimatgewässers. Als Abschluss einer zweijährigen Studie trafen sich bereits im Dezember 2004 Vertreter von Umweltschutzorganisationen und Behörden in Mexiko, um einen Aktionsplan zur Rettung der Art zu entwerfen. Biologie, ökologische Wechselwirkungen, Umweltfaktoren und menschliche Nutzung des bekannten Schwanzlurches wurden ebenso diskutiert wie die Gesetzeslage, soziale Faktoren und pädagogische Aufklärungsmaßnahmen. Heraus kam ein nach Prioritäten geordnetes Netzwerk aus spezifischen Zielen und geplanten Aktionen unter Zuweisung spezifischer Aufgaben für die beteiligten Organisationen. Das Dokument kann als pdf von R.A. Griffiths oder Jeanne McKay angefordert werden (Stichwort: Species Action Plan For The Mexican Axolotl) (Quelle: FROGLOG 71).


Giftige Echsen

(28.11.05) Laut Wissenschaftlern sind wesentlich mehr Echsenfamilien als bisher angenommen giftig; darunter sind auch einige als Terrarientiere besonders beliebten Arten. Bis jetzt schrieb man Echsenbisse (von Arten die für ungiftig gehalten wurden), die Schmerzen und Schwellungen nach sich zogen, den Bakterien auf den Zähnen zu. Diese Bakterien befinden sich auf Essensresten zwischen den Zähnen. Solche Symptome sind wohl Giften zuzuschreiben, meint Dr. Bryan Fry von der Universität Melbourne, einer der Autoren, die ihre Forschung online veröffentlichten. Das Gift sei der perfekte K.O.- Schlag von Arten der Familie Varanidae gegen ihre Beutetiere wie zum Beispiel kleine Säuger oder andere Echsen. Fry und anderen Wissenschaftlern war es gelungen, Crotamin, das gut bekannte Gift der Klapperschlangen, deren Biss für Menschen tödlich sein kann, in Bartagamen zu isolieren. Für Bartagamenhalter bestehe trotzdem keinerlei Gefahr, da das Gift in diesen Echsen in viel zu geringer Menge vorhanden sei, als das es Menschen gefährlich werden könnte. Neben den bekannten Giftechsen der Gattung Heloderma und den Giftschlangen muss man nun also zwei weitere Taxa der Reptilia den "Gifttieren" zuordnen: Warane und leguanartige Echsen, zu denen auch die Agamen gehören. Die Zahl der giftigen Reptilien muss laut der Studie verdoppelt werden auf etwa 4600 Spezies. Der Medizin steht nun ein weites unbekanntes Feld offen, die Erforschung der Echsengifte. Das Giftmelken der großen Warane jedenfalls ist verhältnismäßig einfach und ergiebig. (Quelle: Reuters, Leiden/ Niederlande, Wendel Broere 16.11.05)


Wie Geckos kleben

(28.11.05) Den Wissenschaftlern des Max-Planck-Institutes für Metallforschung in Stuttgart ist es gelungen, dank der modernen Mikroskopie den Adhäsionsmechanismus der Geckofußsohlen bis ins kleinste Detail zu untersuchen. Unter Adhäsion versteht man das Haften von verschiedenen Teilen aneinander wegen der Molekularkräfte der Oberflächenatome. Die Haftung an den Untergrund mithilfe der Adhäsionskräfte ist umso stärker, je höher die Feuchtigkeit ist. Auf den Sohlen der Geckos befinden sich etwa eine Billion so genannte Spatulae, feine Härchen, circa zweihundert Nanometer breit und lang. Diese Härchen stellen die Verbindung zum Untergrund her. Sie sitzen hierarchisch geordnet auf den Spitzen der Setae. Dies sind Härchen die wesentlich größer sind und ein Zehntel des Durchmessers eines menschlichen Haares haben. Diese etwa hundert Mikrometer langen und sechs Mikrometer breiten Strukturen bilden zusammen die Lamellen, die mit einer Größe zwischen vier- und sechshundert Mikrometern für das menschliche Auge makroskopisch sichtbar sind. Dieses System aus drei "Ebenen" erlaubt es vielen Geckos, an beinahe jeder Oberfläche kopfüber zu laufen. Bisher war nur klar, dass diese Adhäsion "trocken" funktioniert, also ohne dass das Tier ein Sekret ausscheidet, welches für das Festhaften sorgt. Dennoch spielt Feuchtigkeit eine wichtige Rolle, da jede irdische Oberfläche an Land von einem dünnen Wasserfilm überzogen ist. Untersuchungen dazu wurden bis jetzt nur auf der Ebene der Lamellen und Setae ausgeführt. Die Stuttgarter haben herausgefunden, dass die Kapillarkräfte und die Adhäsionskräfte umso stärker wirken, je stärker die Fähigkeit des Substrates ist, an der Oberfläche Wasser zu binden. (Quelle: Pressemitteilung der Max-Planck Gesellschaft, 10.11.05; Originalarbeit: Huber, G., Mantz, H., Spolenak, R., Mecke, K., Jacobs, K., Gorb, S. and Arzt, E.: Evidence for capillarity contributions to gecko adhesion from single spatula nanomechanical measurements. - PNAS, vol. 102, no. 45, 16293 - 16296, November 8, 2005; Huber, G., Gorb, S., Spolenak, R. and Arzt, E.: Resolving the nanoscale adhesion of individual gecko spatulae by atomic force microscopy - Biol. Lett., vol. 1, no. 1, 2 - 4, March 22, 2005)


Wie Reptilien schlafen

(28.11.05) An der Indiana State University wird derzeit das Schlafverhalten von Grünen Leguanen unter Laborbedingungen erforscht. Die Wissenschaftler erhoffen sich Antworten auf einige Fragen, darunter auch auf die fundamentale: Warum existiert Schlaf? Es wird vermutet, dass die meisten Arten im Tierreich Schlaf brauchen. Dabei unterscheidet sich das Schlafverhalten jedoch beträchtlich: manche Fledermausarten ruhen für zwanzig Stunden täglich; eine Giraffe dagegen gerade einmal zwei Stunden. Außerdem ist Schlafen nicht nur bei Wirbeltieren verbreitet. Gut untersucht sind zum Beispiel Fruchtfliegen (Drosophila). Diese schlafen zehn Stunden täglich. Evolutionär gesehen ist das Schlafen geschätzte 600 Millionen Jahre alt. Auffallend ist, wie ähnlich die Gründe für diese Art des Ausruhens bei einem Insekt wie Drosophila und den Mammalia einschließlich des Menschen ist; demnach ist Schlaf laut Dr. Tononi, einem Psychiater der Universität von Wisconsin, ursprünglich entstanden, um den Neuronen eine Erholungspause vom "Lernen" zu bieten. Während der wachen Phase lerne man ständig; das Lernen stärkt und bildet Synapsen, die Verbindungen zwischen den Neuronen; diese Synapsen brauchen viel Energie. Um den Energieverbrauch nicht ins Unendliche zu treiben, wird die Aktivität des Gehirns heruntergefahren, der Organismus schläft. Diese Hypothese soll nun anhand des Schlafverhaltens von Tieren getestet werden. Vögel scheinen die Möglichkeit zu besitzen, in Gefahrensituationen nur mit einer Gehirnhälfte zu schlafen, um so bei Gefahr schneller fliehen zu können. Nun möchte man herausfinden, ob Reptilien dieselbe Strategie entwickelt haben. Bisher weiß man nur, dass Echsen ein Auge für längere Zeit schließen können, aber ob dies gleichzeitig auf einen "halben Schlaf" hindeutet, ist noch unbekannt. Den Leguanen von Indiana rückt man nun mit Elektroden ans Gehirn, um darüber Aufschluss zu erhalten. Man erhofft sich aus diesen Erkenntnissen auch, Neues über die Ursachen von Stress bedingten Schlafstörungen beim Menschen zu erfahren. (Quelle: Carl Zimmer, The New York Times, 8.11.05)


Der Tyrannosaurus rex unter den Krokodilen

(28.11.05) In der Zeitschrift "Science" wurde jüngst die Entdeckung eines Reptils veröffentlicht, das vor 135 Millionen Jahren lebte, zur Blütezeit der Dinosaurier. Das Krokodil, ein Meeresbewohner, sah mit seiner kurzen, stumpfen Schnauze eher aus wie ein T. rex. Obwohl es mit seinen geschätzten 3,5-4 Metern nicht zu den längsten Krokodilen gehörte, unterscheidet es sich von anderen Arten auch noch durch die Zahl der Zähne, die bei den meisten anderen Krokodilen über hundert beträgt. "Godzilla", wie das Tier von den Autoren auch genannt wird, besaß nur zweiundfünfzig. Mark A. Norell, Kurator für Paläontologie am American Museum of Natural History, meint die Art könnte die ökologische Nische besetzt haben, die heute die Killerwale einnehmen. Als Beute kommen Formen wie Ichthyosaurus und Plesiosaurus in Betracht. Die wissenschaftliche Erforschung, finanziert von der National Geographic Society, unter der Leitung von Zulma Gasparini von der National University von La Plata/Argentinien, begann 1996 mit der Entdeckung des komplett erhaltenen fossilen Schädels der Art, wissenschaftlich Dakosaurus andiniensis genannt, in Patagonien. Zur Zeit, als Dakosaurus gelebt hat, war diese Region viel weiter nördlich und unter Wasser gelegen. (Quelle: Kenneth Chang, The New York Times, 11.11.05)


Fossile Reptilien II

(28.11.05) Ein Mosasaurier, den der Amateurforscher Van Turner vor sechzehn Jahren in der Nähe von Dallas entdeckt hat, ist nun im Netherlands Journal of Geosciences von den Paläontologen Michael Polcyn und Gordon Bell Jr. Beschrieben worden als Dallasaurus turneri. Auch diese Spezies wird nun gerne in Anspielung auf den bekanntesten Raubsaurier "T-Rex des Meeres" genannt. Die Art ist ein wichtiges Glied in der Evolution der Mosasaurier; sie besaß flossenähnliche Gliedmaßen. Fünf ähnliche, primitive Formen mit Gliedmaßen, die das an Land gehen ermöglichten, waren bis jetzt aus dem Mittleren Osten bekannt geworden. Ein Modell der neuen Form, das knapp einen Meter lang ist, steht im Museum für Naturgeschichte in Dallas. Dort sieht man die Entdeckung als wichtig an, um mehr über den Ursprung der Mosasaurier zu erfahren. Äußerlich ähnelt das Tier am ehesten einem Komodowaran, Varanus komodoensis. Vor etwa 65 Millionen Jahren, als die Art ausstarb, war der größte Teil der Region um Dallas, in der das Skelett gefunden wurde, von Meerwasser bedeckt. Die Art ist nicht näher verwandt mit dem ebenfalls kürzlich entdeckten Dakosaurus andiniensis (s. Meldung oben) aus Südamerika. (Quelle: Associated Press)


Neue Heimat für Mokomokos

(28.11.05) Ein großer Teil der endemischen Reptilienarten auf Neuseeland ist heute im Bestand bedroht. Darum beschlossen die neuseeländischen Behörden bei der Erweiterung des Northern Motorway, zumindest die besonders bedrohten "Mokomokos" (eine Maoribezeichnung für Echsen) Naultinus elegans und Hoplodactylus
granulatus
im betroffenen Gebiet einzufangen und in das Open Sanctuary des Tawharanui Regional Parks umzusiedeln. Die feierliche Freilassung der bereits eingesammelten Tiere erfolgt am Abend des 25. November. Die Aktion ist die erste größere Gecko-Umsiedlungsmaßnahme in Neuseeland, die wissenschaftlich betreut und verfolgt wird. Während der Wartezeit in Gefangenschaft haben die insgesamt 80 eingefangenen Exemplare der beiden lebend gebärenden Geckoarten erfreulicherweise durch etliche Geburten ihre Gesamtzahl auf etwa 130 Tiere vergrößert. Zunächst werden nur die Adulti ausgewildert. Ihr Nachwuchs soll erst im nächsten Frühjahr folgen. Das ermöglicht den Naturschützern, vor dem Freilassen der Jungtiere anhand der Überlebenserfolge der Eltern die Eignung der verschiedenen Freilassungsorte einschätzen zu können. Neuseeländische Naturschützer versprechen sich von der Auswertung der Aktion generell hilfreiche Erkenntnisse, die für den Erfolg weiterer nötig werdender Umsiedlungsaktionen maßgeblich werden könnten. Da die Geckos auf Maoriland gesammelt werden mussten und diese Tiere in den Mythen und der Religion der Ureinwohner eine wichtige Rolle spielen, wurde vor der Umsiedlung auch die Erlaubnis der zuständigen Maoriorganisation eingeholt. (Quelle: Press Release Northern Gateway Alliance; 21.11.2005)


GRENCHNER TAGBLATT (Grenchen, Switzerland) 29 November 05  Schweizer Reptilien und Amphibien gefährdet

Drei von vier in der Schweiz vorkommenden Amphibien- und Reptilienarten sind gefährdet. Dies zeigen die aktualisierten Roten Listen der gefährdeten Arten. Grund ist, dass die kleinen Tiere immer weniger Platz zum Leben haben.

20 Amphibienarten kommen in der Schweiz vor. 14 von ihnen stehen auf der Roten Liste, wie das Bundesamt für Umwelt, Wald und Landschaft (Buwal) mitteilte.

Potenziell vom Aussterben bedroht ist etwa der Wasserfrosch. Der kleine, grüne Kletterer braucht miteinander vernetzte, stehende und warme Gewässer zum Laichen. Eine Ausnahme unter den Amphibien ist der nur im südlichsten Tessin lebende Italienische Springfrosch: Sein Bestand ist gewachsen.

Den Reptilien geht es nicht besser als den Amphibien: Von 19 Arten in der Schweiz stehen 15 auf der Roten Liste. Drei davon sind akut vom Aussterben bedroht. Es sind die Sumpfschildkröte, die in tiefen Lagen im Schweizer Mittelland, in der Westschweiz und im Tessin lebt, die Vipernatter und die Juraviper. Die Vipernatter kommt in den wärmsten Gebieten der Romandie vor.

Immer weniger Platz zum Leben ist nach Angaben des Buwal der Grund, weshalb viele Schweizer Reptilien- und Amphibienarten ums Überleben kämpfen müssen. Kleinstlebensräume, so genannte Mikrohabitate, würden laufend verschwinden.

Um Amphibien den geeigneten Lebensraum anzubieten, schlägt das Buwal vor, die natürliche Gewässerdynamik wieder herzustellen. So könnten an See- und Flussufern zeitweise überschwemmte Gebiete entstehen. Bereits 2001 verabschiedete der Bund ein Inventar der Amphibienlaichgebiete von nationaler Bedeutung.

Reptilien benötigen zum Leben trockene Steinmauern, alte Baumstrünke sowie Ast- und Steinhaufen. Solche Überbleibsel sollten erhalten, in Stand gesetzt und neu errichtet werden, schreibt das Buwal. (sda)

         http://www.grenchner-tagblatt.ch/pages/index.cfm?dom=30&rub=100004698&nrub=0&sda=1&Artikel_ID=101108560


FRÄNKISCHER TAG (Bamberg, Germany) 26 November 05  Kuhhandel mit den Kröten - Gemeinde Oberaurach verknüpft Straßensperrung mit Radweg-Bau (Sabine Weinbeer)

         Tretzendorf.  Intensiv diskutiert wurde im Gemeinderat am Donnerstag der Antrag des Bundes Naturschutz, auch in den kommenden Jahren während der Krötenwanderung die Staatsstraße zwischen Unterschleichach und Tretzendorf voll zu sperren.

Der Bürgermeister Siegmund Kerker und die Mehrheit im Gemeinderat wollen dieser Vollsperrung künftig nur noch zustimmen, wenn mit dem Naturschutz endlich ein Kompromiss in Sachen Radweg gefunden wird. Seit 1991 wird die Staatsstraße zum Schutz der Amphibienwanderung in der Zeit vom 12. Februar bis 31. Mai nachts gesperrt, wenn das Wetter die Kröten zum Wandern anregt – in der Regel sind das milde Nächte mit Regen.

Die Verwaltung hatte die Nachteile aufgelistet, die die Oberauracher durch die Straßensperrung haben. So ist die Umleitungsstrecke über Hummelmarter für den Schwerlastverkehr nicht ausgebaut und gefahrenträchtiger als die Strecke durch das Aurachtal. Die Umfahrung sei auch aus Umweltschutzgründen bedenklich, da mehr Kilometer gefahren werden müssen.

Zudem kam es zu Behinderungen durch die geschlossenen Schranken. So musste am 27. März die Feuerwehr Tretzendorf das Schloss der Schranke aufbrechen, um zu einem Brand nach Oberschleichach zu gelangen. Wenn man die Nachteile für die Verkehrssicherheit und die Rettungsdienste zusammenfasse, so sei es vertretbar, dass der Bund Naturschutz nach einer Alternative zur Vollsperrung sucht.

Kerker stellte dazu fest, dass ihm langsam die Geduld ausgehe. Während die Oberauracher massive Beeinträchtigungen zum Schutz der Amphibien in Kauf nähmen, lehnte der Naturschutzbeirat mehrfach Trassen für den Radweg zwischen Unterschleichach und Tretzendorf ab – und die Genehmigungsbehörden schlossen sich dem an. Der Radweg beschäftigt Gemeinderat, Bürgermeister und Verwaltung seit annähernd 15 Jahren.

Es gibt drei Trassen

Kerker schlug dem Gemeinderat vor, die drei möglichen Trassen auf ihre Umweltverträglichkeit prüfen zu lassen und die schonendste dann einzureichen, um endlich einen Radweg realisieren zu können.

Mit zehn gegen sechs Stimmen beschloss der Gemeinderat, die Straßensperrung vorerst nur für 2006 zu genehmigen und den Bund Naturschutz aufzufordern, nach Alternativen für den Amphibienschutz zu suchen, die ab 2007 umgesetzt werden können.

Zwei Gegenstimmen gab es für den Beschluss, mit dem Amt für ländliche Entwicklung eine Vereinbarung abzuschließen, um das Gutachten für drei mögliche Radwegtrassen erstellen zu lassen. Die Verwaltung und der Bürgermeister wurden beauftragt, die Verhandlungen für die Realisierung des Radweges mit Nachdruck weiter zu führen.

Zustimmung gab es im Gremium zum Jahresbetriebsplan für den Gemeindewald, der einen Einschlag von 990 Festmetern im Rahmen von Durchforstungsmaßnahmen vorsieht. 670 Festmeter sollen an Selbstwerber in Form von Holzlosen vergeben werden. Der Andrang ist angesichts der Heizölpreise besonders groß.

Um die Beschaffungen für die Feuerwehren, vor allem kleinere Dinge, ging es kürzlich bei einer Besprechung von Bürgermeister Siegmund Kerker mit Kreisbrandmeister Robert Dürr und dem federführenden Kommandanten für Oberaurach, Thomas Bäuerlein.

Eine größere Anschaffung ist ein Hochdrucklöschgerät als Teil der Gemeinde übergreifenden Zusammenarbeit. Die FFW Untersteinbach wurde mit einem Entlüftungsgerät ausgestattet, mit dem sie oft nach Oberaurach gerufen wird. Im Gegenzug soll das Hochdrucklöschgerät in Unterschleichach stationiert werden, womit auch der Bedarf von Rauhenebrach abgedeckt wird. Die Kosten belaufen sich auf 3175 Euro. Der Anschaffung stimmte der Gemeinderat zu.

Bald ein Kleinzentrum?

Weiter verfolgen will die Gemeinde das Ziel, zum Kleinzentrum eingestuft zu werden. Zwar fehlen Kriterien wie die Anzahl von Arbeitsplätzen, in anderen Bereichen kann Oberaurach die Anforderungen jedoch mehr als erfüllen. Die Einstufung ist zwar derzeit nur eine Formalie, aber es ist laut Kerker denkbar, dass die Einstufung künftig auf die Verteilung von Zuschüssen Einfluss hat. 

         http://www.fraenkischer-tag.de/nachrichten/index.php?MappeCID=25pvi2dy-emwhymo7ffmm&Hierarchie=63*q4ah5umfs3s7rbn15c&Seite=Lokales&SeiteSub=Hassberge


EXPRESS (Köln, Germany) 21 November 05  Kaiman-Nachwuchs Im Zoo - Sechs Schnappis geschlüpft

Krefeld:  Nachwuchs im Regenwaldhaus des Krefelder Zoos. Sechs süße Glattstirnkaimane sind aus ihren Eiern geschlüpft. Aber Vorsicht: Die Mini-Krokos sind schon ganz schön bissig.

Argwöhnisch hockte die 10-jährige Kaiman-Mama vor dem gebauten Bruthügel. Vor ihr sechs kleine weiße Eier. An einem Julimorgen zeigten sich erste Risse in den Schalen. Wenige Stunden später erblickten sechs kleine Reptilienschnauzen quäkend das Tageslicht. Jetzt wurden die Kleinen vorgestellt.

Weltpremiere: „Diese Art ist äußerst selten. Noch nie sind Glattstirnkaimane in Gefangenschaft geschlüpft, das ist eine kleine Sensation“, freut sich Zoo-Direktor Wolfgang Dreßen. Kaiman on Tour: Mit ihren 20 cm sind die Kleinen mittlerweile allein auf der Pirsch.

Nach der Geburt kümmern sich Kaiman-Weibchen nämlich nicht mehr um den Nachwuchs. Die Minikrokodile sind sofort auf sich selbst angewiesen.

Gerne würde man die kleinen Racker streicheln - doch davon ist abzuraten. Ihr Maul ist mit Dutzenden scharfen Zähnchen gespickt, die kleinen Schnappis machen ihrem Namen schon alle Ehre: „Um die Kaimane umzusetzen, tragen unsere Pfleger dicke Lederhandschuhe, ansonsten wird es schmerzhaft“, erklärt Kuratorin Cornelia Bernhardt.

Mit 10 Jahren sind Kaimane ausgewachsen, etwa 1,40 Meter messen die Reptilien dann. Diese hier sind schon ziemlich gefräßig: „Am liebsten fressen sie Heuschrecken und Grillen, hin und wieder gibt‘s eine Babymaus. Sie schnappen äußerst schnell zu, ich bleibe immer schön auf Distanz“, erzählt Pfleger Klaus Flühmann.

Ursprünglich kommt die Art aus Südamerika, wo sie im Schilf auf Beute lauert. Die frisch gebackene Mama war 1995 bei einem illegalen Einführungsversuch am Flughafen „beschlagnahmt“ worden.

Ein Autohaus hat zur Einführung des neuen „Cayman“-Modells die Patenschaft für die grünen Flitzer übernommen.

         http://www.express.de/servlet/Satellite?pagename=XP/index&pageid=1006361736967&rubrik=269&artikelid=1132395272900


SEGEBERGER-ZEITUNG (Segeberg, Germany) 24 November 05  Kinder helfen Kröten

Damit bald zur Dämmerstunde wieder laut und knarzig der Ruf der Kreuzkröte in Trappenkamp erschallt, legten Schüler der Integrierten Gesamtschule (IGS) sich gestern ins Zeug.

Vor drei Jahren hatten Fachleute noch ein Konzert der Kreuzkröten auf dem 10 Hektar großen Feuchtgebiet hinter dem Betonwerk Heuchert festgestellt. Hundert Tiere der gefährdeten Art wurden damals in Senken der ehemaligen Kieskuhle vermutet. Doch dann sank der Grundwasserspiegel.

„Das war ganz schlimm. Die letzten zwei Winter waren sehr trocken“, erklärte Klaus-Dieter Haß, Sprecher der Ortsgruppe Trappenkamp im Bund für Umwelt und Naturschutz (BUND). Um mindestens einen Meter sei das Wasser abgesackt, Laichgewässer trocken gefallen. Damit die nicht weit wandernde Krötenart zukünftig wieder optimale Lebensbedingungen vorfindet, legte die „Schulwald AG“ der Gesamtschule einen Laichtümpel an. Der Schulwald liegt nur 150 Meter von der ehemaligen Kieskuhle entfernt.

Bei einer Lebenszeit von etwas sieben Jahren dürften noch einige der auf der Roten Liste stehenden Exemplare in dem Gewässer sein. Kreuzkröten bevorzugen pfützenartige, langsam abfallende Senken von nur einem Meter Tiefe mit sich schnell aufheizendem Wasser. In den Hängen der Kieskuhle überwintern sie.

Um die offene Landschaft zu erhalten, schnitten Jungen und Mädchen der IGS Trappenkamp massenhaft kleine Bäume ab. Zwei Senken mit zehn Metern Durchmesser hob Baggerfahrer Reinhardt Reher aus. „Ich mache das gerne. Solche Aktionen sind mir lieber als Geld zu spenden“, sagte Karsten Böttcher, dessen Spedition die Erdarbeiten übernommen hatte.

http://segeberg.nordclick.de/news/archiv/?id=1754477


AUTOBILD (Berlin, Germany) 24 November 05  Porsche adoptiert Kaiman-Quartett

Am 26. November 2005 startet Porsche den neuen Cayman S – und übernimmt die Patenschaft für vier Kaimane im Stuttgarter Amazonienhaus.

Stuttgart Bevor Porsche die ersten Fotos vom neuen Cayman S präsentierte, stand der Name längst fest. Der kommt nicht von ungefähr, sondern huldigt einem Reptil aus der Familie der Krokodile: Der Kaiman gehöre "eher zu den kleinen, wendigen Flitzern", sagten die Stuttgarter stolz – und schwupp, war die Brücke ins Tierreich geschlagen.

So einfach geht das mit den Namensrechten aber nicht. Immerhin wohnt im Amazonienhaus des Stuttgarter Zoos Marajo mit seinen drei Frauen Rana, Siri und Kaya. Die schuppigen Gesellen gehören der Gattung Caiman latirostris an, sind damit eine bedrohte Tierart und würden sich tierisch über einen neuen Patenonkel freuen. Glück für die kleine Familie: Jetzt ist Porsche für fünf Jahre stolzer Papa von vier "Breitschnauzenkaimanen" und hat gleich 10.000 Euro zur Unterstützung der Arterhaltung lockergemacht.

Zoodirektor Dieter Jauch ist froh, das bissige Quartett "ab sofort unter dem Schutz und der Förderung von Porsche zu wissen". Und die Sportwagenmarke hat einen neuen Werbeträger gewonnen: Am Kaiman-Gehege weist künftig ein Schild auf die tierische Verbindung hin.

         http://www.autobild.de/aktuell/meldungen/artikel.php?artikel_id=10250


MÄRKISCHE ODERZEITUNG (Frankfurt, Germany) 22 November 05  102 000 Euro für Krötentunnel

Bad Saarow (MOZ) An einem großen Feuchtgebiet in Bad Saarow lässt der Landesbetrieb für Straßenwesen für 102000 Euro acht "Krötentunnel" und 736 Meter Amphibien-Leitwände bauen. Das führt in dem Kurort allerdings zu leichten Irritationen.

"Welcher Froschkönig hat denn da die goldene Kugel an den Kopf bekommen und der Vergabe dieser erforderlichen Mittel zugestimmt?", fragt MOZ-Leserin Gabriele Kühnreich. Und vor dem Saarower Gemeinderat kritisierte am Motagabend

Klaus-Dieter Gerster den Bau als "völlig unverhältnismäßig" - vor allem in Relation zu dem Geld, dass die Gemeinde in mehreren Jahren für Soziales und Jugend ausgebe.

Amtsdirektor Carsten Krappmann räumte zwar ein, dass es in dem Bereich der Silberberger Chaussee reichlich Kröten gebe. Bisher hatten dort ein paar aktive Naturschützer immer Zäune aufgestellt und die Tiere eimerweise über die Straße getragen. "Ich halte den Bau auch für überzogen und hätte mich mehr gefreut, wenn das Land endlich auf in der Pieskower Straße die letzten 100 Meter Straße ausgebaut hätte, worauf wir schon seit drei Jahren warten", so Krappmann.

Für den Bau der Kröten-Tunnel mussten indessen zwölf Straßenbäume weichen. Der  Baubereich erstreckt sich über 436 Meter, die für den Verkehr zwei Wochen bis zum 25. November gesperrt sind.

         http://www.moz.de/index.php/Moz/Article/category/Berlin_Brandenburg/id/90465


HAMBURGER ABENDBLATT (Hamburg, Germany) 19 November 05  Schildkröte aus der Elbe apportiert

Überraschung: Retriever machte ungewöhnlichen Fang

Da staunte Golden-Retriever-Rüde Sam, als er beim Stöckchen-Apportieren in der Elbe einen Gegenstand treiben sah, der fast genauso wie sein Spielzeugball aussah. Sam ließ das Stöckchen links liegen, schnappte sich den "Ball" und schwamm zurück zum Ufer, wo Herrchen David Balhorn (27) bereits ungeduldig auf ihn wartete. "Er ist immer weiter rausgeschwommen und war fast 50 Meter vom Ufer weg", sagt Balhorn. "Ich hatte mir schon Sorgen gemacht - bis ich sah, was er in der Schnauze hatte." Denn der vermeintliche Ball entpuppte sich als Schildkröte. "Die Kleine war putzmunter und ist sofort drauflosgekrabbelt", so David Balhorn, der die Schildkröte mit nach Hause nahm. "Ich konnte sie doch nicht da liegen lassen. Ich wußte ja nicht mal, ob es eine Land- oder Wasserschildkröte ist." Das Rätsel konnte auch bis zuletzt nicht gelöst werden, obwohl Herrchen und Hund den ganzen Tag im Internet auf Schildkröten-Bestimmungs-Recherche gingen. Erfolglos.

Also mußten die Experten vom Naturschutzbund (NABU) Hamburg ran. Ihr Urteil: "Es handelt sich vermutlich um eine Wasserschildkröte", so Biologe Heinz Peper. Wie es die Schildkröte allerdings in die Elbe verschlagen hat, darüber kann zur Zeit nur spekuliert werden. "In Sachsen hat man zwar schon mal eine Wasserschildkröte in der Elbe gesichtet, wahrscheinlicher ist aber, daß sie ausgesetzt wurde", sagt Michael Bergemann von der Wassergütestelle Elbe.

Was aus der herrenlosen Schildkröte wird, steht noch nicht fest. "Ich würde sie gerne behalten, bin aber mit Hund und Job genug ausgelastet", sagt Balhorn, der seinen Gast vorübergehend in einem Kinderplanschbecken untergebracht hat. Bis er ein neues zu Hause für sie findet.

         http://www.abendblatt.de/daten/2005/11/19/504932.html


Chamaeleo africanus

(24.11.05) Das Projekt "Hilfe für Griechenlands letzte Chamäleons" erhielt im November eine großzügige Spende durch die in Georgsmarienhütte stattfindende "Terraxotica". Die Betreiber stellten erneut 500 Euro aus dem Erlös der Börse zur Verfügung und können damit dieses wichtige Hilfsprojekt für eine aussterbende europäische Reptilienart wesentlich unterstützen - der Vorstand der DGHT möchte sich für diese schöne Geste herzlich bedanken.
Wenn auch Sie zu Weihnachten für einen gemeinnützigen Zweck spenden möchten, empfehlen wir Ihnen folgende Projekte: Chamaeleo africanus, Gomera-Rieseneidechse und das Blouberg Conservation-Projekt. Bitte überweisen Sie auf das Spendenkonto der DGHT, Nr. 315 200 bei der Sparkasse Geldern, BLZ 320 513 70 und geben Sie als Verwendungszweck das gewünschte Projekt an. Übrigens: Ihre Spende ist steuerlich absetzbar.


Leckerer Guano

(23.11.05) Eine ungewöhnliche Nahrungsquelle hat sich der blinde Höhlensalamander Eurycea spelaeus erschlossen. Wie Danté Fenolio, Schwanzlurch-Experte von der Universität von Oklahoma herausfand, ernährt sich diese Art in der January-Stansbury Höhle in Oklahoma vorwiegend vom Kot der die Höhle in einer großen Kolonie bewohnenden Grauen Mausohren (Myotis grisescens). Der wegen des primitiven Verdauungssystems außerordentlich nährstoffreiche Kot von Fledermäusen bildet in vielen Höhlen die Nahrungsgrundlage für die lokalen Ökosysteme. Bakterien, Pilze und Arthropoden fressen den Kot und dienen selber den Wirbeltieren unter den Höhlenbewohnern als Nahrung. Mit Ausnahme einiger Fische ist bisher kein Wirbeltier bekannt, dass diese Nahrungskette umgeht und sich direkt an deren Basis, dem Fledermauskot, bedient. Daher ist der Befund, dass die unscheinbare Salamanderart offenbar weitgehend von Schwanzlurch typischer, Kleintier fressender Lebensweise zum Kotfressen übergegangen ist, besonders bemerkenswert. (Quelle: FenolioD., et al. Proc. R. Soc. Lond. B , Doi:10.1098 /rspb.2005.3341 (2005))


Wanderverhalten frischgeschlüpfter Waldbachschildkröten

(23.11.05) Fluoreszierende Pulver halfen, das Verhalten frisch geschlüpfter Waldbachschildkröten (Glyptemys insculpta) aufzuklären. Die von zwölf Tieren beim Verlassen eines Nestes in New Hampshire hinterlassenen Leuchtspuren wurden von den Herpetologen Sheila Tuttle und David Carroll ausgewertet. Die Tiere benötigten demnach bis zu 24 Tage, bis sie einen Bach fanden. Dabei legten sie 27 bis 445 Meter zurück. Die Schlüpflinge suchten die Deckung krautiger Vegetation. Auffallend war, dass sich die Spuren mehrerer Schlüpflinge exakt überlappten. Ein Hinweis darauf, dass die Tiere sich vielleicht gezielt gegenseitig folgten. (Quelle: Sheila E. Tuttle, and David M. Carroll: Movements and Behavior of Hatchling Wood Turtles Northeastern Naturalist: Vol. 12, No. 3, pp. 331–348.)


Aktivitätsmuster New Yorker Ruineneidechsen

(23.11.05) Die Ruineneidechse, Podarcis situla, hat als Terrarienflüchtling bereits seit einiger Zeit in New York eine größere erfolgreich reproduzierende Population aufgebaut. Die amerikanischen Herpetologen Russell Burke und Sylwia Ner wollten herausfinden, ob die Tiere dort im Vergleich zu ihren italienischen Vorfahren Verhaltensunterschiede aufweisen und protokollierten das Aktivitätsmuster der New Yorker Tiere über zwei Jahre hinweg. Dabei fanden sie heraus, dass die Eidechsen in New York ebenso wie in Italien im Hochsommer zwei tägliche und im Herbst und Frühjahr jeweils nur eine tägliche Aktivitätsphase aufweisen. Anders als ihre italienischen Vettern waren die New Yorker Ruineneidechsen allerdings den ganzen Winter über nicht zu sehen. Die Autoren führen den Unterschied auf den kälteren Winter dieser Region zurück, der jedoch der Lebensfähigkeit der Population nicht zu schaden scheint. (Quelle: Russell L. Burke, and Sylwia E. Ner. Northeastern Naturalist: Vol. 12, No. 3, pp. 349–360)


Fünfschwänziger Gecko

(23.11.05) Bei der Regeneration autotomierter Schwänze kommt es bei vielen Echsen mit einer gewissen Häufigkeit zu Fehlbildungen. Bei nicht ganz abgetrenntem Originalschwanz entstehen so regelmäßig Gabelbildungen oder Doppelschwänze. Den Rekord hält aber wohl ein Hausgecko der Art Gehyra dubi, der kürzlich in Alligator Creek bei Townsville in Queensland, Australien, dingfest gemacht wurde: Das Tierchen wies beim Fang nicht weniger als fünf Schwanzregenerate auf. (Quelle: Nine MSN, Sydney, Australien; 16.11.2005)


Vulkanausbrüche auf den Galapagosinseln.

(22.11.05) Auf der größten Galapagosinsel Isabela gab es drei Tage hintereinander Vulkaneruptionen. Von offizieller Seite hieß es, dass die endemischen Tierarten wie Schildkröten und Leguane davon nicht bedroht wären, da die Lava die nordöstlichen Abhänge des 1500 Meter hohen Sierra Negra Vulkans hinuntergeflossen war. Auch die einzige Stadt der Insel, Puerto Villamil, war nicht betroffen da sie südlich des Vulkans liegt. Geophysiker betrachten den Ausbruch als einen normalen Prozess einer Insel, die vulkanischen Ursprungs ist. Die Galapagos-Inselgruppe, die aus 13 Inseln besteht, von denen nur vier von Menschen bewohnt sind, ist aus geologische Sicht noch relativ jung; aus diesem Grund ist sie noch immer im Prozess der Umbildung und Formation, wobei es zu Vulkanausbrüchen kommen kann. Der Sierra Negra Vulkan war zuletzt 1979 ausgebrochen. (Quelle: AP, Quito/Ecuador 25.10.05)


Bibliographie für Caretta caretta

(22.11.05) Eine aktuelle Literaturliste für die Meeresschildkröte Caretta caretta kann online eingesehen werden. Miterfasst sind Hinweise auf Fossilien der Gattung Caretta. (Kontakt: Dr. Wayne King, Florida Museum of Natural History) (Quelle: Dr. C. Kenneth Dodd, Jr. Member, IUCN Marine Turtle Specialist Group, USGS/Florida Integrated Science Centers, 7920 NW 71st Street, Gainesville, FL 32653 USA)


Wichtig: Aktuelles zu Iridoviruserkrankungen bei Schildkröten

(22.11.95) Symptome von Iridoviruserkrankungen ähneln anderen Krankheiten, zum Beispiel Herpes. Zur genauen Identifizierung einer Erkrankung sind deshalb Test notwendig. Häufige Symptome infizierter Schildkröten sind Nasenausfluß, geschwollene Augenlider und gelblich- weißer Zahnbelag. Sechzehn Fälle von Iridoviruserkrankungen wurden an der Universität von Florida seit 2003 festgestellt, bei einheimischen Land- und Wasserschildkröten sowie bei Stern- und Spornschildkröten aus Haustierbeständen. Außerdem fand man nach zwei Massensterben von Schildkröten in deren Gewebe ebenfalls iridovirusähnliche Teilchen. Iridovirusinfektionen bei Schildkröten sind offensichtlich viel stärker verbreitet als gemeinhin angenommen wird; die Art der Übertragung ist unbekannt, möglicherweise oral oder durch einen bestimmten Überträger. Mögliche Hinweise könnten Amphibien geben; die Iridovirusinfektion ist die Hauptursache für das Amphibiensterben in den USA. Dieses tritt besonders im späten Sommer und frühen Herbst auf wenn auch viele infizierte Schildkröten gefunden werden. Außerdem sind Iridoviren anpassungsfähig, was die Wirtswahl betrifft. Zusammenfassend ist zu empfehlen, jegliche Erkrankung genau zu untersuchen, um die Krankheitsursache zu finden; des Weiteren die Desinfektion von Schuhen, Kleidung und Ausrüstung zwischen dem Wechseln von Gebieten mit Schildkrötenpopulationen, um die Gefahr der Übertragung von Krankheitserregern zwischen den Populationen zu vermindern. Wer mehr wissen will, kann sich an April Johnson von der Universität Florida wenden. (Quelle: April Johnson, University Of Florida, College Of Veterinary Medicine August 2005)


KIELER NACHRICHTEN (Kiel, Germany) 16 November 05  Hamburger Zoll beschlagnahmt 74 Reptilien - Hilfswerk betreut Tiere

Hamburg/Sachsenhagen (dpa/lno):  Der Hamburger Zoll hat 74 illegal nach Deutschland eingeführte Reptilien beschlagnahmt. Ein vorübergehendes Zuhause fanden die Chamäleons, Schlangen und Geckos in der Wildtier- und Artenschutzstation des Deutschen Tierhilfswerks (DTHW) im niedersächsischen Sachsenhagen. Die Tiere sollen an Zoos weitergegeben werden, teilte das DTHW am Mittwoch in Hamburg mit. Der Zoll hatte sich an die Organisation gewandt, nachdem die Reptilien am Freitagmorgen in die Hände der Zöllner gefallen waren.

http://www.kn-online.de/news/archiv/?id=1749995


LEIPZIGER VOLKSZEITUNG (Leipzig, Germany) 16 November 05  Neue Schau nimmt Angst vor Schlangen (Mathias Orbeck)

Wenn Besucher dicht am Terrarium vorbeigehen, reagiert sie etwas aufgeregt: Die Klapperschlange macht sich geräuschvoll bemerkbar. Sie gehört zu den lebendigen Exponaten, die das Naturkundemuseum derzeit in der Sonderschau "Mit gespaltener Zunge" zeigt.

