Alpenviper Aspis- oder Juraviper Europ. Hornotter McMahon Viper Tunesien-Hornotter

1.1. Europäische Hornotter

Familie: Viperidae (Vipern)

Gattung: Vipera (Echte Vipern), 20 Arten

Art: Vipera ammodytes, (Europäische Hornotter) 4 Unterarten

Unterart: ammodytes, ruffoi, meridionalis, montandoni

Verbreitung: Kroatien, Istrien, Bosnien, Jugoslawien.

Beschreibung: Die kräftige und untersetzte Schlange wird bis zu 80 cm lang, manche Exemplare erreichen sogar 95 cm. Es gibt 21 - 23 gekielte Schuppenreihen, die den Rumpf umgeben. Jede Körperseite ist von einer dunklen Fleckenreihe bedeckt. Der typische dreieckige Kopf setzt sich deutlich vom schlanken Hals ab. Auf der Schnauzenspitze haben sie ein schräg nach vorn oder senkrecht nach oben gerichtetes Horn. Ein dunkler Seitenstreifen verbindet das Auge mit dem Mundwinkel und zieht sich oft bis Auf der Schnauzenspitze haben sie ein schräg nach vorn oder senkrecht nach oben gerichtetes Horn. Ein dunkler Seitenstreifen verbindet das Auge mit dem Mundwinkel und zieht sich oft bis zu den Halsseiten hin. Die Pupillen sind im hellen Licht senkrecht zu einem Schlitz verengt. Männliche Tiere sind grau gefärbt mit schwarzem Zickzackband, die weiblichen Tiere grau, braun oder rot gefärbt. Über den Rücken und Schwanz zieht sich eine dunkle Zickzack- oder Rautenbinde. Die bei den weiblichen Tieren oft fehlende Kopfzeichnung besteht aus mind. 2 dunklen Streifen. Bei der Unterart "gregorwallneri" ist die Schwanzspitze ziegelrot.

Terrarium: Trockenes mit Steinen durchsetztes Terrarium, Grösse: 120 x 50 x 50 cm, Licht: Neonröhre mit Spotlicht 25 W, Temperatur: 22 - 26 Grad.

Lebensweise, Haltung und Zucht: Sie bevorzugen warme, trockene Gebiete wie steinige, buschbewachsene Hänge oder Waldränder. Man findet sie vor an niederem Gebüsch und Gestrüpp bewachsener Geröllhalden, an Felshängen, Steinbrüchen und in Legesteinmauern. Die tagaktiven Schlangen halten sich gerne an sonnigen Plätzen auf. Die tagaktiven Schlangen sind sehr ortstreu. Sie sonnen sich gerne. Die Tiere sind nicht angriffslustig. Bei Behelligung zischen sie laut und beißen zu. Man sollte sie einzeln halten.

Der Behälter sollte mit humushaltiger Walderde, Sand und Lehm ausgestattet sein. Sie benötigen einige Steine als Unterschlupf, ein stets mit frischem Wasser aufgefülltes Wasserbecken und ein Bodenheizkabel. Sie mögen Temperaturen zwischen ca. 22 - 26 ° C, welche nachts auf ca. 20 ° C abfallen. Lokale Bodentemperaturen von mind. 30 ° C  für einige Stunden täglich ist sehr vorteilhaft für das Befinden der Tiere. Ist genügend Tageslicht vorhanden, benötigt man keine künstliche Beleuchtung. Es ist notwendig, sie vor der Häutung mit warmen Wasser zu besprühen.

Ernährung: Mäuse, Echsen, junge Vögel, Insekten

Fortpflanzung: Typ: Lebendgebärend, Trächtigkeit: ca. 3 - 4 Monate, Anzahl: ca. 8 - 15, Weiteres: Die Jungen häuten sich unmittelbar nach ihrer Geburt. Jungschlangen sollten einzeln aufgezogen werden.

Geburtsvorgang von Vipera ammodytes ammodytes NZ 2005 (im Windows Media Player Format)

Winterruhe: November - Februar bei ca. 8 - 12 ° C. Der Winterplatz darf trocken gehalten werden, sonst versterben die Tiere.

Gift: Hämatoxin Giftigkeitsgrad: Stark

Lebensbedrohliche oder etwa tödliche Schlangenbisse sind selten; meist kommt es nur zu lokalen Vergiftungserscheinungen. Schmerzen sind in der Regel stark ausgeprägt, dahingegen tritt in den ersten zwei Stunden nach dem Schlangenbiss regelmäßig eine Schwellung auf, die sich der Schwere der Vergiftung entsprechend mehr oder minder schnell ausbreitet. Der Biss der Europäischen Hornotter kann zu Lähmungen führen. 

