Alpenviper Aspis- oder Juraviper Europ. Hornotter McMahon Viper Tunesien-Hornotter

Linnaeus 1758

    1.1. Alpenviper   

Haltung- und Zuchtbericht

Auch unter "Einheimische Schlangen" zu finden

Dieser Bericht wurde im Reptilia Magazin Nr. 20 in der Ausgabe vom Dezember/Januar 1999/2000 veröffentlicht.

Familie: Viperidae (Vipern)

Gattung: Vipera (Echte Vipern), 20 Arten

Art: Vipera aspis (Aspisviper), 5 Unterarten, möglicherweise auch 6 Unterarten

Unterart: atra, francisciredi, hugy, zinnikeri, (montecristi??)

Verbreitung: Schweiz, Norditalien

Beschreibung: Der dreieckige Kopf verengt sich zum Hals hin stark. Die Körperfärbung ist sehr variabel und kann steingrau, braun, rotbraun, ziegelrot und orangefarben sein. Vipera aspis hat einen typisch vipernartigen untersetzten Körperbau. Jedoch sind die männlichen Tiere länger und schlanker als ihre weiblichen Artgenossen und besitzen eine dunkle Rückenzeichnung, bestehend aus wechselseitigen Querflecken, die zu einem Zickzack- oder Wellenband verschmelzen können.  Auf beiden Körperseiten befinden sich dunkle Flecken. 21 - 23 Reihen gekielte Schuppen umgeben die Körpermitte. Auffällig ist die leicht aufgestülpte Schnauzenspitze. Die Augen haben im hellen Licht senkrecht geschlitzte Pupillen. Ein dunkles Schläfenband verbindet das Auge mit dem Mundwinkel. Auf dem Bauch sind sie einfarbig oder hell und dunkel gesprenkelt.  Das Schwanzende hat ein gelbliches bis orangefarbenes Kolorit. Bei der Unterart "zinnikeri" ist die Schnauzenspitze kaum aufgestülpt und die Rückenzeichnung zickzackartig ausgebildet.

Terrarium: Trockenes mit Steinen durchsetztes Terrarium, Grösse: 120 x 50 x 50 cm, Licht: Neonröhre mit Spotlicht 40 W, Temperatur: 22 - 26 Grad.

Lebensweise, Haltung und Zucht: Diese kleine Vipernart lebt in Geröllhalden, Legesteinmauern und andere Steinansammlungen. Die tagaktiven Schlangen sind sehr ortstreu. Sie sonnen sich gerne. Nur bei Behelligung beißen sie zu.

Der Behälter sollte mit humushaltiger Walderde, Sand und Lehm ausgestattet sein. Sie benötigen einige Steine als Unterschlupf, ein stets mit frischem Wasser aufgefülltes Wasserbecken und ein Bodenheizkabel. Sie mögen Temperaturen zwischen ca. 22 - 26 ° C, welche nachts auf ca. 20 ° C abfallen. Lokale Bodentemperaturen von mind. 30 ° C  für einige Stunden täglich ist sehr vorteilhaft für das Befinden der Tiere. Ist genügend Tageslicht vorhanden, benötigt man keine künstliche Beleuchtung. Es ist notwendig, sie vor der Häutung mit warmen Wasser zu besprühen.

Ernährung: Mäuse, Echsen, junge Vögel, Insekten

Fortpflanzung: Typ: Lebendgebärend, Trächtigkeit: ca. 3 - 4 Monate, Anzahl: ca. 8 - 15, Weiteres: Die Jungen häuten sich unmittelbar nach ihrer Geburt. Jungschlangen sollten einzeln aufgezogen werden.

Winterruhe: November - Februar bei ca. 5 - 10 ° C. Der Winterplatz darf nicht zu trocken gehalten werden, sonst versterben die Tiere.

Gift: Hämatoxin Giftigkeitsgrad: Mittel

Lebensbedrohliche oder etwa tödliche Schlangenbisse sind ausgesprochen selten; meist kommt es nur zu lokalen Vergiftungserscheinungen. Schmerzen sind in der Regel nicht stark ausgeprägt, dahingegen tritt in den ersten zwei Stunden nach Schlangenbiss regelmäßig eine Schwellung auf, die sich der Schwere der Vergiftung entsprechend mehr oder minder schnell ausbreitet. Der Biss der Alpenviper kann in wenigen Fällen zu Lähmungen führen.

Symptome: Zu den seltenen allgemeinen Vergiftungserscheinungen zählt man: Übelkeit, Erbrechen, Herzklopfen, Krämpfe, eventuell Schwindel und Bewusstseinstrübung.

Erste Hilfe: Richtlinien für die Patientenbetreuung bei Giftschlangenbissen umfassen allgemeine und vor allem lokale Ruhigstellung. Unbedingt vermieden werden sollten das Aussaugen, Abbinden oder Ausschneiden der Wunde. Eventuell Schocklagerung durchführen. Nächstgelegenen Arzt aufsuchen. Dort wird falls vorhanden ein Antiserum verabreicht.

Ein genauer Bericht über Haltung und Zucht von Vipera aspis atra liegt im Bericht über die Alpenviper vor.


Synonyme:

Coluber aspis LINNAEUS 1758: 218 Vipera Francisci Redi LAURENTI 1768 Vipera aspis - ENGELMANN et al 1993 Vipera aspis aspis (LINNAEUS 1758) Coluber aspis LINNAEUS 1758 Vipera aspis aspis - HARDING & WELCH 1980 Vipera (Rhinaspis) aspis aspis - OBST 1983 Vipera aspis aspis - ENGELMANN et al 1993 Vipera aspis atra (MEISNER, 1820) Vipera aspis atra - HARDING & WELCH 1980 Vipera (Rhinaspis) aspis atra - OBST 1983 Vipera aspis atra - ENGELMANN et al 1993 Vipera aspis francisredi (LAURENTI 1768) Vipera Francisci Redi LAURENTI 1768 Vipera aspis francisredi - HARDING & WELCH 1980 Vipera (Rhinaspis) aspis francisredi - OBST 1983 Vipera aspis francisredi - ENGELMANN et al 1993 Vipera aspis hugyi (SCHINZ, 1833: 179) Vipera aspis hugyi - HARDING & WELCH 1980 Vipera (Rhinaspis) aspis hugyi - OBST 1983 Vipera aspis montecristi - MERTENS 1956 Vipera aspis hugyi - ENGELMANN et al 1993 Vipera aspis montecristi MERTENS 1956 Vipera aspis montecristi MERTENS 1956: 222 Vipera aspis montecristi - HARDING & WELCH 1980 Vipera (Rhinaspis) aspis montecristi - OBST 1983 Vipera aspis zinnikeri KRAMER 1958 Vipera aspis zinnikeri KRAMER 1958 Vipera aspis zinnikeri - HARDING & WELCH 1980 Vipera (Rhinaspis) aspis zinnikeri - OBST 1983 Vipera aspis zinnikeri - ENGELMANN et al 1993

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