Jürgen Hergert, der in Schladen im Nordharz die größte Schlangenfarm Europas betreibt, stellt 64 Tiere aus vier Kontinenten vor. Giftschlangen wie Kobras, Klapperschlangen, Ottern und Vipern sind ebenso zu sehen, wie diverse Riesenexemplare. Eines der schönsten Tiere ist eine Albino-Tigerpython.

Bei täglichen Vorführungen wird der Umgang mit den Tieren demonstriert und Wissenswertes aus ihrem Leben vermittelt. Höhepunkt ist die Giftabnahme. "Die können wir natürlich nur am Modell erklären", so Hergert, der auf einer Tierfarm in Namibia mit Löwen und Elefanten aufgewachsen ist. Auf seiner Farm im Nordharz gewinnt er heute Schlangengift für die Pharmaindustrie, aber auch für Forschung und Medizin. Hergert selbst hält auch vor Experten Vorträge, hat das Buch "Mit Giftschlangen auf Du und Du" geschrieben, das auch im Museum erhältlich ist.

"Mit der Sonderschau mit lebendigen Tieren wollen wir natürlich nicht dem Zoo Konkurrenz machen. Uns geht es darum, Ängste und Vorurteile gegenüber diesen Tieren abzubauen und Wissen über ihre Biologie zu vermitteln", so Direktor Rudolf Schlatter. Dabei werden auch einheimische Arten einbezogen, die aus Naturschutzgründen jedoch nicht gezeigt werden dürfen. Schlangen sind übrigens weltweit in den gemäßigten und warmen Zonen der Erde anzutreffen. Sie sind in Trockengebieten, Regenwäldern, alpinen Regionen ebenso verbreitet wie in Kulturlandschaften.

Zu sehen ist die Schlangenschau bis 11. Dezember. Das Naturkundemuseum hat eigens seine Öffnungszeiten erweitert. Geöffnet ist mon-tags bis freitags von 9 bis 18 Uhr, am Wochenende 10 bis 18 Uhr. Auf den regulären Eintrittpreis von zwei, ermäßigt 1,50 Euro werden pro Person zusätzlich zwei Euro draufgesattelt.

         http://www.lvz-online.de/lvz-heute/11624.html


UMWELT JOURNAL (Köln, Germany) 16 November 05  DTHW-Wildtierstation hilft Zollfahndung mit der Aufnahme beschlagnahmter Reptilien

München:  Schon um 7:30 Uhr morgens klingelte das Telefon in der rund um die Uhr besetzten Wildtier- und Artenschutzstation des DEUTSCHEN TIERHILFSWERKS (DTHW) e.V. in Sachsenhagen. Der Zivildienstleistende Janis Reuter nahm den Anruf der Zollfahndung Hamburg entgegen und nach kurzer Absprache mit dem Stationsleiter Dr. Florian Brandes konnte die Aufnahme von 74 eingezogenen Reptilien zugesagt werden.

Früh am morgen waren die 50 Jemenchamäleons, 15 Abgottschlangen und 9 Madagassische Taggeckos bei einer Kontrolle entdeckt worden. Da der Besitzer die nach dem Artenschutzrecht erforderlichen Papiere nicht vorweisen konnte, wurden die Tiere sofort beschlagnahmt. Dann allerdings standen die Beamten der Zollfahndung vor dem Problem der Unterbringen dieser vielen Reptilien.

Dank dem umfangreichen Ausbau der Reptilienhaltung in den letzten Jahren ist die DTHW-Wildtierstation in der Lage, Behörden beim Vollzug des Artenschutzes zu helfen und auch eine größere Anzahl von Exoten artgerecht unterzubringen und zu versorgen. Natürlich war es auch für die Mitarbeiter der Wildtierstation eine Herausforderung, innerhalb weniger Stunden genug Terrarien einzurichten und die nötigen Futterinsekten zu beschaffen. Die Tiere werden nun so schnell wie möglich an Zoos und andere öffentliche Einrichtungen zur dauerhaften Pflege weitergegeben. Dazu wird eine Abgabeliste an fast 100 Zoos in ganz Deutschland versandt. Nur wenn es gelingt, die aufgenommenen Tiere stets weiter zu vermitteln, wird es auch künftig möglich sein, die Behörden bei ihrer Arbeit für den Tier- und Artenschutz zu unterstützen.

Das DEUTSCHE TIERHILFSWERK ist mit 210.000 Mitgliedern und 200 Kooperations-partnern eine der größten Tier- und Artenschutzorganisationen Deutschlands.

         http://www.umweltjournal.de/fp/archiv/AFA_umweltnatur/9393.php


UMWELT JOURNAL (Köln, Germany) 14 November 05  Millionen von Fröschen, Kröten und Molchen gehen jährlich qualvoll ein

Ludwigsburg:  Trotz der milden Witterung rückt die kalte Jahreszeit näher. Amphibien wie Frösche, Kröten und Molche, welche durch die warme Witterung in den vergangenen Tagen mitunter noch aktiv waren, suchen spätestens jetzt ein Winterquartier. Viele fallen auf der Suche nach einem dunklen, feuchten Versteck in Lichtschächte von Kellergeschossen oder in Gullys; darauf hat jetzt die internationale Stiftung Europäisches Naturerbe (Euronatur) hingewiesen.

Wie die Umweltstiftung Euro­natur betonte, gehen jährlich Millionen von Fröschen, Kröten, Molchen, Unken und Salamandern qualvoll ein, weil sie aus den scheinbaren Winterquartieren nicht mehr entkommen können. Die Tiere trocknen einfach aus oder verhungern im nächsten Frühjahr, so die Umweltstiftung.

Das Problem könne ganz leicht entschärft werden, indem Gullys und Lichtschächte von Kellergeschossen mit einem feinmaschigen Gitter ausgestattet werden, durch welche die Amphibien nicht fallen können.

         Nach Auffassung von Euronatur ist es notwendig, bei künftigen Siedlungsplanungen viel stärker auch die Todesgefahren für Kleintiere zu vermeiden, indem schon entsprechend geplant werde. So gelte es auch, Bord­steine nach entsprechenden Abständen anzuschrägen, damit Kröten, die daran entlang wandern, nicht automatisch zu den Wasserableitungen geleitet werden.

„Ohne Mehrkosten mit großem Effekt kann so der Natur auch in Siedlungsbereichen geholfen werden“, betont die internationale Umweltstiftung.

         http://www.umweltjournal.de/fp/archiv/AFA_umweltnatur/9376.php


BLICK (Zürich, Switzerland) 11 November 05  Schlange legt Flieger lahm

Kloten (ZH):  Der Russe wollte mit der Schlange im Hosensack nach Moskau fliegen. Doch das Tier hatte andere Pläne – und die brachten den Swiss-Flugplan ganz schön durcheinander. 

Die Swiss-Maschine sollte in Zürich nach Moskau abheben. Da sah ein Passagier, wie sich ein Reptil aus dem Hosensack eines andern Fluggasts herausschlängelte. Klar, dass er diese Beobachtung dem Flugpersonal meldete.

Die Suche nach dem 20 bis 25 Zentimeter grossen Tier blieb aber leider erfolglos. Deshalb mussten alle 76 Passagiere den Flieger verlassen und das Gepäck wieder ausgeladen werden. Über eine Stunde später konnten die Reisenden dann in einer Ersatzmaschine doch noch nach Moskau aufbrechen.

Der 20-jährige Russe und seine Mutter wurden von der Polizei und einem Tierarzt zurück behalten und befragt. Sie gaben an, dass die Schlange ungiftig sei – und konnten später in einer andern Maschine ebenfalls in die russische Hauptstadt fliegen.

Das Reptil konnte nicht gefunden werden. Es soll getötet werden, was mit CO2 geschieht. Die ursprünglich für den Moskau-Flug vorgesehene Maschine wird damit vollgepumpt.

Was der ganze Vorfall kosten wird? Swiss-Sprecherin Priska Spörri rechnet mit insgesamt mehreren zehntausend Franken. Diese könnten den beiden Russen aufgebrummt werden.

         http://www.blick.ch/news/schweiz/artikel27801


Exotische Tiere erleben einen Boom

URSULA FUCHSHOFEN, 11.11.05, 07:21h
Leguane und Geccos, Pythons und Schildkröten. Zunehmend mehr Menschen halten sich exotische Tiere. Fachleute sprechen gar von einem Boom. Dabei ist das Wissen über diese Tiere ferner Länder oft sehr gering.

Es ist in, es ist schick, exotische Tiere zu besitzen. Allein in Leverkusen gebe es rund 1300 Menschen, die geschützte, exotische Tiere halten. Das schätzt Jürgen Kossler von der unteren Landschaftsbehörde, dort zuständig für den Artenschutz. Rechne man, dass jeder Halter fünf Tiere besitzt, dann komme man allein auf rund 7000 allein in Leverkusen, sagt der Biologe. Dazu müsse man eine Dunkelziffer von 40 bis 50 Prozent rechnen, und natürlich die vielen Tiere, die überhaupt nicht dem Artenschutz unterliegen.

Kurzum: Seit Jahren gibt es einen Run auf Exoten, und die Begeisterung für die Tiere aus fernen Welten wird immer größer. Besucherzahlen bei entsprechenden Tier- und Terraristikbörsen sind ein Beleg dafür. In Hamm, beispielsweise, findet eine der ganz großen Messen statt. Dort muss der Veranstalter inzwischen nach drei, vier Stunden Interessenten abweisen mit der Begründung, dass die Hallen voll seien. Köln zieht nun nach: Mitte November findet am Tanzbrunnen eine entsprechende Börse statt, und zwar abends.

Es war im vergangenen Jahr: Da machten die staatlichen Artenschützer aus Leverkusen und dem Rheinisch Bergischen Kreis eine grausame Entdeckung. Sie fanden sowohl auf einem Grundstück in Leverkusen als auch auf einem im Rheinisch Bergischen Kreis rund 100 griechische Landschildkröten ein und desselben Halters. Die Tiere sind streng geschützt, und sie seien in einem erbärmlichen Zustand gewesen. Viele von ihnen seien selbst nach einer professionellen Betreuung gestorben, sagt Leverkusens Artenschützer.

Aber dieser Fall ist nur die Spitze des Eisbergs. Denn oftmals sind es unbescholtene, wenngleich naive Leute, die sich ein exotisches Tier zulegen, ohne sich vorher intensiv mit den Lebensbedingungen dieses Geschöpfes auseinander gesetzt zu haben. „Das ist das Hauptproblem“, sagt die Tierärztin Annette vom Schloss vom Leverkusener Veterinäramt. Sie ist zuständig für den Tierschutz, also auch für exotische Tiere, die nicht unter den Artenschutz fallen. Und das sind ihr zufolge eine ganze Menge, nämlich fast alle Insekten und fast alle Schlangen. Aber auch für den grünen Leguan entfalle demnächst der staatliche Artenschutz. Dieses Reptil sei ein Baumbewohner, und sie könne gut und gern einen Meter lang werden. „Der braucht eine ganz bestimmte Temperatur, eine ganz bestimmte Luftfeuchtigkeit, und natürlich ein großes, und vor allen Dingen hohes Terrarium. Das sind enorme Kosten, und viele Menschen machen sich das vorher überhaupt nicht klar.“

Genau so wenig wie den Kostenfaktor vergegenwärtigen sich viele nicht die ausgewachsene Größe eines Tieres. Denn gehandelt werden in den Regel Babys. Was passiert mit den Tieren, die die Arten- und Tierschützer unter ihre Fittiche nehmen müssen, weil sie vernachlässigt, krank und nicht artgerecht gehalten werden? Sie werden den Halten weggenommen, werden tierärztlich behandelt. Und dann? Was geschieht mit ihnen? Die Tierheime sind auf die klassischen Haustiere spezialisiert, eben auf Hunde, Katzen, Kaninchen..., nicht aber auf Tiere, die in der australischen Wüste oder im brasilianischen Regenwald zu Hause sind.

In der Regel werden die Tiere in so genannte Auffangstationen gegeben. Für Affen, übrigens laut Jürgen Kossler auch ganz groß im Kommen, gebe es in den Niederlanden ein Domizil. Andere vernachlässigte Tiere wiederum werden an qualifizierte Züchter gegeben, die den Geschöpfen ein weitgehend artgerechtes Leben ermöglichen.

Einer von ihnen ist Holger Aschentrup-Adler. Er ist Spezialist für Schildkröten und weit über die Grenzen der Stadt hinaus als Fachmann bekannt. Der 41-Jährige wird immer dann zurate gezogen, wenn es um die gepanzerten Vierbeiner geht, sei's vom Tierheim Dellbrück oder Troisdorf, sei's von der Tierhilfe Leichlingen, sei's von Jürgen Kossler. Denn die meisten Schildkröten stehen unter strengem Artenschutz. „Viele bringen sich aus Griechenland oder der Türkei eine Schildkröte mit“, erzählt er, „ohne einen blassen Schimmer davon zu haben, was die eigentlich brauchen.“

Im günstigsten Fall landen dann kranke Tiere, außen und innen voll mit Parasiten, und abgemagert, bei Leverkusens „Schildkröten-Papa“. Und der päppelt die scheinbar so ruhigen Vierbeiner mit Hilfe eines Tierarztes langsam wieder hoch. Die dann gesunden Tiere darf er allerdings nicht etwa verkaufen, sondern kann sie an geeignete Halter abgeben. Und die guckt sich Holger Aschentrup-Adler ganz genau an. Wer kein Freigehege hat oder gar mit Katzenfutter kommt, der hat keine Chance, ein Tier zu bekommen.

Zur Zeit hat der Gärtner rund 20 Tiere, die Hälfte davon in Pflege. Die Kosten trägt er ganz allein. Und die Haltung von Schildkröten ist nicht gerade billig. Enorm hohe Stromkosten würden anfallen, weil die Terrarien auf Temperatur gehalten und beleuchtet werden müssen, sagt er. Dazu kommen Arztkosten, und natürlich das Futter, in der Regel Würmer und Käfer. Im ungünstigsten Fall werden die Schildkröten ausgesetzt. „Man hat schon welche in der Wupper und auch im Ophovener Weiher gesichtet“, erzählt er.

Oder aber sie werden einfach aus dem Fenster geworfen, so geschehen mit Rosi. Das schon recht stattliche Tier mit einer Länge von rund 30 Zentimetern sei bei Aschentrup-Adler abgegeben worden, sein unterer Panzer sei gebrochen gewesen. Erst müsse das Tier wieder richtig fressen und die Wunde heilen, erst dann könne er sie in den Winterschlaf schicken, sagt der Experte.


MÄRKISCHE ALLGEMEINE (Potsdam, Germany) 07 November 05  Python als Umhang - Reptilien-Ausstellung lockte viele Familien in den Stahlpalast (Sinah Hoffmann)

Diesen Monstern möchte man im Urlaub nicht hautnah begegnen: Stachelleguane, Alligatoren, Anakondas.

150 Reptilien und Insekten konnten am Wochenende von den Besuchern der Reptilien-Ausstellung im Stahlpalast bewundert werden, für "jeden Geschmack" war etwas dabei.

Obwohl die Dekoration der Ausstellung in der tristen Halle doch sehr nüchtern gehalten war und keine richtige Tropenatmosphäre aufkommen wollte, strömten doch etliche Familien mit ihren Kindern in den Stahlpalast, schließlich ist es zum Zoo in Berlin weiter.

Während man die verschiedenen Tierarten in ihren Terrarien beobachten konnte, wurden diese näher erklärt.

Besonderer Blickfang war zweifellos der sechs Meter langen Alligator "Elvis" in seinem Wasserbecken, der allerdings wie fast alle anderen Tiere nur hinter den dicken Glasscheiben bewundert werden konnte. Damit sich die Besucher nicht nur die Nasen plattdrücken mussten, sondern die Reptilien auch hautnah erleben konnten, wurden einige zahme Tiere von den Betreuern aus ihren Käfigen genommen. Nicht zuletzt der 15 Kilo schwere und acht Meter lange Felsenpython stand den Interessierten für den Körperkontakt zur Verfügung. Ganz Mutige ließen sich diese imposante Schlange sogar um den Hals legen.

"Ich habe mich wirklich getraut den Python anzufassen, ich kann es immer noch nicht fassen", erzählte Swantje Arzt, Siebtklässlerin am Saldern-Gymnasium. Auch die ganz Kleinen kamen nicht zu kurz. Bei der Fütterung der Riesenschildkröten durften die Kinder selber Hand anlegen und die Tiere mit Blattsalat füttern.

"Diese Ausstellung ist wirklich etwas Besonderes. Die vielen exotischen Tiere gefallen nicht nur mir, auch meine Kinder sind hellauf begeistert. Besonders die Riesenschildkröte hat es ihnen angetan", erzählte die Mutter der beiden Mädchen Lea und Lilly, Mandy Grundmann.

Doch nicht alle Tierchen wurden als "süß" oder "niedlich" tituliert. Riesenvogelspinnen und Totenkopfschaben riefen bei Besuchern eher Ekel und Abscheu hervor und man war sichtlich froh, dass dieses Getier doch hinter dicken Glasscheiben blieb.

"Wir haben absichtlich die hoch giftigen und gefährlichen Tiere daheim in Dortmund gelassen und nicht auf die Wanderausstellung mitgenommen", so der Besitzer Fernando Richter. "Schließlich muss für die Sicherheit der Besucher gesorgt sein."

Besonderes Highlight war zweifelsohne die große Fütterung der gesamten Tiere. "Da auch Kinder unter den Gästen sind, werden wir natürlich keine lebenden Tiere verfüttern, sondern auf Rinderherz und Hühnerkeulen aus dem Kühlschrank ausweichen. Unser Ziel ist es, mit dieser Ausstellung den Besucher diese Tiere näher zu bringen und vielleicht einige Ängste zu mindern", so Richter.

         http://www.maerkischeallgemeine.de/cms/beitrag/10589572/61009/


WORMSER ZEITUNG (Worms, Germany) 04 November 05  Riesenpythons dürfen kuscheln - Heidelberger Zoo hat zwei neue Schlangen

 Photo: Riesenpythons brauchen viel Wärme, deshalb hat das Gehege eine Fußbodenheizung.  Damit es die Tiere noch ein wenig wärmer haben, kuscheln sie sich gerne aneinander.

Heidelberg (red.)  Im Gästebuch des Heidelberger Zoos wurde bereits positiv bemerkt: "Toll, dass wieder mehr Schlangen da sind!" Nachdem für ein paar Monate nur eine Tigerpython zu sehen war, bewohnen nun drei das Terrarium im Afrikahaus. "Reptilien, vor allem Schlangen, sind ebenso beliebte Zootiere wie Elefanten und Löwen", weiß Benedikt Körner, Tierpfleger im Afrikarevier, "schön für die Besucher ist auch, dass die Neuen sehr neugierig und aktiv sind."

Die beiden Neuen wurden aus schlechten Privathaltungen beschlagnahmt und anschließend im Zoo Heidelberg untergebracht. "Wir möchten mit den Tigerpythons auch darauf aufmerksam machen, dass diese Tiere nicht einfach zu Hause zu halten sind", erläutert Imke Figura, wissenschaftliche Assistentin des Tiergartens, den Zuwachs an Reptilien. "Riesenschlangen oder auch Giftschlangen gehören nicht in den Privathaushalt. In vielen Fällen wird ihr Wachstum unterschätzt, so dass sie unzureichend untergebracht sind. Abgesehen von einer steigenden Anzahl an beschlagnahmten Tieren, steigt auch die Tendenz, die unliebsam gewordenen Exoten einfach auszusetzen."

Wie alle Reptilien sind Schlangen wechselwarme Tiere, die eine hohe Außentemperatur benötigen. Und so hat ihr Terrarium eine komfortable Fußbodenheizung und eine gute Isolierung. Das Gehege ist mit Natursteinplatten, einem Wasserbecken, Liegebrettern und Kletterästen ausgestattet. Ein Glasfenster ermöglicht den ungestörten Blick der Besucher auf mächtigen Reptilien, die sich farblich deutlich unterscheiden. "Wir halten zwei Unterarten, nämlich die helle und die dunkle Tigerpython, zusammen", erklärt Imke Figura den auffälligen Unterschied.

Trotzdem verstehen sich die Drei großartig und fühlen sich im Zoo mittlerweile "schlangenwohl": In ihrem neuen Gehege können sie sich auf ihre volle Länge ausstrecken oder, um es noch wärmer zu haben, miteinander kuscheln.

         http://www.wormser-zeitung.de/rhein-main/objekt.php3?artikel_id=2114390


Große Pythons sind infektanfälliger als kleine

(04.11.05) Die Immunantwort auf eine Infektion ist ein überlebenswichtiger, aber metabolisch aufwändiger Prozess. Eine kürzlich veröffentlichte gemeinsame Studie schwedischer und australischer Herpetologen bringt neue Einsichten in die Abhängigkeit dieses Prozesses vom körperlichen Allgemeinzustand bei Reptilien. Die Forscher provozierten zu diesem Zweck eine Immunantwort von Wasserpythons (Liasis fuscus) durch Injektion harmloser, aber stark immunogener Hämozyanin-Proteine aus Napfschnecken. Als Maß für die Immunantwort der Schlangen wurde die Produktionsrate von Antikörpern gegen dieses den Tieren bisher jeweils absolut fremden Proteins ausgewertet. Die Ergebnisse waren eindeutig: Die Immunantwort nahm mit zunehmender Körperlänge (= Alter) ab und war bei Parasitenbefall oder generell suboptimalem Allgemeinzustand deutlich reduziert. Die Autoren folgern, dass der Schlangenkörper der Immunantwort keinen generellen Vorrang vor anderen energetisch aufwändigen Stoffwechselprozessen einräumt, sondern Kompromisse eingeht. Daher ist die Immunantwort von Tieren, bei denen weitere stoffwechselaufwändigen Prozesse im Gange sind, reduziert. (Quelle: Ujvari, B. & Madsen, T. (2005) Age, Parasites, And Condition Affect Humoral Immune Response In Tropical Pythons Behavioral Ecology Advance Access published online on October 12, 2005)


Verbesserungsbedarf für Regelungen beim internationalen Tierhandel

(04.11.05) Die Wissenschaftler des in Paris angesiedelten internationalen Scientific Steering Commitees der von der UNESCO gegründeten Naturschutzorganisation Diversitas sind sich einig, dass die derzeitigen Handelsregelungen im internationalen Tierhandel nicht ausreichen, um die Verbreitung potenziell gefährlicher Infektionskrankheiten zu verhindern. Dr. Peter Daszak, Mitglied des Komitees, betont, dass die gängigen Quarantänebestimmungen im Wildtierhandel absolut unzureichend sind. Während für Papageien recht strenge Vorschriften gälten, gäbe es bezüglich Reptilien und Amphibien beispielsweise vielerorts keinerlei Quarantänebestimmungen. Andererseits seien Wildtiere eine unabsehbare Quelle noch unbekannter aber potenziell gefährlicher Infektionen und es sei unabdingbar, proaktiv zu handeln und einer Einschleppung jeglicher Infektionserkrankungen vorzubeugen. Wie man am Beispiel von SARS und Vogelgrippe sähe, könnten solche Krankheiten neben den humanitären Folgen auch einen erheblichen Einfluss auf die Wirtschaft ausüben, neben dem selbst immense Kosten für eine verschärfte internationale Gesetzgebung verblassen könnten. Die Wissenschaftler werden ihre Sicht der Problematik im Rahmen einer vom 9.-12. November in Mexiko stattfindenden Wissenschaftskonferenz einer breiteren Öffentlichkeit präsentieren. (Quelle: Helen Briggs, BBC News, 30.10.05)


Herbsttagung AG Schlangen/Serum Depot Berlin e.V.

(03.11.05) Am Samstag, dem 25. November, findet die traditionelle Herbsttagung der AG Schlangen der DGHT und des Serum Depot Berlin e.V. statt. Veranstaltungsort ist wie in den letzten Jahren der Tierpark Berlin-Friedrichsfelde, die Tagung beginnt um 16 Uhr im Grünen Salon (Verwaltung Tierpark) mit einem Vortrag von Herrn Paul Hartmann über "Giftschlangenbisse, Verhaltens- und Therapiehinweise". Der Abendvortrag von Herrn Dr. Thomas Ziegler über die Herpetofauna in Vietnam beginnt um 20 Uhr in der Cafeteria des Tierparks. Außerdem findet um 19 Uhr eine Mitgliederversammlung des Serum Depot Berlin e.V. statt. Über eine rege Teilnahme würden wir uns freuen.

Mikrochips für gefährliche Reptilien


ST GALLER TAGBLATT (Switzerland) 02 November 05  Krokodilchen mit Taucherbrille (Petra Mühlhäuser)

Junge Nilkrokodile sind eine der Attraktionen der grossen Reptilienausstellung im Olma-Areal

Nilkrokodile sind ausgezeichnete Jäger, können unter Wasser sogar schlafen und werden 100 Jahre alt. An der Reptilienausstellung im Olma-Areal sind sie zu beobachten.

«Wäh», sagt ein kleiner Bub beim Anblick der Krokodile. Sein Vater widerspricht und erklärt geduldig, dass das Baby-Krokodile seien, die acht Meter lang werden könnten. Baby ist immer gut, auch wenn diese hier mit ihren offen zur Schau gestellten spitzen Zähnen etwas Hungriges haben.

Die kleinen Nilkrokodile gehören zu den auf neongelben Schildern angepriesenen Stars der Reptilienausstellung, die derzeit im Olma-Areal zu sehen ist (siehe Kasten). Sie sind anderthalb Jahre alt, können aber gut 100 werden. Das ist auf dem viersprachigen Informationszettel zu erfahren, der am Terrarium angebracht ist.

Majestätische kleine Tiere

Der Vater hat seinen Sohn unterdessen darauf aufmerksam ge-macht, wie schnell die Krokodilchen schwimmen können und wie sie das machen - die Beine eng an den Körper gelegt, den Schwanz als Ruder benutzend. Überhaupt bewegen sie sich wie die Alten, gleiten majestätisch ins Wasser, wo sie oft lange Zeit liegen bleiben, entspannt alle viere hängen lassend. Mehrere Stunden könnten sie unter Wasser ver-bringen, sagt Alessandra Bianchi von «Reptiles du Monde», der Veranstalterin der Ausstellung, die in der Nähe von Lausanne mehrere hundert Tiere hält und auch züchtet. Manchmal schlafen Krokodile sogar unter Wasser. Im Olma-Areal aber liegen sie meist so reglos unter der wärmen-den Lampe auf einem Stein, dass eine Mutter heftig dementieren muss, dass sie aus Plastik seien. Zwei Männer fachsimpeln über die Überlebenschancen von kleinen Krokodilen, während ein kleines blondes Mädchen stumme Zwiesprache hält mit einem der Tiere. Beide folgen einander fasziniert entlang der Scheibe.

Grillen zur Vorspeise

Zu Echsen könne man eine Beziehung haben, sagt Alessandra Bianchi. Im Gegensatz zu den Schlangen sehen und hören sie gut, erkennen die Stimme ihres Besitzers. Leguane zum Beispiel seien traurig, wenn man in die Ferien gehe. Für die Journalisten bekommen die Krokodilchen ein paar Grillen. «Die Vorspeise», wie Alessandra Bianchi sagt, für die Hauptmahlzeit müssen es schon grössere Brocken sein, Mäuse etwa. Die Krokodile pirschen sich im Zeitlupentempo an und schnappen dann ganz plötzlich zu. Dieses Tier acht Meter lang und das ohne Scheibe - das mag man sich gar nicht vorstellen. Wenn sie gross seien, sagt Alessandra Bianchi, kämen sie auf eine Krokodilfarm in Frankreich. Die Baby-Krokodile aber gefallen. «Cool» findet eine Frau, die lachend mit ihrem Bub vor dem Terrarium hockt und sich freut, dass sie das durchsichtige Augenlid entdeckt haben, von dem die Infotafel erzählt: Krokodile haben ein normales zum Schlafen und ein durchsichtiges für die Unterwasserjagd - «die Taucherbrille sozusagen», lacht sie.

Schlangen, sauber aufgerollt

Ist sie giftig oder nicht? Diese Frage stellt sich oft noch bevor ihre Tarnung aufgeflogen und die Schlange in ihrem Terrarium entdeckt ist. An der Reptilienausstellung in der Olma sind rund 350 Schlangen, Echsen, Amphibien und Vogelspinnen zu sehen. Infotafeln geben Auskunft über einzelne Arten und diverse Themen wie Gifte, Fortpflanzung oder Häutung. Neben Gift beeindruckt Grösse: Die Albino-Tigerpython etwa ist «megagross». Eine Frau findet den zartgelb-knalliggelb gemusterten Riesen einfach schön. Die meisten Tiere verschlafen all die Besucher, an Allerheiligen vor allem Familien und Jugendliche. Eine Frau amüsiert sich darüber, wie ordent-lich sich die Baumpython auf ihren Ast geringelt hat. Zwei Buben erzählen sich Schauergeschichten über Giftschlangen, ein anderer will von seinem Vater wissen, was «sehr giftig» heisst. Ist man dann tot? «Herzig» hingegen sind die jungen Schlangen: Die Firma «Reptiles du Monde» hat 300 bis 600 Jungtiere pro Jahr und stellt in St. Gallen rund 80 davon aus. (pem)

Reptilienausstellung bis 20. November, Olma-Halle 1.1, Eingang B, täglich 10 bis 19 Uhr.

         http://www.tagblatt.ch/index.jsp?artikel_id=1107599&ressort=regionen/stgallen


(31.10.05) Japanische Terrarianer müssen künftig ihre Reptilien, die für Menschen gefährlich werden können, mit einem Mikrochip kennzeichnen lassen. Die Behörden reagieren damit auf eine Serie von Unfällen mit Reptilien wie Pythons, Krokodilen und anderen Tieren (darunter Riesensalamander) die ins Freie geflüchtet waren. Die einen Zentimeter langen und zwei Millimeter breiten Chips werden in 650 Tierarten eingepflanzt, um anhand der Informationen auf dem Chip den Besitzer eines entkommenen Tieres ausfindig zu machen. Die Liste der betroffenen Tierarten umfasst neben vielen Reptilien auch andere illustre Haustiere wie Bären. Die neue Regelung, die ab nächsten Januar kommen soll, wird als notwendig erachtet, da immer mehr Tiere ihrem Zuhause entfliehen. In Tokio ereignen sich mittlerweile mehrere solcher Fälle wöchentlich - alleine mit Reptilien. (Quelle: Reuters, 13.10.05)

Gute Nachricht für Asiens Schildkröten?


(31.10.05) Studien in den Neunziger Jahren des letzten Jahrtausends haben gezeigt, dass viele Schildkrötenarten Südostasiens akut gefährdet sind aufgrund der enormen Nachfrage Chinas nach Schildkrötenfleisch und Arzneimitteln aus Schildkröten. Die Nachfrage auf den chinesischen Märkten führte zu Schildkrötenschmuggel riesigen Ausmaßes, auch aus Indien, einem Land mit hoher Schildkrötendiversität, und Bangladesh, über das indische Schildkröten nach China gebracht werden. Dennoch haben die Bemühungen von Natur- und Artenschutzorganisationen Wirkung gezeigt, die chinesische Regierung und die Bevölkerung konnten für die Problematik sensibilisiert werden: Ende der Neunziger wurden 70 % der in China gehandelten Schildkröten aus Südostasien eingeführt, heute sind es noch etwa fünfzehn Prozent. Der übrige Anteil wird heutzutage in Farmen in China gezüchtet. (Quelle: Piyush Srivastava, expressindia.com)

Wie alt ist Batrachochytrium dendrobatidis?


(31.10.05) Der gefürchtete Pilz B. dendrobatidis hat in den neunziger Jahren traurige Berühmtheit erlangt - als einer der Verursacher des weltweiten Amphibiensterbens. Fünf Wissenschaftler aus Kanada haben über dreitausend Amphibien untersucht, um mehr über den Pilz, seine Verbreitung, Geschichte und Wirkung zu erfahren. Die Exemplare waren alle zwischen 1895 und 2001 in 25 Ländern gesammelt worden. Der Pilz wurde bei sieben Prozent der Frösche, die in den sechziger Jahren gefangen worden waren, nachgewiesen. Der früheste Nachweis im Speziellen betraf zwei Exemplare von Rana clamitans, gesammelt im Jahr 1961 bei Quebec, Kanada. Wer mehr über die Untersuchung erfahren will, kann sich bei Martin Ouellet, McGill University, Quebec melden (mouellet9@sympatico.ca).

Rinder helfen mit beim Salamanderschutz


(31.10.05) Die Beweidung von Feuchtwiesen durch Nutztiere in Kalifornien spielt eine wichtige Rolle für die Erhaltung geeigneter Biotope für Tigersalamander. Ohne regelmäßige Beweidung sind solche Wiesen durchschnittlich fünfzig Tage weniger pro Jahr von Wasser überflutet. Den Salamandern bleibt nicht genug Zeit sich fortzupflanzen, bevor ihre temporär aquatischen Biotope austrocknen. Klimawechsel können diesen Effekt sogar noch verstärken. Die Beweidung ist mittlerweile Teil dieses Ökosystems und findet seit 150 Jahren statt. Somit spielen die Viehzüchter eine wichtige Rolle beim Artenschutz. (Quelle: Pressemitteilung Conservation Biology 14.10.05)

Viagra nützt gefährdeten Tierarten


(31.10.05) Chinesische Männer mit Potenzstörungen greifen immer öfter zum Produkt aus dem Hause Pfizer und immer seltener zu Mitteln aus der traditionellen chinesischen Medizin. In dieser finden viele Tiere Verwendung, die in ihrem Bestand gefährdet sind, wie zum Beispiel Seepferdchen, Robben und Tiger. Dies fiel den beiden Wissenschaftlern aus Alaska und Australien auf, die in Hongkong 256 Männer über fünfzig Jahren untersucht hatten, mit dem Ergebnis, dass Viagra immer häufiger Verwendung findet. Ein Grund hierfür dürfte die potente Wirkung von Viagra sein. Demgegenüber werden andere Leiden immer noch traditionell behandelt, trotz der weiten Verbreitung von Aspirin etwa sind Tigerknochen als Schmerzmittel weiterhin beliebter. Gleiches gilt für Arthritis oder Gicht, auch hier wird den traditionellen chinesischen Arzneimitteln der Vorzug gegeben. (Quelle: Science Daily, Sydney/ Australia 12.10.05)

Düngereinsatz begünstigt Froschmissbildungen


(31.10.05) Peter Johnson von der Stanford University ist einer neuen Erklärung für die in den USA zunehmend auftretenden schweren Missbildungen frei lebender Frösche auf der Spur. Zuerst fiel dem Jungwissenschaftler auf, dass Habitate mit hoher Missbildungsrate stets besonders reich an Wasserschnecken der Gattung Planorbella waren. Planorbella ist ein Zwischenwirt für Riberoia ondatre, einen Trematoden, der Frösche befallen und die beobachteten Missbildungen hervorrufen kann. Weitere Analysen ergaben, dass eine Eutrophierung der Gewässer durch den Einsatz von Düngemitteln in der näheren Umgebung einen deutlichen Einfluss auf die Zusammensetzung der Schneckenpopulationen der untersuchten Gewässer hat. In eutrophierten Gewässern war der Anteil an Planorbella jeweils deutlich erhöht und parallel war ein Anstieg der Missbildungsrate bei den dortigen Froschlurchen zu beobachten. Johnson hält den Einsatz von Düngemitteln daher für einen wichtigen Faktor bei der Entstehung von Froschmissbildungen. Er betont jedoch, dass seine Forschungsergebnisse keinesfalls ausschließen, dass auch andere Faktoren, wie beispielsweise Pestizide und Ozonschäden, wesentlich zu diesem Phänomen beitragen. (Quelle: Minnesota Public Radio; 20.10.05)


HAMBURGER ABENDBLATT (Hamburg, Germany) 28 October 05  Die Ringelnattern schlafen bis März  (Peinemann)

Anruf eines Tierfreundes: Auf dem See paddelt eine verletzte Ente - was ist zu tun? Bei der Nachsuche fliegen ein Dutzend Stockenten auf. Am Ufer liegt ein toter Erpel, im Brustbereich arg gerupft. Wahrscheinlich von einem Habicht, der hier sein Revier hat. Viele Federn am "Tatort". Auch zwanzig Meter weiter schimmert es noch weiß zwischen Laub und Moos. Aber das sind keine Federn, sondern merkwürdige weiße Hüllen. Weit und breit kein Schneebeeren-Strauch. Auch ausgetrocknete Boviste können es nicht sein.

Da greifen wir doch einfach mal zu. Wir haben gleich vier zusammenhängende federleichte Hüllen in der Hand. Sie fühlen sich pergamenten an. Oben sind die kleinen Bällchen aufgeschlitzt. Das müßte eigentlich etwas Tierisches sein. Zu Hause werden die Dinger aufgedröselt und unter der Lupe betrachtet. Wer oder was konstruiert solche Gebilde? Beim Grübeln erinnern wir uns an ein Tier, das sich sowohl auf dem Lande als auch im Wasser gut bewegt. Ja, wir haben doch hier vor einiger Zeit eine mehr als einen Meter lange Ringelnatter gesehen. Und diese Schlangen legen im zeitigen Frühjahr unter Laub und Moos ihre Eier ab. Die dünnen Schalen sind klebrig, so daß die Eier oft aneinanderhaften. Ein Weibchen stößt 20 bis 30 solcher Eier aus. Nach sechs bis zehn Wochen schlüpfen 15 Zentimeter lange Ringelnattern.

Die Verlustrate ist groß, denn viele Tiere wie Ratten, Wiesel und Vögel scharren die versteckten Eier aus und fressen sie. Miteinander verklebte Eier? Damit wäre auch das Rätsel um eine Rabenkrähe gelöst, die mit mehreren marmelgroßen Eiern im Schnabel zur Fütterung ihrer Jungen flog.

Und was frißt die Ringelnatter? Kröten, Frösche, Käfer, Würmer, kleine Mäuse. Wenn es in Tümpeln und Seen von Kaulquappen wimmelt, mästen Ringelnattern sich an dieser Kraftnahrung. Sie nehmen auch treibende tote oder verletzte Fische auf, und sie schlängeln sich sogar auf Sträucher und Büsche, um dort züngelnd Insekten zu erhaschen. Kleine schwimmende Ringelnattern locken hungrige Hechte an. Die Raubfische schnallen blitzschnell zu und ziehen die Schlange in die Tiefe.

Ringelnattern werden leider noch immer aus weitverbreiteter Angst vor Kreuzottern totgeschlagen. Dabei sind die bis zu 130 Zentimeter langen Schlangen völlig harmlos. Und sie genießen Naturschutz! Wer eine zischende, züngelnde Ringelnatter ergreift, erlebt allerdings manchmal eine "anrüchige" Überraschung. Die Natter (Natrix natrix) beißt zwar nicht, aber bespritzt bei drohender Gefahr ihre Feinde aus zwei Drüsen mit einer übelriechenden Flüssigkeit.

Eine Ringelnatter zeigte im September anhaltendes Interesse für eine Baumhöhle, einen halben Meter über der Erde, nur pflaumengroß die Öffnung. Würmersuche? Ihr Verhalten sah eher nach Wohnungssuche aus. Im November ist Schluß mit Schwimmen, Schlängeln und Fressen. Ringelnattern verkriechen sich dann müde in Baumstümpfen und Erdlöchern und fallen in den ersten Frostnächten in Winterstarre. Im März erwachen sie, streifen ihre alte Haut, das sogenannte Schlangenhemd, ab und schmücken sich mit einem Frühlingskleid. Nach der Winterruhe fressen sie alles, was ihnen vor die Zunge kommt - und genießen an geschützten Stellen stundenlang die Frühlingssonne.

         http://www.abendblatt.de/daten/2005/10/28/497107.html


DER STANDARD (Vienna, Austria) 28 October 05  Puerto Rico: Krankheit bedroht grüne Seeschildkröten

Übertragung durch Herpes-Virus 

         Ponce (APA/AP) :  Eine Krankheit bedroht die Existenz der grünen Seeschildkröten auf der Karibikinsel Culebra. Fünf der rund 300 Reptilien sind bereits gestorben, wie Umweltschützer am Donnerstag mitteilten. Die Krankheit wird von einem Herpes-Virus übertragen, und der Biologe Carlos Diez befürchtet, dass alle Schildkröten der zu Puerto Rico gehörenden Insel infiziert werden könnten.