Symptome: Zu den seltenen allgemeinen Vergiftungserscheinungen zählt man: Übelkeit, Erbrechen, Herzklopfen, Krämpfe, eventuell Schwindel und Bewusstseinstrübung.

Erste Hilfe: Richtlinien für die Patientenbetreuung bei Giftschlangenbissen umfassen allgemeine und vor allem lokale Ruhigstellung. Unbedingt vermieden werden sollten das Aussaugen, Abbinden oder Ausschneiden der Wunde. Eventuell Schocklagerung durchführen. Nächstgelegenen Arzt aufsuchen. Dort wird falls vorhanden ein Antiserum verabreicht.


DIE GESCHÜTZTEN REPTILIENARTEN

Vipera ammodytes

Deutscher Name: Europäische Hornotter, Sandotter

Die Fauna-Flora-Habitat-Richtline der EU stellt Vipera ammodytes unter strengen Schutz. Hiervon sind bestimmte europäische Amphibien- und Reptilienarten betroffen.
Der Natur entnommene Tiere dürfen nicht ohne Genehmigung gehalten werden. Die Tiere dürfen ohne Genehmigung der
zuständigen Landesbehörde auch nicht an einen anderen Standort gebracht werden. Darüber hinaus besteht für Wildexemplare ein Schaustellungs- und Vermarktungsverbot.
Eine Haltung ist bei Nachzuchttieren ohne Genehmigung zulässig, jedoch gegenüber der zuständigen Landesbehörde meldepflichtig. Auch Bestandsveränderungen, wie Zugänge oder Abgänge, sind sofort zu melden.
Darüber hinaus kann die zuständige Landesbehörde verlangen, dass der rechtmäßige Erwerb der Tiere nachgewiesen wird. Es gilt hierbei der Grundsatz der freien Beweisführung. Deshalb sollten sämtliche Belege über den Erwerb aufgehoben werden: Einfuhrdokumente, Vorlagebescheinigungen, behördliche Meldebestätigungen und CITES-Bescheinigungen können als Nachweis dienen. Auch Bescheinigungen des Züchters/Verkäufers können als Nachweis herangezogen werden. Sie sollten - wie auch Kaufbelege, Schenkungs- oder Tauschbelege - möglichst viele eindeutige Angaben enthalten:

Belege, die nur den Kauf eines Amphibiums/Reptils ausweisen oder nicht ausführlich genug erscheinen, sollten nicht akzeptiert werden. Sollten Behörden unzumutbare Forderungen für den Nachweis stellen, kann auch Widerspruch eingelegt werden. Schließlich ist es nicht möglich, jegliche Belege, die nicht von Behörden ausgestellt wurden, notariell bestätigen zu lassen.

Wenn Sie Exemplare von Vipera ammodytes importieren oder exportieren möchten, gelten besondere Bestimmungen.


Synonyme:

Vipera ammodytes ammodytes (LINNAEUS 1758)  Coluber ammodytes LINNAEUS 1758  Vipera (Rhinaspis) ammodytes ammodytes - OBST 1983  Vipera ammodytes ammodytes - ENGELMANN et al 1993   Vipera ammodytes gregorwallneri SOCHUREK 1974  Vipera ammodytes gregorwallneri SOCHUREK 1974  Vipera (Rhinaspis) ammodytes gregorwallneri - OBST 1984  Vipera ammodytes gregorwallneri - ENGELMANN et al 1993   Vipera ammodytes meridionalis (BOULENGER, 1903)  Vipera (Rhinaspis) ammodytes meridionalis - OBST 1984  Vipera ammodytes meridionalis - ENGELMANN et al 1993   Vipera ammodytes montandoni (BOULENGER, 1904)  Vipera (Rhinaspis) ammodytes montandoni - OBST 1983  Vipera ammodytes montandoni - ENGELMANN et al 1993   Vipera ammodytes ruffoi BRUNO 1968  Vipera ammodytes ruffoi BRUNO 1968  Vipera (Rhinaspis) ammodytes ruffoi - OBST 1983  Vipera ammodytes ruffoi - ENGELMANN et al 1993IAustria (Kärnten), N-Italy, S-Czechoslovakia, W-Hungary,  Yugoslavia: Croatia (including some adriatic islands), Slovenia,  Bosnia and Hercegowina, Monte Negro, Macedonia, Serbia,  Romania, Bulgaria, Albania, Greece (incl. Paros, Antiparos, Strongylo),  Turkey, Russia, Georgia, Armenia, Azerbaijan, Syria?, Lebanon?,  Croatia  

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Stand: 07.11.2009