Als mögliche Ursachen der Krankheit nannte Diez eine Verschmutzung des Ozeans, eine Veränderung der Wassertemperatur oder eine Störung des Immunsystems der Schildkröten. Die geschützte Art kommt auch auf den Jungferninseln, in Florida sowie im Nordpazifik vor.

         http://derstandard.at/?url=/?id=2224755


AMBERGER ZEITUNG (Amberg, Germany) 28 October 05  Teure Wanderwege - Bis zu 100 000 Euro für Kröten-Tunnels unter der A6

Amberg/Pfreimd. (hou):  Autobahnbauer müssen an vieles denken. Auch an Kröten und Frösche. Weil deren Wanderungen wichtig sind, werden jetzt unter den künftigen vier Fahrspuren der A 6 zwischen Amberg-Ost und Pfreimd Röhren verlegt, die den Amphibien als Wechsel-Weg dienen.

"Nicht billig, aber notwendig", sagt Baudirektor Wolfgang Würker von der Autobahndirektion Nordbayern. Jeder der Lurch-Durchlässe kostet zwischen 60 000 und 100 000 Euro. Einer davon entsteht momentan bei Passelsdorf (Kreis Schwandorf). Dort läuft gegenwärtig noch eine weitere Maßnahme, die im Zuge der A 6-Errichtung unumgänglich wurde: Spezialisten verlegen eine Erdgasleitung und schließen die Rohre in diesen Tagen zusammen.

Die Trasse des 20,3 Kilometer langen und letzten Teilstückes der Autobahn A 6 ist unterdessen weitgehend geschlagen. "Wir liegen gut im Zeitplan", freut sich Baudirektor Würker und verweist darauf, dass zwischenzeitlich mit dem Bau von 23 Brücken begonnen worden ist. Darunter auch die 500 Meter lange und 32 Meter hohe Kulmbachtalbrücke.

Den Fortschritt des gigantischen Projekts können auch massive Granitsteinvorkommen nicht aufhalten. Sie wurden in den vergangenen Wochen gesprengt. Eines allerdings macht den Firmen nach Angaben des Baudirektors Sorge. Es sind die gestiegenen Dieselpreise, die angesichts einer Vielzahl eingesetzter Fahrzeuge erhebliche Mehrkosten mit sich bringen.

         http://www.zeitung.org/zeitung/786401-100,1,0.html


NEWSCLICK.DE (Germnany) 28 October 05  Sumpf-Park für Kröten und Molche kostet 183 000 Euro -  

 Nördlich des Moorhüttenteiches bei Volkmarode entsteht ein Landschaftspark (Norbert Jonscher)

Volkmarode. Gute Nachricht für Volkmarodes Molche, Lurche, Kröten & Co.: Die Stadt baut ihnen für 183 000 Euro eine insgesamt 5000 Quadratmeter große Sumpfzone auf einer bisher landwirtschaftlich genutzten Wiese nördlich des Moorhüttenteiches.

Hinzu kommen 5000 Quadratmeter Strauch- und Baumareal sowie 1000 Quadratmeter Hochstaudenflure.

Es handelt sich um eine gesetzlich vorgeschriebene Ausgleichsmaßnahme für das Baugebiet Volkmarode-Nord (ca. 200 Einfamilienhäuser sollen hier entstehen, dazu 116 Wohneinheiten in Mehrfamilienhäusern). Die Mittel stammen anteilig aus dem städtischen Haushalt sowie aus den von Grundstückskäufern zu zahlenden Erschließungskosten (die Quadratmeterpreise für Bauland liegen in Volkmarode-Nord zum Teil bei bis zu 250 Euro). Angaben der städtischen Grünverwaltung zufolge wird nördlich des Moorhüttenteiches, einer ehemaligen Tonkuhle, ein "Landschaftspark mit bewegter Geländemodulation und verschiedenen Naturerlebnismöglichkeiten" entstehen.

Und so sieht der Plan aus: Der Moorhüttenteich erhält einen Überlauf, über einen gut 200 Meter langen Graben wird überschüssiges Niederschlagswasser in den Sumpf abgeleitet. Damit unterwegs nichts versickert, wird der rund zehn Meter breite Graben mit maschinell gefertigten Tonplatten ausgelegt, die wiederum in zwei schützende Fließbahnen eingebettet sind. Ein Kiesbett sorgt für annehmbare ökologische Verhältnisse. Im Sumpfgürtel selbst sei der Boden zwar wasserdurchlässig, das sei aber unproblematisch. Ulrich Prote: "Die so entstehenden wechselnden Wasserstände sind sogar erwünscht. Es ist ein gewollter Prozess, dass Mulden austrocknen, denn erst dadurch bieten sich bestimmten Amphibienarten Lebensräume." Der neue Landschaftspark soll durch Rundwege für Spaziergänger erschlossen werden.

         http://www.newsclick.de/index.jsp/menuid/2048/artid/4681319


STUTTGARTER ZEITUNG (Stuttgart, Germany) 25 October 05  Für die Springfrösche wird das Wasser knapp -  Das Naturschutzgebiet Weingartener Moor droht auszutrocknen - Eines der größten Amphibienvorkommen in der Bundesrepublik (Martin Baumgärtner)

 Das bekannteste Naturschutzgebiet des Regierungspräsidiums Karlsruhe, das Weingartener Moor, leidet unter akutem Wassermangel. Das gefährdet die seltenen Tier- und Pflanzenarten und ist umso ärgerlicher, da das Moor Anfang des Jahrhunderts künstlich angelegt wurde.

Wer dieser Tage das 256 Hektar große Schutzgebiet in der ehemaligen Kinzig-Murg-Rinne bei Weingarten besucht, wird staunen: Das Niedermoor mit seinen offenen Wasserflächen ist fast vollständig trocken gefallen. Vor der Aussichtsplattform für Wanderer und Naturfreunde erstreckt sich eine weite Schlammfläche. Auch der umgebende Wald ist von der Dürre gezeichnet. Wildschweine haben außerdem weite Teile des Waldbodens umgegraben. "Wir müssen die Entwicklung aufmerksam verfolgen", sagt der pensionierte Naturschutzbeamte Ernst Frey. Er hat sich über Jahrzehnte für das Moor einsetzt, mit seinem Engagement auch ein vor Jahren geplantes Freizeitzentrum Grötzinger Baggersee mit verhindert. Heute ist der benachbarte Baggersee Teil des Schutzgebiets.

Doch der See entwickelte an Arteninventar nie die Qualität des Weingartener Moors und trägt möglicherweise in Kombination mit sinkenden Grundwasserständen doch zur schleichenden Entwässerung des Moores bei. In den vergangenen zwei Jahren war das Moor zweimal ausgetrocknet. Selbst der regenreiche Sommer 2005 konnte das Versiegen der Moorseen in der Kinzig-Murg-Rinne nicht stoppen. Als Kinzig-Murg-Rinne wird das ehemalige Tal des Ostrheins, eines nacheiszeitlichen Flusses, bezeichnet, der sich am Rand der heutigen Rheinebene hinzog.

Selbst eine Trockenperiode von fünf Jahren sei innerhalb der Entwicklungsgeschichte eines Moores normal und nicht existenzbedrohend, erklärt der Botaniker Adam Hölzer vom Naturkundemuseum und warnt ausdrücklich davor, voreilig in den Wasserhaushalt einzugreifen. "Die Schäden an der Vegetation sind danach oft größer als vorher", sagt Hölzer mit Hinweis auf das vergleichbare Lautermoor an der Bienwaldmühle (Rheinland-Pfalz). Auch dieses Moorgebiet ist trocken gefallen. Schuld seien, ebenso wie im Weingartener Moor, die extrem niedrigen Grundwasserstände.

Die Verlandung des Weingartener Moores hätte vor allem für die Amphibien dramatische Folgen. Nirgendwo sonst laichen in Baden-Württemberg so viele Molche, Frösche und Kröten an einem Ort. Mitte Januar startet die Amphibienwanderung mit rund 10 000 Springfröschen, das bedeutendste Vorkommen dieser Art in Deutschland. Danach folgen ebenso viele Grasfrösche sowie rund 3000 Erdkröten. Eine zwei Kilometer lange Amphibienleiteinrichtung aus Betonelementen dirigiert sie zu Tunnels, damit sie die B 3 gefahrlos unterqueren können. Doch wo werden Frösche und Kröten im Frühjahr 2006 ablaichen, sollte sich die Situation nicht ändern? Zwar existiert im westlichen Teil noch ein Wasser führender Ringgraben, der im September 1989 durch die ehemalige Bezirksstelle für Naturschutz (BNL) geschaffen wurden, um die fortgeschrittene Verlandung auszugleichen. Doch der Wasserstand wird hier augenscheinlich nur durch den Zufluss eines seichten, nährstoffreichen Baches gesichert. An der Gesamtsituation des Moores kann dieses Rinnsal, das seit 1964 in das Moor umgeleitet wurde, nichts ändern. Selbst der Entwässerungsgraben des Moores ist mittlerweile versiegt.

Bei den jetzt verschwundenen Wasserflächen im Weingartener Moor handelt es sich um Lebensräume, die der Mensch schuf. Bis zu vier Meter mächtige Torfe wurden bis zum Ersten Weltkrieg hier gestochen. Ein natürlicher Moorsee existierte damals nicht. Erst als sich die Torfstiche mit Grund- und Regenwasser füllten, entstanden Wasserflächen. Darin wuchsen seltene Pflanzen wie die Wasserfeder oder der Wasserschlauch, eine unscheinbare Pflanze, die sich von Wasserorganismen ernährt. In Fachkreisen gilt der Artenreichtum des Moores als einmalig in Südwestdeutschland.

"Wenn der Grundwasserspiegel auf diesem niedrigen Niveau über längere Zeit verharrt, hätten wir ein Problem", erklärt Reinhold Herrmann-Kupferer vom Naturschutzreferat im Regierungspräsidium. Für den Naturschutz stellt sich jetzt die Frage, ob man den fortgeschrittenen Verlandungsprozess des Weingartener Moores stoppen soll. Um die Pflanzenvielfalt und den Amphibienbestand zu sichern, wären weitere Pflegeeingriffe - etwa das Ausbaggern der Sauerstoff zehrenden Faulschlämme - erforderlich, ebenso eine Überprüfung der Wasserzufuhr und der Entwässerung des Schutzgebiets.

http://www.stuttgarter-zeitung.de/stz/page/detail.php/1018254?_suchtag=2005-10-25


MEINERZHAGEN ZEITUNG (Germany) 24 October 05   Reptilien zur Schau gestellt - In der Valberter Ebbehalle schauten sich viele Besucher die exotischen Tiere an

Valbert (ps):  Die grünen Leguane hatten offenbar beschlossen, eine Showeinlage zu geben. Der kleinere von beiden legte ruckartig den Kopf mit dem gezackten Nackenkamm zur Seite, dann stapfte er entschlossen los. Sein großer Kollege, der träge auf einem Ast hing, sollte sein blaues Wunder erleben. Flink kletterte das kleine Reptil dem Großen auf den Rücken und machte es sich dort bequem. Vorübergehend. Dann kippte die unfreiwillige Schlafunterlage im Zeitlupentempo zur Seite und beide polterten zu Boden. Derartige Momente ließen die Besucher Samstag dicht an dicht vor den großen und kleinen Glaskästen in der Ebbehalle verharren, in denen exotische Riesenschlangen, Spinnen, Skorpione, Kröten und Leguane zumeist bewegungslos herumsaßen und -lagen. Die asiatische Tigerpython, die nach Auskunft des Schildes am Glaskasten bis zu sieben Meter werden kann, genehmigte sich ein Bad, der große schwarze Leguan schräg gegenüber züngelte dicht an der Scheibe, der dicke Ochsenfrosch aus der südlichen Sahara blickte starr aus dem Fenster. Auch der australische Blauzungenskink, der Obst und kleine Säuger mag, verharrte regungslos in seinem kleinen Kasten. Doch die geballte Exotik, gepaart mit einem behaglichen Gruseleffekt, den vor allem die achtbeinigen Gäste, wie Vogelspinne oder Peru-Riesenspinne, für sich in Anspruch nehmen konnten, zog die Besucher zahlreich in ihren Bann. Veranstalter der Exoten-Ausstellung, die Samstag in Valbert zu sehen war, ist der Wormser Familienbetrieb der Schaustellerin Karina Degen.

http://www.come-on.de/lokales/mz/story.jsp?id=171276


MITTELDEUTSCHE ZEITUNG (Halle, Germany) 21 October 05  Holzdorfer «Friedhofsschlange» harmlos (Dr. Bernd Simon)

Holzdorf (MZ):  Das war tagelang Thema Nummer eins im Ort, wie der Holzdorfer Künstler Heinz-Helge Schulze meinte. Es geht um den Schlangenfund auf dem Friedhof.

Vom Holzdorfer Harald Lehmann dort entdeckt, hatte sie sofort Aufsehen erregt. Ist die Schlange gefährlich, und wer ist nun zuständig, waren drängende Fragen. Der Frage nach der Gefährlichkeit begegneten alle Beteiligten instinktmäßig mit Vorsicht und Respekt und gingen so kein Risiko ein.

Die Frage nach der Zuständigkeit war jedoch nicht so einfach zu klären, was aber nicht allein mit der Schlange, sondern auch mit dem Freitagnachmittag zu tun hatte. Die Feuerwehr ist es nicht, die Polizei ist es nicht, und andere waren auch nicht erreichbar - dann ist im Zweifelsfall immer der Bürgermeister beziehungsweise ein Beauftragter dessen zuständig. Und das war Dieter Kühnast mit Bereitschaftsdienst voriges Wochenende.

Die Schlange kam (wie gesagt mit aller Vorsicht) in einen Eimer, wobei sich zeigte, dass das allein noch nicht reicht, um sie am Verschwinden zu hindern. Schließlich fanden sich Wege für ein sicheres Gewahrsam, und die Holzdorfer Schlange ging durch mehrere Hände, bis Klarheit über Gefährlichkeit oder Harmlosigkeit erreicht wurde.

Obwohl, wie sich später herausstellte, diese Schlangenart unter Terrarianern durchaus beliebt und damit auch bekannt ist, war es problematisch, schnell eine zuverlässige Auskunft über die Artzugehörigkeit des Findlings zu bekommen. So wurde die Schlange schließlich einem Mitarbeiter der Staatlichen Vogelschutzwarte Steckby, auch zuständig für Haltungs- und Handelsgenehmigungen nach internationalem Artenschutzrecht, übergeben. Als Kenner der Materie hatte Peter Ibe kein Problem, die Schlange als ungefährliche Kornnatter zu erkennen.

Die erste Sorge galt dann der Schlange selbst, dass diese gefährdet sei, eine Lungenentzündung zu bekommen. So wanderte sie aus dem kalten Kofferraum des Autos in einen kleinen Beutel unter das Hemd des Schlangenmannes, um sich zu wärmen. Unauffällig wurde die Schlange dort zum Teilnehmer einer Fachtagung zum Biber in Wittenberg, an deren Rand das Geschilderte am Samstag stattfand. Kornnattern haben ihre Heimat in Nordamerika, im Westen der USA bis Mexiko. Zu der über 50 Arten zählenden Gattung der Kletternattern gehören auch einige Arten in Europa, von denen aber nur die punktuell am Oberrhein vorkommende Äskulapnatter zur Fauna Deutschlands gezählt werden kann. Alle Arten dieser Gattung sind ungiftig und ungefährlich.

Die Kornnatter selbst ist schon von Natur aus farbenprächtig und wird deshalb seit langem gern im Terrarium gehalten. Bei dem gefundenen Exemplar handelt es sich vermutlich um ein vorjähriges Männchen, das einer teilalbinotischen Zuchtform der Art zuzuordnen ist. Das heißt, dass die Holzdorfer Schlange sich von der typischen Wildform unterscheidet und teilweise weiß ist und rot erscheinende Augen hat.

Was aus dem Ereignis noch mitgenommen werden sollte, ist die Erfahrung, dass gegenüber Schlangen Vorsicht geboten ist, solange man die Art nicht kennt. Aber es darf auch auf keinen Fall überreagieren werden. In Holzdorf hat das trotz gewisser Aufregung um die "Friedhofsschlange" gut geklappt und ist so für Mensch und Schlange schadensfrei ausgegangen.

         http://www.mz-web.de/servlet/ContentServer?pagename=ksta/page&atype=ksArtikel&aid=1129642907669&openMenu=1012902958626&calledPageId=1012902958626&listid=1018348861807


ALLGÄU RUNDSCHAU (Germany) 25 October 05  Kinder schaffen Frosch-Biotop - Teich in der Rubingerau angelegt - Engagierte Familie sucht jetzt Unterstützung

Oberstdorf-Rubi (vk):  Als sich im Frühsommer unzählige kleine Kaulquappen durch den kleinen Bach in der Rubingerau schlängelten, waren der fünfjährige Lucas und seine zweijährige Schwester Zoe aus Rubi mächtig stolz. Denn im Frühling hatten sie gemeinsam mit ihren Berliner Freundinnen Lisa (zehn) und Marie (sieben) jede Menge Froschlaich auf den sumpfigen Wiesen gefunden und die Eier, bevor sie in der Sonne vertrockneten, in den Bach gesetzt. Vielleicht werden sie demnächst auch fertige Frösche sehen können, wenn ihr Teichprojekt abgeschlossen ist.

Denn die Rettungsaktion Anfang des Jahres hat den Kindern die Augen geöffnet: Auf der Wiese sind zu wenig Teichflächen! Doch gleichzeitig stellten die kleinen Amphibienfreunde fest, dass die Rubingerau wie geschaffen ist für die Anlage von Teichen. Beim Ausbau der Ortszufahrt vor rund drei Jahren wurden nämlich auch, wie gesetzlich vorgeschrieben, Renaturierungsflächen angelegt und bei dieser Gelegenheit zwei Löcher in der Wiese ausgebaggert.

Michael Finger, der Vater von Lucas und Zoe, war begeistert, als ihm seine Kinder von ihren Wünschen berichteten. „Wasser ist immer Leben“, weiß der gelernte Landschaftsgärtner. Er fragte beim Landratsamt nach, ob er auf der Rubingerau, die dem Landkreis gehört, ein Biotop schaffen dürfe. Im Amt hatte man keine Einwände. Also fuhr Vater Finger im Sommer mit seinem Nachwuchs in den nächsten Baumarkt und kaufte Teichfolien. Für rund 150 Euro - etwa zehn Euro steuerten die vier Kinder bei, die dafür auf einmal Eisessen verzichteten.

Familie Finger und die befreundete Familie Wiese aus Berlin, zu jener Zeit auf Urlaub im Allgäu, machten sich umgehend an die Arbeit und legten die Grube säuberlich erst einmal mit einer Schutz-, dann mit einer Teichfolie aus. Steine dienen zur Fixierung, aber auch später als „Möblierung“ für Frösche und Kröten. In diesen Tagen wollen die Fingers im Wald Hölzer suchen, um das kleine Biotop weiter auszubauen. Das Projekt, betont Michael Finger, der ein Anhänger der Montessori-Pädagogik ist, gehe von den Kleinen aus: „Die Kinder lernen, wenn sie’s selber machen.“ Um den Teich mit Wasser zu befüllen, brauchen die jungen Froschfans jetzt allerdings Hilfe. Vielleicht könnte ja ein Landwirt aus der Umgebung ein Wasserfass zur Verfügung stellen, hofft jetzt der Vater auf nachbarliche Unterstützung.

Jeder kann mitmachen

Überhaupt, betont er, soll die Anlage des Teiches nicht ein Finger-Projekt bleiben. Lucas und Zoe, die gerade zwei wird, freuen sich, wenn auch Kinder aus dem Dorf mitmachen und mit ihnen gemeinsam das Erdloch in ein Paradies für Kleinlebewesen verwandeln. Wer Interesse an einer Mitarbeit hat, kann sich bei der Familie Finger melden: Telefon 08322/1329.

         http://www.all-in.de/redsys/c.php/allin/lokales/index.php?l=de&dom=dom1&id=542941


KIELER NACHRICHTEN (Kiel, Germany) 24 October 05  Keine Angst vor großen Tieren

Keine Angst vor dem Alligator zeigten die meist jungen Besucher einer Reptilienschau und nutzten die Gelegenheit die Panzerechse zu streicheln. Tierbesitzer Felix Frank achtete bei dem hautnahen Kontakt allerdings darauf, dass allzu übermütige Kinder dem Kopf und den Kiefern des 60 Kilogramm schweren und zwei Meter langen Reptils nicht zu nahe kamen. Auch ein sattes und friedlich wirkender Alligator könne aus Angst oder in einem Verteidigungsreflex zu schnappen, warnte Frank. Neben dem Krokodil präsentierte der Reptilienliebhaber in seinem ungewöhnlichen Streichelzoo, mit dem er am Wochenende in der Aula am Plöner Schulzentrum gastierte, auch weitere exotische Echsen und drei Riesenschlangen, wie eine Anaconda, einen Python und eine Boa. Neben wirtschaftlichen Gründen zeigt Frank seine Tiere auch, um Vorurteile gegen über den oft als eklig oder glitschig empfundenen Reptilien abzubauen.

         http://www.kn-online.de/news/archiv/?id=1735472


KA-NEWS.DE (Karlsruhe, Germany) 24 October 05  Frösche wollen über die Bundesstraße

Karlsruhe (ps):  Die Amphibienschutzgruppe Grötzingen sucht neue Aktive, weil die Zahl ihrer Mitglieder in den vergangenen Jahren rapide zurück gegangen ist. Die Helfer haben die Aufgabe, an der B3 zwischen Grötzingen und Werrabronn den Amphibienwechsel zu beobachten. Während der Wanderzeit sorgt die Gruppe dafür, dass die Tiere gefahrlos über die Straße kommen.

Die Helfer überwachen die Strecke zwischen dem Grötzinger Bergwald und dem Baggersee, sammeln die Tiere ein lassen sie auf der gegenüber liegenden Seite wieder frei. Wer Interesse an der Mitarbeit hat, meldet sich unter Telefon 0721/133-1002 beim Amt für Umwelt- und Arbeitsschutz.

         http://www.ka-news.de/karlsruhe/news.php4?show=hok20051024-526J


ALLGEMEINE ZEITUNG (Main-Rheine, Germany) 23 October 05  Schildkröte mit zwei Köpfen - 800 Besucher bei Europas größter mobiler Reptilien-Ausstellung in Finthen (Michael Heinze)

Eine kleine Schildkröte mit zwei Köpfen war bei weitem nicht der einzige Hingucker bei Europas größter mobilen Reptilien-Ausstellung, die am Wochenende im Finther Bürgerhaus Station machte und an zwei Tagen insgesamt 800 Besucher anzog. Für fünf bis sieben Euro Eintritt bekamen die Leute auf 600 Quadratmetern Fläche 200 exotische Tiere in 87 Terrarien zu sehen.

Gisela Kerz war gemeinsam mit ihren Enkelkindern Yannick (5) und Colin (2) angereist. "Für die Kleinen war es schön", resümierte die Bretzenheimerin. "Besonders die behaarten Beine der Vogelspinnen fanden die interessant." Auch ihre Tochter Tanja Horak ("Gut, dass die Ausstellung nicht so überlaufen ist") bereute den Besuch der Reptilien-Welt keineswegs. Nur das Eintrittsgeld fand sie happig. "Für das gleiche Geld können wir im Frankfurter Zoo auch noch Löwen, Giraffen und alle anderen Tiere sehen."

Dafür gibt es dort keine Schildkröte mit zwei Köpfen, die unabhängig voneinander fressen und sich gegenseitig füttern können. Tom und Jerry hat die Augsburger Ausstellerfamilie um Maik Spindler (30) die Gelbwangen-Schildkröte genannt, die 2002 in den USA das Licht der Welt erblickte und von der es auf dem Globus nur noch zwei vergleichbare Exemplare geben soll. Einen Blickfang stellten ganz sicher auch die beiden 50 Zentimeter langen und 60 Kilo schweren Spornschildkröten dar, die in einem Gatter auf der Bühne des Bürgerhauses in aller Ruhe Salatblätter kauten.

Fasziniert zeigten sich die Besucher zudem von Riesentausendfüßler, Felsskorpion, Leopardgecko oder Dornschwanzagame. Nicht zu vergessen die riesige Netzpython, die bei einer Länge von sechs Metern 100 Kilo auf die Waage bringt und mit Vorliebe lebende Hasen und Hühner verzehrt.

"Während der Ausstellung werden die Tiere nicht gefüttert", erklärte Ausstellungsboss Spindler, der mit zwei 14 Meter langen Sattelauflegern angereist war. "Das könnten wir auch mit Rücksicht auf die kleinen Besucher nicht machen - weil das teilweise viel zu grausam anzuschauen wäre."

         http://www.main-rheiner.de/region/objekt.php3?artikel_id=2093285


Ein Platz für Schildkröten

(25.10.05) Das Sonora Desert Museum engagiert sich seit Jahren um die artgerechte Unterbringung der bedrohten nordamerikanischen Wüstenschildkröten (Gopherus agassizii) in Privathand. Das Tortoise Adoption Program des Museums vermittelt verunglückte, beschlagnahmte sowie in Gefangenschaft geborene Gopherschildkröten an private Halter, die eine dauerhafte artgerechte Unterbringung der Tiere garantieren müssen. Im Originalklima der Gopherschildkrötenheimat ist das für Gartenbesitzer nicht einmal mit besonders hohem Aufwand verbunden. Alle Tiere in genehmigter privater Haltung werden registriert, bleiben lebenslang Staatseigentum und dürfen nicht auf eigene Faust weiter vermittelt werden. Einige Tiere des Programms leben bereits sehr lange in menschlicher Obhut. Den Rekord hält dabei wohl ein mindestens 100-jähriges Exemplar, das bereits seit drei Generationen im Garten einer Familie haust. Allein in Tucson leben inzwischen bereits Tausende solcher Gartendauergäste. Das Sonora Desert Museum hofft, mit diesem Programm nicht nur eine artgerechte Haltung der Schildkröten zu erreichen, sondern auch das Interesse und Verständnis der Bevölkerung für ihre frei lebenden "Haustiere" zu mehren. (Quelle: Stephanie Teller, The Arizona Daily Star, 20.10.2005)


Ende der Rattlesnake Roundups in Pennsylvania in Sicht?

(25.10.05) Die Naturschutzgesetzgebung liegt in den USA weitgehend in den Händen der einzelnen Bundesstaaten und wird dort sehr unterschiedlich gehandhabt. Besonders schlecht um den Schutz der dort heimischen 76 Reptilien- und Amphibienarten steht es im Bundesstaat Pennsylvania. Die unzureichenden Schutzregelungen lassen bisher in diesem Bundesstaat auch weiterhin die regelmäßige Durchführung so genannter Rattlesnake Roundups zu, in deren Rahmen jährlich tausende von Klapperschlangen ihr Leben lassen müssen. Dabei kommen gerade in Pennsylvania nur zwei Klapperschlangenarten vor, Waldklapperschlangen (Crotalus horridus) und Kettenzwergklapperschlangen (Sistrurus c. catenatus), die beide in ihrem Bestand bedroht bzw. akut gefährdet sind. Da bei den Roundups meist Preise für die schwerste und größte gefangene Klapperschlange vergeben werden, üben diese Veranstaltungen außerdem einen besonderen Druck auf die für den Bestandserhalt so wichtigen voll erwachsenen Weibchen aus. Der Aderlass durch die Roundups ist signifikant. Brauchen Waldklapperschlangen doch 8-10 Jahre, bis sie fortpflanzungsfähig sind und reproduzieren auch dann nur jedes dritte bis fünfte Jahr. Folgerichtig ist der Bestand dieser Klapperschlange in großen Teilen Pennsylvanias in den letzten Jahren bereits um über 70% zurückgegangen. Derzeit laufen in den USA endlich Bemühungen an, die grausamen Roundups bundesweit zu verbieten. Ein erster Schritt in die richtige Richtung ist die neueste Initiative Pennsylvanias, den Teilnehmern von Roundups den Fang von nur noch einer statt zwei Waldklapperschlangen zu gestatten und die damit verbundene Gebühr von 5 auf 50 $ zu verzehnfachen. Außerdem soll der Fang von Weibchen ganz verboten werden und für Männchen Mindestgrößen gelten, die nur von voll ausgewachsenen Exemplaren erreicht werden. Auch der Schutz anderer Reptilien im Bundesstaat soll verbessert werden: So ist beispielsweise eine Schonzeit für Kupferköpfe geplant und nachdem bekannt wurde, dass allein ein einziger Händler in Philadelphia Jahr für Jahr je sechs Tonnen Schnappschildkrötenfleisch umsetzte, wird über neue Begrenzungen beim Fang dieser Tiere nachgedacht. Die noch nicht abschließend beurteilte Gesetzesvorlage stößt allerdings auf energischen Widerstand seitens der Rattlesnake Roundup Veranstalter und es bleibt nur zu hoffen, dass die neuen Regelungen trotz des Widerstandes dieser Gruppierungen gesetzeswirksam werden. Die Vorlage kann online eingesehen werden.
(Quelle: www.forgottenfriends.org. )


HAMBURGER ABENDBLATT (Hamburg, Germany) 10 October 05  Frosch zerstört Aidsvirus

London (kan):  Kann ein Frosch die Welt von Aids erlösen? Forscher der Vanderbilt University in Nashville (US-Staat Tennessee) entdeckten eine Substanz in der Haut des Rotäugigen Baumfrosches, die das HI-Virus zerstört. Sie wird bei Verletzungen freigesetzt, um den Frosch vor Bakterien und Viruserkrankungen zu schützen. Tests ergaben, daß der Stoff auch bei Menschen wirkt.

http://www.abendblatt.de/daten/2005/10/10/490601.html


HAMBURGER ABENDBLATT (Hamburg, Germany) 08 October 05  Frau Dudas' Hotel für Igel, Frosch und Kröte

Bevor Sie anfangen, Ihren Garten groß aufzuräumen, sollten Sie die Hinweise von Irmgard Dudas vom BUND Wandsbek beachten. Auch Ihr Garten kann Winterquartier für viele Nützlinge wie Vögel, Frösche, Kröten, Igel und Fledermäuse sein. Was Sie tun können:

Schneiden Sie Sträucher, Hecken und Stauden mit ihren Samen erst im Frühjahr zurück. An den Pflanzenstengeln überwintern jede Menge Insekten, die Lieblingsspeise der Igel.

Harken Sie Laub und Gras zu Haufen zusammen. Darunter finden Igel, Spitzmäuse, Vögel und Insekten Unterschlupf und Nahrung bis zum Frühjahr.

Legen Sie am Gartenteichrand Geröll- und Reisighaufen an: So finden Frösche und Kröten rechtzeitig aus dem Teich ins sichere Winterquartier. Auch Eidechsen können hier unterschlüpfen.

In das Schlaf- und Futterhaus ziehen gern Igel ein: Sie können es selbst zimmern aus Fichtenholzbrettern (16-20 mm). Durch das Aufklappdach können Sie das Futter hineinstellen und, wenn nötig, den Schlafraum reinigen.

Eine genaue Anleitung für die Igel-Pension und das Kröten-Hotel inklusive Igel-Speisezettel erhalten Sie hier:

Tiere überwintern im Garten für Erwachsene und Kinder ab 5 Jahre, Hamburger Umweltzentrum, Karlshöhe 60 d, 22175 Hamburg, Tel.040/600 38 60. Sonnabend, 22. Oktober, 14-16 Uhr. 3 Euro pro Person.

         http://www.abendblatt.de/daten/2005/10/08/490548.html


Zur Bedeutung der Nistplatztreue bei der Echten Karettschildkröte

(21.10.05) Stephanie Jill Kamel und N. Mrosovsky vom Department of Zoology der Universität von Toronto haben in einer kürzlich veröffentlichten Studie versucht, die seit längerem von der Echten Karettschildkröten (Eretmochelys imbricata) bekannte Nistplatztreue der Weibchen genauer zu analysieren. Im Rahmen der Untersuchungen an einem Strand auf Guadeloupe fanden sie heraus, dass zwar der Schlupferfolg an den verschiedenen Eiablageorten in der Region vergleichbar hoch lag, es jedoch deutliche Unterschiede bezüglich des Prozentsatzes der Schlüpflinge gab, die lebend das Meer erreichen konnten. Tiefer im Wald gelegene Nistplätze erschwerten es den Schlüpflingen, sich in Richtung Meer zu orientieren und Flut bedingte Nestüberschwemmungen erschwerten es den Babies, sich auszugraben. Trotzdem wählten die jeweiligen Muttertiere Jahr für Jahr denselben Nistplatz aus. Als Konsequenz wäre zu erwarten, dass solche Tiere weniger Nachkommen und somit einen evolutionären Nachteil hätten, der das betreffende Nistverhalten auf Dauer weniger wahrscheinlich machen sollte. Warum nun dennoch Jahr für Jahr relativ viele Tiere solche weniger geeignete Nistplätze auswählen, dafür gibt es nach Meinung der Autoren zwei mögliche Gründe. Zum einen kann sich die Umgebung eines ursprünglich optimal gewählten Nistplatzes während der sehr langen Lebensdauer der Schildkrötenweibchen derart verändern, dass die Tiere letztlich Jahr für Jahr einen Ort aufsuchen, der sich zunehmend weniger zum Nisten eignet. Zum anderen ist denkbar, dass das nistplatzspezifische, weil Inkubationstemperatur-abhängige, Geschlechterverhältnis der Schlüpflinge in dieser Hinsicht relevant ist. Weibchen, deren Nestwahl eine Anreicherung des bei der Art selteneren Geschlechtes bedingt, mögen so auch bei der Wahl von Nistplätzen, die geringere Überlebensraten bedingen, einen evolutionären Vorteil erlangen. (Quelle: Animal Behaviour /Volume 70, Issue 4 , October 2005, Pages 819-828)


Bioenergetische Betrachtungen an Lederschildkröten auf hoher See

(21.10.05) Neue Studien, die amerikanische Wissenschaftler um Bryan P. Wallace von der Universität von Philadelphia an frei schwimmenden Lederschildkröten (Dermochelys coriacea) durchführten, decken erstmalig genauere Zusammenhänge zwischen Stoffwechselaktivität und Tauchverhalten der großen Reptilien auf. Dabei fanden die Forscher heraus, dass die Lederschildkröten ihr Tauchverhalten so steuerten, dass Länge des Tauchganges und der Aufenthalt in verschiedenen Wassertemperaturzonen es ihnen erlaubte, ihre Stoffwechselrate möglichst niedrig zu halten. Gleichzeitig konnten sie durch angepasstes Tauchverhalten eine Überhitzung vermeiden, wenn sie sich in warmen tropischen Gewässern aufhielten. (Quelle: Journal of Experimental Biology 208, 3873 388(2005))


SÄCHSISCHE ZEITUNG (Dresden, Germany) 19 October 05  Schlange im stillen Örtchen (Jochen Wittmann)

Manchester. Mieter finden eine drei Meter lange Boa constrictor in ihrem Bad.

Ein Horror: Da geht man nachts zur Toilette, und was fläzt sich in der Kloschüssel? Eine Riesenschlange, genauer eine Boa Constrictor. So passiert einem Bewohner eines Appartments in der Clyde Road im englischen Manchester. Der verschreckte Mann rief die Feuerwehr, die die Abwasserröhren durchleuchtete. Sie fand nichts und hielt die Geschichte für einen dieser Großstadtmythen. Als aber auch andere die Schlange sahen, versperrten die verängstigten Mieter des Hauses ihre Toilettendeckel lieber mit Mauersteinen.

Jetzt hat ein mutiger 19-Jähriger dem Schrecken ein Ende gesetzt. Er überraschte die drei Meter lange Boa auf dem Boden seines Badezimmers und rollte ihr geistesgegenwärtig einen Wäscheeimer zu, in den sie hineinglitt. Drauf kam der Deckel und wenig später die Tierschutzorganisation RSPCA zu Hilfe. „Es ist gar nicht ungewöhnlich“, sagte RSPCA-Sprecher Jimmy Ratcliff, „dass Schlangen in Abwasserkanälen überleben. Sie können gut schwimmen und ihren Atem 20 Minuten lang anhalten. Diese hier hat sich wohl von Ratten ernährt.“

Ungewöhnlich ist aber das Auftauchen einer Boa Constrictor im nordenglischen Manchester – lebt sie sonst doch in den Subtropen. Man verdächtigt einen früheren Bewohner, dem wegen Mietschulden gekündigt wurde, die Boa als Rache freigelassen zu haben. So ganz können die Mieter also nicht aufatmen. Denn die Boa ist ein Weibchen – und ob da nicht im Leitungssystem noch ein paar Schlangenbabys …

         http://www.sz-online.de/nachrichten/artikel.asp?id=979055


BERLINER MORGENPOST (Berlin, Germany) 20 October 05  In Postpaket hochgiftige Grüne Mamba entdeckt

Ein Berliner hat am Dienstag versucht, eine Giftschlange per Post zu verschicken. Mitarbeiter des DHL-Paketzentrums an der Wilmersdorfer Forckenbeckstraße wurden stutzig, als ihnen ein Paket mit der Aufschrift "Stark ätzend" in die Hände fiel. Sie alarmierten gegen 22.10 Uhr die Polizei. "Unseren Kollegen fiel vor Ort aus dem Paket ein Zettel entgegen, auf dem ,Vorsicht Giftschlangen' stand", berichtet Polizeisprecher Uwe Kozelnik. Zudem war zu lesen, daß es sich bei der Art um eine "dendroaspis jamesoni jamesoni" handelt - das ist die lateinische Bezeichnung für die Grüne Mamba.

Die Grüne wie die Schwarze Mamba gehören zu den giftigsten Schlangen weltweit. Ihr Nervengift führt bei Menschen nach wenigen Minuten zum Tod.

Entsprechend wurde das Paket noch verschlossen in einen abgelegenen Raum gebracht, die Polizisten riefen Kollegen vom Zoll und Mitarbeiter des Tierheims zur Unterstützung. Gemeinsam öffneten sie das Paket - in dem tatsächlich eine etwa ein Meter lange Grüne Mamba lag. Sie war zu einer Schau in Berlin gewesen, ein Chinese aus Lichtenrade wollte sie nun dem Eigentümer nach Homburg (Saarland) zurückschicken. Doch diese Art der Beförderung ist laut Post-Bestimmungen verboten. Das Unternehmen erwägt rechtliche Schritte. Für die Polizei indes ist der Fall abgeschlossen. "Der Mann hat nicht gegen das Artenschutzgesetz verstoßen", sagt Kozelnik. Er habe die Schlange gegen Mitternacht abgeholt.

         http://morgenpost.berlin1.de/content/2005/10/20/berlin/786761.html


BERLINER ZEITUNG (Berlin, Germany) 20 October 05  Eine giftige Mamba im Postpaket - Alarm im Expresszentrum: Schlange sollte an die Saar geschickt warden (Lutz Schnedelbach)

Heuschrecken hätte er mit der Post verschicken dürfen. Auch andere Futterinsekten wie Wanzen, Asseln und sogar Bienenköniginnen wären in einem Postpaket erlaubt gewesen, nicht jedoch eine Grüne Mamba. Das ist nach den Beförderungsbestimmungen der Post verboten. Gegen den Absender eines Pakets, das gestern im Expresszentrum der DHL in Wilmersdorf für Aufregung sorgte, wird die Post deshalb zivilrechtliche Schritte einleiten.

Der Mann, der das Paket verschicken wollte, kommt aus Marienfelde und hatte den Karton am Dienstag in eine Filiale gebracht. Das Paket sollte nach Homburg an der Saar geschickt werden. Ein Aufkleber deklarierte das Paket als "Gefahrgut". In der Filiale störte sich offenbar niemand an dieser Klassifizierung. Im Expresszentrum an der Forckenbeckstraße fiel die Sendung jedoch auf. Die Mitarbeiter dort kennen ihre Kunden, die Gefahrgutbehälter von der DHL transportieren lassen. Weil der Name des Absenders nicht bekannt war, überprüften die Postler den Karton. Sie fanden Aufschriften. "Vorsicht Giftschlange" und "stark ätzend". Daraufhin seien sofort das Tierheim und die Polizei informiert worden, sagte Postsprecherin Sylvia Blesing am Mittwoch. Die Polizei öffnete den Karton und entdeckte einen zugeklebten Styropor-Karton. Darin lag eine etwa ein Meter lange grünliche Schlange. Später stellte sich heraus, dass es eine Mamba ist. Die Grüne und die Schwarze Mamba gehören zu den giftigsten Schlangen weltweit. Ihr Nervengift führt bei Menschen nach wenigen Minuten zum Tod. Das müssen die Polizisten wohl gewusst haben. Denn sie verschlossen schnell den Karton und brachten ihn auf ihre Wache am Kurfürstendamm. Dann informierten sie den Besitzer, der kurz nach Mitternacht sein Tier wieder abholte und für den Versand nun eine Firma beauftragen muss, die auf den Transport von Tieren spezialisiert ist.

Schlangen und Skorpione, ob giftig oder nicht, werden üblicherweise in geschlossenen Leinensäcken transportiert. "Die Säcke werden dann in temperierte Boxen gelegt, weil die Tiere eine sehr empfindliche Haut haben. Anschließend werden die Boxen so verschlossen, dass sich die Tiere nicht befreien können", sagt Fachmann Oliver Paap, der in der Schreinerstraße in Friedrichshain einen Terraristik-Laden betreibt. Fälle, in denen Schlangen und Spinnen mit der Post verschickt werden, kenne er nicht. "Seriöse Händler und registrierten Besitzer wissen das", so Paap. Giftschlangen darf jeder halten, der eine Genehmigung vom Amtstierarzt hat. Voraussetzungen sind ein separater Raum für Schlangen und das entsprechende Gegengift, für den Fall, dass das Tier beißt.

         http://www.berlinonline.de/berliner-zeitung/berlin/493240.html


ANZEIGER STERNBERG-BRÜEL-WARIN (Germany) 20 October 05  Schildkröte Nr. 13 heißt seit gestern Schildi - Crivitzer Grundschüler tauften ihr Patenkind im Schweriner Zoo (Carola Mackowiak)

Schwerin/Crivitz:  Eine Taufe gab es gestern im Schweriner Zoo. Die Griechische Landschildkröte Nr. 13 darf sich fortan Schildi nennen. Für diesen Tag hatten ihre Paten, 24 Grundschüler aus der Crivitzer Fritz-Reuter-Schule, lange und schwer gearbeitet.

Mit zwei großen Salatköpfen und einer Urkunde war die Klasse 3b aus Crivitz gestern Vormittag per Linienbus zur Taufe angereist. Die Ehre, den Täufling während der Zeremonie tragen zu dürfen, kam Nils zu, der gestern seinen 9. Geburtstag feierte. Dabei war die Schildkröte mindestens genauso aufgeregt wie der Junge – sie pinkelte ihm auf den Schuh. Das fanden alle sehr lustig, Klassenleiterin Sylvia Meißner versicherte aber, dass sowas Glück bringt.

Auch Nils’ Mutter Doris Piernitzki war mit in den Zoo gekommen, aber nicht nur, weil es sein Geburtstag war. Sie ist Mitglied im Zooverein und hatte im Frühjahr 2004 die damalige 2b auf die Idee gebracht, eine Tierpatenschaft und so konkrete Verantwortung für ein Lebewesen zu übernehmen (SVZ berichtete). Seitdem konnten sie und Klassenleiterin Sylvia Meißner erleben, mit welchem Eifer sich die Mädchen und Jungen ihrem Patenkind widmen.

Eigentlich war der Vertrag nur für acht Monate geplant. Doch den Schulkindern wuchs ihre Schildkröte so schnell ans Herz, dass es bald nur noch eine Frage des Geldes war, ob sie sich auch weiter um Schildi kümmern würden. 50 Euro mussten sie für die einjährige Verlängerung ihrer Patenschaft aufbringen, Geld, mit dem Futter gekauft und das Schildkrötengehege weiter verbessert wird.

Betrag fürs nächste Jahr schon beisammen

So zogen die damals Sieben- und Achtjährigen in die Parks und Wälder, um Kastanien und Eicheln zu sammeln, die sie dem Förster verkauften. Sie organisierten einen Flohmarkt und brachten selbst gebackene Waffeln unter die Leute. Am Ende lagen 55 Euro in der Klassenkasse.

"Auch fürs nächste Jahr ist das Geld schon beisammen", freut sich Doris Piernitzki. Wieder halfen gesammelte Eicheln, Kastanien und diesmal auch ein "gewinnträchtiges" Kürbisfest, die Summe aufzubringen.

Dass Schildkröte Nr. 13 nun auch in aller Öffentlichkeit Schildi gerufen werden kann, ist für die Crivitzer Schulkinder längst selbstverständlich. "Den Namen hat sie schon solange, wie wir sie kennen", erzählt Shanice Arendt, die auch die Taufurkunde vorbereitet hatte. Darin ist zu lesen: "Liebe Schildkröte Nummer 13, wir wollen dich voller Freude auf den Namen Schildi taufen. Wir wollen auch in der 4. Klasse noch für dich sorgen, weil wir deine Paten sind." Unterschrieben ist das Papier von allen Schülern der Klasse 3b der Crivitzer Fritz-Reuter-Schule.

Als Vertreterin der Eltern war gestern auch Sandra Nützmann zur Taufe mitgekommen, um die Lehrerin zu unterstützen. Vor der Schildkröten-Taufe saßen die Mädchen und Jungen nämlich in der Zooschule, wo sie Wassertropfen untersuchten. Mit diesem Thema beschäftigt sich derzeit ein Unterrichtsprojekt in der dritten Klasse.

Auch Wasserflöhe sind spannende Tiere

Erst wurde aus einem Graben Wasser geholt und das dann unterm Mikroskop betrachtet. "Da haben wir richtige Wasserflöhe gesehen", erzählen die Kinder. Und von der Zoolehrerin erfuhren sie noch jede Menge darüber, wie der Körper so eines kleinen Wasserwesens aufgebaut ist und wie es lebt. Weitere Tiere, deren Lebensraum das nasse Element ist, galt es am Computer zu bestimmen.

Doch so interessant und spannend auch dieser Teil des Zoobesuches für die Crivitzer Kinder war: Ihr Liebling bleibt Schildi…

         http://www.svz.de/newsmv/lr/swh/20.10.05/2520400/2520400.html


NEU-ULMER ZEITUNG (Ulm, Germany) 20 October 05  Ausgesetzte Riesenschlangen bedrohen Ökosystem in Florida

Washington (DPA):  Ausgesetzte Riesenschlangen bereiten Behörden und Bevölkerung im Süden Floridas zunehmend Sorge. Allein in den vergangenen 14 Tagen waren dort vier ausgewachsene Python-Schlangen eingefangen worden, berichteten US-Medien.

Nach Angaben der Nationalpark-Behörden bedrohen die Schlangen das Ökosystem im Naturschutzgebiet der Everglades. Zwei Männer wurden diese Woche in Sweetwater (Bundesstaat Florida) verletzt, als sie eine Python mit bloßen Händen und einem Kopfkissenbezug im Garten einfingen, berichtete der Sender CNN. Sie waren auf die Schlange aufmerksam geworden, nachdem mehrere exotische Fische aus dem Gartenteich verschwunden waren. Neben den Zierfischen fielen den Schlangen dem Bericht zufolge auch eine Hauskatze und ein Truthahn zum Opfer. Eine Python war vor kurzem bei dem Versuch geplatzt, einen knapp zwei Meter langen Alligator in den Everglades zu verspeisen.

Seit Dezember 2003 wurden Behördenangaben zufolge 50 Riesenschlangen gefangen. Die Tiere sind ungiftig. Sie gehören nicht zu den in Florida beheimateten Arten. Es handele sich wahrscheinlich um zunächst ausgesetzte Haustiere. Tierschützer vermuten, dass die Pythons sich in freier Wildbahn inzwischen vermehren.

         http://www.nuz.de/Home/Nachrichten/Boulevard/sptnid,8_puid,1_regid,13_arid,572566.html


MAERKISCHE ALLGEMEINE (Potsdam, Germany) 20 October 05  Griechische Landschildkröten gestohlen

Potsdam: Polizei sucht Zeugen!

         Die Polizei sucht Zeugen eines Diebstahls von zwei unter Artenschutz stehenden Griechischen Landschildkröten, der sich vor einigen Wochen in der Siedlung Eigenheim ereignete.

Die Rassetiere im Wert von je zirka 350 Euro, die nur mit Urkunden und Belegen verkauft werden dürfen, waren im Garten des Grundstücks der Besitzer im Vogelsang in einem kleinen Gehege untergebracht. Am Donnerstag, dem 1. September 2005, gegen 21 Uhr sah die Ehefrau die Schildkröten in ihrem Gehege, wo sie sich bereits zum Schlafen in einen umgedrehten Blumenkübel mit Stroh zurückgezogen hatten. Am nächsten Morgen gegen 8 Uhr stellte der Besitzer das Fehlen der Tiere fest und zeigte den Diebstahl bei der Polizei an. Eine "Flucht" der Schildkröten oder ein Schicksal als Beute von wilden Tieren schloss der Geschädigte aus. Die griechischen Schildkröten, die seit zwei Jahren im Besitz des Potsdamers waren, wiegen je etwa 150 Gramm und ihr Panzer hat einen Durchmesser von etwa 10 bis 12 Zentimetern.

Die Polizei fragt: Wer hat den Diebstahl beobachtet oder kann Angaben zum Verbleib der auf den Fotos abgebildeten Tiere machen? Hinweise bitte an die Polizeiwache Potsdam-Mitte unter (0331) 5508-1224 bis 1226 oder jede andere Polizeidienststelle.

         http://www.maerkischeallgemeine.de/cms/beitrag/10579614/1353449/


TAGBLATT (St.Galler, Switzerland) 20? October 05  Mit Schildkröten richtig umgehen - Tierschutzverein Sirnach und Umgebung: Informationsabend zum Thema Schildkröten

Sirnach. Die Schildkröten-kennerin Ursula Eggenschwiler erklärte, worauf bei der Haltung dieser Tiere geachtet werden muss. Unter anderem brauchen sie einen mehrmonatigen Winterschlaf - am besten im Kühlschrank.

Kürzlich nahmen über 60 Personen an einem Infoabend über das Thema «Schildkröten: Haltung, Ernährung und Winterschlaf» teil. Referentin war die Tierärztin Ursula Eggenschwiler aus Siblingen, die bei den Schildkrötenliebhabern als Fachfrau gilt. Sie zeigte anhand verschiedener Folien und Bilder auf, was das Wichtigste bei der Haltung dieser Tiere ist.

Wechselwarmes Tier

Die in der Schweiz am meisten verbreitete Schildkröte ist die Griechische Landschildkröte. Wie ihr Name sagt, ist sie ursprünglich aus dieser warmen, steinreichen und kargen Gegend. Laut Ursula Eggenschwiler ist die Griechische Landschildkröte ein wechselwarmes Tier, dessen Lebenselixier die Sonne ist. Die Möglichkeit zur täglichen Aufwärmung auf 34 Grad Celsius Körpertemperatur ist eine Grundbedingung, die für das Überleben des Tieres gewährleistet sein muss. Da in der Schweiz dafür während mehr als sechs Monaten keine Gewähr besteht, müsse unbedingt eine Licht- und Wärmequelle in Form eines warmen, hellen Lichtes geboten werden. Sei dies nicht möglich, entstünden Probleme wie zum Beispiel Infektionen, Verdauungsstörungen, Gicht und Ohrabszesse, sagte Ursula Eggenschwiler. Und sie fügte hinzu: Wenn sich jemand zum Kauf einer Schildkröte entscheide, müsse er also wissen, dass der sonnigste Platz im Garten dem Tier gehöre. Die Schildkröte ist ein Pflanzenfresser und lebt in Griechenland von einer kargen Vegetation. Hier zu Lande entspreche dies am ehesten verschiedenen Gräsern und Kräutern aus der Umgebung sowie sauberem Heu. Früchte dürften nicht verfüttert werden, da dies kein artgerechtes Futter sei, so Ursula Eggenschwiler. Falsche Ernährung führe zu Überfütterung und Ernährungskrankheiten.

Vom Männchen trennen

Wenn mehrere Schildkröten vorhanden seien und eine Paarung geplant sei, so benötigten die Weibchen nach der Paarung einen grossen Gartenanteil, damit sie sich zurückziehen könnten, erklärte Ursula Eggenschwiler. In Griechenland wanderten sie vom Männchen weg, um in Ruhe ihre Eier legen zu können. Lasse man Weibchen und Männchen zusammen, würden Erstere immerzu bedrängt. Dies sei ein wichtiger Faktor bei der Lege-not, einem Leiden, welchem die Weibchen in der Haushaltung häufig ausgesetzt seien und das zum Tod führen könne, sagte Ursula Eggenschwiler.

Nicht entwurmen

Der Winterschlaf der Schildkröte sei selbst bei der kleinsten Art notwendig, betonte die Referentin. Er sei von der Natur vorgesehen, auch wenn einzelne Tiere bei uns manchmal im wachen Zustand überleben könnten. Der Verzicht auf den Winterschlaf sei nicht artgerecht. Werde er dem Tier nicht ermöglicht, so entstünden Wachstums- und Gesundheitsprobleme, die nicht korrigierbar seien. Der Winterschlaf dauert zirka vier bis fünf Monate. Die Umgebungs-Temperatur müsse zwischen vier und sechs Grad Celsius liegen. Dazu brauche es eine genügend hohe Substratfeuchtigkeit, damit der Wasserhaushalt der Schildkröte geregelt sei. Für die Überwinterung der Schildkröte sei - falls kein Naturkeller vorhanden - der Kühlschrank am besten geeignet, da dort eine konstante Temperatur gewährleistet sei, so Ursula Eggenschwiler. Die Schildkröte muss laut der Tierärztin vor dem Winterschlaf nicht «aufgefüttert» werden, denn da der Stoffwechsel still stehe, benötige sie auch keine Reserven. Ebenso dürfe nicht kurz vorher noch entwurmt werden. Die toten Würmer würden mangels Stoffwechsel im Darm bleiben.

Kein Bad nötig

Im weiteren machte Ursula Eggenschwiler darauf aufmerksam, dass der Wasserhaushalt der Schildkröte sich bei täglichem Angebot von sauberem Wasser während des Sommers von selbst regle. Somit sei auch kein Bad nötig. (et.)

         http://www.tagblatt.ch/index.jsp?artikel_id=1101390&ressort=regionen/thurgau/hinterthurgau


"Vorsicht Giftschlange" Grüne Mamba in Postpaket

Mittwoch, 19. Oktober 2005In einem Postpaket ist in Berlin eine Giftschlange gefunden worden. Nach einem Bericht der "Berliner Zeitung" waren Mitarbeiter eines Paketzentrums stutzig geworden, als sie ein Paket mit der Aufschrift "Vorsicht Giftschlange" fanden.
 
Daraufhin seien das Tierheim und die Polizei informiert worden, sagte eine Postsprecherin der Zeitung. Die Polizei öffnete den Karton, in dem eine etwa ein Meter lange Grüne Mamba lag.
 
Die Grüne und die Schwarze Mamba gehören zu den giftigsten Schlangen weltweit. Ihr Nervengift kann bei Menschen nach wenigen Augenblicken zum Tod führen.

Studie zu Paarungs- und Eiablageverhalten der Östlichen Hakennatter

(18.10.05) Die Herpetologen Glenn M. Cunnington und Joseph E. Cebeka von der Trent University, in Peterborough, Kanada, haben ihre Beobachtungen zum Fortpflanzungsverhalten von Heterodon platirhinos in Kanada gesammelt und im American Midland Naturalist publiziert. Die Autoren beschreiben Paarungsverhalten, das aktive Ausgraben von Nisthöhlen sowie die Beobachtung, dass weibliche Hakennattern einem einmal gewählten Nistplatz über Jahre hinweg treu bleiben. (Quelle: The American Midland Naturalist: Vol. 154, No. 2, pp. 474–478)


Studie zur Fortpflanzung der Mittelländischen Zierschildkröte

(18.10.05) Neue Erkenntnisse zum Nistverhalten von Chrysemys picta marginata berichtet der American Midland Naturalist in seiner neuesten Ausgabe. Die Biologen Rowe, Coval und Digan vom Natural Science Department des Daemen College in Amherst, New York, USA, haben eine Population dieser Schildkröten auf Beaver Island in Michigan über Jahre hinweg beobachtet. Im Schnitt lagen dort die Schildkrötennester mit durchschnittlich 122,3 m weiter entfernt vom Sumpfland, als für andere Populationen beschrieben. Über drei Jahre hinweg wurden 17,4% der Nester unabhängig von ihrem Standort von Nesträubern geplündert. Viele Schildkröten zeigten eine deutliche Nistplatztreue und Radiotelemetrie-Messungen zeigten, dass die meisten Schildkröten ihre Wanderung zu den Nistplätzen nachmittags beginnen und in den Abendstunden zur Eiablage kommen. Die Nistplatzwanderung dauerte im Schnitt insgesamt 11,6 Stunden und 75% der Weibchen verbleiben nach der Eiablage bis zum Ende der Nacht an Land. (Quelle: The American Midland Naturalist: Vol. 154, No. 2, pp. 383–397)


Ein bedrohtes Gesetz

(18.10.05) Der bereits 1973 von Richard Nixon unterzeichnete Endangered Species Act ist das wichtigste zentrale Naturschutzgesetz in den USA. Obwohl Holzverwertungsgesellschaften, Landerschließer und viele andere Organisationen seit Jahrzehnten versuchen, die dort festgelegten Naturschutzbestimmungen aufzuweichen, blieb das wichtige Regelwerk bisher weitgehend unangetastet. Kürzlich hat jedoch das amerikanische Repräsentantenhaus unerwarteterweise einem von Richard Pombo, dem republikanischen Vorsitzenden des Umweltausschusses, eingereichten Änderungsentwurf zugestimmt, der Landbesitzern mehr Rechte einräumen und die Rolle der Regierung beim Schutz von Pflanzen und Tieren reduzieren würde. Demnach müssen Grundstücksbesitzer künftig nur noch 180 Tage auf eine Antwort des Innenministeriums warten, das künftig anstelle von Naturschutzexperten über eine etwaige Bedrohung bereits gefährdeter Arten durch Bauvorhaben entscheiden soll. Wenn das Ministerium nicht rechtzeitig reagiert, soll das Bauvorhaben auch ohne offizielles Genehmigungsverfahren beginnen dürfen. Umweltorganisationen protestieren gegen die Gesetzesänderung, die außerdem noch dem Senat vorgelegt werden muss. Naturschützer hoffen nun, dass der Senat dem Entwurf die Zustimmung verweigert, wenngleich Senatsmitglieder seit langem für eine vorsichtige Revision der Regelung plädieren. (Quelle: Sunday New York Times Editorial, 9.10.2005)


Faunenverfälschung durch Terrarianer beginnt auch in Japan

(18.10.05) Seitdem der Terraristikboom auch Japan erfasst hat, nimmt die Meldung frei umherlaufender exotischer Tiere auch in diesem Land zu. Allein letzten Samstag wurden in der Präfektur Kanagawa ein halbwüchsiger Grüner Leguan sowie ein in diesem Teil des Landes nicht natürlich vorkommender Riesensalamander gesichtet. In Tokio fand eine Frau einen kleinen Python in ihrem Badezimmer und über das ganze Land verteilt häufen sich die Sichtungen von Riesenschlangen. Wenngleich Grüne Leguane kaum auf Dauer im japanischen Klima überleben können, ist doch nicht auszuschließen, dass sich entkommene oder ausgesetzte Terrarientiere verschiedener Arten in den wärmeren Regionen des Inselstaates etablieren und dort ähnliche Probleme bereiten, wie ihre Artgenossen derzeit z.B. in den südlichen Bundesstaaten der USA. (Quelle: Kyodo News, 8.10.2005)


Crocs in Space

(18.10.05) So heißt ein Programm zur Erforschung der Gewohnheiten australischer Panzerechsen. Satellitenüberwachte Peilsender ermöglichen es den australischen Herpetologen bereits seit 2003, die Bewegungen ihrer Studienobjekte rund um die Uhr zu überwachen. Bisher war es dabei nicht möglich, Schwimmaktivitäten von Tauchphasen zu trennen. Eine neue Messmethode soll nun erlauben festzustellen, wie oft und wie lange sich die Krokodile unter Wasser aufhalten. Dr. Mark Read vom Queensland Parks and Wildlife Service hat das neue System bereits im Lakefield National Park getestet und ist begeistert von seinen Möglichkeiten. Daher wird das bisher auf Nord Queensland beschränkte Forschungsprogramm nun auch auf die zentralen Bereiche dieses australischen Bundesstaates erweitert. (Quelle: Australian Broadcasting Corporation 6.08.2005)


Abenteuer Gecko

(18.10.05) Jährlich werden auch heute noch regelmäßig neue Geckoarten beschrieben. Gleichzeitig werden jedes Jahr neue Tierarten verschiedenster taxonomischer Kategorien in den unzugänglichen Regionen Vietnams entdeckt. So wundert es nicht, dass nun auch über eine neue Geckoart aus Vietnam berichtet werden kann: Die Im Rahmen des Vietnamprojekt Phong Nha - Ke Bang des Kölner Zoos entdeckte Art aus der bekannten Gattung Gekko erinnert im Habitus an den Marmorgecko, Gekko grossmanni, weist jedoch eine fast durchgehende Querbänderung auf. Das neue Reptil wurde jetzt nach der ZDF-Sendung benannt, in der sie erstmals öffentlich einem breiteren Publikum vorgestellt wurde: Abenteuer Wissen. Folgerichtig lautet der wissenschaftliche Name der neuen Art nun offiziell Gekko scientiadventura. (Quelle: Zoo Köln)


175 Jahre und kein Ende

(18.10.05) Das Riesenschildkrötenweibchen Harriet dürfte eines der ältesten Tiere der Welt sein - wenn nicht sogar das älteste. Sie wurde 1830 auf den Galapagosinseln geboren und fünf Jahre später von Charles Darwin nach England mitgenommen - zusammen mit zwei Artgenossen. Einige Jahre später kamen die Tiere dann nach Australien. Harriet, die ursprünglich Harry hieß, da Darwin sie für ein Männchen hielt, überlebte ihre beiden Artgenossen, welche 1880 beziehungsweise 1949 starben. Erst 1960 entdeckte man, dass Harry eigentlich ein Weibchen ist und bekam so seinen/ihren neuen Namen. Heute lebt sie in Steve Irwins Australia Zoo, wo man zu Ehren ihres 175. Geburtstages am 15. November eine Feier veranstaltet.


Streichelhase in Zoo an Alligator verfüttert

Grausamer Streich von Jugendlichen in Wales: In einem Zoo haben Teenager ein süßes Kaninchen von der Streichelwiese „entführt“ und das arme lebende Tier an einen Alligator verfüttert.

Wie der „Daily Mirror“ weiter mitteilt, habe der vier Meter lange Mississippi-Alligator Albert den kuscheligen Happen aus dem Streichelzoo des Welsh Mountain Zoo in Colwyn Bay vorgesetzt bekommen.

Die Besucher waren geschockt ob so viel Grausamkeit und haben sofort das Personal alarmiert. Einer der Burschen konnte geschnappt werden, die beiden anderen flüchteten. Jetzt sucht die Polizei nach den Tierquälern.

Der Zoo-Direktor war ebenfalls betroffen von dem Vorfall: „In der gesamten 43-jährigen Geschichte ist so etwas Brutales und Gefühlloses noch nie vorgekommen.“


Namenssuche der neuen Gecko-Art

Abenteuer Wissen übernimmt Patenschaft

Bei der Namenssuche der neu entdeckten Gecko-Art aus dem vietnamesischen Urwald stand die ZDF-Sendung Abenteuer Wissen mit Wolf von Lojewski Pate. Am 6. Oktober 2005 wurde die Patenschaftsurkunde überreicht.


Keine Kroko-Safaris in Australien

München, 11.10.2005: Australiens Regierung hat Pläne zurückgewiesen, die Jagd auf Krokodile wieder zu erlauben. Die Diskussion ist wieder aufgeflammt, nachdem in den letzten Wochen im Norden des Landes Reptilien zwei Menschen getötet hatten. Das meldet der Umweltnachrichtendienst ENN.

Der Bundesstaat Northern Territory wollte jetzt 25 Tiere pro Jahr zum Abschuss durch private Jäger frei geben. Gegen diese Safaris hat sich der australische Umweltminister Ian Campbell ausgesprochen. Das wäre eine falsche Botschaft für den Rest der Welt, sagte Campbell im Fernsehen.

Die Zahl der Tiere ist seit den 70er Jahren wieder stark angestiegen. Damals wurde die Jagd auf die am Rande der Ausrottung stehenden Krokodile verboten. Heute gibt es wieder rund 70000 Exemplare im Northern Territory. Hinzu kommen noch einmal 18000 Echsen in Krokodilfarmen.


DER SPIEGEL (Berlin, Germany) 11 October 05  Röntgenbeweis soll Python überführen

Familie Rodriguez aus Florida ist besorgt: Kurz nach dem Verschwinden ihres Katers Frances tauchte ein Python in ihrem Hinterhof auf. Der Körper der Schlange zeigte eine verdächtige Wölbung.

Miami (AFP) :  Der nach einem Hurrikan benannte einjährige Haustiger der Familie Rodriguez hatte ein geruhsames Leben: Im nahe gelegenen Wäldchen jagte er Eidechsen, ließ sich die Sonne auf den Pelz scheinen und gönnte sich ausgiebige Nickerchen. Bis vor zwei Tagen. Da verschwand die elegante Samtpfote spurlos. Oder auch nicht.

Die gesamte Familie war in Aufruhr, als Frances am Samstag nicht zum Frühstück erschien. "Mein Mann dachte, er sei auf Brautschau. Mein armes Baby. Er war meine Lieblingskatze, hat in meinem Bett geschlafen und alles", sagte Elidia Rodriguez dem "Miami Herald".

Doch statt des verlorenen Haustiers fand ein Passant am Sonntag eine "riesige Schlange" unweit des Hauses der Familie. Frau Rodriguez alarmierte unverzüglich den Tierexperten der örtlichen Feuerwehr, Captain Al Cruz. Der brauchte etwa zehn Minuten, um die dreieinhalb Meter lange Würgeschlange zu fangen und in eine Kingsize-Kiste zu stecken.

"Die Schlange war sehr aggressiv", sagte Cruz, der das Tier mit seiner Aktion offensichtlich beim Verdauen gestört hatte. Er schätzte das Gewicht des Pythons auf über 40 Kilogramm. "Das Ding war riesig", so der Experte. Die auffällig großen Wölbung im Verdauungstrakt weise darauf hin, dass die Schlange unlängst ein anderes Tier verspeist habe.

Per Röntgenbild will die Familie aus Miami jetzt ihrem schrecklichen Verdacht nachgehen: Sie fürchtet, das gefräßige Reptil könne Frances vertilgt haben. "Ich bin sicher, dass er da drin ist", sagte Andres, einer der Rodriguez-Söhne, den örtlichen Medien. Seine Mutter Elidia erklärte, sie wolle Klarheit darüber, ob Frances im Magen der Python sei oder nicht. Nach Angaben der Feuerwehr wird die Schlange nun in einen Tierpark gebracht und durchleuchtet.

         http://www.spiegel.de/panorama/0,1518,379163,00.html


Jurassic Park in Florida

(10.10.05) Meterlange Echsen mit scharfen Zähnen und gewaltigem Appetit durchstreifen in zunehmender Zahl die Sümpfe und Wälder vor allem des südlichen Floridas. Aber nein, es handelt sich hierbei nicht um Velociraptoren, die von einer gewissen kleinen, vor Costa Rica gelegenen Insel entkommen sind, sondern um für das Ökosystem Floridas nicht minder gefährliche Nilwarane (Varanus (Polydaedalus) niloticus und wahrscheinlich auch Varanus (Polydaedalus) ornatus). Die ursprünglich - und wohl auch heute noch - von Terrarianern, denen Ihre Hausgenossen zu groß wurden, ausgesetzten Tiere finden im sumpfigen Sonnenstaat ideale Lebensbedingungen vor und vermehren sich inzwischen fleißig. Der Miami Herald meldete kürzlich, dass die gefräßigen, bis über zwei Meter langen Großechsen nun auch die Insel Sanibel erreicht haben, wo sie eine ernst zunehmende Gefahr für die  Populationen von Kleinsäugern, Reptilien und Vögeln darstellen. Ihre Gegenwart auf Sanibel ist besonders bedrohlich, da Naturschutzgebiete 70% der Insel ausmachen und die amphibischen Reptilien, die lange Zeit unter Wasser den Atem anhalten können, in den sumpfigen Arealen nur sehr schwer einzufangen sind. Der Nilwaran ist eine sehr anpassungsfähige Art, die zumal in der Wildnis Floridas keine natürlichen Feinde hat. Daher befürchten Experten eine ernste Bedrohung der heimischen Tierwelt, wenn sich die beschuppten Invasoren weiter unkontrolliert ausbreiten und vermehren. Auf Sanibel wurden inzwischen beköderte Fallen aufgestellt und "Steckbriefe"  ausgehängt, um eine endgültige Etablierung der Tiere auf der Insel zu verhindern. (Quelle: Miami Herald, 26.09.05)


DER STANDARD (Vienna, Austria) 06 October 05  Aus für Krokodilsafaris in Australien - Behörden sind wegen mehreren Attacken unter Druck 

Sydney (APA):  Wegen vermehrter Krokodil-Attacken in jüngster Zeit hat die australische Regierung einen Antrag auf die Genehmigung von Krokodilsafaris abgeschmettert. Der Bundesstaat Northern Territory wollte den Abschuss von jährlich 25 Krokodilen durch Urlauber genehmigt bekommen.

Touristen zu erlauben, Jagd auf Krokodile zu machen, sei nicht mit modernen Vorstellungen von Umweltschutz zu vereinbaren, erklärte der australische Umweltminister Ian Campbell. Eine entsprechende Genehmigung würde ein falsches Zeichen setzen.

Die Behörden stehen wegen der Häufung von Krokodilattacken in jüngster Zeit zunehmend unter Druck. Erst vor wenigen Tagen wurde ein zehnjähriges Mädchen durch ein Krokodil schwer verletzt. Zuvor wurden im Sommer drei Menschen von Krokodilen getötet.

         http://derstandard.at/?url=/?id=2199135


BRAUNSCHWEIGER ZEITUNGSVERLAG  (Braunschweig, Germany) 06 October 05  Domino, die Echse im Schaufenster -  Leguan sonnt sich in Änderungsschneiderei (Marny Meyer und Norbert Jonscher)

Nordstadt. "Domino-Effekt" im Schaufenster von Maria’s Änderungsschneiderei am Wendenwehr. Auf einer Kuscheldecke aalt sich der 140 Zentimeter lange Leguan "Domino" in der Herbstsonne – und beobachtet scheinbar gelangweilt, unter einer Gardine hervorlugend, vorbeieilende Passanten.

Und die wiederum staunen nicht schlecht, wenn sich das regungslos, wie ausgestopft daliegende Reptil plötzlich bewegt. Aber ganz langsam. Denn schnelle Bewegungen sind nicht das Ding der exotischen Echse, die seit sechs Jahren den Sommer in der Änderungsschneiderei verbringt.

Wie kommt ein Grüner Leguan in eine Schneiderei? Die Geschichte des blätterfressenden Baumbewohners ist schnell erzählt – von Maria Lenz (59), der stolzen Besitzerin und Inhaberin des kleinen Ladens, in dem Domino lebt. Anfangs, wie seine in den südamerikanischen Hochwäldern hausenden Artgenossen, auf einer hölzernen Gardinenstange, doch die drohte schon bald unter der kiloschweren Last der rasch wachsenden Echse zusammenzubrechen. Sie siedelte auf die sonnige Fensterbank um. Und fasziniert dort die Vorbeigehenden. Es war eine Liebe auf den ersten Blick, damals im Zoogeschäft, als Maria Lenz eigentlich eine Schlange kaufen wollte. Dann sah sie Domino, und ihr Herz war vergeben. Seither begleitet er die 59-Jährige, wohin sie auch geht. Selbst in den Urlaub. Und damit es bei der Einreise keine Probleme gibt, hat Domino seit 1997 sogar einen eigenen "Personalausweis" – mit Foto.

Jeden Morgen bringt Maria Lenz ihren Liebling in einer Babytasche mit zur Arbeit. Wer nun denkt, ein Leguan sei so gar nicht zum Knuddeln und Kuscheln da, irrt sich gewaltig. "Domino" teilt sogar das Bett mit der Schneiderin. Praktisch im Vergleich zu manch anderem Haustier ist auch, dass Domino nicht haart. Einmal im Jahr wechselt er seine Haut.

         http://www.newsclick.de/index.jsp/menuid/2048/artid/4599442


BÜTZOWER ZEITUNG (Bützow, Germany) 06 October 05  Grünes Reptil im Kinderzimmer (Olliver Krone)

 Photo: Robin Linde hält einen Leguan / Serie, Teil 10

Tarnow:  Für Robin Linde aus Tarnow kam ein "normales" Haustier nicht in Frage. "Ich habe mich immer für Insekten, Amphibien und Reptilien interessiert", erzählt er. Zum neunten Geburtstag bekam der Schüler von seinen Eltern "Steve", einen grünen Leguan.

"Er war damals einen Meter lang", sagt Robin, während er seinen beeindruckenden Schützling betrachtet. "Er wächst noch. Grüne Leguane können bis zu 20 Jahre alt werden und eine Länge von zwei Metern erreichen."

Den Ausmaßen entsprechend ist die Pflege etwas heikel. Was er wissen musste, las sich der Tarnower in Büchern an. "Aber es helfen mir auch meine Eltern." Besonders an die Unterbringung werden hohe Ansprüche gestellt. "Normale Terrarien sind zu klein, deshalb hat mein Vater aus Holz einen größeren Behälter gebaut." Die Grundfläche beträgt zwei Quadratmeter, die Höhe anderthalb Meter. So kann Steve sich besser ausbreiten. Wird er größer, soll das Gehege noch ausgebaut werden. Vorderfront und Zugangstür sind mit Plexiglas-Platten geschlossen. "Zur Belüftung reichen sie nicht ganz bis zum Boden. Über das Plexiglas ist noch Maschendraht gespannt", schildert der Zehnjährige. Eine Leuchtstoffröhre sorgt für Licht, eine kleine Heizung an der Seitenwand hält die Temperatur zwischen 25 bis 30 Grad Celsius. Zusätzlich gibt eine weitere Lampe punktuelle Wärme ab. "Je nachdem, ob es ihm zu warm oder kalt ist, wandert Steve im Gehege herum", sagt Robin. Echse frisst Salat und Insekten

Die Inneneinrichtung des Käfigs ist tropisch. Drei kräftige Äste kommen der Kletterfreudigkeit des Leguans zugute. Im Bodenbelag aus Sand, Kies und Erde wachsen einige robuste, ungiftige Pflanzen und bringen etwas Abwechslung, da seine Artgenossen im Regenwald leben. Zusätzlich gibt es eine Wasserschale zum Baden. Bewegt sich die Echse auf dem Boden, wühlt sie auch gern.

Das Futter ist pflanzlich: Löwenzahn, Taubnesseln, Salat oder Möhrenstücke werden gern genommen. "Selten verfüttere ich auch Insekten", berichtet der Schüler, "und nur solche, die er fangen kann, z. B. große Grillen oder Käfer." Zu viele würden dick machen! Zum Trinken werden Steve und Einrichtung mit Wasser besprüht, welches das Tier dann aufleckt.

Nach den Schulaufgaben beschäftigt sich Robin täglich etwa eine Stunde mit dem Leguan. "Es dauerte, bis er sich an mich gewöhnt hatte. Anfangs hat er gekratzt oder mit dem Schwanz geschlagen. Mittlerweile lässt er sich gern von mir streicheln und kraulen. Ich helfe auch bei der Häutung, indem ich lose Hautfetzen abziehe. Hochgehoben zu werden, mag er weniger."

Manchmal darf der Leguan im Zimmer herumlaufen. "Man muss ihn dabei immer im Auge behalten, weil er schnell und kräftig ist und zu den unmöglichsten Stellen läuft oder klettert", erzählt Robin.

         http://www.svz.de/newsmv/lr/bue/06.10.05/2430200/2430200.html


BLICK (Zurich, Switzerland) 06 October 05  Schlange frass Alligator, bis sie platzte

         Miami:  In den Sümpfen Floridas kommt es zum Duell der Giganten: Python-Riesenschlange gegen American Alligator. Ein Kampf endete für beide Rivalen tödlich. 

         «Ich platze gleich», sagen wir nach einem allzu üppigen Mahl. Dieser Alptraum wurde nun für eine 4 Meter lange Tiger-Python in den Everglades zur Realität. Wobei sie sich an einem 2 Meter langen American Alligator verschluckte.

         Tiger-Pythons sind eigentlich in Burma anzutreffen. Doch sie werden in den USA gerne von Privatpersonen gehalten und oft auch in den Sümpfen ausgesetzt. Wieviele es sind, ist nicht bekannt. In den vergangenen 2 Jahren wurden aber 150 dieser Riesenschlangen gefangen.

         Dieser nun bekannt gewordene Kampf der Giganten ist der vierte, der von Menschen gesehen wurde. Wildhüter gehen davon aus, dass der Alligator ganz verschluckt wurde, sich aber kurz vor seinem Tod noch freibeissen konnte. Das hat dann auch die Schlange nicht überlebt.

         Sind die Alligatoren durch die fremden Feinde bedroht? Professor Frank Mazzotti von der Universität von Florida glaubt das nicht. Ihm sind mehrere Duelle bekannt, in denen die Vierbeiner Sieger blieben.

         http://www.blick.ch/news/tierwelt/artikel26304


MAIN-SPITZE (Mainspitze, Germany) 05 October 05  Regionalnachrichten aus Ihrer Zeitung  - Lebensraum für Lurche gestalten - Mittelpunktschüler betreuen Biotop für einheimische Amphibien und Reptilien hinter dem Freibad

         Trebur (da):  Hinter dem Treburer Freibad am ehemaligen Schießhäuschen wuchern Reste eines Auwaldes. Der naturwissenschaftliche Wahlpflichtkurs für achte Realschulklassen an der Treburer Mittelpunktschule (MPS) von Lehrer Jochen Diehl betreut seit diesem Schuljahr das Areal. Unter Anleitung von Nabu-Vorsitzendem Alfred Kunert soll das Biotop für einheimische Amphibien und Reptilien gestaltet und betreut werden.

Dabei sollen sich Schüler das nötige Grundwissen über Amphibien und Reptilien aneignen und gegenseitig vermitteln. Außerdem beobachten sie die Tiere und den Naturraum, um die vorgefundenen Lebensbedingungen der Tiere anschließend anderen Schülern zu präsentieren.

Das Projekt gehört zum Schulprogramm der MPS, das unter anderem die Zusammenarbeit zwischen Schule und Vereinen anstrebt. Kräftig hingelangt haben die 19 Schüler in diesem fachübergreifenden Unterricht bereits in den ersten Stunden, als es darum ging, die vier kleinen Teiche zu säubern und das Unterholz zu lichten.

Äste und Zweige wurden haufenweise aus dem grün schimmernden und nach Faulgasen riechenden Wasser gefischt. Größere Haufen bildeten sich auch aus dem vorgefundenen Zivilisationsmüll. Entstanden sind die Teiche übrigens vor langer Zeit, als die Treburer hier den Sand zum Bau ihrer Häuser holten, weiß Lehrer Diehl von Alfred Kunert. Vor allem die älteren Einwohner erinnern sich noch, dass am so genannten Schießhäuschen früher die örtlichen Schützenvereine ihrem Hobby nachgingen.

Aus Totholz und Steinen wollen die Schüler Unterschlupfmöglichkeiten für Amphibien und Reptilien schaffen. Wenn das Wetter Aktivitäten im Freien nicht erlaubt, steht die Theorie, sprich die Aneignung des nötigen Grundwissens über Schwanz- und Froschlurche auf dem Programm.

Unterrichtsziel ist es, die Schüler in die Lage zu versetzen, das Biotop anderen zu präsentieren und Fragen zum Naturraum und zu den Lebensbedingungen der Tiere zu beantworten. Für Kammmolche hat Lehrer Jochen Diehl zusammen mit Schülern bereits vor zwei Jahren ein Biotop geschaffen. Es entstand in einem der Innenhöfe der MPS. Auch hier gibt es vier kleine Teiche, Kompost- und Totholzinseln für den Unterschlupf. Im Winter können sich die Schüler die Molche in Aquarien anschauen. 2004 kamen vier Zauneidechesen hinzu. Alle Tiere wurden auf legale Weise beschafft und sind behördlich gemeldet.

Weil die Pflege dieses Biotops auf Dauer zu wenig auslastet, hat sich Jochen Diehl um ein neues Projekt gekümmert und mit dem Areal am Schießhäuschen ein passendes schulnahes Gelände gefunden. Auf diese Weise öffnet sich die Schule und die Schüler können etwas sehen und erleben, was vom üblichen Schulalltag abweicht und ihnen deshalb besonders viel Freude macht.

         http://www.main-spitze.de/region/objekt.php3?artikel_id=2065716


DER SPIEGEL (Berlin, Germany) 04 October 05  Vater rettet Tochter aus Krokodilsmaul - Im letzten Moment hat ein Mann an der australischen Küste seine kleine Tochter den Fangzähnen eines Krokodils entrissen. Das Reptil hatte die Zehnjährige von einem Boot heruntergezerrt und wollte sich mit der Beute davonmachen.

Sydney - Das Opfer, Chantal Burnup, habe auf dem hinteren Teil einer Jacht vor der westaustralischen Küste gesessen, als das Krokodil zuschlug, berichtete die Mutter heute. Ihr Mann habe Chantal dem Tier aus dem Maul gerissen, während ihr Bruder dem Krokodil mit einem Stock auf den Kopf geschlagen habe. Das Kind wurde mit tiefen Wunden an Armen und Brustkorb in eine nahe gelegene Touristenanlage geflogen. Das Mädchen verbrachte dort die Nacht und wurde heute ins Krankenhaus gebracht. Der Zustand des Opfers ist stabil.

Chantals Mutter zeigte sich erleichtert über die Rettung ihrer Tochter. "Sie ist eine so kleine Person, dass man es gar nicht fassen kann, dass sie nicht schwerer verletzt wurde."

In Australien stehen Krokodile seit den siebziger Jahren unter Artenschutz, weshalb ihre Zahl erheblich angestiegen ist. Immer wieder werden Menschen angegriffen. Allein in den letzten Wochen wurden zwei Männer von Krokodilen getötet und ein weiterer aus seinem Fischerboot gerissen.

         http://www.spiegel.de/panorama/0,1518,378013,00.html


BASLER ZEITUNG (Basel, Switzerland) 03 October 05  Australien: Dritter Krokodil-Angriff in einer Woche

Sydney. (DPA/baz). Ein zehnjähriges Mädchen ist beim Schwimmen am Strand von Kimberley im Norden Australiens von einem Krokodil übel zugerichtet worden. Es ist bereits der dritte Reptilangriff innerhalb weniger Tage. Die beiden vorangegangenen endeten tödlich.

Das Mädchen war von dem Krokodil in der Nähe eines gemieteten Bootes in einer Bucht attackiert worden, meldete ABC-Radio Australien am Sonntag. Es erlitt schwere, aber keine lebensbedrohlichen Verletzungen an einem Arm und einem Bein. Mit dem Flugzeug wurde das Kind zur ärztlichen Versorgung auf eine Farm etwa 240 Kilometer nordöstlich von Derby geflogen.

Erst am vergangenen Donnerstag wurde bei Cape Don im Norden des fünften Kontinents ein 56 Jahre alter Taucher von einem Krokodil getötet. Der Mann tauchte zusammen mit einem Partner, als er von dem Reptil angegriffen wurde. Drei Tage vorher hatte ein vier Meter langes Krokodil einen 37-jährigen Schwimmer an einem abgelegenen Strand auf Groote Eylandt angefallen und tödlich verletzt. Krokodile sind auf dem fünften Kontinent geschützt, nachdem sie in den 70er Jahre beinahe ausgerottet waren.

         http://www.baz.ch/news/index.cfm?ObjectID=B7F08788-60CF-2062-F5AF2A1445675BC5


WELT AM SONNTAG (Berlin, Germany) 25 September 05  Kälte tut Kreuzottern nicht weh - In diesen Tagen bekommen die Tiere ihre Jungen (Christian Carganico)

Die sonnigen Tage dieser Woche haben ein scheues Tier hervorgelockt: Deutschlands häufigste Giftschlange, die Kreuzotter. Ihre bevorzugten Lebensräume sind die Gegenden am Niederrhein und in der norddeutschen Tiefebene, im Taunus und im Spessart, im Hochschwarzwald und in der Alpenregion. Die Kreuzotter braucht kühle und feuchte Landschaften wie Moore, Heide und lichte Wälder mit vielen sonnigen Plätzen. Über den deutschen Raum hinaus findet man "Vipera berus" von Westeuropa bis zum Pazifik. Sie ist das Reptil mit dem größten Verbreitungsgebiet überhaupt. In Skandinavien kommt sie sogar nördlich des Polarkreises vor. Keine andere Schlange auf der Erde erträgt soviel Kälte. Sie ist der Eskimo unter ihresgleichen. Der Winterschlaf dauert wie beim Siebenschläfer bis zu acht Monate.

Jetzt im Herbst bringen die Weibchen ihre Jungen zur Welt; je nach Größe der Mutter zwischen sechs und 20. Die Kleinen sind ungefähr 15 Zentimeter lang und gehen sofort auf Jagd, um noch Energie für den langen Winterschlaf zu sammeln. Wird es richtig kalt, suchen die Schlangen Höhlen oder Felsspalten auf - oft zu mehreren, so daß man geradezu von Winternestern sprechen könnte.

Die Färbung dieser Vipern ist oft der Umgebung angepaßt. In moorigen Gegenden sind sie nahezu schwarz und heißen im Volksmund "Höllennattern". Beliebt waren die maximal 80 Zentimeter langen Schlangen nie. "Bemerken muß ich, daß die Kreuzotter boshaft geboren wird und unwiderruflich bis an ihr Lebensende im Bösen verharrt", heißt es in Brehms Tierleben. Es passierte, daß vor allem Kinder der Landbevölkerung am Gift starben.

Wer den Biß überlebte, vergaß die Schmerzen nie. Kreuzottern blähen sich auf, wenn sie sich bedroht fühlen, zischen und beißen um sich. Das natürliche Verteidigungsverhalten wurde als hemmungslose Aggressivität gedeutet und trug zu ihrem schlechten Ruf bei. Doch sie sind sehr nützlich. Sie jagen vor allem Mäuse, aber auch Frösche, Eidechsen und gelegentlich Maulwürfe stehen auf dem Speisenplan.

Die Männchen erwachen je nach Witterung bereits Ende Februar aus ihren immer wieder benutzten Winterquartieren und sonnen sich, ohne auf die Jagd zu gehen. In dieser Zeit reifen ihre Spermien. Die Weibchen erwachen etwa drei Wochen später und wandern langsam zu den traditionellen Paarungsplätzen. Ende April häuten sich die Männchen, und das ist der Auftakt zur Paarung. Bei den sogenannten Kommentkämpfen umschlingen sich die Männchen gegenseitig und versuchen mit dem Vorderkörper, den Gegner niederzudrücken. Ende Mai ist die Paarungszeit vorbei, und die Tiere gehen jetzt intensiv auf Beutefang.

Heute sind Kreuzottern geschützt wie alle anderen Schlangen. Dennoch nimmt ihre Zahl ab. Die fortschreitende Zersiedelung und Umformung der Landschaft nimmt ihr die Lebensräume. Nachzüchten von Kreuzottern in Terrarien ist schwierig. Die Bedürfnisse dieser Schlangenart, wie Luftfeuchte und Strahlungswärme, sind kaum zu simulieren.

         http://www.wams.de/data/2005/09/25/780341.html


Das Maul zu voll genommen ...

(06.10.05) ... hatte kürzlich im wahrsten Sinne des Wortes ein Tigerpython (Python molurus) im südlichen Florida. Diese bis zu sechs Meter langen Riesenschlangen sind in den USA beliebte Terrarientiere und werden leider bei überschreiten terrarientauglicher Größen häufig von ihren Haltern einfach ausgesetzt. In den südlichen Bundesstaaten, vor allem in Florida, können die Schlangen nicht nur überleben, sondern sich sogar fortpflanzen und zählen daher seit einiger Zeit zusammen mit Nilwaranen und anderen Großreptilien zu den etablierten Neubürgern, die dem natürlichen Ökosystem von Floridas Sümpfen in ihrer Gesamtheit schwer zu schaffen machen. Im vorliegenden Fall hatte ein etwa vier Meter langer Tigerpython einen halb so langen Alligator offenbar erfolgreich überwältigt und herunter geschlungen. Anscheinend war die Panzerechse jedoch beim Verzehr durchaus noch nicht tot, sondern wehrte sich heftig. Alligatoren haben beachtliche Kräfte und so konnte das bereits verschlungene Tier im Todeskampf mit den Hinterbeinen den Schlangenkörper durchstoßen und den Python regelrecht auseinanderreißen. So jedenfalls deuten Experten den bizarren Fund der aufgerissenen Riesenschlange aus deren Leib das Hinterende des Alligators hervorragte. (Quelle: Denise Kalette, Washington post, 5.10.05)


Erste texanische Nachzucht der Texas-Krötenechse

(06.10.05) Die Texas-Krötenechse, Phrynosoma cornutum, 1993 zum "state reptile" von Texas erklärt, zählt zu den bedrohen Reptilienarten des US Bundesstaates. Der Fort Worth Star-Telegram berichtete kürzlich von der ersten erfolgreichen Nachzucht dieser Leguanart in ihrem Heimatland. Dabei handelt es sich allerdings lediglich um den Schlupf eines einzigen Exemplares im August diesen Jahres. Wie alle Arten der Gattung Phrynosoma gelten auch Texas-Krötenechsen als schwer zu halten und zu vermehren. Dennoch gelingt die Nachzucht auch dieser Art bereits seit einiger Zeit außerhalb Texas', so auch in Deutschland, einigermaßen regelmäßig. (Quelle: Fort Worth Star-Telegram, 2.10.05)


Kein Monsterkrokodil in New Orleans

(04.10.05) Die in den letzten Wochen im Internet kursierenden Fotos, die angeblich ein über 6 m langes Krokodil zeigen, das Menschen jagend im überfluteten New Orleans aufgegriffen wurde (s. z.B. im Web), sind ein Hoax. Die Bilder zeigen lediglich ein frisch gefangenes, besonders kapitales Nilkrokodil und wurden in Afrika, vermutlich in der Republik Kongo, aufgenommen. (Quelle: Dr Adam Britton, Senior Researcher, Wildlife Management International)


(Eine) Braune Nachtbaumnatter hat Oklahoma erreicht

(04.10.05) Die Braune Nachtbaumnatter, Boiga irregularis, hat traurige Berühmtheit erlangt, seitdem sie als durch den Menschen eingeschleppte Spezies die Vogelfauna der Marianensinsel Guam in den letzten fünfzig Jahren fast völlig vernichtet und dort unglaubliche Populationsdichten etabliert hat. Südliche Länder und Inseln fürchten seither den vermehrungsfreudigen Eindringling und jegliche Fracht, die von der Pazifikinsel Guam stammt, wird vielerorts gründlich kontrolliert. Wohl nur deshalb konnten am 12. September Soldaten der im südöstlichen Oklahoma gelegenen McAlester Ammunition Plant bei der Kontrolle einer aus Guam stammenden Lieferung von Militärgütern ein Exemplar der gefürchteten Schlange dingfest machen. Das Tier wurde getötet, konserviert und von Experten des USGS Fort Collins Science Center in Colorado eindeutig als Boiga irregularis identifiziert. Die Experten hoffen nun, dass es sich um einen Einzelfall handelt, da die Art im subtropischen Klima der Umgebung durchaus eine Chance hätte, sich zu etablieren. (Quelle: Saipan Tribune, 27.09.2005)


Tomistoma schlegelii nachgezogen

(04.10.05) Im Fungirola Zoo, Spanien, gelang nun die europäische Erstzucht des Sunda-Gavials (Tomistoma schlegelii)! Das Tier schlüpfte am 23.9.05 und befindet sich bei bester Gesundheit. Das Gelege umfasste insgesamt 22 Eier, wobei 11 vom Weibchen zerstört wurden. Von den verbleibenden Eiern waren 4 befruchtet, 3 Tiere starben in verschiedenen Entwicklungsstadien im Ei ab. Trotzdem ein großartiger  Erfolg und ein großer Schritt in Richtung auf eine funktionierende Erhaltungszucht in wissenschaftlich geführten, europäischen Zoologischen Gärten. (Quelle: Ralf Sommerlad, Regional Vice Chair Europe, IUCN/SSC Crocodile Specialist Group Chairman, CSG Tomistoma Task Force).


HAMBURGER ABENDBLATT (Hamburg, Germany) 22 September 05  Königsnatter hinterm Schrank

         Heidenau: Eine Überraschung erlebte am Montag abend ein Hausbesitzer in der Poststraße in Heidenau: Eine schwarz-rot-gelbe Schlange kroch durch die geöffnete Terrassentür in sein Wohnzimmer und versteckte sich hinter einem Schrank. Polizeibeamte holten einen Schlangenexperten aus Hamburg zu Hilfe, der das Reptil als ungiftige Königsnatter identifizierte. Er fing die Schlange schnell ein und nahm sie in seine Obhut. Die Herkunft des Tieres konnte bisher nicht geklärt werden. Hinweise nimmt die Polizei in Tostedt unter der Rufnummer 04182/2 80 00 entgegen.

         http://www.abendblatt.de/daten/2005/09/22/484795.html


BERLINER MORGENPOST (Berlin, Germany) 18 September 05  Die Würgeschlange, die gern kuschelt

Geschichten aus Zoo und Tierpark - Von Sylke Heun

 Photo:  Tierpfleger Thomas Warkentin hat sich Tigerpython Gladys um die Schultern gelegt. Gladys ist die einzige Schlange im Aquarium, die einen Namen trägt  (Augen-Blick)

         Schlangen sind taub, und das ist auch besser so. Gladys hängt über den Schultern von Tierpfleger Thomas Warkentin, ringelt ihre fein gezeichneten 3,30 Metern um seine Arme und den Brustkorb, ihr Schwanzende steckt sie elegant in seine linke Hosentasche. Dem Trubel um sie herum begegnet sie ladylike - mit Nichtbeachtung. "Kann man die streicheln?", "Beißt sie?", "Ist sie giftig?" Zwei Schulklassen umringen den jungen Tierpfleger, die Kinder wollen den Dunklen Tigerpython anfassen. Einige dürfen, dann bringt der 27jährige das entspannte Tier wieder in sein Terrarium.

         Angst hat er dabei keine. "Warum auch?", sagt Thomas Warkentin, "Gladys ist doch eine Kuschelschlange." Begonnen hat die ungewöhnliche Beziehung zwischen Mensch und Schlange vor vier Jahren, als Gladys im Allwetterzoo in Münster schlüpfte. Sie hatte 24 Geschwister, alle waren etwa 40 Zentimeter lang. "Am Anfang sind kleine Schlangen sehr aggressiv", sagt Thomas Warkentin, aber sie gewöhnten sich an den regelmäßigen Kontakt zum Menschen und wurden dabei immer ruhiger. Fast alle Tiere wechselten aus Münster zu Zoos in aller Welt - bis auf Lieblingsschlange Gladys.

         An sie dachte Tierpfleger Warkentin noch, als er vor einem Jahr im Aquarium Berlin anfing. Und als dort ein großes Terrarium frei wurde, nutzte er die Gelegenheit und schlug den Tigerpython aus Münster vor. Erste Gespräche wurden geführt, die Verantwortlichen wurden sich schnell einig. Vor vier Monaten wurde Gladys zur Hauptstädterin. "Das war vielleicht eine Überraschung, als sie eintraf", gesteht Thomas Warkentin. Den neuen Kollegen hatte er von einer sanftmütigen Schlange vorgeschwärmt, aber aus der Kiste kam ein aggressives Tier geschlängelt, das die Tierpfleger erst mal drohend anfauchte und sich dann verkroch. "Sie war richtig zickig. Das müssen die Reise und die neue Umgebung gewesen sein", sagt der Tierpfleger im Rückblick. Denn nach einigen Tagen war Gladys wieder so, wie er sie kannte - gelassen und durchaus empfänglich für Streicheleinheiten.

         Bei Gladys, aber auch wirklich nur bei ihr, verzichten die Tierpfleger der Reptilien auf die sonstige Grundregel bei Würgeschlangen: ein Mann pro Meter. Denn wenn eine solche Schlange erst mal zugepackt hat und würgt, dauert es nur wenige Sekunden, bis ihr Opfer keine Luft mehr bekommt oder die umfaßten Gliedmaßen absterben. Zwei andere Regeln gelten aber auch für einen Besuch bei der Ausnahmeschlange. Thomas Warkentin: "Sie ist ja nicht zutraulich wie ein Hund, und erkennen kann sie mich auch nicht. Wenn ich zu ihr gehe, darf ich deshalb auf keinen Fall nach Futtertier riechen, und schnelle Bewegungen direkt vor ihren Augen mache ich ebenfalls nicht."

         Den Respekt vor den schnellen und gefährlichen Tieren hat er sich bewahrt, trotzdem ist und bleibt Gladys, übrigens die einzige Schlange im Aquarium mit einem Namen, sein Liebling. Abgesehen davon aber ist Gladys eine Schlange wie alle anderen Schlangen auch. Sie häutet sich regelmäßig, frißt alle drei bis vier Wochen tote Kaninchen und liegt gern im Wasser oder im warmen Sand.

         Trotz ihrer jetzt schon beeindruckenden Länge ist Gladys noch längst nicht ausgewachsen. Zirka fünf Meter lang und 25 Jahre alt kann ein Tigerpython werden. Und was ist, wenn Gladys vielleicht doch mal einen schlechten Tag hat und zupackt? Thomas Warkentin bleibt gelassen: "Das wird nicht passieren und wenn doch, dann gilt: Immer von hinten an abrollen."

         http://morgenpost.berlin1.de/content/2005/09/18/berlin/780288.html


OFFENBACH POST (Germany) 14 September 05  Ein "Himmelsteich" für Kröten und Molche - Jugendliche bringen Tümpel in Dornhofschneise in Schuss

Dreieich/Neu-Isenburg (es):  Erdkröten, Teichmolche und andere Amphibien zwischen Dreieich und Neu-Isenburg haben seit kurzem wieder einen angemessenen Lebensraum.

15 Jugendliche der Isenburger Ortsgruppe des Naturschutzbundes und vier Mädchen und Jungen der Sprendlinger Christus-Kirchengemeinde brachten unter Leitung von Hagen Hollitzer, Revierförster des Heegwaldes, das Biotop an der Dornhofschneise im Norden Sprendlingens in Schuss.

"Der Tümpel ging nach und nach kaputt und die vielen Amphibien darin konnten sich nicht mehr weiterentwickeln", erklärt Hollitzer, warum der Arbeitseinsatz der Kinder und Jugendlichen, die von der Firma Sehring unterstützt wurden, notwendig geworden war.

Die Austrocknung des Gewässers trug ebenso ihren Teil zum Verfall des Biotops bei wie häufiger Vandalismus und "dass der Tümpel als Hundebadewanne missbraucht wurde".

In einem ersten Schritt schafften Arbeiter unter anderem Humus beiseite, hoben mit einem Bagger den Tümpel aus, kleideten das etwa 250 Quadratmeter große Gewässer mit Ton aus und füllten es mit 75 Tonnen besonders bindungsfähigen und haltbaren Lehms aus dem Westerwald.

Am zweiten Tag gingen die Kinder und Jugendlichen ans Werk. "Wir kümmerten uns um die Feinarbeit", schildert der Revierförster.

Das bedeutete einebnen und sauber machen. "Unter anderem haben wir ein Fahrrad, einen Kinderwagen und unzählige Coladosen gefunden". Zudem errichteten sie eine Ballustrade, "damit die Leute nicht mehr ins Biotop laufen und den Lebensraum in Ruhe lassen". Anschließend füllte die Dreieicher Feuerwehr den Tümpel mit etwa 15 000 Liter Wasser.

Erdkröten und Teichmolche sind "unheimlich an ihre Laichgewässer gebunden und wandern bis zu drei Kilometer, um dorthin zurück zu kommen". 95 Prozent aller Tiere, die in oder an diesem Biotop geboren werden, "wollen wieder hierhin zurück". Wenn das Laichgewässer stirbt, "sterben mit ihm Teilpopulationen aus", gibt Hollitzer zu bedenken.

Auf die Idee, den "Himmelsteich" (weil er vom Regen gespeist wird) wieder in Schuss zu bringen, kam die Nabu-Ortsgruppe im Frühjahr. "Die Untere Naturschützbehörde war begeistert und steuerte das Material bei", erinnert sich Hollitzer, der dann bei der Firma Sehring anfragte, wo er Ton herbekommen könne. "Auch die fanden Gefallen an der Idee und spendeten Ton, Maschinen und Arbeitskräfte."

Während der Arbeitszeit betätigten sich die Kinder und Jugendlichen nicht nur körperlich, sondern erhielten von Heinz Kapp (Nabu Neu-Isenburg) Informationen über Naturschutz und Biotope.

         http://www.op-online.de/regionalnews/index_257_383930333839.htm


TIROL.COM (Innsbruck, Austria) 17 September 05  Volderer Ziehpapa päppelt herrenlose Schlangen auf.  In Tirol landen immer öfters Schlangen auf der Straße. Pflegevati Franz Tinauer nimmt sich der ungewöhnlichen Findelkinder an.

 Photo:  Franz Tinauer mit den Zöglingen. Er hält den vorletzten Neuzugang, die Python.  (Murauer)

Sechs "Findel-Schlangen" aller Arten, Farben und Gefährlichkeitsstufen hatte er bisher schon. Und seit Donnerstagabend ist Franz Tinauers (45) bunter Reptilienzoo um eine dünne 50 Zentimeter lange Strumpfbandnatter reicher.

Denn jener Innsbrucker, der das herrenlose Tier plötzlich auf seinem Balkon in der Egger-Lienz-Straße vorfand, wollte es verständlicherweise nicht haben.

Und so landete die Natter bei dem Volderer Schlangenexperten. Genauso wie die völlig ausgehungerte Königspython, die am vorigen Sonntag auf einmal aus einem Innsbrucker Altpapiercontainer herauszüngelte.

Und auch seine übrigen Pfleglinge wurden von ihren Besitzern verstoßen: "Sie ließen die Schlangen einfach in der Wohnung zurück, als sie auszogen."

Und die wurden dann eben alle ein Fall für Reptilien-Fan Tinauer. Zumindest so lange, bis sich entweder der ehemalige Besitzer meldet oder die Behörde einen geeigneten Platz für das Vieh gefunden hat. "Wenn ich aber will, dann kann ich sie auch selbst behalten", freut sich der Ziehvater.

Als Obmann des Tiroler Vereins für Aquaristik und Terraristik mag er die Kriechtiere schließlich sehr gerne.

Routine im Schlangen-Fangen haben inzwischen auch die Innsbrucker Feuerwehrmänner - schließlich waren sie es, die die zwei Schlangen einfangen mussten.

Doch ein "mulmiges Gefühl" sei immer dabei, gesteht Marcus Wimmer, "weil man ja nicht weiß, ob die Tiere giftig sind oder nicht."

Warum werden denn eigentlich immer häufiger Reptilien ausgesetzt? "Das hängt sicher mit dem neuen Gesetz zusammen", ist sich Tinauer sicher.

Denn seit Beginn des Jahres müssen alle Exoten und Reptilien gemeldet werden. "Und das schreckt sicher viele ab."

         http://www.tirol.com/chronik/innsbruck/19747/index.do


LAUSITZER RUNDSCHAU (Lausitz, Germany) 06 September 05  Umweltamt warnt vor Verwechslung bei Ochsenfröschen

(dpa/ta)  Der Präsident des Landesumweltamtes Brandenburg, Matthias Freude, hat davor gewarnt, Kaulquappen der Knoblauchkröte aus Angst vor Ochsenfröschen zu töten.

Die Kaulquappen der schützenswerten Knoblauchkröten würden häufig wegen ihrer Ähnlichkeit mit den Larven der Ochsenfrösche verwechselt. „In Brandenburg gibt es den amerikanischen Ochsenfrosch mit größter Wahrscheinlichkeit nicht“, erläutert der Umweltamtschef.

Das Gefährliche am Ochsenfrosch (Rana catesbeiana) sei, dass er seinen Lebensraum „von anderen Amphibien entleert, weil er die einfach zum Fressen gern hat.“ 

http://www.lr-online.de/regionen/brandenburg/art25,1013207.html?fCMS=bc7cbaa500636a6023533464c9e87fdc


KLEINE ZEITUNG (Vienna, Austria) 03 September 05  Hilfsarbeiter wurde von einer Schlange gebissen - Reptilienexperte gab aber kurz nach dem Biss Entwarnung. 

Von einer etwa 70 Zentimeter langen, einer Kreuzotter zum Verwechseln ähnlich sehenden Schlange, wurde am Freitagabend ein Hilfsarbeiter in Ebenthal bei Klagenfurt gebissen. Die Schlange entpuppte sich als ungefährlich.

Ungiftig. Der 45-Jährige hatte Holz geräumt, als ihn die Schlange in den linken Zeigefinger biss. Er wurde nach ärztlicher Erstversorgung ins Landeskrankenhaus Klagenfurt gebracht. Die Polizei fing die Schlange ein, ein Reptilienexperte identifizierte sie als eine Schling- oder Glattnatter der Gattung Coronella Austriaca Laurenti, die ungiftig ist.

Mann und Schlange wohlauf. Der Arbeiter konnte das Spital daraufhin verlassen, die Natter wurde wieder in die freie Natur entlassen. Sie kommt in Österreich häufig vor, hält sich aber meist versteckt.

         http://www.kleinezeitung.at/nachrichten/regionen/kaernten/klagenfurt/artikel/_723165/index.jsp


HAMBURGER ABENDBLATT (Hamburg, Germany) 02 September 05  Schlangen-Alarm in Ahrensburg

Fund: Wer vermißt eine Königsnatter?

Ahrensburg:  Der Schreck kam erst hinterher", sagt Rosemarie Quent (65). Die Ahrensburgerin hat am Mittwoch zusammen mit ihrem Nachbarn eine Schlange in ihrem Garten Am Alten Markt eingefangen. "Die sah hübsch aus, wie der Fisch Nemo", berichtet die 65jährige. Sie hatte das rötliche Reptil mit den schwarzen und weißen Streifen beim Aufsammeln eines Stocks entdeckt. Da die Rentnerin wußte, daß es kein heimisches Tier ist, holte sie sich Verstärkung.

Rosemarie Quent und ihr Nachbar rüsteten sich mit einem Eimer, einer Wolldecke und einer Zange aus. "Die Schlange ist uns drei, vier Mal durch die Zange geflutscht. Aber nach zehn Minuten haben wir sie dann erwischt", erzählt die Frau.

Die rund 70 Zentimeter lange Schlange wickelte sich sofort um die Zange. Rosemarie Quent und ihr Helfer bekamen sie dennoch in den Eimer. Danach alarmierte die Ahrensburgerin die Polizei. Die wiederum schickte den Experten Wolfgang Arndt (56), der sich schon seit seiner Jugend mit Reptilien beschäftigt.

"Das ist eine Königsnatter, die ist völlig harmlos", konnte der Bargteheider die beiden aufgeregten Tierfänger beruhigen. Das Reptil ist jetzt bei Arndt zu Hause und wartet darauf, daß sich der Besitzer meldet.

Königsnattern sind in Mexiko und in dem US-Bundesstaat Kalifornien beheimatet. Sie bevorzugen trockene Gebiete und ernähren sich hauptsächlich von kleineren Säugetieren und anderen Schlangen. "In der Gefangenschaft bekommen sie meist Mäuse", erklärt Arndt. Ausgewachsene Tiere erreichen eine Länge von bis zu 1,50 Meter. "Diese Königsnatter ist aber noch jung", sagt Wolfgang Arndt, "sie ist höchstens zwei Jahre alt."

Der Schlangenexperte arbeitet schon seit gut 20 Jahren mit der Polizei zusammen. Oft rückt er allerdings vergeblich aus, weil Leute von heimischen und völlig ungefährlichen Ringelnattern verschreckt werden. Arndt: "Dabei kann man die schwarz-grauen Ringelnattern leicht an ihren gelben Punkten am Kopf erkennen."

Wer die Schlange vermißt, sollte sich umgehend bei der Ahrensburger Polizei (Telefon 04102/809-0 melden).

         http://www.abendblatt.de/daten/2005/09/02/477568.html


KLEINE ZEITUNG (Vienna, Austria) 01 September 05  Schlange in Geldinstitut gefunden - Bärnbacher Bankangestellter fand Würfelnatter im Büro. Schlangenexperte wurde eingeschaltet.   (Lydia Lasutschenko)

Vielleicht wollte das Reptil nur einmal an viel Geld vorbei kriechen oder den Duft von Moneten riechen. Denn was sollte eine Natter sonst in einer Bank tun? Diese Frage wurde dem Geschäfsführer des Bärnbacher Geldinstitutes jedoch nicht beantwortet.

Giftig oder ungiftig. Er hatte allerdings nicht schlecht gestaunt, als er am Donnerstag bei Arbeitsbeginn das Viecherl "nicht im Schalterraum, sondern im Bürobereich" entdeckte. "Ich bin in der Früh immer der Erste in der Bank. Und als ich das Tier sah, habe ich mich ihm vorsichtig genähert", so der Geschäftsführer, der sich nicht sicher war, ob es sich um ein giftiges oder ungiftiges Reptil handelt. Mittels eines durchsichtigen Plastikkübels wurde die Natter von ihm sofort dingfest gemacht. Ein Entkommen war nicht mehr möglich.

In die Freiheit. Die zu Hilfe gerufene Polizei "hat dann einen Experten zu Rate gezogen". Der Fachmann konnte sofort feststellen, dass es sich um eine Würfelnatter handelt, die nicht giftig ist. "Und er hat sie dann artgerecht in die Freiheit entlassen", schildert der Bankangestellte das Happy End des Schlangen-Ausfluges. 

         http://www.kleinezeitung.at/nachrichten/regionen/steiermark/weststeier/artikel/_722525/index.jsp


NEUE PRESSE (Passau, Germany) 31 August 05  Schlangen-Paradies an den Donauhängen - An Donauleiten größtes Vorkommen der Äskulapnatter in Deutschland - Rund 1000 Exemplare der Würgeschlange (Jessica Hirthe)

Obernzell. Die Donauleiten von Passau bis Jochenstein sind ein Paradies für Reptilien. Hier fühlt sich auch die größte Schlange Mitteleuropas wohl: Die Äskulapnatter, die das Emblem, den „Äskulap-Stab“, der Heilberufe ziert. Geschätzte 1000 Tiere der vom Aussterben bedrohten Würgeschlangen-Art leben in dem Naturschutzgebiet an den Donauhängen und bilden somit Deutschlands größtes Vorkommen.

Die felsigen Hänge bieten Unterschlupf. Die Laubwälder lassen genug Sonne durch. Durch die südexponierte Lage ist lange Sonneneinstrahlung vorhanden, somit ist es warm. Beste Voraussetzungen für Reptilien. Deswegen kommt hier auch die seltene grüne Smaragdeidechse vor. „Diese Kombination, Äskulapnatter und Smaragdeidechse, ist einzigartig“, sagt Otto Aßmann, Landschaftsökologe aus Obernzell (Lkr. Passau). „Viele Menschen aus ganz Europa kommen, um dieses Biotop anzuschauen.“ Wegen der Schlangen und Eidechsen wurde das Gebiet zwischen Passau und Jochenstein als Naturschutzgebiet ausgewiesen. Hier gibt es auch Ringel- und Schlingnattern.

„Die Äskulapnatter hat bei Passau donauaufwärts eine natürliche Verbreitungsgrenze“, erklärt Gebietsbetreuerin Christina Fischer. In Bayern kommt sie sonst nur vereinzelt noch an Inn und Salzach vor, ansonsten lebt sie im südöstlichen Mittelmeerraum. Im „Haus am Strom“ in Jochenstein ist ein zweijähriges Exemplar mit 90 Zentimetern zu sehen. Die Natter wird jedoch bis zu 1,80 Meter groß und bis 30 Jahre alt. Sie ist bräunlich mit kleinen weißen Flecken und hat einen gelben Bauch.

         http://www.pnp.de/nachrichten/artikel.php?cid=29-9534285&Ressort=bay&BNR=0


P.M. MAGAZIN (Muncih, Germany) 26 August 05  Rätsel um platzende Kröten gelöst.

Was sich in einem unscheinbaren Gewässer in Hamburg Altona abspielte gleicht tatsächlich einem Science-Fiction-Film: Binnen weniger Tage starben mehr als 1.000 Erdkröten eines qualvollen Todes, weil sich ihre Körper wie Ballons aufblähten und sie schließlich explodierten.

Vom „Tümpel des Todes“ war die Rede. Über die Ursachen der massenhaften Selbstzerstörung herrschte tagelang Rätselraten: Waren es Attacken aggressiver Krähen, die sich an den schmackhaften Lebern der Kröten gütlich taten, eine seltene Viruserkrankung oder eingeschleppte Pilze? Eine eindeutige Erklärung für das Phänomen konnten bislang weder Krötenforscher noch Tierärzte, Mikrobiologen oder Naturschützer liefern. Doch jetzt ist das Mysterium gelöst. Sind Erdkröten aufgeregt oder lauert ihnen Gefahr, pumpen sie ihre Lungen voller Luft und blähen sich auf wie ein Ballon. Dieses natürliche Verhalten wurde den Amphibien in einem Regenrückhaltebecken am Altonaer Friedhof zum Verhängnis. Spaziergänger sahen, wie die Tiere an Land gekrochen kamen, sich aufblähten und platzen. Bis zu einem Meter weit seien die Innereien der Kröten durch die Explosion verspritzt worden. „Das war ein Bild wie in einem Science-Fiction-Film“, berichtete ein Augenzeuge.

Seither zerbrechen sich Experten den Kopf, was die Kröten zum Platzen brachte. Naturschützer etwa machten prompt biologische oder chemische Verschmutzung für das Massenplatzen verantwortlich. Doch die Wissenschaftler vom Hamburger Institut für Hygiene und Umwelt fanden keine Spuren von Viren und Bakterien in den untersuchten Wasserproben. "Die Wasserqualität im Tümpel ist in Ordnung. Hinweise auf eine bakterielle Infektion oder Umweltgifte als Todesursache gibt es nicht", sagte Janne Klöpper, Sprecherin des Instituts." Wir haben die Kröten sogar wie Lebensmittel behandelt und eine Spurenanalyse durchgeführt", so die Institutssprecherin Doch auch die Suche nach Giften und Schwermetallen habe ebenso wenig zu einem Befund geführt wie das Aussetzen von Wasserflöhen und Guppys in dem Teich, den eine Boulevardzeitung schon zum "Todestümpel" erklärt hatte. Weder Guppys noch Wasserflöhe litten unter Bauchgrimmen, geschweige denn Explosionen.

Der Berliner Tierarzt und Amphibienexperte Frank Mutschmann löste jetzt das Rätsel, an dem Forscher vom Hamburger Institut für Hygiene und Umwelt fast verzweifelten. Anhand zweier Krötenkadaver tippte der Experte auf Krähen als Ursache für das Krötensterben. „Die wählerischen Vögel picken Kröten gezielt an, um nur deren Leber zu verspeisen“, erklärt Mutschmann." Da Brust- und Bauchhöhle bei den Kröten nicht getrennt sind, hatte die Lunge keinen mechanischen Widerstand mehr", so der Experte weiter. Das ansonsten nützliche Abwehrverhalten der Amphibien hätte unter diesen Umständen fatale Folgen gehabt: "Bei Bedrohung pumpen sich Kröten auf", sagt Mutschmann. "Wenn aber die Leber fehlt und zusätzlich ein Loch im Körper klafft, reißen die Gefäße, die Lunge platzt und die restlichen Organe quellen aus der Kröte heraus." Auch die enorme Menge an Erdkröten, die auf diese grausige Art und Weise zu Tode kam, sei nicht ungewöhnlich. "Krähen sind intelligente Tiere", meint Mutschmann. Schon drei bis fünf der Vögel könnten ausreichen, Hunderte Kröten zu öffnen. "Die lernen schnell, wie man in kurzer Zeit an viele leckere Lebern kommen kann."

         http://www.pm-magazin.de/de/wissensnews/wn_id1225.htm


High-Tech gegen Agakröten

(01.09.05) Die aus Südamerika stammende Agakröte Bufo marinus stellt in Australien eine Bedrohung für viele einheimische Tierarten dar. Besonders in abgelegenen Regionen wie den Kimberleys ist eine Ausbreitung der gefräßigen Anuren schwer festzustellen. Mit Beginn der Fortpflanzungszeit werden nun technische Anlagen, welche die Paarungsrufe der Kröten aufnehmen, in diesem Teil Westaustraliens installiert. Die Anlagen können sämtliche Froschlurche anhand ihrer Rufe identifizieren und feststellen, ob es sich um Agakröten handelt. In schwer erreichbaren Gebieten sollen die so gewonnenen Daten per Satellit an die zuständige Naturschutz- und Landwirtschaftsbehörde übermittelt werden. (Quelle: Australian Broadcasting Corporation, 28. Juli 2005)


Krokodilblut gegen Aids?

(01.09.05) Wissenschaftler in Australien haben herausgefunden, dass das Immunsystem von Krokodilen in der Lage ist, den HI-Virus zu beseitigen. Krokodile haben aufgrund von innerartlichen Konkurrenzkämpfen und damit verbundenen starken Verletzungen ein sehr leistungsfähiges Immunsystem. Bereits 1998 hatte man herausgefunden, dass es im Blut der Krokodile verschiedene Antikörper gibt, die penicillinresistente Bakterien wie Staphylococcus aureus abtöten. Das Immunsystem der wechselwarmen Tiere ist nicht zuletzt auch deshalb effektiver, weil es die Erreger sehr schnell angreift. Für die Untersuchungen wurden Blutproben von den beiden in Australien vorkommenden Krokodilarten (Crocodylus johnstoni und C. porosus) genommen, sowohl von wildlebenden wie auch von in Menschenhand lebenden. Das Ziel der Forscher besteht nun darin, die sehr potenten Antikörper zu isolieren um daraus eventuell Antibiotika für Menschen zu entwickeln. Dies wird jedoch noch einige Jahre Zeit in Anspruch nehmen. (Quelle: Michael Perry (Yahoo News), 16. August 2005)


Druckfehlerteufel bei der DGHT zu Besuch

(31.08.05) Der Druckfehlerteufel hat im August heftig zugeschlagen. Das Titelbild der aktuellen "elaphe" zeigt nicht Clemmys insculpta, wie irrtümlich beschriftet, sondern natürlich eine Geochelone carbonaria. Als sei dies nicht genug, wurden bei den Zeitschriften "Salamandra" und "Der Salamander" die Inhaltsverzeichnisse vertauscht. Wir bitten unsere Leser um Nachsicht und geloben Besserung durch noch gründlichere Überprüfung vor der Drucklegung.


Teppichpython in Hannover unterwegs

(25.08.05) Am Mittwoch Mittag entdeckte eine Anwohnerin in Döhren die Schlange von ihrem Fenster aus in sechs Metern Höhe im Geäst eines Baumes. Die alarmierte Feuerwehr rückte mit dem Expertenteam an, mit dem so genannten "Rettungswagen Tier". In diesem Fall sah die Rettung so aus, dass einer der Helfer die Schlange mit einem Pfeil aus einem Betäubungsgewehr beschoss und den gelb-schwarz gemusterten Baumbewohner auf diese Weise demobilisierte. Ein weiterer Helfer holte die schlummernde Schlange mit einer Leiter herunter. In der Tierärztlichen Hochschule stellte sich heraus, mit wem es die Helfer zu tun hatten: mit einem ungiftigen Teppichpython (Morelia spilota), normalerweise in Australien beheimatet, hier zu Lande gern in Terrarien gehalten. Feuerwehrsprecher Christoph Bahlmann kann nur vermuten, dass der Python einem Schlangenliebhaber aus der Wohnung entwischt ist. Dies komme gerade an warmen Tagen, bei offenen Wohnungsfenstern immer mal vor, gelegentlich würden Schlangen aber auch ausgesetzt. Nach Polizeiangaben hat sich zu der Döhrener Schlange bisher noch kein Besitzer gemeldet. Der Python bleibt vorerst in der TiHo. (Quelle: Hannoversche Allgemeine)


CSG-Tomistoma Task Force lädt ein

(25.08.05) Zu einem großen Event am 5.11.2005 im Miami Metro Zoo, Florida/USA lädt die Tomistoma Task Force der IUCN/SSC Crocodile Specialist Group ein. "A Night for the Crocs" in Anwesenheit von prominenten TV-Moderatoren und in Fachkreisen ebenso prominenten Zooleuten, Krokodilspezialisten und anderen bekannten Herpetologen bietet unter Anderem ein Buffet in der großzügigen Ausstellungshalle "Dr. Wilde's World", die der Miami Metro Zoo für diesen Event zur Verfügung gestellt hat. Daneben werden im Rahmen von Verlosungen und Versteigerungen diverse Gewinne mit Bezug auf den Schutz von Krokodilen angeboten, z.B. eine persönliche Führung durch den General Curator Steve Conners durch den Miami Metro Zoo, eine persönliche Tour zu den ansonsten strengstens abgeschirmten Spitzkrokodil-Population auf dem Gelände des Turkey Point Power Plant (unter Führung von Joe Wasilewski) und Vieles mehr. Die Gäste haben Gelegenheit, mit den anwesenden Krokodilspezialisten über Schutzprojekte in aller Welt und die Arbeit der IUCN/SSC Crocodile Specialist Group zu sprechen. Eintrittskarten zum Preis von US $ 50 werden in aller Kürze über die Homepage der Tomistoma Task Force angeboten und sind zudem am Stand der CSG-TTF auf der Reptile Expo in Daytona/Florida erhältlich. Der Ertrag der Veranstaltung wird ausschließlich für Schutzprojekte für den kritisch bedrohten Sunda-Gavial verwendet.


Arrest für falsch deklarierte Krokodile

(25.08.05) In Japan wurden unter anderem ein Reptilienhändler und ein Zoodirektor unter dem Verdacht verhaftet, geschützte Krokodile fälschlicherweise als japanische Nachzuchten verkauft zu haben. Es geht dabei um den Sunda-Gavial (Tomistoma schlegelii), eine nach dem WA streng geschützte Art aus Ost-Sumatra, deren Bestand durch Jagd und Umweltzerstörung stark bedroht ist. In Menschenobhut nachgezogene Tiere können jedoch gekennzeichnet und innerhalb ihres Geburtslandes regulär verkauft werden. Für ein gekennzeichnetes Tier kann in Japan ein Preis von über 1 Millionen Yen erzielt werden, auf dem Schwarzmarkt werden die Krokodile für "nur" 100.000 Yen gehandelt. Toshio Imai, der Direktor eines Zoos in der Gunma Präfektur, gab fünf Eier von zooeigenen Sunda-Gavialen an einen Reptilienhändler weiter und stellte anschließend für vier Schlüpflinge Nachzuchtbescheinigungen aus, obwohl die Eier gar nicht erst inkubiert wurden. Der Zoohändler wiederum verkaufte junge, ins Land geschmuggelte Gaviale mit den falschen Bescheinigungen für je über 1 Millionen Yen an Zoohandlungen. (Quelle: HerpDigest)


Kupferköpfe sammeln sich schon

(25.08.05) Es geschieht jedes Jahr: eine große Anzahl von Kupferkopf-Schlangen (Agkistrodon contortrix) versammelt sich und zieht sich gemeinsam zur Winterruhe zurück. Der einzige, bekannte Treffpunkt von über hundert Schlangen liegt in Little Rock, Arkansas. Hier versammeln sich adulte, männliche Tiere am Fuße einer Zeder, die von den Schlangen auch geruchlich markiert wird. Aber normalerweise geschieht dies im Oktober, nicht im Juli oder August wie in diesem Jahr. Auch Stanley Trauth, Zoologieprofessor der Arkansas State University, erwartete bei dem warmen Wetter noch keine Wanderung so vieler Schlangen und hält dies für sehr ungewöhnlich. Als die ersten Schlangen Ende Juli auftauchten, begann er seine Untersuchungen, markierte einige Tiere und versah eines mit einem Sender. Die in einigen Hundert Metern Entfernung ausgesetzten Schlangen konnten später alle bei der Zeder wieder gefangen werden. Über den Grund der frühen Versammlung kann allerdings nur spekuliert werden. Trauth schließt jedoch Beutefang und Fortpflanzung als Ursache aus und vermutet eine Vorbereitung auf die Winterruhe. (Quelle: HerpDigest)


Illegaler Tierhandel im WWW

(25.08.05) Mitarbeiter des International Fund for Animal Welfare (IFAW) in Großbritannien konnten in einer Untersuchung innerhalb einer Woche im Internet über 9.000 Angebote von Wildtieren und ihren Produkten finden, hauptsächlich von geschützten Arten. Dabei vertreten waren auch die Top Five des illegalen Handels: lebende Primaten, Elfenbein, Schildkrötenprodukte, Taschen und Modeartikel aus Teilen geschützter Reptilien sowie Wildkatzen. Zu den lebend angebotenen "Heimtieren" zählt ein 7-jähriger Gorilla sowie ein Sibirischer Tiger. Schildkrötenpanzer, Elfenbein, Häute und medizinische Produkte aus Tiger- und Nashorn-Teilen sind häufig vertreten. Die Angebote wurden von IFAW an die zuständige Polizeibehörde weitergeleitet. Der Bericht "Caught in the web: wildlife trade on the Internet." steht zum Download bereit. Nach den Ergebnissen der Untersuchung ruft die IFAW alle Regierungen auf, auf der nächsten CITES-Konferenz eine Resolution über den Cyber-Schwarzmarkt mit geschützten Arten zu verfassen. Auch Homepagebetreiber werden aufgefordert, die Angebote auf ihren Seiten zu überprüfen. Jeder von uns hat die Verantwortung, den Handel mit geschützten Wildtieren und ihren Produkten zu unterbinden.


Wellen im Froschteich

(25.08.05) Afrikanische Krallenfrösche können an der Frequenz der Wasserbewegung erkennen, welches Insekt in ihren Teich gefallen ist. Die Frösche haben etwa 180 spezialisierte Rezeptoren auf ihrer Hautoberfläche, mit denen sie feine Unterschiede in der Bewegung des Wassers wahrnehmen. Fallen Insekten ins Wasser, so nehmen die Frösche die Wellen wahr und bestimmen je nach Frequenz, ob es sich um ein essbares Beutetier handelt. Die Wissenschaftler wussten bereits aus früheren Studien, dass Frösche, deren Augen entfernt worden waren, genauso gut jagen wie ihre unversehrten Artgenossen. Wurden den Tieren die Augen allerdings schon als Kaulquappen entfernt, so waren sie als Erwachsene schlechtere Jäger. Die Schlussfolgerung der Forscher: Die Frösche brauchen als Jungtiere die Augen, wenn sie ihr Hautsinnessystem trainieren. Sie jagen in dieser Zeit in der Dämmerung, um ihre Beute sowohl zu sehen als auch zu fühlen. Dabei werden diese beiden Sinneseindrücke im Gehirn verbunden und auf die gleiche Art gespeichert. Hat ein Frosch sein Hautsinnessystem trainiert, dann kann er problemlos in der Dunkelheit auch ohne Augen jagen. "Der Frosch fühlt das Gleiche, ob er die Beute sieht oder die Schwingungen spürt", sagt der Forscher Martin Lingenheil. (Quelle: Bild der Wissenschaft)


Nilwaran bedroht Sanibel's Tierwelt

(24.08.05) Die Polizei von Sanibel (Florida) hält Ausschau nach einer neuen Bedrohung - den Nilwaran. Varanus niloticus, ursprünglich in Afrika heimisch, hat sich schon in anderen Teilen des Südwestens von Florida verbreitet und bedroht nun die Tierwelt der Insel Sanibel, die von dem Jäger fast komplett als Nahrung genutzt wird. Tausende der sich gut vermehrenden Nilwarane sollen nun aufgespürt und getötet werden, da eine Dezimierung vieler Vogelarten vermutet und auch Übergriffe des etwa 40 cm langen Tieres (Kopf-Rumpf-Länge) auf Haustiere und Kinder befürchtet werden. (Quelle: HerpDigest)


Zuflucht für Gopherschildkröten

(24.08.05) Die im Südosten der U.S.A. heimischen Gopherus polyphemus werden zunehmend bedroht, da ihr Lebensraum, trockenes, sandiges Hochland, durch Besiedelung zerstört wird. Die von den Schildkröten gegrabenen Gänge können etwa 3 m tief und 12 m lang sein und bieten über 360 anderen Tierarten Unterschlupf. Gopherschildkröten sind in Florida geschützt, zukünftige Hausherren können bisher a) in einiger Entfernung zu den Gängen der Schildkröten bauen, b) die Schildkröten innerhalb des Baulandes umsiedeln, c) sie in entferntere Gebiete umsiedeln, oder d) trotzdem eine Baugenehmigung gegen finanzielle Unterstützung des Schildkrötenschutzes beantragen. Aus Zeitgründen wird die letzte Möglichkeit bisher am häufigsten in Anspruch genommen, nutzt jedoch nur anderen Populationen. Die Tiere auf dem Bauland sind meist verloren, wenn ihre Gänge einstürzen. Die Umsiedelung wurde bisher seltener praktiziert, da sie für die Bauherren sehr zeitaufwändig und für die Tiere fraglich ist, da erneute Umsiedelungen im Zuge der menschlichen Besiedelung sehr wahrscheinlich sind. Wissenschaftler der Universität von Florida untersuchen nun die Möglichkeit einer Umsiedelung der Schildkröten auf geeignete Inseln, die unter staatlichem Schutz stehen oder als Bauland ungeeignet sind. Die Populationen auf kleinen Inseln wurden bisher von den Wissenschaftlern kaum berücksichtigt, daher fehlen Informationen darüber, wie die Tiere mit dem Salzwasser oder einer Überflutung ihrer Höhlen fertig werden. Sollten die mehreren hundert Inseln nicht als Lebensraum für Gopherschildkröten, Strandmäuse, Indigonattern und andere bedrohte Arten ausreichen, wird auch schon über die Konstruktion neuer Inseln - nur für diesen Zweck - nachgedacht. (Quelle: HerpDigest)


Mysteriöse Todesfälle unter Meeresschildkröten

(24.08.05) 16 tote Schildkröten wurden innerhalb von drei Tagen an den Strand von Pinellas County (Tampa Bay, Florida) gespült, weitere zwei sind schwerwiegend erkrankt. Diese Zahlen sind ungewöhnlich hoch für einen Strandabschnitt, an dem normalerweise eine tote Schildkröte pro Monat gefunden wird. Die Todesursache ist noch ungeklärt, in dringendem Verdacht steht jedoch "red tide", benannt nach einer durch massives Algenwachstum verursachten Rotfärbung des Wassers. Die Algentoxine lähmen das Atmungssystem von Fischen und anderen Meerestieren und können zu einem Fischsterben führen. Die gute Nachricht ist, dass durch das Einsetzen der kranken Schildkröten in nicht kontaminiertes Salzwasser die Toxine einfach ausgewaschen werden - falls die Algen tatsächlich für ihre Erkrankung verantwortlich sind. Die schlechte Nachricht ist jedoch, dass die Läsionen der betroffenen Tiere behandelt werden müssen und auch auf offener See tote Schildkröten gesichtet wurden. Mehr Informationen bieten die Webseiten des Clearwater Marine Aquarium. (Quelle: HerpDigest)


Indien plant Unterstützung der Langleinen-Fischerei

(24.08.05) Geplant ist die Subvention von 150-200 großen Langleinen-Schiffen sowie die Einführung mittelgroßer Langleinen-Schiffe in indischen Gewässern, die bedrohte Meeresschildkröten, Haie und Seevögel noch weiter an den Rand der Ausrottung befördern. Auch die Gewässer um die Nikobaren, einer der Hauptnistplätze der Lederschildkröte (Dermochelys coriacea), sollen von den Schiffen befischt werden. Lokale Fischer mit kleinen Booten werden durch die geplante Förderung ebenfalls in ihrer Existenz bedroht. Das Sea Turtle Restoration Project bittet um Zusendung eines Beschwerdebriefes an den Minister für Landwirtschaft. (Quelle: HerpDigest)


CNAH bringt Bibliothek online

(24.08.05) Das CNAH (Center for North American Herpetology) hat bisher schon über 265 Artikel zahlreicher Zeitschriften als pdf zum kostenlosen download bereitgestellt. Die Liste kann nach Autoren, Jahr, Journal und Objekt durchsucht werden. Es werden Artikel über die nordamerikanische Herpetofauna (nördlich von Mexiko) gelistet sowie übergeordnete herpetologische Themen ohne geografische Begrenzung. (Quelle: J.T. Collins, CNAH, Kansas)


Florida – ein Paradies für exotische Reptilien

(16.08.05) Auf der Homepage der Florida Fish and Wildlife Conservation Comission findet man eine aktuelle Liste mit allen gegenwärtig in Florida anzutreffenden, nicht-heimischen Reptilien sowie deren gegenwärtigen Status. Bemerkenswert ist die Tatsache, dass sich 17 Arten immer weiter ausbreiten. Gerade einmal vier exotische Arten sterben vermutlich wieder aus; zwei Arten bilden stabile Populationen, von 25 Arten sind die Populationsveränderungen noch unbekannt. Unter den insgesamt 48 aufgeführten Arten sind alleine zehn Leguanarten der Gattung Anolis und so bekannte Terrarientiere wie Chamaeleo calyptratus, Gekko gecko, Pachydactylus bibronii und Phelsuma madagascariensis grandis. Ältester Neubürger ist Hemidactylus turcicus; er wurde 1910 erstmalig in Florida nachgewiesen. (Quelle: Florida Fish and Wildlife Conservation Comission(FWC)


Froschgen macht Tomaten resistenter

(16.08.05) Eine chemische Verbindung, die südamerikanische Frösche als Schutz vor verschiedenen Krankheitserregern über ihre Haut ausscheiden, könnte dazu beitragen, dass Tomaten und andere Nutzpflanzen zukünftig besser vor pathogenen Pilzen und Bakterien geschützt sind. Kanadische Wissenschaftler der Universität von Victoria hatten in Tomatenpflanzen ein modifiziertes Froschgen eingesetzt, um die Pflanzen die Verbindung produzieren zu lassen. Interessant ist vor allem eine Substanz namens B1, die aus der Haut des Laubfrosches Phyllomedusa bicolor entnommen wird. Sie ist als Anpassung an den Lebensraum des Frosches, in dem ein besonders heißes und feuchtes Klima herrscht, besonders wirksam gegen Pathogene. Durch die genetisch veränderten Tomaten erhofft man sich eine sehr hohe Resistenz dieser gegen schädliche Organismen. Ein weiterer Vorteil wäre ein weit geringerer Einsatz von Pestiziden, vor allem in Entwicklungsländern. Auch andere Nutzpflanzen wie Weizen oder Zucker könnten mithilfe des gleichen Gens effektiv geschützt werden. Schädigungen der Pflanzen durch diese Gentechnik schließen die Forscher aus. Mögliche schädliche Auswirkungen der chemischen Verbindung auf den Körper müssen noch genauestens untersucht werden. (Quelle: Wagdy Sawahel, Science and Development Network, London 28.Juli 2005)


Seltene Meeresschildkröten gewildert

(16.08.05) Wilderer haben an der Pazifikküste Mexikos am Strand von Escobilla etwa achtzig Meeresschildkröten der Art Lepidochelys olivacea wegen ihrer Eier, die als Aphrodisiakum dienen, getötet. Dabei sind sie sehr brutal vorgegangen. Nach Aussagen von Regierungsvertretern soll der Sand von Blut durchtränkt gewesen sein. Zum Schutz vor weiteren Raubzügen wird das Gebiet nun von der Marine bewacht. Seit 1990 ist das Fangen oder Töten von Lepidochelys olivacea in Mexiko streng verboten und wird mit bis zu zehn Jahren Gefängnis geahndet. Diese kleinste Art der Meeresschildkröten legt an diesem Strand zwischen Juni und November ihre Eier ab. Bis zu zehntausend Schildkröten kommen dazu gleichzeitig hierher. Trotz des jüngsten Raubzuges haben die strengen Gesetze zum Schutz der Tiere dazu beigetragen, dass diese Art immer zahlreicher wird. (Quelle: Alistair Bell, Reuters 8.August 2005)


Ein Porträt: Bert Langerwerf

(16.08.05) Der 61-jährige Niederländer, der in Alabama wohnt, ist einer der bedeutendsten kommerziellen Echsenzüchter. Bis jetzt gelang ihm die Zucht von 150 Arten in Menschenobhut, viele davon sind Erstnachzuchten. Bevor er nach Alabama kam und sich hier niederließ aufgrund der günstigen klimatischen Bedingungen für die von ihm gezüchteten Echsen, hatte er als Physiklehrer gearbeitet. Langerwerf fand heraus, dass das Geschlecht vieler Echsen durch die Inkubationstemperatur der Eier bestimmt wird (Temperatur-abhänige Geschlechtsdetermination). Außerdem erkannte er schon früh die Bedeutung des natürlichen Sonnenlichtes für die Gesundheit vieler Reptilien. Mittlerweile ist er Autor einiger Bücher und mehrerer hundert Zeitschriftenartikel. Während er auswärts Vorträge hält, kümmert sich seine Frau um die vielen tausend Echsen auf ihrer Farm. Zu den von den Langerwerfs in hohen Stückzahlen gezüchteten Echsen gehören die australische Wasseragame, Physignathus lesueurii, und der Argentinische Teju, Tupinambis merianae. (Quelle: Nick Thomas, The Advertiser 23. Juli 2005)


Xenopus on the rocks

(08.08.05) Lebensmittelkontrolleure stellten im vergangenen Jahr rund 19.000 Verstöße gegen bestehende Lebensmittelverordnungen fest. Neben verbotenen Konservierungsmitteln, Salmonellen und illegalen Farbstoffen gab es dabei auch einen Fall mit herpetologischem Bezug: In einer Fertigpackung Speiseeis fanden die Kontrolleure einen äußerlich völlig unversehrten, eingefrorenen Krallenfrosch. Wie das Tier in die Eispackung gelangte, ließ sich allerdings auch im Nachhinein nicht klären. (Quelle: Schwäbische Zeitung Leutkirch, 26.07.05)


Was macht eine Art empfänglich für Bestandsbedrohungen?

(08.08.05) Diese Frage beschäftigte die Mitarbeiter der NEPARC (Northeast regional working group of Partners in Amphibian and Reptile Conservation). Nach umfangreichen Literaturstudien stellte die Gruppe nun eine Sammlung von 38 einfachen Fragen zusammen, deren Beantwortung ein aussagekräftiges Bild zur Empfindlichkeit einer betroffenen Art liefern soll. Die "Biological Attributes That May Contribute To Vulnerability, Version 1.0" sind auf der Website der Organisation frei zugänglich.


Reptilienhändler muss ins Gefängnis

(08.08.05) Donald B. Hamper, bekannter Zoohändler aus Columbus, Ohio, muss wegen illegalen Reptilienhandels für ein Jahr in Haft. Er hatte sich schuldig bekannt, fünfzig Exemplare der Schildkröte Emydoidea blandingi und weitere geschützte Schildkröten- und Schlangenarten unerlaubt gekauft und verkauft zu haben. Nach der Haftentlassung darf er außerdem drei Jahre keinerlei Amphibien und Reptilien besitzen. Der Wert der gehandelten Tiere beläuft sich auf mehrere zehntausend Dollar. Neben ihm sind weitere 58 Personen aus fünf Bundesstaaten angeklagt, unerlaubt streng geschützte Reptilienarten gehandelt zu haben. Hamper hat sich bereits öffentlich im Reptile Magazine für seine verbotenen Aktivitäten entschuldigt und 2500 Dollar an eine Naturschutzorganisation in Ohio gezahlt. (Quelle: Pressemitteilung US Fish & Wildlife Service, 22. Juni 05)


Große Gefahr durch Krokodile

(08.08.05) Die Einwohner am Fluss Tana im südlichen Teils des Bezirkes Mbeere in Kenia leben gefährlich. Schuld daran sind mehrere Elektrizitätswerke, die mit Wasserkraft betrieben werden. Durch den Bau von Staudämmen sind viele ruhige Gewässer entstanden, in denen sich die Nilkrokodile sehr stark vermehrt haben. Aus einem Teil des Bezirks wurden 30 von den Krokodilen getötete Menschen, darunter 26 Kinder, gemeldet – innerhalb der letzten zwei Jahre. Die tödlichen Unfälle passieren ausnahmslos am Wasser, auf das die Menschen angewiesen sind. Augenzeugenberichte zu den grauenvollen Ereignissen gab es bereits in jüngster Vergangenheit zur Genüge. Von den Kindern, die besonders oft Opfer der Krokodile werden, wurden die meisten komplett verschlungen. Vor dem Bau des ersten Staudamms 1968 gab es kaum Zwischenfälle mit den bis zu mehrere Meter großen Reptilien. Schon damals war man sich jedoch der Risiken bewusst, die großflächige Wasserreservoire mit sich bringen würden. Barrieren zwischen den Fließgewässern, in denen die Krokodile damals ursprünglich lebten, zu den Stauseen hätten eine Verbreitung der Krokodile einschränken können. Leider ist aus diesen Projekten bis heute nicht geworden, mit den erwähnten tödlichen Folgen für die Bewohner des Flusstals. (Quelle: Peter Thatia, The Nation/ Nairobi 27. Juni 05)


Gibt es bald geklonte Schildkröten?

(08.08.05) Nach den Vorstellungen der Wissenschaftler des Southeast Asian Fisheries Development Centre (SEAFDEC) und des Marine Fishery Resources Development and Management Department (MFRDMD) soll es in etwa fünf Jahren möglich sein, Meeresschildkröten zu klonen. Bis jetzt war es nur möglich, Säugetiere zu klonen. Interessiert an weiteren Forschungen ist vor allem Japan, auch wenn das Projekt noch in den Kinderschuhen steckt: Bis Anfang des Jahres wurden Gewebe und Spermaproben gesammelt. Ausschlaggebend für das Vorhaben war vor allem die Gefährdungssituation der Meeresschildkröten. Weitere Forschungen sind nötig, um mögliche Schwierigkeiten des Projektes zu erkennen. Das Klonen von Reptilien kann nicht mit dem Klonen von Säugern in Verbindung gebracht werden, die Methoden sind nach Einschätzungen der Wissenschaftler anders. Das Problem beim Klonen von Säugern ist, dass viele geklonte Tiere während oder nach der Geburt sterben. Das Projekt wird allgemein unter Wissenschaftlern kritisch betrachtet; die Versuche, Reptilien zu klonen, waren bisher fehlgeschlagen. (Quelle: New Straits Times, Malysia 17. Juli 05)


Schildkrötendiebstahl aufgedeckt

(01.08.05) Acht Aldabra-Riesenschildkröten (Dipsochelys dussumieri) wurden zehn Jahre nach ihrem Diebstahl auf Changuu Island/ Zanzibar nun am Rande Dar es Salaams wieder entdeckt. Gefunden wurden sie auf dem Anwesen eines bekannten Sportlers. Immer wieder wurden von Changuu Island Schildkröten gestohlen, mindestens achtzig waren es in den Jahren 1996 bis 2004. (Quelle: Issa Yussuf, IPP Media Dar es Salama, 30.6.05)


Eine Schlange und ihre Geschichte

(01.08.05) Eine Schlange (welcher Art ist unbekannt) hat in Indien eine Kettenreaktion ausgelöst. Sie war in ein Büro gekrochen und hatte sich in einem Aktenschrank versteckt. Ein Angestellter entdeckte die Schlange und geriet in Panik. Das Gebäude wurde geräumt und die Polizei alarmiert, welche sich aber nicht für die Sache zuständig fühlte. Schließlich war ein Kameramann vor Ort und filmte die Angelegenheit. Nun schaltete sich die Politik ein. Regierung und Opposition einigten sich darauf, ein Untersuchungskommitee, bestehend aus drei Mitgliedern einzusetzen. In der Zwischenzeit nahm der Büroleiter Kontakt mit dem Zollbeamten seines Bezirks auf; dieser verständigte den ortsansässigen Schlangenfänger. Der Fänger erklärte, er müsse sich an die staatlichen Vorgaben halten, was den Fang eines Reptils betreffe. Es konnte jedoch keine Regelung gefunden werden, was beim Fang einer Schlange in öffentlichen Gebäuden zu tun sei, jedoch ein Gesetz für die Ungezieferbeseitigung in solchen Räumlichkeiten allgemein. Man entschloss sich, dass dieses Gesetz hier anwendbar wäre. Nachdem nun der Preis für den Schlangenfänger ausgehandelt war (dieser betrug 20 Rupees) , ging dieser in das Haus um die Schlange zu fangen. Diese war jedoch nicht mehr aufzufinden. Der Büroleiter und sein Angestellter entschlossen sich, dass der Schlangenfänger einmal täglich ihr Büro besuchen müsse, um die Schlange davon abzuhalten, zurückzukehren. (Quelle: Anand Kumar Raju, The Hindu, Chenai/ Indien 8.7.05)


Bedrohter Salamander aus Fernost

(01.08.05) Der Salamander Ranodon sibiricus, ein lebendes Fossil, das seit 300 Millionen Jahren existiert, ist in seinem Bestand vom Aussterben bedroht. Schätzungen haben ergeben, dass noch etwa 3000 Tiere in ihrem natürlichen Lebensraum in der Region Xinjiang an der Grenze von China und Kasachstan vorkommen. Die von einem russischen Naturwissenschaftler 1866 entdeckte Art war lange verschollen, bis sie 1989 von einem Studenten der Salamanderexpertin Wang Xiuling von der Universität Xinjiang wieder gefunden wurde. Wang schätzte damals die Gesamtzahl der Tiere auf 8000 Exemplare. Seitdem werden die Populationen immer kleiner. Durch die globale Erderwärmung trocknen viele der Gewässer, auf die Ranodon sibiricus angewiesen ist, aus. Seit 1997 gibt es ein staatliches Naturreservat, in dem man diese Art, welche die Dinosaurier überlebt hat, in freier Natur zu erhalten hofft. (Quelle: China Daily, Peking, 26.6.05)


Verseuchte Frösche

(01.08.05) Der Schweinsfrosch Rana grylio ist ein häufiger Wasser lebender Froschlurch in den Everglades, der oft von Einheimischen gefangen und gegessen wird. In vielen der Gewässer, in denen diese Art vorkommt, sind die Wildfische zum Teil stark mit Quecksilber belastet. Der Verzehr der Frösche aus solchen Gewässern birgt Gesundheitsrisiken. In einer Untersuchung wurden 88 Schweinsfrösche entlang einer Nord-Südachse quer durch die Everglades gefangen und auf Bleikonzentrationen im Muskelgewebe untersucht. Die Konzentrationsunterschiede in verschiedenen Tieren waren beträchtlich. Am höchsten waren die Konzentrationen in Fröschen aus dem Everglades Nationalpark. In den Gebieten, in denen die Frösche zum Verzehr gefangen werden dürfen, waren die Konzentrationen unter den gesetzlichen Grenzwerten. Außerdem fand man heraus, dass in den Gewässern, in denen die Quecksilberkonzentrationen in den Fröschen hoch waren, auch weitere Tierarten wie Alligatoren hohe Quecksilberkonzentrationen aufwiesen. Logischerweise wird vom Verspeisen von Fröschen aus stark belasteten Gewässern abgeraten. (Quelle: USA.Sci Total Environ, June 1, 2005; 345(1-3): 51-9. CA Ugarte, KG Rice, and MA Donnelly, Department of Biological Sciences, College of Arts and Sciences, University Park, Florida International University, Miami, FL 33199, USA.)


Auswirkungen der Lichtverschmutzung auf Amphibien und Reptilien

(26.07.05) Nicht nur Reptilien - zum Bespiel den Meeresschildkröten vor Floridas Küsten, davon wurde im Newsticker bereits berichtet - bekommt künstliche Beleuchtung schlecht: wie Untersuchungen gezeigt haben, werden einige Amphibienarten wie die Erdkröte Bufo bufo in der Nacht von Licht herbeigelockt. Die Kröten finden zwar mehr Futter im Lichtbereich, gleichzeitig sind sie jedoch viel stärker dem Gefressenwerden ausgesetzt. Auf Straßen werden auch mehr Froschlurche überfahren, wenn diese beleuchtet sind, da die Tiere dann länger auf dem Asphalt sitzen bleiben. Sogar Frösche in Tümpeln, die in der Nähe von Straßen liegen, werden in ihrer Nahrungsaufnahme und ihrem Paarungsverhalten durch das Scheinwerferlicht beeinträchtigt. (Quelle: Andreas Krone, E-Mail)


Florida Turtle Conservation Trust jetzt im Internet

(20.07.05) Der Florida Turtle Conservation Trust (FTCT) bemüht sich seit seiner Gründung im Jahr 1999 um den Schutz von Floridas Sumpfschildkröten. In Florida leben immerhin 8% aller weltweit bekannten Sumpfschildkrötenarten und 25 der aus den USA bekannten insgesamt 54 Arten. Näheres zu Zusammensetzung und Aktivitäten des FTCT findet sich auf der neuen Internetseite der Vereinigung.


Gerüchte über gigantische Klapperschlange

(20.07.05) Ein Bild einer anscheinend gigantischen Klapperschlange schürt derzeit in West Virginia, USA die Angst vor den giftigen Reptilien. Angeblich war das Reptil in den Hügeln von Clay County gefangen worden und maß fast 2,5 m bei einem Gewicht von je nach Quelle 25-59 kg. Experten sind jedoch der Ansicht, das Foto sei irreführend und perspektivisch verzerrend, so dass die in den Vordergrund gehaltene Schlange weit größer wirke, als sie tatsächlich sei. Außerdem kann es sich um kein in West Virginia gefangenes Exemplar handeln, da die Schlange anhand des Fotos eindeutig als westliche Diamantklapperschlange (Crotalus atrox) zu identifizieren ist, deren Verbreitungsgebiet im Osten durch den Mississippi begrenzt wird. Diese Klapperschlangenart erreicht zwar in Einzelfällen tatsächlich Gesamtlängen bis deutlich über 2 m, doch da die Art definitiv nicht in West Virginia beheimatet ist, können die örtlichen Behörden, die täglich hunderte beunruhigte Anrufe wegen der von Monsterklapperschlangen ausgehenden Gefahr erhalten, guten Gewissens Entwarnung geben: In den Appalachen von West Virginia lauern ganz bestimmt keine zentnerschweren Riesenklapperschlangen. (Quelle: The Tribune, San Luis Ospibo, California; 8.07.05)


Wüstenschildkröten chancenlos gegen Buschfeuer

(18.07.05) Die landesweit geschützte Schildkrötenart Gopherus agassizii ist zunehmend durch die Feuer, die im Südwesten der USA wüten, gefährdet. Sie ist über die Staaten Arizona, Kalifornien, Nevada und Utah verbreitet und ein Indikator für intakte Wüstenregionen. Gefährdet ist sie durch für sie schädliche Pflanzen, Dürren und Verlust ihres natürlichen Habitats. Genaue Schätzungen der Gesamtanzahl von Individuen sind schwierig zu bekommen, da die Art über 4 Staaten verteilt lebt. Von den Feuern betroffen ist auch das Red Cliffs Desert Reserve in Utah. Die hier lebende Population war die letzten 3 Jahre stark im Rückgang begriffen wegen anhaltender Dürre. Ihre Zahl ging von 6-8000 Tieren auf 1700 zurück. Auch hier wird man mit Verlusten rechnen müssen; Funde überlebender Schildkröten haben aber Hoffnung gemacht, dass diejenigen Exemplare, die sich tief genug im Boden vergraben hatten, überlebt haben. Das Problem der Buschfeuer ist ihre rasante Ausbreitungsgeschwindigkeit: sie schneiden den flüchtenden Schildkröten buchstäblich den Weg ab. (Quelle: Doug Alden, AP, 3.Juli 2005)


Gefährdete Leguane der Cayman Inseln

(18.07.05) Der Leguan Cyclura nubila caymanensis, der endemisch auf den beiden zwischen Kuba und Jamaika liegenden Karibikinseln Cayman Brac und Little Cayman vorkommt ist auf Brac ernsthaft gefährdet. Jungtiere werden von Katzen und Hunden gefressen, die adulten Tiere häufig beim Aufwärmen auf den Straßen von Autos überfahren. Um die verbliebenen Tiere zu schützen, deren Anzahl geschätzt wird auf fünfzig bis zweihundert Exemplare, wurden an von den Leguanen häufig frequentierten Straßenabschnitten Hinweisschilder angebracht; dennoch werden immer noch überfahrene Tiere entdeckt. Die Population auf Brac könnte durch Eingliederung von Tieren von Little Cayman gestärkt werden. Nach DNA Untersuchungen gibt es keine Unterschiede zwischen den Populationen beider Inseln. Weitere Möglichkeiten zum Schutz dieser bedrohten Tiere wären Zäune, um die Jungen vor dem Gefressenwerden zu schützen, und Zuchtprogramme. Vor allem aber müsste zunächst die genaue Zahl der Tiere auf Brac festgestellt werden. (Quelle: Cayman Net New, 1.Juli 2005)


Schlangenterror auf Neu Delhis Flughafen

(14.07.05) Zwei Schlangenbeschwörer erschreckten am vorletzten Montag etliche Fluggäste, indem sie ihnen beim Verlassen des Terminals unvermittelt zweiköpfige (!) Schlangen vor die Nase hielten und um eine großzügige Spende baten, die den Gebenden den Segen der Schlangen sichern sollte. Nicht bekannt wurde, ob es sich bei den Tieren um giftige oder ungiftige Exemplare handelte. (Quelle: Times of India; 5.07.05)


Schlangenausstellung im Iran

(14.07.05) Der Iran ist die Heimat von gut 72, teils in ihrem Bestand bedrohten Schlangenarten. Amir Saket, Chef des iranischen Department of Environment (DoE) sagte, dass die meisten Einheimischen große Angst vor Reptilien hätten und sie töteten wo und wenn immer möglich. Das DoE hat nun kürzlich in Kooperation mit Schlangenfängern aus verschiedenen Provinzen eine Ausstellung mit mehr als 150 Exemplaren heimischer und fremdländischer Ophidia in Boroujerd in der Provinz Lorestan veranstaltet. Laut Saket soll diese für das Land einmalige Ausstellung die Bevölkerung über Schönheit und Eigenheiten ihrer schuppigen Nachbarn aufklären und damit letztlich die Bedrohung der Schlangen durch unbedachtes Totschlagen reduzieren. Ob diese lobenswerte Absicht tatsächlich die Hauptmotivation für die Show war, erscheint allerdings angesichts der Tatsache, dass im Rahmen der Ausstellung zahlreiche Souvenirs in Form von Schuhen, Taschen, Gürteln und anderen Accessoires aus Schlangenleder verkauft wurden, doch zumindest fragwürdig. (Quelle: Iran Daily; 30.06.05)


Falscher (?) Seeschlangenalarm auf Hawaii

(14.07.05) In den letzten Wochen häufen sich auf Hawaii Meldungen über die Sichtung von Seeschlangen. Touristen wie Einheimische berichten von schlangenartigen Wesen vor den Küsten der Hawaii Inseln. Die Meldungen sind insofern ungewöhnlich, als das keine der etwa 55 bekannten Seeschlangenarten bisher regelmäßig in der Gegend nachgewiesen wurde. Wissenschaftler gehen daher, so lange kein Belegfoto oder -Exemplar vorliegt, davon aus, dass sich die Sichtungen auf aalförmige Fische beziehen. Welche Art hierfür in Frage kommt und warum die Tiere sich so häufig an der Oberfläche zeigen ist dennoch völlig unklar. (Quelle: Honolulu Star-Bulletin; 8.07.05)


Fischfang bedroht Meeresschildkröten

(12.07.05) Fast 1000 Wissenschaftler aus aller Welt haben die UN ersucht, mehr gegen kommerzielle Fischfangmethoden zu unternehmen, die in hohem Maße andere Wirbeltiere wie Wale, Haie und Meeresschildkröten töten. Schätzungen gehen davon aus, dass durch die kommerzielle Fischerei jedes Jahr fast viereinhalb Millionen geschützte Tiere getötet werden. Besonders tödlich für solche Tiere ist der Fang von Thunfischen mittels Haken. Mehr als 40 Nationen sind hierbei beteiligt: im Pazifik werden jährlich 1.4 Billionen solcher Haken ausgelegt. Hierdurch kommen jedes Jahr 60.000 Meeresschildkröten zu Tode. Diesem regelrechten Massensterben stehen starke wirtschaftliche Interessen gegenüber: allein der Wert der gefangenen Thunfische beläuft sich auf 3 Billionen US Dollar. Das einzig Positive ist, dass die verschiedenen Umwelt- und Naturschutzgruppen, die sich für die Ozeane interessieren, nun viel stärker als früher zusammen arbeiten. (Quelle: Herpdigest 3. Juli 2005)


Informationen zu genomischen Sequenzen von Reptilien online

(12.07.05) Die Reptilian Genomics Working Group hat eine Website eröffnet, auf der Informationen und Projekte über genomische DNA-Sequenzen von Reptilien gesammelt und zugänglich gemacht werden sollen.


Neuerscheinung zur Biologie der Krustenechsen

(12.07.05) "Biology of Gila Monsters and Beaded Lizards" heißt das neue Buch von Daniel D. Beck, Brent E. Martin und Charles H. Lowe. Die wichtigsten Erkenntnisse aus 22 Jahren Forschungsarbeit des Erstautors über Krustenechsen werden in diesem Buch mit fantastischen Aufnahmen des bekannten Wildlife Photographen Thomas Wiewandt illustriert. Weitere Informationen sowie Bestellformulare für das in den USA auf englisch erschienene Buch finden sich hier.


Sizilianische Sumpfschildkröten als eigene Art beschrieben

(12.07.05) Genetische Untersuchungen an mitochondrialer und nukleärer DNA verschiedener Populationen europäischer Sumpfschildkröten und vergleichende morphologische Analyse zeigten neben einer Bestätigung der komplexen Unterartstruktur von Emys orbicularis in Italien eine besonders große genetische Eigenständigkeit der sizilianischen Population. Die Analysen bewiesen auch, dass bereits seit langem kein Genfluss mehr zwischen diesen Schildkröten und den Festlandpopulationen stattgefunden haben konnte. Die Autoren beschreiben daher die sizilianischen Sumpfschildkröten als neue Art: Emys trinacris. (Quelle: Fritz et al (2005) Zoologica Scripta,, Vol.
34, no. 4, pp. 351-371(21))


Mauereidechsen an falscher Stelle

(11.07.05) Mehrere europäische Lacertiden-Arten haben in den letzten Jahrzehnten an verschiedenen Orten in den USA reproduzierende Populationen Podarcis muralis. Foto: Robert Seippausgebildet. Dabei handelt es sich in der Regel um entkommene, häufiger aber wohl ausgesetzte, Terrarientiere. Ein neuer Fall wurde jetzt aus dem Falls of the Ohio State Park, einer bekannten Fossilienfundstätte bei Clarksville, Indiana gemeldet. Nach einer ersten Sichtung im vorletzten Sommer haben sich dort Mauereidechsen (Podarcis muralis) offenbar bereits merklich vermehrt. Die Tiere entstammen wahrscheinlich einer Population in Cincinnati, wo sich die Art bereits seit etwa 50 Jahren erfolgreich fortpflanzt. Im Stadtbereich leben inzwischen Tausende dieser Eidechsen. Dort gibt es keine signifikanten Vorkommen heimischer Reptilien, die durch die Neuankömmlinge bedroht wären und daher ließ man die Fremdlinge in Cincinnati bisher in Ruhe. Ihr kürzliches Vordringen in den Falls of the Ohio State Park, den sie möglicherweise als blinde Passagiere auf Treibholz erreichten, muss dagegen als bedenklicher angesehen werden. Herpetologen befürchten, dass die vermehrungsfreudigen und agressiven Europäer heimische Reptilien aus ihren Lebensräumen verdrängen könnten, wenn ihrer Vermehrung nicht Einhalt geboten wird. Daher hat Zach Walker, Herpetologe des Department of Natural Resources damit begonnen, Fallen zu entwickeln, um die fremdländischen Echsen gezielt weg zu fangen. Derzeit werden diese Fallen mit Erdbeermarmelade beködert und häufig kontrolliert. Bisher konnten aber erst fünf Mauereidechsen auf diese Weise eingefangen werden. Darunter befand sich auch ein Jungtier, dessen Fang als deutlicher Hinweis zu werten ist, dass die Art sich inzwischen im Park auch schon erfolgreich fortpflanzt. Die Naturschützer des Parkes, die außer mit den Mauereidechsen auch mit weiteren, sich agressiv verbreitenden, fremdländischen Arten aus Tier- und Pflanzenwelt zu kämpfen haben, hoffen, der Eidechsen noch rechtzeitig Herr zu werden, bevor sie sich unwiderruflich im Park etablieren. (Quelle: The Courier-Journal)


Keine Monsteralligatoren mehr auf Sanibel

(05.07.05) Nachdem ein über drei Meter langer Alligator im letzten Jahr den Landschaftsgärtner Janie Melsek anfiel und tötete, änderten die Behörden der floridanischen Insel Sanibel ihre Politik die großen Reptilien betreffend und gaben die Jagd auf auffällig gewordenen Exemplare frei. Seitdem wurden dreiundneunzig größere Alligatoren  auf Sanibel erlegt. Doch nun zeigen sich unerwartete Folgen dieser Bemühungen: Touristen beklagen sich mit zunehmender Häufigkeit über das Ausbleiben von Sichtungen kapitaler Alligatoren. Viele Besucher kommen vor allem wegen der einst so häufigen Panzerechsen nach Sanibel und sind enttäuscht, wenn ihnen nur kleinere Exemplare begegnen. Bisher wurde die Verordnung zur legalen Jagd auf als potenziell gefährlich eingestufte Exemplare dennoch nicht aufgehoben. (Quelle: News-Pres.com 25.05.05)


Schlangenfängerausbildung für Regierungsbeamte

(04.07.05) Der Regierungschef des Malayischen Kedah ist bekannt für seine ungewöhnlichen Anweisungen. So erwartet er beispielsweise von jedem Abgeordneten der amtierenden Regierung, einen Kurs zum Erlernen von Land- und Wasser-Rettungstechniken zu absolvieren, sich fit zu halten, gesund zu ernähren und medizinische Grundkenntnisse zu erlernen. Nun hat er es für diesen Personenkreis auch zur Pflicht gemacht, der Civil Defense Force beizutreten und sich im Sicherstellen von Giftschlangen ausbilden zu lassen. "Gewählte Volksvertreter müssen den Härtetest bestehen, Personen in Not helfen zu können. Dazu gehören die Fähigkeiten, Schlangen zu fangen, Erste Hilfe zu leisten und Rettungsaktionen durchführen zu können", sagte Regierungschef Syed Razak Syed Zain in einem Interview gegenüber Reportern des Star. Gleichzeitig forderte er die Angehörigen der Opposition auf, sich ebenfalls entsprechend ausbilden zu lassen. (Quelle: The Star. 28.06.05)


Neues von Sri Lankas Herpetofauna

(04.07.05) In einer zehnjährigen Studie hat ein Forscherteam um den Herpetologen Rohan Pethiyagoda das Aussterben von siebzehn Froscharten auf Sri Lanka dokumentiert. Im gleichen Zeitraum dramatisierte sich der Gefährdungszustand elf weiterer Arten und es wurden 35 neue Froscharten beschrieben. Sri Lanka beherbergt damit etwa 3% aller weltweit bekannten Froschspezies. Die elf stark bedrohten Arten werden laut Pethiyagoda in unmittelbarer Zukunft aussterben, wenn nicht sofort umfassende Bemühungen zum Schutz ihrer schwindenden Habitate unternommen werden. Den massiven Ausbau der Landwirtschaft in den letzten beiden Jahrhunderten haben auf Sri Lanka nämlich nur etwa 5% der ursprünglichen Regenwälder bis heute überlebt. Neben den Bestandsaufnahmen bei den Froscharten beschrieb das Forscherteam sieben neue Echsenarten, fünfzig neue Schneckenarten, siebzehn neue Krebse sowie einen Zwerghirsch. (Quelle: Yahoo Asia News Service. 30.06.05)


Klapperschlangen dieses Jahr besonders aktiv

(04.07.05) Überdurchschnittlich viele Klapperschlangen wurden dieses Jahr bereits in Kalifornien gesichtet. Damit einhergehend hat die Zahl der Bissunfälle ebenfalls zugenommen. Viele der Bissopfer sind junge Männer, die im berauschten Zustand ihre Fähigkeiten als Schlangenfänger unter Beweis stellen möchten. Experten warnen vor dem Fangen der Schlangen und verweisen auf die möglichen Gründe für die vielen gesichteten Klapperschlangen. Diese sind nicht einfach mehr geworden, vielmehr haben wahrscheinlich verschiedene günstige Faktoren wie das Wetter und Nahrungsangebot in diesem Jahr für mehr Aktivität unter den Grubenottern gesorgt. Durch diese erhöhte Aktivität entsteht der Eindruck, die Klapperschlangen wären zahlreicher geworden, was jedoch in einem solchen Zeitraum wie etwa einem Jahr kaum vorstellbar ist. Eine Erklärung wären auch die schweren Regenfälle des vergangenen Winters, was sich günstig auf die Vegetation ausgewirkt hat. Diese wiederum hat zu einem Anstieg der Nagetierpopulationen geführt, welche verstärkt Schlangen anziehen könnten. Vorstellbar ist auch, dass viele Busch- und Waldbrände in den vergangenen Jahren die Schlangen – neben anderen Tiergruppen – aus den zerstörten Habitaten in die Nähe menschlicher Behausungen getrieben haben könnte. Toxikologen und Ärzte warnen jetzt auch davor, nach einem Biss Eigenbehandlungen wie etwa das Aussaugen der Wunde vorzunehmen. Bissunfälle sollten auf jeden Fall ärztlich behandelt werden. (Von: Mike Lee/ San Diego Union-Tribune, 19. Juni)


Neues Paper zum Mechanismus der Artenbildung bei Anolis

(29.06.05) Verdriftung über das Meer und anschließende allopatrische Artbildung gelten seit langem als hauptverantwortlich für die Artenvielfalt der karibischen Saumfinger der Gattung Anolis. In der kürzlich in Molecular Ecology erschienenen Studie wird nun diese Hypothese am Beispiel einiger Arten der A. carolinensis Gruppe erstmalig mit molekulargenetischen Methoden überprüft. Sequenzanalysen des Erbguts von fünf karibischen Arten dieser Gruppe ergab, dass jede Art eine seit dem späten Miozän unabhängige evolutionäre Linie bildet. Vergleiche mit dem Erbgut kubanischer Verwandter deuten ferner darauf hin, dass die Vorfahren aller Arten direkt von Kuba kommend auf ihre heutigen Heimatinseln verdriftet wurden und dass späterer Genaustausch zwischen den verschiedenen Populationen der kleineren Inseln wahrscheinlich keine relevante evolutionäre Rolle gespielt hat. Die größeren Inseln der Großen Antillen stellen daher offenbar die wichtigsten Zentren dar, von denen ausgehend sich die karibische Anolisvielfalt entwickelt hat. (Quelle: Glor, R.E., Losos, J.B. & Larson, A. (2005): Out of Cuba: overwater dispersal and speciation among lizards in the Anolis carolinensis subgroup Molecular Ecology.14 2419–2432)


Sumpfkrokodile für Bangladesh

(29.06.05) Nachdem es seit 1988 nur noch unbefruchtete Gelege abgesetzt hatte, verstarb in einem Zoo im Januar dieses Jahres das letzte bekanntermaßen in Bangladesh geborene Sumpfkrokodil (Crocodilus palustris) an den Folgen eines Kampfes mit dem letzten aus Bangladesh bekannten Männchen dieser Art. Damit gilt die Art in Bangladesh als endgültig ausgerottet. Bereits seit einem Jahr versucht die Crocodile Specialists Group, die Erlaubnis zu bekommen, zur Zucht und Auswilderung bestimmte Exemplare dieser Panzerechsenart aus dem benachbarten Indien zu erhalten. Nun endlich nach dem Tod der letzten heimischen Exemplare hatten die indischen Behörden ein Einsehen und vierzig erwachsene Krokodile, 32 Weibchen und 8 Männchen wurden ausgewählt, um nach Bangladesh zu reisen. Acht Weibchen und zwei Männchen sind für den Zoo in Dhaka bestimmt, der Rest für das Endangered Species Breeding Centre des Wildlife Departments, wo sie für reichlich Nachwuchs sorgen sollen, dessen spätere Auswilderung geplant ist. (Quelle: The Hindu, (Chennai, India), 23.06.05)


Genetisches Material von Bergkönigsnattern gesucht

(28.06.05) Der Herpetologe Bo Han von der University of North Carolina-Chapel Hill sucht für eine Studie über Genfluss und Populationsstrukturen bei Lampropeltis pyromelana genetisches Material. Geeignet sind Häutungsreste, Schuppen sowie gefrorene Gewebereste jeder Art. Material von Wildfängen ist ebenso willkommen wie das von Nachzuchttieren. Allerdings sollten Fangort bzw. Herkunft der Elterntiere bekannt sein. Herr Bo Han übernimmt das Porto für den Versand der Proben. Nähere Auskünfte gibt er unter der E-Mail.


Zur Lage brasilianischer Reptilien

(16.06.05) Mit 330 Schlangenarten, 230 Echsenarten, 50 Doppelschleichenarten, sechs Panzerechsenarten und 35 Schildkrötenarten, wobei jedes Jahr weitere Arten aus mehreren Reptiliengruppen neu beschrieben werden, ist Brasilien eines der reptilienreichsten Länder der Erde. Glücklicherweise gelten bisher nur 20 aller brasilianischen Reptilienarten als gefährdet. Süßwasser- und Meeresschildkröten leiden vor allem unter der Nutzung als Nahrungsmittel und unter der Zerstörung ihrer Eiablageplätze. Weitere Arten sind allein aufgrund ihres bisweilen winzigen Verbreitungsgebietes und der geringen natürlichen Individuenzahl gefährdet. Trotz der Reichhaltigkeit der brasilianischen Herpetofauna beschränkt sich die Forschung vor Ort nach wie vor vor allem auf taxonomische Fragestellungen. Dabei währen vor allem phylogeographische Analysen mit molekulargenetischen Techniken vonnöten, um die Biogeographie der kleinräumig verbreiteten Formen besser verstehen und ihren Gefährdungsstatus einschätzen zu können. Beides ist für die Planung geeigneter Schutzmaßnahmen essenziell. Des Weiteren sind Studien, die die Effekte von Habitat-Degradation, -Fragmentation, und -Verlust analysieren sowie Auswirkungen von Umweltverschmutzung und Nutzung für Nahrungs- oder medizinische Zwecke quantifizieren, für ein besseres Verständnis der erst beginnenden aber rasch fortschreitenden Zerstörung der brasilianischen Ökosysteme dringend erforderlich. (Quelle: Rodrigues, MT (2005) The Conservation of Brazilian Reptiles: Challenges for a Megadiverse Country. Conservation Biology; 19(3) 659)


Geschlechtsspezifische Jagdstrategien bei Zwergklapperschlangen

(10.06.05) Wie viele Lauerjäger unter den Schlangen setzt auch die Zwergklapperschlange Sistrurus miliarius barbouri, ihren Schwanz als Köder für die Beutejagd ein. Dazu wird die Schwanzspitze von der gut getarnten Schlange in auffälliger Weise bewegt, um Beutetiere anzulocken. Bei der Zwergklapperschlange wird dieses Verhalten nur von Jungtieren gezeigt und verliert sich mit dem Eintreten der Geschlechtsreife. Die hier zitierte Studie zeigt zum ersten mal, dass es bei diesem Köderverhalten geschlechtsspezifische Unterschiede gibt. Zwar köderten beide Geschlechter mit gleicher Häufigkeit, die Weibchen waren dabei jedoch ausdauernder, brauchten jedoch auch länger, um mit dieser Strategie zum Erfolg zu kommen. Die Autoren vermuten, dass beides mit der Tatsache zusammen hängt, dass die Männchen längere Schwänze besitzen, die effektivere Köder darstellen. Die Studie ist der erste dokumentierte Fall einer Geschlechtsspezifität beim Schwanzködern und impliziert potenziell wichtige Unterschiede bei der Ernährungsökologie männlicher und weiblicher Zwergklapperschlangen (Quelle: Rabatsky, Ali M., Waterman, Jane M. (2005) Ontogenetic Shifts and Sex Differences in Caudal Luring in the Dusky Pygmy Rattlesnake, Sistrurus miliarius barbouri. - Herpetologica 61:87-91).


Große, gelbe Schlange

(10.06.05) Bei Boynton Beach im US Bundesstaat Florida beobachteten Arbeiter bei Gleisarbeiten an einer Schienenstrecke eine große, gelbe Schlange bei der Jagd nach Vögeln. Beeindruckt von Größe und Färbung des Tieres alarmierten sie den Notruf. Der Dienst habende Offizier war von der Meldung, eine Schlange halte sich auf den Geleisen auf, zunächst nicht sonderlich beeindruckt. Schließlich ist so etwas in Florida nichts prinzipiell ungewöhnliches. Er ließ sich letztlich jedoch von den eindringlichen Schilderungen der Größe des Reptils überzeugen und schickte Einsatzpersonal an die Fundstelle. Das in der Zwischenzeit von den Arbeitern eingefangene Tier stellte sich als Albino Tigerpython heraus. Messungen ergaben die beeindruckenden Werte von knapp 4 m Länge und 50 kg Gewicht. Abgesehen von ein paar Kratzern war der Python in gutem Zustand. Die Schlange erholt sich inzwischen im Busch Wildlife Sanctuary in Jupiter von ihren Abenteuern in freier Natur. Exotische Reptilien in Form von entkommenen oder ausgesetzten Haustieren sind inzwischen zu einem ernsten Problem in Florida geworden. In dem fast tropischen Klima Floridas vermehren sich Warane, Riesenschlangen, Grüne Leguane und andere Gäste aus fremden Ländern heute schon in einem Ausmaß, das stellenweise die heimische Tierwelt ernsthaft bedroht. (Quelle: Palm Beach Post 8.06.05)


Indische Höckernasenotter giftiger als angenommen

(30.05.05) Das Gift der in Indien unter dem Namen Churutta bekannten Indischen Höckernasenotter (Hypnale hypnale) galt bisher als relativ harmlos. Dr. Joseph K. Joseph, Vorsitzender des Department of Medicine and Nephrology am Little Flower Hospital in Angamaly, und Ian D. Simpson, Herpetologe und Mitglied der WHO Snakebite Treatment Group, analysierten das Gift dieser Grubenotter genauer und stellten fest, dass es stark blutgerinnungshemmende Faktoren enthält und akutes Nierenversagen herbeiführen kann. Ein Biss dieser Art kann daher ebenso tödlich sein, wie ein Biss der indischen "großen Vier" (Kobra, Krait, Russels Viper und Sandrasselotter), die als die gefährlichsten indischen Schlangen gelten. Systematische Untersuchungen an Schlangengiftopfern am Little Flower Hospital ergaben außerdem, dass die Höckernasenotter offenbar oft mit der Sandrasselotter verwechselt wird, und dass ein signifikanter Teil der dieser Art zugeschriebenen Todesfälle tatsächlich auf Hypnale hypnale zurückzuführen sind. Hypnale hypnale wird nur bis zu 48 cm lang. Der Kopf setzt sich durch seine dreieckige Form deutlich vom Körper ab. In der Färbung sind die Tiere sehr unterschiedlich. Sie haben Farbtöne von hellgrau bis dunkelbraun. Die Färbung kann durch Flecken auf dem Rücken unterbrochen sein. Zum größten Teil leben die Tiere auf dem Boden. Die Tiere verbergen sich unter Falllaub und umgestürzten Bäumen. Sie sind sehr temperamentvoll. Bei einer Störung nehmen sie sofort ihre Verteidigungsstellung ein. Sie zittern erregt mit der Schwanzspitze, heben den Kopf schräg empor und beißen aus dieser Stellung wild um sich. Bisher gibt es kein Antiserum gegen das Gift dieser Art und die verfügbaren polyvalenten Seren sind vollkommen wirkungslos. (Quelle: Newindpress (Chennai, Indien) 18.05.05)


Klapperschlangenimpfung für Hunde

(30.05.05) Klapperschlangenbisse betreffen in Texas Haustiere noch häufiger als Menschen. Erstmals bietet nun das Blanco Veterinary Hospital unter dem Namen Crotalus Atrox Toxoid ein Serum an, mit dem Hunde vorbeugend gegen Klapperschlangenbisse geimpft werden können. Die Impfung soll die Intensität der Symptome nach Klapperschlangenbissen deutlich herab- und damit die Überlebenschance der Haustiere heraufsetzen. Gezielt gegen das Gift der Westlichen Diamantklapperschlange entwickelt, ist die Impfung jedoch auch gegen Gifte der anderen in der Region vorkommenden Klapperschlangen wirksam. (Quelle:Blanco County News, TX, USA 18.05.05)


Behörden zwingen Flughafen von Sacramento Millionen in Strumpfbandnatterschutz zu investieren

(03.05.05) Seit Jahren hat der internationale Flughafen von Sacramento (Kalifornien, USA) sumpfige Stellen im Bereich seines Betriebsgeländes aufgefüllt, um die nutzbare Gesamtfläche zu vergrößern. Jetzt haben die zuständigen Behörden reagiert und den Flughafen als Strafe für das illegale Verfüllen der Feuchtbiotope dazu verpflichtet, weitere Sumpfgebiete aufzukaufen und vor der industriellen Nutzung zu schützen. Die betroffenen Gebiete sind ebenso wie die aufgefüllten Flächen ein Rückzugsgebiet für die bedrohte Riesenstrumpfbandnatter (Thamnophis gigas). Die Strafmaßnahmen werden den Flughafen insgesamt bis zu 11 Millionen US$ kosten, die jedoch zum Teil über erhöhte Flughafengebühren an die Fluggesellschaften weiter gegeben werden können. (Quelle: Sacramento Business Journal (California) 22 April 2005)


Entschlüsselung von Schlangengiften

(19.04.05) Nachdem der bekannte australische Herpetologe und Toxikologe Bryan Fry bereits bahnbrechende Erkenntnisse zur Evolution und Vielfalt von Schlangengiften publiziert hat, beschäftigt er sich nun mit der Sequenzierung und genauen Analyse der toxischen Proteinkomponenten. Die Fortschritte in der Molekularbiologe erlauben es seit kurzem, Gensequenzierungen in beachtlichem Hochdurchsatz zu betreiben. Fry hat dies erkannt und sich in einem engagierten Projekte die Sequenzierung sämtlicher toxikologisch relevanter Gene aller Schlangengruppen vorgenommen. Die heutige Technologie erlaubt ihm dabei die Sequenzierung von bis zu 2000 Genen im Monat. Fry fand im Rahmen seiner Untersuchungen heraus, dass sich die Schlangengiftproteine über Genduplikationen zumeist von Vorläufern ableiten, die andernorts im Schlangenkörper bereits eine wichtige Rolle spielten. Da beispielsweise muskelrelaxierende Proteine bei "Zweckentfremdung" als Gift bereits in ihrem ursprünglichen Zustand eine der Überwältigung dienliche Wirkung beim Beutefang ausüben können, erlaubt ihre Rekrutierung eine rasche Evolution hin zu lähmenden Giften. Dieser Mechanismus ermöglichte den Schlangen in evolutiv kürzester Zeit eine extrem hohe Variation des Giftcocktails der einzelnen Arten. Dabei ist die Giftwirkung den speziellen Anforderungen der jeweiligen Jagdstrategie und des Beutespektrums angepasst und auch die Mehrzahl der als ungiftig geltenden Arten produziert geringe Mengen hochwirksamer Gifte. Die Verwandtschaftsverhältnisse der Toxine legen dabei trotz aller Vielfalt im Detail nahe, dass die Schlangen in der Geschichte ihrer Evolution nur ein einziges Mal das Gift erfanden. Die giftzahnlosen Schlangen können ihre Toxine jedoch beim Biss in der Regel nicht effizient übertragen und gelten daher zu recht für Menschen als harmlos, obwohl ihre Giftcocktails signifikant zu der Vielfalt im Bereich der Schlangengifte beitragen. Diese unerwartet große Vielfalt eröffnet eine bisher ungeahnte Vielfalt potenzieller pharmakologischer Möglichkeiten, deren sich Fry wohl bewusst ist. Zusammen mit Forscherkollegen evaluiert er beispielsweise derzeit die Möglichkeit, die Herzmuskel entspannende Wirkung von Komponenten des Inland-Taipan-Giftes therapeutisch zu nutzen und hat auch bereits ein Patent auf das wirksame Molekül angemeldet. (Quelle: Open Wide: Decoding the Secrets of Venom; CARL ZIMMER, New York Times, 5.04.2005)


Unabhängiger Riesen- und Zwergwuchs bei Inselpopulationen von Tigerottern

(11.04.05) Die australischen Tigerottern der Gattung Notechis haben in erdgeschichtlich jüngster Zeit erfolgreich verschiedene kleinere Inseln besiedelt. Keine der Inselpopulationen ist dabei älter als 10000 Jahre. Dennoch findet man heute bereits auf verschiedenen Inseln Riesen- und Zwergformen, die sich deutlich von den Gründertieren unterscheiden. Die australischen Herpetologen Keogh, Scott und Hayesa konnten in einer kürzlich publizierten Studie mittels molekulargenetischer Analysen nachweisen, dass die Größenveränderungen der Inseltigerottern mehrfach, und zwar mindestens fünf mal, unabhängig voneinander entstanden sind. Größenähnlichkeiten der Individuen verschiedener Inseln sind daher nicht auf gemeinsame Vorfahren zurückzuführen. Die Inseltiere sind vielmehr jeweils mit der nächstliegenden Festlandpopulation deutlich näher verwandt als mit anderen Inselpopulationen. Die Autoren werten die Größenänderungen als Anpassungen an die inselspezifische Verfügbarkeit von Beutetieren verschiedener Größenklassen. In der Tat sind die Beutepräferenzen der Tiere heute signifikant unterschiedlich: Während die Zwergformen nur Beutetiere bewältigen können, die erheblich kleiner sind als die von den Festlandformen bevorzugte Beute, haben sich die Riesenformen auf bis zu dreimal größere Beutetiere spezialisiert als ihre Verwandten vom benachbarten Kontinent. Die Autoren bescheinigen der Gattung Notechis daher ein großes Variabilitätspotential, das durch inselspezifische Selektionsmechanismen rasch zu den heute vorhandenen erheblichen Größenunterschieden führte. (Quelle: Keogh, J.S., Scott,I.A.W. & Hayesa, C. (2005) Rapid And Repeated Origin Of Insular Gigantism And Dwarfism In Australian Tiger Snakes. Evolution: 59(1):226-233)


Volkszählung bei schottischen Kreuzottern

(11.04.05) In Schottland hat die Kreuzotter (Vipera berus) eines ihrer nördlichsten Vorkommen. Zwar fehlen dokumentierte Daten, doch mehren sich die Anzeichen dafür, dass die Bestände dieser einzigen Schlange Schottlands im Rückgang begriffen sind. Auch in Schottland ist der zunehmende Lebensraumverlust durch Intensivierung der Landwirtschaft und Ausweitung menschlicher Siedlungen dabei wohl die Hauptbedrohung für die dortigen Reptilien. Die Organisation Scottish Natural Heritage (SNH) organisiert daher derzeit eine Zählung der seltenen Reptilien, um einen genauen Überblick über den aktuellen Bestand zu erhalten und so gezielt Schutzmassnahmen zu planen. Umfragen in der Bevölkerung sollen auch Aufschluss darüber geben, welche Bereiche, in denen die Schlange heute fehlt vielleicht noch bis vor kurzem besiedelt waren. (Quelle: Snake Census Seeks Adder Numbers - An Adder Census Is Being Conducted Amid Fears That Numbers Of Scotland's Only Snake Are In Decline. BBC, 5.04.05)


Und sie gräbt doch…

(05.04.05) Obwohl das überbreite Nasenschild der afrikanischen Schildnasenkobra (Aspidelaps scutatus) zusammen mit ihrer unterirdischen Lebensweise nahe legt, dass diese Schlange sich ihre Gänge selber gräbt, glaubten Schlangenexperten bisher, dass die Tiere dazu nicht in der Lage seien. Vor allem fehlen den Schlangen die für ihre aktiv grabende Verwandtschaft typischen Verstärkungen des Kopfskeletts und besonders der kritische Nasenbereich ist nur lose mit dem Schädel verbunden. Alexandra Deufel, assistant biology professor an der Minot State University in North Dakota (USA) fand nun aber kürzlich heraus, dass die Schildnasenkobra zumindest in lockerem Substrat durchaus auch aktiv gräbt. Dabei bedient sie sich einer einzigartigen Grabtechnik, in der der Kopf das Substrat mit schaufelartigen Seitwärtsbewegungen bearbeitet. Dabei kommen besonders modifizierte Muskeln zum Einsatz, die andere Schlangen lediglich zum Verschlingen der Beute einsetzen. (Quelle: Bismarck Tribune, Minot, North Dakota, 28.03.05)


Indianer engagieren sich für Kanadas Klapperschlangen

(05.04.05) Die Prärieklapperschlange (Crotalus viridis oreganus), einst ein häufiger Bewohner von Kanadas südlichen Trockengebieten, ist selten geworden. Die indianische Bevölkerung der Reservation bei Osoyoos in Britisch Kolumbien hat daher vor drei Jahren ein Programm ins Leben gerufen, dass die Situation der von ihren Vorfahren als heilig verehrten "Xaxalux" analysieren und Schutzmaßnahmen vorschlagen soll. Seit den achtziger Jahren ist der lokale Bestand dieser Grubenottern bereits um etwa 80 % zurückgegangen. Seit 2002 werden nun Daten zu Gewicht, Geschlechterverteilung und Mobilität gesammelt. Auch Blutproben und DNA-Analysen werden durchgeführt sowie einzelne Individuen markiert. Vor diesen Eingriffen wurden die Stammesältesten um Erlaubnis gebeten und rituelle Gebete gesprochen, um das tradierte Tabu, diese Schlangen überhaupt zu berühren, brechen zu dürfen. Die bisherigen Ergebnisse sind wenig ermutigend: Das zunehmende Wachstum der Stadt Osoyoos verkleinert den Lebensraum der Schlangen kontinuierlich und parallel fordert der Straßenverkehr zunehmend mehr Opfer. Die sich sehr ortstreu verhaltenden Schlangen weichen Lebensraum bedrohenden Maßnahmen auch nicht aus, sondern fallen ihnen in der Regel zum Opfer. Neben der Erforschung der Lebensbedingungen der Klapperschlangen betreiben die Verantwortlichen auch intensive Aufklärung der nicht indianischen Bevölkerung, um unnötiges Totschlagen der Tiere zu vermeiden. Dazu erläutern sie Unfallrisiken und Notfallmaßnahmen, laden aber auch zur Teilnahme an Markierungsaktionen ein, bei denen Interessierte die Schlangen unmittelbar zu sehen bekommen. (Quelle: Indian Country Today, Osoyoos, British Columbia, 29.03.05)


Nord-Dakota verhängt Besitzverbot für Giftschlangen

(21.03.05) Mit 46 zu 0 Stimmen beschloss der Senat des US Bundesstaates North Dakota ein allgemeines Besitzverbot für Giftschlangen. Auslöser für die Entscheidung war das Verhalten zweier Männer, die im letzten Jahr mehrere über das Internet bestellte Giftschlangen, für die im gesamten Bundesstaat kein Antiserum zur Verfügung stand, in leichtsinnigster Weise in der Nachbarschaft herumtrugen. Ab sofort ist der Besitz von Giftschlangen durch Privatpersonen in Nord-Dakota daher grundsätzlich verboten. Für verantwortungsvolle Halter kann jedoch eine Ausnahmegenehmigung durch den zuständigen Amtstierarzt ausgestellt werden. (Quelle: Grand Forks Herald (North Dakota), 15.03.2005)


Geschmacklosigkeit des Monats: Die Schlangenguillotine

(16.03.05) Unter dem Namen SnakeSnare vermarkted die gleichnamige Firma aus dem US Bundesstaat Iowa ein Produkt zum Köpfen lebender Schlagen. SnakeSnare empfiehlt den Einsatz überall dort, wo "Schusswaffen unpraktisch oder illegal sind". Die Firma schreckt auch nicht vor dem Slogan zurück: "Eine gute Schlange ist eine tote Schlange". Auf ihrer website bietet die Firma auch gleich Rezepte zur kulinarischen Verwertung der Beute an.


Bibliographie zu Kanadas Herpetofauna

(15.03.05) Eine Übersicht über in Buchform erschienene Werke zur Herpetofauna Kanadas finden Interessierte hier.


Zweitausend neue Giftschlangenarten identifiziert

(15.03.05) So unglaublich die Überschrift klingt: Von dem bekannten Toxikologen und Schlangenforscher Bryan Grieg Fry an der Universität Melbourne geleitete Studien weisen nach, dass nicht wie bisher angenommen etwa 200 Schlangenarten ein hochwirksames Gift produzieren, sondern dass sich unter den bisher wegen fehlender Giftzähne als ungiftig gelisteten Schlangenarten weitere rund 2000 Spezies verbergen, die ein ebenso potentes Gift produzieren wie ihre Giftzahn tragende Verwandtschaft. Gemäß Frys Studien stammen die meisten heute lebenden Schlangenarten von einem gemeinsamen giftigen Vorfahren ab. Viele "ungiftige" Schlangen haben es gemäß Fry im Laufe der Evolution zwar nicht "geschafft", effiziente Übertragungsmechanismen für ihr Gift zu entwickeln, verfügen aber auch heute noch über kleinere Mengen hochkomplexen Giftes. Wahrscheinlich helfen die Gifte trotz fehlender Kanülenzähne auch diesen Schlangen bei der Überwältigung ihrer Beute, da auch durch die durch Festhaltezähne erzeugten Bisswunden Gift in die Blutbahn des Opfers gelangen kann. Die Zusammensetzung der individuellen Schlangengifte variiert von Art zu Art stark. Wahrscheinlich durch die Anpassung an spezifische Beutetierarten entwickelten sich viele unterschiedliche Giftcocktails, deren wirksame Bestandteile vor allem durch Abwandlung verschiedenster körpereigener Proteine entstanden. Seit langen finden verschiedene Schlangengifte oder Einzelkomponenten davon in entsprechend kleinen Dosen Verwendung als hochwirksame Medikamente. Die Verfügbarkeit von gut zehnmal mehr individuellen Giften als bisher bekannt, eröffnet daher ein weites Feld biomedizinischer Forschung und die Chance auf die Identifizierung weiterer pharmazeutisch nutzbarer Substanzen. (Quelle: Independent News, 9.03.05)


Wie Speikobras ihre Trefferquote verbessern

(08.03.05) Mehrere Kobraarten der Gattung Naja sprühen bei Bedrohung ihr Gift in einem feinen Strahl zielgerichtet in die Augen des Angreifers. Ihre Treffgenauigkeit ist dabei selbst über Entfernungen von mehreren Metern verblüffend. Katja Tzschätzsch, Lehramtsstudentin an der Universität Bonn, hat nun im Rahmen ihrer Examensarbeit das Zielverhalten der Mosambik-Speikobra (Naja mossambica) und der Schwarzhals-Speikobra (Naja nigricollis) genauer untersucht. Für ihre Experimente trat sie den Schlangen ausgerüstet mit einem Helmvisier entweder selbst gegenüber, oder sie konfrontierte die Kobras mit Fotos. Mal waren es originalgroße Abbilder ihres Gesichts, mal fehlten Mund, Nase oder ein Auge. Eine Hochgeschwindigkeitskamera beobachtete die Reaktion der Schlange und hielt die Feinheiten im Bewegungsablauf fest. Die Versuche bestätigten, dass die Schlangen tatsächlich gezielt auf sich bewegende Gesichter spucken. Von Handbewegungen allein ließ sich kein einziges Tier zum Spucken animieren und lediglich zwei Kobras reagierten auf die Fotos. Diese spuckten aber sogar dann, wenn auf den Bildern ein Auge wegretuschiert war. Die Treffsicherheit der Schlangen war beachtlich: Die Schwarzhals-Speikobras trafen bei acht von zehn Versuchen mindestens ein Auge, die Mosambik-Speikobras waren sogar zu 100 Prozent erfolgreich. Ausschlaggebend für die hohe Trefferquote war ein in den Zeitlupenaufnahmen deutlich sichtbares schnelles hin und her Bewegen des Kopfes während des Giftausstoßes. Dadurch verteilt sich das Gift über eine größere Fläche und die Chance, dass auch ein Auge getroffen wird, steigt. Der ganze Vorgang dauert nur eine zwanzigstel Sekunde. Dabei sprüht eine Schwarzhals- Speikobra ihr Gift einfach in einem ausfächernden Sprühnebel nach vorne. Die Mosambik-Speikobras hingegen spritzt in scharfem Strahl und hinterlässt am Ziel Giftspuren in einer doppelten Schlangenlinie, die die Pendelbewegung des Kopfes widerspiegelt. (Quelle: Press Release der Universität Bonn vom 17.02.05)


Ein großes Herz für Futter

(07.03.05) Das Herz eines Tigerpythons (Python molurus) vergrößert sich nach jedem Schlingakt. Nach der Verdauung schrumpft es jedoch wieder auf das Normalmaß zurück. Damit können die Tiere den während der Verdauung erhöhten Bedarf an Sauerstoff decken. Der Herzmuskel legt an Masse zu, indem er vermehrt Muskeleiweiße, so genannte Myosine, bildet. Das Herz des Pythons wächst in nur 48 Stunden um 40 Prozent seiner ursprünglichen Masse. Das verbessert die Pumpleistung enorm und beschleunigt den Stoffwechsel. Den Forschern sind die physiologischen Faktoren, die das Wachstum des Herzens auslösen und steuern, noch weitgehend unbekannt. Johnnie B. Anderson von der Universität von Kalifornien in Irvine und seine Kollegen berichten über diese Erkenntnisse im Fachmagazin Nature (Bd. 434, 3. März, S. 37).


Neue Erkenntnisse zur Evolution von Schlangengiften

(01.03.05) Allgemein bekannt ist, dass die Giftdrüsen der Schlangen ihren Ursprung in abgewandelten Speicheldrüsen haben. Neben der Verteidigungsfunktion wird den Schlangengiften daher auch eine Funktion beim Vorbereiten der Nahrung für den Verdauungsprozess zugeschrieben. Wie Bryan Grieg Fry, Vizedirektor der "Australian Venom Research Unit" kürzlich herausfand, stammen die Proteine und Peptide der Schlangengifte dennoch nicht durchgehend von Speichelproteinen ab. Vielmehr entstanden die toxischen Makromoleküle im Laufe der Evolution durch Abwandlung körpereigener Proteine verschiedenster Herkunft. Fry konnte Vorläuferproteine von Toxinen im Schlangenhirn, Herz oder der Lunge identifizieren. Wie solche Proteine im Lauf der Evolution im Einzelfall ihren Weg in die Speicheldrüsen fanden und welche Prozesse ihren Umbau förderten, bleibt vorerst unklar. Fry nimmt jedoch an, dass der Umbau körpereigener Proteine zu Toxinen es den Schlangen erst ermöglichte, die heute existente Vielfalt von Toxinen zu entwickeln. (Quelle: Genome Research 15, 403)


26000 US $ für den Schutz der Eriesee Siegelringnatter (Nerodia sipedon insularum)

(28.02.05) Zusätzlich zu bereits 2003 vom U.S. Fish and Wildlife Department zum Schutz der Uferzonen des Eriesees zur Verfügung gestellten 960000 US $ stellte die gleiche Behörde nun weitere 26296 US $ Zur Verfügung, die über die Finanzierung der Arbeiten der Doktorandin Kristin Stanford unmittelbar der Überwachung, Markierung und dem Schutz der für den Eriesee endemischen Unterart der Siegelringnatter dienen sollen. Ziel ist das Erreichen und mindestens sechsjährige Erhalten einer Populationsstärke von mehr als 5555 Individuen. Dies sind die Kriterien, die nötig sind, um die Schlangen von der Liste der bedrohten Tierarten der Region streichen zu können. Professor Richard King, der an der Studie teilnimmt, ist zuversichtlich, dieses Ziel erreichen zu können, obwohl die Anwohner die harmlosen Schlangen lokal als lästig empfinden. Der Erwerb naturnahen Geländes durch die Behörden und die Ausweisung entsprechender großräumiger Schutzzonen haben trotz der teilweisen Verfolgung durch die Anrainer bereits eine Erholung der Bestände eingeleitet. King sieht in den Tieren sogar eine Hilfe, die Ausbreitung der die einheimischen Fischbestände massiv bedrohenden eingeschleppten Schwarzmundgrundel (Neogobius melanostomus) zumindest lokal zu bremsen, da sich die Schlangen teilweise bis zu 90% von diesen Neozooen ernähren (Quelle:Port Clinton News Herald.com; 25.02.05)


Neue Rote Listen in Berlin und Brandenburg

(18.02.05) Für Berlin und Brandenburg wurden neue Rote Listen der Amphibien und Reptilien erarbeitet. In beiden Bundesländern kam es im wesentlichen aufgrund der Anwendung der IUCN-Kriterien zu Veränderungen in den Gefährungseinstufungen. »mehr


Regierung der nördlichen Marianen Inseln beschliesst Frachtquarantäne, um die Einschleppung von Boiga irregularis zu verhindern

(03.02.05) Die braune Baumschlange, Boiga irregularis, die als eingeschleppte Art bereits auf der Insel Guam irrwitzige Populationsdichten erreicht hat und dort derzeit eine weitgehende Ausrottung der Vogelwelt herbeiführt, bedroht auch die benachbarten Marianen. Zur Vorbeugung plant die dortige Regierung in den Häfen Saipan und Tinian Quarantänestationen einzurichten, in denen alle aus dem Verbreitungsgebiet der Schlange stammende Fracht gründlich auf blinde, schuppige Passagiere untersucht werden soll. Die Regierung hofft, dass sie mit dieser Maßnahme nicht zu spät kommt: Letztes Jahr wurden in Saipan bereits vier Boigas gefangen. (Quelle: Marianas Variety, 27.01.2005)


Snakes of Arkansas

(25.01.05) Die sehr informative und gut gemachte Internetseite Snakes of Arkansas, die sich selbst das Ziel setzt, das Wissen um die Herpetofauna Arkansas zu teilen und zu erweitern sowie unbegründete Ängste und Vorurteile gegenüber Reptilien abzubauen, bietet umfangreiche Informationen zur Herpetofauna und insbesondere zur Schlangenfauna von Arkansas, USA. Das Angebot beinhaltet ein Forum, Vorkommenslisten und Verbreitungskarten der Reptilien und Amphibien für die einzelnen Counties, Informationen über die AHS (Arkansas Herpetological Society) sowie Bilder, Bildschirmschoner und viele andere interessante Kleinigkeiten. Als sehr gelungen muss der Teil über die verschiedenen Giftschlangen und deren Gefährlichkeit genannt werden. Die einzelnen Arten werden genau vorgestellt und es werden Maßnahmen genannt, um Bissunfälle zu vermeiden und was es im Notfall zu tun gilt.


Pythonspürhund in den Everglades, Florida.

(21.01.05) Der neue Mitarbeiter der Parkwissenschaftler ist 7 Monate alt, 25 Pfund schwer und ein Hund, genauer gesagt ein Beagle. Der Vierbeiner befindet sich momentan in der Trainingsphase zur Aufspürung von Python molurus. Der eigentlich aus Asien stammende Tigerpython kommt mittlerweile in größeren Stückzahlen in den Everglades vor. Wahrscheinlich handelte es sich ursprünglich um ausgesetzte oder entflohene Tiere von privaten Schlangenhaltern. Die Tiere kommen mit den Umweltbedingungen in Florida anscheinend bestens zu Recht und vermehren sich regelmäßig. Sie stellen eine ernstzunehmende Gefahr für Säugetiere, Wasservögel und sogar Alligatoren dar. Mittlerweile dehnt sich die Population bereits über die Grenzen des Nationalparks aus. Parkmitarbeiter fanden und töteten in den letzten zwei Jahren fast 100 der Riesenschlangen. Mit Hilfe des Hundes soll die Suche in Zukunft erfolgreicher verlaufen.


US-Soldaten trainierten mit Zoo-Schlangen vor ihrem Einsatz im Irak

(13.01.05) Vier US-Soldaten, die Teil der medizinischen Hilfe für den Irak waren, mussten sich einem eher ungewöhnlichen Trainingsprogramm unterziehen. So wurden sie speziell für die Entfernung von Giftschlangen aus den Camps der im Irak stationierten Truppen ausgebildet. Ein Teil des Trainingsprogramms wurde dabei von Greg Lepera, dem Leiter der herpetologischen Abteilung im Zoo von Jacksonville, durchgeführt. Zum Erlernen dienten aber anfänglich ungefährliche Nattern aus dem Tierbestand des Zoos, an denen der richtige Umgang mit den Schlangenhaken geübt werden konnte.


Vierzehn neue Froscharten sowie eine neue Schlangen- und Agamenart in Vietnam entdeckt

(12.01.05) Das Institut für Ökologie und biologische Ressourcen in Hanoi hat nach der Auswertung einer Forschungskooperation mit dem Biologischen Institut von Sankt Peterburg (Russland), dem American Natural History Museum und dem WWF die Neuentdeckung von 16 Amphibien- und Reptilienarten in Vietnam bekannt gegeben. Mit 14 Arten stellen Frösche die Mehrheit der (z.T. nur für Vietnam) neuen Spezies dar. Im einzelnen handelt es sich dabei um Rana trankieni, Rana bacboensis, Rana daorum, Rana hmongorum, Rana morafkai, Rana banaorum, Rana megatympanum, Rana iriodes, Rana tabaca, Chirixalus anajevae, Philautus supercorrnutus, Mirohyla marmorata, Microhyla pulverata und Microhyla nanapollexa. Eine neue Bambusotter (Trimeresurus truongsonensis) sowie eine neue Baumagame (Bronchocela orlovi) komplettieren die Liste der Neufunde. (Quelle: 1/06/2005 - (VNA) )


Schlangendiebstahl im Schweriner Zoo

(11.01.05) Unbekannte haben zwischen dem 5.1.05, 13 Uhr, und dem 6.1.05, 9 Uhr, im Schweriner Zoo zwei Königspythons gestohlen. Die Polizei vermutet, dass die Täter die Scheibe eines Terrariums angehoben haben. "Es war nicht sonderlich schwer, an die Schlangen heranzukommen", so Johannes Kanski, Leiter des Schweriner Kriminalkommissariates. Bei den gestohlenen Schlangen handelt es sich um wildfarbene Exemplare mit einem Wert von je ca. 150€. Tierinspektor Daus bangt um das Leben einer der Schlangen: "Sie war in tierärztlicher Behandlung und wird sterben, wenn sie nicht weiter fachmännisch versorgt wird." Das kranke Reptil stelle außerdem auch eine Infektionsgefahr für den Besitzer dar. Daus rät jedem, dem nun ein Python als Gelegenheitskauf angeboten wird, sich gegebenenfalls mit der Polizei in Verbindung zu setzen. (Quelle: Schwerin - SVZ.de vom 7.1.2005).


Tieranwalt für Wien

(11.01.05) Wien hat seit Montag einen eigenen "Tieranwalt". Herrmann Gsandtner, ehemals im Veterinäramt tätig, soll im Auftrag des Tierschutzgesetzes z.B. Tierhandlungen, Zoos oder Veranstaltungen mit Tieren kontrollieren. Gleichzeitig bittet der neue Tieranwalt die Bevölkerung, Missstände, Mängel oder Quälereien aufzudecken und zu melden. Auch bei Fragen zur Tierhaltung kann der Ombudsmann angerufen werden. (Quelle: Wienweb. At vom 3.01.05).


Unbeschriebene Reptilien im Iran "entdeckt"

(03.01.05) Im Jahr 2000 und 2002 hatten die beiden schwedischen Zoologen und "Mertensiella"-Autoren Göran Nilson und Claes Andrèn der Universität Göteborg die Gelegenheit, zusammen mit einem iranischen Studenten die Herpetofauna des Iran zu untersuchen. Neben der Entdeckung zehn "neuer" Echsen- und Schlangenarten konnte auch eine isolierte Population von Vipera latifii im subalpinen Lar Tal, in den Elburz Bergen, gefunden werden. Als dieses Tal Ende der siebziger Jahre durch den Bau eines Staudammes geflutet wurde, befürchteten die Wissenschaftler die Latifii-Viper sei ausgestorben. Weiterhin wurden 82 der 230 für den Iran belegten Amphibien und Reptilienarten gefunden. Neu beschrieben wurde unter anderem Lacerta yassujica, benannt nach der Stadt Yassuj, aus deren Nähe das Belegexemplar stammt.


2004

Schlangen im Parlament!

(06.12.04) Als Protest gegen eine kürzlich erfolgte Razzia drohen Schlangenbeschwörer im indischen Bundesstaat Orissa damit, ihre Pfleglinge im Parlamentsgebäude freizulassen. Mehrere Schlangenbeschwörer wurden in den letzten Wochen verhaftet und müssen mit Anklage wegen Verstoßes gegen lokale Naturschutzbestimmungen rechnen. Vertreter der Zunft sagen, dass in
Folge der Aktion bis zu 20.000 Kollegen ihre Arbeit verlieren könnten.
Wildlife Aktivisten in Orissa betrachten Schlangenbeschwörung als
Tierquälerei und versuchen, ihre Abschaffung zu erreichen. Da in dem betroffenen Gebiet ganze Dörfer von der Zurschaustellung von Schlangen leben, bedroht eine solche Entwicklung die Existenzgrundlage Vieler. Die Betroffenen fordern die Regierung daher auf, ihnen alternative Einkünfte zuzusichern, wenn sie ihnen ihre derzeitige Existenzgrundlage entziehen. Gleichzeitig protestieren sie gegen die Zurschaustellung der beschlagnahmten Schlangen in Zoos.
Mitglieder der Naturschutzbehörde bestreiten, dass die betroffenen Schlangen ausgestellt werden. Die Tiere seien nur zur Behandlung diverser Verletzungen vorübergehend in Zoos untergebracht und würden umgehend frei gelassen werden. Die Schlangenbeschwörer müssten akzeptieren, dass sich die Zeiten geändert hätten und sich nach einer anderen Existenzgrundlage umsehen. Quelle: Sandeep Sahu, BBC 24.11.2004


Australische Schlangen passen sich an giftige Einwanderer an

(06.12.04) Die Invasion fremder Arten kann verheerende Folgen für ein Ökosystem haben. Doch langfristig können sich einheimische Arten auch an störende Eindringlinge anpassen. 1935 wurde die selbst für Krötenverhältnisse besonders giftige Aga-Kröte aus Venezuela in Australien ausgesetzt um eine Blatthornkäfer-Plage zu bekämpfen. Doch nicht nur verschmähten die Kröten die für sie bestimmten Käfer weitgehend, sie wurden vielmehr selber zur Plage und haben sich inzwischen in ganz Queensland, in großen Teilen der nördlichen Territorien und in New South Wales ausgebreitet. Die Krötenpopulation bewegt sich derzeit mit 30 Kilometern pro Jahr Richtung Süden und Westen. Vor vier Jahren wurden die Tiere zum ersten Mal im Kakadu-Nationalpark gesichtet, der zahlreiche, weltweit einzigartige oder vom Aussterben bedrohte Pflanzen und Tiere beherbergt. Jetzt bedroht die bis zu 25 Zentimeter große Giftkröte dort das ökologische Gleichgewicht. Phillips und Shine von der University of Sydney haben herausgefunden, dass zwei Schlangenarten, die durch das Fressen der Kröten vergiftet werden, offenbar dabei sind, sich auf den Eindringling einzustellen: Die Schwarzotter und die Grüne Baumnatter haben in betroffenen Gebieten in den vergangenen 80 Jahren kleinere Köpfe, aber einen größeren Körper entwickelt. Zwei andere Schlangen, die durch die Aga-Kröte nicht beeinträchtigt werden, wiesen dagegen keine Veränderungen auf. Die Forscher vermuten, dass die Ankunft der Aga-Kröte einen Selektionsdruck auf die Schlangen ausübte: Je größer eine Schlange, desto mehr Krötengift verträgt sie, ohne zu sterben. Je kleiner der Kopf einer Schlange, desto kleiner sind auch ihre möglichen Beutetiere. Die Gefahr, dass eine Schlange eine Kröte verschlingt, deren Verzehr sie umbringt, sinkt also mit der Größe des Kopfes und mit wachsender Körpergröße. Wie die Forscher schreiben, sei es daher möglich, dass der Schaden durch fremde Invasoren auf ein Ökosystem mit der Zeit nachlässt. Quelle: PNAS (7. Dezember, Bd. 101, S. 17150).


Staat New York reglementiert die Exotenhaltung

(06.12.04) Am dritten November wurde von Gouverneur Pataki ein Gesetz unterzeichnet, das die Haltung von bestimmten Exoten als Haustiere verbietet. Neben Großkatzen, Bären und Primaten sind davon auch etliche Reptilienarten betroffen. Unter das Gesetz, das zum Jahreswechsel in Kraft treten wird, fallen beispielsweise alle giftigen Reptilien, großwüchsige Riesenschlangen (Python reticulatus, P molurus, P sebae usw.), große Waranarten (Varanus salvator, V. niloticus, V. albigularis usw.) sowie alle Vertreter der Krokodilidae. Diejenigen, die zum heutigen Zeitpunkt bereits Tiere der oben genannten Kategorien besitzen, können unter bestimmten Umständen eine Ausnahmegenehmigung erhalten. Der Einsatz ausgebildeter Primaten bei der Pflege halsabwärts gelähmter Menschen wird z. B. weiterhin erlaubt sein.


Schlangenleder wieder in Mode

(06.12.04) Handtaschen, Stiefel, Jacken, Schlangenleder ist in! Designer schätzen das Material wegen der guten Verarbeitungsmöglichkeiten und des im Vergleich zu Krokodilleder geringeren Preises. Der WWF fürchtet, dass diese Entwicklung katastrophale Folgen für den Netzpython (Python reticulatus) und den Buntpython (Python curtus), die beiden hauptsächlich für die Lederindustrie interessanten Arten, haben wird. Nach Aussage der Modehäuser stammen die Häute ausschließlich aus so genannten Farmen und werden legal importiert. Chris Shepherd, Mitarbeiter eines internationalen Beobachtungsnetzwerkes in Süd Ost Asien, geht jedoch davon aus, dass die Anzahl illegaler Häute die legaler bei weitem übersteigt. Shepherd hat etliche der "Pythonfarmen" besucht und fand heraus, dass nur eine einzige davon tatsächlich Pythons züchtete. Alle anderen dienten lediglich zur Legalisierung wild gefangener Tiere.


Fragebogen für Schlangenhalter

(02.12.04) Im Rahmen einer Dissertationsarbeit zum Thema "Aspekte des Tierschutzes bei der Fütterung von Schlangen" werden noch Angaben von Schlangenhaltern gesucht. Es werden deren Erfahrungen mit der Haltung und Fütterung von Schlangen sowie der Problematik der Lebend- und Todfütterung erfasst. Selbstverständlich werden alle Daten anonym behandelt. Der Fragebogen ist als pdf abrufbar.


Diadophis-Häute gesucht!

(24.11.04) Frank Fontanella leitet unter Zusammenarbeit mit Frank Burbrink eine umfassende phylogeografische Studie über die Ringhalsnatter, Diadophis punctatus, an der Universität "The City University of New York". Für seine Forschungen ist er auf die Unterstützung von Terrarianern angewiesen, die ihn mit entsprechendem Forschungsmaterial versorgen. Frank Fontanella benötigt für seine Studien Gewebeproben und Häutungen von Diadophis punctatus. Möchten Sie diese Studie unterstützen schicken Sie entsprechende Proben bitte an: Frank M. Fontanella, College of Staten Island/CUNY, 6S-143, 2800 Victory Blvd., Staten Island, New York 10314. Vor der Einsendung von Gewebeproben nehmen Sie bitte zunächst E-Mail-Kontakt mit Herrn F. Fontanella auf.


Elefantenfressende Schlange

(24.11.04) Nun, nicht ganz: Jason Head von der Smithsonian Institution vermutet jedoch, dass zumindest die kleinwüchsigeren Vorfahren unserer Elefanten bisweilen Schlangen zum Opfer fielen. Laut Head wäre die vor 40 Millionen Jahren in Ägypten lebende Riesenschlange Giganthophis mit ihren bis zu 10,7 m Länge durchaus in der Lage gewesen, die Urdickhäuter zu verspeisen.
Quelle: New Scientist 184 (2473) vom 13. November 2004.


Online Feldführer zu den Schlangen Nord Carolinas

(10.11.04) Yurii Kornilev, studentisches Mitglied des herpetologischen Praktikums am Davidson College hat einen Bestimmungsschlüssel für die Schlangenfauna Nord Carolinas zusammengestellt. Der Führer richtet sich an herpetologische Laien, die Schlangenbeobachtungen zuordnen möchten, und legt daher Wert auf bedienungsfreundliche Abfragen. Vorgegebene Merkmalskategorien führen über einfache Drop Down Menüs, rasch zu einer Eingrenzung der in Frage kommenden Schlangenarten. Eine genaue Beobachtung im Feld ermöglicht dabei oft bereits die Eingrenzung bis auf Artniveau. Weniger eindeutige Angaben führen zur Präsentation einer Liste in Frage kommender Arten, die neben weiteren Identifizierungshilfen auch Fotos beinhaltet. Ein Klick auf das jeweilige Foto führt zu Detailinformationen zur jeweiligen Art. Der Feldführer ist frei zugänglich.


Singapur beschlagnahmt insgesamt 40000 Reptilienhäute

(10.11.04) Am 31. Oktober fand die Einwanderungsbehörde bei der Routinekontrolle eines Schleppkahns insgesamt 31 Ballen Reptilienhäute. Die gut 40.0000 luftgetrockneten Python- und Waranhäute waren in Kisten zwischen Sperrholzstücken versteckt und repräsentierten einen Gegenwert von etwa 480 000 US Dollar. Die Ladung, die aus Jambi, Sumatra, stammte, wurde beschlagnahmt und der Kapitän des Schiffes zu einer Geldstrafe von umgerechnet 2976 US Dollar sowie einer fünfmonatigen Haftstrafe verurteilt. In Singapur wurden dieses Jahr bereits 78 größere Verstöße gegen Naturschutzbestimmungen untersucht. Dabei handelte es sich vor allem um Schmuggel und illegalem Besitz von Seepferdchen, Schildkröteneiern, Korallen, Tridacna-Muscheln, Barramundi-Fischen, Vogelspinnen und Sandelholz. Quelle: Jakarta Post vom 3.11.2004.


Online Atlas zu den Amphibien und Reptilien Missouris

(04.11.04) Hier kann sich jeder Interessierte kostenlos eine vollständige Sammlung detaillierter Verbreitungskarten zur Herpetofauna Missouris herunterladen. Begleitend bietet der neunundsechzigseitige Atlas einen groben Überblick über die Geografie Missouris.

Online Feldführer zur Schlangenfauna Floridas

(04.11.04) In Zusammenarbeit mit zahlreichen Studenten der Universität Florida wurde von F. Wayne King und Kenneth L. Krysko, beides Mitarbeiter der herpetologischen Abteilung des Florida Museum of Natural History, ein Feldführer zur Bestimmung der Schlangenarten Floridas erarbeitet und online gestellt. In erster Linie richtet sich der Guide an den interessierten Laien. Daher finden sich neben den obligatorischen Bestimmungsschlüsseln, Angaben zur Verbreitung und Fotos, auch Allgemeines zur Biologie der Tiere. Ebenso erhält man Antworten auf Fragen der Art: "Wie entferne ich Schlangen sicher aus meinem Garten". Insgesamt wurde bei der Erstellung Wert auf eine leichte Verständlichkeit gelegt.


Giftresistente Schlangen

(21.10.04) Die australische "School of Biological Sciences", University of Wollongong, geht aktuell der Frage nach, warum manche Schlangen resistent gegen die Gifte ihrer Beutetiere sind. Hierzu werden Untersuchungen durchgeführt, die sich mit der Identifizierung des Gens oder der Gene beschäftigen, die dazu führen könnten, Schlangen dazu zu befähigen giftige Beutetiere zu fressen ohne nennenswerte Schäden davon zu nehmen. Bisher wurden Blutproben von Natrix natrix untersucht und mit denen von Vipera berus verglichen. Ringelnattern sind dafür bekannt, dass sie giftige Kröten fressen können, während Kreuzottern keinen Kontakt zu giftigen Beutetieren haben. In Folge dieser Untersuchungen wurde eine Gengruppe identifiziert, die für die Giftresistenz verantwortlich gezeichnet werden könnte. Um diese Vermutung zu bestätigen, sind weitere Untersuchungen an anderen Schlangen, wie z. B. Nerodia, Heterodon oder Xenodon, die ebenfalls Resistent gegen Gifte von Beutetieren sind, von Nöten.


Die Schlange als Wachhund

(13.10.04) Eigentlich eine praktische Idee, die ein nicaraguanischer Gemüsehändler hatte, um sein Auto vor Dieben zu schützen: während er das Gemüse ein- und auslädt, erschreckt eine etwa zwei Meter lange Boa auf dem Beifahrersitz, namens "Sirene", vermeintliche Diebe, die dann rasch das Weite suchen. Laut Auskunft des "Herrchens" greift "Sirene" ausschließlich fremde Menschen an, sonst sei sie "gut erzogen". Praktisch dieser Wachhund: er bellt und knurrt nicht und "Gassi gehen" muss "Herrchen" auch nicht. (aus: AOL-Nachrichten vom 4. August)


Was haben Schlangen und Tauben gemeinsam?

(13.10.04) Niederländische Forscher haben herausgefunden, dass das Gurren der Tauben und das Rasseln der Klapperschlangen von einer besonderen Art Muskulatur erzeugt wird. Dabei handelt es sich um so genannte "superschnelle" Muskeln, die diese Geräusche blitzartig an- und abstellen können. Die normale Wirbeltiermuskulatur ist dazu nicht in der Lage, da sie weder schnell, noch ausdauernd ist - im Gegensatz zur superschnellen Muskulatur, die dafür keinen großen Zug ausüben kann. (aus: Nature, Bd. 431, S. 146)


Schlaue Erdhörnchen

(03.08.04) Kalifornische Erdhörnchen, Spermophilus beecheyi, und deren Jungtiere werden besonders gerne von Klapperschlangen gejagt und verzehrt. Dabei nutzen diese Schlangen ihr so genanntes Grubenorgan zwischen Auge und Nase, das als hochempfindlicher Wärme-Detektor bei der Aufspürung der wärmeabstrahlenden Beute dient. Ein Wissenschaftler der Universität in Kalifornien hat nun durch Untersuchungen von Klapperschlangen und Erdhörnchen in einem Käfig herausgefunden, dass die Erdhörnchen zum Schutz der Jungtiere ihren Schwanz schnell auf und ab bewegen und ihr Fell aufstellen. Möglicherweise erweitern sich dadurch die Blutgefäße und der Schwanz wird immer wärmer, wie eine spezielle Wärmekamera im experimentellen Versuch gezeigt hat. Vermutlich versuchen die adulten Erdhörnchen auf diese Art und Weise, die Schlangen von den Jungtieren abzulenken. Trafen diese Erdhörnchen allerdings auf Schlangen ohne Grubenorgan, unterblieb das Aufwärmen des Schwanzes. Dies zeigt, dass die Erdhörnchen ihre Feinde unterscheiden und entsprechend reagieren können. (Aus: Nature News Service vom 16. Juli 2004)


Wieder mehr Krokodile

(21.07.04) Es gibt wieder mehr Krokodile in Florida. Dies ist das Fazit einer Langzeitstudie, die Wissenschaftler in Florida durchgeführt haben. Während vor 30 Jahren nur rund 200 Tiere gezählt werden konnten, so waren es dieses Jahr bereits 800 bis 1000 Tiere. (Aus: Courtesy Greenlines vom 8. Juni 2004)


Schlangenbeschwörer ohne Job

(21.07.04) Obwohl Schlangenbeschwörer seit 1972 in Indien gesetzlich verboten sind, droht der fast 3000 Jahren alten Tradition jetzt das endgültige Aus. Auf Druck von Naturschutzorganisationen will die Regierung ihre Tierschutzgesetze nun rigoros durchsetzen, um die natürlichen Bestände der Tiere nicht zu gefährden. Die früher gottähnlich verehrten Schlangenbeschwörer werden nun wie Kriminelle behandelt und leben am Existenzminimum. Sozialarbeiter arbeiten am einem "Rehabilitationsprogramm für Schlangenbeschwörer". Darin sollen unter anderem die Kultur, die Musik, die Tänze und die eigene Medizin als Touristenattraktion verkauft werden - alles ohne Schlangen. Kritiker hingegen befürchten noch mehr Giftschlangen in den Reisfeldern Indiens, die auch noch mehr Menschen töten. Und dies in einem Land, das bereits heute rund 15000 tödliche Giftschlangenbisse aufweisen kann und keine nennenswerte medizinische Versorgung hat. (Aus: AFP, 17. Juni 2004)


Tödliche Leidenschaft

(02.06.04) Ein Schlangenliebhaber ist vermutlich das Opfer seiner eigenen Leidenschaft geworden. Die amerikanische Polizei fand den britischen Staatsbürger tot in seinem Auto, ungefähr 800 Meter von einer Kiste mit giftigen Schlangen entfernt, die die Polizei auf der Straße entdeckte. Wie die Ermittlungen ergaben, hat der Brite - wie schon einige Male zuvor - die Schlangen übers Internet bestellt und die betreffende Reptilienfarm in Florida gebeten, die Tiere an einen Flughafen in der Nähe des Fundortes zu schicken. Wie es zu dem tragischen Unfall gekommen ist, bleibt weiterhin unklar, Fremdverschulden schließen die Beamten allerdings aus. Die Schlangen - eine Kobra, eine Vogelnatter, Thelotornis capensis sowie eine Grüne Mamba, Dendroaspis viridis, und eine Schwarze Mamba, D. polylepis - sind vorübergehend in einem texanischen Zoo untergebracht. (aus: Sunday Telegraph, GB und verschiedenen anderen Publikationen in den USA)


Mit Todesfolge: Schlangenbiss auf Rügen

(06.05.04) Auf der Ostseeinsel Rügen ist heute eine 82-Jährige Rentnerin durch den Biss einer Kreuzotter in den Finger getötet worden. Der herbeigerufene Arzt konnte 15 Minuten nach dem Vorfall nur noch den Tod der Frau feststellen.
Das tiefschwarze Exemplar ("Schwärzling") der auf Rügen heimischen Art konnte von Mitarbeitern des Stralsunder Zoos eingefangen werden. Offenbar hatte die Betroffene noch Zeit, das Tier in einer Regenauffangtonne festzusetzen.
Todesfälle durch Kreuzottern sind außerordentlich selten. Zuletzt ist in Deutschland in den 1950-er Jahren ein Mensch an den Folgen eines Bisses von Vipera berus verstorben. Der schnelle Tod der Rentnerin kann keinesfalls durch die Giftwirkung, wohl aber durch einen Schock verursacht worden sein.
Kreuzottern greifen Menschen nur an, wenn sie sich unmittelbar bedroht fühlen, die Folgen eines Bisses sind in der Regel harmlos bis mittelschwer - auf jeden Fall sollte umgehend ein Arzt aufgesucht werden.
Kreuzottern kommen in weiten Landesteilen Mecklenburg-Vorpommerns vor, sind jedoch lokal vom Aussterben bedroht. Sie stehen unter Artenschutz und dürfen ohne behördliche Genehmigung auf keinen Fall gefangen oder gestört werden.


Schuldig wegen Tiervernachlässigung

(20.04.04) In England darf ein Reptilienhalter nach dem Schuldspruch eines Richters für den Rest seines Lebens keine Reptilien, Vögel, Fische, Spinnen und Säugetiere mehr halten. Gleichzeitig muss er eine Geldstrafe von rund 1300 Euro zahlen sowie 100 Sozialstunden leisten. Das Gericht sah es als erwiesen an, dass Barry McCullogh zahlreiche Leopardgeckos (Eublepharis macularius) und Sandgeckos (Chondrodactylus angulifer angulifer) sowie Schlangen, darunter Taiwan-Streifennattern, Elaphe taeniura friesi, Bergkönigsnattern, Lampropeltis zonata, eine Kalifornische Kettennatter, Lampropeltis getulus californiae, und ein Kurzkopfgleitbeutler, Petaurus breviceps (ein Beuteltier) stark vernachlässigt hat. Ein Inkassobeauftragter sah bei einem unangemeldeten Besuch die schlecht gehaltenen Tiere, die in Plastikboxen eingepfercht waren – einige von ihnen bereits tot. Die sofort benachrichtigten Behörden haben die überlebenden Tiere in gute Hände übergeben, die den speziellen Pflegeansprüchen dieser Tiere gerecht werden. (Aus: The Guardian U.K. vom 6.4.2004)


Illegaler Handel floriert weiter

(06.04.04) Der illegale Handel mit Schildpatt abgelöste, getrocknete Hornplatten des Rückenpanzers der echten Karettschildkröte – in Indonesien und Vietnam muss laut eines Berichtes von TRAFFIC, dem Artenschutzprogramm der Weltnaturschutzunion IUCN und dem WWF, unbedingt beendet werden, um die als stark gefährdet geltenden Echten Karettschildkröten, Eretmochelys imbricata, in diesen Regionen dauerhaft zu schützen. Hauptabnehmer des Schildpatts ist Japan. Da Schildpatt seit Jahrhunderten besonders beliebt ist und stetig Tiere in größeren Mengen der Natur entnommen werden, gilt diese Art als besonders gefährdet. Im Gegensatz zu Vietnam, wo die Ware relativ offen angeboten wird, findet der illegale Handel in Indonesien im Untergrund statt. Selbst neueste Gesetze und Bestimmungen werden ignoriert.


Die Wassermokassinotter erobert die Waschmittelindustrie

(31.03.04) Amerikanische Chemiker haben die blutentfernende Wirkung eines aus dem Gift von Agkistrodon piscivorous conanti extrahierten Eiweißstoffes entdeckt. Dieses Protein, das normalerweise die Blutgerinnung verhindert, kann aber ebenso eingetrocknete Blutflecken aus Baumwollstoff entfernen. Bislang wurden für die Entfernung von Blutflecken aus Textilien Wasserstoffperoxid, Sodawasser oder Gallseife verwendet. Doch besonders hartnäckige Flecken auf empfindlichen Textilien sind damit kaum spurlos zu beseitigen. Diese vielversprechende, wenn auch giftige Entdeckung könnte für die Waschmittelindustrie von besonderem Interesse sein – und die Frauenherzen höher schlagen lassen. (http://www.wissenschaft.de/wissen/news/239460.html)


Warnung vor dem Erwerb von

gestohlenen Amphibien: Salamandra s. gallaica (3 große Weibchen), S. bernardezi (4), S. bejarae (4), S. corsica (5), S. atra (3), S. a. aurorae (1 Männchen) und zwei Hybriden S. aurorae x S. atra, 3 Salamandra s. salamandra (=carpathica, aus der Ukraine), 5 Salamandrella keyserlingii, 4 Plethodon shermani (Rotbein), 4 Pseudoeurycea leprosa, 1 Pachyhynobius shangchengensis, sowie weitere Hynobius-Arten (25.03.04). Die Tiere wurden in der Bretagne entwendet, vermutlich mit Beteiligung deutscher Hintermänner. Sachdienliche Hinweise erbitten wir an die DGHT-Geschäftsstelle (gs@dght.de).


Touristen verursachen Stress

(25.03.04) Nach neuesten wissenschaftlichen Untersuchungen zeigen Tiere in freier Wildbahn bis zum Tode führende Stresssymptome, sobald Menschen in ihre Nähe gelangen. Zumeist verlieren sie so viel Gewicht, dass sie in Folge daran sterben. Aber auch Herzrasen und eine verminderte Fortpflanzung aufgrund hormoneller Schwankungen führen zu deutlichen Beeinträchtigungen. Derartige Reaktionen sind nach Meinung der Wissenschaftler eine unmittelbare Folge des stetig zunehmenden Ökotourismus – einer sich im Wachstum befindlichen millionenschwere Branche. Das Jahr 2002 wurde sogar von den Vereinten Nationen zum "Jahr des Ökotourismus" erklärt. "Zurück zur Natur" oder "Sensibilisierung für die Umwelt" bringen in erster Linie Vorteile für die Menschen, welche Folgen dieser "Naturhunger" aber für Flora und Fauna hat, werden weitere Untersuchungen erst zeigen müssen. Hier und heute müssen sich Naturschützer und Tourismusindustrie aber Gedanken darüber machen, welchen Gesetzen und Regeln ökologisch orientierte Reisen tatsächlich unterstehen müssen, um auch der Tier- und Pflanzenwelt gerecht zu werden. Denn eins ist schon heute sicher: Ohne Umwelt kein "Ökotourismus".


Gewinner und Verlierer

(25.03.04) Wie wichtig ist die Optik für den Erfolg der Fortpflanzung? Sind gut aussehende Männchen einfach besser? Diese Fragen wollten australische Forscher beantworten und haben anhand der Rotseitigen Strumpfbandnatter, Thamnophis sirtalis parietalis, entsprechende Untersuchungen durchgeführt. Sie stellten fest, dass grundsätzlich alle Männchen beim Werben um ein Weibchen stark engagiert sind. Männchen mit einer vergleichsweise besseren körperlichen Konstitution kopulierten häufiger und erfolgreicher als "schmächtigere" Artgenossen. Diese "Erfolgstypen" vollführten einen kraftvolleren, intensiveren und erfolgreicheren Geschlechtsakt und duldeten auch keine "Nebenbuhler" neben ihren "Frauen".


Hoffentlich noch nicht zu spät

(17.03.04) Pituophis melanoleucus ruthveni, die Louisiana-Kiefernnatter, gehört zu den seltensten Schlangen Nordamerikas und steht kurz davor, auf die Rote Liste gesetzt zu werden. Sie legen die größten Eier aller in Nordamerika beheimateten Schlangen, allerdings nur vier Eier pro Gelege. Da sie auch ihre Geschlechtsreife im Vergleich zu anderen Schlangen später erreichen, haben sie eine relativ niedrige Reproduktionsrate. Diese biologische Eigenheit und die zunehmende Gefährdung ihrer Lebensräume durch Herbizide und Abholzung führen zu dramatischen Rückgängen der Populationszahlen. Angesichts dieser alarmierenden Zustände haben einige Zoos in Nordamerika ein spezielles Zuchtprogramm ins Leben gerufen, in der Hoffnung, in naher Zukunft Nachzuchttiere auswildern zu können. Gleichzeitig sollen die Lebensräume der Louisiana-Kiefernnatter unter besonderen Schutz gestellt werden.


Misslungene Arbeit

(03.03.04) Mehr als 6500 kleine Reptilien, hauptsächlich Schlangen und Echsen, starben während der sechswöchigen Reinigungsarbeiten an einer Gaspipeline in Australien. Die Tiere fielen in den großen Erdtricher und konnten nicht mehr hinaus. Die mit den Arbeiten beauftragte Firma wurde nun angehalten, sich zukünftig mehr Gedanken zum Schutz der heimischen Fauna zu machen.


EU-Erweiterung: Segen oder Fluch für den illegalen Tierhandel?

(03.03.04) Am 1. Mai 2004 wird sich die Europäische Union um die Tschechische Republik, Estland, Zypern, Lettland, Litauen, Ungarn, Malta, Polen, Slowenien und die Slowakei erweitern. Die Beitrittsverhandlungen mit Bulgarien und Rumänien werden fortgesetzt. Inwieweit der illegale Handel mit Tieren von der Öffnung der Grenzen und den damit wegfallenden Kontrollen profitieren wird, wird die Zukunft zeigen müssen. Ob Tiere, die dann gegebenenfalls in größeren Mengen gehandelt werden, tatsächlich der Natur entnommen sind, kann nach Angaben englischer Wildschützer nur schwer festgestellt werden, da beispielsweise jahrelanger Kommunismus in der Tschechischen Republik zur erfolgreichen Nachzucht von Tieren geführt hat, die in freier Wildbahn als äußerst gefährdet gelten. Obwohl die Experten keinen drastischen Anstieg von angebotenen Tieren erwarten, sind sie dennoch wachsam und stehen in engen Kontakt mit ihren neuen Kollegen, insbesondere in den östlichen Beitrittsstaaten.


Waldklapperschlangen – von wegen asozial

(17.02.2004) Ein amerikanischer Biologe widerlegt die allgemeine Annahme, dass Schlangen Einzelgänger sind – nachzulesen in der Fachzeitschrift Proceedings of the Royal Society: Biology Letters (Online-Vorabveröffentlichung, DOI: 10.1098/rsbl.2004.0162). Demnach können beispielsweise Waldklapperschlangen, Crotalus horridus horridus, ihre Geschwister erkennen, auch wenn sie getrennt voneinander aufgewachsen sind. Sie leben bevorzugt in Gruppen von Verwandten zusammen und verbringen oft auch gemeinsam den Winterschlaf. Insbesondere die Weibchen zeigen einen ausgeprägten Familiensinn und ein komplexes Sozialverhalten. Für die Tiere bedeutet diese Form des Zusammenlebens eine erhöhte Wachsamkeit und Verteidigungsmöglichkeit sowie eine Aufteilung der Jungtierpflege. Aber auch evolutionäre Gründe könnten für diese Sozialverhalten verantwortlich sein, da die gemeinsamen Gene auch nach Tod eines Familienmitglieds weitergegeben werden könnten.

Eine Anhäufung gravider weibliche Waldklapperschlangen (Crotalus horridus) an einem sonnigen Felshang in den Bergen von Pennsylvania.

 


Das Tier als Waffe

(17.02.04) Nachfolgend zwei Meldungen von zänkischen Zeitgenossen, die nicht das Wort, sondern das Tier als Waffe wählten: In Arkansas, Amerika, haben ein Anwalt und sein Sohn einem Nachbar einen giftigen Kupferkopf, Agkistrodon contortrix, per Post geschickt, in der Hoffnung, das Tier könnte den ungeliebten Nachbar per Biss ins Jenseits befördern. Die Frau des Hauses, die das Päckchen öffnete, rief umgehend die Polizei, die das Tier tötete. Sowohl dem Anwalt als auch seinem Sohn drohen nun eine Gefängnisstrafe bis zu 25 Jahre. 
In Johannesburg wiederum hat ein unzufriedener Kunde einer südafrikanischen Bank fünf Giftschlangen in der Empfangshalle deponiert und sich entfernt. Ein Mitarbeiter der Bank wurde gebissen und musste stationär behandelt werden. Der Kunde hatte sich mit der Bank über die Finanzierung eines Motorrollers gestritten.


"Männer-Kuscheln" als Überlebenschance

(17.02.04) Wenn die in Kanada beheimatete Rotseitige Strumpfbandnatter, Thamnophis sirtalis parietalis, nach rund acht Monaten Winterschlaf erwacht, beträgt ihre Körpertemperatur nur 4°C. Die Tiere sind dann sehr schwach und langsam und eine leichte Beute für Feinde. Ein amerikanisch-australisches Wissenschaftlerteam hat nun beobachtet, dass die gerade erwachten männlichen Schlangen für ein bis zwei Tage weibliche Sexuallockstoffe produzieren können, mit denen sie Männchen anlocken, die sich dann an sie schmiegen und aufwärmen. Dadurch werden zahlreiche paarungswillige Männchen angelockt, die die "Transvestiten" nicht nur bedecken und wärmen, sondern gleichzeitig vor Feinden abschirmen und so ihre Überlebenschancen in den ersten Tagen nach dem Winterschlaf erhöhen. Dies ist eine neue Erklärung für die Mimikry der Schlangen. Oft wird Mimikry als eine alternative Paarungsstrategie gedeutet, durch die sich die Tiere beispielsweise vor aggressiven Mitbewerbern schützen.


Die gehörnte Giftschlange

( Entdeckung einer unbekannten Art in Vietnam

Auf einer Forschungsreise im Dschungel von Vietnam macht der Zoologe Thomas Ziegler in einer Urwaldapotheke eine spektakuläre Entdeckung: eine in Reisschnaps eingelegte Schlange, die er zunächst für die seltene gehörnte Grubenotter hält.

Schlange im Schnapsglas

Dr. Thomas Ziegler, Reptilienexperte und Leiter des Aquariums im Kölner Zoo, entdeckte das Tier kurioserweise im Schlangenschnaps-Sortiment eines vietnamesischen Heilkundigen. Zur genaueren Untersuchung erwarb er die Schlange und brachte sie nach Deutschland. Ziegler hielt das mehr als 1,20 Meter lange Kriechtier zunächst für eine gehörnte Grubenotter - eine Giftschlange, deren Biss tödlich sein kann. Ein Vergleich sollte Gewissheit bringen. Ziegler informierte das Londoner Naturkundemuseum. Von dort bekam er das Exemplar einer Grubenotter, die 1930 in Nordvietnam gefangen worden war. Doch das Ergebnis fiel ganz anders aus als erwartet: Die charakteristischen Hörner über den Augen der beiden Schlangen sind nicht identisch.

Im zentralen Vietnam nahe der laotischen Grenze liegt das Gebiet Phong Nha-Ke Bang. Seit Mai 1999 unterhält der Kölner Zoo in Kooperation mit der Universität von Hanoi dort ein Projekt zum Erhalt der Natur.

 

 

 

Zwei Schlangen im Vergleich: das größere Kölner Exemplar ist bisher völlig unbekannt.

Eine neue Art
Der Blick durchs Mikroskop ließ Ziegler mehr als Staunen: Drei kleine Höcker auf den Schuppen zeigen, dass es sich um eine völlig neue Giftschlangenart in Vietnam, ja sogar um eine neue Schlangengattung handelt, die noch nie zuvor beschrieben worden war - für die Wissenschaftlern des Kölner Aquariums eine Sensation. Sie gaben dem Tier den Namen "Triceratolepidophis sieversorum". Dabei heißt der Gattungsname "Triceratolepidophis" so viel wie "die Schlange mit den dreigehörnten Schuppen" und bezieht sich auf die im Schlangenreich einzigartige Schuppenstruktur. Die Art "sieversorum" wurde dann nach den Kindern des Bönningstedter Arztes Dr. Sievers benannt, der mit einer großzügigen Spende an den Verein "BIOPAT e.V." die Namenspatenschaft für diese neue Schlange übernahm.

Das erste lebende Exemplar
Das Ziel einer weiteren Expedition in das vietnamesisch-laotische Grenzgebiet war, mehr über den Lebensraum und die Biologie der gehörnten Giftschlange zu erfahren. Und tatsächlich konnte in einer der letzten Nächte eine gehörnte Schlange entdeckt werden: das zweite überhaupt bekannte und erstmals lebend fotografierte Exemplar einer Triceratolepidophis sieversorum! Die Frage nach der Giftstärke konnte von einer Arbeitsgruppe um den Frankfurter Toxikologen Professor Dr. Dietrich Mebs beantwortet werden: Die Schlange verfügt über ein vornehmlich eiweißzersetzendes und blutungsförderndes Gift.

Die Kölner Wissenschaftler staunten nicht schlecht, als sie in der gleichen Nacht in Vietnam einer weiteren gehörnten Giftschlange begegneten. Dabei handelte es sich diesmal jedoch um eine weitere, äußerst seltene Giftschlange, nämlich Trimeresurus cornutus. Von dieser Art existieren weltweit nur zwei Funde, die in den 30er und 40er Jahren in Vietnam bekannt wurden. Danach wurde das Tier über ein halbes Jahrhundert lang nicht mehr gesichtet. Es ist zudem das erste bekannt gewordene Männchen und mit circa 70 Zentimeter Länge das größte bekannte Exemplar seiner Art.

von Anne Hartmann, Dr. Thomas Ziegler

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Python wirklich rekordverdächtig?

(07.01.04) In Indonesien ist nach Angaben der dortigen Behörden ein 14,85 m und 447 kg schwerer Python reticulatus (Netzpython) gefangen worden. Das Tier soll damit die größte jemals gefangene Schlange sein und würde dementsprechend einen Eintrag ins Guinness-Buch der Rekorde erwerben. Leider gibt es keine externen Beobachter, die die gigantischen Ausmaße des Tieres bestätigen könnten. So schwanken die Längenangaben je nach Bericht zwischen 9 und 15 Metern. Angeblich verspeist die Schlange zwischen drei und vier Hunden pro Monat. Die im Internet zur Verfügung stehenden Fotos geben leider keine deutlichen Hinweise auf die tatsächliche Länge. Doch vor einem Eintrag ins Guinness-Buch der Rekorde werden sicherlich unabhängige Wissenschaftler zum Maßband greifen und die Wahrheit ans Licht bringen. Aber egal, welches Ergebnis diese Messung auch bringt, imposant ist das Tier allemal.

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Stand: 15.05.2010